Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Montag, 22. Juni 2026
Planeten sterben
Es scheint immer noch gute Gründe zu geben, unseren Planeten zu ruinieren und damit das eigene Ego aufzublasen. Ob das auch eine Folge dessen ist, dass jeder seinen kleinen Bereich als Spezialist beackert, dass Expertentum und Expertise regiert, ohne dass „das Ganze“ in den Blick genommen wird? Die Betriebswirtschaft, die offiziellen Tonangeber und ihre Vertreter schwärmen und schwadronieren wild von „Wachstum“ , das gerade jetzt ohne Rücksicht auf solche Verluste (die in ihrem Verständnis ja alle Kosten sind) unbedingt erreicht werden müsse. "Grünes" Wachstum könne man sich gerade jetzt nicht leisten. Meiner Ansicht nach ist das ziemlich unreflektiert. „Die fahren das ungeniert an die Wand und wundern sich dann“, so geht es mir durch den Kopf. Erste Absetzbewegungen sind ja auch schon zugange: bestimmte Weltraum-Companies bieten Flüge für superrreiche Menschen zu anderen Planeten an. Ich vermute mal, dass das mehr werden wird. Denn: Akzeptable und einermaßen erschwingliche „Alternativkonzepte“ gibt es viel zu wenig. Wie geht das? Sollte nicht aller Erfindergeist darauf gerichtet werden? Gerade in diesem Land, dass sich seiner findigen Ingenieure brüstet, - übrigens so, wie das nahezu jedes Land tut. Die fahren das gegen die Wand und geben aus, damit den Sachzwängen gerecht zu werden. Umweltzerstörung wird gerechtfertigt, Artensterben in Kauf genommen.
Sonntag, 14. August 2022
Spezialisten
Wem gelingt es, das Muster, den Algorithmus dahinter zu erkennen?: Seit vielen Jahren scheint diese Gesellschaft zunehmend das Spezialwissen zu befördern, ein Spezialistentum der Idioten, die sich willfährig als Rädchen einreihen in das Räderwerk der Wirtschaft und keine Vorstellung vom "Ganzen" haben. Die lenkbar sind, weil sie von alledem außerhalb ihres Jobs nichts verstehen. Die unfähig sind, den Blick zu heben in Richtung auf das, was außerhalb ihres eigenen Blickwinkels sein könnte.
Demgegenüber stehen diejenigen, die nach einem Überblick suchen, die das Ganze im Sinne haben und darüber nachdenkend Erkenntnisse absondern. Es werden aber ganz gegenüber beispielsweise Wissenschaftlern diejenigen prominent und angebetet, die schnell fahren, laufen, unterwegs sind, die sich schnell einstellen können auf wechselnde Bedingungen und sich immer wieder selbst optimieren….. die etwas unternehmend neue „innovative“ Wege zu beschreiten versuchen oder die eingefahrenen Gleise in ihrem Sinne nutzen ("nicht zu viel, nicht zu wenig"). Sie machen Karriere, verdienen viel Geld und werden „prominent“. Stehen auf der Bühne des Lebens ganz vorne. Es gilt für sie, schneller und besser zu sein als die andern. Ein Sieger. „Selbstoptimiertes Ego“. "Wettbewerb“ heißt das Zauberwort. Populäres im populären Sinne nutzen. Verkäufe. Es können und beherrschen, egal was. Dabei gewinnend lächeln und einladend zum Konsum verführen. Performance. Authentizität ausstrahlen. Verkaufe….. Und was ist mit der Suche nach der Sinnhaftigkeit des Ganzen?
Montag, 30. August 2021
Wie man wird, was man ist....
Ich komme immer wieder darauf, wie sich Menschen in ihre Wahrnehmungsblase einspinnen und dann glauben, dies sei das wichtigste der Welt und das sei es, was sie selbst ausmache. Besonders an Journalisten beobachte ich dieses, aber auch an Sportler und vielen anderen Funktionsträger in unserer Gesellschaft. Es scheint mir dabei um ein Phänomen zu gehen, das eine immer größere Spezialisierung nach sich zieht und das schleichend (wie viele solcher Prozesse!) als „normal“ empfunden wird. „Jeder an seiner Stelle…“, sagte man früher. Dieser Satz freilich schint mir eine Umdeutung hinter sich zu haben. Dass aber genau Spezialisten oftmals gefeuert, dass sie vermeintlich billiger ersetzt und entfernt werden, macht eine ihrer Eigenheiten aus. Genau zu dieser Klasse der „Gefeuerten“ nicht zu gehören, macht den Ehrgeiz der Verblieben aus, die sich dann oft als unentbehrlich fühlen dürfen. Solange, bis sie aus irgendwelchen Gründen auch gefeuert sind. Tennisspielerinnen und -spieler berichten aus ihrer Wahrnehmungswelt ohne jede Distanz, Rennfahrer, Eisläufer und ähnliche, auf ihr Talent verweisende Personen desgleichen. Ob sich Talent unter dem Einfluss der Gene, aber auch unter dem Einfluss der Umwelt herausbildet? Welche Faktoren dabei wohl eine Rolle spielen? Vererbung, Nepotismus (Vetterleswirtschaft: Eine Hand wäscht die andere) Wie weit kann man sich hinein arbeiten in eine solche Lebens und Erfahrungswelt? In welchem Zeitraum? Wird man dann schleichend das, was man darstellt für die anderen? Oder kann man sich Abstand bewahren? Wie sehr prägt einen die Rolle, die man spielt?
Sonntag, 20. Juni 2021
Existenzturnen zwischen Schichten
Sie haben Inhalte zwischen zwei Buchdeckeln verkauft, sind gewechselt in gut dotierte Professorenstellen
und kassieren sehr erfolgreich auf der ganzen Welt als „Gastdozenten“ ab (ihre zeitgeistlichen „Kollegen“
haben ihnen diese Stellen besorgt) propagieren subversive Töne, die sie gerne den Neuen Medien zuschrieben,
mit deren höchst erfolgreichen Protagonisten sie befreundet sind, sie sind in Silicon Valley oft zugange,
kennen sich aus - sie sind längst Teil des Systems...., die andere vorschicken, das Heuchel als zweite Natur
übernehmen und als Dialektik „verkaufen“, dieses geschmäcklerische „Abwägen“, das sich oft als „Kritik“ geriert,
seine Zeit zu verkaufen, seine Kraft verkaufen, - diese Sphäre ist ihnen völlig fremd, sie haben das als
ästhetische Sphäre, als Aura und kreatives Ambiente verkauft.
Samstag, 14. November 2020
Momentaufnahme
Das Wort und die Relevanz
sämtlicher Äußerungen des Individuums überhaupt
scheint
in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Dabei
wird es nostalgisch immer noch gerne simuliert, liebevoll gepflegt,
in Nischen gezüchtet - stirbt aber aus. Was vorerst bleibt, sind
vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen (auch in meiner Musik).
Erinnerungen, gespeicherte Intensitäten, vergessene Strukturen, ein
nostalgisches Gefühl von Aufbruch. Anarchisch. Chaotisch. Ich mache
mir hier und jetzt auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs
oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des
Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete
Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin
selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem
nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell,
arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und
zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas
Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils
beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird gelenkt. Die
Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken
verschleiernd das Feld. Es herrscht das Kollektive, der Schwarm, die
Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch
gerade der Emotionen.
Klar,
dass diese Szenerie im Gegenzug die „Experten“ (in die oft das
Individuelle“ hinein projeziert wird) zu ihrem Spielfeld gemacht
haben. Spezialisten drängen sich vor und erklären das Allgemeine
für ihres. Sie kennen sich aus. Sie scheinen über Spezialwissen zu
verfügen, wissen es besser. Das Überindividuelle (z.b. Auswahl aus
30 Yogurths) findet sein Gegenstück im gleichförmig Uniformellen.
Das technokratisch „Gekonnte“ scheint das Ideal, nicht das
Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, das mit Erfahrung
Unterfütterte. An seine Stelle tritt das zurecht Manipulierte, das
Angeordnete, das Programm. Reize werden abgerufen. Das
„Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Eine
Scheinindividualisierung verkauft sich, wird im Hintergrund
aggregiert und zu Werten verarbeitet. Fingierte Authentizitäten
überwältigen. So werden z.b. Songlyrics in der Popmusik heutzutage „gemacht“,
zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus Phrasen, Klischees, aus
synthetischen Perspektiven. Es wird alles immer austauschbarer, es
wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas. Das
Analoge, das im alten Sinne „Tatsächliche“, wird von grinsenden
Technokraten oft zum disfunktionalen (Kosten-)Faktor erklärt und
sofort ausgemerzt. Freigesetzt. Entlassen. Hinaus geworfen.
Mittwoch, 2. Mai 2018
Zusammenhänge und Bildung
Es
könnte uns ja auch um Allgemeingültigkeit gehen, darum,
Zusammenhänge entdecken und herleiten können. Dass das
Bildungssystem darauf immer weniger ausgelegt ist, mag kein Zufall
sein. Es geht wohl darum, möglichst willfährige Spezialisten und Fachidioten heranzuziehen, Ingenieure eines genau definierten und
komplett vorgegebenen Gebietes zu dressieren, trainieren und
abzurichten. So manch einer mag sich da denken, dass da die alte
Disziplin der Philosophie eine korrigierende Rolle spielen könnte.
Doch möglicherweise besteht auch ein Problem darin, dass die
Hochschul-Philosophie heute hochgradig spezialisiert ist. Jeder
Dozent beackert ein bestimmtes Gebiet, arbeitet sich an einem (genau
vordefinierten und komplett vorgegebenen) Problem ab, und zwar nicht
auf eine integrative Weise. Im Grunde müht er sich oft auch als
Fachidiot. Seine „Erkenntnisse“ werden wohl sowieso eingehen in
eine unbestimmte Flut, einen Flow dessen, was als „Erkenntnis“
vorgegeben und vordefiniert ist. Er ist zu Publikationen gezwungen,
sich zu äußern um jeden Preis, auch wenn sich ihm Zusammenhänge
noch lange nicht erschlossen haben. Und die anderen, die an den
Universitäten arbeiten, sind zum größten Teil Historiker, also
Leute, die sich exzellent mit Platon auskennen, aber sich keine
Gedanken über die Gegenwart also Altbausanierung im Bereich des
Geistes machen. Die Bildungspolitik beschäftigt sich vor allem mit
der Züchtung von Spezialisten, die eine bestimmte Aufgabe zu lösen
versuchen, die ihnen irgendeine Instanz (meist eine am maximalen
Profit ausgerichtete Firma) gestellt hat. In welchem Zusammenhang
diese Aufgabe stehen könnte, scheint ihr/ihm wenig interessant. Das
ist vorgegeben, in bestimmten Disziplinen sogar maßgeblich von
ökonomischen Interessen. „Grundlagenforschung“ an den
Hochschulen ist da schnell in die Verwettungsinteressen der Industrie
überführt. Der sogenannte Geisteswissenschaftliche Bereich
erscheint in solchen Zusammenhängen als eine Art
Hobby-Wissenschaftlertum, das hauptsächlich um sich selbst kreist,
womit diese Kreise wohl nicht so ganz unrecht haben, weil sich die
Geisteswissenschaften gefügig gemacht haben. Es ging wohl zu lange
um Reputation im Elfenbeiturm und um verbeamtete Stellen, die sichere
Renten bringen würden (was sich inzwischen auch stark geändert
hat).
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