Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Donnerstag, 31. August 2017
Wirtschaft und Politik
„Man muss eine Rampensau sein“ rät Altkanzler
Schröder seinem SPD-Nachfolger Schulz für den Wahlkampf. Dazu
hampelt er in möglichst volkstümlich-populistischen Posen umher,
wie wir sie von Trump kennen. Ob das heißt, dass man bereit sein
solle, dem Wahlvolk ein X für ein U vorzumachen? Ob er seinem Schulz
damit einen Bärendienst erwiesen hat? Schröder himself will jetzt offenbar dem Verwaltungsrat der russischen Olfirma Rozneft gegen gutes Honorar vorstehen. So etwas
hat Tradition in der SPD: Clement (RWE), sowie der bisher letzte
Kanzlerkandidat, Peer Steinbrück (ING-Berater) scheinen in dieser
Richtung schon mal „voRWEg“ gegangen zu sein. Dabei hat sich doch
in letzter Zeit klar erwiesen, was eine allzu große Nähe zwischen
Wirtschaft und Politik ergibt. Der Dieselskandal und all die
Begleitskandale mögen da Beleg genug sein. Beispiele aus der
Automobilindustrie? Eckart von Klaeden (CDU) war Staatsminister im
Kanzleramt und ging 2013 als als Cheflobbyist zu Daimler, Thomas Steg
war Vize-Regierungssprecher und im Jahr 2009 Wahlkampfberater der
SPD, ehe er 2012 als Cheflobbyist zu Volkswagen wechselte, Martin
Jäger von der CDU war 2004 bis 2005 Referatsleiter im Kanzleramt und
2005 bis 2008 Sprecher des Auswärtigen Amtes, ehe er zu Daimler
wechselte, um dort den Cheflobbyisten von 2008 bis 2013 zu geben.
Seit 2016 ist er nun Staatssekretär im Innenministerium
Baden-Württemberg. Wem das wohl genützt hat? Den Konzernen? Ob sie
dadurch bei der Elektrifizierung des Autos vorangekommen sind?
Mittwoch, 30. August 2017
Wahlkampf im Fernsehen
Aufschlußreich war die
Fernsehsendung „Anne Will“ vom vergangenen Sonntag, die 4 Wochen
vor dem Wahltag wohl noch einmal Aufmerksamkeiten mobilisieren
wollte. Es fand dabei der Kanzlerin Einlassung „Für ein
Deutschland in dem wir alle gut und gerne leben“ Erwähnung und
wurde auf einem Wahlplakat der CDU gezeigt. Auch wurde erwähnt, dass
Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 5,6 % Rekordtief habe.
Die Steuereinnahmen sprudelten. Dann kam die Phrase vom
„Schlechtreden“, die inzwischen viele CDU/CSU-Politiker in den
Mund genommen haben. „Wenn man den Anspruch erhebt, Kanzler zu
werden, darf man das Land nicht in der Art und Weise schlecht reden,
wie es Schulz tut“ wurde Wolfgang Schäuble aus der Süddeutschen
Zeitung vom 12.2.2017 zitiert. Nachgeschoben wurde die Behauptung
„Wir haben im Moment so viele Arbeitsplätze, wie in der Geschichte
der Bundesrepublik noch selten da war". Olaf Scholz von der SPD, der
in der Art des Neuen Deutschland auch nach den schlimmsten Desastern nach dem Treffen der der G 20 in Hamburg als OB nicht zurücktreten wollte, gab zu Protokoll: „Im
übrigen glaubt Martin Schulz wie die ganze SPD, dass wir einen
Beitrag dazu geleistet haben“. Oft werden dann der Mindestlohn und die Rente mit 63 Jahren genannt. „Gleichzeitig sei es so“, so
der Scholz-Olaf, „dass es nicht aus der Perspektive jedes Bürgers
gerecht zugeht“. Denn wenn es dem ganzen Land gut gehe, „heißt
das noch lange nicht, dass das für jeden Einzelnen gilt“. Wie
wahr. Eine Entdeckung eines Hochwohlgeborenen der SPD-Hierarchie.
„Wenn also 40 % derjenigen, die im unteren Lohnbereich sind, eher
sinkende Einkommen hatten", wenn beispielsweise die Mieten
explodieren, wenn manch einer entgeistert auf seinen Rentenbescheid
kuckt, wenn die KITA-Gebühren manche Familien sehr belasten, wenn
ein junger Mensch keinen Ausbildungsplatz findet, dann sind das
Fragen, bei denen man an den Bürgern vorbei redet, wenn man behauptet „es
läuft doch gut“. CDU-Laschet, der neue NRW-Landesvater, behauptet
dagegen, dass „Schulz derzeit nicht die Themen trifft, die die
Menschen bewegen“.
Dienstag, 29. August 2017
Rente und Altersarmut
Alles scheint ruhig. Das deutsche Wahlvolk wählt
unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter
(anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge
einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und
Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat,
dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu
wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln.
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
Montag, 28. August 2017
Agenda-Politik und politische Eliten
Die
Arbeitslosigkeit hat sich durch die deutschen Hartz-Reformen
halbiert, so behauptet das politische Spitzenpersonal und die
selbsternannte Elite dieser Gesellschaft immer wieder, - gerade jetzt
im Wahlkampf. Es scheint regelrecht zu einer „überall“
akzeptierten Phrase geworden zu sein, die sogar anderen Nationen zur
Nachahmung empfohlen wird. Die
Arbeitslosigkeit sei halbiert, so heißt es gerne. Toller Erfolg
also. Aber
stimmt das überhaupt? In Wirklichkeit scheint das Ergebnis immerhin umstritten zu sein. Es setze nämlich die Wahl der falschen Vergleichsjahre voraus, so hat
jüngst ein TV-Beitrag (in "Monitor") zusammen mit einem „Wirtschaftsweisen“ (Bofinger) argumentiert. Statt 2005 wäre 2001 das richtige Vergleichsjahr. Es
werde allzu gerne ein Rezessionsjahr wie 2005 mit einem Boomjahr wie
2016 verglichen (Man könnte auch die Boomjahr-Parameter heranziehen:
Westdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 2,0 Mio, 2016: 2,0 Mio.,
Ostdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 1,5 Mio, 2016: 0,7 Mio). Das
günstige Ergebnis für Ostdeutschland habe weniger mit den
„Agenda“-Reformen zu tun, als vielmehr damit, dass die negativen
Folgen des „Anschlusses“ allmählich ausgelaufen sind (der
sogenannte „Solidaritätszuschlag" besteht ja immer noch und wird vom Staat unter Zustimmung und sogar dem heftigen Betreiben der an der Regierung beteiligten SPD gerne eingesackt!!!). Zudem
seien die Menschen, so der Beitrag weiter, die als Folge der „Wiedervereinigung“
arbeitslos geworden sind, langsam aber sicher aus dem Erwerbsleben
ausgeschieden.
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...).
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...).
Sonntag, 27. August 2017
Wahlen und Demokratie
Wahlen stehen an. Mannigfache Stimmen bezeichnen das
sozusagen als eine Art „Hochamt der Demokratie“, als heilige
Pflicht, für die die Gewerkschaften und die bürgerliche
Gesellschaft lange gekämpft hätten. Doch wir könnten uns auch
folgende Gedanken durch den Kopf gehen lassen: Ist es wirklich so,
dass eine einzelne Stimme (ausgerechnet meine) den Ausgang von Wahlen mitbestimmen könnte?
Wenn ja, ist das dann nicht ein winziger Teil des Ganzen, das
allenfalls in der Summe eine Rolle spielen könnte (gutmütig wohlmeinend ausgelegt als
der Teil einer Art von „Schwarmintelligenz“). Setzt die
Demokratie nicht den mündigen und informierten Bürger voraus, der
sich für nachhaltige Perspektiven mit seiner Stimme einsetzt? Ist
das in unserem System gewährleistet, oder gibt es nicht eine große
uninformierte Masse der Leute, die sich allenfalls im letzten Moment
für eine emotional bedingte „Bauchentscheidung“ entscheidet? Ob das eine Reaktion auf bestimmte Verhältnisse ist? Eine Masse von Leuten, die sich einen Dreck für Politik interessiert und darunter nur das Ränkespiel von ein paar prominenten Köpfen versteht? Werden wir nicht andauernd darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine solche Unentschiedenheit im Wahlverhalten bei
der anstehenden Wahl in Deutschland ganz besonders der Fall sei? War der Brexit
etwas, was UK nützt oder schadet? Wer soll da zur Wahl gegangen sein
und wer nicht? Ob das einen Einfluss auf das Endergebnis hatte?
Samstag, 26. August 2017
Freitag, 25. August 2017
Donnerstag, 24. August 2017
Wahlkampfplakate
Wahlkampfplakate? Setzt einen Kampf voraus. Der
scheint sich aber nicht so recht einzustellen. Es herrscht in
Deutschland anscheinend die Alternativlosigkeit. Einer hat da keine
Chance, versucht sie aber zu nutzen. Stolpert angelegentlich über
einen alten Parteigranden, der sich anscheinend unter die Obhut von
Putin begeben will und dort satt grinsend sein stattlich honoriertes Gnadenbrot
frisst. Dabei ist doch offiziell das Motto und die Parole, ja der
Glaubenssatz „Gerechtigkeit“ ausgegeben. Ob sich die Firma
Gazprom oder Roznjeft immer an den Codex hält? Ach, es ist ein
Graus......diese ganzen glattgebügelten, nichtssagenden und selbst für Werbungsverhältnisse schrottig-peinlichen Plakate, die
mit einem Photoshop-Lächeln und manchmal noch mit einer formelhaft gestanzten "Weisheit" auf eine fiktive Mitte zielen, sie
dürfen in Masse überall dort aufgehängt werden, wo es ansonsten
tausend Genehmigungen vonnöten sind. Diese Plakate, bei denen ihren
jeweiligen Erzeugern nichts Neues mehr eingefallen zu sein scheint, -
außer bei der FDP. So manchem mag das nicht gefallen und gewisse
Nachteiligkeiten liegen auf der Hand, aber die Farbgebung und der
Lindner in finsterer Entschlossenheit oder Unterwäsche gewappnet, die wollen mit ihrem aufgehübschten
Selbstbewusstsein jemanden ansprechen. Klar, die FDP scheint ja auch
nach wie vor eine klare Zielgruppe zu haben. Auch Die Linke hat
angeschärfte Plakate: gewisse Aussagen sind ihnen als etwas fragwürdige Kernparolen zu
entnehmen, „soziale Gerechtigkeit“ scheint hier zumindest nicht nur eine
Phrase zu sein. Die AfD will halt mit ihren Mitteln Wählerstimmen abfischen, - nun ja. Aber die CDU/CSU und die SPD scheinen die
allerflachsten Klischees hervor zu kramen, um mit denen zum Erfolg zu
kommen. Geistig scheinen sie gewisse Veränderungen in der Umwelt
noch nicht so richtig kapiert zu haben. Internet? Social Media?
Transparenzbestrebungen? Alle Konturen sind hier weich retouchiert: ein Schelm,
wer sich etwas dabei denkt.
Mittwoch, 23. August 2017
Intellektuellendiskurs
Jaja, Intellektuelle weisen einen Blick auf das
Allgemeine und das Ganze weit von sich! Das habe ich erst kürzlich
wieder einem Interview entnommen. Welcher Unterschied zu den
sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in denen das
Pendel leider etwas zu sehr in die andere Richtung ausschlug!
Intellektuelle, wer auch immer das sei, fühlen sich nun nicht mehr als
öffentliche Personen, obwohl sie von der Öffentlichkeit teilweise
fürstlich für ihre Dienste bezahlt werden. Heutigen disziplinär
geordneten Bereichen scheint eine solche Verantwortlichkeit zu
widersprechen. Sie erklären, dass sie sich unfähig dazu fühlten,
dass sie nicht über die Sprache und über das qualifizierte
Einsichtsvermögen dafür verfügten. Der öffentliche und
akademische Raum müsse streng getrennt werden, so heißt es da oft in wohlhonorierter Bescheidenheit. Als Bürger dürfe
und könne man etwas sagen, seine Meinung kund tun. Als Professor
aber keinesfalls. Dieser beanspruche aus seinen analytischen
Kompetenzen heraus keinesfalls die Deutungshoheit in
Krisensituationen. Er fühle sich damit überfordert, - auch darin,
so etwas wie „Allgemeinbildung“ aufrecht zu erhalten. So etwas
sei längst überwunden. Das sind Intellektuelle heute.
Dienstag, 22. August 2017
Montag, 21. August 2017
Was wir wissen (3)
Inzwischen gibt es
Wissenschaftler, die glauben (!), dass es mehr als drei Dimensionen
gibt. Der Raum könnte ja noch weitere Dimensionen haben. Ob wir
ihnen dann näher kommen können, oder ob – wie es scheinbar
brennend interessiert – schon die „Bewohner“ einer solch
multidimensionalen Welt auf uns zukommen werden? Als Aliens? Wir
sollten das erst mal verschieben und uns klar werden, dass wir in
unseren Erkenntnismöglichkeiten beschränkt sind, trotz des ach so
wissenschaftlichen Weltbildes, dem in unseren Zeiten nahezu absolute
Gültigkeit bescheinigt wird. Platon zufolge ist die Welt, so wie wir
sie wahrnehmen, so wie die Wand in einer Höhle, auf der
zweidimensionale Schatten tanzen. Erzeugt werden sie aber von
dreidimensionalen Figuren draußen vor der Höhle, die wir leider nie
zu Gesicht bekommen. Nun ja, schon die alten Griechen hatten da wohl
eine Ahnung, - Platon hatte wohl mehr als das.... Ob man aus
zweidimensionalen Schattenbilder einen dreidimensionalen Raum
rekonstruieeren kann? Es braucht zumindest ein gewisses Maß an
Offenheit dafür. Weil wir die Extradimensionen nicht kennen, wird
das für uns ein Spekulationsspiel, das wahrscheinlich Ahnungen
gleich kommt, Visionen. Ob das, was in der vierten Dimension
existiert, eine Chance hat, zu uns durchzukommen? Gibt es wenigstens
einen theoretischen Zugang? Wie könnte für uns beschränkte Wesen
eine Reise in die vierte Dimension aussehen? Es würde auf jeden Fall
eine verunsichernde Verzerrung unserer bisherigen Lebenswelt
entstehen, so viel ist sicher. Und wir lächerliche Lebewesen würden
etwas über unsere Beschränkungen erfahren. Wir würden uns
vielleicht auch einer Sichtweise annähern, die etwas vollkommener
ist, als die, die wir haben.
Sonntag, 20. August 2017
Reaktionen
Ich wundere mich, wie die Politiker als Häuptlinge
jetzt wieder scharf verurteilen, wie sie Gedenkminuten einlegen
lassen, irgendetwas auf Halbmast setzen lassen und stellvertretend unsere Werte
verteidigen wollen. Dabei sind sie genauso machtlos wie jeder andere. Symbole? Nun ja, sind vergänglich. Inzwischen sogar schnell. Werte? Nun ja, auch hier wurde vielfach darüber nachgedacht.
Beileidskundgebungen: gut und recht, aber was bringen sie uns? Ein
Gefühl der Solidarität? Der Gemeinsamkeit? Es kann tragen, wenigstens eine Zeit lang. Ob dies aber geschürt und befeuert ist? Oder ob
sich jemand bewusst ist, dass auch viel direkte Gewalt von dieser
Gesellschaft ausgehen kann, in der wir leben? Es scheint schon Vieles eine ungute
Gewohnheit geworden zu sein, auch wenn es direkt neben einem einen
Menschen zerreißt. Drei Wochen später scheint alles vergessen, das
Leben geht weiter, als wäre nichts. Hass. Mord. Ich denke, das alles muss man
sich leisten können. Ein Gefühl der Unsicherheit wird ausgenutzt,
für Ziele, die vielleicht auch mit staatlicher Repression zu tun
haben. Dies ist auch in anderen Gesellschaften so. Dort wird das offenbar noch viel wilder betrieben. Es muss etwas
getan werden, es muss etwas passieren: so etwa lässt sich dies grassierende Gefühl auch beschrieben. Dies kann auch zu Aktionismus führen,
dazu, dass etwas getan wird, damit etwas getan wird. Dies kann auch
zu Behauptungen führen, dass etwas getan werden müsse, man selbst
wisse genau, was dies sein könne. Die Kröte, die geschluckt werden müsse, würde natürlich nur der Anfang sein. Danach erst würde sie sich als Wohltat herausstellen.
Samstag, 19. August 2017
Was wir wissen (2)
Was wir wissen? Viel oder
wenig? Ob wir darüber für immer im Ungewissen bleiben werden, wie
Max Planck einst fand? „Die Wissenschaft kann die letzten Rätsel
der Natur nicht lösen. Und das ist so, weil wir letztlich ein Teil
des Rätsels sind“, sagte dieser Großphysiker. Möglicherweise
werden wir dieses Rätsel, das wir uns selbst sind, nie lösen
können. Ob wir's akzeptieren können? Und überhaupt: Ob es mehr
Dimensionen als die uns bekannten Raum und Zeit gibt? Mit einiger
Wahrscheinlichkeit. Schon die Hippies schwadronierten etwas von der
Fünften Dimension. Ob aus dieser Wirklichkeit heraus die Welt eine
völlig andere wäre? Und wir unvollkommene Wesen bekämen nur einen
vielfach geprägten Ausschnitt der anderen Welt mit? Auch Platon spekulierte in seinem Höhelgleichnis dazu, das wir stets einen durch unsere Möglichkeiten herausgestanzten Ausschnitt einer Wirklichkeit erkennen können. Ob die
Möglichkeiten unseres Hirns unser Bild von der Welt prägen? Ob es
da noch andere Apparate gibt? Ob wir diese Möglichkeiten digital
erweitern können, indem wir uns zu so etwas wie Cyborgs machen? Hm,
ob das dann aber doch nur eine weitere Möglichkeit wäre, dem Ziel
etwas näher zu kommen und keineswegs das Erreichen des Ziels
bedeuten würde? Eine Art Offenbarung könnte es aber schon sein.
Eine Offenbarung? Ob das etwas Religiöses hat? Das Bewusstsein
davon, das unser Wissen trotz aller Gesetzmäßigkeiten etwas
Relatives hat? Es wird wohl darum gehen, über diese
Gesetzmäßigkeiten etwas zu wissen, so denken wir uns.
Freitag, 18. August 2017
Donnerstag, 17. August 2017
Was wir wissen
Was wissen wir? Was
Materie oder dunkle Energie überhaupt ist? Sie hält doch unsere
Galaxien zusammen, - oder etwa nicht? Werden uns von Physikern
moderne Märchen erzählt? Die Menschen und ihre Physiker verstehen's
noch nicht so recht, das alles. Auf jeden Fall könnte der Weltraum
Anschauungsmaterial dafür bieten. „Ich möchte wissen, was da
draußen ist“ soll Stephen Hawking gesagt haben, der Mann, der noch
immer das Physik-Genie an sich darstellt. Wie das Universum
entstanden sein könnte? Mit dem Urknall sagen etliche Astrophysiker.
Aber was war davor und wie kam es zum Urknall? Gab es davor etwas
anderes, das sich eventuell zu einem Punkt zusammenzog, um im Urknall
zu explodieren? Oder kommt der Urknall aus dem Nichts? Einem
energiegeladenen Vakuum? Neueste Forschungen zeigen wohl, dass selbst
im Vakuum etwas ist. Bloß was? Und hat nicht die Quantenmechanik
längst bewiesen, dass ein Teil an zwei Orten gleichzeitig sein kann?
Widerspricht den physikalischen Gesetzen? Nun ja, da würde selbst
ein mittelmäßiger Physiker widersprechen. „Die Quantenmechanik
ist sehr achtungsgebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass
das noch nicht der wahre Jakob ist. Gott würfelt nicht!“ sagte vor
etwa 100 Jahren Albert Einstein dazu. Ja, was nun? Und überhaupt:
Gott? War der Urknall nur ein einzelnes Ereignis bei der Entstehung
einer wahnsinnig großen Vielfalt von Universen? Gibt es insofern
Parallelwelten? Die oft beschrieenen und verfilmten? Ob an dieser
Stelle etwas wie Gott ins Spiel kommt? Etwas Größeres als das, was
wir kapieren können? „Was wir wissen, ist ein Tropfen. Was wir
nicht wissen, ein Ozean“ sagte einst der Großphysiker Isaac
Newton. Daran mag sich nichts geändert haben.
Mittwoch, 16. August 2017
Alt und Jung (2)
Haha, man war ja selbst einmal jung, jünger als
jetzt...... Was mir auffiel an sehr jungen Menschen? Das Folgende gleicht einer Stoffsammlung, entstanden aus tausend Zetteln: Es wurden von vielen jungen Menschen oft sehr einzelne, sehr isolierte Welten hochgezogen, die als
absolut gegeben betrachtet wurden. Meine Sicht dagegen ist: diese
Lebenswelten kann man verändern! Zumindest prinzipiell. Das glaubten
viele unter uns und warteten zu geduldig auf den schönen
Sanktnimmerleinstag für alle. Währenddessen machten „zielgerichtete“
Andersgesinnte und sonstwie besser Angepasste Karriere, - auch bei
den damals und heute ehemals Alternativen. Diese Gesellschaft scheint
immer mehr in eine Vereinzelung abzugleiten, das, was man
Neoliberalismus nennen könnte, wird aus falsch verstandenem
Realismus zu schnell akzeptiert. Überhaupt, Nachfragen sind nicht
mehr in Mode, es gilt der schnelle Vollzug, - egal von was. Distanz
zu sich selbst ist auf dem Rückzug und Empathie wird oft nur
gespielt. Unter Kopfhörern, im Smartphone-Gedaddel und auf
Internet-Homepages ist jeder für sich, es gilt der individuelle
Tunnelblick. Es scheint ein Bedürfnis nach Menschenführung zu herrschen: diejenigen, die sich dafür qualifizieren wollen, sollen vortreten!
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen?
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen?
Dienstag, 15. August 2017
Montag, 14. August 2017
Alt und Jung (1)
Wo eigentlich sollen Alt und Jung auch nur
aufeinander treffen? Geschweige denn sich austauschen? In den Familien?
Da scheint die Arbeits- und Karrierepflicht, der sich junge Leute mit
ihren Ohrstöpseln ausgesetzt fühlen, mitsamt allen Folgen
vorzugehen und die klassische Familie, in der Alt und Jung unter
einem Dach wohnen schon lange in der Auflösung begriffen....,...ja,
ja, es geht nicht um ein Besserwissen „der Alten“ gegenüber der
„heutigen Jugend“ - sondern darum, sich in verschiedenen
Altersstufen auszutauschen. Sie leben oft in verschiedenen
Lebenswelten, setzen sich mit der „heutigen“ Welt jeweils auf
ihre Weise auseinander. Kann man Facebook & Co einigermaßen mit
Abstand nehmen, sich mit einer gewissen Distanz nähern, die sich
gewisser Gefahren bewusst wäre? Wäre so etwas auch
„Medienkompetenz“? Wo soll sich Kontakt abspielen? Geht es darum,
Nichtverstehen abzumildern? Um das bessere Begreifen von
Verhaltensmustern? Ja klar, es gibt auch viele freundliche,
hilfsbereite und nette junge Leute. Alles andere ist dummes
Geschwätz. Es geht in jeder Jugendzeit oft darum, etwas
auszuprobieren und etwas zu finden, eine Identität, ein Feld im
Leben abseits der Arroganz des (körperlich) Stärkeren. Nur ist das
alles heute viel kurzfristiger geworden. Was heute gilt, hat morgen
keine Gültigkeit mehr, ist „überholt“. Dass Wissenschaft so
funktioniert, ist „normal“. Dass aber alles und jedes nach diesem
Prinzip funktioniert (sie aktuell: Schülerzahlen), ist nicht
unbedingt in Stein gemeißelt. Wer istn zu wenig frech und nimmt
alles hin? Wer fängt mit der Sphäre des Politischen (das man so
oder anders deuten kann...) noch etwas an? Lasst uns einen Schritt
zurück gehen.... Am Spießertum und an Gewohnheiten festhalten, um
in einer scheinbaren Sicherheit zu bleiben? Das haben alle ihren
jeweils Altvorderen vorgehalten. Möglicherweise wäre auch hier
etwas mehr Toleranz vonnöten.
Sonntag, 13. August 2017
Parteien, Partizipation, Hartz4
Darf man von der
Seitenauslinie aus kritische Einwände haben, oder muss man vielmehr
dankbar dafür sein, dass man von dieser Gesellschaft per Hartz 4
alimentiert wird? Man solle sich bei Unzufriedenheit doch in die
Parteien einbringen, so wird von Politikern gerne vorgebracht. Aber
heißt das nicht auch, sich den Parteihierarchien zu unterwerfen und
ihre vorgegeben Meinungen als die eigenen auszugeben? Zu kuschen und
sich opportunistisch zu verhalten, wo es bloß geht? Als
„Abgesandter“ in irgendwelchen Gremien zu sitzen und Positionen
zu vertreten (und dafür „honoriert“ zu werden), die ganz und gar
nicht nicht die eigenen sein müssen? Einblicke in Sauereien zu haben
und sie dennoch verteidigen zu sollen? Sich auch auf Kosten Anderer
zu profilieren und beim Postengeschacher heftig die Ellenbogen
einzusetzen? Ob Politiker vor lauter Bäumen den Wald oft nicht mehr
sehen? Ob gerade an dieser Stelle solche unbefangenen Einwände
wertvoll sein könnten? Ob das auch mit Leuten zu tun hat, die
man als Politiker vorgibt zu vertreten? Ob Fahrten mit der
gepanzerten Dienstlimousine, samt kurzen Stopps und kurzer
Kontaktaufnahme unter dem Schutz der Body Guards da ausreichen? Oder
sind es die Wahlkampfveranstaltungen mit ihren von gewissen Medien
gerne reportierten und von den Parteien gebrauchten
Scheindiskussionen, die einem da als Politiker den Durchblick über
die Folgen meines Handelns verschaffen? Ob das Betrügen über wahre
Absichten und das wortreiche Verschleiern der Fakten mit Hilfe von
PR-Agenturen zum "Geschäft" gehört?
Samstag, 12. August 2017
Postheroismus und marktkonforme Demokratie
Ein Begriff, der ein bisschen in den Hintergrund
getreten zu sein scheint, der aber nach wie vor die Politik der
deutschen Bundesregierung zu prägen scheint, ist „Postheroismus“.
Was „Postheroismus“ ist?: Anhänger dieser Glaubensrichtung, die vielleicht mitgeholfen hat, Kriege zu vermeiden, gehen
von folgenden Prämissen aus: Man kauft allen alles ab, treibt den
universalen globalen Handel, der alles mit seinen Kriterien
beherrscht und gerne unter der Flagge „Globalisierung“ segelt.
Man schüttet jedes Problem mit Geld zu, Haltungen und Symbole
spielen kaum eine Rolle (es sei denn, man kann sie für eigene Zwecke
einsetzen....). Was freilich aus den tausenden von Milliarden Euro,
die beispielsweise der Irak-Krieg bis jetzt gekostet hat, geworden
ist, vermag die Bundesregierung auch nicht so recht zu beantworten.
Sie, ihre Vertreter und Berater werden wohl in den Raum stellen,
dass diese Milliarden zu einem Terrorismus geführt haben, der jetzt
unbedingt durch eine möglichst repressive Gesetzgebung bekämpft werden sollte.
Dass freilich im Rahmen eines so vehement geforderten „Handels“
sich einige Figuren massiv bereichert haben, wird in diesem
Zusammenhang gerne unterschlagen. „Helden“ sind im Weltbild des
„Postheroismus“ nicht mehr nötig, - bei gleichzeitiger immer
größer werdenden Gier breiter Massen danach: Sie wollen Helden des
Showgeschäfts, des Sports, Helden der Politik (Populisten,
Führergestalten, Diktatoren, die sich im Besitz der einzig gültigen
Wahrheit wähnen). „Handel“ (dem gerade „Wir“ „unseren“
Wohlstand verdanken) ist auf der Prioritätenliste ganz weit vorne
angesiedelt. Sein Zweck heiligt alle Mittel (was das für
Spezialdemokraten heißen kann, wurde vielfältig sichtbar und wird
von ihnen gerne mit dem Argument der Arbeit oder des Arbeitsplatzes
legitimiert). Alexander Dibelius, der frühere Deutschland-Chef der
Bank Goldmann Sachs, geht noch Anfang des gerade laufenden Jahrzehnts
öffentlich davon aus und posaunte das als Parole seines Instituts,
dass Banken keinerlei Verpflichtung fürs Allgemeinwohl hätten. Er
scheint auch davon auszugehen, dass es
keine Grenzen für Gehälter und Bonuszahlungen bei Managern seines
Schlags geben solle. Kein Held, aber ein Händler! Das so verdiente
Geld flotiert ja flott auf der ganzen Welt umher, um sich ständig
aus sich selbst heraus zu vermehren und eine Klasse von superreichen
Besitzenden zu schaffen, deren Kohle Großbanken gerne verwalten
würden.
Freitag, 11. August 2017
Infrastrukturrätsel
Massenhaft zerfallende Brücken und Schulen, Straßen,
die nur noch aus Schlaglöchern bestehen und Krankenhäuser, in denen
am Notwendigsten gespart wird: das ist Deutschland 2017!
Elbphilharmonie und Berliner Flughafen, auch "Stuttgart 21" zeigen
doch: Geld kann da sein! Wenn der "politische Wille" auch da ist. Der Verdacht liegt nahe, dass hier einige
Politiker ihren Job nicht gut gemacht haben, dass Tarnen und Täuschen
ihr Handwerk war und ist. Nun ist das im Vergleich zu gewissen Mechanismen
im Ausland noch im Rahmen, doch es erhebt sich die Frage: wie wäre
es ohne dies? Oder mit weniger von solchen Fehlfunktionen? Es wird besonders in den
Medien davon abgelenkt, indem der Streit ständig darum zu gehen
scheint, aus welchen Förderungstöpfen gewisse Ausgaben getätigt
werden solle, welche Verwaltungsebene und wer für was verantwortlich
sei. Die Strategie ist klar: vor lauter Bäumen soll der Wald nicht mehr gesehen werden.
Ob es sich einigermaßen herumgesprochen hat, dass so ziemlich alle Fördertöpfe der öffentlichen Hand aus den Steuersäckeln bestritten wird? Im Falle der EU aus den Säckeln einzelner Nationen. Im Falle Deutschlands aus dem aus Steuern gespeisten Säckel dieses Staates. Wieso eigentlich werden diese „Nationen“ im Rahmen der EU immer noch hingebungsvoll aufrecht erhalten? Müsste es nicht längst um Europa gehen? Und zwar nicht nur um den Euro? Nein, Deutschland will nicht für die Schulden aller anderer aufkommen und Deutschland weiß ja sowieso, wo es für das Ganze lang gehen soll, das scheint hierzulande Common Sense zu sein.
Wieso eigentlich werden solche Tendenzen dauernd bestärkt? „Deutschland geht es gut?“. Stimmt das? Auf wen und was trifft das zu? Und ist das angesichts einer zerfallenden Infrastruktur, den maroden Schulen und den anstehenden massiven Problemen mit der aus dem vernachlässigten Rentensystem resultierenden Altersarmut überhaupt aufrecht zu erhalten? Wollen wir eigentlich all diese Phrasen der Politiker noch hören? Das Geschwätz von er ach so wertgeschätzten Bildung etwa? Ja wenn dem so wäre, warum gibt es keine massive Förderung für zerfallende Schulen? Stattdessen werden gigantische Bahnhöfe oder nie fertig werdende Flughäfen gebaut, wofür das Geld mit Leichtigkeit da zu sein scheint...... Ja ja ja, es geht auch noch schlechter. Ein Blick ins Ausland genügt und wir sind teilweise ja sogar schockiert. Ob dies aber die Rechtfertigung dafür sein kann, die im nationalen Rahmen darnieder liegende Infrastruktur weiter verfallen zu lassen?
Ob es sich einigermaßen herumgesprochen hat, dass so ziemlich alle Fördertöpfe der öffentlichen Hand aus den Steuersäckeln bestritten wird? Im Falle der EU aus den Säckeln einzelner Nationen. Im Falle Deutschlands aus dem aus Steuern gespeisten Säckel dieses Staates. Wieso eigentlich werden diese „Nationen“ im Rahmen der EU immer noch hingebungsvoll aufrecht erhalten? Müsste es nicht längst um Europa gehen? Und zwar nicht nur um den Euro? Nein, Deutschland will nicht für die Schulden aller anderer aufkommen und Deutschland weiß ja sowieso, wo es für das Ganze lang gehen soll, das scheint hierzulande Common Sense zu sein.
Wieso eigentlich werden solche Tendenzen dauernd bestärkt? „Deutschland geht es gut?“. Stimmt das? Auf wen und was trifft das zu? Und ist das angesichts einer zerfallenden Infrastruktur, den maroden Schulen und den anstehenden massiven Problemen mit der aus dem vernachlässigten Rentensystem resultierenden Altersarmut überhaupt aufrecht zu erhalten? Wollen wir eigentlich all diese Phrasen der Politiker noch hören? Das Geschwätz von er ach so wertgeschätzten Bildung etwa? Ja wenn dem so wäre, warum gibt es keine massive Förderung für zerfallende Schulen? Stattdessen werden gigantische Bahnhöfe oder nie fertig werdende Flughäfen gebaut, wofür das Geld mit Leichtigkeit da zu sein scheint...... Ja ja ja, es geht auch noch schlechter. Ein Blick ins Ausland genügt und wir sind teilweise ja sogar schockiert. Ob dies aber die Rechtfertigung dafür sein kann, die im nationalen Rahmen darnieder liegende Infrastruktur weiter verfallen zu lassen?
Donnerstag, 10. August 2017
Transferwahnsinn
Es ist schon seltsam, wie der Transferwahnsinn
ständig neue Blüten treibt und neue Niveaus erklimmt! Da wird eben noch
von „ewiger Liebe“ getönt, um im nächsten Moment für eine
stattliche Ablösesumme woanders einen Vertrag zu unterschreiben. Das
Tolle: alle finden das auch noch toll, machen es nicht nur mit und
finden es legitim, nein, sie finden es geradezu toll! Erst wird ein
bisschen Entzetzen geheuchelt und danach geht alles seinen Gang.
Astronomische Summen werden heraus getan für kleine Idioten, die
besser nach dem Ball treten können als andere. Sie werden stilisiert
als etwas ganz Besonderes, wobei sie nur etwas ganz Bestimmtes und
eng Definiertes gut können. Mich haben in diesem Zusammenhang die
Ausführungen des Freiburger Trainers Christian Streich beeindruckt.
Er sagt (sinngemäß), dass der Gott des Mammons alles verschlingen
wird. Dass zudem Dopingvorwürfe in aller Munde sind, dass der
Gesamtsport damit ein großes Problem hat, macht die Sache nicht
übersichtlicher. Tatsache scheint zu sein, dass das Prinzip der
Marktwirtschaft hier offenbar nicht nur Einzug gehalten hat, sondern
zur absoluten Leitlinie wurde. Firmen oder Vereine sind völlig egal,
es kommt darauf an, wer am meisten zahlt. Gewechselt wird dann
schnell. Ist Formsache. Wer sich mit einer Firma oder einem Verein
identifiziert, ist selbst schuld und kein richtiger „Profi“.
Jeder ist in diesem System extrem austauschbar, der Einzelne spielt
keine Rolle, Geld reguliert alles, alles ist eine Frage des Preises.
Fußball ist wohl in der Spitze Showgeschäft geworden, wo der schöne
Schein, die Verpackung und das Salär die einzig bestimmende Rolle
spielen und die Verbände das Spiel mitspielen, so gut sie es halt
können, um sich selbst eine Scheibe abzuschneiden. Fairplay? Naja.
Alte Ideale. „Was soll man machen“? Wenigstens erkennen, wo und
unter welchen Umständen man lebt, wäre schon mal nicht schlecht.
Mittwoch, 9. August 2017
Tod und Zukunft
Ob der Tod in Zukunft nur
noch ein eher technisches Problem sein wird, das seine Bedeutung
verloren haben wird? In nicht allzu ferner Zukunft, so gewisse
Wissenschaftler in Diensten einer Google-Tochterfirma, werden wir
einen „Reset“-Knopf drücken können, der uns eine neue und
jüngere biologische Leistungsfähigkeit verschafft. Auf diese Weise
werden wir immer älter werden können. Wir haben ja ohnehin schon
seit längerem ein neues Konzept des Todes entwickelt, das ihn zu
einem technischen Problem werden lässt, anstatt ihm eine
metaphysische oder heilige Qualität zuzusprechen. Viele Lyrik und
Philoophie sah in dem Tod einen wesentlichen Teil des Lebens, der er
ihm erst Bedeutung verlieh. Das fing schon bei den alten Ägyptern
und seinen Pyramiden an, die eine Art kosmische Auffahrrampe ins
Jenseits waren. Es geht über das Christentum und den Islam weiter.
Die großen Weltreligionen kennzeichnen dieses Stadium. Sie beziehen
ihre Bedeutung aus dem Tod und den Antworten, die sie zu diesem Thema
geben. Ohne Leben nach dem Tod, ohne Himmel und Hölle gibt es
beispielsweise kein Christentum. Der Tod ist grundlegend.
Doch in den letzten
Jahrhunderten haben viele Weltsichten und Idiologien die Bedeutung
des Todes vermindert, indem sie ihn einfach aus ihrer Betrachtung mit
dem Argument „Wir wissen nichts darüber“ ausgeschlossen haben.
Dahinter steht das technisch geprägte Bild, das besagt, dass
Menschen nicht sterben, weil es einen diesbezüglichen „göttlichen“
Plan gibt, sondern dass sie an einem Schlaganfall sterben, der
wiederum mit einem anderen technischen Problem zusammenhängt. Damit
aber in Zukunft bei einer Quasi-Unsterblichkeit die ewige Wiederkehr
Desselben (wie bei Nietzsche) keine Langeweile erzeugt, werden die
Kreativität, unser Wissen und unsere Fähigkeiten eine größere
Rolle spielen, dank Computern und technisch erweiterten Fertigkeiten.
Wir werden virtuelle Umgebungen direkt erfahren können (dahingehend
mögen die „Virtual-Reality-Brillen“ schon jetzt einen ersten
Vorgeschmack geben). Wir werden ganz allgemein unsere emotionalen
Fähigkeiten erweitern und andere Dinge erschließen, die das Leben
lebenswert machen können. Das freilich wird zunächst nur den
Reichen möglich sein, was neue Konflikte unter den Menschen
herbeiführen wird. War in der Vergangenheit der Tod nämlich der
große Gleichmacher, der Arm und Reich vereint, so wird sich dies
womöglich ändern. Wer freilich einen Autounfall hat, oder in einem
abstürzenden Flugzeug sitzt, wird wohl auch in Zukunft seine
physische Vernichtung erleiden. Sich davor zu schützen, wird eine
neue Angst und die darauf bauende Vorsorgeindustrie erzeugen.
Dienstag, 8. August 2017
Gottgegebener Markt?
Ja muss denn die gesellschaftliche Spreizung so groß sein, dass Spitzenmanager Gehälter im solide zweistelligen Bereich beziehen und dass gewählte Volksverteter da offenbar gerne mithalten würden (wg. "Verantwortung"), während die untere Einkommensschicht nicht weiß, wie sie den finanziellen Alltag bewältigen soll? Ob etwa 2 % der Bevölkerung etwa 50 % des verfügbaren Einkommens besitzen müssen? Das diktiert der Markt, so lautet oft die Argumentation. Ist aber „der Markt“ etwas ungestaltbar Gottgegebenes oder wäre er bei entsprechendem politischem Willen beeinflussbar? Ja gewiss, ist die „Verantwortung“ ein Kriterium, nach dem sich der Lohn bemessen könnte. Aber rechtfertigt das solche Gehälter, erst recht nachdem bei einschlägigem Misserfolg auch heftige Abfindungssummen bezahlt werden? Ob das alles „der Markt“ diktiert, das Angebot und die Nachfrage? Ob es solche Individuen dermaßen wenige gibt, so dass sie ihren Preis mehr oder weniger selbst bestimmen können? Was ist das „gewisse Etwas“, was diesen Preis bestimmt? Ist es Gerissenheit, die in so etwas wie „Durchsetzungsfähigkeit“ mündet? Gehört Egoismus und Narzissmus dazu? Klar ist, dass Märkte innerhalb von Regeln stattfinden, die gestalt- und veränderbar sind. Auch durch Gesetze und steuerliche Regulierungen. Zu behaupten, dass ein Markt gut funktioniere, scheint nur innerhalb eines gewissen Rahmens möglich zu sein. Der „freie Markt“ solle es richten, so das offizielle Credo. Doch dieser „freie Markt“ ist ja auch schon das Resultat gewisser Überlegungen. Ob die gegenwärtigen gigantischen Ungleichheiten und Verzerrungen angesichts dessen zwangsläufig sind? Ob sich der Kreis der Topmanager vor allem aus bestimmten gesellschaftlichen Kreisen rekrutiert. Wem werden solche Jobs angeboten? Ob bei so etwas wie Chancengleichheit herrscht?
Montag, 7. August 2017
Geldmeister
Anlässlich dieser
„Leichtathletik-Weltmeisterschaften“ habe ich mich oft gefragt,
wer sich diesen Quatsch noch ansieht. Ein paar Leute sollen ja auch
noch an den „sauberen Sport“ glauben. Nun ja, in einer Woche, in
der der Transferwahnsinn im Fußball nochmal andere Dimensionen angenommen hat,
fällt das, -gelinde gesagt, - schwer. Denn es werden wohl astronomische
Summen bewegt in diesem Sportgeschäft. Manager, Vermittler und
Berater scheinen dabei recht aktiv abzukassieren. Die Beispiele sind
alle öffentlich gemacht, auch dank solch hervorragender Journalisten
wie Hajo Seppelt, der ohne Angst an seinem Thema dran bleibt. Dabei
scheint es bei solchen Summen durchaus ein Risiko zu bedeuten, einen
solchen Job zu machen. Und dann verliert auch noch Usain Bolt seinen
Lauf gegen einen wiederholt überführten Doping-Sünder, der sich
mit allerlei juristischen Tricks wieder einen Zugang zu solchen
„Rennen“ verschafft zu haben scheint! Währenddessen balgen sich
im Fußball Superprofis im Supercup um Superpokal-Ehren! Wow,
offensichtlicher geht es ja wohl nicht! Aber wenn alle
Leute dermaßen konsequent und durch die Idiologie des
Neoliberalismus gestützt den Mammon anbeten in dieser Gesellschaft,
ist es vielleicht ein bisschen zu viel verlangt, clean und hintendran
zu bleiben. Besonders, wenn es die großen Konzerne wie kleine Krämer vormachen.......
Sonntag, 6. August 2017
Samstag, 5. August 2017
Taschengeld
Dass Abgeordnete des Reichstag Millionensummen „nebenher“
kassieren, für Vorworte, Vorträge, Kommentare,
„Beratungstätigkeiten“ und andere „Gefälligkeiten“, wurde
jetzt wieder einmal bekannt: Viele Mitbürger haben sich daran
gewöhnt, merken aber doch auf, wenn zum Beispiel die Grünen
protestieren, als eine „ihrer“ Abgeordneten zur CDU überlaufen
will, ein Spezialdemokrat dies als "unanständig" bezeichnet und die offenbar unzufriedene Abgeordnete damit eine ganze Regierung zum Einsturz bringen könnte und kann. In
diesem Moment ist die Partei das Wichtigste, sie verfügt über die
Mandate, sie gibt den Ton an, - Beispiele von Seiten der CDU gibt es
zuhauf. Mix aus Personen- und Mehrheitswahlrecht: was gerade passt, such ich mir raus.....!
Ihre Unsummen von seiten der Lobbyisten jedoch kassieren die Abgeordneten unter anderem mit Hinweis auf ihre Eigenständigkeit und mit verschärftem Beharren auf ihrer „Gewissensfreiheit“ (also unabhängig von Parteien...). Wie Abgeordnetenwatch.de meldet, hat „insgesamt jeder vierte Bundestagsabgeordnete – 178 von 655 – im Laufe der 18. Wahlperiode etwas hinzuverdient, unter dem Strich 26,5 Mio. Euro bis 48,7 Mio. Euro. Genauere Angaben sind nicht möglich, da die Offenlegungsregeln wenig transparent sind: Was ein Abgeordneter nebenher kassiert, muss er nicht in Euro und Cent genau offenlegen, sondern in einer von zehn Einkunftsstufen. Oftmals sind die Geldgeber anonym – Millionensummen bleiben so vollkommen im Dunkeln.“. Spiegel Online scheint ebenfalls Bezug auf diese Meldung zu nehmen und geht auf Abgeordnetenwatch folgendermaßen ein, indem erwähnt wird, dass einige Ex-Minister „viel Geld für wenig Arbeit nebenbei verdienten“. Es wird da der Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU als Beispiel erwähnt: Er erhält vom Lobbyverein der arabischen Industrie- und Handelskammern monatlich zwischen 3500 und 7000 Euro. Seit er im Jahr 2014 zum Präsidenten der "Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry" gewählt wurde, „summieren sich Ramsauers Einkünfte auf mindestens 129.500 Euro“, so SpiegelOnline.
Der frühere Forschungsminister Heinz Riesenhuber von der CDU soll auch ganz gut dabei sein. Er soll seit 2014 von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments AG mindestens 350.000 Euro kassiert haben. Einen Streit hat Ramsauer angesichts dieser Meldungen darüber vom Zaun gebrochen, ob diese Summen brutto oder netto zu verstehen wären, ob „Einkünfte“ die richtige Bezeichnung für solches Honorar sei. Nun ja. Bekannt ist zu diesem Thema neben verschiedenen Typen von der CSU auch der SPD-Grande Peer Steinbrück geworden, der ebenso dickes Salär kassierte, bis er 2016 aus dem Bundestag ausschied, um zunächst den Vorstand der ING-Diba zu beraten.
Ihre Unsummen von seiten der Lobbyisten jedoch kassieren die Abgeordneten unter anderem mit Hinweis auf ihre Eigenständigkeit und mit verschärftem Beharren auf ihrer „Gewissensfreiheit“ (also unabhängig von Parteien...). Wie Abgeordnetenwatch.de meldet, hat „insgesamt jeder vierte Bundestagsabgeordnete – 178 von 655 – im Laufe der 18. Wahlperiode etwas hinzuverdient, unter dem Strich 26,5 Mio. Euro bis 48,7 Mio. Euro. Genauere Angaben sind nicht möglich, da die Offenlegungsregeln wenig transparent sind: Was ein Abgeordneter nebenher kassiert, muss er nicht in Euro und Cent genau offenlegen, sondern in einer von zehn Einkunftsstufen. Oftmals sind die Geldgeber anonym – Millionensummen bleiben so vollkommen im Dunkeln.“. Spiegel Online scheint ebenfalls Bezug auf diese Meldung zu nehmen und geht auf Abgeordnetenwatch folgendermaßen ein, indem erwähnt wird, dass einige Ex-Minister „viel Geld für wenig Arbeit nebenbei verdienten“. Es wird da der Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU als Beispiel erwähnt: Er erhält vom Lobbyverein der arabischen Industrie- und Handelskammern monatlich zwischen 3500 und 7000 Euro. Seit er im Jahr 2014 zum Präsidenten der "Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry" gewählt wurde, „summieren sich Ramsauers Einkünfte auf mindestens 129.500 Euro“, so SpiegelOnline.
Der frühere Forschungsminister Heinz Riesenhuber von der CDU soll auch ganz gut dabei sein. Er soll seit 2014 von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments AG mindestens 350.000 Euro kassiert haben. Einen Streit hat Ramsauer angesichts dieser Meldungen darüber vom Zaun gebrochen, ob diese Summen brutto oder netto zu verstehen wären, ob „Einkünfte“ die richtige Bezeichnung für solches Honorar sei. Nun ja. Bekannt ist zu diesem Thema neben verschiedenen Typen von der CSU auch der SPD-Grande Peer Steinbrück geworden, der ebenso dickes Salär kassierte, bis er 2016 aus dem Bundestag ausschied, um zunächst den Vorstand der ING-Diba zu beraten.
Freitag, 4. August 2017
Reisen
Reisen? Wir sollten es genießen, die Freiheit dazu
zu haben. Anderswo hingehen, hinfahren, hinfliegen und eine andere
Umwelt auf uns einwirken lassen. Auch unter Bedrohung. Etwas von der Welt erfahren, von
ihrer unglaublichen Schönheit. Etwas auch davon, dass andere
Menschen unter anderen Verhältnissen leben oder leben müssen. Sich
bewusst werden, welch unglaubliches Glück man hat, wenn man auf
dieser Erde einigermaßen sein Auskommen hat und in einer dieser
„Komfortzonen“ lebt.Verstehen, wie sehr bestimmte Gesellschaften
auf Kosten anderer leben. Sich an anderen Kulturen, an anderen
Möglichkeiten des Lebens freuen, sie zu verstehen suchen, sich
bewusst werden, dass so etwas relativ ist. Sich vom „Anderen“
inspirieren lassen, sich an der Variation erfreuen und sich dadurch unserer
Gleichförmigkeiten bewusst werden. Im Denken und im Leben. Die Angst vor dem scheinbar "Fremden" verlieren. Es kennen lernen. Staunen
lernen. Über die Natur, in der so viel aufgehoben ist, dem wir näher
kommen können. Wir sollten uns nicht abdrängen lassen in das, was
uns ohnehin vertraut ist. Sondern wir sollten Grenzen überschreiten,
erfahren, dass da mehr ist. Das tut unserem Bewusstsein gut. Wir sollten den Ort kennen lernen, wo wir
leben. Das freilich sollte nicht nur einer Klasse von Vermögenden
möglich sein, einer Klasse der Berufsreisenden und global Lebenden,
der aufgeklärten Gutmenschen und moralischen Besserwisser. Diese
Möglichkeit sollte sich allen eröffnen. Allen. Respekt für das
Andere entwickeln und niemals jener Gleichmacherei das Wort reden,
die sich in den fernsten Ländern schon bald auf arroganteste Weise
präsentiert, wenn sich die bekannten Edelmarken in ihren Boutiquen
den örtlichen Reichen zum Kauf anbieten.
Donnerstag, 3. August 2017
Gipfel der Peinlichkeit
Es war der Gipfel der Peinlichkeit: erst wurde
überraschend vom Verkehrs- ins Innenministerium verlegt, um den Protest abzuschütteln. Danach
wurde die Abschlusspressekonferenz im Viertelstundentakt von 15 Uhr auf 17 Uhr
verschoben. Alleine schon das ist bemerkenswert. Und dann kreiste der
Berg, um eine Maus zu gebären. Zum Dieselgipfel wurde schon viel
geschrieben und gelabert. Die Ergebnisse sprechen für sich. Frau Bundeskanzlerin war ja sowieso nicht dabei.Toll war dafür aber die Show der Autobosse, die keinerlei Unrechtsbewusstsein an den
Tag legten und nach Gutsherrenart etwas gewährten, was schon am Tag
zuvor schriftlich veröffentlicht worden war. Alle Seiten,
einschließlich eines Ministerpräsidenten, der im Aufsichtsrat
eines dieser „Unternehmen“ hockt, haben sich heftig demaskiert,
was so kurz vor der Wahl nun auch nichts mehr ausmacht. Wähler sind ja auch Verbraucher, - und umgekehrt. Spezialdemokraten scheint es um Arbeitsplätze zu gehen. Die Leute, die gegen das E-Auto argumentieren, indem sie auf Braunkohlekraftwerke verweisen, die dreckigen Strom produzieren, haben dank ihnen recht. Irgendetwas
Zukunftsweisendes scheint angesichts der Gesamtlage nicht möglich. Da ist so vieles sichtbar geworden, was man erst mal verarbeiten oder negieren muss.
Mittwoch, 2. August 2017
Polit-Posterboys
Gestern gab es die Präsentation neuer deutscher Wahlkampfkampagnenplakate für die „heiße“ Phase. Die SPD natürlich hatte Plakate mit
ihren Sprüchen und daneben stehenden, stark retouschierten
Heile-Welt-Bildern. Alles wie gehabt. Der Heil-Hubi kam dann zur
Präsentation verspätet: Stau. Kann passieren. Die FDP hingegen
plant ihren Neuauftritt mit einem Lindner, der in der Art eines
Models auf den Plakaten posiert und der nie zu spät kommt. Ganz Werbung. Ganz Marktwirtschaft.
Ein Versprechen... bloß von was? Körper. Bodykult. Deospray. Klinisch clean Diesel. Daneben ein paar Sprüche, Parolen,
Slogans. Agenturgehabe und gemache. Mit ein paar Oberflächlichkeiten ansprechen. Egal, wen. Unkonventionell, aber nicht zu sehr. Zielgruppenorientiert
konzentriert. „Fokussiert“. Mal was anderes, wenn's geht. Ein
entschlossen drein blickender und optisch ansprechender Kümmerer, der mit seinem
Durchsetzungsvermögen Mut zu neuen Wegen beweisen will. Der Mann
muss in den Bundestag. Damit ist schon viel gezeigt. Was in unserer
Gesellschaft effektiv ist. Bart Schulz indessen lässt die alten und
neuen Sprüche klopfen. Deutet Inhalte an. Wenigstens. Ein bisschen altmodisch, Oma SPD.
Dienstag, 1. August 2017
Industrie und Politik
Diese Tage sind ja so, dass es keinerlei weitere
Belege mehr für die Nähe der Industrie zur Politik braucht. Das
dann doch Überraschende: Gesundheit und Unversehrtheit der
Verbraucher scheinen dabei eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Welche politischen Parteien an diesem Spiel beteiligt sind, darüber
möge sich der Verbraucher ein eigenes Bild machen. Die Fakten liegen
offen auf dem Tisch und belegen auch so manche überraschende
Parteinahme. Das Argument Arbeitsplatz scheint alles andere zu
überlagern, unabhängig davon, an was denn gearbeitet wird: an
Pfusch und Betrug, an Täuschung und offener Vorteilsnahme. Es müsste
an den derzeit im Raum stehenden Beispielen glasklar werden, das es
auch um qualitative Arbeit, d.h. qualitatives Wachstum geht. Es
besteht ein Unterschied, an was gearbeitet wird. Dabei nutzt es
gar nichts, dass jetzt behauptet wird, all das und noch viel mehr
seinen Einlassungen der „Empörungsindustrie“, wie das von Teilen
der Politik jetzt genannt wird. Die Nähe von Politik und Industrie
scheint hier peinlich klar zu sein. Sie
bekommen in diesen Kreisen unglaublich hohe Gehälter für die hohe
Verantwortung, die mit diesen Positionen scheinbar einhergehen. Die
sie aber im Zweifel nicht tragen müssen. Die trägt nämlich der
Steuerzahler, Bürger und Wähler. Auch das müsste jetzt endgültig
klar sein.
Montag, 31. Juli 2017
Werte, Kritik und Unterhaltung
Das Geschäft der Geschmäcklereien, die früher
einer Kritik und der Reflektionen von bestimmten, mit Autorität
ausgestatteten Personen nahe standen, hat sich in Nischen, in Blogs,
auf Facebook und Spezialseiten verlagert. In die Beliebigkeit der
Unübersichtlichkeit. Sie ist ein Artikel (unter vielen), dessen man
sich bedient, hauptsächlich, um in solchen „Echokammern“, den
eigenen Geschmack, die eigene Identität und die damit
zusammenhängenden Konsumgewohnheiten bestätigt zu sehen. Man weiß
alles und man weiß alles besser, unabhängig davon, was man weiß.
Selbstvergewisserung heißt die Devise. Dabei geht immer noch der
„Scoop“ über alles, also die Aktualität um jeden Preis. Es gilt
darüber hinaus, mit allen Mitteln ein „Lebensgefühl“ zu
erzeugen und es sodann mit Konsumartikeln zu „füttern“, es zu
bestätigen. Die Musik, die einst so wichtig war, ist dabei in
digitaler Anonymität untergegangen, was gilt, ist das Kuriose, der
Kick, der Klick, das Rührende und das „Erfolgreiche“. Aber auch
sonstige kulturelle Erzeugnisse, die längst zu „Bewusstseinswaren“
geworden sind, haben sich überlebt, sind versandet, verebbt,
irrelevant geworden, haben sich selbst pulverisiert. Deshalb
sind wohl jene „meist intellektuelle, sich um eine gewisse
Attraktivität bemühende und/oder sehr seriös mediengewandt
wirkende Personen, die sich mit großer Selbstverständlichkeit
kapriziös ausdrückten und auf ihrem Gebiet sehr informiert,
gebildet und aufgeklärt zu sein scheinen (Blog)“ sehr überflüssig
geworden. Sie sind im besten Falle Unterhaltung, Showgeschäft,
TV-Event.
Oder braucht gerade der einer „Unübersichtlichkeit“ ausgelieferte Konsument Orientierung? Sucht er sie händeringend, um seinen nächsten Konsumwunsch „kompetent“ befriedigen zu können? Braucht er Orientierung dabei, sich einer Gruppe zuzuordnen, einer Werthaltung, einer Einstellung? Wenn er zu „etwas Kulturellem“ greift, sich damit wohlwollend auseinander setzt, dürfte das oft genug seinem Wunsch nach Selbstbestätigung und Selbstvergewisserung entspringen. Nach Verankerung in einem Milieu. Nach Idiologie. Nach Zugehörigkeit. Nach Werthaltung. Nach Maßstäben. Nach dem Gebundensein in einer Gruppe.
Oder braucht gerade der einer „Unübersichtlichkeit“ ausgelieferte Konsument Orientierung? Sucht er sie händeringend, um seinen nächsten Konsumwunsch „kompetent“ befriedigen zu können? Braucht er Orientierung dabei, sich einer Gruppe zuzuordnen, einer Werthaltung, einer Einstellung? Wenn er zu „etwas Kulturellem“ greift, sich damit wohlwollend auseinander setzt, dürfte das oft genug seinem Wunsch nach Selbstbestätigung und Selbstvergewisserung entspringen. Nach Verankerung in einem Milieu. Nach Idiologie. Nach Zugehörigkeit. Nach Werthaltung. Nach Maßstäben. Nach dem Gebundensein in einer Gruppe.
Sonntag, 30. Juli 2017
Schopi über den Tod (5)
An verschiedenen Stellen, unter anderem in seinem Werk
„Die Welt als Wille und Vorstellung“, geht der Philosoph Arthur
Schopenhauer (1788-1860) auf den Tod ein: „Auf seinen eigenen Tod
blickt Jeder als auf der Welt Ende, während er denn seiner Bekannten
als eine ziemlich gleichgültige Sache vernimmt, wenn er nicht etwa
persönlich daran beteiligt ist.
Doch läßt er vielleicht noch eine höhere Betrachtungsweise zu. Man könnte nämlich alle Todesfurcht zurückführen auf einen Mangel an derjenigen natürlichen, daher auch bloß gefühlten Metaphysik, vermöge welcher der Mensch die Gewißheit in sich trägt, daß er in allen, ja in Allem, eben wohl so existirt, wie in seiner eigenen Person, deren Tod ihm daher wenig anhaben kann.“ In Allem aufgehen, das sagt sich zu leicht. Es steckt vielleicht auch etwas von dem Wort All dahinter. Es ist wohl aber auch das Allumfassende, das im Wort „Gott“ aufgehoben ist. Mit dem Tod gehen wir also ein in dies, das alles umfasst. Darin liegt Tröstliches. Aber wir geben darin auch unser Ego auf, - also auch all das, was uns scheinbar vom Tier unterscheidet. Das, was im Begriff Individuum liegt. Dabei könnten wir jetzt schon begreifen, dass es ein Teil von uns ist, das wir ein Teil des Ganzen sind. Noch etwas von Schopi, das ich hier anfügen will:
„Der tiefe Schmerz, beim Tode jedes befreundeten Wesens, entsteht aus dem Gefühle, daß in jedem Individuum etwas Unaussprechliches, ihm allein Eigenes und daher durchaus Unwiederbringliches liegt“.
Doch läßt er vielleicht noch eine höhere Betrachtungsweise zu. Man könnte nämlich alle Todesfurcht zurückführen auf einen Mangel an derjenigen natürlichen, daher auch bloß gefühlten Metaphysik, vermöge welcher der Mensch die Gewißheit in sich trägt, daß er in allen, ja in Allem, eben wohl so existirt, wie in seiner eigenen Person, deren Tod ihm daher wenig anhaben kann.“ In Allem aufgehen, das sagt sich zu leicht. Es steckt vielleicht auch etwas von dem Wort All dahinter. Es ist wohl aber auch das Allumfassende, das im Wort „Gott“ aufgehoben ist. Mit dem Tod gehen wir also ein in dies, das alles umfasst. Darin liegt Tröstliches. Aber wir geben darin auch unser Ego auf, - also auch all das, was uns scheinbar vom Tier unterscheidet. Das, was im Begriff Individuum liegt. Dabei könnten wir jetzt schon begreifen, dass es ein Teil von uns ist, das wir ein Teil des Ganzen sind. Noch etwas von Schopi, das ich hier anfügen will:
„Der tiefe Schmerz, beim Tode jedes befreundeten Wesens, entsteht aus dem Gefühle, daß in jedem Individuum etwas Unaussprechliches, ihm allein Eigenes und daher durchaus Unwiederbringliches liegt“.
Samstag, 29. Juli 2017
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut
Frauen, die schwerreiche und einflussreiche Männer
geheiratet haben, um in Ruhe und von der Unbill des Alltags nicht
abgelenkt esoterische Bücher zu schreiben, in denen sie gute
Ratschläge für die Welt parat haben. Wie abgewichst ist das denn heutzutage?
Offenbar gibt es noch ein breites Publikum dafür, bedingt durch die
Kanäle des Einflusses des reichen Mackers, der möglicherweise mal wieder dabei
mitgewirkt hat, dass Tausende von Massenmenschen aus Gründen der
„Synergie“ (also des Zusammenlegens von Konzernen und den daraus
entstehenden Rationalisierungseffekten...) entlassen wurden. Die Dame
lächelt gütig dazu und labert etwas von „Verantwortung“ und
„Führung“ (und dass sie hinter ihm stehe...). Sie weiß: PR-Agenturen und mächtige Fürsprecher
stehen hinter ihr. Verlage. Pressure Groups. Sie blickt auf zu den „Promis“ und zu den
Mächtigen, denen sie begegnet ist. Sie hat sich stets angestrengt. Ohne Leistung ist nichts. Doch diese Zeiten
sind vorbei, es gilt jetzt, alles zu überblicken. Jetzt wächst ihr alles zu. Ihr fehlt es an nichts. Sie
drückt sich bedeutend aus und lässt ihre esoterisch gefärbte Scheise über die vielen Käufer
fließen.
Freitag, 28. Juli 2017
Renaissance und Neoliberalismus
Ich ging mal wieder oberflächlich (!) meinen
Interessen nach, indem ich über Renaissance und deren Figuren
nachlas und mich zu informieren versuchte. Auf den ersten Blick
scheint es da gewisse Paralellen zwischen Renaissance und
Neoliberalismus zu geben: Im Mittelpunkt beider Richtungen steht das
selbstverantwortliche Indidviduum, das das Beste „aus sich machen“
sollte. Doch es besteht offenbar ein großer Gegensatz zwischen dem
neoliberalen Interesse einer „ökonomischen Verwertbarkeit“ und
deren Erfordernissen und dem Interesse etwa des großen
Renaissance-Menschen Leonardo da Vinci. Klar, auch er war ein Egomane. Unsere heutige Zeit aber scheint
der Zwang zur Selbstoptimierung zu einen, eine „Selbstoptimierung“, die nur der Flexibilität, der mühelosen Einordnung, Brauchbarkeit
und ökonomischen Verwertbarkeit dient. Renaissance und das alte Griechenland
jedoch hatten im Gegensatz dazu im Menschen ein Potential entdeckt,
das es um seiner selbst willen zu heben gilt. Bildung wäre insofern
die Neugier des Menschen auf seine Umwelt und auf sich selbst. Im
Neoliberalismus nähert sich Bildung stets der Ausbildung zum Ausüben
eines gewissen Berufes an. Das Gesamte zu überblicken versuchen, gar
nach einem Sinn oder Zweck zu fragen, ist hier nicht angestrebt. Ein
Rädchen in einem funktionierenden Getriebe zu sein reicht diesem
Neoliberalismus offenbar völlig aus. Es gilt vielmehr, die richtigen Voraussetzungen zu
schaffen und möglichst „erfolgreich“ zu sein.
Donnerstag, 27. Juli 2017
Mittwoch, 26. Juli 2017
Dienstag, 25. Juli 2017
Bewusstseinswaren zur Selbstbestätigung
Das Geschäft der Geschmäcklereien, die früher
einer Kritik und der Reflektionen von bestimmten, mit Autorität
ausgestatteten Personen nahe standen, hat sich in Nischen, in Blogs,
auf Facebook und Spezialseiten verlagert. In die Beliebigkeit der
Unübersichtlichkeit. Sie ist ein Artikel (unter vielen), dessen man
sich bedient, hauptsächlich, um in solchen „Echokammern“, den
eigenen Geschmack, die eigene Identität und die damit
zusammenhängenden Konsumgewohnheiten bestätigt zu sehen. Man weiß
alles und man weiß alles besser. Selbstvergewisserung heißt die
Devise. Dabei geht immer noch der „Scoop“ über alles, also die
Aktualität um jeden Preis. Es gilt darüber hinaus, mit allen
Mitteln ein „Lebensgefühl“ zu erzeugen und es sodann mit
Konsumartikeln zu „füttern“, es zu bestätigen. Die Musik, die
einst so wichtig war, ist dabei in digitaler Anonymität
untergegangen. Was gilt, ist das Kuriose, das Rührende und das
„Erfolgreiche“. Aber auch sonstige kulturelle Erzeugnisse, die
längst zu „Bewusstseinswaren“ geworden sind, haben sich
überlebt, versandet, haben sich selbst pulverisiert. Deshalb
sind wohl jene „meist intellektuelle, sich um eine gewisse
Attraktivität bemühende und/oder sehr seriös mediengewandt
wirkende Personen, die sich mit großer Selbstverständlichkeit
kapriziös ausdrückten und auf ihrem Gebiet sehr informiert,
gebildet und aufgeklärt zu sein schienen“ sehr überflüssig
geworden. Sie sind im besten Falle Unterhaltung, Showgeschäft.
Oder braucht gerade der einer „Unübersichtlichkeit“ ausgelieferte Konsument Orientierung? Sucht er sie händeringend, um seinen nächsten Konsumwunsch „kompetent“ befriedigen zu können? Wenn er dafür zu „etwas Kulturellem“ greift, dürfte das oft genug seinem Wunsch nach Selbstbestätigung entspringen. Nach Verankerung in einem Milieu. Nach Idiologie.
Oder braucht gerade der einer „Unübersichtlichkeit“ ausgelieferte Konsument Orientierung? Sucht er sie händeringend, um seinen nächsten Konsumwunsch „kompetent“ befriedigen zu können? Wenn er dafür zu „etwas Kulturellem“ greift, dürfte das oft genug seinem Wunsch nach Selbstbestätigung entspringen. Nach Verankerung in einem Milieu. Nach Idiologie.
Montag, 24. Juli 2017
Menschenführung aus den USA
Ob der derzeitige Präsident der USA eine
Musterbeispiel für Führung ist? Menschenführung? Er „führt“
ja seinen Narzissmus öffentlich auf eine schamlose Weise „vor“,
entscheidet nach Gutdünken und gegenwärtiger Stimmungslage auch
über Krieg und Frieden, er stellt sein geschäftstüchtiges Ego über
alles, er badet in Unflätigkeiten und prahlt gerne. „America First“? Ja, das hat er erfolgreich „verkauft“.
Er meint damit wahrscheinlich aber vor allem sich selbst. „Trump
first“. Darüber empören sich alle hier, das ist Common Sense. Ob
es aber ein Rollenmodell ist, das hierzulande auch gerne gepflegt
wird, freilich ohne die schamlose Direktheit und sehr
offensichtlichen Geldzentriertheit dieser US-Gesellschaft?
Selbstsicherheit, Lebenstüchtigkeit und Durchsetzungsvermögen, was
soll denn daran Schlechtes sein? Alles im richtigen Maß, sagt der
Europäer schnell. Doch was ist das „richtige Maß“? Politische
Ausgewogenheit sei da nicht gewahrt.... Doch was sind „Checks and
balances“ - eine europäische Erfindung? Als ich neulich die
Eröffnung einer der ersten Kabinettsitzungen der Trump-Zeit im
Fernsehen sah, musste ich schmunzeln. Halbwegs ernst zunehmende
Minister stellten sich dabei auf das Unterwürfigste dem Präsidenten
vor und schworen so etwas wie ewige Treue..... Ich fand's einfach nur
lächerlich und staunte über das duckmäuserische Anpassertum
solcher Idioten. Das entspricht ja wohl so gar nicht dem Geist, den
ich auch in den USA kennen gelernt habe und der daraus entstanden ist,
dass einst Auswanderer vor den absolutistischen Herrschern in Europa
nach Nordamerika geflohen sind. Da waren wohl ziemlich viele
unangepasste Raubeine darunter, Außenseiter, selbständige Denker,
Freidenker, Leute mit großer Energie, die ihr Leben gestalten
wollten und sich nicht gestalten lassen wollten. Daraus erklärt sich ein bisschen auch die große Dynamik, die von den USA ausgehen kann. Aber wo sind sie heute,
diese mutigen Pioniere?
Sonntag, 23. Juli 2017
Öffentlich-rechtliche Lebenswelten
Die öffentlich-rechtliche BBC hat jetzt in UK
(Großbritannien) die Gehälter ihrer Spitzenverdiener veröffentlicht,
was vielleicht gewisse Rückschlüsse auf hiesige Verhältnisse zulässt. Wenn
einem also irgendwelche Gesichter geradezu vertraut geworden sind,
weil sie nahezu jeden Tag per Mattscheibe im Zimmer auftauchen, so
leben diese dennoch in einer völlig anderen, auf Grund von
Zwangsabgaben blendend ausgestatteten und finanziell gut
ausgepolsterten Welt. Die geradezu kumpelhafte Vertrautheit mit „dem
Zuschauer“ ist womöglich nur gespielt, nach Art eines
Showgeschäfts inszeniert, „gut gemacht“. An solche Seifenblasen
scheinen ja ohnehin immer mehr Leute zu glauben. Sportmoderatoren
verdienten bei der BBC solide im Millionenbereich (was damit
begründet wurde, dass sie auch sehr beliebt seinen..., nur als
Seiteneinschub: Auch der BBC-Skandalmoderator Jimmy Saville war sehr
beliebt, vielleicht sogar der beliebteste überhaupt, und wurde dann
doch als Kinderschänder entlarvt, der darüber hinaus für allerlei
Ungeheuerlichkeiten verantwortlich gewesen zu sein scheint... ).
So erhielt nach Darlegung der BBC der Fußballheld vergangener Tage, Gary Lineker, offenbar zwischen 1,75 und 1,8 Millionen Pfund pro Jahr (etwa 2 Millionen Euro) für seine Moderationen. Der Moderator Chris Evans, der hierzulande in der von Privatsendern gerne ausgestrahlten Sendung „Top Gear“ eine Staffel lang auftauchte, erhält mutmaßlich zwischen 2,2 und 2,25 Millionen Pfund. Bis jetzt ist es in Deutschland noch nicht eingeführt, dass öffentlich-rechtliche Sender ihre Saläre offenlegen. Doch hat es in der jüngeren Vergangenheit schon so manche Diskussion und Spekulation über die vermeintlichen „Gehälter“ von Indendanten und Co-Moderatoren im Sport gegeben. Es geht hier weniger darum, „Sozialneid“ zu schüren, sondern offen zu legen, dass sich hier wohl völlig andere und per Gebühreneinzug ausgestattete Lebenswelten, Meinungsmachermaschinen und Echokammern mit dem quotengeprüften „Jedermann“ gemein machen und vertraulich tun.
So erhielt nach Darlegung der BBC der Fußballheld vergangener Tage, Gary Lineker, offenbar zwischen 1,75 und 1,8 Millionen Pfund pro Jahr (etwa 2 Millionen Euro) für seine Moderationen. Der Moderator Chris Evans, der hierzulande in der von Privatsendern gerne ausgestrahlten Sendung „Top Gear“ eine Staffel lang auftauchte, erhält mutmaßlich zwischen 2,2 und 2,25 Millionen Pfund. Bis jetzt ist es in Deutschland noch nicht eingeführt, dass öffentlich-rechtliche Sender ihre Saläre offenlegen. Doch hat es in der jüngeren Vergangenheit schon so manche Diskussion und Spekulation über die vermeintlichen „Gehälter“ von Indendanten und Co-Moderatoren im Sport gegeben. Es geht hier weniger darum, „Sozialneid“ zu schüren, sondern offen zu legen, dass sich hier wohl völlig andere und per Gebühreneinzug ausgestattete Lebenswelten, Meinungsmachermaschinen und Echokammern mit dem quotengeprüften „Jedermann“ gemein machen und vertraulich tun.
Samstag, 22. Juli 2017
Machtinszenierung
Abgeordnete, die sich selbst Diäten erhöhen, in
Landtagen, im Bundestag, auch schon mal mit fragwürdigen
Begründungen. Abgeordnete, die fette Feste mit Vertretern der
Industrie feiern, von denen sie gerne mal die eine oder andere
Zahlung annehmen....verdeckt natürlich, - wer wird denn da völlig
fälschlicherweise an Korruption denken? Es herrscht die "Gewissensfreiheit" und "wir sind in einer repräsentativen Demokratie". Behörden wie Finanzverwaltungen lassen sich ihre Bleibe (wie jetzt bekannt wurde) schon mal mit "Kunst am Bau" (die niemand versteht, weil sie auch nicht erklärt wird...) ausstatten, die mit rund 100 000 Euro zu Buche schlägt. Da spricht ein Kandidat aus
Würselen von der “Arroganz der Macht“. Ob er nicht auch dazu
gehört zu einer Machtinszenierung? Und ob das ganze Theater nicht zu
einer gewaltigen Politik- und Politikerverdrossenheit führt, die
sich irgendwann einmal Bahn bricht? Gerade im ach so erfolgreichen
Deutschland? Natürlich wird das Ganze so lange stabil bleiben, wie
der „wirtschaftliche Erfolg“ da ist (den anderen geht es ja viel dreckiger). Was aber, wenn jener einmal
nicht da sein würde? Wie steht es überhaupt um innere Begründungen dieses Systems,
um bewusstseins- und wertemäßige Verankerungen? Ob die Kohle wirklich alles ist, um das es sich hier dreht? Mir scheint, dass sich auf
internationalem Niveau (also auch und gerade in anderen Ländern!)
die Regierenden nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind, als ob die internetbedingte Transparenz sie überholt hätte und auf diese Weise
etwas bloßgestellt hätte. Natürlich wird sich unentwegt hinter
formalrechtlichen Begründungen verschanzt und dabei noch einmal
kräftig auf den Rechtsstaat gepocht. Der Rechtsstaat, ja, der Rechtsstaat! Eine äußerst wichtige Errungenschaft. Ob so etwas aber seiner
ständigen Erneuerung und Anpassung an die Entwicklungen der Zeit
ausgesetzt ist? Ob das Internet neben der viel beschworenen
Gefährdung der inneren Sicherheit und den neuerdings gesetzlich bekämpften
„Hasskommentaren“ nicht auch die Möglichkeit einer
gesellschaftlichen Transparenz birgt? Ob der Wegfall von
Kontrollinstanzen der öffentlichen Meinung nicht auch eine Chance
der direkteren Meinungsäußerung mit sich führt, die den
Herrschenden/Mächtigen/“Eliten“ auf allen Gebieten mehr
abverlangt als in der Vergangenheit? Ob das „Durchregieren“ wie
zu Zeiten Kohls oder Schröders nicht doch ein bisschen schwieriger
geworden ist? Eine bestimmte, staatstragende Partei hat schon mal kund getan, dass sie Volksabstimmungen ablehnt. Es ist Wahlkampf, das Volk hat die Wahl. Das reicht.
Freitag, 21. Juli 2017
Tricky Werbung
Die deutschen „Verbraucher“ werden betrogen und
lassen sich offenbar gerne betrügen: Die Dieseltricks sprechen ja
wohl für sich. Das Industrieinteresse scheint hier klar den Vorrang
vor der Gesundheit der Bürger zu haben. Der kommende Gipfel zwischen Politik und Industrie wird das wieder beweisen. Dabei ist damit nicht zu
spaßen, es geht um Leben und Tod: Viele sterben einfach weg, ich als
Lungenkranker leide heftig darunter. Die EU prüft, ob sie Autos mit
Dieselmotoren stilllegen lässt und ob sich die deutschen
Autoproduzenten ohnehin lange Zeit untereinander abgesprochen haben. Sie prüft. Sie
prüft auch, ob sich Polen vom Status des Rechtsstaats und einer
Demokratie entfernt. Ob das Konsequenzen hat, erscheint einem
Unbedarften eher fraglich. Währenddessen werden von der Industrie kostenlose
Software-Updates durchgeführt, freilich mit fraglichem Erfolg, wie
Abgas-Messungen nach einer solchen Updateaktualisierung nahe legen.
Mit Bio- und zweifelhaften Gesundheitsversprechen lassen sie sich allerlei Lebensmittel andrehen, vom mittlerweile arg überstrapazierten Quinoa, über allerlei „Vollkornprodukte“ bis hin zu der arg mystifizierten Quia-Beere, die über lange Wege importiert werden muss, ehe sie von ökologisch bewussten Geistern verzehrt werden kann. Natürlich zum völlig überdrehten Preis, denn es gilt ja auch, seine Zugehörigkeit zur Gesundheitskaste zu demonstrieren, die jeden Preis wie selbstverständlich zahlen kann. Dabei enthalten viele heimische Pflanzen dieselben Nahr- und Wirkstoffe. Doch das ist offenbar nicht sexy genug.
Nach der „Health Claims Verordnung“ der EU darf der Hersteller nur noch auf die Verpackung schreiben, was wissenschaftlich bewiesen ist. Die Industrie hat reagiert: Mit allerlei schwammigen Formulierungen, die rechtlich geschickt zwischen den Regeln und hart an den Grenzen pendeln, wird für Gesundheitsversprechen geworben. Dabei halten sich manche Hersteller noch nicht mal an diese „Health Care Verordnung“ und werben offenbar mit regelrecht falschen Aussagen. Wenn Lebensmittel damit werben, was nicht in ihrem Produkt enthalten sei, spricht man von „clean Labels“. Es gibt dann spezielle Etiketten, die das Produkt oft mit ohnehin in Gesetzen hinterlegten Beschränkungen und Selbstverständlichkeiten hochwertiger erscheinen lassen sollen. Oft sind das Sprüche und Schlupflöcher, Täuschungen und Mogelpackungen. Dabei sind solche Lebensmittel trotz ihrer Vitalitäts- und Gesundheitsversprechen oft genug nicht besser als die Produkte ohne eine solche Bewerbung.
Mit Bio- und zweifelhaften Gesundheitsversprechen lassen sie sich allerlei Lebensmittel andrehen, vom mittlerweile arg überstrapazierten Quinoa, über allerlei „Vollkornprodukte“ bis hin zu der arg mystifizierten Quia-Beere, die über lange Wege importiert werden muss, ehe sie von ökologisch bewussten Geistern verzehrt werden kann. Natürlich zum völlig überdrehten Preis, denn es gilt ja auch, seine Zugehörigkeit zur Gesundheitskaste zu demonstrieren, die jeden Preis wie selbstverständlich zahlen kann. Dabei enthalten viele heimische Pflanzen dieselben Nahr- und Wirkstoffe. Doch das ist offenbar nicht sexy genug.
Nach der „Health Claims Verordnung“ der EU darf der Hersteller nur noch auf die Verpackung schreiben, was wissenschaftlich bewiesen ist. Die Industrie hat reagiert: Mit allerlei schwammigen Formulierungen, die rechtlich geschickt zwischen den Regeln und hart an den Grenzen pendeln, wird für Gesundheitsversprechen geworben. Dabei halten sich manche Hersteller noch nicht mal an diese „Health Care Verordnung“ und werben offenbar mit regelrecht falschen Aussagen. Wenn Lebensmittel damit werben, was nicht in ihrem Produkt enthalten sei, spricht man von „clean Labels“. Es gibt dann spezielle Etiketten, die das Produkt oft mit ohnehin in Gesetzen hinterlegten Beschränkungen und Selbstverständlichkeiten hochwertiger erscheinen lassen sollen. Oft sind das Sprüche und Schlupflöcher, Täuschungen und Mogelpackungen. Dabei sind solche Lebensmittel trotz ihrer Vitalitäts- und Gesundheitsversprechen oft genug nicht besser als die Produkte ohne eine solche Bewerbung.
Donnerstag, 20. Juli 2017
Mittwoch, 19. Juli 2017
Dienstag, 18. Juli 2017
Montag, 17. Juli 2017
Die Wirklichkeit des Grafen Stössel zu Stösselsfelde
Ich gehe davon aus, dass es auf dieser Welt sehr
verschiedene Lebenswelten gibt. Teilweise in sie zu blicken, sie zu
bereisen, sie ein Stück weit sogar sich anzueignen und wieder
loslassen zu können, mag dabei für jeden sehr aufschlussreich sein.
Wir können uns dabei gewahr werden, wie sehr wir geprägt sind, wie
sehr wir und unsere Erkenntnis in verschiedenartig geprägte Rollen hinein usw. beeinflusst ist. Ich will hierzu erst mal einen Charakter aus der
deutschen „Wirklichkeit“ heraus greifen, wie ich ihn vielfach
erlebt und beobachtet habe, obwohl gerade diese hier geschilderten
Leute sehr viel Wert auf ihre Einmaligkeit legen. Es handelt sich
hierbei um den Grafen Stössel zu Stösselsfelde, aufgewachsen in
einem Eliteinternat Trudpert in Sankt Trudpert und per Erbe
ausgestattet mit zahlreichen Ländereien, etwa 200 Firmen, mit
Chauffeur, Vermögensberater und einer großen Entourage, die Herr
Graf „Personal“ zu betiteln pflegt. Studienaufenthalte führten
ihn in die USA und nach England, die er deswegen „gut zu kennen“
glaubt. Er sitzt im Verwaltungsrat und in dem Aufsichtsrat sehr
vieler Firmen, wobei ihm besonders die Gestaltung der Zukunft und
ihre ständige technische Wandlungsfähigkeit im Rahmen einer global
ausgerichteten Wirtschaft wichtig ist. Selbstverständlich steht
seinem Chauffeur und damit ihm selbst ein riesiger Fuhrpark zur
Verfügung, wobei der nette fette Tesla mit seinem E-Motor und
seinen anderen fortschrittlichen Features in letzter Zeit bevorzugt
wurde. Man will ja schließlich politisch korrekt sein, denn man ist
ja erst 45 Jahre alt und will noch eine Weile leben. Er fühlt sich
als eine Art „Auserwählter“, wobei ihm das, wie er sagt,
durchaus bewusst ist. Als Alphatier freilich glaubt er durch Bildung
und Ausbildung trotzdem den vielen anderen, für die er eine Art
Verantwortung spürt, die Richtung vorgeben zu können und zu müssen.
Selbstverwirklichung ist ihm als Wert sehr wichtig und er glaubt an
die Innovation als eine bestimmende Kraft des Menschen.
Ob so jemand in einer anderen Welt lebt als wir? Wieso, aufgrund welcher Legitimation? Schleppen wir nicht alle ein Skelett durch diese Welt, das sich nicht gar so entscheidend von anderen unterscheidet? Ob so jemand durch das Erben eine andere Startposition hatte als andere? Ob in so jemand das Selbstverständnis eines souveränen Überblickers entstanden ist, im Gegensatz zu uns, die wir eher die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit wahrnehmen und nicht mit ihr zurecht kommen? Ob so jemand täglich Prospekte wälzt, auf der Suche nach dem günstigsten Sonderangebot und ob ihn die Strompreise zwicken? Was hält er wohl vom Thema „Altersversorgung“? Ob es ihm wichtig ist, seine Meinung in jedem Gremium „durchzusetzen“, eben weil sie von ihm selbst stammt? Das tut ihm gut. Wenn ihn irgendwelche Probleme bedrängen, so hat er jederzeit jede Hilfe zur Seite, - dafür sorgt nicht zuletzt sein persönlicher Assistent.
Ob so jemand in einer anderen Welt lebt als wir? Wieso, aufgrund welcher Legitimation? Schleppen wir nicht alle ein Skelett durch diese Welt, das sich nicht gar so entscheidend von anderen unterscheidet? Ob so jemand durch das Erben eine andere Startposition hatte als andere? Ob in so jemand das Selbstverständnis eines souveränen Überblickers entstanden ist, im Gegensatz zu uns, die wir eher die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit wahrnehmen und nicht mit ihr zurecht kommen? Ob so jemand täglich Prospekte wälzt, auf der Suche nach dem günstigsten Sonderangebot und ob ihn die Strompreise zwicken? Was hält er wohl vom Thema „Altersversorgung“? Ob es ihm wichtig ist, seine Meinung in jedem Gremium „durchzusetzen“, eben weil sie von ihm selbst stammt? Das tut ihm gut. Wenn ihn irgendwelche Probleme bedrängen, so hat er jederzeit jede Hilfe zur Seite, - dafür sorgt nicht zuletzt sein persönlicher Assistent.
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Samstag, 15. Juli 2017
Bildung
Mich regt der Popanz auf, der um das Wort „Bildung“
herum veranstaltet wird. Ich habe einen akademischen Abschluss und
habe keinen Job, von dem ich leben könnte. Bezeichnend dafür
scheint mir der Tweet zu sein, den CDU-Generalsekretär Peter Tauber
neulich laut verschiedener Pressmeldungen so absetzte: „Nur mit einer guten Ausbildung verdient man
genug damit man nicht drei Mini-Jobs braucht, um über die Runden zu
kommen“. Einer entgegnete in seinem Tweet darauf: “Heißt das jetzt 3 Mini-Jobs
für mich?“. Tauber konterte offenbar so: „Wenn Sie etwas ordentliches
gelernt haben, dann brauchen sie keine drei Mini-Jobs“. Tauber ruderte später zurück, quasselte etwas von "blöd formuliert..." und bereute seinen Spruch. er hatte aber etwas Wichtiges und dem
Wachstums-Credo/bzw. der Vollbeschäftigungssprüche seiner Partei entsprechend formuliert, das vor allem auf ausgebildete Ingenieure zu setzen
scheint.
Nur, wer ins Raster dieser Herren (Frauen?) von den Parteien passt, hat eine Chance. Ob darin etwas Totalitäres liegt? Das Totalitäre des Marktes? Die Demokratien hierzulande bezeichnen sich gerne als liberal und freiheitlich, sie sind derzeit weltweit in der Defensive, - bloß: beim Geld hört auch in ihnen offenbar der Spass auf. Geld ist sakrosankt. Wie wer dazu gekommen ist, sei egal, - so sagt der Markt. Dieser Markt diktiert unbarmherzig. Immer noch besser, als ein Diktator oder eine Partei diktiert unbarmherzig, so mag da mancher kontern. Wir sind eine Demokratie und keine „sportlich frisierte Autokratie“, - wie ich das neulich gehört habe. Doch genau eine solche Demokratie könnte es auszeichnen, gemeinsam in einem demokratischen Prozess, der auch sehr verschiedene Meinungen einschließt, darüber nachzudenken, wie man Verhältnisse verbessern könnte, wie man insgesamt zu einer besseren Welt kommen könnte. Daraus könnte so etwas wie Wettbewerb entstehen, aber einer, der den anderen achtet und sich nicht im Besitz der allein selig machenden Wahrheit wähnt. Das alles hat nichts mit dem „Schlechtreden“ zu tun, wie man es jetzt von politischer Seite so oft ekelhaft unterstellend hört.
Nur, wer ins Raster dieser Herren (Frauen?) von den Parteien passt, hat eine Chance. Ob darin etwas Totalitäres liegt? Das Totalitäre des Marktes? Die Demokratien hierzulande bezeichnen sich gerne als liberal und freiheitlich, sie sind derzeit weltweit in der Defensive, - bloß: beim Geld hört auch in ihnen offenbar der Spass auf. Geld ist sakrosankt. Wie wer dazu gekommen ist, sei egal, - so sagt der Markt. Dieser Markt diktiert unbarmherzig. Immer noch besser, als ein Diktator oder eine Partei diktiert unbarmherzig, so mag da mancher kontern. Wir sind eine Demokratie und keine „sportlich frisierte Autokratie“, - wie ich das neulich gehört habe. Doch genau eine solche Demokratie könnte es auszeichnen, gemeinsam in einem demokratischen Prozess, der auch sehr verschiedene Meinungen einschließt, darüber nachzudenken, wie man Verhältnisse verbessern könnte, wie man insgesamt zu einer besseren Welt kommen könnte. Daraus könnte so etwas wie Wettbewerb entstehen, aber einer, der den anderen achtet und sich nicht im Besitz der allein selig machenden Wahrheit wähnt. Das alles hat nichts mit dem „Schlechtreden“ zu tun, wie man es jetzt von politischer Seite so oft ekelhaft unterstellend hört.
Freitag, 14. Juli 2017
Schopi und der Tod (4)
Schopenhauer schreibt: „Daraus ist zu schließen,
daß das gänzliche Aufhören des Lebensprocesses für die treibende
Kraft desselben eine wundersame Erleichterung seyn muß: vielleicht
hat diese Antheil an dem Ausdruck süßer Zufriedenheit auf dem
Gesichte der meisten Todten. Ueberhaupt mag der Augenblick des
Sterbens dem des Erwachens aus einem schweren, alpgedrückten Traum
ähnlich seyn.
Bis hierher hat sich uns ergeben, daß der Tod, so sehr er auch gefürchtet wird, doch eigentlich kein Uebel seyn könne., Oft aber erscheint er sogar als ein Gut, ein Erwünschtes, als Freund Hain. Alles, was auf unüberwindliche Hindernisse seines Dasyns, oder seiner Bestrebungen gestoßen ist, was an unheilbaren Krankheiten, oder an untröstlichem Grame leidet, - hat zur letzten, meistens sich von ihm selbst öffnenden Zuflucht die Rückkehr in den Schooß der Natur, aus welchem es, wie alles Andere auch, auf eine kurze Zeit heraufgetaucht war, verlockt durch die Hoffnung auf günstigere Bedingungen des Dasyens, als ihm geworden, und von wo aus ihm der selbe Weg stets offen bleibt. Jene Rückkehr ist die cessio bonorum (die Abtretung des gesamten Vermögens) des Lebenden. Jedoch wird sie auch hier erst nach einem physischen, oder moralischen Kampfe angetreten: so sehr sträubt sich Jedes sich, dahin zurückzugehen, von wo es so leicht und bereitwillig hervorkam, zu einem Daseyn, welches so viele Leiden und so wenige Freuden zu bieten hat.“ (Parerga und Paralipomena) Wie sich damit wohl der von Silicon Valley herbei gewünschte und geforschte Sieg über den Tod verträgt?
Bis hierher hat sich uns ergeben, daß der Tod, so sehr er auch gefürchtet wird, doch eigentlich kein Uebel seyn könne., Oft aber erscheint er sogar als ein Gut, ein Erwünschtes, als Freund Hain. Alles, was auf unüberwindliche Hindernisse seines Dasyns, oder seiner Bestrebungen gestoßen ist, was an unheilbaren Krankheiten, oder an untröstlichem Grame leidet, - hat zur letzten, meistens sich von ihm selbst öffnenden Zuflucht die Rückkehr in den Schooß der Natur, aus welchem es, wie alles Andere auch, auf eine kurze Zeit heraufgetaucht war, verlockt durch die Hoffnung auf günstigere Bedingungen des Dasyens, als ihm geworden, und von wo aus ihm der selbe Weg stets offen bleibt. Jene Rückkehr ist die cessio bonorum (die Abtretung des gesamten Vermögens) des Lebenden. Jedoch wird sie auch hier erst nach einem physischen, oder moralischen Kampfe angetreten: so sehr sträubt sich Jedes sich, dahin zurückzugehen, von wo es so leicht und bereitwillig hervorkam, zu einem Daseyn, welches so viele Leiden und so wenige Freuden zu bieten hat.“ (Parerga und Paralipomena) Wie sich damit wohl der von Silicon Valley herbei gewünschte und geforschte Sieg über den Tod verträgt?
Donnerstag, 13. Juli 2017
Wirklichkeiten in unserem Kopf
Ich würde gerne die
Sichtweisen aus einem anderen Kulturkreis heraus annehmen, mit ihnen
umgehen, etwa nach einer Reise, und darüber auch hier schreiben. Ich
merke, wie ich neugierig bin und weiß, dass die Welt viel zu bieten
hätte. Viel anderes. An verschiedener Alltagserfahrung. Aber ich
neige aus guten Gründen dazu, nur meine eigenen Erfahrungen, meine
persönlichen Lesefrüchte und Aufschriebe zu berücksichtigen. Sie
sollen eine Art Tagebuch meines Bewusstseins der Gegenwart sein. In
die anderen Menschen versuche ich mich einzufühlen. Ich erfahre
etwas über sie, der Möglichkeiten sind viele, viel mehr als in der
Vergangenheit. Fremde Berichte will ich nicht noch einmal
wiedergeben, wiederkäuen als meine eigenen Bewusstseinsreisen.
Anders sehe ich „historische Reisen“, den Blick in andere
historische Welten und ihre Umgangsformen. Hierbei sind wir alle
Gegenwartsmenschen auf derselben Höhe. Uns unterscheidet nur der
Umgang mit Quellen, zu denen wir im Zeitalter des Internets und
fortgeschrittener Informationstechnologie. Wir alle spekulieren
rückwärts. So komme ich immer wieder bei den Zeugnissen der Mayas,
Azteken und Inkas vorbei, versuche, mir ihr damaliges Weltbild
vorzustellen, ihren von den Gegebenheiten geprägten Blick auf die
Realität. Auch die Römer, die Ägypter und viele andere haben es
mir angetan. Ihre Welt ist in uns aufgehoben. Sie offenbart eine
Möglichkeit, die stark von unseren heutigen Gegebenheiten (die ja so
viele Leute als „gottgegeben“ oder "unveränderlich" einschätzen) abweicht. Die
damaligen Menschen glaubten das auch von ihrer Realität, die
freilich noch viel weniger gestaltbar war, als die heutige. Gerade
darin könnte eine Art Fortschritt liegen. Oder ob es so ist, dass
wir heutzutage solche Veränderbarkeit mehr wahrnehmen? Ob die
ständig sich beschleunigende Beschleunigung auch eine Rolle spielt?
Und schon sind wir wieder auf einer der Ebenen, der ich hier im Blog
nachgehen will, die mich beschäftigt.
Mittwoch, 12. Juli 2017
Leiharbeit
Eine Lebenswelt öffnete sich mir neu, als ich durch
direkte Anschauung und Miterleben erfuhr, dass selbst ein voller
körperlicher Einsatz auch über einen langen Zeitraum hinweg (12
Monate und mehr...) nur für ein sehr schmales Gehalt gut zu sein
schien. Man sei „Sklave“, so wurde mir beschieden (völlig ohne
die gerade jetzt so gescholtenen „linken“ Absichten, von der Politik
gleich welcher Richtung wurde sowieso nichts mehr erwartet.....)
Leiharbeit und prekäres Arbeiten sind Teil unserer deutschen
Realität, Lohndumping scheint noch immer Schmierstoff dieser
Wirtschaft zu sein. Inzwischen durchgeführte Reformen scheinen
zumindest in gewissen Regionen ein fragwürdiges Ergebnis zu
zeitigen. Ich erfuhr, dass auch Schichteinsätze des nachts und zu
unmöglichen Zeiten nichts finanziell Zählbares über das hinaus
bringen sollten, als das Übliche des Tages (den Rest schöpfte wohl
die Agentur ab...), dass fortwährend Entlassung drohte, dass man
jederzeit abrufbar sein musste, dass keinerlei rechtliche Grenzen
beachtet wurden, dass sexuelle Nötigung tägliche Praxis war und
insofern ein krasses Gefühl von Ausgeliefertsein zu verkraften
war....
Ich riet damals, sich mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen: „Die setzen sich für Leiharbeiter ein....!“. Man berichtete mir Unglaubliches, so dass ich mich angeregt fühlte, selbst einmal anzurufen. Die zuständige Dame eröffnete mir kalt lächelnd, dass man überhaupt nichts unternehmen würde, solange man nicht Mitglied der Gewerkschaft sei. Ein Leiharbeiter hat aber selten genug Geld, um Mitgliedsbeiträge zahlen zu können. Schon gar nicht auf Verdacht. Er scheint also auch hier ausgegrenzt zu werden, Prekäre scheinen außen vor zu bleiben. Das Thema erledigte sich in diesem Fall von selbst.
Ich riet damals, sich mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen: „Die setzen sich für Leiharbeiter ein....!“. Man berichtete mir Unglaubliches, so dass ich mich angeregt fühlte, selbst einmal anzurufen. Die zuständige Dame eröffnete mir kalt lächelnd, dass man überhaupt nichts unternehmen würde, solange man nicht Mitglied der Gewerkschaft sei. Ein Leiharbeiter hat aber selten genug Geld, um Mitgliedsbeiträge zahlen zu können. Schon gar nicht auf Verdacht. Er scheint also auch hier ausgegrenzt zu werden, Prekäre scheinen außen vor zu bleiben. Das Thema erledigte sich in diesem Fall von selbst.
Dienstag, 11. Juli 2017
Parteiengezänk
Ich habe sie so satt, diese Parteisoldaten. Eben von
der SPD gelesen: Schäfer-Gümpel findet, es sei kein Problem vom
Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz..... Rücktrittsforderungen
bezeichnet er als „Frechheit“. In mir drängt sich ein Eindruck
auf: Es sind (Partei-)Rituale, in denen sich unsere Demokratie
vollzieht. Es stellt sich dadurch ein Gefühl von Kulissenschieberei
und Inszenierung ein. Von falschem Spiel. Es sind eben mal ein paar Hundert Millionen
Euro für ein fragwürdiges Klassenbild ausgegeben worden und jetzt
gibt es angesichts des „Wahlkampfes“ ein Parteiengezänk, in dem
es darum geht, wer härter bestrafen will, wer Entschädigungen
ausspuckt oder nicht und wer verantwortlich ist. Dass es darum geht, ist okay.
Doch das „Wie“ kann einem Sorgen machen. Von der CDU und der FDP
soll eine „falsche Liberalität“ gegenüber „solchen Milieus“
beklagt worden sein, - und wird jetzt dauernd wiederholt. Es gehe um das Problem von Gewalt (das "Linksextremen" zugeschrieben wird). Ist was dran. Deshalb treten jetzt überall "Experten" auf und erklären uns in ihrem Sinne diese Gewalt. Es müsste eigentlich ausgewogen und vorsichtig diskutiert werden, denn es gibt auch Gewalt von anderer Seite. Aber wie das hier und welchem Kontext serviert wird, ist das ziemlich eindeutig. Ob in den so freudig akzeptierten gesellschaftlichen Verhältnissen, die von G 20 ausgegangen sind und ausgehen, auch
etwas von Gewalt aufgehoben ist? Natürlich nicht von der dreckigen
Sorte, die für jeden in den Medien per Sondersendungen sichtbar ist. Sondern schleichend, sich aus Entwicklungen ergebend, vom jeweiligen Staat "beschützt". Und in den
verschiedenen Kriegen oder Konflikten, in denen Teilnehmer von G 20 verwickelt sind,
soll es auch ganz schön schäbig gewaltsam hergehen..... Herren mit wichtigen
Gesichtern drehen das so richtig wahlkampfmäßig gegenseitig auf
sich zu....benutzen und instrumentalisieren und kochen ein Parteiensüppchen. Bei „Anne Will“ geht
derweil Bild und Ton weg, um auch nicht so schnell wieder zu
kommen.... ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt.
Montag, 10. Juli 2017
Hermanns Jugend
Hermann Hesse wuchs in Calw auf, der Marktplatz und
die steilen Gassen, das war die Welt seiner Kindheit. Er kannte alle
und jeden. Seine Eltern standen im Dienste der evangelischen Basler
Mission. Der Vater kam aus Estland und hatte als Missionar in Indien
gearbeitet.Die Welt der Mission war in Hesses Kindheit dadurch
allgegenwärtig. Seine Mutter war in Südwestindien aufgewachsen,
Bilder und Lieder aus Indien waren ihm von klein auf vertraut. So hat
der junge Hesse von Anfang an zwei Welten kennen gelernt. Es gab die
schwäbische Kleinstadt mit ihrer überlieferten Ordnung und Ihren
Traditionen. Und es gab die ferne indische Kultur mit ihren eigenen
Lebensformen, Sprachen und Rhythmen.
Wie ein geheimnisvolles Reich kam ihm die Bibliothek des Großvaters Hermann Gundert vor, in der es nach Pfeifenrauch und alten Büchern roch. Als Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber von Missionsliteratur leitete Gundert den Calwer Verlagsverein. Er war einer der Pioniere der evangelischen Mission in Indien gewesen, ein schwäbischer Theologe, der auch ein bedeutender Indologe und Sprachgelehrter war. Er konnte seine Predigten in so manchem indischen Dialekt abhalten und übertrug indische Versepen ins Deutsche. Seine Wertschätzung anderer Kulturen faszinierte den jungen Enkel Hermann Hesse. „in anderen Schränken des Großvaters stand und lag noch viel anderes Wesen und Geräte. Ketten aus Holzperlen wie Rosenkränze, Palmblätterne Rollen, mit eingeritzter alter indischer Schrift beschrieben. Kleine Götterbilder, aus Holz,aus Glas, aus Quarz aus Ton, messingne Ceylonbecher und Schalen. Und alles kam aus Indien und Ceylon, aus Siam und aus Birma. ...Er war auch ein Magier ein Weiser und Wissender- Er konnte Pali und Sanskrit schreiben und sprechen. Er konnte unter anderem bengalische, indostanische und sineglesische Lieder singen. Er kannte die Gebetsübungen der Mohammedaner und der Buddhisten, obwohl er Christ war und an den dreieinigen Gott glaubte. Niemand wusste so wie er bescheid darum, dass unsere Stadt und unser Land nur ein sehr kleiner Teil der Erde war.
Wie ein geheimnisvolles Reich kam ihm die Bibliothek des Großvaters Hermann Gundert vor, in der es nach Pfeifenrauch und alten Büchern roch. Als Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber von Missionsliteratur leitete Gundert den Calwer Verlagsverein. Er war einer der Pioniere der evangelischen Mission in Indien gewesen, ein schwäbischer Theologe, der auch ein bedeutender Indologe und Sprachgelehrter war. Er konnte seine Predigten in so manchem indischen Dialekt abhalten und übertrug indische Versepen ins Deutsche. Seine Wertschätzung anderer Kulturen faszinierte den jungen Enkel Hermann Hesse. „in anderen Schränken des Großvaters stand und lag noch viel anderes Wesen und Geräte. Ketten aus Holzperlen wie Rosenkränze, Palmblätterne Rollen, mit eingeritzter alter indischer Schrift beschrieben. Kleine Götterbilder, aus Holz,aus Glas, aus Quarz aus Ton, messingne Ceylonbecher und Schalen. Und alles kam aus Indien und Ceylon, aus Siam und aus Birma. ...Er war auch ein Magier ein Weiser und Wissender- Er konnte Pali und Sanskrit schreiben und sprechen. Er konnte unter anderem bengalische, indostanische und sineglesische Lieder singen. Er kannte die Gebetsübungen der Mohammedaner und der Buddhisten, obwohl er Christ war und an den dreieinigen Gott glaubte. Niemand wusste so wie er bescheid darum, dass unsere Stadt und unser Land nur ein sehr kleiner Teil der Erde war.
Sonntag, 9. Juli 2017
Sherpa
Zuerst hörte ich das Wort aus dem Munde eines
Medienmenschen und musste grinsen: „Sherpa“. Nun ja, halt wieder
so ein Modewort, das ein bisschen verräterisch ist, so denke ich
mir. Dann hörte ich es aus dem Munde eines Politikers der höchsten
Hierarchiestufe: „Sherpa“. Ob das dieses Politikergipfels G 20 angemessen ist? Die Sherpas hätten die ganze Nacht gearbeitet, damit
man nun am anderen Morgen das strahlende Ergebnis verkünden könne
„Sherpa“. Ich schalte in die Tour de France und kann verfolgen,
wie die jeweiligen Chefdamen- und Herren ein ganzes Heer von Sherpas unter sich
haben. Klar, wer das meiste Geld hat, hat die besten Sherpas/Helfer.
Ich wundere mich abermals und komme mal wieder ins Grübeln, wieso
der Mensch eigentlich immer solche Hierarchien zu brauchen scheint.
Was ist ein Sherpa? Ein anonymer Zuträger der einheimischen Kräfte.
Einer, der fürs Grobe zuständig ist. Fürs Feine sorgen dann die
Hierarchiemenschen. Zunehmend und immer schamloser wird die Welt
offenbar in solche Tonangeber und ihre Diener eingeteilt.,
Hilfskräfte, Nachtarbeiter. Das Wort kommt ja aus dem alpinen
Bereich, Abteilung Mount Everest. Dort schleppen Sherpas das Material
den Gipfel hoch. Die Damen und Herren von der Befehlsebene kommen
tapfer mit ihren Sauerstoffgeräten nach und können dann behaupten,
den höchsten Gipfel der Erde erklommen zu haben. So war's von Anfang
an. Den Damen/Herren der Welt ist ein Wunsch erfüllt und die Sherpas
haben einen Job. Entwicklungshilfe nannte man das früher. Oder auch
noch heute.
Samstag, 8. Juli 2017
Freitag, 7. Juli 2017
Digitale Wirklichkeiten
Es war befürchtet und beschworen worden. Nicht
zuletzt George Orwell unter anderem in seinem Roman „1984“ hatte
massiv vor einer Welt gewarnt, in der die Überwachung die Rolle
eines sich immer totalitärer gebärdenden Staates entscheidend
stützen würde. Klar war immer, dass der Terrorismus und seine
Bekämpfung das Einfallstor dafür sein würden. Sie würden das
Argument dafür liefern. Die „innere Sicherheit“ glaubt der Staat
nur auf einem von ihm definierten Weg erreichen zu können, der nach seiner Meinung immer weiter verschärft werden muss.
Nun scheint dies erst unmerklich, dann immer unverblümter, Wirklichkeit geworden zu sein. Eine gewisse Notwendigkeit und Zwangsläufigkeit scheint nicht nur in Mitteleuropa gerade in jüngsten Zeiten zusätzliche Wege zu ebnen. Die Schlinge scheint mit guten Argumenten immer enger gezogen zu werden, die digitale Überwachung totaler. „Big Brother is watching you“ scheint von der Bedrohung zum Schutz mutiert. Jedenfalls wollen uns das Meinungsführer aus allen politischen Ecken lernen lassen. Dass dabei auch gewisse freiheitliche Grundwerte, um der Verteidigung es nicht zuletzt gehen könnte, aufgegeben werden könnten, scheint nicht im Blickfeld dieser Leute aufzutauchen. Nun dringt die Kunde zu uns, dass es in China ja besonders toll damit zugehen würde. Des Bürgers Wohlverhalten soll dort bis in möglichst alle Einzelheiten hinein digital erfasst, reguliert und bearbeitet werden, so heißt es. Es scheint, dass auf diese Weise die Begriffe „gut“ und „schlecht“ neu definiert werden sollen. Schon vor dem Hochhaus erwarten den Bürger Videokameras, die sein Verhalten in mannigfachen Parametern weitergeben an Behörden, die mit einem Punktesystem der in Daten aufbereiteten Angepasstheit aufwarten. Stromrechnung bezahlt? Impfung rechtzeitig absolviert? Steuern bezahlt? Blutspende? Geld gespendet für "guten Zweck"? Ein Kind zuviel in die Welt gesetzt? Per Gesichtserkennung identifiziert dich die staatliche App. Alles bequem und einfach. Selbstverständlich werden auch Preise für Wohlverhalten ausgelobt: Boni in öffentlichen Bibliotheken etwa. Noch scheint alles freiwillig. So fängt immer alles an. Überall. Doch schon bald stellt sich sozialer Druck ein, „es wird erwartet“, es wird obligatorisch, wer nicht mitmacht, macht sich verdächtig, der Staat kann ohnehin böse werden oder er sanktioniert das „Nicht mitmachen“ durch Druck, durch Strafen. „Erziehen“ lautet die Zauberformel. „Zivilisieren“. Marktgängigkeit erzeugen. So funktioniert das überall, nicht nur in China.
Nun scheint dies erst unmerklich, dann immer unverblümter, Wirklichkeit geworden zu sein. Eine gewisse Notwendigkeit und Zwangsläufigkeit scheint nicht nur in Mitteleuropa gerade in jüngsten Zeiten zusätzliche Wege zu ebnen. Die Schlinge scheint mit guten Argumenten immer enger gezogen zu werden, die digitale Überwachung totaler. „Big Brother is watching you“ scheint von der Bedrohung zum Schutz mutiert. Jedenfalls wollen uns das Meinungsführer aus allen politischen Ecken lernen lassen. Dass dabei auch gewisse freiheitliche Grundwerte, um der Verteidigung es nicht zuletzt gehen könnte, aufgegeben werden könnten, scheint nicht im Blickfeld dieser Leute aufzutauchen. Nun dringt die Kunde zu uns, dass es in China ja besonders toll damit zugehen würde. Des Bürgers Wohlverhalten soll dort bis in möglichst alle Einzelheiten hinein digital erfasst, reguliert und bearbeitet werden, so heißt es. Es scheint, dass auf diese Weise die Begriffe „gut“ und „schlecht“ neu definiert werden sollen. Schon vor dem Hochhaus erwarten den Bürger Videokameras, die sein Verhalten in mannigfachen Parametern weitergeben an Behörden, die mit einem Punktesystem der in Daten aufbereiteten Angepasstheit aufwarten. Stromrechnung bezahlt? Impfung rechtzeitig absolviert? Steuern bezahlt? Blutspende? Geld gespendet für "guten Zweck"? Ein Kind zuviel in die Welt gesetzt? Per Gesichtserkennung identifiziert dich die staatliche App. Alles bequem und einfach. Selbstverständlich werden auch Preise für Wohlverhalten ausgelobt: Boni in öffentlichen Bibliotheken etwa. Noch scheint alles freiwillig. So fängt immer alles an. Überall. Doch schon bald stellt sich sozialer Druck ein, „es wird erwartet“, es wird obligatorisch, wer nicht mitmacht, macht sich verdächtig, der Staat kann ohnehin böse werden oder er sanktioniert das „Nicht mitmachen“ durch Druck, durch Strafen. „Erziehen“ lautet die Zauberformel. „Zivilisieren“. Marktgängigkeit erzeugen. So funktioniert das überall, nicht nur in China.
Donnerstag, 6. Juli 2017
Globalisierungen
Mir gehen immer noch die Bilder durch den Kopf, als
vor zwei Tagen einige Mächtige der deutschen Industrie Verträge mit
ihren Pendants aus der Volksrepublik China unterzeichneten. Das
mischte sich in meinem Kopf kurzfristig mit den Nachrichten über
neue Wechselabsichten oder Vollzüge von Fußballspielern. In beiden
Fällen scheint sich vieles anonymisiert zu haben. „Profis“
wechseln dorthin, wo es die meiste Kohle gibt, basta. Ein
durchgehendes gesellschaftliches Prinzip. Irgendwelche
Zugehörigkeiten, Identitäten usw. scheinen dabei völlig auf der
Strecke geblieben zu sein. Genauso kamen mir die Namen und
Firmenlogos vor, für die die unterzeichnenden Herren in ihren
Anzügen standen: Schall und Rauch, der nichts mehr wert ist, außer
der durch sie erzeugten Wirtschaftskraft. Menschen und Identitäten
scheinen da außen vor zu sein. Es herrscht das Diktat der
Wirtschaft. Es werden dabei Millionen und Milliarden bewegt, eben mal
so, mit freundlich netten Gesichtern, die für Entwicklungen stehen,
hinter denen sich Einzelschicksale, Altersarmut und viele viele Probleme verbergen. Hätschelkinder des Systems lassen sich indessen
verkaufen und gehen freiwillig in eine Sklaverei, die - getreu dem
heutigen Systemideal - vor allem diesen Hätschelfiguren wohl zu tun
scheint. Gemeinsamkeit? Menschen sind Verfügungsmasse,
Identifikationsflächen sind Kauf und Verkaufsgelegenheiten geworden.
Die Ökonomisierung scheint alle Lebensbereiche durchdrungen zu
haben, alles ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Dabei scheint
mir nicht das Problem zu sein, dass das Angebot und die Nachfrage
gewisse Lebensbereiche durchdringt, sondern dass dies Prinzip immer
mehr alle Lebensbereiche durchdringt, und zwar auf eine raffinierte
sich einschleichende, unmerklich einsickernde Weise. Alle
Lebensbereiche. Es scheint total, ja nahezu totalitär geworden zu
sein. Menschen verfangen sich unwillkürlich darin und kommen nicht
mehr heraus, sind ins Hamsterrad und in die Kopfwaschmaschinen
eingeschlossen. Ja klar, ich bin froh, dass ich in Deutschland lebe.
In anderen Bereichen der Welt scheint dies alles noch viel
unbarmherziger vonstatten zu gehen. Aber würde es nicht zu einer
gewissen Weisheit gehören, wenn die hiesigen Verantwortlichkeiten
der Politik die Gefahren solcher Entwicklungen wenigstens zur
Kenntnis nehmen würden und nicht nur im showträchtigen
Beisammensitzen (wie eigentlich sollen sich 19 Regierungschefs in so
kurzer Zeit unterhalten oder gar „Gespräche“ führen?) ihre
Macht preisen würden? Altersarmut, Arbeitswelt 4.0. und andere
dramatische, aber längerfristige Entwicklungen wie Hunger oder "Klimawandel“: Ist so etwas in einer Showveranstaltung am
Wochenende mal eben „abzuhandeln“?
Mittwoch, 5. Juli 2017
Zukunftsmöglichkeiten
Vielleicht wird man einmal in 100 Jahren zurück
blicken und denken: Was für Leute waren das denn? (Lasst uns
überlegen, wie sich die Erde vor (!) 100 Jahren darstellte...) Dise Leute glaubten, ihre sozialen Gegensätze dermaßen offen gegeneinander austragen zu
müssen und die gesellschaftliche Mitbestimmung, die auch gerne
Partizipation genannt wird, dermaßen vernachlässigen zu können.
Wir haben heute ein neues „Wir“-Gefühl, wir spüren, dass wir
alle im selben Boot sitzen und uns längst nicht mehr gegenseitig
ausspielen lassen. Das Wort "sozial" hat eine neue Bedeutung. Gegensätze werden leise wegmoderiert, werden
entschärft, gemanagt, werden in verträgliche Bahnen geleitet. Der
Wert der Arbeit ist ja sowieso übereinstimmend ein ganz anderer
geworden, nachdem Roboter 4.0 diesbezügllich die Macht übernommen
haben. Wir haben gelernt, dass es auch außerhalb der Arbeitssphäre
Möglichkeiten gibt, sich selbst zu verwirklichen und wir haben
schon auf der Schule gelernt, wie wir uns „Gewinn“bringend mit
uns selbst beschäftigen können, wie wir Potentiale in uns heben
können und uns entwickeln, zu uns selbst kommen. Es hat sich zwar zwischenzeitlich eine
Klasse der Besitzenden und Mächtigen abzusetzen versucht, doch wir
sind ihnen noch rechtzeitig auf die Schliche gekommen, haben ihr
„Bewertungssystem“ der Menschen ohnehin nicht mehr akzeptiert.
Die frühe „Globalisierung“ ist Geschichte, ihre negativen
Auswirkungen der allgemeinen Identitätslosigkeit und Verfügbarkeit
längst überwunden. Wir haben uns der Erde neu angenähert, haben
verstanden, wie sehr sie ein Teil von uns ist und wir von ihr. Der
bedingungslose Raubbau konnte zurück gedrängt werden und stellt
sich im Rückblick als schwerer Irrtum heraus, der durch mannigfache
Abstimmungsprobleme unter den Menschen verursacht worden ist. Leider
waren bis zum Zeitpunkt der Umkehr schon viele Tierarten
ausgestorben, so dass diese unheilvolle Entwicklung samt ihren
egoistischen Impulsen nur teilweise rückgängig gemacht werden
konnte.
Dienstag, 4. Juli 2017
Montag, 3. Juli 2017
Baltisches Bad
„Jeder
Mensch kommt gerne irgendwo an“, so könnte man die Motivation
beschreiben, welche "die Gartenbesucher dazu bewegt, das Hohenheimer
Lavendel-Labyrinth zu begehen“:
So steht es jedenfalls eingangs im PR-Text zum betreffenden Labyrinth
im Stuttgarter Süden. Vom Typ her ist es ein sogenanntes „Baltisches
Bad“. Es besitzt zwei Öffnungen, einen Eingang und einen Ausgang.
Der Weg zur Mitte kann sehr lang werden, in diesem Falle 530 Meter.
Der Weg von der Mitte hingegen, der zum Ausgang führt, ist sehr
kurz, - nämlich 15 Meter. Das Tolle: es kann ein sinnliches Erlebnis
bedeuten.
Es gilt unter anderem, die Wärme der Erde unter nackten Fußsohlen zu spüren, Achtsamkeit zu üben. Die Insekten summen hören und den Zauber des Ortes riechen, ihn aufnehmen, sich von ihm betören lassen. Die Beete sind mit verschiedenen Lavendelsorten bepflanzt, der Boden um die Pflanzen ist mit Juraschotter bedeckt, auf den Wegen liegt Rindenschrot. Nach keltischem Glauben (auf den solche Labyrinthe zurück gehen..) liegt im Westen, wo die Sonne untergeht, die Anderwelt, das Jenseits, von wo aus man das Labyrinth nach Osten zum Sonnenaufgang hin betritt, um nach der Begegnung in der Mitte mit dem allumfassenden Göttlichen, wieder zurück zu kehren. Dazu kommt man in „Baltischen Rädern“, wie etwa hier, mit dem langen Weg rechtsdrehend im Uhrzeigersinn. Denn rechtsdrehend verheißt Glück, linksdrehend eher Unglück. Auch ist für die Wahl des Orts eines Baltischen Rads die Harmonie mit der Umgebung sehr wichtig sowie mit den unsichtbaren Energie- und Strahlenfeldern. Auf was das alles hinaus läuft: auf einen „heiligen Ort“. Und, was wichtig ist: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten!
Was uns das alles bringt? Mal ganz praktisch? Hier eine Möglichkeit, - es gibt noch viele andere: Man kann etwa mit einem Problem, einer Frage, das Labyrinth betreten, auf dem gewundenen Weg zum Zentrum alle Aspekte überlegen, die Dinge in sich drehen und wenden, um dann im Zentrum eine neue Richtung einzuschlagen und mit der Lösung ins Freie zu treten. Oder man lässt das unlösbare Problem, unseren Fehlschlag, den Klotz am Bein im Zentrum zurück, schüttelt sich und geht unbeschwert und mit neuer Energie und frischen Plänen zum Ausgang.
Es gilt unter anderem, die Wärme der Erde unter nackten Fußsohlen zu spüren, Achtsamkeit zu üben. Die Insekten summen hören und den Zauber des Ortes riechen, ihn aufnehmen, sich von ihm betören lassen. Die Beete sind mit verschiedenen Lavendelsorten bepflanzt, der Boden um die Pflanzen ist mit Juraschotter bedeckt, auf den Wegen liegt Rindenschrot. Nach keltischem Glauben (auf den solche Labyrinthe zurück gehen..) liegt im Westen, wo die Sonne untergeht, die Anderwelt, das Jenseits, von wo aus man das Labyrinth nach Osten zum Sonnenaufgang hin betritt, um nach der Begegnung in der Mitte mit dem allumfassenden Göttlichen, wieder zurück zu kehren. Dazu kommt man in „Baltischen Rädern“, wie etwa hier, mit dem langen Weg rechtsdrehend im Uhrzeigersinn. Denn rechtsdrehend verheißt Glück, linksdrehend eher Unglück. Auch ist für die Wahl des Orts eines Baltischen Rads die Harmonie mit der Umgebung sehr wichtig sowie mit den unsichtbaren Energie- und Strahlenfeldern. Auf was das alles hinaus läuft: auf einen „heiligen Ort“. Und, was wichtig ist: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten!
Was uns das alles bringt? Mal ganz praktisch? Hier eine Möglichkeit, - es gibt noch viele andere: Man kann etwa mit einem Problem, einer Frage, das Labyrinth betreten, auf dem gewundenen Weg zum Zentrum alle Aspekte überlegen, die Dinge in sich drehen und wenden, um dann im Zentrum eine neue Richtung einzuschlagen und mit der Lösung ins Freie zu treten. Oder man lässt das unlösbare Problem, unseren Fehlschlag, den Klotz am Bein im Zentrum zurück, schüttelt sich und geht unbeschwert und mit neuer Energie und frischen Plänen zum Ausgang.
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