Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 20. August 2026
Ins Bewusstsein hinein
Um sich zu blicken und das reflektierend festzuhalten versuchen, was einen da angeht, das mag wohl auch ein Inhalt des Journalismus sowie der Literatur gewesen sein. Restelemente davon finden sich auch in meiner Blogschreibe auf Facebook oder hier. Es ist manchmal der klägliche Versuch, eine grundsätzliche Weltsicht weiter zu führen. Klar, das interessiert niemand! Jeder interessiert sich nur für sich. Ich ja auf meine Weise auch! Paradoxa muss man bei solcher Betrachtung aushalten! So ist das in unserer gegenwärtigen Existenz, die wohl aus einer Art Neoliberalismus kommt, wo jeder seines Glückes Schmid sein soll. Manifestation ist angesagt. Nur fest genug daran glauben, dann tritt das Gewünschte auch ein (meist Reichtum). Es gibt wohl eine Menge Spezialisten, die auf klar vorgezeichneten Gebiet brillant sind, aber schon leicht daneben keine Ahnung mehr davon haben, inwieweit sie Rädchen in einem Räderwerk sind, und welchen Gesetzen sie dabei unterworfen sind. Schon gar nicht geht sie „Das Ganze“ etwas an. Ihre Reflektion scheint gelegentlich nicht allzu weit zu reichen. Zu Fragen sowieso nicht. Da herrscht das überall gegenwärtige Lächeln. Die gefällige Gleichgültigkeit. Es kommt mir so vor, als sei es so. Vielleicht ist es auch ganz anders.
Montag, 27. Juli 2026
Solitude
Du entdeckst und es wird dir zunehmend bewusst, dass du alleine bist. Hattest du in der Vergangenheit stets Leute um dich herum, die du als viel zu viele empfandest, so gibt es diejenigen jetzt gar nicht mehr. Man hat sich abgesetzt vom Mainstream, ohne dass man das so richtig merkte. Es gab eine Entwicklung um dich herum, deren Eigenheit du mal wieder nicht so recht mitbekamst. Auch mag das alles eine Folge deiner Tätigkeit als „Freier Journalist“ sein…..
Immer wieder hört man von Menschen, die verreckten und die erst bemerkt wurden, als es anfing, unangenehm zu riechen. Nachbarn? Hier unsichtbar. Ja klar, man selbst gibt sich ja auch nicht gerade kontaktfreudig. Aber sie würden antworten, dass man mich in letzter Zeit kaum mehr gesehen habe. Man wisse kaum, wer was mache und warum. Alles scheint anonym geworden zu sein. Tatsache scheint zu sein, dass für die meisten Menschen Freunde allgegenwärtig sind und Ablenkungen zuhauf verfügbar sind. Wer eigentlich darf da bei sich selbst sein? Klar, so etwas kann auch lobesam sein. Doch die Zeiten, als der Schriftsteller Gottfried Benn „Wer allein ist, ist auch im Geheimnis..“ behaupten durfte, sind wohl im Zeichen einer allgemeinen Vergesellschaftung vorbei. Single sein. Sich selbst genügen, das freilich schließt einen von der großen Vernetzung aus. Eremitage. Mönchtum. Vor einiger Zeit war es sehr angesagt, in Klöstern zu verweilen, die Stille dort neu kennen zu lernen, die Stille auszuhalten. „Auszeit auf Zeit“ war meist sehr teuer und beinhaltete oft auch noch andere Wellness-Wohltaten im Zeichen religiöser Erbauung. Doch was ist nun die Realität? Einsame und alleinstehende Menschen gelten als Sonderlinge. Reinschauen bei Edward Hopper: Menschen ohne soziale Bindungen sitzen dort alleine an der Bar, leicht bekleidete Damen machen geschlechtlichen Betrieb, bieten Attraktionen der glitzernden Oberfläche. Man sinkt ab in Wein und Zerstreuung, in Schein und Schalk.
Dienstag, 21. Juli 2026
Einsamkeit?
Du entdeckst und es wird dir zunehmend bewusst, dass du alleine bist. Hattest du in der Vergangenheit stets Leute um dich herum, die du als viel zu viele empfandest, so gibt es diejenigen jetzt gar nicht mehr. Man hat sich abgesetzt vom Mainstream, ohne dass man das so richtig merkte. Es gab eine Entwicklung um dich herum, deren Eigenheit du mal wieder nicht so recht mitbekamst.
Immer wieder hört man von Menschen, die verreckten und die erst bemerkt wurden, als es anfing, unangenehm zu riechen. Nachbarn? Hier unsichtbar. Aber sie würden antworten, dass man mich in letzter Zeit kaum mehr gesehen habe. Man wisse kaum, wer was mache und warum. Tatsache scheint zu sein, dass für die meisten Menschen Freunde allgegenwärtig sind und Ablenkungen zuhauf verfügbar sind. Wer eigentlich darf da bei sich selbst sein? Klar, so etwas kann auch lobesam sein. Doch die Zeiten, als der Schriftsteller Gottfried Benn „Wer allein ist, ist auch im Geheimnis..“ behaupten durfte, sind wohl im Zeichen einer allgemeinen Vergesellschaftung vorbei. Single sein. Sich selbst genügen, das freilich schließt einen von der großen Vernetzung aus. Eremitage. Mönchtum. Vor einiger Zeit war es sehr angesagt, in Klöstern zu verweilen, die Stille dort neu kennen zu lernen, die Stille auszuhalten. „Auszeit auf Zeit“ war meist sehr teuer und beinhaltete oft auch noch andere Wellness-Wohltaten im Zeichen religiöser Erbauung. Doch was ist die Realität? Einsame und alleinstehende Menschen gelten als Sonderlinge. Reinschauen bei Edward Hopper: Menschen ohne soziale Bindungen sitzen dort alleine an der Bar, leicht bekleidete Damen machen geschlechtlichen Betrieb, bieten Attraktionen der glitzernden Oberfläche. Man sinkt ab in Wein und Zerstreuung, in Schein und Schalk.
Dienstag, 14. Juli 2026
Kommunikation und Politik
Mir scheint es, als wolle so mancher Minister sich vor allem durch PR-Tricks hervortun. Da werden Taschenspielereien vorgeführt, da werden mit Geld aus dem Ausland die passenden Mitarbeiter herbei geholt (in diesem Ausland dürfen sie dann schon fehlen… . „Uns“ steht das zu …..Ob das etwas Neokolonialistisches an sich hat?….Das mit der „Win-win-Situation stimmt also alleine schon deshalb nicht so ganz). Im nun zum zweiten Mal herauf dräuenden „Herbst der Reformen“ scheint alles erlaubt. Ein „Sondervermögen“ oder zwei viele sind eingerichtet. Es soll mehr gearbeitet werden, Unbedingt! Das Geld, der Zuschuss, der Anteil soll erhöht werden, kommt aber nie dort an, wo es ankommen sollte. An was das liegt? Unübersichtliche und versteckte Klauseln sind ja beliebt in Wirtschafts- und Staatskreisen. Warum sich nicht etwas „vom Markt“ abschauen? Hauptsache, einen Auftritt gehabt!, denkt sich der Minister. Sich gesonnt in der öffentlichen Aufmerksamkeit, am Image gearbeitet….
„Ach, der Markt wird es schon richten….!“, so wird schon mal neoliberal hinaus gepustet. Der „Markt“ richtet offenbar alles zum Vorteil derer, die einen Vorteil daraus ziehen wollen. Ob es öffentliche Daseinsvorsorge gibt? Das alles sei beabsichtigt, so lautet ein Kommentar. Der Staat könne halt nicht alles besser. Vollkaskomentalität adieu! Interviews werden abseits der öffentlichkeitswirksamen Strecken kaum gegeben. Ob das alles zu durchsichtig ist? Offenbar nicht. Die Medien berichten währenddessen vor allem über „Promis“…….es geht um Singles, die sich neu paaren……, dazwischen geht es in Gewinnspiele, in denen tausende von Euros zu gewinnen sind….Jackpot… es geht um Augenaufschläge…um falsches Lächeln...und um Image….
Montag, 13. Juli 2026
Krankenhaus
„Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl.“
Mittwoch, 8. Juli 2026
Worte
WORTE
Alle Worte sind Geräusch gewesen und sind wieder dazu geworden
Missbrauch und Verlogenheit, im weißen Rauschen untergegangen
dessen, was jeder sagt, jeder hat eine Meinung
Worte sind missbraucht und zu Werbung geworden
für Produkte und eitle Egos
Wetten auf Macht und kitschiges Glück
Wichtig wollen sie einen einbringen
arrangiert, manipuliert, geschönt
auf Wirkung bedacht, etwas einbringen
du kannst stammeln, stottern, lallen
Phrasen sind geprägt, an denen das gemessen wird
Der Zeitgeist streicht jetzt streichelnd über den Screen
auf dem die Icons und Klicks leuchten
wohl das Richtige und nicht das Falsche, das Falsche im falschen Leben
mir ist schon schlecht vor lauter Wiederholungen
ich will den Tag und die Sonne genießen
weggehen und träumend mich verdrücken
ans Meer und in kalte Berge
immer weiter tanzen hinaus
sie tanzen um das goldne Kalb
selbstverständlich Fan ihrer selbst
das Gefühl, wenn der nasse Lappen auf das Gesicht, auf die Haut kommt
die können sich nicht mehr riechen
wieso machen so viele Menschen so seltsame Sachen?
Um sich selbst zu spülen, sich selbst zu verwirklichen?
Das ist die neue, heilig anstrengende Pflicht
Dienstag, 9. Juni 2026
King Crimson
Über ein Konzert des Jahres 2003 schrieb ich einst:
King Crimson im Beethovensaal
Es ist doch nur ein kurzes Spiel mit den Erwartungshaltungen des Publikums: Ein Rockprofessor im dunklen Anzug nimmt Platz auf einem Hocker und macht sich an einer Gitarre zu schaffen, der er sphärische Klangwolken zu entlocken scheint, harmonisch, aber doch im Nichts um sich selbst kreisend, aus dem Ungewissen herkommend und dorthin wieder verschwindend. Doch irgendwann legt der Herr Professor seine Gitarre ab, verschwindet und ein Herr Prozessor spielt immer weiter, wodurch niemand im Beethovensaal weiß, wer was gespielt hat und wie das überhaupt zustande gekommen ist.
Der in sich gekehrte Professor war Robert Fripp, der ja nicht nur als Kopf der Band King Crimson die seltsamen Experimente geliebt hat, über 35 Jahre hinweg, in tausend Besetzungen und personellen Kombinationen. Ein Enfant terrible, das auf dem Barhocker im Dunklen sitzend dem Publikum den ganzen Abend keinen einzigen Blick geschweige denn eine Ansage schenken wird und Fotoaufnahmen allerstrengstens untersagt hat. Dafür jedoch schenkt er dem Publikum seine Musik, die nun bald im vorzüglich ausgesteuerten Sound losbricht: King Crimson ist nach langen Jahren der personellen Fluktuation nun ein stabiles und traumhaft eingespieltes Quartett, das vier unterschiedliche Charaktere vereint. Schroffe, sehr eigenwillig strukturierte Massive aus elektronisch manipuliertem Klanggut türmen sich auf zu einer Art durchkomponiertem Edelmetal, fallen in sich zusammen, werden zu zerkrittelten, von ungeraden Rhyhtmen durchstochenen Klangphantasien oder gehen über in schräge Balladen voller bizarrer Einfälle: ist so etwas Prog Rock? Avantgarde Rock? Kunstrock? Nein, es ist King Crimson. Keine Etiketten. Keine Schubladen. Die zurückliegenden 35 Jahre scheinen nur Anlauf für dieses Konzert gewesen zu sein, dessen Grundlage die aktuelle CD „Power to believe“ ist. Großartig, welche Dynamik diese Band nun entfaltet, mit welcher Präzision sie fortwährend verblüfft, wie uneitel sie ihr Publikum staunen lässt, wie sie das Grobschlächtige mit dem Filigranen zusammenbringt und es zu einer schlüssigen Bestandsaufnahme ihrer musikalischen Entwicklung formt. „Prozac Blues“, Eyes wide open“, Elektrik“, „Dangerous Curves“: Nie war King Crimson so rhythmisch wie heute. Drummer Pat Mastelotto gibt selbst den schrägsten Passagen massiven Drive. Trey Gunn fingert dazu höchst einfallsreich den Stickbass, ein gut gelaunter Adrian Belew steuert als Sänger, zweiter Gitarrist aus dem Rampenlicht heraus den Abend, der zum Abenteuer wird. Keine sentimentale Erinnerung an die Vergangenheit. Kein „21st Century Schizoid Man“, kein „Moonchild“. Nur stilistische Stringenz. Alles ist aufgehoben in der Gegenwart. Überragend.
Mittwoch, 4. März 2026
Talk talk
Wobei mich Zweifel überfallen: Wenn irgendwelche ehemalige oberschlaue Musterschüler im Fernsehen in geschlossenem Kreis zusammensitzen, um mit Empfehlungen garniert bestimmte Maßnahmen zu preisen. Gerne wird dabei mit speziellen Kenntnissen geprahlt, die das eigene Selbstverständnis abstützen und gleichzeitig Legitimation nach außen demonstrieren sollen. „Hey, seht her; wir sind die Durchblicker….!“ soll dies wohl ausdrücken. Was mich daran stört: Solche Posen haben viel zu wenig die Fortschritte in gewisse gesellschaftliche Richtungen befördert. Sie wiesen meist eine Berechtigung aus, an gewissen Konferenzen über viele viele Flugmeilen und Honorare hinweg teilzunehmen, an den Talkshows der Wichtigen teilzunehmen, scheinbar „wichtige“ Vorträge zu halten und - nichts zu bewirken. Es steigt in dieser Gesellschaft ein Nebel an Geschwafel auf, der bei genauerem Hinsehen meist direkt interessengeleitet ist und eher zur Verwirrung als zu Klärung beiträgt.
Es gibt wohl zahlreiche Politikwissenschaftler, die dies als ein modernes Zeichen einer Bewegung zum Totalitarismus deuten: gezielt Verwirrung stiften. Ein „mündiger Bürger“ würde sich angesichts dessen im Idealfall ein eigenes Bild machen (was schwer genug ist…..) und danach alle vier Jahre wählen: eine Partei, eine Bewegung, die dem entspricht, was ihm am ehesten einleuchtet. Leider stehen dem oft auch Gründe mangelnder Zeit entgegen (wer kann sich schon genau damit befassen?), was ökonomisch begründet sein könnte. Es fällt wohl jedem auf, dass dies in Zeiten einer digitalen Transparenz und Durchschaubarkeit bestimmter Prozesse zu wenig sein könnte, um demokratische Mitbestimmung und „Aufschung“ zu demonstrieren. Was also folgt daraus? Die „demokratischen Eliten“ könnten sich als vielleicht weniger geschlossene Gesellschaft darstellen, sie könnten auf eine breitere und klarere Erklärung von Umständen zielen. Sie könnten versuchen, die allgemeine Bevölkerungen bei ihren Beschlüssen und Maßnahmen mitzunehmen, erklären ins Einfach hin, ohne populistisch zu werden. Weniger Distinktion und Arroganz wäre angesagt, mehr Nähe zum Alltag der Vielen……, in einer fortgeschrittenen Gesellschaft, die sich gerne als solche präsentiert.
Dienstag, 13. Januar 2026
Anhaltspunkte, Kriterien
Ein paar Gesichtspunkte meiner ehemaligen Tätigkeit als (Pop)Musikkritiker, etwas, was etwas Schwieriges, etwas ernsthaft Gespieltes auf meine Weise umkreist: Es geht manchmal um Raffinement, aber auch um erkennbaren Gestaltungswille. Es geht um Originalität und Individualität, um Wiedererkennbarkeit und um Prägnanz. Passt das gut in ein Umfeld, in ein Repertoire, in eine „Darbietung“? Ließ sich damit eine Spannung erzeugen, hat das Ganze einen Unterhaltungswert, kann es uns reizen?… Aber es gilt in der Pop- und Rockmusik auch der kurzfristige Kick. Das springt einen an, das packt einen, das bindet unsere Aufmerksamkeit, abseits der per KI praktizierten Phrasen. Wir sollten registrieren, ob uns da etwas in der Sprache der Musik „mitgeteilt“ wird, populär ausgedrückt „kommt da etwas rüber?“. Es gilt auch der Knalleffekt, das Grelle auch, das, was einen unbewusst sofort packt und augenblicklich berührt. Nicht nur das akademisch Abgefahrene. Da ist etwas auf dem ganzen Hintergrund unserer Hörerfahrungen. Ja, wird da überhaupt etwas außerhalb eines Hedonismus mitgeteilt, mit dem wir in Gleichklang sein wollen? Gibt es da eine gefühlte Verbindung, fließt da eine Energie zwischen Interpret und Konsument? Inwieweit sollte ein Ohr geschult und bereit sein, über Grenzen zu gehen, das Unbedingte zu ahnen? Den Gleichklang, das Gefühl „so und nicht anders“ ist es richtig. Und jetzt wird es geradezu esoterisch: Da ist das gewollt Oberflächliche, das etwas „auf den Punkt bringt“. Es wird dann hoffentlich erkennbar: Ist da so etwas wie eine Haltung? Und da ist immer noch der Eindruck, dass hier jemand gut spielen und sich ausdrücken kann. Jeden Trick und Kniff hat er drauf. Meine Aufgabe ist es, das zu erkennen es zu beurteilen. Auch im technischen Können kann sich ein Künstler offenbaren. Aber ob das reicht? Bloß nicht einseitig werden, bloß nicht abstürzen! Das „technische“ Können orientiert sich vor allem daran, was gespielt/gemacht werden soll. Es ist vielleicht Mittel zum Zweck – und nicht Selbstzweck.
Dienstag, 6. Januar 2026
Gesellschaftliche Kommunikation
Social Medias und Blogs tragen insgesamt wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterung und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch nicht zuletzt durch KI scheinbar lyrische Texte und „Reels“ (kurze Videostreifen) industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird gelenkt. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld. Es herrscht das Kollektive, die immanente Manipulation, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen. KI ist da ein Beschleuniger.
Montag, 29. September 2025
Unübersichtlichkeit
Wir leben in einer unübersichtlichen Welt. Unüberschaubarkeiten umgeben uns. Chaotisches zieht in die Existenz ein. Clowns werden Chef, Unkundige machen Karriere. Klar ist: alle haben zu allem eine Meinung. Aber sie suchen gleichzeitig nach Orientierung, nach der klaren Trennlinie zwischen Schwarz und Weiß, sie suchen nach dem, was wahr (!) ist. Dabei spielen auch Ängste eine Rolle. Etwas nicht mitzukriegen, kann spielentscheidend sein. An dieser Stelle wird man schnell empfänglich für Verschwörungstheorien. Diese wollen einem erklären, was hinter den Kulissen „wirklich“ abläuft. Ob das unter anderem auch eine Folge davon ist, dass wir oft genug von staatlichen Institutionen falsch informiert und mit „frisierten“ Informationen "beruhigt" worden sind? Es bilden sich auch Ängste vor einer Realität, die einen womöglich sozial blitzschnell abrutschen lässt... Eine Realität, die Fremdes und Fremde zu bieten hat, das Uneinheitliche, Wilde. Nicht nur an dieser Stelle wird gerne nach „Experten“ gerufen. Diejenigen, die sich stellvertretend für uns mit einer Sache intensiver beschäftigen. Blöd nur, dass diese „Experten“ auch ihrem eigenen Interesse und ihren eigenen Erkenntnismöglichkeiten unterliegen. Dass sie als Lobbyisten oft genug Einfluss nehmen, im Sinne derer, die sie bezahlen.
Doch diese "Experten" können für uns auch Kontrollverlust bedeuten. Wir wollen Eindeutigkeiten, nicht Vieldeutigkeiten. Wir wollen die Reduktion der Komplexität. Komplexitätsreduktion nennt das die Soziologie. Wir wollen sie in uns wissen, die „Wahrheit“. Wir wollen ES wissen. Uns plagt eine tiefe Sehnsucht danach. Es muss doch für nahezu alles einen Sinn und eine Verantwortung geben! Blöd nur, dass die heutige Wirklichkeit viele solcher Vieldeutigkeiten und Ungewissheiten (auch in Bezug auf die „Verantwortung“) auf uns bringt. Wie damit umgehen? Angesichtes solcher Verhältnisse könnte so mancher Mitmensch auf die Idee kommen, sein Ego neu erfinden zu wollen (ein gängiger Gesprächsstoff und fast schon zur Redewendung geworden). Es ist dies ja aus den auch hier nachgezeichneten Gründen ein Modethema geworden und hat viele Dimensionen. Wir könnten auf diese Weise ( in einer "Neuerfindung" des Egos) bei der sogenannten und viel beschworenen „Globalisierung“ vielleicht besser dabei sein. Mitreden, dabei sein ist alles, - wirklich? Diese „Globalisierung“ scheint ohnehin nicht mehr zu beherrschen zu sein und überspült uns auf mannigfache Weise alle. Sie scheint die Welt zu prägen und bringt auch diese autoritären Politikstile hervor, die scheinbare Antworten geben. Es geht um das, was die Soziologie „Komplexitätsreduktion“ nennt. Vereinfachungen, die das Leben leichter machen wollen, indem sie die Unübersichtlichkeit reduzieren.
Dienstag, 23. September 2025
Podcast ahoi!
Podcasts sind in Mode. Jeder braucht jetzt einen Podcast. Wie das geht? Manche machen alles selbst, aber „prominente Personen“ lassen dazu „ihr Team“ die Dienste eines Aufnahmeteams mieten. Die nehmen das Gesprochene professionell auf und geben es weiter an die Vermarktung: Beim Podcast labern dann ein oder zwei Personen ihre Weisheiten in der äußeren Form eines Zwiegesprächs oder eines Monologs uns unendlich lang in die Ohren (haben wir so lange Zeit?). Man will uns etwas „auseinandersetzen“. Es geht aber unter anderem darum, sich als „Marke“ zu profilieren, sich als kompetent und sprachgewandt darzustellen, einen weiteren Verbreitungskanal für diese Marke zu nutzen. Gesichtsausdruck und optische Präsentation als „Typ“ (beim Video-Podcast) mögen dabei auch ihre Rolle spielen, um auch die zu gewinnen, die nicht unbedingt zu den Hardcore-Fans zählen.
Donnerstag, 18. September 2025
Maßvoll
Vielleicht kommt es auf das richtige Maß an, auf den ehrlich gesuchten Ausgleich (was nicht immer Kompromiss heißen muss). Man hat oder probiert auf der Suche nach Sinn verschiedene Ansätze aus (es geht möglicherweise gar nicht darum, sich mit seinem kleinen Ego mit etwas zu identifizieren, oder recht zu haben). Vielleicht gilt es um ein unspektakulär behutsames Abwägen, um ein Herausdestillieren von Möglichkeiten (mit dem man auch spielt). Wie bei Vielem im Leben: es geht um die Dosis. Wenn ich jetzt die Entwicklungen hierzulande sehe, scheint es mir vor allem um das Herausschälen eines Egos zu gehen, um einen Führungsanspruch, um das Verschwinden in „Schützengränben“ der Meinung. Um das Hinterlassen von „Spuren“, eines Stallgeruchs, der om politischen Raum gerne auch mal von Parteien verwaltet wird. Ob sie je wieder die Mitte des Volkes repräsentieren werden? Was ist die Mitte? Wer will denn heute ein solches Sinnbild des Mittelmaßes sein? Großartige Soziologen haben längst bewiesen, dass es in der heutigen Gesellschaft um das Herstellen von „Einzigartigkeit“ geht. So manchem mögen bei der Behauptung einer mittigen Wählbarkeit Zweifel kommen, auch angesichts der aktuellen Auftritte der „Köpfe“ solcher Parteien. Gelassener mag einem da zumute sein, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass es nach den Erkenntnissen der Quantenphysik darauf ankommt, ob man und von wo aus man eine Sache beobachtet. Je nachdem kann das Ergebnis variieren. Mithilfe der „kognitiven Dissonanz“ kann man sich „Realität“ sogar gefügig machen, indem man das Unangenehme oder scheinbar Unpassende ausblendet. Der Mensch fühlt sich halt unwohl, wenn er auf Informationen trifft, die seinen Überzeugungen zuwider laufen. Dciese Informationen werden gerne mal wegrationalisiert, ausgeblendet.
Dienstag, 16. September 2025
Bubble Trouble
Dies hier habe ich als Notiz gefunden in meinem Chaos. Es beleuchtet eine „Grundüberzeugung“, wenn es das gibt. Nach der ich auch zu handeln versuche. Ich nehme hiermit auch die Diskussion auf, die zuletzt in Deutschland herrschte. Menschen halten sich in unserer ausdifferenzierten Gesellschaft in verschiedenen (Lebens-)Welten auf, bevorzugen verschiedene Stile in mancherlei Lebensfragen, sind unterschiedlich geprägt durch verschiedene Milieus oder Herkunft. Daran knüpft sich oft ein Ethos, das es zu verstehen gilt. Sich hinein arbeiten zu wollen, etwas davon erkennen zu wollen, sich selbst auf etwas anderes einzulassen, andere Zusammenhänge zu begreifen, könnte etwas wertvolles sein, was mit „Empathie“ zu tun hat. Da aber im Zeitalter des Neoliberalismus jeder für sein persönliches Glück für selbst verantwortlich erklärt wird, da jegliche Zielrichtung „Solidarität“ insofern verpönt und negativ belegt scheint, bewegt sich diese Gesellschaft immer mehr in Polarisierung, Vereinzelung und Desolidarisierung. Das Bewusstsein, für etwas Gemeinsames verantwortlich zu sein, schwindet. Überhaupt schwindet das Bewusstsein, trotz aller Individualisierung auch mit den Social Medias einem Kollektiven ausgeliefert zu sein. Verständnis füreinander schwindet, auch wenn kurz- und mittelfristige Entwicklungen dem nicht zu entsprechen scheinen. Sich ein Stück weit auf andere Lebenswelten zuzubewegen, seinen Horizont über die gewohnte „Bubble“ hinaus zu erweitern, dazu will und wollte ich andere Menschen ermuntern. Es ist dies auch durch meinen früheren Beruf, die damit verknüpften Erfahrungen und durch meine frühere Ausbildung inspiriert. Aber auch durch darüber hinaus gehende Erkenntnisse und Erfahrungen eher persönlicher Art. Neugierig auf „das Andere“ sein, sich selbst damit erweitern, andere Möglichkeiten des Daseins erwägen (auch für sich selbst), sich mitfühlend empathisch statt competetiv zu verhalten.
Mittwoch, 6. August 2025
Grabenkämpfe
Steile Thesen, sich stilisieren, eine krasse Meinung nachhaltig und öfter äußern, Gräben ausheben, Verbote oder Gebote aussprechen, sich „solidarisieren“, provozieren, niederschreien - und los geht`s! Unbedingter Anspruch auf die Wahrheit, the one and only! Keine Kompromisse! Für etwas stehen. Einstehen. Dafür, für das Richtige, schon mal auch Gewalt anwenden! So bilden sich scharf umrissene Figuren heraus. Man selbst kennt Leute, die sich so verrannt haben. Die nicht mehr heraus kommen aus ihrer Ecke. Die aus Gräben heraus argumentieren. Die fundamentale Opposition um jeden Preis spielen wollen und dafür aufrecht tapfer sind, auch wenn sie finanziell und institutionell von dem Staat, gegen den sie so vehement sind, scharf sanktioniert werden. Strafen. Willen brechen. Flüchten. In Resignation. In Untergang. Eindeutige Zeichen geben. Sich „bekennen“. Sanktionen. Verhaften. Der Staat ist stärker. Was zu bodenloser Melancholie führen kann. Der Staat: im Idealfall sind das alle. Oder immerhin die, die sich für etwas bestimmtes entschieden haben. Also indirekt. Implizit. Irgendwie dem Kollektiven verhaftet. Kafka hat darüber Bitteres geschrieben. Der Staat, das Ganze, hat immer recht: ob darin etwas Totalitäres liegt? Demokraten müssen dem entgegenstehen. Wenn aber die Leute in einer solchen „Demokratie“ blöd und überhaupt keine Demokraten wären?
Freitag, 18. Juli 2025
Mechanik der Normalität
Wir sind stark. „Wir haken uns unter“. „Wir brauchen ordentliche Löhne“. „Wir schaffen das“. Zitate aus der Politik. Wer ist wir? Der, der dich entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es für nötig hält (jawohl, immer noch meist ein „er“ und keine „Sie“). Der dafür das Geschwätz vom „Strukturwandel“ allzeit parat hält (Das Getue um die sogenannte „Globalisierung“ ist ja ein bisschen ins negative Gerede und aus der Mode gekommen...)? Dann bist du plötzlich nicht mehr der Betrieb. Bist ein unfähiger Einzelner. Der Betrieb ist der, dessen „Chefs“ riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol direkt vor dem Eingang parken. Der Betrieb, dass sind doch die Kaufleute, die „den andern“ alles Wichtige diktieren. Alles Wichtige hat auf dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist. Sie müsssen immer wieder den Stallgeruch pflegen, auf jeder Konferenz, in jedem Meeting. Sie müssen miteinander anstoßen, sich übers Fußballspiel unterhalten, sich Witze erzählen, über die sie dann gemeinsam lachen sollen. Das ist wichtig: Alles lacht. Das auch an jedem Geburtstag, den irgendein Kollege hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und scheinbare Gemeinsamkeit zelebriert.
Du selbst wirst dir dann ein Fremder. Verlierst den Kontakt zu dir selbst, während sie ihn kultivieren und dafür teure Crash-Kurse besuchen. Die Sehnsucht danach, sich irgendwo wieder finden zu können, sie zapfen sie an. Auf der Suche. Du, der du dir selbst einmal so sicher warst, ohne selbstsicher sein zu können. Wo bist du heute? Hast dich verloren in der Mechanik. Der Normalität. Und musst dankbar dafür sein.
Die Ermüdung, die Trägheit, deine Feinde. Andere Menschen haben ein anderes Temperament. Eine andere Vitalität und ein anderes Vertrauen darin. Sie begegnet dir. Du solltest mehr Empathie aufbringen. Was ist das? Sich in jemanden hinein denken? Notwendig, Zeichen der Kultur. Letztenendes sind wir aber allein. Da besteht eine Spannung.
Mittwoch, 16. Juli 2025
Kontakt
Wieder wird Dir bewusst: Es hat sich in vielen vielen Jahren nicht ein einziger „Kollege“ bei dir gemeldet. Nicht mal Formeln wie „Wie geht es Dir?“ oder Ähnliches hörte man. Du hast (zu) viele Zeit geopfert. Schienest gewissen Menschen näher gekommen zu sein. Warst du aber nicht. Du hast jetzt seltsame Kommunikationsformen. War früher nicht so. Warst zu lange Zeit eine Art Verfügungsmasse für vermeintliche Gutmenschen. Was ist passiert? Hast versucht, jemand auf Grundsicherung zu helfen. Dabei warst du selbst bald reif dafür. Hattest mit einer „anderen Realität“ zu tun.
Sonntag, 13. Juli 2025
Menschen Näherung
„Leute sind an dir vorüber gegangen. Du hast versucht, sie zu begreifen, wähntest dich ihnen nahe. Doch letztlich blieben sie unbegreiflich, was fest zu machen war an ihrem Verhalten. Klar, hättest du das eine oder andere Mal mehr auf sie zugehen können, hättest ganz betont den Dialog suchen sollen und Rituale der Gemeinsamkeit vollziehen (nach deiner eigenen Einschätzung tatest du das viel zu oft...). Doch erstens: War der Moment deiner Ansicht nach jeweils nicht danach. Du warst auch zu träge, zu unbeweglich, warst dem Sozialen zu wenig zugeneigt, warst vielleicht auch zu enttäuscht. 2.) hattest du stets einen gewissen Stolz, der es dir verboten hatte, dich anzudienen, dich anzubieten, dich „verkaufen“ zu wollen - ganz besonders in Konkurrenz zu anderen Individuen......
Montag, 23. Juni 2025
Fortschritt, Kreativität, Skepsis
Wie naiv war das denn? Damals, im zeitgeistigen Flow, glaubte die Politik samt ihrer demokratisch legitimierten Klassen, in naivem Fortschrittsglauben und ungebremstem Optimismus so etwas wie Atomkraftwerke bauen zu können, ohne dass die Endlagerfrage geklärt war. Erst mal wurden Milliarden ausgegeben. Die Endlagerfrage würde dann halt schon noch....irgendwie.... der Mensch hat bisher alles.... Man träumte den Traum von friedlichen Nutzung der Kernenergie, das Atomium in Brüssel wurde zu seinem Symbol. Das gezähmte Atom schien die Lösung vieler Fragen. Energie ohne Begrenzung? Atom ist die Lösung! 1956 wurde hierzulande ein „Atomministerium“ gegründet, wofür gleich mal Franz-Josef Strauß berufen wurde. Die Rede war davon, für Deutschland den Platz unter den Industrienationen zu sichern. Das Land sollte den Anschluss nicht verpassen. Um Ängste zu zerstreuen, beteuerte das Atomministerium: „alles ist sicher“. Ob uns das an gewisse Dinge heutzutage erinnert? Der Wunderstoff Uran wurde öffentlich als harmlos gepriesen. Ein bisschen Kontrolle: ja. Aber im Prinzip konnte jeder in ein solches Atomkraftwerk herein schlappen und nachsehen, ob denn alles wirklich sicher sei. Man sah und befand: ist ja völlig harmlos. Uran sieht wie Eisen aus. Und überhaupt: alles wird gut überwacht. Später gab es zwar Störfälle, teilweise sogar ernster Natur. Aber diese wurden vertuscht, wurden nie wirklich sichtbar.
Ab Ende der siebziger Jahre gab es dann massiven Widerstand gegen solche Methoden, dem mit staatlicher Gewalt zu begegnen versucht wurde. Es gab geradezu Schlachten, das Polizeiaufgebot wurde gigantisch. Castortransporte wurden durchgesetzt.
Mittlerweile ist die Sache mit dem Endlager immer noch weit entfernt von einer Lösung, auch wenn das hinter den Kulissen gehandelt wird. Und überhaupt: Kernfusion heißt das nächste heiße Ding! Allerlei Pläne bezüglich Endlagerung werden vorläufig gewälzt. Es liegt halt noch eine ganze Menge Atommüll herum. Weggekippt in unsicheren Fässern, die jetzt schon rosten und immer weiter rosten. Ob sie wohl Millionen von Jahre halten werden? Was wohl mit all den Fässern ist, die im Meer „verklappt“ wurden? Weg damit! Der Ozean ist groß und wird das schon schlucken.…, so glaubte man zu gewissen Zeiten, deren Hinterlassenschaften uns heute noch belasten. Heute gilt immer noch das neoliberale Credo: Die Sachen, mit denen man kein Geld verdienen kann, übernimmt die Öffentlichkeit, der Staat. Das andere soll sich „die Privatwirtschaft“ sichern.
Es gab Tschernobyl und Fukushima mit all den Täuschungsversuchen. Der Glaube an die Atomkraft ist zumindest hierzulande völlig zerschossen, man schaltete alles ab. Die Sache mit dem Fortschritt insgesamt hat sich auch etwas relativiert. Wir haben starke Probleme mit dem ungebremsten Bevölkerungswachstum (manche meinen ja, es sei alles nur ein Verteilungsproblem: Das mag es auch sein, so glaube ich, - aber halt nicht nur) Hierzulande plagt ja auch das Facharbeiterproblem. Das simple Wachstum der Menschen dürfte für diese Erde seine Grenze haben, so befürchte ich. Die Nahrungsfrage ist nach vorüber gehenden Erfolgen immer noch ungelöst, der Klimawandel plagt, Und klar, die Fluchtursachen müssen bekämpft werden. Zustimmung, auch von den billigen Rängen. Des Klimawandels Folgen wurden aber bisher noch verdrängt, so scheint mir. Man konnte sich das hier leisten, so glaubte man. In anderen Gegenden der Erde sieht das anders aus. Die Gewalt regiert, es gibt derzeit Kriege und allerlei Konflikte auch sozialer Natur. Am nicht allzu weit entfernten Horizont stehen zu Ende gehende Rohstoffreserven. Ach ja, der Mensch ist ja kreativ. Er wird schon irgendwie wuppen….. Wir erfahren von Megatonnen an Plastik im Meer, von schmilzenden Eisberge an den Polkappen und anderen Katastrophen, zu denen dann regelmäßig kostspielige Konferenzen einberufen werden, die nichts bewirken. Es haben globale Verteilungskämpfe angefangen..... Wo ist all der ungebremste Optimismus geblieben? Es scheint dies eine ziemlich hohl aussichtslose Formel geworden zu sein. Gewisse Parteien setzen hierzulande generell „menschliche Kreativität“ dagegen. Langsam aber sicher würde es Zeit dafür.
Sonntag, 18. Mai 2025
Blackstar
Ich habe heute morgen mal wieder „Blackstar“, die letzte Scheibe (jetzt uralt! Von 2016) von David Bowie gehört: von vorne bis hinten jeden Titel. Ein richtiger Fan von Bowie war ich ja nie, obwohl er aus demselben zeitlichen Umfeld kommt wie ich selbst. So richtig konnte damals kein Kritiker etwas mit diesem letzten Album anfangen. Rock scheint halt nichts zu sein für die letzten Dinge. Ich selbst habe durchaus negativ wahrgenommen, wie er als einer der Totengräber des Rock`n Roll sich selbst in einer Art Aktie an die Börse brachte und seine Anteile an ein Private Equity-Unternehmen veräußerte. Schillernder Millionär. Abgesehen von dem Pathos, das dem letzten Album inne wohnt, habe ich oft über raffinierte tontechnische Effekte gewundert, die da zu hören waren. Ein Großkünstler des Rock, der den von außerhalb unseres planetarischen Gesichtskreises kommenden Alien spielte. Ein Experimentator auch. Innovator mit typischer Stimme und Ausstrahlung. Personality. Ein Offenheitskünstler, der freilich die ihn umgebenden Künstler nach Belieben eingesetzt und wieder entlassen hat.
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