Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 6. März 2025
Klangräume
Ich will und wollte andere Klangräume auftun, ein anderes Spielfeld, eine andere Phantasie, akustische Ereignisse, die da hindurch gehen, die manchmal herbe Gegensätze aufreißen, um sie sogleich wieder zuzuschütten in Klängen, die gelegentlich auch das Populäre und Vulgäre in sich tragen. Ich will nicht mehr das Vorführen von technischen Fertigkeiten, die sich im Hektischen Rasanten ergehen, sondern eine gezielte Langsamkeit dagegen setzen. Ich will andere akustische Erlebnisse schaffen, will Alltagsgeräusche einbeziehen und doch meiner Biographie entsprechend an Pop andocken. Ich will auch die Leere abbilden, will mit schöner Ereignislosigkeit umgehen. Beschauliche Besinnlichkeit und das Baden in Klangschäumen ist weniger mein Ziel, als vielmehr die Irritation, auch das Zusammenführen von Gegensätzen in der Entäußerung. Nicht das Event, dass sich plötzlich in urwüchsiger Vitalität Bahn bricht, sondern das langsame Überführen von Gegensätzen auf eine andere Ebene ist mein Ziel. Nicht das selbstbesoffene „In-Sich-Waten“, die narzisstisch vorgeführte Ichsuche, die spirituelle Selbstoptimierung wäre mein Ziel, sondern vielmehr das Abschreiten der Einöde, des Steilen und Unwägbaren, das "Ungewöhnliche", das Streifen des Vulgären, Banalen und des „dreckigen“ Alltäglichen.
Montag, 2. Januar 2023
Polyperspektivität
Was mir wichtig ist: Diversität. Polyperspektivität. Was das sein soll? Eigentlich trivial: dass man ein und dasselbe Ding aus verschiedenen Perspektiven sehen und richtig beurteilen kann. Diversität kann sich durch unterschiedliche Blickwinkel, durch diverse Lebenswelten, durch verschiedene Themen und Arten der Betrachtung oder Auseinandersetzung herstellen. Je tiefer und ausführlicher man sich auf etwas einlässt, desto eher ist manchmal ein Urteil auf solidem Grund gebaut. Jemand hat sich „Mühe gegeben“. Manchmal aber auch nicht. Auf jeden Fall gilt eine Aufmerksamkeit anderen Standpunkten gegenüber. Empathie als Fähigkeit, sich in jemand anderes oder etwas anderes hinein zu versetzen. Im Extremfall kann man ein und dasselbe Ding aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und kommt anschließemd zu verschiedenen, aber sich ergänzenden Erkenntnissen. Das mag auch etwas mit Dialektik und diesem These-Antithese-Synthese-Ding zu tun haben, mit der „Unio mystica“ der Romantik auch, mit einer Prise Hegel und Marx, selsbt mit Humor und Ironie. Fernöstliches Gedanken- und Gefühlsgut, so, wie es einem CG Jung vor 100 Jahren erschlossen hat, operiert mit diesem Schwarz-Weiß, Yin und Yang, Hell und Dunkel,Groß und Klein, das zu seiner Vereinigung drängt. Der platonische Kugelmensch ist dafür ein gewisses vorläufiges Ideal. Aber man ist in jedem Falle um eine gewisse, nicht rechthaberische Haltung bemüht, die etwas relativ beiläufig lässig aufscheinen lässt, ohne sich darin zu verkämpfen oder sich zu verfangen. Der Leser und Partner ist ein Gegenüber, mit dem zusammen man sich etwas erschließen will im Bewusstsein gewisser Grenzen. Das setzt aber voraus, dass man sich auf sein Gegenüber, im Extremfall sogar auf eine krasse Unterschiedlichkeit einlässt, die sich um eine Erkenntnis Mühe gibt, jedenfalls von anfänglicher Oberflächlichkeit absieht.
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