Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 3. März 2026

Weise?

Weil sie im ökonomischen Sinne nicht mehr mitstricken am Bruttosozialprodukt und der Wachstumsrate, weil sie in einer Gesellschaft der vermeintlich Starken zu den eher Schwachen gehören, fühlen sich viele ältere Menschen ausgegrenzt. Dabei könnten sie phantastische Lehrer sein, - bei einer durchaus aufgeklärten Distanz zur eigenen Position kombiniert mit einem gesunden Skeptizismus. Ja, auch das hat man im Alter gelernt: Die eigene Position ist nicht immer die einzig richtige. Und so gibt es viele Erkenntnisse, die im Alter gewachsen sein könnten und in einer Kombination aus Erfahrung mit Wissen weitergegeben werden könnten. Viele Bauchlandungen der verschiedensten Art könnten auf diese Weise verhindert werden. Klar, dass Egoismen auch präsent sind! Da ist nicht „Friede, Freude, Eierkuchen!“. Jaja, die Anpassungsfähigkeit den Neuen Medien und überhaupt dem Neuen gegenüber! Schwachpunkt? Vielleicht könnte hier aber auch eine gewisse Distanz helfen! Nicht das blinde Nachrennen gewissen Entwicklungen gegenüber wäre gefragt, sondern ein abwartendes, langsames und eher kritische Fragen stellendes Nachfolgen. Das bewährte Wissen in Kombination mit dem Neuen kann zu Ergebnissen führen! Erlebte Geschichten wollen in ihrer Bedeutung für den aktuellen Tag erkannt und gedeutet werden! Gelassenheit und Unaufgeregtheit können zu dem Schatz dessen gehören, was auch dem aktuellen Tag samt seiner Hektik sehr nützen kann. Da schlummert ein Reservoir, das mit zunehmender Dynamik der Demographie und einer freundlich abnehmenden Vorurteilsfähigkeit gehoben werden könnte. Auch im Angesicht der jetzt dauernd unterstellten Faulheit und mangelnden Leistungsbereitschaft. Oh ja, das mag sich auch auf gewisse körperliche Anfälligkeiten beziehen: Wir werden nicht alle so stark bleiben, wie wir uns heute fühlen! Damit umgehen zu können, es einzubeziehen ins tägliche Dasein, könnte auch etwas von dem ausmachen, was wir von reiferen Menschen profitieren könnten.

Donnerstag, 18. September 2025

Maßvoll

Vielleicht kommt es auf das richtige Maß an, auf den ehrlich gesuchten Ausgleich (was nicht immer Kompromiss heißen muss). Man hat oder probiert auf der Suche nach Sinn verschiedene Ansätze aus (es geht möglicherweise gar nicht darum, sich mit seinem kleinen Ego mit etwas zu identifizieren, oder recht zu haben). Vielleicht gilt es um ein unspektakulär behutsames Abwägen, um ein Herausdestillieren von Möglichkeiten (mit dem man auch spielt). Wie bei Vielem im Leben: es geht um die Dosis. Wenn ich jetzt die Entwicklungen hierzulande sehe, scheint es mir vor allem um das Herausschälen eines Egos zu gehen, um einen Führungsanspruch, um das Verschwinden in „Schützengränben“ der Meinung. Um das Hinterlassen von „Spuren“, eines Stallgeruchs, der om politischen Raum gerne auch mal von Parteien verwaltet wird. Ob sie je wieder die Mitte des Volkes repräsentieren werden? Was ist die Mitte? Wer will denn heute ein solches Sinnbild des Mittelmaßes sein? Großartige Soziologen haben längst bewiesen, dass es in der heutigen Gesellschaft um das Herstellen von „Einzigartigkeit“ geht. So manchem mögen bei der Behauptung einer mittigen Wählbarkeit Zweifel kommen, auch angesichts der aktuellen Auftritte der „Köpfe“ solcher Parteien. Gelassener mag einem da zumute sein, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass es nach den Erkenntnissen der Quantenphysik darauf ankommt, ob man und von wo aus man eine Sache beobachtet. Je nachdem kann das Ergebnis variieren. Mithilfe der „kognitiven Dissonanz“ kann man sich „Realität“ sogar gefügig machen, indem man das Unangenehme oder scheinbar Unpassende ausblendet. Der Mensch fühlt sich halt unwohl, wenn er auf Informationen trifft, die seinen Überzeugungen zuwider laufen. Dciese Informationen werden gerne mal wegrationalisiert, ausgeblendet.

Donnerstag, 5. September 2019

Tatmenschen

Dem Nichts bin ich zugewandt, dem Flow, ich gehe darin offenbar unter und ich schaue in den leeren Raum ohne Illusionen…. „sieh doch alles einfacher!“ predigen die Oberflächensurfer. „Mach Dir nicht so viel Gedanken...“ Ist man deshalb schon „verkopft“? Ein strenges Urteil. Bloß nicht zu viel grübeln!, so das Gebot aus der Umgebung. Doch: Man macht sich leider lebenslang Gedanken. Sie können auch so aussehen: „Du bist nicht deine Wohnung! Du bist nicht dein Name! Du bist nicht dein Job! Du bist nicht dein Problem!“ Was dann? Wer? Was? Welche Rolle man spielt in dieser Komödie, müsste einen immer wieder interessieren. Humor wäre nicht nur an dieser Stelle wichtig. Man könnte Folgendem nachgehen: Was einem zugewiesen ist und was man ablehnen kann. Dass man einer von vielen ist, ein Gattungswesen, das sich in der Mehrzahl viel zu wichtig nimmt und dazu neigt, alles andere zu vernichten. Dass man einen Auftrag übernehmen muss, nämlich den der Evolution. Dass man einen Auftrag ablehnen kann, nämlich den der Gesellschaft. Dass man sich herausmodellieren muss, dergestalt, dass man sich auf die Spur begibt in Richtung auf sich selbst. Suchen! Aber nicht immer mit dem Ergebnis „optimieren“! Dass man den Dampfplauderern nicht immer zuhören muss, dass das vertane Zeit ist. „Social Noise“. Andere Leute sind konzentrierter und fokussierter, überhaupt, - besser. Klaro. Ich selbst suche zu lange. Versuche verschiedene Wege, was Zeit und damit verbundene Gelegenheiten kostet. Was aber auch mehr Überblick verschafft und unerwartete Gelegenheiten schafft. Ich wäge zu sehr ab, zweifle, zögere, zaudere…… Nicht nur in dieser Hinsicht könnte uns Leonardo da Vinci, der ja unlängst 500 Jahre alt (erst!) wurde, eine Inspiration sein. Er freilich konzentrierte und fokussierte sich, fand eine Lösung und ging schnell weiter zum Nächsten. Ich hingegen habe mich immer für das Verschiedene interessiert, einander widerstrebende Meinungen und Einschätzungen, blieb daran hängen und machte daran herum….. Darin kann man sich verlieren und einem allgemeinen Relativismus zuneigen, ich weiß. Hier gilt es, die Balance zu behalten. Es wird schwer, dann etwas Eigenes zusammenzubringen. Dennoch schien es mir fast immer möglich zu sein.

Montag, 27. Februar 2017

Technosilicon

Es fällt mir auf, dass immer mehr Prominente sich mit „journalistischen Abstechern“ nach Silicon Valley aufmachen, um dessen scheinbare Vorzüge zu preisen und die hiesige Gesellschaft als eine der ewigen Bedenkenträger darzustellen, die den Segnungen eines Silicon Valley nicht folgen kann. Außerdem würden die Banken mit ihrer schleppenden Kreditvergabe das Übrige dazu beitragen. Deshalb seien auch die scheinbar fähigsten Geister längst ins gelobte Land Silicon Valley ausgewandert, so die von bekannten Fernsehgesichtern präsentierte Kolportage. Es wird dann die Unbefangenheit und Schnelligkeit gepriesen, mit der dort scheinbar technologische (und am Ende doch ökonomische? Ziele verfolgt werden. Tolle Startups sind die Lösung, die Europa blockiert.
Ist die Skepsis noch erlaubt, die eine allgemeine Begeisterung für ein solch gnadenlos optimistisches Weltbild (auch Trump mit seiner Verleugnung einer „Klimakatastrophe reiht sich hier ein....) dahinter vermutet? Ein ganzes Weltbild. Es hätte in den USA Tradition und bestimmt den Alltag.
Nicht nur Lebensmittel aller Art sind dort längst technologisch manipuliert. Eine wahnsinnige Vielfalt scheint die riesigen Supermärkte zu beherrschen, die jedoch von ein paar wenigen Firmen beliefert werden. Es herrscht ein die Wirklichkeit bestimmender und ungebrochener Glaube an das Machbare, an das Heil, an den jüngsten Tag der Offenbarung und ähnliche Dinge. Kritik wird von diesem Standpunkt aus eher als Bremse empfunden. Die Lösung wird technologisch sein, so der Glaube.

Kein Zweifel, Europa kann davon etwas lernen. Aber die USA und Silicon Valley könnten auch von Europa (trotz aller „Langsamkeit“) etwas lernen. Es könnte ein fruchtbarer Austausch stattfinden. Schon jetzt scheint beispielsweise der Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel nicht mehr wie gedacht zu klappen. Es funktioniert einfach immer weniger. Gegen gewisses Unkraut scheint selbst das obergiftige Glyphosat nicht mehr zu wirken (selbstverständlich, nachdem ökonomische Abhängigkeiten längst eingeführt worden sind. Das bedeutet: Bestimmte Firmen haben Farmer längst abhängig von ihren Produkten gemacht. Ein halbwegs funktionierender Markt mit Konkurrenz und „Mitbewerbern“ existiert kaum mehr....) Was nun? Ob es ein Problem ist, das auf zahlreichen anderen gesellschaftlichen Ebenen Bedeutung gewinnt? Etwa im Gesundheitssystem?. Was ist mit Krankenhauskeimen? Wieso ist das ausgerechnet in Deutschland ein so großes Problem?   

Freitag, 19. August 2016

Mit Sokrates sich selbst auf der Spur (1)

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“ sagte einst Sokrates, der große griechische Philosoph des Nichtwissens und Zweifels. Der Satz steht sogar draußen auf dem großen Poster in meinem Zimmer. Er war und ist einer meiner Orientierungsmarken. Durch die Praxis der Selbsterkenntnis entwickelt Sokrates eine Bewusstheit, die auch ihr Nichtwissen annimmt. Er war ein Sucher des Selbst und ein Liebhaber der Weisheit. Sich spüren, wie die Ego-Sucher heute so gerne sagen, war sein alltäglicher Versuch. Sich erkennen. Dem möglichst nahe kommen. Sich annähern und das dann auch spüren, merken. Dabei brauchte er keine Bungee-Sprünge, Wasserturmsprünge oder sonstige Fallschirmverrenkungen. Er war auf der Spur seiner selbst und nahm dafür in Kauf, anders zu sein. Er war bereit, einen Preis dafür zu bezahlen, was ihn letztlich wohl auch das Leben gekostet hat. Denn die Umwelt will Angleichung, will uns in den Algorithmus zwingen, in das Typische und Vorhersagbare. Aber beispielsweise die Kunst kann einen Weg weisen, einen Fingerzeig geben, zum Beispiel sie selbst suchen und sich dabei ausdrücken. Das ureigene Selbst, das gerade nicht geklont werden kann, das sehr eigen ist. Aber auch anderen Menschen dadurch neu begegnen. Den Austausch dadurch anregen. Diese Ebene zu beschreiten lernen, sich hinein geben in die Zeichen, die Bedeutungen und ihre Schönheiten. Das Abenteuer wagen. Die Bereitschaft freundlich mit einem Lächeln aufbringen. Jawohl, das könnte möglich sein – und nicht nur eine verbal nett esoterisch klingende Vision. Ich selbst glaube das in der Realität erlebt zu haben. Aber man kann diesen Vogel nicht festhalten. Er fliegt womöglich davon und ist weg. Er ist womöglich selbst etwas Vorübergehendes, Flüchtiges. Rede, Gegenrede, Dialog und Fragen: das war Sokrates' Methode. Das Offene. Das manchmal auch Gefährliche und Radikale. Nicht das festgefügte Dogma, nicht das absolute Wissen. Nicht die Anmaßung, die leider zu oft von Religionen ausgeht, deren fundamentalistische Form schon mal von göttlicher Offenbarung ausgeht und sich dadurch jeden Diskurses entzieht. Etwas ist richtig, weil es richtig ist! Wie weit ist das von Sokrates' Sicht auf die Welt entfernt!    

Samstag, 2. April 2016

Musterschüler, Primus und Alphas

Diese Musterschüler, die alles wissen und es laut heraus sagen müssen, die habe ich immer gehasst. Ich erkenne sie auch jetzt wieder, in den Talkrunden, in den Ego-Profilierungsshows, in den Verkaufslächelrunden, in den Seminaren, Konferenzen und Meetings. Wie sie mit ihrem scheinbaren Wissen prahlen! Wie sie kundig dreinblicken und den Eindruck des Verständigen zu erwecken vermögen. Fast scheint es, als seinen sie darauf seit Ewigkeiten spezialisiert, als ei es ihre Methode der Kommunikation. Mir blieb angesichts dessen oft genug der Zweifel und nur der! Meine Trägheit und Schwerfälligkeit, naturgemäß. Meine Gleichgültigkeit. Mein Aushalten. Meine Skepsis. Ich schaute immer nur durch mich selbst hindurch und war mir dieser Perspektive bewusst. Sie hingegen nahmen ein Flair der Allgemeingültigkeit für sich in Anspruch und sonnten sich ganz beiläufig darin, ohne dass es ihnen direkt vorzuwerfen wäre. Denn es war und ist deren Position, so stellen sie sich gegenüber der Welt auf. Sie nennen es manchmal Selbstbewusstsein und wollen es als Ausweis der Alphatiere gedeutet sehen. Ob es freilich eine Art Weltklugheit bedeutet und bedeutete, das mag dahingestellt bleiben.