Reise durch Wirklichkeiten

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Mittwoch, 26. April 2023

Neugier auf das Andere

Dass Empathie ein äußerst wichtiger Wert für die Weltgesellschaft werden könnte, scheint mir viel zu wenig gesehen zu werden. Dies mag auch im spielerischen Wechsel und Tausch der kulturellen Vorprägungen eine große Rolle spielen. Wir sollten neugierig sein und uns auf „das Andere“ einlassen können - und uns trotzdem der Gefahr bewusst zu sein, die darin liegt, dass andere Überzeugungen oft zu Gewalttätigkeiten führen. Eine solche Gewalt mag auch durch soziale Ausgrenzung bedingt sein. Oder dass Selbstgewissheiten und Identitäten oft daran gehängt werden, wie wehrhaft und angriffslustig man sich gibt. Hier gilt es, unseren „freundlichen“ Standpunkt klar zu machen. Wer an grundsätzlichem Austausch interessiert ist, sollte an dieser Stelle wohl möglichst informiert vorgehen. Auf einer anderen Ebene könnte mit Empathie auch so etwas wie nebeneinander her existierende Paralellgesellschaften verhindert werden. Eine gelungene Durchmischung kultureller Elemente wäre hier vielleicht dagegen zu setzen. Man könnte sowas ja mal ernsthaft versuchen und nicht nur darüber reden. Das mag in unseren Breiten durchaus schon in der Schule beginnen und betrifft alle beteiligten Seiten. Personen könnten dadurch ein Gefühl dafür bekommen, dass es andere soziale Welten mit ihren eigenen Gültigkeiten gibt, als die, aus der man kommt. Und dass so etwas keinesfalls mit einer Abwertung des Anderen zu tun haben muss, ja, dass es bereichernd sein kann. Andere „soziale Welten“? Das ist das, was ich in diesem Blog zu umkreisen versuche. Die „Reise durch andere Welten“ könnte durchaus bereichernd ausfallen und muss garantiert nicht in Gewalt münden.

Dienstag, 17. Januar 2023

Schöne Neue Welt

Schöngesichter und Showerprobre Harlekine: Mir fällt immer wieder auf, dass immer mehr etablierte „Celebrities“, Weltstars und gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere Konsumgüter in seriös daher kommenden Clips in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit großflächigen Anzeigen empfehlen. Es weiß ja jeder, dass dies mit den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“ gar nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags und des gewerbsmäßig übertragenen Images ist. Der Trick geht so: wer dies benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das angebetete Standbild der Prominenz. Und…. es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese Weise mindestens dreimal so schön! Ach! Übrigens: Comedians, die sich gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, - und Fußballspieler sind in solchen Spielchen besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist das denunziatorisch, feige und miserabel. Es interessiert aber die auf den Geschmack gebrachte „gemeine“ Öffentlichkeit. TV-Exklusivinterviews, Homestorys, Klatsch, Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den „Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich unter anderem ein Blick in Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.

Samstag, 11. November 2017

Borneo ist überall

Es scheint ja inzwischen zu etwas wie einem ökologischen Gemeinplatz geworden zu sein, zu behaupten, dass alles mit allem zusammen hänge. Doch wie sieht die Tatsächlichkeit aus? Wenn wir aus dem Auto steigen und feststellen, dass etwa selbst nach längeren Fahrten keineswegs alles verklebt ist mit Insekten? Im Gegenteil, dass sie relativ rar sind? Wenn wir beiläufig erfahren, dass bis zu 58 000 Arten pro Jahr aussterben? Damit wollen wir dann nichts zu tun haben. Aber aus übergeordneter Warte heraus könnte man fragen: was für seltsame Lebewesen sind diese Menschen? Rotten alles andere außer sich selbst aus, möglicherweise um eines wirtschaftlichen Vorteils willen? Denn im Supermarkt, da wollen wir schon günstig einkaufen, da darf's und soll's nicht etwas mehr kosten als das, was halt so der Marktpreis ist: für Gemüse und Obst, das in Monokulturen angebaut wird und für das etliches Gift versprüht wird. Hm, was sind eigentlich Arten? Selbst über diese Frage gibt es in den Wissenschaften unterschiedliche Ansichten, was ja durchaus normal ist. Wie werden diese Arten beeinflusst, durch die Umwelt, durch das Wetter, in welchem Wechselspiel stehen sie damit?
Was haben wir mit Borneo zu tun, außer den Palmölplantagen, für die inzwischen mehr als die halbe Insel gerodet wurde und die mit ihrem Öl unseren E10 Treibstoff zum Ökotreibstoff machen sollen? Hm, die EU ist da ganz vorne dran. Die Orang Utans, deren Lebensgrundlagen damit „beseitigt“ werden, sind hinten dran. Diese wunderbaren Wesen, diese Waldmenschen,  mit denen dann auch noch illegal gehandelt wird. Der Lambir-Hills-Nationalpark im Westen der Insel Borneo. Dieser war einst einer der vielfältigsten Wälder der Welt gewesen. In den vergangenen drei Jahrzehnten aber verschwanden dort aber etliche größere Tiere wie Flughund, Malaienbär, Gibbon und Rhinozeroshornvogel aus dem Park. Übrig bleiben kleinere Tier, die für Jäger kaum interessant sind. Das ist auch Borneo. Ob dies mit uns zusammenhängt? 

Dienstag, 15. November 2016

Obsoleszenz (3)

Obsoleszenz hat auf sehr direkte Weise mit dem Bestreben nach Profit zu tun, dem Hauptanliegen von Managern eines Produktes. Wenn ich die Qualität dieses Produkts langsam sinken lasse, wenn ich z.b. Kunststoff statt Metall verarbeiten lassen, was tendenziell billiger ist und auf diese Weise die Kosten senkt, so spare ich ein und senke die Qualität des Produkts, ohne dass es der Konsument merken kann. Der Wettbewerber macht natürlich genau dasselbe. Der Konsument müsste, um die Qualität eines Produkts halbwegs glaubhaft abschätzen zu können, Parameter wie „Betriebszeit bis zum möglichen Defekt“ kennen. Da er dies aber nicht tut, ist er den Mechanismen des gewollten Verfalls schutzlos ausgeliefert. Was ist ökonomische Logik dabei? Beispielsweise: ein gesättigter Markt. Wie kann ich den Profit anheben? Durch die schlechtere Verarbeitung von Produkten, durch die Einsparung bei den verarbeiteten Teilen, was eine unmerkliche Abwärtsspirale in Gang setzt, die zur Folge hat, dass Produkte immer schneller defekt sind und ersetzt werden müssen. Einzige Bedingung: der Kunde darf es nicht merken. Denn ansonsten würde er zur Konkurrenz wechseln, die dasselbe Spiel jedoch schon längst auch praktiziert. So können die nach außen (im „Markt“) sichtbaren Kosten gehalten werden und der Gewinn kann trotzdem gesteigert werden.  

Donnerstag, 10. November 2016

Obsoleszenz (2)

Was Obsoleszenz ist? Drucker gehen blitzschnell kaputt und sind nicht zu reparieren. Die Tonerkartuschen darin melden, sie seien leer. Lässt man das Gerät aufschrauben, so kann sich herausstellen, dass sie gar nicht leer sind und bei entsprechender Manipulation und Neueinstellung des dazu gehörigen Chips noch lange Dienst tun können. Zwei Drittel aller Flachbildschirme fallen irgendwann aus, weil Elcos kaputt gehen. Diese Teile sind sehr billig, aber in den Geräten oft auffällig falsch verbaut oder falsch dimensioniert, so dass sie in absehbarer Zeit kaputt gehen müssen....., - müssen? Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt. Beispiel Waschmaschinen: früher hat man sehr viel mit Stahl und Eisen hergestellt. Heute ist das oft aus Kunststoff, was die Haltedauer deutlich absenken kann. Ersatzteile sind meist sehr teuer oder von vornherein nicht zu beschaffen. Sie sind billiger klar, halten aber auch nicht lange. Spezialisten rechnen aus, was dies der Firma am Gewinn bringt. Handys? Smartphones? Akkus sind oft fest verklebt, so dass gar keine Alternative zum Neukauf bleibt. Auch werden gerne bizarre Schräubchen und Gewinde eingesetzt, die jede Reparatur von vornherein unterbindet. Erstaunlich auch Glühbirnen. Vom Bauprinzip her könnten sie ewig halten. Doch 1926 trafen sich die Vertreter der Herstellerfirmen und verabredeten, dass eine Glühbirne nicht mehr als 1000 Stunden halten solle, - was bis heute gilt, selbst unter den Bedingungen, die nach der EU-weiten Abschaffung der Glühbirne zugunsten einer meist Quecksilberhaltigen und deshalb schwierig zu entsorgenden „Energiesparlampe“ gelten. Wie man wohl so etwas nennt? Ob der Begriff „Kartell“ angemessen ist? Ob durch solche Verabredungen und Beeinflussungen von Haltbarkeit der Umsatz der Firmen angekurbelt werden soll?  Insbesondere der Gewinn? Wem das wohl nützt? Wer sind „die Konzerne“? Sind das Kapitalzusammenballungen, Organisationen, die sich zum Ziel gesetzt haben, möglichst viel Gewinn zum Nutzen ihrer Aktionäre zu machen? Ob Obsoleszenz öffentlich diskutiert wird? Welche Rolle dabei die EU spielt? Nichts Genaues weiß man dort nicht. Es gibt Grenzfälle. Abwiegelungen. Da sind Mutmaßungen, Indizienbeweise und Ähnliches. Die Entscheider mauern gewaltig. Es wird nichts zugegeben und alles bestritten, was Obsoleszenz angeht.  

Dienstag, 25. Oktober 2016

"Hallo Du!"

„Hallo Du!“. Wer heute auf Partnersuche ist, sucht im Internet. Mit der richtigen App findet man jede Menge Kandidaten. „Hi Süße!“. Fesselspiele am Wochenende, Swinger-Vergnügen zwischendrin, Speed-Dating mit Zungenspielen: alles ist möglich. Schnell muss es gehen. So geht Flirten heute. Flirten ist wie Geschäfte machen. Gibst du mir, so gebe ich dir. Ein Austausch. Ein Preisabgleich. Digital. Automatisiert. Anonymisiert. Und wie sieht's im „Geschäftsleben“ aus, im Berufsleben? Jedermann nennt jedermann „Du“. Das kommt aus dem Englischen und ist global. Verpönt ist diese typisch deutsche Distanzierung, die da noch differenzieren will und keine falsche Erwartungen aufkommen lassen will. Aber genau das ist es, was Unternehmensführung will, wenn sie das „Du“ einführt: mit Erwartungen spielen. Chefs zwingen ihre Untergebenen, sie zu duzen. Das schafft scheinbares Vertrauen, scheinbare Nähe. Ob damit Hierarchien abgebaut werden oder ob sie flacher gehalten werden, wie das Ideal verspricht? Skepsis erscheint angezeigt. Ob wir nicht doch etwas differenzieren sollten, ob alles auf einem Austausch auf gleicher Augenhöhe beruht? Wer eine Gehaltserhöhung will, dürfte es mit seinem „Du“ nicht unbedingt einfacher haben. Es setzt voraus, dass beide Beteiligten zwischen der persönlichen und der Sachebene unterscheiden können. Und das ist nicht immer gegeben. Wie sieht es da beim „Dating“ aus? Da scheint das meist auch nicht gegeben. Alle Beziehung scheint auch da eine Frage des ökonomistischen Ausgleichs.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Arschbombe und Stürmerfoul

Notizen zu Songtext:

Arschbombe und Stürmerfoul
Enhancement und Sauerkraut
geh geh – das tut weh
Dienstwagen und Sterbeurkunde
Vanillesauce mit Himbeereis
Vanillepudding mit Himbeeren
Du bist doch da, wo du gehst
Ringelpiez und Zero Clown
Austauschspieler
Es gibt immer einen anderen
Der ist nicht unverschämt, sondern einfach noch besser.
Der zieht voll durch
Der macht’s für Geld
Der geht mit’m Preis nicht runter
Der ist ein harter Hund
Fallout in Übersee
Salto fatale salto rückwärts vorwärts
Deutschland bewegt sich
Wir kommen immer an
Egal wo und wie verspätet
Wir sind mittendrin
Ich gratuliere zum Versagen
Zum Versprecher
Es war so wundervoll
Der
Wir sind so arbeitslos und arbeitssuchend
Wollen das Rädchen im Getriebe geben
Lichthupe und 6Zylinder
Leichtfertig vergebene Elfmeterchancen
Verstolpert versiebt vergeben vorbei
Du klingst wie, bist wie,
fühlst dich austauschbar
bist ein eitles Teil dieser Welt
eingebildet sein gelingt nicht
ausgebildet ist schon etwas schwierig
und so schmierig
bist ein Nichts
weniger noch
spürst das nicht
weil Du immer in Dir bist
nichts von außen sehen kannst
in Dir bist Du eine Königin
außer Dir bist Du nichts
ein Stück Scheise
eingetütet und als Eiskugel geformt
der Star unter Mistkäfern
cool bis an die Krause
und immer für einen Spass bereit
die Schenkel macht hoch, macht weit und breit
es kommt der Herr der Herrlichkeit


(der Beharrlichkeit) 

Sonntag, 29. Mai 2016

Kommunikation und Zeitgeist

Es gilt die Ökonomisierung aller Lebensbereiche bei den Partnerbörsen und dem „Onlinedating“ mit der ständig damit einhergehenden Vermutung: man könnte ja noch was besseres finden, da ist menschliche Beziehung als Konsum mal hier und dort, da ein Austausch von Gütern, was hast du mir zu bieten? Angebot und Nachfrage gelten durchweg, wer etwas will, ist im Nachteil. Damen geben sich erst hochmütig und werden dann selbst zu Sklaven, die sich schlagen lassen und Schlimmeres. Menschen verdinglichen sich, machen sich selbst zu Wegwerfartikel, es heißt, man sei „chronisch untervögelt“ und brauche deshalb dringend einen Artikel..... man selbst ist dann der Artikel, den man meistbietend anbietet auf einem Markt der Möglichkeiten, von denen Provisionen abgezogen werden. Da ist meist ein Bildchen als Aushängeschild, ein Vergleich von Preis und Angebot, eine kurze Beschreibung und Typisierung, dann der Kontakt und der Austausch von Körperflüssigkeiten, es ist ein Geben und Nehmen, wobei der Partner egal ist, er ist der Lieferant seiner Gegebenheiten, Hauptsache der Preis stimmt, es ist ein knallhartes Austauschverhältnis. Subjekt wird zu Objekt, es werden Waren gemacht, die sich selbst dazu machen. Und der Mensch? Er hat keine Zeit, ist zu alt oder zu jung, - Gleiche suchen Gleiche und machen sich gerne zum Wegwerfartikel, finden nichts dabei, da ist „Verdinglichung“ anhand eines Bildchens, da ist ein sozialer Rahmen, den bestimmte Portale durch Eingrenzung von vornherein zu unterlaufen versuchen...ein Code des sachlichen Austauschs, dabei würde unter Menschen der Code etwas Komplexes sein, das berichtet von anderen Sphären, anderen Person, anderen Möglichkeiten und Horizonten. Dafür haben wir keine Zeit, Energie und Bereitschaft. Es herrscht die Verdichtung, hin auf etwas Dingliches, auf eine Funktion. 

Sonntag, 15. Mai 2016

Nachdenken über Annäherung

Intellektuelle aus dem akademischen Elfenbeinturm machen sich gerne in ihrer nun auch nicht mehr im vollen ökonomischen Sinne geschützten Zone (Im Wettbewerb um vom Staat geschützte und ökonomisch bedachte „Stellen“ machen sie sich gerne mit einer Flut von Veröffentlichungen und Arschkriechereien ihren akademischen Betreuern gegenüber gegenseitig übereinander her.... der Wettbewerb heißt wie überall: wer ist die/der Beste? (in Wirklichkeit: wer kann sich am besten anpassen?)) lustig über die Nichtdenker, über diejenigen, die denjenigen blind anhängen, die ihnen die Richtung zu weisen scheinen. Sie nennen dieses Phänomen gerne Populismus. Erklärungsmuster: Sich negativ abgrenzen gegenüber allem, was Populisten als fremd und unpassend empfinden, schafft Popularität. Es läuft auf das Gegenteil von Empathie hinaus. Am meisten verhasst ist ihnen in diesem Zusammenhang der Begriff der „Leitkultur“, der doch gewisse Werte aufstellt, die ins Raster dieser Diskussionsintellektuellen nicht so recht zu passen scheinen. Gewisse Eigenheiten sollen sich bei (ihrer) genaueren Betrachtung auflösen in ein unreflektiertes Geschwafel, der alles gleich und für gleich erklärt. Menschen halt. Globale Menschen. Schön könnten aber gerade die Unterschiede sein, über die wir ins Gespräch kommen könnten, die uns gegenseitig bereichern könnten, die uns neue Sichten auf die Welt ermöglichen könnten. Es könnte sein, dass nicht die Gleichmacherei uns ein Stück weiter auf dem Weg einer wohlverstandenen Globalisierung bringen könnte. Es könnte sein, dass das Staunen über andere Möglichkeiten des Erlebens und Begreifens uns gegenseitig bereichern könnte. „Das Fremde“ besser kennen zu lernen, könnte geradezu das Ziel für uns sein. Es anderen Menschen (auch der intoleranten halsabschneiderischen Art) zu vermitteln, könnte ein Ziel sein. Den Dialog erlernen. Das Diskutieren darüber. Das „Sich-Zurücklehnen“ und dann die Gemeinsamkeit finden, - nicht im Sinne eines faulen Kompromisses, sondern im Sinne eines „Gegenseitig-auf-sich-Zugehens“. Dass dies auch über fragile Übergangszustände passieren könnte, müsste natürlich Konsens sein. 

Donnerstag, 10. März 2016

Erlebte Utopie

Wie das war? Wir kramten heute zusammen in den Hinterstuben unseres Bewusstseins. Wir gingen zusammen eine Stunde lang in ein Museum, eine Galerie. Flashlight. Kunst. Wir waren beeindruckt und wir tauschten uns anschließend darüber aus. Welche Ebene hat das Bild von Picasso in dir angesprochen? Findest du nicht, dass es etwas Mönchisches hat? Etwas in sich selbst Versunkenes? Woher kommt es, dass dies diesen Eindruck so gut zusammenfasst? Dass es ihn ganz persönlich für mich zu fokussieren scheint?
Wir gestanden uns auch unsere Oberflächlichkeiten zu. Wir müssen uns nicht gegenseitig imponieren. Wir haben uns nie imponiert, - und vielleicht war das ein Fehler. Auch das eine Frage von Nähe und Distanz. Es gibt eine Scheu voreinander und doch sind wir sehr zusammen. Wir könnten nie im Alltag harmonieren. Die Temperamente, die Gestimmtheiten, das Tempo und unsere Oberflächen sind zu unterschiedlich. Aber es gibt ein ernsthaftes Gegenüber. Ein Wir - so schien es......einst.....

Freitag, 20. November 2015

Empfehlungen der Celebrities und anderer Promis

Mir fällt auf, dass immer mehr „Celebrities“ und gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere Konsumgüter in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit großflächigen Anzeigen empfehlen. Es weiß ja jeder, dass dies mit den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“ nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags und des gewerbsmäßig übertragenen Images ist. Der Trick geht so: wer dies benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das angebetete Standbild der Prominenz. Und es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese Weise mindestens dreimal so schön! Übrigens: Comedians, die sich gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, sind darin besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist das denunziatorisch, feige und miserabel. Interessiert aber die auf den Geschmack gebrachte Öffentlichkeit. Homestorys, Klatsch, Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den „Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich ein Blick in Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.  

Donnerstag, 16. Juli 2015

Bionic Days

Ein weißer Hai scheint gestern vor Florida bei der Jagd nach Möwen gestrandet zu sein. Sowas ist natürlich von den Medien vielbeachtet. Der Mythos ist halt groß und erzeugt jenes Kribbeln, das Medien gerne verkaufen.Doch dazu zwei Beispiele aus der Bionik: Haie brauchen zu ihrer Fortbewegung offenbar sehr wenig Energie. Ihre Haut besteht aus winzigen Schuppen mit einem Grad in der Mitte. Zwischen den Graten bildet sich eine dünne Wasserschicht, die beim Schwimmen den Reibungswiderstand verringert. Schwimmbegleitung aus solchen Fasern gibt es mittlerweile mit genau diesen Eigenschaften. Eine solche Haihaut eingebaut an wichtigen Stellen kann starke Vorteile verschaffen, eine Erkenntnis, die zuerst Sportler mit ihren Schwimmanzügen für sich ausgenutzt haben, indem sie so ihren Wasserwiderstand verringert haben. Diese Vorgänge sind etwa 10 Jahre her. Mittlerweile sind solche Erkenntnisse auch in die Herstellung von Massenware eingewandert.
Es zeigt sich, dass die Evolution im Laufe von Milliarden von Jahren Möglichkeiten gefunden hat, die wir uns viel mehr zunutze machen könnten. Dabei ist es möglicherweise nicht sehr förderlich, sich technologisch der Natur überlegen zu fühlen. Immerhin sind die „Try and Error“-Phasen, also die Testerprobung mit der der Natur nicht zu vergleichen. Energie und Mobilitätsprobleme lassen sich vielleicht im Einklang viel besser bewältigen, indem Möglichkeiten genutzt werden, wie sie die Natur in sehr langen Testreihen, also der Evolution hervor gebracht hat.
Schaben können an Wänden hochklettern. Wie das? Winzige Widerhaken an ihren Beinen finden an der kleinsten Unebenheit Halt. Die Technik, mit der die Schaben ihre Widerhaken einsetzen, ist dabei entscheidend und Wissenschaftler haben genau diese Technik mit Robotern umgesetzt. Fliegen klettern mühelos vertikale Glasflächen hinauf, obwohl es keine Unebenheiten gibt, wo sie sich festklammern könnten. Das Klettern gewährleisten winzige Häarchen an den Fliegenbeinen. Am Ende jedes Haares befindet sich eine Art Verbreiterung. Mithilfe einer öligen Flüssigkeit, die die Fliege ausscheidet, haften diese Verbreiterungen an glatten Oberflächen. Aber es geht auch noch einfacher, ohne diese klebrige Flüssigkeit: zum Beispiel bei Laubfröschen. Auch bei ihnen sind die Beine mit einer klebrigen Substanz überzogen. Aber der Mechanismus ist ein anderer: das Sekret der Frösche ist kaum dickflüssiger als Wasser. Also ist es nie klebrig genug, um den Frosch auf der glatten Fläche zu halten. Trotzdem gelingt ihnen ihr Vorhaben. Ihre Fußsohlen weisen ein Muster ein Muster aus achteckigen Plättchen auf, die beweglich sind um sich dem Untergrund anzupassen. Winzige Beulen auf der Oberfläche der Plättchen bieten ausreichend Reibungsfläche, um den Frosch auf der Glasplatte zu halten. Ob so etwas in die Reifentechnologie eingehen könnte?