Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Freitag, 9. August 2024
Überblick
Sonntag, 28. April 2024
Wohlstand und Wir
Mittwoch, 29. November 2023
Sprachgebrauch
Donnerstag, 24. August 2023
Zeugnis
Dienstag, 15. August 2023
Aufstieg gestern und heute
Samstag, 17. Juni 2023
Literaten
Donnerstag, 6. Oktober 2022
Bildungshierarchen
Montag, 19. September 2022
Überbauarbeiter
Montag, 1. August 2022
Urlaubsträume
Sonntag, 2. Januar 2022
Bildung - was ist das?
Immer noch zunehmend scheint sich ein Bildungsbegriff heraus gestellt haben, der stark technologisch geprägt ist. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung im Wahlkampf Deutschlands, in dem die Forderung auftauchte, Deutschland müsse „ein Volk von digitalen Dichtern und Denkern werden“. Dahinter scheint mir ein ziemlich instrumentelles Verständnis und Gelehrsamkeit zu stehen. Deutschland soll auf diesem Wege, der auch gerne mit dem Modewort „Digitalisierung“ beschrieben wird, auf möglichst geradlienigem Weg ein Volk von Programmierern und und Ingenieure werden. Doch was könnte die Bildung eines Menschen bedeuten, was könnte ein Ziel sein? Schon im 19 Jahrhundert bildete sich hierzulande ein Bildungssystem heraus, das in Vielem beispielgebend war und bis in die Gegenwart etwa Staaten wie den USA ein Vorbild abgab.Wieso? Weil es nicht in erster Linie zweckdienlich war, sondern viel eher dem Ideal der Aufklärung verpflichtet. Was aber kann Bildung aus dieser Tradition heraus bedeuten?
Es könnte in der Bildung ein Wissen einen wichtigen Platz einnehmen, das gerade nicht unmittelbar an seiner Brauchbarkeit für den Arbeitsmarkt gemessen wird. Man sollte seinen eigenen kritischen Geist entwickeln, eigenständig denken und damit die Welt in all ihrer Vielfalt entdecken. Gerade in Zeiten wie den jetzigen kann niemand voraussagen, mit welchen Herausforderungen es zukünftige Generationen zu tun haben werden. Gewisse Erkenntnisse sollten allgemein sein und Bildung ist mehr als Faktenwissen. Freude am Entdecken, sich begeistern an Rätseln und Fragen, Offenheit für überraschende Fragen, deren Beantwortung wieder neue Fragen hervor bringen können. So etwas könnte Ansporn sein, könnte die Gesellschaft vorwärts bringen und einen dazu bringen, die Welt in ihren Zusammenhängen besser zu verstehen. Die Neugier und die Möglichkeit, aus dem Entdeckten etwas Neues zu schaffen treibt den Fortschritt weiter. Erkenntnisse der Grundlagenforschung lassen neue Anwendungsmöglichkeiten vermuten, die unter anderem auch Eingang finden in Maschinen und Technologien.
Montag, 27. September 2021
Digitale Dichter
Noch einmal bin ich dem von Politikern explizit geäußerten Wusch nach einem „Volk von digitalen Dichtern und Denkern“ begegnet. Ich denke mir, dass genau das beabsichtigt war, als ich mit meiner geisteswissenschaftlichen „Bildung“ immer mehr auf das Abstellgleis geschoben wurde. Es soll wohl ein Volk von willigen Digitaldeppen geschaffen werden, von Programmierern und Webdesignern, die genau das umsetzen, was man ihnen vorgibt, was selbstverständlich den Gebrauch von Kreativität und Lust am Experimentieren ausschließt. So etwas würde nämlich Zeit zum Spielen und Ausprobieren voraussetzen, was natürlich dem „Zeit ist Geld“-Prinzip zuwiderlaufen würde. Deutschland solle eine Nation der Programmierer und Ingenieure werden, die nicht lange danach fragen, auf welches Ziel wohl so etwas zuführen könnte. Als Ziel werden vielmehr Phrasen wie „Klimaneutralität“ ausgegeben, die alles und jedes bedeuten können, was sie für staatliche Einheiten wie die EU und die von ihren Repräsentanten gehaltenen Sonntagsreden möglicherweise noch attraktiver macht. Ich vergleiche das unwillkürlich mit klassischen Idealen wie dem Streben nach Kunst, Bildung und Gelehrsamkeit, was durch einen Klassenbegriff und das Selbstverständnis eines emanzipierten Menschen gestützt lange die Idee der Nation beherrschte. Man strebte nach einem empathischen, nicht zweckdienlichen und politischen Interessen gefügiges Menschenbild an. Ob wohl dies Ideal des „digitalen Dichters und Denkers“ dem krass widerspricht?
Montag, 17. Mai 2021
Auskenner
Sonntag, 28. Februar 2021
Feuilleton-Weisheiten
Samstag, 5. September 2020
Kulturgehabe
Donnerstag, 25. Juni 2020
Reisespass für alle?
Wo bleibt denn da der Ausbruch aus der Warenwelt, so wie das berühmte Soziologen einst analysiert hatten? Nun ja, angesichts von Globalisierung, Vermögensreichtum und per Internet erleichtertem Zugang zur Reisebranche könnten da Zweifel erlaubt sein. Die Folgen vor Ort im fernen Traumland scheinen sowieso nicht zu interessieren. Da wäre beispielsweise die zunehmende Wasserknappheit angesichts des gewaltigen Verbrauchs der Touristen. Auch die Plastikmüllberge, die durch das Meer schwimmen, können das Vergnügen von Touristen mindern. Kreuzfahrtschiffe verpesten die Umwelt, das hat sich inzwischen herumgesprochen. Trotzdem: Nichts wie weg! Touristen sind natürlich nicht an allem schuld und das Bildungsbürgertum hatte diesbezüglich Privilegien, deren Zeit wohl so nicht mehr wiederkommen dürfte. Außerdem scheint ja gerade das grün-ökologische Milieu dasjenige zu sein, das am meisten verreist. Trotz Gretas Segeltörn. Es geht wohl auch um die Demokratisierung des Reisens, also das Herabdeklinieren des Tourismus zur Massenware. Selbstverständlich wollen sich Ökos davon abgrenzen und streben dem Exklusiven, Individuellen und Teuren nach, das sich als „Bio“ geriert.