Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 12. Oktober 2025

In Reih und Glied

Was sind das für Menschen, diese Politiker, die andere Menschen massenhaft in den Tod schicken und eine weltpolitische Strategie darauf aufbauen? Man hörte einst „Masters of War“, dessen Interpret inzwischen auch jenen Pfad des resignativen Pragmatismus eingeschlagen hat, der zur Hinnahme all dieser Umstände und einem „Realismus“ geführt hat, dessen sich heute viele der einstigen „Idealisten“ befleißigen. Generäle, Befehlshaber, Kommandierende, Uniform- und Schildmützenträger, aber auch größenwahnsinnige Karrieristen, Zuträger und Speichellecker… Es ist oft auch gealtertes Militärpersonal, das in den Sendungen der Nachrichtenkanäle als „Experten“ auftritt und dabei oft „Chancen“ beurteilt. Chancen dafür und kluge Erwägungen dazu, wie viele Tote es wohl kostet, dieses oder jenes Ziel zu erreichen. Es graust einem bei solchen Überlegungen. Es ist ein unschuldiges, einfaches und ungeschütztes Gefühl, das einen da überkommt. Auch wenn Politiker möglichst pathetisch die uniformierten und in Reih und Glied angetretenen Militärs abschreiten: Was für ein Handwerk hier wohl zelebriert wird? Welche Rolle Symbole wie Fahnen oder Hymen dabei spielen? Jahrhunderte lang hat dies interessehalber herbei geführte Getue wohl in Kriege geführt, bei denen es unter anderem um Mord und Totschlag, um Rache, Eroberung und Stolz ging. Wer heute noch einen Krieg beginnt, wer als Oberbefehlshaber andere zum Massenmord bringt und sich als Spezialist darin beweist, Andere zum Miesesten, was Menschen drauf haben, anzustiften, wer also dieses Böse auch mittel finanzieller Anreize aus Menschen heraus kitzelt, ist Boss einer Verbrecherbande, der Andere abknallen lässt, um den eigenen Stellenwert meist über Mechanismen des Personenkults zu erhöhen. Ja klar, kann einen das zum Pazifismus führen! Problem dabei ist dann, wenn einen eine ganze Armee überfällt und ein Apell an das Gute im Menschen in Gestalt eines guten Zuredens oder der vielbeschworenen „Diplomatie“ nicht mehr möglich ist? Man wird dann wohl gezwungen, sich mit dem Bösen, Miesen und Schlechten auseinander zu setzen. Die Umstände zwingen einen dazu. Wie kann man sich dann möglichst effektiv wehren? Diese Frage hat sich auch einmal mir gestellt und ich habe sie für mich beantwortet.

Samstag, 22. Juli 2023

Vielflieger

Ich lese die „Bekenntnisse“ eines Vielfliegers. Es heißt da u.a.: „Solange die Chinesen und Inder rausblasen, was sie wollen, macht es keinen Unterschied, zu fliegen oder nicht….Den Impact im internationalen Vergleich, den machen nicht wir in Deutschland. Der CO2-Verbrauch pro Person liegt im Schnitt bei 10,8 Tonnen pro Person. In China bei 8,0. In Indien bei 1,9.“ „Noch“ sagt der wichtige Mann (!). Leider hat er damit recht, mag der glatzköpfige Loriot-Bundeskanzer auf tausend Pks noch tausendmal die Worte wiederholen, die sein Wirtschaftsminister und die von ihm vertretene Partei geprägt hat. Dieses „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ hat mir auch nie geschmeckt und mit der Vorbildfunktion des viertgrößten Industriestaates ist es nach tausend gebrochenen und teilweise gesetzlich fixierten Vorsätzen sowieso nicht weit her. Ja ja, der Krieg ist die große Ausrede. So was hängt uns zum Hals raus. Man kann bei uns problemlos von Frankfurt nach München fliegen, was Viele offenbar auch machen. Ja, wenn das so ist, so sage ich mir, was bedeutet das dann, wenn ein Einzelner auf einen Flug verzichtet? Da wird von den Wichtigs unterwegs munter geduscht und Champagner gesoffen, da werden Zubringer-Limousinen benutzt und die Luxus-Lounge mit all ihren Status-Vorteilen abgesessen. Was soll das dann, wenn ich mich möglichst wassersparend durch den Tag zu bewegen versuche? Flugmeilen werden gesammelt und es wird sich weiterhin in der eigenen Wichtigkeit gesonnt, - alles auf Kosten jener Umwelt, die uns eigentlich alle gemeinsam gehört.

Mittwoch, 4. Mai 2022

Pharma-Tricks

Ich stelle mir vor: Ich wäre im Krieg und blicke auf "Friedenszeiten". Leider bin ich von einigen Medikamenten abhängig. Ich brauche sie täglich, so wird gesagt. Wie das? Mein Arzt ist der Ansicht, dass ich das Medikament regelmäßig nehmen sollte, ich sei chronisch krank. Was aber sind seine Interessen dahinter? Nimmt er an solchen als „Fortbildungsmaßnahmen“ camouflierten Werbeveranstaltungen teil, die ihm gegen gutes Honorar bestimmte Dinge nahe legen und sich dabei um gekonnte oder weniger gekonnte wissenschaftliche Verbrämung bemühen? Weiß ich das? Nein. Ich kann nur schlimme Dinge vermuten und mich anmachen lassen, wenn sie nicht stimmen. Ich muss mich anmachen lassen, denn ich bin ja abhängig. Und was ist mit den täglich von mir benötigten Medikamenten? Bestimmte Medikamente kriege ich gar nicht mehr. Oder nur nach einigen Tagen. Sie scheinen über Umwege so gerade noch aufzutreiben zu sein. Ob dahinter steckt, dass die Pharma-Konzerne ihre Medikamente dorthin verkaufen, wo sie am meisten daran verdienen? Wie steht es mit der Entwicklung von Antibiotika? Mit resistenten Keimen? Wenn mein Medikament wenig lieferbar ist, wenn etwa Engpässe entstanden sind, ist diese Strategie der Verknappung bzw. Nichtentwicklung sogar umso lukrativer. Ich kann damit vielleicht sogar erreichen, dass ich der einzige Anbieter bin und somit ein Monopol beanspruchen kann. Ob das ausgerechnet bei uns, im „besten Gesundheitssystem der Welt“ etwa nicht der Fall ist? Zugunsten des Wohls von Patienten? Oder wie kommt das alles? Produktionsstätten in Asien fallen aus, Produktionsstätten, die völlig unsozial und ökoschweinisch produzieren? Lieferkettenexzesse. Ob nicht doch das eine oder andere Produktionspotential nach Europa zurück verlagert werden sollte und noch ein paar Antibiotika entwickelt werden?

Samstag, 5. März 2022

Das Böse?

Krieg? Spezialoperation? Mir scheint, das Böse ist im Menschen verankert. Es ist möglicherweise sogar das, was ihn frei macht. Während das Tier nämlich einem von der Natur festgelegten Programm folgt, kann sich der Mensch „frei“ für oder gegen etwas entscheiden, ist Herr der moralischen Folgen, die sein Verhalten zeitigt. Dass er sie dabei manchmal nicht so recht überblickt, ist wohl auch eine Folge dessen, dass er seine Welt für die einzig gültige hält und sie auch als solche seinen Mitmenschen nahe zu bringen versucht. Gelingt dies nicht, wird auch mal Gewalt angewandt, denn der Zweck, - so manche Idiologie! - heiligt ja die Mittel. Mit dieser Begründung konnten gewisse Herrscher in der Menschheitsgeschichte 10, 20 oder gar Millionen Menschen umbringen (lassen) und sich in der Sonne ihrer Allgewalt erwärmen. Ja nach Perspektive scheinen dabei jegliche Maßstäbe verloren gegangen. Doch mit der gezielten Beeinflussung einer Gefolgschaft, mit all den Tricks der Manipulation scheint da im Zeitalter nuklearer Kriegsführung alles bis hin zur völligen Selbstvernichtung möglich zu werden.

Mittwoch, 2. März 2022

Demokratie und Krieg

Ist doch klar: Ich kann mich irren. Ich äußere oftmals nur meine Meinung, ein Vorgang, der noch zugelassen sein könnte. Aber gerade angesichts dieses unseligen Kriegs scheint es mir wichtig zu sein, zu betonen, wie hierarchisch doch unsere westlich industrielle Gesellschaft organisiert ist und was das damit zu tun hat, wie Armeen funktionieren. In der Wirtschaft herrscht streng das Prinzip der Dikatorschaft, der Hierarchie, des Bestimmens und selbstverständlichen Gehorchens. Eine(r) bestimmt, alle andern gehorchen und setzen um. Stalinismus light. Da mögen sich milde bemäntelnde Einrichtungen wie Betriebsrat etc. noch so anstrengen: Letztenendes gibt der Vertreter der Kapitalseite den Ton an, basta! Politik: Wir leben in einer Repräsentativen Demokratie. Das heißt: der Bürger wählt Repräsentanten für vier Jahre. In diesen vier Jahren können diese Repräsentanten aber machen, was sie wollen und seien es absolutistische Verhaltensweisen oder Korruption. Das einzige, was dabei bremst, sind Meinungsumfragen. Wie Politiker aber darauf reagieren, zeigt sich fast täglich. Die diesbezüglichen Phrasen stehen doch alle bereit: „Wissen Sie, da könnten wir jeden Tag unsere Meinung ändern….etc“. Die einzelne Person ist also gerade nicht ständig zur Selbstbestimmung aufgerufen, sondern sie ist es gewohnt und sozialisiert, zu gehorchen. Nach diesem Prinzip funktionieren auch Armeen. Meiner Einschätzung nach…..

Freitag, 30. August 2019

Globalisierung

Könnte es sein, dass die Entscheidungsträger dieser Gesellschaft sehr an die Globalisierung glauben? Zu sehr? Könnte es sein, dass in ihren Augen Handel nicht nur Wandel, sondern auch Frieden bringt? Ob dem aber gegenüber steht, dass hinter dem Handel in der heutigen Form gewisse Interessen stehen, die so gar nichts mit Frieden zu tun haben? Die den Frieden nur solange anstreben, wie er ihnen nützt? Je größer der Umfang des Handels zu gewissen Bedingungen ist, desto größer könnte auch der Widerstand dagegen werden. Was ist die Form dieses Widerstands? Terror. Die Globalisierung produziert auf diese Weise wohl ihre eigenen Gegner, was im Horizont der Globalisierungsbefürworter gar nicht vorkommt. Die Eigenschaften zum Handeln und Tauschen sollen ein Teil des Menschen sein, so das Weltbild der Globalisierer. Dieser Handel soll einen zivilisierenden Einfluss auf die Welt haben, glauben die Globalisierer. Dauerhaften Frieden bringe nur der Handel und der „Wohlstand“.
Doch sie vergessen, dass die Geschichte der Globalisierung selbst eng mit der Geschichte von vernichtenden Kriegen verbunden ist. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichen Globalisierung und Handel einen ersten Höhepunkt. Wenig Zeit danach gerät die USA in eine schwere Wirtschaftskrise. Folge: Die USA suchen ihr Heil in Protektionismus (so ungefähr das, was heute Trump macht), d.h. Sie erhöhen die Einfuhrzölle, um dadurch Arbeitsplätze zu schützen. Auch die anderen Nationen machen daraufhin die Grenzen dicht. Protektionismus und Nationalismus vermischen sich, es setzt sich ein Mechanismus in Gang. Dies führt schließlich zum riesigen und umfassenden 2. Weltkrieg. Danach tun sich die Industrienationen in verschiedenen Abkommen wieder zu Handelsgemeinschaften zusammen. Es vermischten sich dabei humanitäre Gründe mit denen der Interessenwahrung und der Zementierung von Machtstrukturen. Es wird auf „freien Handel“ gesetzt, was auch Deutschland zum „Wirtschaftswunder“ inspiriert und den Kampf zwischen zwei Idiologien entscheidet. Nach der Theorie der Globalisierer könnten nun Kriege und Gewalt endgültig beendet werden. Institutionen wie die EU scheinen auch in diese Richtung zu zeigen. Doch mittlerweile scheint ein neues Zeitalter des Terrors angebrochen zu sein. Selten gab es in der Geschichte der Menschheit so viele Konflikte wie heute. Der weltweite Kampf um Rohstoffe tobt. Hinter gewissen „Freiheitsbewegungen“ stehen meist Interessen. Beispiel: Demokratische Republik Kongo. Hier wird unter abschreckenden und menschenverachtenden Bedingungen Koltan (Smartphones!) und Kobalt abgebaut, das zur Herstellung von Elektrobatterien (E-Mobilität!) verwendet wird. Wenn es um den Zugang zu billigen Rohstoffen geht, dann wirkt sich der globale Handel oft nicht sehr friedensstiftend aus. Durch militärisches Eingreifen könnten nämlich Vorteile winken. Örtliche Ableger der globalen Interessen kämpfen dann in der Form von Warlords oft um diese Interessen, als Stellvertreter und Lobbyisten des „big money“. Sie stürzen die örtliche Bevölkerung in Flucht und Armut. Auch der Wettlauf um Ernährung verschärft dieses Problem. In Afrika hungern viele Millionen von Menschen, obwohl das Land in dieser Hinsicht viel produziert, es dann aber sofort wieder exportiert. Fruchtbares Land wird dazu an große ausländische „Investoren“ verhökert. Eine riesige multinationale Lebensmittelindustrie soll auf diese Weise entstehen. Handel hat sich in seinen ursprünglich beabsichtigten Zielen umgekehrt. In welchem Interesse das so geschehen soll, erscheint mir klar.

Dienstag, 15. Januar 2019

Krieg und Drogen

Ob wir uns vorstellen können, dass es nahezu keine Kriege der Neuzeit gab, in denen nicht Drogen eine große Rolle spielten? Von den Mayas und ihren Opferritualen ist das ja bekannt. Präzise Kalender, Schriftzeichen, Kulte, Astronomie usw. ...aber auch Drogen. Und all die anderen? Ob es einem Menschen leichter fällt, einen anderen blutig umzubringen, wenn er Drogen und Aufputschmittel genommen hat? Aus was wohl der Zaubertrank von Asterix und Obelix genau bestanden hat? Ob die psychischen Belastungen nach blutigen Auseinandersetzungen mit Beruhigungsmitteln nicht leichter zu weg zu stecken sind? Nun ja, schon Alexander der Große soll seine Mannen mit Opium bei Laune gehalten haben. Auch bei den alten Römern war das Konsumieren von Drogen womöglich beliebt. Und die Völker des Altertums? Die konnten mit den Wirkungen der Drogen offenbar so umgehen, dass sie sie gezeilt für ihre Zwecke einsetzten.
Es scheint so, dass beispielsweise die Phönizier sich als frühe Dealer gerierten, indem sie für den Nachschub an Drogen sorgten und sich dafür von jenen honorieren ließen, die entsprechend zahlen konnten. Die geborenen Händler, englisch „Dealer“. Auch deuten gewisse Ausgrabungen bei den alten Ägyptern auf den Einsatz von Drogen hin. Der Schlafmohn als Produzent des Ausgangsstoffes von Opium und später Heroin scheinen etwas „under the table“ geradezu vergöttert worden zu sein. „Trank des Vergessens“ gegen alle Unbill des Krieges: Opium, in Wein aufgelöst. Beinhartes Zeug. Euphorie. Angsthemmer. Die Germanen tranken nur Bier, allerdings meist versetzt mit psychoaktiven Essenzen. Im zweiten Weltkrieg kamen wohl Kokain, Speed und Pervitin zum Einsatz, wobei das Pervitin unter anderem das Durchhaltevermögen stark forciert und deshalb wohl in ganz großen Stil zum Einsatz kam. Drogen machten halt gefügig und zu jeder Schandtat bereit. Sogar Crystal Meth war offenbar schon unterwegs. Extrembelastungen aushalten. Dinge tun, die man bei klarem Verstand nie tun würde. Drogen scheinen den Menschen über sich hinaus zu führen. Das kann, die Suchtgefahren einmal ausgeklammert, in Richtung von etwas Positivem oder etwas Negativem sein. Die alten Hippies waren verrückt nach etwas, was man „Bewusstseinserweiterung“ nannte. Die sehr agressiven Gefahren wurden da gerne mal ein bisschen ausgeklammert oder romantisiert. Jedenfalls scheint der Mensch auch auf diesem Wege aus sich selbst heraus kommen zu wollen, um sich zu entgrenzen, sein Bewusstsein zu erweitern und jene „übernatürliche“ Lust zu empfinden, die alles andere überlagern kann. Wie das wohl heute aussieht? Ob es Doping in verschiedenen Formen gibt? 

Mittwoch, 28. Februar 2018

Interessen und Schönsprech


Das war ja mal wieder ein Lehrstück! Gestern Gerichtsurteil, danach bis jetzt ein einziges Stimmengewirr, abgesondert von Köpfen, die sich jeweils als superkompetent aufspielten! Da wurde verlangt, gefordert, erklärt, interpretiert, behauptet, gemeint...... am Ende war man ganz verwirrt, was denn nun gelten solle. Klar, es handelt sich hier um etwas extrem Wichtiges. Die Medien haben richtig gehandelt. Doch es scheint des Guten zuviel. Den „Konsumenten“ überschütten mit gelenkten Informationen, das kann vielleicht nicht förderlich sein. Dabei könnte so manches durchaus nachvollziehbar sein, - wenn nicht diese Vernebelungsstratgien in irgendeinem Interesse wären. Es entsteht auf diese Weise ein Gemisch, in dem so mancher zu einfachen Ansichten und Lösungen neigt, weil offenbar niemand die Wirklichkeit richtig einschätzen kann. Fake News, sie gedeihen in diesem Klima blndend! Folge: Jeder behauptet irgendetwas, da mache ich mir meinen eigenen Reim. Auch wenn der abweicht von anderen, die sich als „offiziell“ und „wissenschaftlich“ gerieren! Währenddessen verrecken unzählige Menschen in einem völlig unübersichtlich gewordenen Krieg, in dem diplomatische Rücksichtnahmen und strategische Vorteile genauso wie scheinbar grundsätzliche Einstellungen eine große Rolle zu spielen scheinen. Es raucht an allen Fronten, die Lage scheint dramatisch zu sein.

Freitag, 22. September 2017

Pessimismus reloaded

Und da soll man nicht pessimistisch werden? Es breitet sich doch im Alltag immer mehr eine Kultur der Rücksichtslosigkeit aus, die sich theoretisch auch gerne als „marktkonforme“ Demokratie geriert und eine Umverteilung von unten nach oben zu präferieren scheint... Da ist der drohende Zerfall Europas, eines Kontinents, dessen sich die Europäische Union in Brüssel mit ihren wohlfeilen Handelsstrukturen bemächtigt hat. Ob es eine Reaktion darauf ist? Da ist nämlich die Rückkehr des Nationalismus, die neue Salonfähigkeit des Rassismus, des Populismus und des Protektionismus. Da sind die demokratisch gewählten Despoten, die ihre Länder mit Einverständnis ihrer Wähler mit den immergleichen Tricks („XXX“ zuerst!“ XXX ist ein Platzhalter eine jeweilige Nation, hinzu kommt der vom jeweiligen Despoten gehämmerte Glaubenssatz „Ich bin der Einzige und Wahre, ich bin das Volk“, Egoismus und Narzissmus scheint für solche sich als Leader verkaufende Figuren ohnehin eine reiche Quelle ihres Selbstverständnisses) zu Diktaturen transformieren. Doch „postheroische“ Regierungssysteme machen da gerne mit, solange sie wirtschaftlich davon zu profitieren scheinen. Da ist der um sich greifende Anti-Intellektualismus (auch der „Body Kult“ mit seinen Erscheinungsformen), den die Intelektuellen selbst zu verantworten haben mit einhergehender Legitimation der Ignoranz. Dass der Siegeszug einer „political correctness“ mit unsäglichen Denkverboten und Intoleranz zusammen geht, die offen geäußerte Sehnsucht nach dem starken Führer, die grassierende Demagogie, der moralische Bankrott der Wirtschaftseliten („die „Dieselkrise“ samt ihren Begleiterscheinungen ist da ein sehr anschauliches Beispiel dafür), die sich benehmen wie die letzten Gebrauchtwagenhändler (der sogenannte „Dieselgipfel“ war da ein gutes Beispiel). Da werden beispielsweise „Sparpakete“ mit dem Geld derjenigen finanziert, die wenig haben, zugunsten derjenigen, die viel haben, da werden Steuerhinterzieher in tausend „Deals“ und „Scheindeals“ bevorteilt, da wird vorgegeben, „Steueroasen“ auszutrockenen, doch es werden immer mehr dieser „Länder“ bekannt: gerade auch in der EU sind ja wohl die Niederlande, Luxemburg und Irland auch gut dabei!). Da ist die drohende nächste Wirtschaftskrise, der die Zentralbanken nichts mehr entgegen zu setzen haben, weil sie das Geld nicht mehr billiger als jetzt machen können. Da wird es dann bald wieder ein „Bail out“ kommen, weil gewisse Banken als „systemrelevant“ gelten, was automatisch zu heißen scheint, dass der Steuerzahler für ihre Risiken finanziell aufkommt: gegenwärtig scheint Italien mit seinem Bankensystem da ein gutes Beispiel).
Da ist die sogenannte Freihandelspolitik, kombiniert mit einem protektionistischen Subventionssystem, das die Millionen Armen des Südens in den Norden treibt und diejenigen Staaten, die einst als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden, krass benachteiligt. Da ist die Stagnation des Wirtschaftswachstums trotz digitaler Revolution („Arbeitswelt 4.0“, der nächste Streich, einerseits unmittelbar bevor stehend, andererseits diskutiert niemand darüber... ), die unüberlegte Gebrauch des Begriffs „Wachstum“ überhaupt, wobei es ja wohl anerkanntermaßen unterschiedliches Wachstum gibt. Da ist die Alternativlosigkeit des Kapitalismus („marktkonforme Demokratie“), obwohl dieser zu einem immer steiler werdenden Gefälle zwischen Arm und Reich führt, welches dem System selbst in naher Zukunft sehr schaden wird. Da sind die vielen Leute ohne jegliche Hoffnung auf eine Zukunft, - ein Problem, das man am elegantesten wohl mit einem großen Angriffskrieg löst... Dieser könnte ja jetzt trotz aller Abschwächungen bevor stehen, wenn sich zwei widerliche Fettwänste gegenüber blutrünstig drohen und ihr jeweiliges Volk samz Ablegern ohne Zögern verrecken lassen, - um ihm genau das als Entschlossenheit und Härte zu verkaufen. Wie peinlich! Die andere Seite einer solchen Haltung ergeht sich in Apeacemet oder Diplomatie und glaubt, durch Geschwätz und Geld (wird auch gerne als „wirtschaftlichen Druck“ bezeichnet) jemanden anderen von irgendetwas abhalten zu können. Ob einen das alles pessimistisch stimmen könnte? Ja klar, solche Erkenntnisse helfen auch niemandem. Doch es hilft, die Realität so zu erkennen, wie sie womöglich ist.

Montag, 15. Februar 2016

Talkrunden mit selbsterklärten "Eliten"

Erstaunlich, dass immer wieder dieselben Personen in den Talkrunden sitzen und ihre immergleichen, ermüdenden Statements von sich geben. Meist sind es gut situierte, wohl ausgestattete oder alimentierte Personen, die aus ihrer Sicht der Überschau „von oben“ scheinbar oberkluge Beurteilungen zur Lage ablassen. Klar - existenzielle Konkurrenz um Wohnraum oder Arbeitsplatz haben sie nicht zu fürchten, wenn sie sich beispielsweise nur lange genug in den öffentlich-rechtlichen (und von den Parteien bestimmten) Institutionen hervor getan haben. Ihre Arroganz ist beispielslos, denn die harten Folgen ihrer hochnäßigen Einschätzungen haben bis hin zum Tod ausschließlich andere zu tragen. Sie selbst sitzen in ihrer Festung Europa ja im Trockenen und geben sich als coole Einschätzer journalistischer Praktiken. 
Als Role Model und Beispiel mögen da aber auch die Wirtschaftsberater, "Prozessoptimierer" und Rationalisierer gelten, die ja keine Legimiation nötig haben, weil die Wirtschaft rein hierarchisch, also nach dem Prinzip der Diktatur funktioniert und sich nur gelegentlich durch speziell geschulte Verlautbarungen und allerlei Kommunikationsstrategien rhetorisch wohlgeschult erklärt. Pro Forma existiert in Deutschland eine betriebliche Mitbestimmung, die freilich durch die korruptive Neigungen so mancher Arbeitnehmerfunktionäre wirksam ausgehebelt zu sein scheint. Es färbt auch das Geschäft der Politik ab, die mit ähnlichen Mechanismen operiert und sich in den westlichen Demokratien fortwährend damit heraus redet, dass sie demokratisch legitimiert, also gewählt sei. Dabei sind die demokratischen Entscheidungsprozesse längst von den Parteien und deren eigenen Interessen blockiert und für sich in Anspruch genommen. „Die Parteien wirken mit an der Willensbildung des Volkes", hat das Grundgesetz einmal versprochen. Es hat nicht vorgesehen, dass alle politischen Entscheidungsprozesse und alles Steuerunterstützungsgeld über die Parteien läuft, dass alle Pfründe längst verteilt sind, bevor sich irgendjemand zur politischen Partizipation entschließt. An dieser Stelle wird sich halt nicht so gerne auf das Grundgesetz berufen, das andererseits doch in letzter Zeit unaufhörlich als eine Art Anker der deutschen Werte herhalten muss.  

Samstag, 21. November 2015

Entscheider

"Ich arbeite dafür (...), dass wir diese Außengrenzen wieder in den Griff bekommen, weil sie uns die Freiheit im Inneren der Europäischen Union erhalten", sagt Angela Merkel in ihrer Rede zur Flüchtlingsfrage anlässlich 25 Jahre CDU-Landtagsfraktion in Schwerin. Das ist das Stichwort. „Wir schaffen das!“. Ach? Die deutsche Politik hat im europäischen Rahmen kläglich versagt. Nichts ist geschafft! Absolut nichts. Nicht mal das! 130 Flüchtlinge sind inzwischen auf die einzelnen Staaten verteilt, viele Wochen nach den einschlägigen Beschlüssen, die 160 000 vorsahen. Wieso erpressen diese Leute nicht diese unwilligen Staaten mit EU-Beiträgen, wenn genau diese „Staaten“ den Rest Europas so rücksichtslos erpressen? EU-Egoismus. Wie wenn hier kein Land des Egoismus sei! Hier in Deutschland ist er sogar gesellschaftlich verordnet, trotz und gegen alle wohlmeinenden Freiwilligen, die der Stolz dieses Landes sind und zu denen solche „Entscheider“ der Politklasse nicht gehören. Was ist eigentlich mit den Menschenfreunden aus Frankreich? Es sind hier wie dort nur wenige Politiker und Bestimmer, die sich selbst persönlich an Hilfe beteiligen. Es entspricht halt nicht ihrer Idiologie. Und sie sind zu bequem dazu. Zu wohlsituiert. Die liefern lieber Waffen in den Nahen Osten, weil ihrer Klasse das Geld bringt. Und? Kulturmenschen sind ohnehin nicht sichtbar. Wieso eigentlich nehmen die wichtigsten „Verbündeten“ in Europa so gut wie niemand auf? Angst vor Le Pen? Rechtspopulisten? Bitte keine solche politischen Tabuzonen! Das passt nicht zu Europa, - zur EU wahrscheinlich schon.