Reise durch Wirklichkeiten

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Montag, 1. Dezember 2025

PR-Bearbeiter

Meiner Meinung nach ist unsere politische Kultur von folgenden Strategien beherrscht, deren Auswirkungen wir derzeit auf vielerlei Arten spüren: Schönreden, aussitzen, wegmoderieren, weglächeln, abwiegeln, abbügeln, wegducken, sich der Verantwortung entziehen.....Aktuelle Beispiele gibt es leider zuhauf. Es wird solches Verhalten gerne als „professionell“ gedeutet. Die gezielte Beeinflussung des öffentlichen Raumes ist Ausweis der Kompetenz geworden und ernährt zahlreiche Nutznießer. PR-Berater, Pessesprecher, Vorstandssprecher geben sich gerne dafür her, die Meinung ihrer Auftraggeber kundzutun. Es resultieren daraus offenbar zahlreiche Vorgänge der jüngsten Vergangenheit. Niemand glaubt mehr etwas, wobei „Vertrauen“ so etwas wie ein konstitutives Element dieser Demokratie wäre. Trump kann mit durchsichtigsten Absichten von seinen „Fake News“ faseln, andere Politiker lassen Veränderungen versprechen und wollen doch nur ruhig stellen. Wollen besänftigen. Aussitzen.... usw. (siehe oben). Rhetorisch die Dinge drehen, in ihrem Sinne darstellen usw. Das Erstaunliche dabei ist, dass es viel zu oft funktioniert, dass man angesichts dessen fassungslos ist und empört. Dass viele unserer Mitmenschen einfachste Lösungen bevorzugen, auch dort, wo eine differenzierte Analyse vonnöten wäre.

Sonntag, 17. August 2025

Diplomaten Demokraten

Wenn ich diese Leute in den Nachrichten sehe, in ihren dunklen Anzügen und konturlosen Kostümen…. Wenn sie aus riesigen Limousinen steigen, um sofort zu Küsschen und kumpelhaftem Schulterklopfen oder Getätschel über zu gehen. Wie sie sich um die eine Alibi-Frau ranken, kavalierhafte Bewegungen mit den Armen machen und nach der Aufstellung in dieses verlogene Dauerlächeln übergehen, das dann abfotografiert werden muss, - dann überkommen mich Zweifel, ob diese Leute irgendetwas von der dreckigen Realität von Kriegen oder auch nur vom Alltag ihrer eigenen Bürger mitgekriegt haben. Sie geben sich als unbeteiligte Beobachter, halten sich raus und befleißigen sich eines diplomatischen Jargons. Auf mich machen diese demokratisch zu allem legitimierten Onkel- und Tantenrunden nicht den Eindruck, als seien sie von ausgeprägter Empathie getragen. Sicher, gegen Krieg sind sie alle, Zivilisationsbrüche werden nicht geduldet, Opfer und Kollateralschäden unter Bürgern sollen nicht riskiert werden, keinesfalls, ….aber bald werden wieder „Konfliktlösungen“ erwogen, Sparbeschlüsse gefasst (während mehr als 200 neue Staats- und Beamtenstellen mit Vergütungen von bis zu 15 000 Euro im Monat eingerichtet werden… was ist schon dran an Lüge oder Glaubwürdigkeit! Macht man halt!), an Ausschüsse überwiesen, von „Experten“, deren Expertenwissen in Entscheidungsprozesse einfließen soll. Sie zerreden und zermahlen alles zu Mini-Prozessen, in die sie keine Einblicke haben und nennen das dann gerne Diplomatie oder Demokratie.

Sonntag, 4. Mai 2025

Kommunikation

Das Wort und die Relevanz sämtlicher Äußerungen des Individuums überhaupt scheint in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Bildergeschichtlein dominieren. Infantilität. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen. KI-Erschaffenes. Ob das Unsinn ist? Ich mache mir auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei. Dieser Einzelne scheint sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Stichwort: KI. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes und Vorhersehbares. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Das Sentimentale lockt. Alles erscheint austauschbar. Die Lüge beherrscht das Feld. Es herrscht das Kollektive, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen. Das technokratisch „Gekonnte“ scheint hierbei das Ideal, nicht das Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, sondern das zurecht Manipulierte. Das „Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Songlyrics werden heutzutage „gemacht“, zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus synthetischen Perspektiven, die ein Publikum rühren. Es wird dadurch alles (auch die Images) immer austauschbarer, es wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas.

Samstag, 19. April 2025

Lügen

Ich habe den Titel "Kurze Beine" gehört und mir ist durch den Sinn gegangen, dass Lügen leider manchmal auch lange Beine haben: Da ist der Einfluss der Pharmaindustrie auf das Menschsein als aktuelles Beispiel. Sie nehmen Einfluss, sie kaufen auf, die Mercks, die Glaxos, die Roches und die Pfizers, sie reden schön, sie lenken Informationen, sie übernehmen von den Hochschulen, sie geben "die richtigen" Untersuchungen in Auftrag, sie betreiben Lobbyarbeit, sie setzen unter Druck, sie lassen aus, sie dramatisieren, sie verschweigen, sie blockieren...usw....es ist eine lange Folge von....Lügen....die leider sehr lange Beine haben, indem sie sich als gelenkte "Wahrheit" in unser Dasein mischen. "Sind wir nicht alle ein bisschen korrupt?" fragte neulich ein Kollege, der sich jetzt der Öffentlichkeit neu verkauft und dazu Interviews gibt...… wow, diese Grauzonen! diese retouchierten Wirklichkeiten! Wo steht man da? Man sieht sich selbst zu....nimmt Maßstäbe wahr, die sich später als etwas ganz anderes darstellen......

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Worte und Bedeutung

Haha, nicht zuletzt die viel beschriebene, viel diskutierte und vielbeschworene KI zeigt es: Wörter,Texte, auch in künstlerischen" Bereichen wie Lyrik und Roman, sind missbrauchtes Material, sie lügen in ihrer Beliebigkeit, - genauso wie inzwischen die tausendfach bearbeiteten Bilder/Fotos. Verlogene Gesten herrschen vor, Posen, Verkaufe, die Form beherrscht den Inhalt - die Hohlheit, die Sinnlosigkeit in der Unterhaltung, sie feiert fröhliche Urständ‘, der Austausch von Floskeln und Phrasen …… Das Fröhliche, das Positive ist dabei sehr wichtig: es bedeutet Betäubung, Überbrückung, Vergessen, Verdrängen, alles um uns herum, wer wir sind, wer wir sein könnten, - aber: es ist auch machbar. …….. Der Flow ist dabei wichtig, der Rhythmus, der scheinbar alles mit sich fortreißt……der Fluss, dem wir uns, wie etwas in uns behauptet, anvertrauen könnten…… Alles ist schön nach den vorgegebenen Maßstäben....(zumindest für die, die es sich leisten können....)

Donnerstag, 17. November 2022

Im Dauerlächeln

Was mir beim Fernsehen aufgefallen ist, was mich langsam stört, weil es auf die Dauer derart verlogen ist: Dieses Dauerlächeln. In der Politik kommt es oft in Verbindung mit Handshakes geradezu zwanghaft. Die Entscheider befleißigen sich oft solchen Verhaltens. Im Showgeschäft scheint's zum Handwerk zu gehören. Kaum jemand zeigt da authentische Gefühle. Alles ist gespielt und aufgesetzt. Cheese als Maske. Eine sehr offensichtliche Lüge (die wohl den sozialen Umgang erleichtern soll, in Wirklichkeit erschwert sie ihn manchmal...). Alles gut? Wir regeln das. In unserem Sinne. Wir lächeln alles weg (und heben im Amerikanischen dazu den Daumen...). Strahlemann bringt Optimismus in düsterste Umgebung. Lächeln ist Verkaufen. Sich. Seine Sache. Einer Sache ein lächelndes Gesicht geben. Ein Lächeln kann nahe legen, dass man sich vertraut und bereit ist, etwas zu teilen. Aber selbstverständlich. Außerdem scheint die allgemeine Erwartung nahe zu liegen, man würde mit den eigenen Emotionen nicht hinter dem Berg halten. Vor allem nicht mit den positiven. Zu den unausgesprochenen Regeln gehört es dann auch, selbst Unbekannten ein Lächeln zu schenken. Es gilt unausgesprochen und unbewusst als ein Ausweis der Vertrauenswürdigkeit und der Menschlichkeit. Ob so etwas auch zum allzu offensichtlichen Gebrauch von "Fake News" und "alternative facts" beigetragen hat? Ob die Werbung da allzu gerne dabei ist?

Sonntag, 20. März 2022

Müll as Müll can...?

Ich schleppe mal wieder große Mengen an Müll raus und denke mir: Wieso hat man das nicht alles kompostierbar und biologisch abbaubar gemacht? Da sind Schalen aus Alu, Blechdosen, schlimmste Steroporsünden, Kunststoffpotpurris und andere Gegenstände, die wohl auch auf einer Müllkippe nicht einfach verschwinden werden. Wo eigentlich befinden sich diese Müllansammlungen? In anderen Ländern, wohin sie „exportiert“ worden sind? Wieso laufen im Hintergrund allerlei Spiele, bei denen einem oberwichtige Personen bedeuten, dass das so nicht geht und mit „Green Washing“ eine Menge Geld verdient wird? Und dann gab es doch ohnehin diese Fernsehsendungen, in denen die Leute an der Kompostieranlage klar behauptet haben, dass das mit der Kompostierung scheinbar „biologischen Kunststoffs“ sowieso nicht klappt. Zum Beweis haben sie dann einen Fetzen des ach so gut Kompostiermaterials aus dem Haufen neben ihnen heraus gezogen. Da war von Abbau tatsächlich keine Spur. Was bedeutet das? Machen auch in diesem Bereich die Leute für Profit alles? Wer sind diese Leute überhaupt, die uns offenbar wissentlich täuschen wollen? Können wir uns das in der jetzigen Lage so etwas noch leisten? Ist das den „Verantwortlichen“ (so richtig verantwortlich fühlt sich sowieso niemand) eigentlich egal?

Freitag, 30. Juli 2021

Spiele

Diese trotz aller Katastrophen gut gelaunte und von seiten der „Moderatoren“ stets lächelnde Show geht immer weiter: Olympia in Tokio scheint mir auf dieselbe Weise vonstatten zu gehen wie die Art, in der die Provinz Fukushima „saniert“ wird. Als ein Meer voller Lügen, deren Summe vor allem große wirtschaftliche Interessen bedienen und eine heile Welt suggerieren soll. Ins Bild passt da, dass ein Hauptsponsor die vorbereiteten Clips rund um Olympia nicht mehr senden will, ja, manche Quellen schreiben sogar, dass er als Hauptsponsor aussteige. Geradezu beschämend finde ich da, wie die Journalisten dieses Spiel der Spiele mitgestalten und sich gut gelaunt zum Komplizen dieser Spiele machen, die ja wohl durch Dopingvergehen, Sperren ganzer Verbände und rassistische Ausfälle gekennzeichnet sind. So lässt man sich etwa in den Schwimm- und Leichtathletikdiszipinen zu jener naiven Begeisterung hinreißen, die unreflektiert und peinlich wirkt. Es steht nämlich bei nahezu jeder Leistung die Vermutung des Doping im Raum zu stehen, des so herbei geführten unlauteren Wettbewerbs, was von rechtlich undurchsichtigen Institutionen und „nachsichtigen“ Funktionären dann jeweils mit Jahresstrafen geahndet und die betreffenden Athleten dann nach „Verbüßung“ ihrer Strafe des Ausschlusses wieder fröhlich ihren Wettkämpfen nachgehen lässt. Das Gros der Journalisten, das sich im besten Falle noch in einem Dilemma wähnt, scheint das alles mitzuspielen, ja, es scheint sogar zur showmäßigen Ausgestaltung solcher unlauterer Wettbewerbe einiges beizutragen. Als Rechtfertigung gilt dann bei ihnen plötzlich der Rechtsstaat und seine Unschuldsvermutung.

Samstag, 24. April 2021

Wo sind wir, wer sind wir, wo sind wir?

Überall lächelnde Gesichter. In den Medien der reichen Industrieländer muss man das schaffen, sich zu einer solch optimistischen Pose zu zwingen, das weiß ich auch. Man darf sich als Lokomotive des Zeitgeists fühlen. Es ist geradezu Konvention, ein Muss. Doch es erzeugt ein Gefühl der maximal ausgeleuchteten Lüge und des alltäglichen Heuchelns. Man wähnt sich auf einem Gleitfilm, der jederzeit reißen könnte. Was das Vertrauen in die Handelnden anbetrifft, scheint mir dieser Gleitfilm derzeit sehr angespannt. Es werden hässliche Löcher offenbar, Lücken, die gewissen Geistern Unterschlupf gewähren sollten. Auch Finanzlücken, die gewisse Leute absaufen lassen könnten. Es wird dies alles als eine Art „Kollateralschaden“ mitgeschleppt. „Muss halt sein“ und ähnliche Phrasen umstellen diese Gegebenheiten einstweilen noch. Okay, es ist nicht alles schlecht, manches ist vielleicht sogar gut. Aber es könnte besser sein. „Die Stars“ stehen im Mittelpunkt und es erheben sich Fragen wie „Wer mit wem?“, „wer hat sich von wem getrennt?“, Was bahnt sich zwischem wem an? Was ist die geschätzte Promi-Meinung? Wer von den „Stars“ findet was wie….? Welche Vermutung geht da um? Wie sieht eigentlich XX im Alltag aus? Ja klar, manche brauchen diese Schlüssellochschauereien, aber wie hoch ist der Preis dafür, ist er gerechtfertigt? Oder gehört er zu jenem oben beschriebenen Film, der die Wirklichkeit überzieht und durchaus etwas von „Fake News“ hat? Ob der nächste Schritt der ist, dass wir diese Ebenen gezielt verwechseln (sollen)? Wenn wir das alles brauchen: aus welchem Grund? Wer hat das verboten, sich Gedanken darüber zu machen?

Samstag, 14. November 2020

Momentaufnahme


Das Wort und die Relevanz sämtlicher Äußerungen des Individuums überhaupt
scheint in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Dabei wird es nostalgisch immer noch gerne simuliert, liebevoll gepflegt, in Nischen gezüchtet - stirbt aber aus. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen (auch in meiner Musik). Erinnerungen, gespeicherte Intensitäten, vergessene Strukturen, ein nostalgisches Gefühl von Aufbruch. Anarchisch. Chaotisch. Ich mache mir hier und jetzt auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird gelenkt. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld. Es herrscht das Kollektive, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen.
Klar, dass diese Szenerie im Gegenzug die „Experten“ (in die oft das Individuelle“ hinein projeziert wird) zu ihrem Spielfeld gemacht haben. Spezialisten drängen sich vor und erklären das Allgemeine für ihres. Sie kennen sich aus. Sie scheinen über Spezialwissen zu verfügen, wissen es besser. Das Überindividuelle (z.b. Auswahl aus 30 Yogurths) findet sein Gegenstück im gleichförmig Uniformellen. Das technokratisch „Gekonnte“ scheint das Ideal, nicht das Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, das mit Erfahrung Unterfütterte. An seine Stelle tritt das zurecht Manipulierte, das Angeordnete, das Programm. Reize werden abgerufen. Das „Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Eine Scheinindividualisierung verkauft sich, wird im Hintergrund aggregiert und zu Werten verarbeitet. Fingierte Authentizitäten überwältigen. So werden z.b. Songlyrics in der Popmusik heutzutage „gemacht“, zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus Phrasen, Klischees, aus synthetischen Perspektiven. Es wird alles immer austauschbarer, es wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas. Das Analoge, das im alten Sinne „Tatsächliche“, wird von grinsenden Technokraten oft zum disfunktionalen (Kosten-)Faktor erklärt und sofort ausgemerzt. Freigesetzt. Entlassen. Hinaus geworfen.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Die Norm

Ein würdevolles Leben führen. Als Ziel. Für alle. Jetzt und in Zukunft. Es könnte uns bevorstehen als eine Art riskanter Sprung in die Zukunft. Eingeführt in eine Normalität, in eine Selbstverständlichkeit, die alle Menschen umgeben soll. Alle. Technologische Möglichkeiten dazu könnten bereits vorhanden sein. Bleibt nur noch die soziale Polarisierung: den einen Menschen soll es möglich sein, den andern nicht. Oder? Wollen wir das? Wir sind da hinein geworfen. Müssen uns damit auseinander setzen.
Wir aber haben unter Umständen damit zu tun, von einem Tag in den nächsten zu kommen. Müssen Demütigungen und Diskriminierungen trotzen, so gut es geht. Müssen Pech verkraften. Wie konnte das möglich sein, dass noch vor kurzer Zeit Frauen nicht wählen durften?, so fragt man sich schon heute. Man kann es sich nicht mehr vorstellen. Die Entwicklung scheint in kürzester Zeit fortgeschritten. So könnte es auch mit einer Energiewende sein. 
Es könnten sich zunächst diejenigen zusammenfinden, die die Vision haben und dafür etwas verändern wollen. Es scheint zunächst, als passiere nichts, - außer Protest. Doch dann wird ein Problem doch noch gesehen, es kann nicht mehr übergangen werden. Es wandert das Angestrebte, das Ziel, unaufhaltsam in die Normalität ein. Bedenken und Argumente dagegen sind natürlich präsent. Aber es steht im gesellschaftlichen Raum die moralische Aufforderung: eigentlich müsste man, sollte man...., aber... Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze etc. ... Es bilden sich zudem Gruppen, die alles verdrängen wollen, die Probleme leugnen und damit zunächst viel Zulauf damit finden. Doch dann vollzieht sich der Sprung. Eine Umorientierung setzt sich fest. Wahrscheinlichkeiten bröckeln. Etwas wird da sein. Der Kompass wird sichtbar. Ein Thema wird wichtiger. Gewisse Menschen und die Realität werden das in den Vordergrund ziehen ziehen. Rückblickend wird es kaum zu begreifen sein, dass man nicht schon viel eher in die richtige Richtung abgebogen war. „Normal“ ist etwas anderes geworden.

Dienstag, 6. Oktober 2020

Im Schein der Lüge

 Ich wundere mich über die Arglosigkeit von Leuten, die an jenem Weißen Haus zweifeln, an dem schon zuvor alle Zweifel angebracht gewesen wären. Jetzt scheint mir nämlich die Strategie klarer zu werden, die hinter dem seltsamen Gebaren eines Präsidenten zu stehen scheint. Er, dem jedes Mittel recht zu sein scheint, scheint sich nämlich als „Superheld“ darstellen zu wollen, der bei der richtigen Einstellung und im Vertrauen auf „die großartige Medizin des Landes“ in ein paar Tagen auch dieses Virus zu besiegen imstande ist. Dass dabei ein ganzer Mix aus Lügen und Falschdarstellungen sichtbar wird, scheint für diese Art der Machtausübung zum „normalen“ politischen Prozess zu gehören. Was zählt, ist die Darstellung, der Schein und die Inszenierung. Auch hierbei gleicht das einer „Reality Soap“, einer „scripted reality“, auf die die „Konsumenten“ von Wirklichkeit ja ohnehin überall konditioniert und dressiert werden.

Donnerstag, 6. August 2020

Erscheinung

Die glänzenden Augen! Das Dauerlächeln! Die künstlich weiß gemachten Zähne! Die ins Gesicht eingebrannte Lüge! Der so vorsätzlich doof verströmte Optimismus aus dem vermeintlichen Schöngesicht! Jemand wie ich empfindet das abwechselnd als anmaßend und peinlich. Doch es scheint bei der Masse der Leute, die auf diese Weise ja von vornherein so etwas wie „Kunden“ werden, gut anzukommen. Die Leute wollen belogen werden und auf diese Weise an etwas „Schönes“ glauben. Sie wollen die glatte Oberfläche und nirgendwo dahinter blicken. Sie erfreuen sich an solch einer Erscheinung.

Sonntag, 7. Juni 2020

Kapselspitze eines Raumschiffs

Man hat die Zettel gefunden aus den letzten Tagen, als man aufgeschrieben hat: ungeordnet, Chaotisch. Eindrücke. Und doch, es strömt durch einen hindurch:
All die IT-Spezialisten, die daheim mehr erledigen konnten als zuvor. Die diese Abläufe ohnehin gewohnt waren. All die einsamen Frauenabschlepper, die nun ein neues Feld vor sich hatten und deren Revier sich neu ordnete. Die vielen Standardkleinfamilien, die den Ärger mit den lieben Kleinen per Homeschooling auszugleichen versuchten. Die das mussten. Die Jungen, die das Audiovisuelle gewohnt sind und sich ohnehin nicht betroffen fühlten. Stark und von nichts betroffen. So war man selbst auch einmal. Man weiß nicht, wo man heute auf diesem Feld steht. Lebt man zu sehr in den Tag hinein? Immer noch? Manches scheint versiegt in einem, man war nicht mehr dabei, man zog sich selbst zurück und geriet dadurch in Zustände, die man so nicht vorhergesehen hatte: ein Muster, dass sich wiederholte in seinem Leben. Überhaupt hatte man sich solche Gedanken wohl zu selten gemacht, man war nicht clever genug (im Vergleich zu all den andern). Dadurch war man ständig in Furcht, auf der Hut. Man blickte hinaus in die Welt der Muttis und Papis und fühlte sich fremd. Einst hatte man auch keine weiteren Kinder, keine weiteren Menschen in diese Welt setzen wollen, weil sie ohnehin längst überbevölkert war. Und nun? Man war die Kapselspitze eines Raumschiffs, dessen Ziel man nicht kannte. Ruhige Stille? Entschleunigung? Rückkehr zu den wahren inneren Werten? Hier ist Gleichgültigkeit. Nichts sonst. Man würde verrecken und niemanden würde das stören. Zweifel als Erkenntnisinstrument? Aus Wissenschaft ist Wissenschaftsbetrieb geworden. Den Massen fremd geblieben. Das allgemeine Leben in der Lüge würde weitergehen, immer weiter. Die Rollen sind besetzt, in Lüge, wie alles, was einen umgab. Eine Wunschvorstellung regiert, eine Begierde nach mehr. Befriedet im virtuell gepimpten Idyll. Man versucht, so gut es eben geht, zu verbergen, dass man ein Schädling ist. Sich verbergen, verstecken, - so lautet die Devise. Mir hingegen ist Gesundheit immer wichtiger geworden. Ein dumpfbackiger Präsident hält die Bibel demonstrativ hoch, um ein Bild zu erzeugen, das allzu offensiv abgebildet wird. Machtmissbrauch der Religion wird vorgeführt und die Leute fallen darauf rein. Es herrscht die Lüge und die Macht von Sprüchen: man selbst scheint nicht dabei zu sein. Kein Recht. Alles plump. Alles populistisch, vor allem die Popmusik. Mitläufer herrschen. Starke Männer kommen nach vorne. Martialische Sprüche und massenwirksame Posen.
Lokale weiße Eliten. Ihre Gleichgültigkeit hat dich verletzt. Angst als Machtinstrument. Rassismus. Religiöse Aufladung. Oligarchie. Verzweiflung runter geschluckt. Hunger. Armut. Soziale Mobilität?

Samstag, 7. März 2020

Schein (2)

Grinsende Lächler überall in den Medien. Wenn die Kamera ein wenig zu lange drauf bleibt, wird die Maske sichtbar, die es bedeutet. Überall der Schein. Die Maske. Das sich gegenseitig etwas vormachen. Die Wahrheit hat es schwer. Die Wahrhaftigkeit…? Die Gesichtsoperationen derer, die es sich leisten können. Die Ganzkörperoperationen, und die kleinen Mäuschen aus dem Solarium, die sich besser fühlen, wenn sie ihr ganzes Geld auch dafür ausgeben. Die „einfach mehr Selbstbewusstein“ haben. Die beim Schein mit dabei sind, zum Schein. Die gute Laune der beautiful people als Maskerade. Das absurde Spiel der elektronischen Medien und das ,was sie den Menschen antun. Alles, was wir wissen, wissen wir aus den Medien (Niklas Luhmann) Unterhaltung als Verdummungsmaschine. Als Suchtmittel für die Dummen. Als Überhöhung und gleichzeitig Verkehrung der Realität. Erpressung durch die Globalisierung. Ob das zu einer neuen Fremdenfeindlichkeit führt?

Sonntag, 3. November 2019

Worte

Worte sind heutzutage befrachtet mit Lug, Trug und Interessen, Klappern und Klimpern. Sind zu Sklaven der Werbung geworden. Sie sind in ihrer Wirkung kalkuliert und selbst in ihrer als poetisch geltenden Wirkung sehr gezielt „eingesetzt“, um bestimmte Zwecke zu erreichen. Sie sind eingespannt. Worte sind Mittel zur Staffage der eigenen Persönlichkeit, kleiden sie interessant aus und verzieren sie. Sie können jemandem sogar seine Eitelkeiten aufblasend zum Künstler machen. Sprache ist ein höchst missbrauchtes Medium, genauso wie das fotografische Bild. Beides wird in der Regel zu einem bestimmten, klar definierten Zweck „eingesetzt“. Poesie und vieles damit Zusammenhängende ist abgegriffen, auch wenn sie von sich das Gegenteil behauptet, Meinung ist schlaff und beliebig geworden, hat jeder.....

Samstag, 14. September 2019

Wie gut, dass ich bei den Guten bin (Text ca.2005)


Das folgende Fundstück muss von Anfang der 2000 stammen und ließe sich ohne Probleme in unsere Wirklichkeit der ausgehobenen Schützengräben und guten Menschen versetzen: 

Wie gut, dass ich bei den Guten bin
Am besten, ich mach' nicht viel Worte
und gehöre nicht zu denen,
die viel reden und nichts sagen
Du machst nicht viel Worte
traust ihrer Bedeutung nicht
sie haben sich zu oft gruppiert
Zu Lug, zu Trug
haben um deine Kaufkraft geworben
um Deine Wertschätzung
um deine Aufmerksamkeit
haben die Bedeutung in Hülsen gesperrt
in Bilder, die missbraucht und vergewaltigt
zu fetten Gemeinplätzen wuchsen
es ist ein nettes Hopping
über der unsichtbaren Hoheit
verkaufter Luftschlösser
aber dich plagt eine Sehnsucht nach Text
nach eigenen Worten
sie zieht dich weiter
in andere Formationen
viele Körper reden und sagen nichts
es ist genauso, wie dieser Satz,
eine vorbereiteter Gemeinplatz
eine automatisierte Deutung
eine hübsch geformte Lüge
der Sinn geht im universalen Geräusch unter
in weißen Rauschen, das sich gegenseitig auslöscht
und du bist ein Pirat der Patterns
Ich ist ein Anderer
mit den anderen vernetzt sein
ein Docking wagen, abseits der Kommunikation
sich in andere Positionen begeben
wagen, sie in Frage zu stellen
das willst Du vielleicht
Ich zu sagen
ist eine Reaktion auf ständig wachsende Unsicherheit
dabei könnte alles so anders sein
in Unbekanntem unbekannt bleiben, unerkannt
wir treiben knapp unter der Oberfläche dahin
und strecken den Hals gelegentlich müde in die Höhe
der Papierweg ist verstopft
Schwächen offen zu zeigen
könnte sich als Stärke erweisen
Lüge, eitel Selbstinszenierung
schöne Fassaden sind auch schön - als Fassade
ein Paravant, flüchtig aufgestellt
rund um bittere Erbärmlichkeit
will verschwinden hinter Tönen
und mich einhüllen, will mich kleiden in sie
Du wagst, Dich im Verborgenen zu zeigen
als ein Spiel
wenn der Sinn untergegangen ist
will ich dem Klang nachlauschen
der sich selbst mitteilt
die brauchen Dich nicht
die nehmen sich nur, was sie brauchen
die hassen die Wahrheit, weil sie so negativ ist
was ist das Original, wenn alles eine Verfielfältigung ist
unwillkürlich, als Reflex, tausend Nichtigkeiten als Schwarm
als Wolke des Geschwafels
eine Kopie, eines großen Etwas, das wir alle sind?
Wie gut, dass ich bei den Guten bin
wie gut nur, wie gut......

Sonntag, 3. Februar 2019

Lügen haben lange Beine

Ich habe die Wortfolge "kurze Beine" gehört und mir ist durch den Sinn gegangen, dass Lügen leider manchmal auch lange Beine haben: Da ist der Einfluss der Pharmaindustrie auf das Menschsein als aktuelles Beispiel. Sie nehmen Einfluss, sie finden und erfinden, sie kaufen auf,  sie reden schön, sie lenken Informationen, sie geben "die richtigen" Untersuchungen in Auftrag, sie betreiben Lobby-Arbeit, sie setzen unter Druck, sie lassen aus, sie dramatisieren, sie verschweigen, sie blockieren... usw.... es ist eine lange Folge von.... Lügen,.... die leider sehr lange Beine haben, indem sie sich als gelenkte "Wahrheit" in unser Dasein mischen. "Sind wir nicht alle ein bisschen korrupt?" fragte neulich ein ehemaliger Kollege, der sich jetzt der Öffentlichkeit neu verkauft und dazu "geglättete" Interviews gibt...... wow, diese Grauzonen! Diese retouchierten Wirklichkeiten! Wo steht man da? Man sieht sich selbst zu....nimmt Maßstäbe wahr, die sich später als etwas ganz anderes darstellen......

Freitag, 13. April 2018

Gute Laune

Diese dauerlächelnden Gesichter auf der Mattscheibe, ob sie dir auf die Nerven gehen? Wenn die Kamera zu lange drauf bleibt, erfrieren sie oft etwas und es wird klar, dass sie nur eine Pose sind, die uns dauernd umgeben soll: die Pose der guten Laune. Hör doch, wie sie die Stimme heben und senken! Wie sie Interesse spielen! So "professionell", das! Ob das alles inzwischen einen leichten Tick zu weit geht? Ob das mit der Lüge zu tun hat? Ob das etwas mit uns macht, oder machen soll? Legen wir noch wert auf „das Echte“ - und was könnte das sein? Eine Behauptung der Werbung, das Versprechen eines Produkts? Könnte es das hinter der Pose sein? Es bleibt uns als Einzelnem überlassen, es irgendwo zu erkennen. Blöd nur, dass sich selbst dabei die meisten Leute beeinflussen lassen! Die Zwischenräume des Lebens, die nicht zum Dauergrinsen sind, wem machen die zu schaffen? Resultiert das aus dem hässlichen Alltag, den wir doch alle überwinden wollen? Am besten mit einem Lächeln? Ob es denjenigen zu schaffen macht, die selbst dran schuld sind? Was ist Schuld in diesem Zusammenhang? Verantwortung? Von was bin ich getrieben? Durch Milieus hindurch, durch allerlei Mechanismen meiner Umgebung? Sind wir nicht manchmal Teil eines Systems, das sich einen Dreck um unsere Befindlichkeit schert und die gute Laune per medialem Vervielfältiger so verbreiten will, dass sie uns jederzeit beherrscht. „Nicht alles so negativ sehen“!, was für ein Rat ist das? Wer gibt ihn? Ob er ein Interesse daran hat oder ob es ihm um das „wahre Selbst“ geht, das er besser als du beurteilen kann? Das Negative optimal ausblenden und auf diese Weise ein positiver Mensch werden? Was zählt, sei der Einzelne...... ob einem daran etwas bekannt vorkommt? 

Sonntag, 25. Februar 2018

Olympia, Sport, Nationalismus, Pathos


Eines begreife ich gar nicht: wieso wird in der Olympischen Welt krampfhaft eine Art heile Welt zelebriert? Doping ist doch ein riesiges Problem, das über die aktuell beiden gesperrten Atlethen weit hinaus geht und auch den „sauberen“ Athleten schwer schadet. Wenn ich in meiner Umgebung das Wort „Olympische Spiele“ fallen lasse, wird sofort mit Häme und dem Wort „Dopingspiele“ reagiert. Was sollen die Feiern des Nationalismus mit Pathos bei den Medaillenübergaben und dem Medaillenspiegel? Ich hörte oft das Wort „Wir“. „Wir“ haben gewonnen. Wir waren vorne, „wir“ sind Zweiter beim Medaillenspiegel. Haha, ein klein bisschen könnte auch die Kohle und wirtschaftliche Kraft eines Landes beachtet werden: Natürlich sind Norwegen und Deutschland beim Medaillenspiegel vorne, die haben ja auch die höchste Wirtschaftskraft und können ihren Sport fördern, um "Wettbewerbsfähigkeit" zu zeigen. Das mag bei der DDR noch funktioniert haben, mittlerweile ist der Mechanismus wohl ein bisschen ausgeleiert. Und blicken die Athleten gar nicht auf die zerstörte Umwelt, auf die langsam verrottenden Sportstätten nach Olympia, auf hohlen Gigantismus, der spätestens 8 Tage danach erledigt sein wird? Hm, ich sehe und merke schon, wie sie auf ihren Wettkampf und nichts anderes „fokussiert“ sind. Sie reisen ja auch an und ab vor und nach Eröffnungs- und Abschlussfeiern. Sie geben das Idealbild des Fachidioten in unserer und der globalen Gesellschaft. Die Überblicker, die Zusammenhänge Denkenden und „über den Tellerrand-hinaus-Blicker“ sind da verpönt, klar. Es zählen nur die Medaillen - sonst nix. Alles andere wird "geführt" - von Vorstandsvorsitzenden, von Funktionären. Da scheint sich eine Parallele zwischen der Schummelsoftware eines Autokonzerns und Doping aufzutun. „Die Lüge leben – weiter so!“ scheint ein Motto, das über einem Land liegt, dem es wirtschaftlich noch blendend („Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben“) zu gehen scheint (Zumindest den Meinungsführern..., die Nachrichten von "Der Tafel" dieses Wochenende scheinen eine andere Sprache zu sprechen).