Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Freitag, 19. Juni 2026
Wettbewerb
Competition
Den Größeren, schnelleren, breiteren zu haben, das „Sich messen“, die Marktwirtschaft in den Köpfen, sie bestimmen (competition) offenbar die Wirklichkeit, nicht der Fluss, das gemeinsame Fließen, die Empathie, das Gefühl für das Ganze (wäre auch kein bisschen neoliberal), sondern das Vorwärtskommen auf Kosten der anderen….. „Top Dogs“ rasen in ihren fetten und Platz wegnehmenden SUV-Kisten an einem vorbei, sie streben alle ehrgeizig ein Scheinziel an (das ihnen von den noch Mächtigeren vorgegeben ist), das sie nach einer genau bemessenen Zeit wieder verlassen… zurück ins Getriebe. Sie treiben ihre Allrads mit gelangweiltem Gesicht („was ist denn das für ein Loser!“) an dir vorbei, mit denen sie überall zeigen, dass sie nicht nur mehrmals im Jahr in den Skiurlaub fahren können, sondern auch per Fernreise zu fernen Zielen. Sie wollen sich zu den Besseren zählen (noch dürfen sie das völlig ungeniert... manche von ihnen sind sehr stolz drauf, andere nehmen es als Selbstverständlichkeit), aufgemotzt, aber dezent, Überlegenheit dauernd zu zeigen ist (k)ein schweres Geschäft…. Für Competition-Mitläufer, für Bewerber, für tüchtige Tüchtige, für Durchsetzer, für die, die alles richtig gemacht haben.
Freitag, 29. Mai 2026
Gebaren
Man konnte über so manches Hierarchie- oder Autoritätsgebaren grinsen, denn man nahm so nun etwas nicht so recht ernst, man war alt, man fühlte sich nicht mehr so ganz ernst genommen. Man konnte es gar nicht ernst nehmen, so lange, bis man sich des Materiellen bewusst wurde. Es erschien einem damals als abgegriffene Pose, als Einstellung, die mit populärer Musik nur am Rande etwas zu tun hatte. Heute kapiere ich, dass das eine Lebenseinstellung war, die mich über eine lange Phase meines Lebens hinweg geprägt und determiniert hat, - worüber die Zeit verging. Ich verschob möglichst viel auf später, so lange, bis das „Später“ da war und ich nichts mehr vorhatte, - außer Ärzte zu besuchen und um meine Existenz zu bangen. Wie nahe war man eigentlich dem Tod? Um einen herum verstarben die Typen aus teilweise absurden Gründen, - oder sie fielen einfach tot um. Man selbst hangelte sich von Tag zu Tag, stieß aber immer wieder auf gewaltige Ignoranz und Beharren auf der eigenen Wahrnehmungsblase, besonders dann, wenn man glaubte, anderen und sozial deprivierten Menschen helfen zu können, weil man sich scheinbar ja gut ausdrücken konnte. Als Journalist. Man prallte damit aber ab, man geriet auf glitschiges Gebiet, man rutschte darauf aus und - bewirkte wieder einmal gar nichts. Von anderen wurde man über Jahre eines vermeintlichen Ruhestands nicht mal wahrgenommen, obwohl man guten und freundschaftlichen Umgang mit ihnen hatte, - wie man glaubte. Wissen und Einfühlungsvermögen? Zu Rock- und Popmusik? Scheint noch weniger wert zu sein, als man glaubte. Hin und wieder stirbt eine der alten Größen. Man lebt weiter im Narrativ eines Eingeschlossenseins in Datenhaufen, in Algorithmen, erhoben von jemand, der niemand ist. Influencer dominieren, Klamotten werden jetzt von Rappern verkauft, man gleitet ab…..
Samstag, 6. September 2025
Frei unfrei
Es tat weh: Die Anpassungsmechanismen der anderen (immer die anderen!!), das alltägliche Buckeln, bloß keine Empfindlichkeiten zeigen: das sanktionieren die Kollegen sofort mit Liebes- , das heißt letztenendes Geldentzug. Mit Mobbing auch. Mit den kleinen und großen Zeichen. Mit bereit gestellten Fallstricken. Du musst funktionieren. Zum Beispiel darfst du als Selbständiger nicht krank werden. Das kannst du dir nicht leisten, denn es wird dir von keiner Seite etwas bezahlt, es sei denn, du gehst teure Zusatzversicherungen ein. Auch: Sofort rückt jemand anderes an deine Stelle. Von deinen „Kollegen“ dorthin beordert. Du bist austauschbar, auch wenn du dich selbst für einmalig hälst. Malus. Wieso haben die anderen so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so identifizieren mit ihrem Job, mag er noch so entfremdet sein? Sie haben doch alle studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Oder etwa nicht? Waren sie nur ausgebildet worden? Für ein späteres Funktionieren? Haben sie sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch ein- und abgeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist? Ob solche Ansichten auf Möglichkeiten etwas zu idealistisch gedacht sind? Sich in den Elfenbeinturm des akademischen Betriebs flüchten? Funktionierte auch schon besser. Wie kann man das so akzeptieren, sich zu eigen machen? Die Rolle, in die man hinein dressiert wurde? Ob das etwas mit unserem Bildungssystem zu tun hat? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Die Gesellschaft? Der Betrieb? Derjenige, der stark ist? Der sich ein Monopol erobert hat? Ob der Begriff instrumentalisiert wird? Schon oft instrumentalisiert wurde?
Wir sind stark. „Wir schaffen das“. Ein beliebter und in bestimmter Autorschaft berühmt gewordener Spruch unter Politikern, an „die Leute“. Wer ist wir? Der, der dich entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es für nötig hält (jawohl, immer noch meist ein „er“ und keine „Sie“). Der dafür das Geschwätz vom „Strukturwandel“ allzeit parat hält, gerade jetzt, im Rahmen einer rigide steigenden Wachstumsorientierung. (Das Getue um die sogenannte „Globalisierung“ ist ja ein bisschen ins negative Gerede gekommen...bzw. Nicht mehr so in Mode? Man spricht jetzt viel über „Lieferketten“)? Dann bist du als Selbständiger plötzlich nicht mehr „der Betrieb“. Bist ein unfähiger Einzelner. „Der Betrieb“ ist der, dessen „Chefs“ riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol direkt vor dem Eingang parken. „Der Betrieb“, dass sind doch die Kaufleute, die Manager, die alles Wichtige diktieren. Die ganze Vertriebsgebiete kaufen und verkaufen. Alles Wichtige hat auf dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist, so scheint es in deren Logik. Sie müssen immer wieder den Stallgeruch pflegen, auf jeder Konferenz. Sie müssen miteinander anstoßen, sich übers Fußballspiel unterhalten, sich Witze erzählen, über die sie dann gemeinsam geradezu zwanghaft lachen sollen. Das auch an jedem Geburtstag, den irgendein „Kollege“ hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und wird Gemeinsamkeit zelebriert. Auch wenn offiziell ein “Arbeitnehmermarkt“ herrscht.
Du selbst wirst dir dann ein Fremder. Verlierst den Kontakt zu dir, während sie ihn zu kultivieren und pointieren scheinen - wofür sie dann Crash-Kurse besuchen. Die Sehnsucht danach, sich irgendwo wiederfinden zu können treibt viele aus dem „Wir“. Du, der du dir selbst einmal so sicher warst, ohne selbstsicher sein zu können. Wo warst du hingekommen? Wurdest locker abgeschoben. Hattest dich längst verloren in der Mechanik. Der Funktionalität. Der Normalität. Und musstest dankbar dafür sein.
Die Ermüdung, die Trägheit, deine Feinde. Andere Menschen haben ein anderes Temperament, eine andere Tatkraft. Eine andere Vitalität und ein anderes Vertrauen darin. Sie begegnet dir. Du solltest mehr Empathie aufbringen. Was ist das? Sich in jemanden hinein denken? Notwendig, Zeichen der Kultur. Letztenendes sind wir aber allein. Da besteht eine Spannung.
Sonntag, 22. Juni 2025
Unruhe
Das Maß an Gehetztheit, an Getriebenheit und Stress hat mich dann doch überrascht. Als wollten sie alle irgendetwas vergessen und hätten vergessen, was. Die Leichtigkeit, mit der man sich in inferiore Verhältnisse, Verhältnisse des Untergeordnetseins und der Hierarchie begibt, wie man das nach außen als „professionell“ und „normal“ verkauft, hat mich auch fasziniert. Es scheint alles wohlgeordnet in Herrschaft und Untertan, Version 3.0 von 2025. Es mag früher das alles noch viel durchschlagender und rigider gewesen sein, gewiss. Doch wir leben mit unserem heutigen Bewusstsein, besonders hier in Deutschland glauben sie, die Besten und Tüchtigsten zu sein. Komisch, dass Leute aus anderen Industrieländern, mit denen ich zu tun hatte, genau dasselbe erzählen, während wiederum ganz andere unbedingt nach Europa wollen, weil dort alles so toll und wohl bestellt sei…., so der Glaube. Im Übrigen sehe ich in schland, aber auch in Europa eine riesige Bürokratie am Werke, die sich mit sich selbst beschäftigt oder sinnlose Dinge zur Selbstbeschäftigung und Drangsalierung von Bürgern ersinnt. Verschwörungstheorie? Iwo! Wird hier ein Preis bezahlt, der mit der Fortentwicklung des Menschen zu tun hat? Durchpulst uns eine ständige Unruhe, die zwar schon in vergangenen Zeitaltern ihre Ausprägung und ihren ideologischen Überbau gefunden haben mag, die so, in dieser Verdichtung, aber noch nicht über uns gekommen sein mag? Wer wechselnde Perspektiven aufsucht, wer in andere Lebenswelten schaut, mag düpiert sein.
Mittwoch, 30. April 2025
Demütig frei
Ja, ich wollte mal Personen und Dinge besser erkennen, die „decodieren“, indem ich sie im Zusammenhang mit ihren Lebenswelten kennen lernte. Auf dem Weg dazu musste ich mich allerdings zu oft prügeln und „gebrauchen“ lassen, musste versuchen, mich anzupassen an ein vorgegebenes System, dessen Vertreter rüde auf mich einschlugen. Man stand als Freier Journalist zwischen der Redaktion und denjenigen, die zb. eine PK veranstalten, also Meinungsträger, Meinungsmacher, Personen des „öffentlichen Interesses“. Demütigungen waren ein Preis, den man zu zahlen hatte, Zurechtweisungen von Deppen, denen ich kein bisschen Respekt entgegen brachte und bringe. Ich hatte das alles am Anfang zu idealistisch gesehen (mein Fehler). Hatte hierarchische Überlegungen außer acht gelassen (dachte, das bedeute Journalismus!) und die Hierarchie als einen Teil des Lebens noch nicht richtig gesehen. Ich lebte zuvor in einer Welt, in der es gilt, schlaue Bücher zu schreiben oder in den USA das unternehmerische „Käpsele“ zu geben. Es gab in meinem Elternhaus auch Bekanntschaften zu Leuten, die in den USA als Dozenten und Professorinnen prosperierten. In der Ferme. Seltsam fern blieb mir diese Sphäre. Jetzt aber will man nicht mehr im Hamsterrad rennen.
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Yes, I wanted to better understand people and things that "decode" by getting to know them in the context of their lives. Along the way, however, I had to put up with too many fights and be "used," trying to adapt to a predetermined system whose representatives rudely attacked me. As a freelance journalist, I stood between the editorial team and those who, for example, organized a press conference—that is, opinion leaders, opinion makers, people of "public interest." Humiliation was a price to pay, reprimands from idiots for whom I had and still have not the slightest respect. I had viewed it all too idealistically at the beginning (my mistake). I had ignored hierarchical considerations (I thought that was what journalism meant!) and hadn't yet fully recognized hierarchy as a part of life. Before that, I lived in a world where the goal was to write clever books or, in the US, to act like an entrepreneur. At my parents' house, I also had acquaintances with people who were prospering as lecturers and professors in the US. I felt strangely distant from that sphere. But now, I don't want to be stuck in the hamster wheel anymore.
Sonntag, 29. Dezember 2024
Pressekonferenz
Dass PKs immer gleich verlaufen müssen: hochwohlgeborene Sprecher/Tonangeber sondern ihre Worte ab, danach gibt es Fragen von anwesendem Personal, die aber komplett unverständlich sind, weil im Raum bei diesen unbedeutenden Fragenden für die Übertragung zum unbedeutenden Publikum kein Mikro bereit steht. Also wird aus dem Raum heraus und völlig unverständlich von irgendjemandem irgendetwas gefragt, auf das gut hörbar und mit wichtiger Miene vom Mann da vorne eingegangen wird. Absurd. Grotesk.
Montag, 12. August 2024
Schildmützen
Es fällt mir auf, dass in verschiedenen Zusammenhängen die Schirm- und Schildmützen staatlicher Würdenträger immer größer und ausladender geworden sind, - bis hin zur Fastnachtstauglichkeit. Das kommt mir äußerst lächerlich vor. Und peinlich. Im militärischen Bereich scheint mir das eine regelrechte Mode geworden zu sein (Die etwa bei „Paraden“ gerne vorgeführt wird), doch auch die Polizei hält da offenbar gut mit. Abenteuerlich hoch hinaus ragende Mützenkonstruktionen sind hier zu besichtigen. Welche Symbolik da wohl dahinterstecken mag? Soll so Autorität eines Staates verkörpert werden? Eine Herausgehobenheit? Eine hierarchische Position? Je mehr der Respekt schwindet, desto größer werden die Mützen? Hm. Finde ich skurril.
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It strikes me that in various contexts the peaked and peaked caps of state dignitaries have become increasingly larger - to the point where they are suitable for Carnival. That seems extremely ridiculous to me. And embarrassing. It seems to me that this has become a real fashion in the military sector (which is often demonstrated at parades), but the police also seem to be keeping up well with it. Adventurous cap constructions that rise high up can be viewed here. What symbolism might be behind it? Is this how the authority of a state is supposed to be embodied? A highlight? A hierarchical position? The more respect wanes, the bigger the hats get? Hmm. I find it bizarre.
Sonntag, 21. Juli 2024
Zeile um Zeile
Wie überrascht war ich damals, als ich lernen musste, dass es im erweiterten Kulturjournalismus meist nicht darum geht, sich kurz, klar und präzise auszudrücken, sondern dass die hierarchisch abgestufte Zeilenschinderei und ausführliche Selbstdarstellung als probates Mittel gilt, - falls nicht ohnehin sich aus dem Layout ergebende Zeilenvorgaben die Länge eines Artikels bestimmen. Dem zeitschindenden und selbstgefälligen Blabla, der eitlen Schwurbelei war also Tür und Tor geöffnet. Auch das ist etwas, was die breiten Massen heute womöglich von diesen eitlen „Journalisten“ abhält. Die Qualität eines Journalisten klassischen Zuschnitts wurde leider allzu oft nach seinem „Output“ bemessen, d.h. einer ausführlichen und mit Füllwörtern gespickten Schwafelei (was auf ungerechtfertigten Zeitverbrauch hinaus läuft…) und des versteckten sowie offenen Hinweises auf die eigene Wichtigkeit. Fremdworte waren zunächst einmal verbannt, gegen am Bearbeitungsgebiet orientierte Anglizismen oder locker verwendete Computersprache sprach allerdings nichts. Die einfließenden Erkenntnisse der Wissenschaft bedeuteten schon damals, dass es hauptsächlich darum gehe, die Aufmerksamkeit jedes Lesers in einem bestimmten Sinne zu (be)nutzen.
Dies führte unter anderem dazu, dass gewisse Hierarchen endlos lange Artikel und Sprachpirouetten fabrizierten, um in alter bräsiger Bildungsbürgerlichkeit und selbstgewisser (Be)Deutungsgewissheit zu demonstrieren, wie gut man doch mit Sprache umgehen könne und wie unendlich wichtig man selbst in jeglicher Beurteilung sei. Das oberflächliche und mit "Keywords" gespickte Streifen von Inhalten war dabei meist wichtiger als das Verstehen. In anschließenden Konferenzen lobte man sich zu oft in voraus eilend beredter Unterwürfigkeit dann gegenseitig dafür, trug ein paar pro-forma-Kontroversen aus und übte sich in einer Buckelei den Hierarchie-Wichtigs gegenüber. Man pflegte ja auf diese Weise unter anderem jenes „Networking“, das für Journalisten gerade in Zeiten der Personaleinsparung, des Facharbeitermangels und des Papiermangels so wichtig erscheint. Auch schien der Aufbau von Barrieren rund um die eigene Wahrnehmungsblase und Verstehenskaste, um die internen und gesellschaftlich heraus gehobenen „Versteher“ kein wichtiges Element. Manchen „Journalisten“ scheint das ganz erheblich geschadet zu haben. Sie fielen schließlich trotz eines ausgewiesenen und mit großzügigen Abfindungen ausgestatteten Status den „Rationalisierungen“ (d.h. Personaleinsparungen von Verlagen) zum Opfer, mochten sie noch so große, intellektuell überwältigende und bedeutungsschwangere Artikel abgesondert haben.
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How surprised was I when I had to learn that expanded cultural journalism is usually not about expressing oneself briefly, clearly and precisely, but rather that hierarchically graded line-pushing and detailed self-portrayal are considered an effective means - if that is not the case anyway The line specifications resulting from the layout determine the length of an article. So the door was open to time-wasting and self-satisfied blah blah, to vain swearing. This is also something that may be keeping the broad masses away from these vain “journalists” today. Unfortunately, the quality of a journalist of the classic type was all too often measured by his “output”, i.e. a detailed rambling filled with filler words (which amounts to an unjustified consumption of time...) and the hidden and open reference to one's own importance. Foreign words were initially banned, but there was nothing against Anglicisms oriented to the area of work or loosely used computer language. Even back then, the incoming scientific findings meant that the main thing was to use the attention of each reader in a certain sense.
This led, among other things, to certain hierarchs producing endlessly long articles and linguistic pirouettes in order to demonstrate, with the old brash educated middle-classness and self-assuredness of meaning, how well one can use language and how infinitely important oneself is in any assessment. The superficial strip of content peppered with “keywords” was usually more important than understanding. In subsequent conferences, people all too often praised each other for it with eloquent submissiveness, had a few pro forma controversies and indulged in humping the hierarchy. In this way, among other things, one cultivated the “networking” that seems so important for journalists, especially in times of staff cuts, a shortage of skilled workers and a shortage of paper. The construction of barriers around one's own perception bubble and understanding caste, around the internal and socially prominent “understanders” also did not seem to be an important element. This seems to have caused considerable harm to some “journalists”. Despite a proven status, they ultimately fell victim to “rationalization” (i.e. staff cuts by publishers), no matter how large, intellectually overwhelming and meaningful articles they published.
Samstag, 11. Mai 2024
Todesparade
Als grausigen Horror empfinde ich Militärparaden mit ihrer Gleichgerichtetheit und nach außen gerichteter Unterwürfigkeit gegenüber den Mächtigen, für die man sich auf billigste Weise abschlachten lassen würde. Diese Dressur für den Marsch in den Tod!!! Wie mich das anekelt! Gespielter und eingebimster Optimismus. Welches menschenverachtende Weltbild da wohl dahinter stehen mag! Kollektive Hingabe an das „Vaterland“ und dann Aufgabe des Lebens! Grausame Hinrichtungen! Erschießungen. Für grinsende Machthaber. Darüber am Himmel Farben ausstoßende Flugzeuge. Machtspiele. Stolze Präsentation von Waffen. Vernichtungswaffen. Glauben Menschen, dass das eine Art Videospiel sein könnte? Der Tod ist kein Videospiel. Man sieht in den Medien geschlachtete Körper. Flugzeugbomber. Einer steht hierarchisch oben und gibt Befehle. Alle machen und tun, ohne Rücksicht auf sich selbst. Gehen auf in einer hörigen Masse! Ordnen sich ein. Geben sich Vorgaben hin.
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I find military parades with their uniformity and outward subservience to the powerful, for whom one would be slaughtered in the cheapest possible way, to be a horrifying horror. This dressage for the march to death!!! How that disgusts me! Feigned and ingrained optimism. What inhumane worldview might lie behind it! Collective devotion to the “Fatherland” and then surrender! Cruel executions! Shootings. For grinning rulers. Above, planes emitting colors in the sky. Power games. Proud display of weapons. weapons of destruction. Do people think this could be some kind of video game? Death is not a video game. You see slaughtered bodies in the media. Airplane bomber. One person is at the top of the hierarchy and gives orders. Everyone does and does without regard for themselves. Join a submissive crowd! Get in line. Give yourself guidelines.
Montag, 8. April 2024
Mützenträumereien
Es fällt mir auf, dass in verschiedenen Zusammenhängen die Schirm- und Schildmützen staatlicher Würdenträger immer größer und ausladender geworden sind, - bis hin zur Fastnachtstauglichkeit. Das kommt mir äußerst lächerlich vor. Und peinlich. Im militärischen Bereich scheint mir das eine regelrechte Mode geworden zu sein (Die etwa bei „Paraden“ gerne vorgeführt wird), doch auch die Polizei hält da offenbar gut mit. Abenteuerlich hoch hinaus ragende Mützenkonstruktionen sind hier zu besichtigen. Welche Symbolik da wohl dahinterstecken mag? Soll so Autorität eines Staates verkörpert werden? Eine Herausgehobenheit? Eine hierarchische Position? Je mehr der Respekt schwindet, desto größer werden die Mützen? Hm. Finde ich skurril.
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It strikes me that in various contexts the peaked and peaked caps of state dignitaries have become increasingly larger - to the point where they are suitable for Carnival. That seems extremely ridiculous to me. And embarrassing. It seems to me that this has become a real fashion in the military sector (which is often demonstrated at parades), but the police also seem to be keeping up well with it. Adventurous cap constructions that rise high up can be viewed here. What symbolism might be behind it? Is this how the authority of a state is supposed to be embodied? A highlight? A hierarchical position? The more respect wanes, the bigger the hats get? Hmm. I find it bizarre.
Sonntag, 7. Januar 2024
Lifestyle
Wie wollen wir leben? Wo wollen wir leben? Was bedeutet uns das? Ist da ein Hecheln, das den Siegern meistens hinterher ist. Oder wollen wir das auf der Straße mit möglichst vielen Elektro-Kilowatt ausgleichen? Wenn wir uns selbst finden, uns herausmodellieren oder sind wir hinter dem her, wa als „Selbstoptimierung“ derzeit die Propaganda des Zeitgeists ist? Wollen wir Zufriedenheit anstreben, eine Sicht auf uns selbst, die eingebettet ist in ein wie auch immer geartetes Umfeld? Oder wollen wir dem hemmungslosen Egoismus frönen, der den Neoliberalismus zu seiner Idiologie hat und das Streben nach Gewinn vor allem auch auf Kosten der Allgemeinheit sucht?
Was ist, was könnte Allgemeinheit überhaupt sein? Das, was Sozialisten, Kommunisten wie eine Monstranz vor sich hertragen? Der Staat? Hat der Staat nicht auch totalitäre Züge, die er uns auufzwingt, ist der nicht sogar durch Wahl legimimierte Superkonzern, - oder ist er der Souverän? Wohlfühlen, Wellness - in dieser Welt des Klimawandels und das massenhaften Abschlachtens von Tieren? Welche Rolle könnte da ernst genommene Ethik und Moral spielen, die gerade nicht an den Glaubenssätzen der Kirchen hängt und Tradition als einen Wert unter anderen wahrnimmt. Geht es um Mäßigung, um das „richtige Maß“ oder „Maß halten“. Welche Rolle spielt da die „Sorge um sich“ (Foucault) oder sittliches Verhalten? Worin könnte dieses begründet sein? Disziplinierung und Gehorsam..... in einer neoliberal gesinnten Umwelt? In einer ausgedachten Umwelt? Wo sind wir? Wer sind wir? Sich über solche Dinge in einem lebendigen Austausch unterhalten zu wollen, Ansichten auszutauuschen und sich gegenseitig dabei anzuregen, könnte eine Disziplin sein, die Zukunft hat.
Es war auch die Trägheit, die immer gebremst hat. Natürlich die Trägheit. Das im Sein sein. Das jämmerliche Vegetieren. Von einem zum andern. Dieses „man wird sehen“. Die Sphäre unter den Fingernägeln des Alltags, die hat dich nicht nur interessiert, sie drängte sich dir geradezu auf. Die Basics, die erkanntest: Das „sich inszenieren“, egal als was. Wenn nötig als Intellektueller. Als Bohemian. Als Gutmensch. Durchsetzungsfähig. Als Winner. Als Wichtig. Alles ist eine Frage der Menschenführung. Die Basics sind: es gibt Alpha- und Omegas. Du musst der Boxer sein. Die anderen vor dir her treiben. Bestimmen. Ich habe mit der Muttermilch eingesogen, dass es auch darum ginge, solche oft von der Natur gesetzten Bedingungen zu überwinden. Dabei sind sie das einzig wichtige. Dieses im Halbschlaf Dämmern. Wenn du nur bei dir bist. Wenn der Fernseher nicht läuft und du auch kein Buch zur Hand hast. Keine Ablenkung. Du hast es mit dir aushalten müssen, du musst das ein Leben lang. Hast zu hohe Erwartungen an dich gehabt, implizit. Die Typen entwickeln sich in ihre Richtungen, Möglichkeiten. Taugenichts, Lehrer, Musiker, Programmierer. Familienmensch. New York. Auswanderer, Pionier im Westen. - jetzt sind wir viel weiter und können lachen über alles und über uns: wie naiv wir doch damals waren. Woher kommen solche „Resets“?
Es ist genau das, was ich zu überwinden suche, diese unharmonische, von außen bestimmte zerissene Persönlichkeit. Ich wollte und will eine vorläufige Einheit. Ich will über mich selbst lachen in der Gegenwart. Nicht über meine Vergangenheit.
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How do we want to live? Where do we want to live? What does this mean to us? There is a panting that usually follows the winners. Or do we want to compensate for this on the road with as many electric kilowatts as possible? When we find ourselves, model ourselves or are we after what “self-optimization” is currently the propaganda of the zeitgeist? Do we want to strive for contentment, a view of ourselves that is embedded in whatever environment? Or do we want to indulge in the uninhibited egoism that has neoliberalism as its ideology and seeks the pursuit of profit, especially at the expense of the general public?
What is, what could generality actually be? What socialists and communists carry in front of them like a monstrance? The State? Doesn't the state also have totalitarian traits that it imposes on us? Isn't the super-corporation legitimized by election - or is it the sovereign? Feeling good, wellness - in this world of climate change and the mass slaughter of animals? What role could serious ethics and morals play, which do not depend on the beliefs of the churches and perceive tradition as one value among others? Is it about moderation, about the “right measure” or “keeping things in moderation”. What role does “care for oneself” (Foucault) or moral behavior play? What could be the reason for this? Discipline and obedience... in a neoliberal environment? In an imaginary environment? Where are we? Who are we? Wanting to talk about such things in a lively exchange, exchanging views and stimulating each other could be a discipline that has a future.
It was also inertia that always held us back. Of course the inertia. That being in being. The miserable vegetating. From one to the other. This “we will see”. The sphere under your fingernails of everyday life not only interested you, it almost forced itself on you. The basics that you recognized: “presenting yourself”, no matter what. If necessary as an intellectual. As a bohemian. As a do-gooder. Assertive. As a winner. As important. Everything is a question of leadership. The basics are: there are alphas and omegas. You have to be the boxer. Driving the others ahead of you. Determine. I absorbed with my mother's milk that it was also about overcoming such conditions that are often set by nature. They are the only important thing. This half-asleep dawn. When you're just with yourself. When the TV isn't on and you don't have a book to hand. No distraction. You had to put up with it, you had to endure it for the rest of your life. You had too high expectations of yourself, implicitly. The guys develop in their own directions and possibilities. Good-for-nothings, teachers, musicians, programmers. Family Guy. New York. Emigrant, pioneer in the West. - now we are much further along and can laugh about everything and about ourselves: how naive we were back then. Where do such “resets” come from?
It's exactly what I'm trying to overcome, this inharmonious, externally determined, torn personality. I wanted and want a temporary unity. I want to laugh at myself in the present. Not about my past.
Freitag, 5. Januar 2024
Unter Über
Politiker führen sich allzu oft als Herren des Volkes auf. Dabei müssten sie dessen Diener sein. Journalisten assistieren ihnen dabei manchmal in einer unerträglichen Unterwürfigkeit, die zum Fremdschämen ist. Dass diese „Journalisten“ beispielsweise Minister immer und von unten mit „Herr“ oder Frauen mit „Frau Bundesministerin“ ansprechen, ärgert mich. Auch dass gewisse „Experten“/Journalisten/Autoren/Wissenschaftler sich bei bestimmten Anlässen in Gesprächsrunden plötzlich viel „zahmer“ geben, als man das nach ihren bisher absolvierten Auftritten von ihnen erwartet hätte, fällt mir auf. Es entsteht so der Eindruck einer Inszenierung, in der gewisse Rollenmuster einer hierarchisierten Gesellschaft durchgespielt werden.
Sonntag, 10. September 2023
Der neue "Chef"
Wer hat das nicht schon erlebt? Tritt irgendwo ein neuer Chef(in), ein Ober, ein Entscheider oder ein neuer TonAngeber X seinen Job an, so gehört es heutzutage zu den gängigen Mechanismen der „Menschenführung“, dass er/sie vieles (manchmal auch alles) ändern muss, was an Arbeitsabläufen anliegt. Verschiedene Erwartungen treten hier auf den Plan: er/sie sollte ja seine persönlichen Spuren hinterlassen, seine „Duftmarke“, er/sie sollte die Abläufe so prägen, dass sie jedem Beteiligten als das Werk des geschätzten X in Erinnerung gerufen werden, ja, dass es sich geradezu in ihn einmeißelt, dass dieser X es ist, der jetzt alles bestimmt (unabhängig davon, ob etwas bis jetzt funktioniert hat). Auch werden gerne lächerliche Vokabeln wie „Gestaltungswille“ oder „Durchsetzungskraft“ bei dieser Gelegenheit in die Welt gesetzt (was mit dem Bedürfnis nach Orientierung und „Geführt-werden“ der Vielen spekuliert). Tendenziell ist so etwas totalitär, macht aber in der Wirtschaft nichts aus, da dort ohnehin alles hierarchisch und weitgehend diktatorisch geordnet ist (trotz aller Demokratisierungs- und Ablenkungsversuche). Es gibt dann ganze Wochenend-Crash-Kurse, die den „Untergebenen“ klar machen sollen, dass ja alle so demokratisch sind und dass alles in Teamarbeit erledigt würde (nun ja, jüngste Ereignisse um einen Automobilfirmenkapitän), dass das Maß an Selbstbestimmung generell und überhaupt hoch sei. Dabei sind dies vor allem (Selbstüberlistungs-)Tricks, die nur ein möglichst hohes Maß an Motivation gewährleisten sollen. Im Endeffekt entscheidet aber nur der, der in der Hierarchie dazu „berechtigt“ ist. Deshalb gehen in der Wirtschaft auch alle Entscheidungsabläufe so schnell. Demokratie ist ein weitgehend mühsameres Geschäft. Hier müssen Interessen verhandelt, kommuniziert und abgeglichen werden, Kompromisse gefunden und vermittelt werden, was am Ende zu einer Entscheidung führt: ein ungleich langsamerer Prozess, der aber weitgehend die Interessen der einzelnen an der Entscheidung Beteiligten berücksichtigen soll. Natürlich gibt es mannigfache Perversionen dieses Prozesses, - unter anderem hat offenbar eine tonangebende Politikerin jahrelang das Wort von der „marktkonformen Demokratie“ in die Welt gesetzt. Kommentar überflüssig. Doch als gedachter Prozess zum Interessenausgleich und zur Entscheidungsfindung ist Demokratie allen anderen Prozessen, gemessen an dem Maß der dadurch erzeugten Zufriedenheit und Innovationsfreude, weit überlegen.
Montag, 31. Juli 2023
Unter
Sich aus selbst gewähltem Entschluss da rein finden, in Abhängigkeiten, in ein Abhängigkeitsverhältnis, ausgeliefert sein, sich unterwerfen an eine(n) Tonangeber(in), in und an inferiore Positionen, das scheint für gewisse Menschen etwas Reizvolles zu sein. „Ihr“ oder „Ihm“ partout gefallen wollen? Ob's damit alltäglich anfängt? Ich höre den Satz „Ich habe es mir ja selbst ausgewählt“. Das hat große Ähnlichkeit mit einem Masochismus, dem ja nicht nur viele Mächtige dieser Gesellschaft frönen sollen. Auch die Popmusik ist voll davon. Sich mal unter kontrollierten Bedingungen so richtig auspeitschen lassen, wenn man ansonsten unter unkontrollierten realen Bedingungen immer Untergebene zusammenscheißt: Das hat etwas. Etwas Ausgleichendes und Entspannendes, das gerne mal ans Sexuelle gekoppelt wird, wofür man natürlich nichts kann, sondern nur die Gesellschaft. Die ist überhaupt an allem schuld, wobei man „schuld“ in der Psychiatrie nicht sagen darf. Mit der Verantwortung soll es ja auch so eine Sache sein. Ich stehe vis-avis und staune. Jeder, wie er will, so denke ich und mache mir noch ein paar Gedanken mehr. Jegliche Orientierung, jede Selbstbestimmung an andere abgeben: so hat ja auch mal der Nationalsozialismus funktioniert. Der, der oben war, war der Führer. Unkontrolliert, unumschränkt, total. Es scheint ein sozialer Mechanismus zu sein, das auf einem Bedürfnis fußt, über das man korrekterweise nicht sprechen darf. So etwas könnte man auch „Tabu“ nennen. Aber es soll kein Spiel gewesen sein.
Sonntag, 23. April 2023
Zielgerichtete Sprache
Wie überrascht war ich damals, als ich lernen musste, dass es im Journalismus meist nicht darum geht, sich kurz, klar und präzise auszudrücken, sondern dass die hierarchisch abgestufte Zeilenschinderei und ausführliche Selbstdarstellung als probates Mittel gilt, - falls nicht ohnehin sich aus dem Layout ergebende Zeilenvorgaben die Länge eines Artikels bestimmen. Dem zeitschindenden und selbstgefälligen Blabla war also Tür und Tor geöffnet. Die Qualität eines Journalisten wurde leider allzu oft nach seinem „Output“ bemessen, d.h. einer ausführlichen und mit Füllwörtern gespickten Schwafelei. Fremdworte waren zunächst einmal verbannt, gegen am Bearbeitungsgebiet orientierte Anglizismen oder Computersprache sprach allerdings nichts. Die einfließenden Erkenntnisse der Wissenschaft bedeuteten schon damals, dass es hauptsächlich darum gehe, die Aufmerksamkeit jedes Lesers in einem bestimmten Sinne zu (be)nutzen. Dies führte unter anderem dazu, dass gewisse Hierarchen endlos lange Artikel und Sprachpirouetten fabrizierten, um in alter bräsiger Bildungsbürgerlichkeit und selbstgewisser (Be)Deutungsgewissheit zu demonstrieren, wie gut man doch mit Sprache umgehen könne und wie unendlich wichtig man selbst sei. Das oberflächliche und mit "Keywords" gespickte Streifen von Inhalten war dabei wichtiger als das Verstehen. In anschließenden Konferenzen lobte man sich zu oft in voraus eilend beredter Unterwürfigkeit dann gegenseitig dafür, trug ein paar pro-forma-Kontroversen aus und übte sich einer Buckelei den Wichtigs gegenüber. Man pflegte ja auf diese Weise unter anderem jenes „Networking“, das für Journalisten gerade in Zeiten der Personaleinsparung und des Papiermangels so wichtig erscheint. Auch schien der Aufbau von Barrieren rund um die eigene Wahrnehmungsblase und Verstehenskaste, um die internen und gesellschaftlich heraus gehobenen „Versteher“ ein wichtiges Element. Manchen Journalisten scheint das aber auch nichts genutzt zu haben. Sie fielen trotz eines ausgewiesenen Status den „Rationalisierungen“ (d.h. Personaleinsparungen) zum Opfer, mochten sie noch so große und bedeutungsschwangere Artikel abgesondert haben.
Mittwoch, 7. Dezember 2022
Öffentlichkeit
Einigermaßen fassungslos bin ich in unserer großartig überlegenen (Noch)Nichtkriegsgesellschaft, wenn ich wieder einmal mitkriege, wie in bestimmten Fernsehsendern Industriekapitäne und Wirtschaftsmanager aller Art mit „Herr….“ angesprochen werden (naturgemäß ist die Anrede „Frau...“ da wesentlich seltener, außerdem ist dieses "Herr..." nicht journalistisch!). Die Herren wünschen dann, dass bestimmte Fragen doch bitteschön ausgeschlossen sein mögen! Nach ihrer eigenen Auffassung seien sie "unpassend". Vorauseilend ehrerbietig kommt mir das vor, wenn so etwas von jenen akzeptiert wird, die sich gerne "Journalisten" nennen... Jedenfalls scheint mir solch ein Verhalten nicht sehr journalistisch.
Diese ehrerbietigen TV-Gesichter, die dem Verlautbarungsjournalismus ja so gewogen erscheinen, sind offenbar in einem Erkentnissystem gefangen, das ziemlich gleichbedeutend mit einer Unterwürfigkeit den Geldsäcken gegenüber ist. Von gleicher Augenhöhe kann hierbei jedenfalls kaum die Rede sein. Dazu passt auch, das die Öffentlichkeit Zeuge sein muss, wie sich solche „Journalisten“ abmeiern und vorführen lassen, nicht zuletzt auch von den von ihnen selbst so eifrig eingesetzten „Experten“.
Donnerstag, 13. Oktober 2022
Wettbewerb
Den Größeren, schnelleren, breiteren zu haben, das „Sich messen“,
die Marktwirtschaft in den Köpfen, diese Mechanismen bestimmen (competition)
offenbar die Wirklichkeit, sie treiben sie, nicht der Fluss, das gemeinsame Fließen,
die Empathie, das Gefühl für das Ganze (wäre auch kein bisschen neoliberal im Sinne der Zeit), sondern das Vorwärtskommen auf Kosten der anderen….. „Top Dogs“ rasen in ihren fetten, Platz wegnehmenden und grün gewaschenen ("green washed") Electro-SUVs an einem vorbei, sie streben alle ehrgeizig ein Scheinziel an (das ihnen von den noch Mächtigeren vorgegeben ist), das sie nach einer genau bemessenen Zeit wieder verlassen… zurück ins Getriebe. Sie treiben ihre ach so nachhaltigen Allrads mit gelangweiltem Gesicht („was ist denn das für ein Loser!“) an dir vorbei, den Kisten, mit denen sie überall zeigen, dass sie auch unter Inflations- und Kriegsbedingungen nicht nur mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren können, sondern auch zu fernen Zielen. Sie wollen sich locker entspannt zu den Besseren zählen (noch dürfen sie das völlig ungeniert… manche von ihnen sind sehr stolz drauf, andere nehmen es als Selbstverständlichkeit), aufgemotzt, aber dezent, Überlegenheit dauernd zu zeigen ist (k)ein schweres Geschäft…. Für Competition-Mitläufer, für Bewerber, für tüchtige Tüchtige, für Durchsetzer, für die, die alles richtig gemacht haben. Ob das eine gewisse Nähe zur gegenwärtigen (? polarisierten) USA hat?
Dienstag, 13. September 2022
In welche Richtung "es" geht.....
Fortschritt? Ob er „In disguise“ kommt? Verkleidet? Bei einem Blick in die Geschichte frage ich mich oft, was sich geändert hat, worin der Fortschritt liegt. Vielleicht nehmen die Dinge inzwischen durch allerlei Beeinflussungstechniken eine andere Form an. Jawohl, Fortschritt gibt es ohne Zweifel! Aber er nimmt eine andere und gemächlichere Form an, als es scheint und im Interesse gewisser Kreise zu liegen scheint...... ja, es gibt immer noch „die da oben“ und „die da unten“, obwohl es auf diese Weise gar nicht notwendig wäre. Die herrschende Politikerkaste ist nur eine verkappte Form des Gestern, als noch alles hierarchisch geregelt war. Ob sich nicht allzu viel geändert hat, das ganze aber viel raffinierter verpackt ist? Ob das vor allem aus den USA herüber quellende Gerede von den „flachen Hierarchien“ nicht schon die Strategie ist. Wir machen und reden uns die Wirklichkeit schön? Alte Hierarchien sollten die Klasse der Bestimmer gegenüber den Bestimmten rechtfertigen und bestärken. Früher Kaiser und König, heute Geschäftsführer, Politdarsteller und Vorstandssprecher. Das Volk hat dabei als Ausweg auch diesem oder jenem Führer zugejubelt. Es war ganz klar ein Irrweg. Autokratien, Diktaturen. Ja, die Weisheit liegt nicht immer nur beim Volk. Logo. Aber auch nicht bei der Klasse der Mächtigen und den sich als "Elite" Fühlenden. Es ist wohl eine dauernde Auseinandersetzung, die sich allmählich bei steigendem Informations- und Transparenzgrad möglichst demokratisch auf die Seite der Bestimmten neigt. Revolutionsgeschwätz stört da nur. Aber Transparenz wäre wichtig. Dass Abgeordnete und Parlamente da ganz offensichtlich ein korruptes Spiel zu spielen scheinen, ist dem Übergang geschuldet. Es wird so etwas eines Tages nicht mehr stattfinden, weil im Informationszeitalter ohnehin alles heraus kommt, was früher unter der Decke gehalten wurde. Auch falsche Strukturen. Sogar Wikileaks scheint hier ein bisschen ein Lehrstück zu sein, auch wenn ihr Protagonist sich persönlcih ungebührlich aufgebläht hat und sich dafür verteufeln lassen muss. PR-Agenturen und Öffentlichkeitsbearbeiter sorgen dann dafür, dass der Schatten auch auf das Projekt Wikileaks und andere derartige Phänomene (Edward Snowden?) fällt..... nun ja, auch dies ein Phänomen des Übergangs. BER wurde dauernd verschoben, „Stuttgart 21“ genauso. Es wurde dies einfach bekannt gegeben als sei es das Normalste der Welt. Es wird ja dauernd alles verschoben und ist eine Art „Running Gag“ geworden. Eine Lachnummer mit Kosten. Abgeordnete machen mitten in der Krise erstmal Urlaub und sind nicht zu sprechen.
Ein paar Milliarden hin oder her, so etwas lassen die Mächtigen (natürlich nie explizit) verlauten. Es ist ein einziges Schelmenstück, dessen immer größer werdende Kosten „der Steuerzahler“ zu tragen hat. Dass Frau Christine Lagarde (die heutige EZB-Chefin und frühere französische Finanzministerin) in der Vergangenheit ein paar 400 Millionen so eben mal ein bisschen „veruntreut“ hat, macht auch nichts. Zahlt ja der Steuerzahler. Sie hat es ja einem ohnehin Besitzenden gegeben. Die elegante grauhaarige Dame mit ihren aristokratisch arroganten Gesichtszügen macht ja einen schwierigen Job! Oder?Wirklich? Ob sie auch die ENA (Ecole Nationale d'adminstration) besucht hat, die in Frankreich die obligatorische Eingangsschranke der besitzenden und mächtigen Klasse ist? Ob die Akademikertochter dadurch von vornherein zu den Bestimmenden gehört hat?
Freitag, 9. September 2022
Fortschritt? Wirklich? Wohin?
Fortschritt? Ob er „In disguise“ kommt? Verkleidet? In die Gaskrise verkleidet? Bei einem Blick in die Geschichte frage ich mich oft, was sich geändert hat, worin der Fortschritt liegt. Vielleicht nehmen die Dinge inzwischen durch allerlei Beeinflussungstechniken eine andere Form an. Jawohl, Fortschritt gibt es ohne Zweifel! Aber er nimmt eine andere und gemächlichere Form an, als es scheint und im Interesse gewisser Kreise zu liegen scheint...... ja, es gibt immer noch „die da oben“ und „die da unten“, obwohl es auf diese Weise gar nicht notwendig wäre. Da macht die grüne oder andere Färbung wohl auch nicht viel aus. Die herrschende Politikerkaste ist nur eine verkappte Form des Gestern, als noch alles hierarchisch geregelt war. Ob sich nicht allzu viel geändert hat, das ganze aber viel raffinierter verpackt ist? Ob das vor allem aus den USA herüber quellende Gerede von den „flachen Hierarchien“ nicht schon die Strategie ist. Wir machen und reden uns die Wirklichkeit schön? Alte Hierarchien sollten die Klasse der Bestimmer gegenüber den Bestimmten rechtfertigen und bestärken. Früher Kaiser und König, heute Geschäftsführer, Politdarsteller und Vorstandssprecher. Das Volk hat dabei als Ausweg auch diesem oder jenem Führer zugejubelt (auch der Queen!). Es war ganz klar ein Irrweg. Autokratien, Diktaturen. Ja, die Weisheit liegt nicht immer nur beim Volk. Logo. Aber auch nicht bei der Klasse der Mächtigen und den sich als "Elite" Fühlenden. Es ist wohl eine dauernde Auseinandersetzung, die sich allmählich bei steigendem Informations- und Transparenzgrad möglichst demokratisch auf die Seite der Bestimmten neigt. Revolutionsgeschwätz stört da nur. Aber Transparenz wäre wichtig. Dass Abgeordnete und Parlamente da ganz offensichtlich ein korruptes Spiel zu spielen scheinen, ist dem Übergang geschuldet. Es wird so etwas eines Tages nicht mehr stattfinden, weil im Informationszeitalter ohnehin alles heraus kommt, was früher unter der Decke gehalten wurde. Auch falsche Strukturen. Sogar Wikileaks scheint hier ein bisschen ein Lehrstück zu sein, auch wenn ihr Protagonist sich persönlcih ungebührlich aufgebläht hat und sich dafür verteufeln lassen muss. PR-Agenturen und Öffentlichkeitsbearbeiter sorgen dann dafür, dass der Schatten auch auf das Projekt Wikileaks und andere derartige Phänomene (Edward Snowden?) fällt..... nun ja, auch dies ein Phänomen des Übergangs. BER wurde dauernd verschoben, „Stuttgart 21“ genauso. Es wurde dies einfach bekannt gegeben als sei es das Normalste der Welt. Es wird ja dauernd alles verschoben und ist eine Art „Running Gag“ geworden. Eine Lachnummer mit Kosten. Abgeordnete machen mitten in der Krise erstmal Urlaub und sind nicht zu sprechen.
Ein paar Milliarden hin oder her, so etwas lassen die Mächtigen (natürlich nie explizit) verlauten. Es ist ein einziges Schelmenstück, dessen immer größer werdende Kosten „der Steuerzahler“ zu tragen hat. Dass Frau Christine Lagarde (die heutige EZB-Chefin und frühere französische Finanzministerin) ein paar 400 Millionen so eben mal ein bisschen „veruntreut“ hat, macht auch nichts. Zahlt ja der Steuerzahler. Sie hat es ja einem ohnehin Besitzenden gegeben. Die elegante grauhaarige Dame mit ihren aristokratisch arroganten Gesichtszügen macht ja einen schwierigen Job! Oder?Wirklich? Ob sie auch die ENA (Ecole Nationale d'adminstration) besucht hat, die in Frankreich die obligatorische Eingangsschranke der besitzenden und mächtigen Klasse ist? Ob die Akademikertochter dadurch von vornherein zu den Bestimmenden gehört hat?
Freitag, 12. November 2021
Was dies Blog betrifft - reloaded
Unsere Wahrnehmung ist second hand? Was nehmen wir ernst und was nicht? Welche Rolle die Medien dabei spielen? Im Mix aus kurzen Texten, MP3s und Fotos geht es dem Blog darum, einen aus Medien gewonnenen Spiegel des Tages- und Zeitgeschehens sowie der persönlichen Gedanken- und Erlebniswelt des Autors zu produzieren, es geht ihm um den Wechsel von Sichtweisen, die gesellschaftlich geprägt sind, auch darum, Alltagserfahrungen zu spiegeln, aktuelle Vorgänge der Gesellschaft und Politik aus der Perspektive verschiedener sozialen Welten wahrzunehmen. Es ist ein Nachdenken über Zukunft und das gegenwärtige Sein, über Möglichkeiten hier, über den Kosmos, über vieles, was mich gestreift hat mittels Medien (also vermittelt...), es sind kurze Reflektionen von Herrschaftsverhältnissen, Gedanken über Tod und andere Gegebenheiten, etwas, das mich berührt und in mich eingedrungen ist, in der Empathie aufgehoben, in Religion und Spiritualität, Lyrik, eigenen MP3s und Fotos, ergänzt durch Songtexte verschiedenen Alters, Existenzspuren, Selbstvergewisserungen, Stammtischgequatsche, durch Tierisches, allerlei Zeugnissen meines Gangs durch die Wirklichkeit, subjektiv gefiltert, - ohne Anspruch auf Objektivität. Im Mittelpunkt: Das Normale, das Leben, die Deprivierung, Angst, Zeit, Liebe, Zitate, Geld verdienen zum leben, alles in Kürze und in möglichster Konzentration, Lektürefrüchte, im Bestreben, mich möglichst verständlich auszudrücken – und: ich versuche vorläufig, einen täglichen Rhythmus einzuhalten, einen multimedialen Blog zu betreiben.
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