Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 15. Juli 2025

Rockrollen

Es gab in der Rockmusik früher oft fein ziselierte Klänge/Klangebilde und lyrische Zeilen, die man auch für „romantisch“ hätte halten können. Der romantische Künstler scheint dabei in vielerlei Hinsicht das „Role Model“ dafür abgegeben zu haben. Betonung der Individualität, Befreiung der Bedürfnisse, Kritik an der Konsumgesellschaft und dem, was als „normal“ verkauft wird, Spießertum, Kleingeisterei u.ä. Bei genauerem Hinsehen war dieser romantische „Effekt“ jedoch allzu oft beabsichtigt und sollte auf der Ebene dahinter oft genug dem Zweck der Umsatzsteigerung dienen. Dass die Künstler oft selbst empfindsame Geister waren, wurde da gerne in den Dienst genommen, weil die „Fans“ ja an solche Haltungen und Gegebenheiten von Künstlern glaubten. Sie wurden oft genug (und manchmal auch zu Recht) als hochsensible Geister angesehen, die einem brutalen Materialismus ausgeliefert waren. Blöd nur, dass es nicht wenige „Künstler“ auf diesem Terrain gab, die sich in den von der Gesellschaft propagierten Reichtum, in Villen, Schlösser und Nobelkarossen flüchteten. Unbemerkt waren sie auf diese Weise in die Fänge der brutal materialistischen Kräfte der Gesellschaft geraten. Im Nachhinein wurde dies mit allerlei Rechtfertigungsstrategien versehen: kreative Geister von solchem Format sei so etwas nachgesehen und es ginge ja überhaupt um das Ringen um Anerkennung, um sozialen Status, der dadurch zu erreichen war. Es ging um Mimikry, um subversives Verhalten, um ein Einschleichen in soziale Rollen, - letztlich um so etwas wie den „Marsch durch die Institutionen“. Die dabei auftretende Deformation des Bewusstseins, die Korruption durch das „große Geld“, all dies wurde schulterzuckend zur Kenntnis genommen.

Freitag, 4. Juli 2025

Anfangs

Es gab in der Rockmusik früher oft fein ziselierte Klänge/Klangebilde und lyrische Zeilen, die man auch für „romantisch“ hätte halten können. Der romantische Künstler scheint dabei in vielerlei Hinsicht das „Role Model“ dafür abgegeben zu haben. Betonung der Individualität, Befreiung der Bedürfnisse, Kritik an der Konsumgesellschaft und dem, was als „normal“ verkauft wird, Spießertum, Kleingeisterei u.ä. Bei genauerem Hinsehen war dieser romantische „Effekt“ jedoch allzu oft beabsichtigt und sollte auf der Ebene dahinter oft genug dem Zweck der Umsatzsteigerung dienen. Dass die Künstler oft selbst empfindsame Geister waren, wurde da gerne in den Dienst genommen, weil die „Fans“ ja an solche Haltungen und Gegebenheiten von Künstlern glaubten. Sie wurden oft genug (und manchmal auch zu Recht) als hochsensible Geister angesehen, die einem brutalen Materialismus ausgeliefert waren. Blöd nur, dass es nicht wenige „Künstler“ auf diesem Terrain gab, die sich in den von der Gesellschaft propagierten Reichtum, in Villen, Schlösser, Yachten und Nobelkarossen flüchteten. Unbemerkt waren sie auf diese Weise in die Fänge der brutal materialistischen Kräfte der Gesellschaft geraten. Im Nachhinein wurde dies mit allerlei Rechtfertigungsstrategien versehen: kreative Geister von solchem Format sei so etwas nachgesehen und es ginge ja überhaupt um das Ringen um Anerkennung, um sozialen Status, der dadurch zu erreichen war. Es ging um Mimikry, um subversives Verhalten, um ein Einschleichen in soziale Rollen, - letztlich um so etwas wie den „Marsch durch die Institutionen“. Die dabei auftretende Deformation des Bewusstseins, die Korruption durch das „große Geld“, all dies wurde schulterzuckend zur Kenntnis genommen.

Sonntag, 28. April 2024

Wohlstand und Wir

Die Zeiten, in denen „wir“ führend in jeder Hinsicht waren, könnten vorbei sein. Aber „wir“ könnten umschalten und den „Wettbewerb“ akzeptieren. Wir könnten beispielsweise anstreben, unsere Gesellschaft trotz Führungsanspruch aus Berlin („an uns sollen sich alle anderen orientieren. Wir sind Vorreiter“) auch in Zukunft weitgehend egalitär zu halten, was heißt, ökonomisch und anders bedingte Statusunterschiede möglichst gering und die Möglichkeiten zur Partizipation auch mittels Transparenz hoch zu halten und die derzeit von allen Seiten auf uns einströmende Polarisierungstendenzen gering zu halten („Die Schere zwischen Arm und Reich...“ u.a.). Wir könnten ernsthaft versuchen, in jeder Hinsicht eine Vielfalt zu bewahren und deren Wert gegenüber dem Einseitigen, Eintönigen, Einheitlichen klar zu sehen. Modisch ausgedrückt: das „Diverse“. Es gilt vielleicht, noch viele Dinge kennen zu lernen, mit den jeweils zur Verfügung stehenden Mitteln auch den Kosmos und den größeren Zusammenhang zu erkunden, damit auf Tuchfühlung zu bleiben. Angesichts der vielen digitalen Verblödungsmechanismen könnten wir versuchen, uns Wissen anzueignen, um mit Wissen/Fakten besser umgehen zu können, es in einen Zusammenhang bringen zu können. Es gilt auch zu verschieden motivierten Führerfiguren auf Distanz zu bleiben, sich niemals auszuliefern, sondern sich selbst und die Möglichkeiten des eigenen Selbst dagegen zu setzen...., dies mag auch eine mögliche Haltung zu Verdinglichung und Entfremdung sein, die uns in mannigfacher Gestalt begegnen und uns samt unserem Umgang schleichend aufzufressen drohen. Es gilt, Spannungen und das Nichtwissen auszuhalten, Widersprüche zu ertragen und sie nicht in eine falsche Einheit auflösen zu wollen. Wir sollten auch eine Distanz zu kollektiven Zusammenhängen wagen und keinesfalls eine fremdgeleitete Identität daraus ableiten. Uns nicht bestimmen zu lassen, sondern uns selbst zu bestimmen, könnte ein Ziel sein. X x The days when “we” were leaders in every way may be over. But “we” could switch and accept “competition”. For example, we could strive to keep our society largely egalitarian in the future, despite Berlin's claim to leadership (“everyone else should follow us. We are pioneers”), which means that economic and other status differences are as small as possible and the opportunities for participation too to keep it high through transparency and to keep the polarization tendencies that are currently flowing towards us from all sides low (“The gap between rich and poor...” etc.). We could seriously try to preserve diversity in every respect and to clearly see its value over the one-sided, monotonous, uniform. To put it fashionably: the “diverse”. Perhaps there are still many things to get to know, to use the means available to explore the cosmos and the larger context, and to stay in touch with it. Given the many digital dumbing down mechanisms, we could try to acquire knowledge in order to be able to deal with knowledge/facts better and to be able to put them into context. It is also important to stay at a distance from leaders with different motivations, to never surrender yourself, but to set yourself and your own possibilities against them.... this may also be a possible attitude towards reification and alienation, which we face in many different forms encounter and threaten to slowly consume us and our interactions. It is important to endure tensions and ignorance, to endure contradictions and not to want to dissolve them into a false unity. We should also dare to distance ourselves from collective contexts and under no circumstances derive an externally derived identity from them. Not letting ourselves be determined, but rather determining ourselves could be a goal.

Sonntag, 11. Februar 2024

Intellektuelle Eliten

Es scheint eine spitzmündig elitär sich gebärdende Elite zu geben, die unter anderem durch gegenseitiges Zuspielen von Chiffren ihre Wichtigkeit betont und unter anderem genießerisch die Welt erklärt. Es geht um gegenseitige Selbstvergewisserung unter Intellektuellen, es geht darum, sich einer allgemeinen Überlegenheit des Verstehens zu versichern. Lieblingsjargon dieser Eliten „Spannend“, „witzig“…. Es geht um Selbstüberschätzung gewisser Agenten akademischer Disziplinen, Beispiel: je mehr die Geisteswissenschaften an Bedeutung verlieren, desto mehr betonen gewisse, hochspezialisierte „Agenten“, die aus ihren akademischen Disziplinen kommen, ihre Fähigkeit zur Welterklärung. Sie stellen in ihren Büchern steile Thesen auf und breiten sie augenrollend vor dem staunenden Publikum aus. Sie wollen das Ego vorstellen, das stellvertretend bündelnd unser kollektives Unterbewusstsein hervor holt und mit erhobenem Zeigefinger seine Strukturen erklärt. Daraus entsteht dann der bewundernd faszinierte Blick „von unten“…. Wobei diese akademisch geadelten Leute möglicherweise in ihrer Rolle auch das Produkt aus Zufall und Ehrgeiz sind…...

Mittwoch, 13. Dezember 2023

Zeichen des Status

Was mir auffällt: Frauen sind zunehmend stark geschminkt. Zumindest in den Medien und bei den Influencerinnen. Kaum eine Frau scheint da noch ohne kräftigen Lidschatten auszukommen. Das Dezente scheint nicht mehr angesagt. Wieso das zugenommen hat? Spekulationen sind erlaubt. Entgegen allen feministischen Emanzipationsstrampeleien scheinen manche Frauen dem von den Männern geprägten Ideal immer mehr und eindeutiger entsprechen zu wollen. Sie stehen offenbar in einem Wettbewerb, dessen Regeln von außen gegeben sind. Dazu kommt, dass man sich gerne mal eine dicke Lippe oder dicke Titten aufoperieren lässt. Das macht im Alltag selbstbewusster (so heißt es). Sich einen Kim-Kardashian-Arsch aufoperieren zu lassen, ist da schon viel teurer und gefährlicher. Geht`s noch? Ekelhaft, wenn man weiß, wie gegen Geld gemacht und gestaltet das ist. Solch „Imponiergehabe“ scheint zumindest für eine bestimmte Gesellschaftsschicht zu gelten. Eine andere führt das Lastenfahrrad vor, kauft Nachhaltiges im Bio-Markt, fährt Tesla als Zweitwagen und zeigt sehr offensiv ohne Rücksicht auf Kosten, was für ein guter Mensch doch in einem steckt. Wow, wenn man da nicht mitmacht? Ist man bei den „Besserverdienenden“ unten durch. Trash. Abgrenzung. Stigmatisierung. Sie wissen, wie man besser lebt und wollen einem das oft genug vorschreiben. Man muss die Leute halt zu ihrem Glück zwingen. Zur Not auch mit (staatlich legitimierter) Gewalt. Solaranlage aufs Dach? ok. Dise Menschen müssen ja, um die Rechnung zu begleichen, nicht ihren noblen Lebensstil aufgeben. Das ist bei ihnen „Portokasse“.

Mittwoch, 8. November 2023

Total elektro

Es kommen einem sehr klobig große Karossen entgegen, die die Elektromobile sein sollen, die Öko-Gutmenschen fahren. Dabei hatten wir doch gelernt, dass Öko-Fahrzeuge möglichst wenig ausladend und sparsam in jeder Hinsicht sein sollten. Nachhaltig halt. Und nun diese gewaltigen Kisten? Wer es sich leisten kann, nimmt auch noch die Karossen eines amerikanischen Milliardärs als Statussymbol her und glaubt, somit etwas für die Umwelt zu tun. Kleinere Autos? Erschwinglich?Fehlanzeige. Somit scheinen mir diese neuen Autos sehr aktiv zur sozialen Spaltung beizutragen. Doch solche, alle Bürger betreffenden Kosten, sind ausgelagert. Die Allgemeinheit hat sie zu tragen, - so das bisherige Credo dieser „Marktwirtschaft“. x x You come across very clunky bodies that are supposed to be the electric vehicles that eco-do-gooders drive. We had learned that eco-vehicles should be as minimally bulky as possible and economical in every respect. Sustainable. And now these huge boxes? Those who can afford it also use the cars of an American billionaire as a status symbol and believe that they are doing something for the environment. Smaller cars? Affordable? None. So these new cars seem to me to be contributing very actively to social division. But such costs, which affect all citizens, are outsourced. The general public has to bear it - that is the current credo of this “market economy”.

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Monopol und Wirtschaft

Ich denke immer kritischer über das nach, was ich in den letzten Jahrzehnten erfahren habe, in diesem Strudel, der sich Realität nennt und der immer mehr und eindeutiger von der Größe „Geld“ bestimmt wird. Gigantisch große Firmen und Kapitalzusammenballungen, Marketing und Werbung haben die Rules übernommen, in letzter Zeit auch per KI. Monopolisierung ist angesagt. Bereich Popmusik: Gewisse große Künstler/acts laufen aus sich selbst heraus mehrtägig in den größten Arenen, verkaufen sich und ihre Konzerte glänzend: Helene Fischer, Taylor Swift etc. Der „Bodensatz“ der acts freilich ist weitgehend verschwunden, das Fundament, auf dem sich viel aufgebaut hat. Die kleinen und mittleren Konzerte. Dies entspricht dem Trend in dieser Gesellschaft.Erst stand Pop- und Rockmusik für Nonkonformität in einer Kultur, die auf Zustimmung und Konformität angelegt war. Man projezierte in sie vielleicht etwas hinein, sah einen vorübergehenden Trip als Grundeinstellung (was natürlich total falsch war). Wenn es etwas heraus zu destillieren gab/gibt, ist es immer noch die Phantasie. Sie freilich wurde längst professionalisiert und in kommerzielle Bahnen überführt. Wenn ich heute etwa die Grammy-Verleihungen im TV sehe, bin ich entsetzt ob der vielen willfährigen Diener, die die „Künstler“ vor den Willi Wichtigs der sie umgebenden Medien-Industrie machen! Ich nehme nur noch den symbolischen Gehalt wahr, musikalisch interessiert mich das schon lange nicht mehr. Ich denke darüber nach, ob sich alles erledigt hat und bin angeekelt von diesen Gesten und Posen der Unterhaltungsindustrie.

Mittwoch, 27. September 2023

Geistis, Sinn und Marktwirtschaft

Was mich ärgert: Der Erwerb von Bildungsqualifikation wird allüberall als Voraussetzung für gesellschaftlichen Aufstieg und großes Einkommen gepriesen. Mir scheint das radikal falsch zu sein, weil es nur wirtschaftsgängige, kaufmännische und technokratisch orientierte Studiengänge zu gelten scheint. Beliebt sind unter sozialen Aufsteigern auch juristisch orientierte Disziplinen. Ich jedenfalls habe erlebt, dass sich geisteswissenschaftlich orientierte Studiengänge gröbste Diskriminierungen bis hin zum extremen sozialen Abstieg anhaltend gefallen lassen müssen. Dies trifft natürlich Studierende unterschiedlicher Herkunft in unterschiedlicher Weise. Wer "reiche" Eltern hat, sitzt so etwas mühelos aus und drängt zu seiner eigenen "Selbstoptimierung". Und, was logisch erscheint: Gerade unter Geisteswissenschaftlern scheint extremer Wettbewerb dergestalt zu herrschen, dass vor allem „Networking“ (Aufbau und Erhalt von Seilschaften) und Glück gilt, um auf diesem Feld groß heraus zu kommen. Wer „nur“ seinem inneren Kompass folgt, scheint im Abseits zu landen. Insofern scheint mir hier eine extreme Teilung vorzuliegen: Wer sich im gesellschaftlichen Sinne als „durchsetzungsstark“ (oft nicht das Gros der Geisteswissenschaftler) erweist, scheint eindeutig im Vorteil zu sein. Insgesamt scheint mir so etwas nicht dazu zu führen, dass sich ein Teil der akademisch Gebildeten als ein „nützliches Mitglied“ der Gesellschaft bewähren und damit sein Bestes geben kann. Außerdem wird von dergestalt „Erfolgreichen“ gerne vergessen, was sie der Gesellschaft schulden, die die Voraussetzungen für ihren Aufstieg geschaffen hat. Wohin Orientierungslosigkeit und mangelnde Bereitschaft, sich zu hinterfragen, führen kann, wird am aktuellen Zustand dieser Gesellschaft und ihren Entwicklungen überaus deutlich. „Sinn“ erscheint als Kategorie kaum noch akzeptiert. „Die Märkte“ regieren und suchen sich dafür ihr Personal. Die „Reichen“ scheinen fest davon überzeugt, dass sie ihren Erfolg sich selbst verdanken und ihn deswegen auch verdienen. Die Erfolgreichen zelebrieren nach wie vor ihre „Verdienste“ mit großer Überheblichkeit und medialer Ausstrahlung. Es scheint „noch“ (!) ein allgemeiner Glaube daran zu herrschen, dass sich der Wert einer Person an ihrem Wohlstand, ihres beruflichen Standes und ihres Bildungsabschlusses bemisst. Die, die „man“ nicht sieht, verdrücken sich auf der anderen Seite des sozialen Grabens in Armut und bedauern, dass sie sich nicht rechtzeitig an gewisse politische Parteienstrukturen und den damit zusammen hängenden Mechanismen des sozialen Aufstiegs angepasst haben. In gewisser Weise sind sie die Verlierer der Globalisierung und sind bei denen gelandet, die sich mit geringem Einkommen und einer permanenten Entwürdigung auseinander zu setzen haben. x What annoys me: The acquisition of educational qualifications is praised everywhere as a prerequisite for social advancement and a large income. That seems radically wrong to me, because it only seems to apply to business, commercial and technocratically oriented courses. Legally oriented disciplines are also popular among social climbers. In any case, I have experienced that humanities-oriented courses have to put up with the most gross discrimination, including extreme social decline. Of course, this affects students from different backgrounds in different ways. Anyone who has "rich" parents sits it out effortlessly and pushes for their own "self-optimization". And what seems logical: Especially among humanities scholars, there seems to be extreme competition in such a way that “networking” (establishing and maintaining cliques) and luck are what count most in order to make it big in this field. Those who "only" follow their inner compass seem to end up on the sidelines. In this respect, it seems to me that there is an extreme division here: those who prove to be “assertive” in the social sense (often not the majority of humanities scholars) seem to have a clear advantage. All in all, it seems to me that something like this does not lead to a part of the academically educated being able to prove themselves as a “useful member” of society and thus do their best. In addition, such "successful ones" tend to forget what they owe to the society that created the conditions for their advancement. Where a lack of orientation and a lack of willingness to question oneself can lead becomes extremely clear in the current state of this society and its developments. “Sense” hardly seems to be accepted as a category anymore. "The markets" rule and look for their staff. The "rich" seem firmly convinced that they owe their success to themselves and therefore deserve it. The successful still celebrate their "merits" with great arrogance and media charisma. There seems to be "still" (!) a general belief that the value of a person is measured by their wealth, their professional status and their educational qualifications. On the other side of the social divide, those who cannot be seen squander themselves in poverty and regret that they did not adapt in good time to certain political party structures and the associated mechanisms of social advancement. In a way, they are the losers of globalization and have ended up with those dealing with low incomes and permanent degradation.

Donnerstag, 24. August 2023

Zeugnis

Ich stoße bei meiner Aufräumaktion auf Zeitungsausschnitte, die ich alle als irgendwie wertvoll für mich und mein Bild von der Welt betrachtet hatte. Ich habe sie aufbewahrt und dadurch durch die Zeitläufte hindurch indirekt einiges über meine Motivation damals erfahren, weiß jetzt, dass ich den falschen Leuten geglaubt habe, bin damals zu gerne ihrer Einschätzung, ihrem Wehen im Wind des Zeitgeists aufgesessen. Es geht jetzt um die soziale Durchlässigkeit, um die Möglichkeit des Auf- oder Abstiegs, das mich höchstens theoretisch bewegt hat, unter anderem in einem Studium. Es geht um das Wort „Unterschicht“, das wohl so ungern in den Mund genommen wurde und das heutzutage mit allerlei technokratischen Ausdrücken umschrieben wird. Es geht um oben und unten, drinnen und draußen. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt scheinen die „feinen Unterschiede“ gepriesen worden zu sein, in Veröffentlichungen, Analysen, Verlautbarungen. Es muss dies wohl einigermaßen direkt (heute würde man das als „disruptiv“ benennen) in eine Betrachtung des groben Unterschieds in Unten und Oben übergegangen sein, eine neue Betrachtung der sozialen Unterschiede, die die herabsetzende und verächtlich machende Bedeutung des Wortes ganz bewusst in Kauf nimmt und sie genauer betrachten will. Die Welt der Reichen und Superreichen, die InfluencInnen und Lamborghini-FahrerInnen, die uns mittlerweile täglich vorgeführt wird, war darin noch gar nicht vorgekommen und somit auch nicht aufgenommen. Eine „abgestumpfte Gleichförmigkeit“ treibe diese Unterschichtler an, mangelndes Bewusstsein dafür, was „das Leben“ einem bieten könne, wenn man nur wolle, so die Analyse. Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit könnten je nach Status und Position durch Bildung besser bewältigt werden. Es geht darum, an der Welt der Möglichkeiten teilzuhaben. Wie? Durch Bildung, - so hieß es. Wir glaubten das, irgendwie. „Selbständige Lebensführung“ und „Selbstoptimierung“ sind aber mittlerweile Werte, die deutlich mehr gefragt sind. Jeder sei seines Glückes Schmid, so heißt es heutzutage gerne den Neoliberalismus in seiner reinsten Form in sich aufnehmend. „American way of life“, gilt das noch? Vom Tellerwäscher zum Millionär? Ob das die Karotte ist, die dem Esel vor die Nase gehalten wird? Migration, Klima und „Wachstum“ sind inzwischen noch als oft umlaberte Problemherde dazu gekommen. Ob es noch eine „Zugehörigkeit für alle“ gibt? When I'm cleaning up, I come across newspaper clippings, all of which I considered valuable in some way for me and my view of the world. I kept them and through the course of time indirectly learned something about my motivation back then, now I know that I believed the wrong people, I was too happy to be taken in by their assessment, their blowing in the wind of the zeitgeist. It's now about social permeability, about the possibility of promotion or relegation, which only moved me theoretically, among other things in a course of study. It's about the word "lower class", which was probably so reluctantly used and which is nowadays described with all sorts of technocratic expressions. It's about up and down, inside and outside. Up to a point, the "subtle differences" seem to have been extolled, in publications, analyses, pronouncements. This must have passed fairly directly (today this would be called "disruptive") into a consideration of the gross difference between below and above, a new consideration of social differences that quite consciously accepts the derogatory and contemptuous meaning of the word takes and wants to take a closer look at them. The world of the rich and super-rich, the influencers and Lamborghini drivers, which is now being shown to us every day, had not yet appeared in it and was therefore not included. According to the analysis, a “jaded uniformity” drives these lower classes, a lack of awareness of what “life” can offer you if you really want to. Depending on one's status and position, life risks such as unemployment, old age and illness could be better managed through education. It's about being part of the world of possibilities. How? Through education, - so it was said. We kind of believed that. However, “independent living” and “self-optimization” are now values that are much more in demand. Everyone is lucky, that's what people like to say nowadays, absorbing neoliberalism in its purest form. "American way of life", is that still true? From rags to riches? Is that the carrot being held in front of the donkey's nose? Migration, climate and "growth" have now been added as trouble spots that are often talked about. Is there still a "belonging for all"?

Dienstag, 15. August 2023

Aufstieg gestern und heute

Ich versuche, alten „Kruschd“ zu ordnen. Dabei fällt mir ein Ausschnitt auf, dem wir damals womöglich geglaubt haben. Darin heißt es von einem „Experten“ thesenartig: „Beim Hochschulstudium ergeben sich die höchsten Gewinne“. Nun ja, ich überlege mir: von denen haben wir nichts mitgekriegt. „Selbst schuld“ würden uns da viele dem Neoliberalismus verpflichteten Leute sagen. 2. These: „Höhere Bildung verringert das Risiko der Arbeitslosigkeit“. Auch dies würden wir ganz klar bestreiten, scheint es doch vor allem für Absolventen bestimmter Studiengänge zu gelten. 3. „Die Behauptung, es gebe auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu viele Menschen, die studiert haben, ist falsch“: Nun ja, die Konkurrenz saß einem ein um das andere Mal unangenehm im Nacken, woran wir uns deutlich erinnern. Immerhin wird in diesem Artikel konzidiert: „Die größten Unterschiede beim Lebenseinkommen ergeben sich nicht im Hinblick auf Region oder Geschlecht, sondern bezüglich der Fachrichtung des Abschlusses“. Dem können wir nur zustimmen, verfügt die Masse der Tonangeber in dieser Gesellschaft doch über einen juristischen Abschluss. Die Geldwirtschaft wird in diesem Artikel auch noch genannt. Stimmt. Ein Plus an Lebenseinkommen solle sich daraus ergeben: mag sein. Wer sich freilich für einen Abschluss in einem geisteswissenschaftlichen Fach entschieden hat, für den gelten die genannten Rahmenbedingungen ganz und gar nicht. So mancher mag aus heutiger Sicht bedauern, sich jemals für so etwas entscheiden zu haben, etwas, was vor allem den finanziell gut gestellten Kreisen in dieser Gesellschaft, dem sogenannten „gehobenen Mittelstand“ nützen mag. Höhere Bildungsabschlüsse gehen systematisch mit höherem Monatseinkommen einher, mit einem geringeren Risiko, arbeitslos zu werden sowie insgesamt mit einem sechstelligen Zuwachs beim Lebenseinkommen. Alles Lüge, so wollen wir aus heutiger Sicht behaupten. Das Vorgetragene gilt nur für bestimmte Fachrichtungen, die vermeintlich besonders gut in ein vornehmlich technologisch oder juristisch orientiertes Bedürfnisprofil dieser Gesellschaft passen. Was fragwürdig genug erscheint, denn die Kategorie des Sinns fällt auf diese Weise aus.

Samstag, 22. Juli 2023

Vielflieger

Ich lese die „Bekenntnisse“ eines Vielfliegers. Es heißt da u.a.: „Solange die Chinesen und Inder rausblasen, was sie wollen, macht es keinen Unterschied, zu fliegen oder nicht….Den Impact im internationalen Vergleich, den machen nicht wir in Deutschland. Der CO2-Verbrauch pro Person liegt im Schnitt bei 10,8 Tonnen pro Person. In China bei 8,0. In Indien bei 1,9.“ „Noch“ sagt der wichtige Mann (!). Leider hat er damit recht, mag der glatzköpfige Loriot-Bundeskanzer auf tausend Pks noch tausendmal die Worte wiederholen, die sein Wirtschaftsminister und die von ihm vertretene Partei geprägt hat. Dieses „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ hat mir auch nie geschmeckt und mit der Vorbildfunktion des viertgrößten Industriestaates ist es nach tausend gebrochenen und teilweise gesetzlich fixierten Vorsätzen sowieso nicht weit her. Ja ja, der Krieg ist die große Ausrede. So was hängt uns zum Hals raus. Man kann bei uns problemlos von Frankfurt nach München fliegen, was Viele offenbar auch machen. Ja, wenn das so ist, so sage ich mir, was bedeutet das dann, wenn ein Einzelner auf einen Flug verzichtet? Da wird von den Wichtigs unterwegs munter geduscht und Champagner gesoffen, da werden Zubringer-Limousinen benutzt und die Luxus-Lounge mit all ihren Status-Vorteilen abgesessen. Was soll das dann, wenn ich mich möglichst wassersparend durch den Tag zu bewegen versuche? Flugmeilen werden gesammelt und es wird sich weiterhin in der eigenen Wichtigkeit gesonnt, - alles auf Kosten jener Umwelt, die uns eigentlich alle gemeinsam gehört.

Mittwoch, 7. Juni 2023

Leistung?

Vom Tellerwäscher zum Millionär: Von solchen Sprüchen werden und wurden ganze Gesellschaften getrieben. Man kann etwas erreichen, wenn man es nur will, so ein weiterer Glaubenssatz dieser Gesellschaften: „Ohne Fleiß kein Preis“, „you can make it, if you try it“ . Wenn ich Bilanz ziehe, dann muss ich sagen, dass ich solche Sprüche nicht besonders ernst nahm in meinem Leben. Etwas „aus sich machen“? Kam mir nicht ernsthaft genug in den Sinn. Ich folgte meinem eigenen Kompass und vertraute darauf, dass er mich richtig führen würde. Man hatte einiges an dieser „Leistungsgesellschaft“ damals auszusetzen, was ich schließlich für mich als in der Luft liegendes Gefühl vielleicht zu ernst nahm. Was wohl in diesem Zusammenhang „Zeitgeist“ bedeutet? Ein unzuverlässig’ Ding. Es war für mich aber immer schon klar, dass hinter jedem „Erfolg“ in dieser Gesellschaft auch das Glück und der Zufall seine Rolle spielte. Dieses Glück scheint mir selbst eine Weile durchaus gewogen gewesen zu sein (irgendwie nahm ich noch jede Kurve, kam über jedes Hindernis hinweg, das sich mir in den Weg stellte und „lernte“ daraus), schließlich aber überhaupt nicht mehr. Wieso? Man sollte lieben, was man sich zu tun vorgenommen hat, man sollte das als seinen Weg erkennen und darauf vertrauen, dass er der richtige ist, so die lautere Meinung. Man sollte versuchen, seine ureigenen Talente zu entwickeln, um auf diese Weise einen Beitrag (zum Gemeinwohl?) leisten zu können. Man sollte in jedem Falle dem nachgehen, was man als seine ureigene Berufung erkannt hat (erkennen? Zweifeln? Woher kommen solche „Erkenntnisse“?). Mir kommen solche Glaubenssätze inzwischen als ein bisschen zu blauäugig vor. Ob diese 30%, die in unserer Gesellschaft von der Hand in den Mund leben müssen und die für die Mächtigen und „Erfolgreichen“ eine Art Steigbügelhalter abgeben müssen, um das tägliche Leben zu bestreiten, ob diese Leute also ihre Talente nicht entwickelt haben, ob sie überhaupt je die Möglichkeit dazu hatten und von was diese „Talententwicklung“ nun wiederum abhängig sein könnte? Gerechtigkeit. Was ist das? Persönliche Stärke. Konsequenz. Der eine packt's, der andere nicht. Wenn ich von meinen subjektiven Erfahrungen und denen meiner unmittelbaren Umgebung ausgehe, so muss ich bemerken, dass der „Erfolg“ in dieser Gesellschaft auch von einer gewissen Anpassungsbereitschaft abhängt, von einer Bereitschaft auch, sich informieren zu lassen, sich von den „richtigen“ Informationen angesprochen zu fühlen. Man wurde vielleicht davor gewarnt, einen bestimmten Weg zu gehen - und sei es jener, zu dem man sich berufen fühlte!! - aber man war sich im Rückblick dann doch zu sicher, glaubte, in dieser Gesellschaft bestimmte Dinge tun zu müssen und zu können, bestimmten Zielen nachgehen zu sollen. Warum gelingt das den einen, den anderen aber nicht? Kann man unversehens in so etwas wie Verwerfungen hinein kommen, Umstände mit denen man nicht gerechnet hat und die einem alles verderben können? So, dass ein Plan nicht „aufging“? Wer schielt da auf die, die es „zu etwas gebracht haben“ und die sich deswegen überheblich großspurig geben? Die sich in der Sonne ihrer „Leistungen“ sonnen? Woraus besteht diese Leistung? Wohl nicht immer und zuverlässig aus einem Beitrag zum Gemeinwohl, sondern eher in einer gewissen Bauernschläue, in einer Skrupellosigkeit und der Bereitschaft „sich durchzusetzen“, die Anderen um einen herum auszunutzen, unbewusst, gelernt, mit dem 500fachen Lohn eines Facharbeiters, mit Hilfe von Techniken wie dem „Networking“ und anderen Fertigkeiten des gegenseitigen menschlichen Gebrauchs.

Samstag, 18. März 2023

Repräsentanz

Wir lesen von einer monumentalen und sehr teuren Erweiterung des Bundeskanzleramts. Sie soll wohl kommen. Der Klimakanzler und sein Klima-Wirtschaftsminister werden wohl dazu Gesichtspunkte über die Klima-Bilanz von Neubauten und Beton, von großen Glasflächen (Vogelarten!), überhaupt Flächenversiegelung, „Machtgesten“ (Deutschland soll jetzt unbedingt „Führungsmacht“ in Europa sein!) und ähnliches Zeitgeistiges wohl erwogen haben. Trotzdem wundert man sich, wie viel als spärlich erklärtes Geld dafür vorhanden ist. Die dicken fetten dunklen Verbrenner-Limousinen fahren ihre Willy Wichtigs in warmen Massage-Sitzen zu aufwendigen Konferenzen über Klimawandel, besonders im PKW-Verkehr. Muss sein! Diese Leute setzen sich doch nicht auf die vermeintlich „harten“ Rücksitz-Bänke eines deutschen Mittelklasse-Wagens! Das hatte der Kanzlerkandidat einer großen Partei schon vor Jahren erklärt. In Umrissen scheint sich der gegenwärtige Kanzler zudem als oberster Bürokrat auch so zu inszenieren, trotz des lautstark werbewirksam ausgegebenen Mottos „Deutschlandtempo“, das ja auch den Abbau von Bürokratie signalisieren soll. Wenn sich beispielsweise Erdogan schon vor Jahren einen riesigen Palast gebaut hat, so braucht das der gegenwärtige Kanzler nun auch, - so geht es einem da durch den Kopf. Symbolismen wie vor 300 Jahren! Peinlich. Schluss mit dieser bescheidenen Leisetreterei damals in Bonn! Jetzt wird geklotzt! Jetzt wird repräsentiert! Wir sind schließlich wer!

Freitag, 17. März 2023

Morgens

Ich sehe, wie im TV bereits vom frühen Morgen an die „Promis“ verherrlicht werden. Permanenter Schlüssellochblick ist angesagt. Näher „dran“ sein. Trah-Kultiges. Etwas vom Umgang der Reichen miteinander erzählen und dazu ein wichtiges Gesicht machen. Das Raunen um „geschlechtliche Präferenzen“. Das Weitererzählen eines „erhärteten“ Gerüchtes vielleicht. Meist handelt es sich hierbei um schön- und nichtsgesichtige Menschen aus dem Showbusiness, UnternehmerInnen, InfluencerInnen, die lila Lamborghinis fahren und all die Träume leben, denen „kleine Leute“ nachhecheln. Dicklippige Gesichter, die man von irgendwoher kennt, die sich einem aufgedrängt haben und die Grenzen zwischen Werbung und „Inhalten“ verschwimmen lassen, die in Wohnlandschaften leben, die man vom edleren Möbelhaus her aus der Luxusabteilung zu kennen glaubt. Innenarchitekten haben das gestaltet und schön gemacht, Persönliches ist da nicht so gefragt. Da sind Leute, die sich in den Fernseher und dessen „Unterhaltungssendungen“ geschlichen haben, die plötzlich „eine Marke“ sind. Dazwischen gibt es dann reichlich und immer wieder Werbespots und irgendwann Gewinnspiele, die aber so angelegt sind, dass sie in ihrer Masse jemandem/Kapitalzusammenballungen/Konzernen geldwert nutzen….mit anderen Worten: Wir sollen dabei abgezockt werden. Politik? Nur, wenn Großes im Gange ist oder sich PolitikerInnen etwas geleistet haben, das sich gut unter dem Etikett „Promi“ verkaufen lässt. Infotainment. Auftritt im Kostüm, im „originellen“ Anzug. Auch gibt es „lustige“ Internet-Cuts, kleine Ausschnitte, Amüsantes, über das es sich zu grienen lohnt. Augenrollendes präsentieren „Promi-ExpertInnen“, die ganz besonders gut über die „Promis“ informiert sind. Da sind auch viele „Praktische Ratschläge“ hinter denen oft eine Geschäftsidee steckt, da ist überhaupt viel Lachen und ein verlogenes Dauerlächeln, das Optimismus signalisieren soll. Da sind Auftritte von gewissen KünstlerInnen, die ihrer Karriere die Sporen geben wollen und die das Angebot ergänzen. Alles locker, smart, alles unverbindlich nett und eine Show, die ewig weiterzugehen verspricht.

Mittwoch, 8. März 2023

So geht's zu!

Das Gefühl, das schon morgens einsetzt: sich fertig machen zu lassen, sich ausbeuten zu lassen und dafür auch noch dankbar sein zu müssen. Du hast ja einen guten Arbeitsplatz!! Musst dankbar sein, Facharbeitermangel hin oder her! Standardreaktion: sich stark und stärker mit dem Job zu identifizieren. Das kann heißen: mit einem Kittel rumrennen, der den Aufdruck/das Logo dieser Firma trägt. Stolz herzeigen: Ich bin einer von ihnen! Doch eines Tages kriegt man einen anonymen Arschtritt von einem Funktionär dieser Firma, von einem, der ja auch nur Teil einer Hierarchie ist und ein Umsetzer. Und dessen Chefs sind – wie sie gerne behaupten – Teil eines Gesamtsystems, in dem es um Rendite und Profite geht, um Behauptung in einem „globalen Wettbewerb“. Der Mensch ist eingespannt oder spannt sich selbst ein in einen Mechanismus. Die Leute vom Staat und seinen Ämtern, Behörden und Institutionen werden kommen, um einen fertig zu machen. Danach werde/würde/könnte man „Sozialfall“ sein. Man wird verloren haben. Verrecken ist dann angesagt. Gewinner sind diejenigen, die früh im Leben begriffen haben, um was es geht. Umgang mit dem Regelgeflecht, Manipulation desselben zum Profit der Mächtigen und Gewinner. Diejenigen, die heutzutage e-mobile SUVs oder allradgetriebene Future-Riesenlimousinen ausfahren und auf diese Weise vorzeigen, wohin sie es in dieser Gesellschaft gebracht haben, wohin es gehen wird. Der Statusgedanke, das vergewissern durch „Zeigen“: ein uralter Mechanismus. Hordenexistenz.

Montag, 6. März 2023

Balltreterfreundinnen

Ob sich das Gerede von Fußballspielern unmittelbar nach einem Spiel stets gleich anhört? „Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Leistung nicht so abgerufen, ja, wie es uns der Trainer gesagt hatte. Aber dann, ja, nach seiner Halbzeitansprache, ja, haben wir uns in der zweiten Halbzeit belohnt....“. Ob der Fußball männlich ist? Erhebliche Zweifel daran sind erlaubt. Ob diese Kicker alle dieselben Rethorikkurse besucht haben? Hinzu kommt, dass die Frauen dieser gehätschelten Balltreter meist nahezu gleich aussehen. Oder bilde ich mir das nur ein? Es sind meist lächelnde Models, beflissene Influencerinnen, hoffnungsfrohe Moderatorinnen und geschminkte Lebefrauen des Zeitgeists mit teuren Frisuren: wenn sie so nebeneinander sitzen bei manchen Spielen, ist das sehr putzig anzusehen. Eine Simulation der Geilheit dieser Gesellschaft. Wie irgendwie verwechselbare Hühner auf der Stange wirken sie, - peinlich. Gelegentlich meldet sich das Smartphone bei ihnen und dann sind sie am Telefon, um dringend Bescheid zu geben, dass es ihnen gut geht. Sie scheinen Trophäen und gestylte Träume zu sein, ja, welche, wie sie der Fan auf der Gegengeraden auch gerne hätte. Doch er hat nicht die Macht, das Geld, die treterischen Fähigkeiten und den Schneid dazu. Eine Person zu sein, eine Persönlichkeit gar mit Charakter, scheint in diesen Kreisen tabu, keine sieht nach sich selbst aus. Alle sind sie austauschbare Symbole des Erfolgs eines Balltreters.

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Wettbewerb

Den Größeren, schnelleren, breiteren zu haben, das „Sich messen“, die Marktwirtschaft in den Köpfen, diese Mechanismen bestimmen (competition) offenbar die Wirklichkeit, sie treiben sie, nicht der Fluss, das gemeinsame Fließen, die Empathie, das Gefühl für das Ganze (wäre auch kein bisschen neoliberal im Sinne der Zeit), sondern das Vorwärtskommen auf Kosten der anderen….. „Top Dogs“ rasen in ihren fetten, Platz wegnehmenden und grün gewaschenen ("green washed") Electro-SUVs an einem vorbei, sie streben alle ehrgeizig ein Scheinziel an (das ihnen von den noch Mächtigeren vorgegeben ist), das sie nach einer genau bemessenen Zeit wieder verlassen… zurück ins Getriebe. Sie treiben ihre ach so nachhaltigen Allrads mit gelangweiltem Gesicht („was ist denn das für ein Loser!“) an dir vorbei, den Kisten, mit denen sie überall zeigen, dass sie auch unter Inflations- und Kriegsbedingungen nicht nur mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren können, sondern auch zu fernen Zielen. Sie wollen sich locker entspannt zu den Besseren zählen (noch dürfen sie das völlig ungeniert… manche von ihnen sind sehr stolz drauf, andere nehmen es als Selbstverständlichkeit), aufgemotzt, aber dezent, Überlegenheit dauernd zu zeigen ist (k)ein schweres Geschäft…. Für Competition-Mitläufer, für Bewerber, für tüchtige Tüchtige, für Durchsetzer, für die, die alles richtig gemacht haben. Ob das eine gewisse Nähe zur gegenwärtigen (? polarisierten) USA hat?

Donnerstag, 14. April 2022

Konsum ahoi!

Wie die Wirtschaft wohl läuft, global, aber insbesondere in Deutschland?. Nach der Pandemie (so sicher scheint das nicht....) könnten sich die langfristigeren Ängste vieler Deutscher bestätigen: sozialer Abstieg und Verlust an Persönlichkeit und Identität. Im Krieg. Sparen ist trotz allem angesagt, weshalb weniger gekauft, also konsumiert werden. Aber auch vielleicht wegen der Inflation. Nun ist es aber so, dass viele Menschen wohl in Mitteleuropa ihre Identität an den Konsum, an das Kaufen, geknüpft haben. Sie wollen sich darin ausdrücken, was sie gekauft haben, mit welchen Gegenständen sie sich umgeben. Laut statistischen Angaben hat jeder Deutsche etwa 10 000 Gegenstände. Mit ihnen umgibt er sich also ohnehin. Woher wohl all die dafür notwendigen Rohstoffe kommen? Aus welchen Arbeitsbedingungen sie wohl resultieren? Noch glauben wir, solche Fragen stellen zu dürfen. Doch auch hier deuten die Zeichen der Zeit in eine andere Richtung. Rücksichtsloser Egoismus scheint angesagt, Autokratie. Zuerst ich, dann die Anderen, so scheint deren Motto. Ganze Staaten verfolgen ihr Interesse, indem sie Menschen rücksichtslos für ihre Vision ausbeuten oder sogar - wie jetzt im Krieg - umbringen. Immer mehr scheint ein solches Verhalten akzeptiert zu werden. Niemals offen! Autokraten und autoritäre Figuren geben dem Ganzen ein Gesicht, stehen dafür.... Hier in Deutschland war zuletzt eine zeitliche Phase gegeben, in der so viel konsumiert wurde wie noch nie. Es scheint so, als würden Konsum und Identität miteinander stark zusammen hängen. Noch stärker, als gedacht. Es wird dadurch unter anderem ein gesellschaftlicher Status gezeigt. Eine uralte Erkenntnis, gerade für diejenigen Menschen, die in einem konsumkritischen Klima aufgewachsen sind und durch eine distanzierte Lebensweise viel ihrer Identität bezogen haben. Doch ist es nicht so?: Man grenzt sich durch Konsum voneinander ab, zeigt seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Gefühle werden vorgegeben, persönliche Eigenheiten demonstriert, Glück gesucht. Schon un- oder vorbewusst werden wir „programmiert“, bringen Glücksgefühle und Konsum in Verbindung, - was besonders die Werbung für ihr Zwecke ausnutzt. Ob das auch aus unserer Vorgeschichte kommen könnte? Möglichst viel möglichst schnell zu raffen, brachte schon früher Erfolg. Zugreifen, so schnell es geht, war wohl schon unter Urmenschen eine Devise, brachte ein Überleben in karger Umwelt. Doch das hat sich längst geändert: wir umgeben uns mit überflüssigen Dingen, die wir scheinbar billig erstanden haben. Marketingspezialisten versuchen dafür unseren Gefühlen und unseren Gewohnheiten auf den Grund zu kommen und sie für ihre Zwecke zu nutzen. Kaufen ist nicht nur um Mittel der Darstellung einer Identität, sondern auch oft zum Freizeiterlebnis geworden. Massenkonsum ist angesagt. Auch das Internet trägt dazu bei.

Montag, 3. Januar 2022

Die Luxusmenschen

Ob der Eindruck wohl richtig ist, dass es gerade unter Fußballspielern besonders viele Corona-Infizierte gibt? Fast täglich prasseln ja die diesbezüglichen Meldungen auf uns ein. Könnte es sein, dass diese Leute sich als Superhelden fühlen und sich aller irdischen Gefährdungen enthoben glauben? Nun ja, ein paar Skifahrende sind wohl auch darunter....Dass sie alle so sehr ihrem privilegierten Status vertrauen, dass sie jegliche Vorsichtsmaßnahmen vergessen? Dass sie glauben, in einer anderen, für sie und ihr teures Ego maßgeschneiderten Welt zu leben? Erstaunlich auch, wo diese Spieler überall auf der Welt positiv getestet wurden: Es schien, als seien zumindest viele, wenn nicht alle Luxusdestinationen darunter. Dass sich nahezu alle fußballerischen Abläufe danach richten sollen, dass Spiele verlegt oder abgesagt wurden; Passt alles! Dann ist es halt so! Nun ja, dass den Spielern zuvor und danach ohnehin jeder Wusch von den Lippen abgelesen wird: Ist normal. Wer am meisten für die Dienste meines Körpers bezahlt, bekommt den Zuschlag. Dafür sorgt auch der Beraterklüngel. Ob Fußballspieler in ganz besonderer Weise von ihrem Körper abhängig sind und sich deshalb unter Vorschieben fadenscheiniger Argumente nicht trauen, sich impfen zu lassen? Das Publikum, der Mob in den Stadien: Die ja! Aber ich?: nein! Ob da nicht ein allzu geschwollenes Ego dahinter steht? Und: Wer ist da wohl von wem abhängig?

Samstag, 29. August 2020

Beerdigungsspekulation

Wir sind nicht unser Körper. Unser Körper ist wie ein Auto, das wir im Verlaufe unseres Lebens zuschanden fahren. Dann steigen wir aus und suchen uns, der Idee der Inkarnation folgend, ein neues Auto. Das sagt der Hinduismus manchmal. Das habe ich jüngst irgendwo gelesen. Wir aber lassen uns in Kapseln zum Mond schießen – und dann weiter zum Mars. Wir hingegen wollen es originell: wir lassen uns einfrieren, zu Diamanten verarbeiten, aus Heißluftballons und Fischkuttern streuen, plastinieren, um wenigstens ein bisschen außergewöhnlicher tot zu sein, als wir lebten. Die meisten aber lassen sich noch immer in preiswerten Gräbern mit Stiefmütterchen beerdigen… pah, wie langweilig! Oder? 
Aber man ist ja dann schon tot und bleibt es vielleicht auch. Die Beerdigung? Unserer Kultur und unserem Weltbild gemäß. Doch gibt es das noch? Ob das auch eine Statussache ist? Wer aufwendig gelebt hat, will vielleicht auch so beerdigt werden: Möglichst Mausoleum (klaro, ist hoch gegriffen!), mit allem Luxus, drum und dran, bombastisch, nicht billig als Massenware. Rechtzeitig reservieren heißt die Devise. Nicht zu spät kommen, sonst bestraft einen XXXX. Natürlich gibt es entsprechende Reservierungen - gegen Kohle. Wenn‘s geht, in der ersten Reihe. Baumbestattung? Gemach! Der letzte Sargnagel muss erst sitzen. Man kann sich auch seinen Fußballverein aussuchen und sich zusammen mit Gleichgesinnten beerdigen lassen. Klassisch. Gleichgerichtet. Unsterbliche Seele, wohin? Sie flattert auf und davon, in den Himmel, in die Hölle….und weiter….