Reise durch Wirklichkeiten

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Freitag, 14. November 2025

Blick hinaus

Man hat den Eindruck, dass diese Politiker den Problemen nicht mehr gewachsen sind. Von der Konferenz, die Plastikflut betreffend, hörte man plötzlich gar nix Positives mehr, nachdem sie davor schon einmal als Misserfolg geplatzt war – und jetzt noch einmal. Leute wie Trump halten sich sowieso in anderen Gefilden auf, wo Umwelt/Ökologie nichts gilt. Hierzulande funktioniert die Bahn nicht, Elektrotankstellen sind nicht genügend ausgebaut, die Mieten steigen ins Unermessliche, die Busanbindung auf dem Land ist mangelhaft, das Gesundheitssystem ist wahnsinnig teuer, leistet aber in Relation dazu nichts. Hinzu kommt, dass man das Gefühl hat: es könnte besser werden. Bloß mit diesem Personal, das total abgehoben und weit entfernt von den Wünschen seiner Wähler ist, geht das nicht. Das Rentensystem ist am Zusammenbrechen und Politiker (die sich selbst sowieso anders im Alter versorgen!) verdrängen weiter. Im „Sondervermögen“ (was ein rhetorischer Trick ist und eigentlich „Schulden“ heißen müsste) türmen sich Billionen auf, aber fürs Alltäglichste ist kein Geld da, im Gegenteil, der Finanzminister weiß offenbar nicht, wo er`s herholen soll. Brücken brechen zusammen, das sogenannte „Bürgergeld“ läuft finanziell völlig aus dem Ruder. Die Schwarzarbeit, aber keineswegs die Wirtschaft, boomt. Die Reichen flüchten unbehelligt in Steueroasen oder rechnen mit Cum EX, die Armen können eine gewaltige Steuerlast bald nicht mehr tragen. Was folgt? Die Kommunale Infrastruktur geht vor die Hunde. Freibäder schließen. Das Bildungssystem ist durch und durch marode. Die Armen werden sowieso immer ärmer, die Reichen reicher. Diejenigen, die im Osten leben, haben Pech gehabt und wählen jetzt dementsprechend.

Sonntag, 19. Januar 2025

In Auflösung

Diese Gesellschaft löst sich entgegen den gegenwärtigen Krisensymptomen auch hierzulande durch arbeitsteilige Prozesse und Globalisierungsbestrebungen „in der Wirtschaft“ immer mehr auf: in Untergesellschaften, in Wahrnehmungsblasen und Lebenswelten, die nichts voneinander wissen und zwischen denen Gleichgültigkeit herrscht (was nicht gerade einem wie auch immer begründeten „Zusammenhalt“ förderlich ist). Sie wird bis hinein in kleinste Interaktionen dadurch bestimmt. Jeder hat seine Funktion in der Lieferkette und wird streng nach dem Preis bemessen. Zum Beispiel „Soziales“: Der Staat soll machen und tun, dafür zahlen wir hierzulande schließlich Steuern (die immanente Drohung der „Steueroptimierung“ ist da gleich mitgedacht…). Persönliches Engagement scheint trotz der in Pandemiezeiten so vielbeschworenen „Solidarität“ verloren gegangen zu sein. Sozialstaat bedeutet, das man ein Recht auf etwas hat und nicht auf Almosen angewiesen ist. Da ist zum Beispiel die US-amerikanische Gesellschaft eine andere: es gibt da wenig soziale Bemühungen, jeder ist seines Glückes Schmied. Für Almosen sind die „Charities“ zuständig, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Good Will-Bemühungen, die auch hierzulande durch den Rückzug des Staates aus seinen Aufgaben immer mehr einreißen werden, so, wie übrigens alles, was aus den USA kommt, bis hin zu den vielen SUVs, kopiert wird. Dass die Einnahmen aus Charity-Veranstaltungen nach Gutdünken der Initiatoren und reichen Spender ausgegeben werden sollen, ist hier immer auch mitgedacht. Alles andere wird von einem Teil der US-Bevölkerung als „Sozialismus“ abgetan. Jener Teil scheint die bisher letzten Wahlen bestimmt zu haben. Merkmal: Der Staat oder gar der „Sozialstaat“ ist streng verpönt.

Mittwoch, 16. Oktober 2024

Die im Schatten

„Die im Schatten sieht man nicht…“ tönte einst ein von der Kulturszene sehr anerkannter deutscher Dichter. Was passiert? In den Medien präsentieren sich meist die Erfolgreichen, die es mit ihrem Produkt (...und sei es sie selbst….) geschafft haben. Daneben aber gibt es unglaublich viele, die es nicht geschafft haben, die in der Versenkung oder im Konkurs verschwunden sind. Die es riskiert und verloren haben. Ja ja, es wird dann immer die Geschichte von den USA erzählt, wo so etwas keine Schande sei und der Wiederbeginn leicht geschafft werden kann. Doch in Europa scheint das anders: wer will schon zu den Verlierern gehören? Leicht ist man stigmatisiert und abqualifiziert als „Loser“, der es halt nicht schaffen kann. Man ist in diesem Falle zur Stille verdammt, wird nicht mehr wahrgenommen. Berufliche Selbständigkeit ist nichts, was in diesem Zusammenhang auftreten könnte. Das Ganze, der Staat hat und hätte die einschlägigen Pflichten, - was von Bedürftigen mit einigem Argwohn und Zynismus wahrgenommen wird. Denn Sozialleistungen werden oft einfach mitgenommen, weil es so ist, wie es ist. Dabei wird auch gerne mal ein bisschen geschummelt, weil die üblich einem zustehenden Standardleistungen ohnehin zu sparsam und wenig sind. In der Erinnerung ist lebhaft, wie einst ein Minister samt Gefolge bei einer Bedürftigen vorbei kam, mit ihr „Kaffee trank“, um anschließend über die Presse zu bestätigen und auszuführen, dass die staatlichen Leistungen völlig ausreichen würden. Ach so, dachte der Mittelständige damals, dann ist ja alles in Ordnung. Ist es aber nicht. Die Kundschaft der Tafeln wird immer größer und die Altersarmut wird immer größer, auch wenn eine wohlbestallte Journalistin in einer Talkrunde unlängst das anscheinend statistisch bewiesene Gegenteil glaubte bestätigen und ins Feld führen zu müssen.

Donnerstag, 27. Juni 2024

Rente rentierlich

Wir treten mit lächerlich geringerer Rente später ins Rentenalter ein, und sind gesundheitsmäßig benachteiligt, indem unter anderem unsere Lebenserwartung deutlich tiefer ist, als die unserer Nachbarn in den andern Ländern. Trotzdem wurde uns jahrzehntelang eingeredet, das wir die Klügsten und Besten auf diesem Planet seien und dass die Rente sicher sei. Wir waren mal „Exportweltmeister“ und „Fußballweltmeister“ (was „schland“ nicht gut bekommen ist...), wir badeten im Wohlstand der Wenigen. Wir verzichteten auf öffentliche Investitionen, päppelten unsere „Beamten“ und ließen es uns (?, bestimmte Leute) gut gehen (jedenfalls wollten uns die Medien das weismachen). Und jetzt?

Donnerstag, 4. April 2024

Grundsicherung

Ich bin da reingerutscht, habe von Deutschland aus andere Wirklichkeiten erfahren: Als GrundsicherungsempfängerIn ist man ständig in Gefahr, dass einem das ohnehin knapp kalkulierte Unterstützungs-Geld zum Leben abgezogen wird. Jawohl, dies „abgezogen werden“ scheint eine ständige Gefahr für jemanden zu sein, der von Grundsicherung leben muss. Man soll mit minimaler Kohle auskommen, denn man ist ja selbst schuld an allem. Es gibt keinerlei Anreiz, sich aus seiner Grundsicherungsnotlage zu befreien, denn wer es legal handhabt, dem wird jeglicher Hinzuverdienst abseits sehr enger Grenzen sofort abgezogen (von der monatlichen Auszahlung der Grundsicherung). Im Weltbild gewisser politischer Parteien kommt eine Grundsicherungsbedürftigkeit offenbar nicht vor. Dementsprechend äußern sich auch deren PolitikerInnen. Wer es zu etwas gebracht hat, wer es „geschafft“ hat, wer im System „erfolgreich“ war, der braucht so etwas nicht (in gewissen Köpfen scheint damit alles im Sinne eines Sozialstaats erledigt zu sein). Daneben gibt es einige bedauernswerte Fälle, denen man gezielt helfen müsste (doch das tut seit Jahrzehnten niemand und wird allenfalls in Sonntagsreden beschworen). Sparzwang allüberall. Bei vielen Behörden wird man als „nachgeordnet“ behandelt. Klagen kann dagegen kein Grundsicherungsempfänger, weil er das finanziell gar nicht durchhalten würde und gegen die „Beziehungsspezialisten“ und „gut vernetzten Kreise“ der öffentlichen Hand ohnehin keine Chance hätte. Sauereien zugunsten der Besitzenden. Rechtsstaatlich abgedeckt, scheinbar. Was ich mitgekriegt habe: Anwälte(innen) scheinen regelrecht auf durch Schein gedeckte Zuwendungen der öffentlichen Hand scharf zu sein. Pech nur, dass sie dafür oft genug keinerlei Gegenleistung für ihre auf Grundsicherung angewiesenen „Klienten“ bringen. Nicht nur das wäre nicht im Sinne eines Sozialstaats führt aber das soziale Gewissen beruhigende Routinen aus.

Sonntag, 17. März 2024

Soziale Verwerfungen

Derzeit in Berlin: Bürgergeld, Sozialausgaben, unbedingt kürzen, alles erledigt? Verliererthema? Falsch drauf? Parlament diskutiert mit gelangweilten Mienen. Es gehe allen viel zu gut, so wird gerne behauptet. Deutschland ist nicht nur im gewaltigen Abschwung, sondern am Absaufen (so wird behauptet). Die Wachstumsraten sind verheerend niedrig, die Arbeitslosenzahlen steigen wieder. Die Stimmung in den Unternehmen ist am Nullpunkt, die Exportwirtschaft geht unter, die Konsumausgaben gehen zurück. Wenn bloß das nicht wäre (das jetzt auch noch!!!!): in Deutschland sind wohl an die 16 Millionen Menschen (Schätzung) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet: jeder Fünfte in Deutschland könnte von Armut bedroht sein. Wow! Die durchschnittliche wirtschaftliche Lage sagt womöglich nicht viel darüber aus, wie es einzelnen Menschen geht. Wenn einer 100 verdient und der andere 1, wäre das Mittel 50. Ob das etwas aussagt? Avarage? Über die Situation der Alleinerziehenden, der Kinder? Ob es etwas über die Wohnsituation in den Städten und dem Land aussagt? Steuern und Abgaben sollen mal wieder entlastet werden, (am besten so, dass es den Armen nutzt), die Wirtschaftslobbyisten keifen und fordern. Sie können von dem Erwirtschafteten nur schwer leben. Viele Arbeitnehmer gehen in Deutschland offenbar noch einem Mini-Job nach. Das bedeutet, dass mehr staatlich abgeprüfte Armut nicht zwingend weniger Armut bedeutet.

Samstag, 9. März 2024

Wie es hier zugeht

Ob dies ganze, von mir in vielen Einlassungen skizzierte Szenario etwas mit dem Zulauf zu „Protestparteien“ zu tun hat? Was soll man wählen, wenn man nicht einverstanden ist mit dem Filz der Parteien, die alles zu kontrollieren scheinen, was mit der Öffentlichkeit in dieser parlamentarischen Demokratie zu tun hat? Mit der Trägheit von Regierungen, die sich alle vier Jahre durch ein Kreuzchen an der richtigen Stelle in ihrem Demokratieverständnis bestätigt sehen? Muss deshalb eine Sympathie für irgendwelche Dumpfbacken vorhanden sein, die sich als eine Art Schwamm dieses Protests gerieren und sein Potential in sich aufsaugen? Die mit rein emotionalen Gegebenheiten agieren? Also keineswegs „Body and Mind“? (was man wohl jetzt "postfaktisch" nennt!) Die die Wirklichkeit nach ihrem Belieben deuten und sich so an den überall grassierenden Postfaktizismus anhängen? Diese Frage stellt sich leider global. Was wohl die Gründe dafür sind? Ob sich allmählich eine verkrustete und sehr auf Machterhalt bedachte gesellschaftliche und sich ständig aus sich selbst reproduzierende Klasse in dieser Gesellschaft als „Elite“ aufspielt und dafür die formalen Voraussetzungen unter anderem (!)per Bürokratie geschaffen hat? Die soziologisch so bezeichnete „vertikale Durchlässigkeit“ der Gesellschaft hat vielen Untersuchungen gemäß und auch vom Gefühl her gerade in Deutschland stark nachgelassen. Es ist gerade nicht (!!) so, dass es jeder schaffen kann, wenn er nur will. Ob es eine Herrschaft der Unfähigen und Abzocker gibt? Wie wohl das globale Großkapital mit solchen Gegebenheiten umgeht? Ob hier Lebenswelten entstehen, die sich auf nichts anderes als auf Beziehungen, Abhängigkeiten, Macht und Geld gründen? Mit eigenen Bezüglichkeiten, mit Werthaltungen, mit einem speziell gezüchtetem Bewusstsein und einem Selbstverständnis, das von denen, die oft und bestenfalls zu puren Serviceleistern herabgewürdigt werden, viel zu oft mitgetragen wird. Ob dabei der alte amerikanische Traum eine Rolle spielt, man könne alles schaffen, wenn man es nur wolle? Wie wohl der oft missbrauchte Begriff „Leistung“ seine Rolle spielt? Ob auch dies eine gewisse Form und Phase des Neoliberalismus charakterisiert? Wer wohl etwas davon hat? Ja klar ist das in anderen Nationen noch viel viel schlimmer! Aber wollten wir ohnehin nicht etwas weiter sein? Etwas besser. Vorbild für die ganze Welt, mindestens. Fühlen wir uns nicht geradezu als Hort eines demokratischen Versprechens? In einer (noch) wohlbestallten Gesellschaft, die sich dauernd einredet, im "globalen Wettbewerb" besser oder kreativer als andere zu sein?

Donnerstag, 15. Februar 2024

Alles so neo hier.....

Jaja, der Staat soll möglichst wenig mitbestimmen. Die freien Kräfte des Marktes sollen möglichst alles regeln. Beamtentätigkeit erschöpft sich meist in Gängelung und Erschleichung einer fürstlichen Alterspension. Es geht darum, dass der Stärkere den Schwächeren übers Ohr haut, ihn ausschaltet. Wer die Kohle hat, der bestimmt, auch in diesem „Sozialstaat“. Funktionäre und Beamte bringen sich in Sicherheit, schaffen schon mal Kohle auf die Seite. Der Schwächere wird ausgetrickst und kann auch noch die Argumente der Gutmenschen auf seine Seite bringen. Natürlich fährt er Elektro und nutzt ein Lastenfahrrad, Kosten spielen keine Rolle. Billiger heißt im Markt besser sein als der andere. Der Preis bestimmt alles, das ganze Dasein. Sie nennen das dann „Marktwirtschaft“. Der Vorgang heißt „Wettbewerb“. Es geht um eine Strategie, den Wettbewerb, den Markt und die Preise als entscheidendes Kriterium gelten zu lassen, möglichst ohne Einflussnahme des Staates, als des Ganzen. Deregulierung und Privatisierung sind dabei also die Mittel der Wahl. Von ihnen wird alles erwartet. In unserem Sozialstaat wirkt sich das so aus, dass gewisse Abläufe im sozialen Sinne geregelt sind, einzelne Individuum aber gut darin sind, anders bestimmte Staatsgelder für sich abzuzweigen. Es entfalten Belohnungs- und Bestrafungssysteme ihre Wirksamkeit. Der Staat wird zum Erfüllungsgehilfen der Mächtigen. Eigentum ist dabei viel zu sehr ein Mittel, das die soziale Zementierung der Verhältnisse noch weiter befördert und festigt. X x Yes, the state should have as little say as possible. The free forces of the market should regulate everything if possible. Civil service activity is usually limited to manipulation and obtaining a princely pension by deception. It's about the stronger one ripping off the weaker one and eliminating him. Whoever has the money decides, even in this “welfare state”. Officials and officials get to safety and get some money on the side. The weaker one is tricked and can also get the arguments of the do-gooders on his side. Of course he drives electric and uses a cargo bike, costs are irrelevant. Cheaper means being better than the other person in the market. The price determines everything, the entire existence. They then call this a “market economy”. The process is called “competition.” It's about a strategy to allow competition, the market and prices to be the decisive criteria, if possible without the influence of the state as a whole. Deregulation and privatization are the methods of choice. Everything is expected of them. In our welfare state, this has the effect that certain processes are regulated in a social sense, but individuals are good at diverting state funds for themselves. Reward and punishment systems become effective. The state becomes the vicarious agent of the powerful. Property is far too much of a means that further promotes and consolidates the social cementing of conditions. x x

Samstag, 20. Januar 2024

New Kid in Town

Im deutschen Lokführerstreik sind neue Zahlen im Spiel. Vielleicht geht das Spiel ja nochmal gut aus. Dass dies auf Kosten der Vielen ging, die in den ÖPNV vertrauten und auf ihren Anschluss warteten bzw. gar nicht mehr abgeholt wurden, wird bald vergessen sein. Es wird das Lob auf das Auto gesungen werden, im ungünstigsten Fall sogar das des ungeliebten „Verbrenners“. Das freilich wird nicht erwünscht sein von denen, die alles streng an ihrer Idiologie orientiert umgestalten wollen, soziale und menschliche Kosten hin oder her. Erst die Lokführer. Dann die Bauern, von denen die eben zitierten „Umgestalter“ sowieso weit entfernt sind, egal ob es eine völlig anders orientierte Gründungsphase ihrer Partei gab. Jetzt sind alle im Gleichschritt gegen Politik von rechts. Gut so. Obwohl auch das seine Tücken haben könnte. Aber ob „die etablierten Parteien“ diesen neuen Trend auszunutzen versuchen, indem sie der Öffentlichkeit mit ihren PR-Mitteln all das als gerechtfertigt zu verkaufen versuchen, was Murks und missglückt ist? Ich denke, man kann das Loblied auf die Demokratie singen, ohne mit all dem einverstanden zu sein, was gewisse Parteien da als Politik verkaufen. Es mag einem da zu denken geben, dass der Nonkonformismus, also das „Nicht-einverstanden-sein“ mit all dem, was ist, nicht mehr sehr angesagt ist. Niemand will mehr Künstler oder unkonventionell sein, alle wollen Kommandogeber eines Start-Ups sein. Kleidung, Haartracht und Lifestyle haben sich längst danach ausgerichtet. Wichtig ist die Karriere, der soziale Status und die Verdienstmöglichkeit. Gerade die sozialen Unterschiede scheinen längst wieder ausgebaut und scheinen sich gewaltig hinein zu fressen in diese Gesellschaft. Auf der einen Seite die App-schöpferInnen, die InfluencerInnen und ModeratorInnen, auf der anderen diejenigen, die von der Hand in den Mund leben müssen und gezwungen sind, jeden Job anzunehmen, um an der „Arbeitsgesellschaft der hart Arbeitenden, die morgens früh aufstehen“ teilzunehmen. Ist es ein abwegiger Vorschlag, einfach den Mindestlohn deutlich zu erhöhen, um dies Problem zu lösen? x x New numbers are in play in the German train drivers' strike. Maybe the game will turn out well again. The fact that this was at the expense of the many who trusted public transport and waited for their connection or were not picked up at all will soon be forgotten. Praise will be sung for the car, in the worst case scenario even for the unpopular “combustion engine”. Of course, this will not be desired by those who want to reshape everything strictly based on their ideology, social and human costs or not. First the train drivers. Then there are the farmers, from whom the “transformers” just quoted are anyway far removed, regardless of whether there was a completely different founding phase of their party. Now everyone is in step against right-wing politics. Good this way. Although that could also have its pitfalls. But whether “the established parties” are trying to exploit this new trend by using their PR tools to try to sell to the public everything that is botched and failed as justified? I think you can sing the praises of democracy without agreeing with everything that certain parties are selling as politics. It may make you think that non-conformism, i.e. “not agreeing” with everything that is, is no longer very popular. Nobody wants to be an artist or unconventional anymore, everyone wants to be the leader of a start-up. Clothing, hairstyles and lifestyle have long been based on this. Career, social status and earning potential are important. The social differences in particular seem to have long since expanded and are eating their way into this society. On the one hand the app creators, the influencers and moderators, on the other hand those who have to live hand to mouth and are forced to take any job in order to participate in the “working society of hard workers who get up early in the morning”. to participate. Is it a misguided suggestion to simply significantly increase the minimum wage to solve this problem?

Sonntag, 14. Januar 2024

Entscheidungsträgerschaft

Wünschen wir uns tatsächlich dieses „Machtwort“, das von diesem Bundeskanzler immer wieder gefordert (besonders von „den Medien“) wird? „Auf den Tisch hauen“, brauchen wir das wirklich? (Es war ja mal einer da, der „Basta“ zu sagen pflegte, damit alles nach seinem Willen umgesetzt werden möge...) Liegt im Streit (Konflikt, Auseinandersetzung) nicht auch eine Kraft, die sich nach alten demokratischen Regeln im Kompromiss zu einer Entscheidung konstruiert? Spiegelt der Streit nicht diese Gesellschaft? Ob all das nicht notwendigerweise Zeit braucht, langsam ist? Ein teils schmerzhaftes mühsames Aushandeln? Leider ist genau dies für uns nicht erkennbar, weil, wenn es überhaupt stattfindet, der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, sondern in Hinterzimmern ausgemauschelt zu werden scheint. Was am Ende dabei heraus kommt, wird derzeit unzulänglich erklärt, - was schade ist. Einfach zupackender und energischer auf eindeutig erkennbare Ziele zusteuern, das wäre es vielleicht. Etwa so, wie das einst ein Kanzler namens Brandt tat. Er musste von den „Pragmatikern“ viel Kritik dafür hinnehmen. „Mehr Demokratie wagen“: alleine schon in diesen drei Worten steckte bei näherer Betrachtung so viel, was uns als Aufgabe blieb und bis heute bleibt. Heute stoßén wir überall an anonyme, bürokratatische Wände, die durch sich selbst legitimiert scheinen und direkt oder indirekt Macht über uns ausüben. Wir existieren in einem Sozialstaat (was toll ist!), der oft in der konkreten Geste zu versagen scheint und seine Bürger (in diesem Falle: die „Verlierer“) „von oben herab“ behandelt. Manchmal im Verborgenen und manchmal öffentlich sichtbar. Viele meinen, es sei alles geregelt. Ist es aber nicht. Es bleiben Gesten, Rollenmuster, bürokratische Abläufe, von Ermessensspielräumen durchstochen, gebraucht, missbraucht.

Mittwoch, 10. Januar 2024

Staatsloyalität

Es mutet mich schon sehr seltsam an, dass dies in Deutschland als Neuigkeit gehandelt wird: Dass nämlich Bedienstete des Staates Steuerberatern und ähnlichen Steuervermeidern mit all ihren Mitteln zuarbeiten und ihnen oft den „Werkzeugkasten“ zur Steuervermeidung liefern. Durch meine früheren beruflichen Tätigkeiten und darüber hinaus glaube ich das schon vor vielen Jahren als „normal“ auf verschiedenen bürokratischen Ebenen mitbekommen zu haben. Es scheint auf jeder Ebene einen lebendigen Austausch zu geben, was auch mit der miesen Bezahlung und Überbelastung von Finanzbeamten zu tun haben mag. Auf jeden Fall scheinen sich gewisse „Beamte“ ihr Wissen auf der Gegenseite regelmäßig zu vergolden, - oder gleich ganz in die Bereiche der Steuervermeidung zu wechseln. Ob dies in den Bereich der Korruption ragt, mögen andere Personen beurteilen. Dass auf diese Weise aber Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden, ist ja klar. Genauso klar ist offenbar, dass diese Entwicklung von offizieller Seite vielleicht sogar politisch so gewollt und gedeckt ist. Ob in Deutschland ein Wechsel der Regierung daran etwas ändern würde, erscheint mindestens fraglich, da solche Verhältnisse mit Beteiligung einer sich sozial gebenden Partei langjähriger Praxis in diesem Staat entsprechen. „So ist es halt. Für eine Änderung fehlen die parlamentarischen Mehrheiten“ geben dazu „gewichtige“ Parteifunktionäre der sich sozial gebenden Partei natürlich in verbrämter Wortwahl und gewählter Form offenbar von sich. Der der „gehobenen Mittelschicht“ angehörende Vorsitzende einer Oppositionspartei scheint mir da kein wirksames Versprechen auf die Zukunft zu sein. Aktuelle Sparbeschlüsse, die ja vor allem den Kleinbürger zu schröpfen scheinen, passen gut zu solchen Verhältnissen, die mir moralisch und ethisch gesehen doch als sehr fragwürdig erscheinen und deutlich zur Politikverdrossenheit beitragen dürften.

Samstag, 9. Dezember 2023

Obdachlos

Ich erinnere mich an die vielen Obdachlosen, denen ich schon als junger Mensch begegnet bin. Ich setze mich mit der Aktualität auseinander, in der es viel zu viele Menschen in bitterer Kälte ohne Wohnung aushalten müssen. Auf der Straße schlafen, seinen Horizont im Alkohol ersäufen, sich langsam damit umbringen, das als letzte Fluchtmöglichkeit begreifen, sich selbst als nichtsnutzigen Abfall wahrnehmen und von anderen dauernd so "bewertet" und behandelt zu werden, das mag in bitterer Niedergeschlagenheit ernüchternd wirken, wo doch in dieser Gesellschaft alles einen Wert haben muss (der sich meist in Geld bemisst). Jetzt ist es Winter. Da tauschen Leute Geschenkideen für Weihnachten aus. Bloß nicht zu viel fressen!, dort, wo andere so gut wie gar nichts zu essen haben...... Tagsüber bin ich wie im Tran durch die Stadt gelaufen. Mal in eine Tagesaufenthaltsstätte. Dann in ein Geschäft. Ohne richtige Wärme und Halt. Abfallkübel durchstöbert (jawohl, auch mal im Klischee sein!). Ich sehe durch ihre Augen und habe etwas gegen die eiskalte Erbarmungslosigkeit dieser Gesellschaft. Natürlich, Alkohol ist nicht gut. Sagt sich leicht aus der Wohlfühlwärme heraus. Dass es als Fluchtmöglichkeit dennoch funktionieren kann, das machen wohlbestallte Leute auch aus den oberen Gesellschaftsschichten vor und schieben noch etwas teures Pulver nach. Moralisch darf man das nicht sehen, so wird einem beschieden. Moral, das geht gar nicht. In diesem Land. Aber bei den Obdachlosen, da soll man es sehr wohl moralisch sehen......! Nun ja. Geschichten gehört. Wer nach den materiell Abgesicherten geht, erfährt, dass sie ja alle nicht stimmen. Ausgerechnet sie, die den „Fake News“ aus ihrer jeweiligen Filterblase so inbrünstig nachhängen! Sie sind schnell fertig, gehen vorbei, vorüber, lassen hinter sich, ignorieren, spielen die Funktionäre ihrer Arroganz, wollen nichts wissen davon..... Dabei hätten sie auch in eine solche Lage kommen können. Scheise. Diejenigen, die Angst vor sozialem Absturz haben, werden ja immer mehr. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Sie haben ja auch Anlass genug dafür, Angst vor dem Absturz zu haben. Wie weit kann ein solcher Absturz führen? Auch schon mal unters Bürgergeld-Niveau? Existenzminimum? Es gäbe kein Elend in dieser Gesellschaft, behaupten ehrgeizig ignorante Politikerrnasen fortwährend. Schließlich „sind wir“ ein Sozialstaat. Ein Blick hinaus in die Wirklichkeit sagt anderes...… x x I remember the many homeless people I met as a young person. I'm dealing with the current situation in which far too many people have to endure the bitter cold without a place to live. Sleeping on the street, drowning your horizons in alcohol, slowly killing yourself with it, seeing it as your last chance of escape, perceiving yourself as useless trash and being constantly "judged" and treated like that by others, that may have a sobering effect when you're bitterly depressed but in this society everything must have a value (which is usually measured in money). Now it's winter. People exchange gift ideas for Christmas. Just don't eat too much!, where others have next to nothing to eat... During the day I walked around the city like I was in a hurry. Go to a day care center. Then into a shop. Without proper warmth and support. Rummaging through trash cans (yes, that’s a cliché!). I see through their eyes and have something against the ice-cold mercilessness of this society. Of course, alcohol is not good. It's easy to say from the feel-good warmth. Well-equipped people from the upper echelons of society demonstrate that it can still work as a means of escape and add some expensive powder. Morally you can't see it, that's what you're told. Morality, that doesn't work at all. In this country. But when it comes to the homeless, you have to look at it morally......! Oh well. Heard stories. Anyone who looks for those who are financially secure will find out that they are all wrong. Of all people, they are the ones who so fervently follow the “fake news” from their respective filter bubbles! They finish quickly, walk past, pass by, leave behind, ignore, play the role of officials of their arrogance, don't want to know anything about it... They could have found themselves in such a situation. Shit. There are more and more people who are afraid of social decline. The gap between rich and poor is getting wider and wider. You also have reason enough to be afraid of falling. How far can such a crash lead? Have you ever fallen below the citizen’s allowance level? Subsistence level? There is no misery in this society, ambitious ignorant politicians constantly claim. After all, “we are” a welfare state. A look into reality says otherwise...

Mittwoch, 6. Dezember 2023

Klassifiziert

Bin ich ein Boomer oder ein junger Heißsporn auf dem Weg zur Karriere? Ein alter, weißhaariger Mann oder ein Upstart im Sozialstaat, der auf Kosten der Anderen gut subventioniert lebt, - auch wenn zb. ich von diesem Staat kaum profitiere und als Vollakademiker (Haha Bildung!!!) als bettelarm gelten darf? Kann man wegen seinem Alter gegen Jüngere oder Ältere ausgespielt werden? Arme gegen noch Ärmere? Beamte leben gut, der Staat verbeamtet schon längst wieder, weil „Fachkräfte fehlen“ (und er diese kommenden Leute dem Nachbarstaat wegfangen will, kann diese Fachkräftephrase nicht mehr hören). Haha. Hätte man auch machen sollen. Man fand eine solche Motivation aber zu spießig für sich. Luxus! Muss man sich leisten können, - so weiß ich heute. X x Am I a boomer or a young hotshot on the way to a career? An old, white-haired man or an upstart in the welfare state who lives well subsidized at the expense of others - even if, for example. I hardly benefit from this state and as a full academic (haha education!!!) I can be considered dirt poor? Can you be pitted against younger or older people because of your age? Poor against even poorer people? Civil servants live well, the state has long since started employing civil servants again because there is a lack of skilled workers (and it wants to capture these coming people from the neighboring state and can no longer hear this skilled phrase). Haha. You should have done it too. But people found such motivation too bourgeois for their own good. Luxury! You have to be able to afford it - that's what I know today.

Samstag, 2. Dezember 2023

Boomer, Upstarts und Fachkräfte

Bin ich ein Boomer oder ein junger Heißsporn auf dem Weg zur Karriere? Ein alter, weißhaariger Mann oder ein Upstart im Sozialstaat, der auf Kosten der Anderen gut subventioniert lebt, - auch wenn zb. ich von diesem Staat kaum profitiere und als Vollakademiker (Haha Bildung!!!) als bettelarm gelten darf? Kann man wegen seinem Alter gegen Jüngere oder Ältere ausgespielt werden? Arme gegen noch Ärmere? Beamte leben gut, der Staat verbeamtet schon längst wieder auf breiter Basis, weil „Fachkräfte fehlen“ (und er diese kommenden Leute dem jeweiligen Nachbarstaat wegfangen will, ich kann diese Fachkräftephrase auch nach dem Haushaltsdebakel nicht mehr hören). Haha. Hätte man auch machen sollen. Können. Müssen. Man fand eine solche Motivation aber zu spießig für sich. Der Steuerzahler kommt ja dafür auf. Luxus! Muss man sich leisten können, - so weiß ich heute.

Freitag, 24. November 2023

Alltagssozialstaat

Da ist das Elend hinter den Kulissen, das niemanden interessiert, weil es alltäglich langweilig ist und in der Mehrheit meist als eine Art „Kolateralschaden“ gedeutet wird. Das Menschen demütigt und zu einer Zahl, zu einem „Fall“ degradiert. Dass sie dem vermeintlichen Sozialstaat entgegenhecheln lässt und sie bis zum Tode in Armut zurück stößt und enttäuscht. Das ständig Faulheit auch dort unterstellt, wo exakt das Gegenteil geboten ist. (Einige Politiker versuchen dies gezielt zu instrumentalisieren…) Wo Klischees dem Individuum übergestülpt werden. Wo aus Einzelpersonen eine „Kaste“, eine Klasse, ein Schlag, eine Art von Menschen gemacht werden, auf den Verhaltensmodelle projeziert werden (das haben diese SachbearbeiterInnen aus der Statistik und Soziologie gelernt, wo freilich „Wahrscheinlichkeiten“ prognostiziert werden und keine Gewissheiten) Wieso es bestimmten Menschen in unseren Gesellschaften extrem schlecht und anderen extrem gut geht? Es gibt wohl eine Reihe von Gründen. Doch entfällt wohl die Vorstellung, dass es dem einen gut gehe, weil er fleißig sei und dem anderen schlecht, weil er faul gewesen sei. Dieses Nachkriegsargument, das jedem eine Aufstiegschance versprach, gilt inzwischen sehr offensichtlich nicht mehr. Die Lage erscheint unübersichtlich, kaum einer kann noch Gründe nennen. Die einen sonnen vom Staat unterstützt in der Sonne Dubais, die anderen darben hoch verschuldet in den modernen Kerkern dieser Gesellschaft, die einmal angetreten war, das Sozialstaatsversprechen zu erfüllen. x x There is the misery behind the scenes that no one cares about because it is boring every day and is usually interpreted by the majority as a kind of “collateral damage”. That humiliates people and degrades them to a number, a “case”. That it makes them pant against the supposed welfare state and pushes them back into poverty and disappointment until they die. That constantly assumes laziness even where exactly the opposite is required. (Some politicians try to exploit this specifically...) Where clichés are imposed on the individual. Where individuals are made into a “caste”, a class, a group, a type of people onto which behavior models are projected (these clerks learned this from statistics and sociology, where of course “probabilities” are predicted and not certainties) Why certain people in our societies are doing extremely poorly and others are doing extremely well? There are probably a number of reasons. However, the idea that one person is doing well because he is hardworking and the other is doing badly because he is lazy is probably gone. This post-war argument, which promised everyone a chance for advancement, is now clearly no longer valid. The situation seems confusing and hardly anyone can give any reasons. Some are basking in the sun of Dubai, supported by the state, others are heavily indebted in the modern dungeons of this society that once set out to fulfill the promise of the welfare state.

Montag, 6. November 2023

Reise durch Wirklichkeiten

Es drängt sich mir wieder einmal auf, die Überschrift meines Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“ und andere Einlassungen möglichst korrekt zu klaren. Ich gehe also davon aus, dass sich diese Gesellschaft immer mehr ausdifferenziert in Fraktionen, Subgesellschaften, Wahrnehmungsblasen usw., die die Tendenz haben, nur innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu kommunizieren oder gewisse Verhaltens- oder Wertemuster immer wieder zu reproduzieren. Beispiel: „Führungskräfte“ der Wirtschaft wollen dies auch in der nächsten Generation bleiben und schicken demgemäß ihre Sprösslinge auf teure Internate, wo sie zu „Führungskräften“ erzogen werden, was entsprechendes Verhalten und Selbstwahrnehmung bedeutet: Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wird dies gerne als „Wahrnehmungsblase“ oder „Bubble“ bezeichnet. Diese „Fraktionen“ haben weiterhin die Tendenz, auch über gewisse soziale Muster miteinander zu kommunizieren, sich darüber einig zu zeigen, was „korrekt“ oder „okay“ ist. D.h. beispielsweise: Steuerberater unterhalten sich untereinander vor allem über das, was sie und ihre Kundschaft betrifft. Es entsteht sogar ein gewisser Jargon, der unter anderem zu sozialen Abgrenzungen führt. Lehrer verhalten sich genauso, Verwaltungsmenschen, Ingenieure, Handwerker, Servicedienstleister usw. Sie bilden untereinander auch Wahrnehmungsgemeinschaften, aus deren Blickfeld gewisse Dinge auch heraus fallen oder nur alibimäßig unscharf wahrgenommen werden. Ich würde diesen immer weiter zunehmenden Vorgang der Ausdifferenzierung von „Lebenswelten“ erstmal als „vertikale Gliederung“ bezeichnen. Andererseits eröffnen sich auch durch Medien, Tourismus und zunehmende Informationsmöglichkeiten befördert immer mehr Gelegenheiten, sich darüber klar zu werden, dass wir alle auf einem einzigen Planeten leben und uns dadurch bewusst werden könnten, dass“wir alle in einem Boot“ sitzen. Wir erfahren etwas über andere Kulturen, über andere Möglichkeiten, sich geographisch und durch die Historie gegebenen Bedingungen anzupassen: Andere Völker, andere „Sitten“ (Werthaltungen, Verhaltensmuster). „Horizonterweiterung“. Es haben sich wohl in unterschiedlichen Kulturkreisen (das Gegenteil von „Globalisierung“) unterschiedliche Arten des Menschseins heraus gebildet. Dies würde ich als „horizontale“ Gliederung bezeichnen. Ein Interesse an anderen Möglichkeiten, aber auch eine Neugier auf Begrenztheiten solcher auch ökonomisch begründeter Verhältnisse zu entwickeln, das könnte man auf der Ebene der Bewusstwerdung auch als „Empathie“ bezeichnen. Ein bisschen mehr Bewusstwerdung der Verhältnisse, die mich umgeben, mag die Folge sein: „Horizonte“ erweitern. Insofern über den eigenen Tellerrand versuchen zu blicken, wäre mein ureigenstes Interesse. Leider passiert das in unserer Gesellschaft in Bezug auf „vertikale Gliederung“ viel zu wenig und immer weniger. Beispiel: Selbst Kreise, die einigermaßen Bescheid darüber wissen müssten, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von Grundsicherung leben zu müssen. Kognitiv schieben diese Leute meist die Phrase „wir leben in einem Sozialstaat“ vor und glauben somit, alles sei in diesem Sinne „geregelt“. Wer sich aber konkret für die realen Verhältnisse interessiert, erfährt anderes. X x It once again occurs to me to clarify the title of my blog “Journey through Realities” and other statements as correctly as possible. So I assume that this society is becoming more and more differentiated into factions, sub-societies, etc., which have the tendency to only communicate within their social group or to reproduce certain patterns of behavior or values. In contemporary usage this is often referred to as a “perception bubble” or “bubble”. These “factions” continue to have a tendency to communicate with each other about certain social patterns and to agree on what is “correct”. This means, for example: tax advisors talk to each other primarily about what concerns them and their clients. A certain jargon even arises, which, among other things, leads to social boundaries. Teachers behave the same way, administrators, engineers, craftsmen, etc. They also form perception communities from whose field of vision certain things fall out or are perceived as an alibi. I would describe this ever-increasing process of differentiation of “lifeworlds” as “vertical division”. On the other hand, media, tourism and increasing information possibilities are opening up more and more opportunities to realize that we all live on a single planet and thereby become aware that “we are all in the same boat”. We learn something about other cultures, about other ways of adapting to geographical and historical conditions: other peoples, other “customs” (values, behavior patterns). Different ways of being human have probably developed in different cultural circles (the opposite of “globalization”). I would call this a “horizontal” structure. Developing an interest in other possibilities, but also a curiosity about the limitations of such economically based circumstances, could also be described as “empathy” at the level of awareness. The result may be a little more awareness of the conditions that surround me: broadening my horizons. In this respect, trying to think outside the box would be in my best interest. Unfortunately, this happens far too little and less and less in our society when it comes to “vertical structuring”. Example: Even circles that should know something about it have no idea what it's like to have to live on basic income. Cognitively, these people usually use the phrase “we live in a welfare state” and therefore believe that everything is “regulated” in this sense. But anyone who is specifically interested in the real situation here will find out something different.

Montag, 10. April 2023

Luxuspersonen

Ich höre, dass jemand hierarchisch Prominentes aus einer Sendeanstalt des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks jetzt vor Gericht um eine Pension von etwa 18 000 Euro/per Monat streitet. Und das, obwohl diese Person bereits eines äußerst dekadenten Lebensstils mit u.a. Luxuslimousinen samt Massagesitz auf Kosten des Steuerzahlers längst überführt worden ist. Ob da im Rechtssystem etwas nicht so passt? Oder ob die „Ansprüche“ einer bestimmten Klientel mittels einer Armada schwarzer Anzüge und Kostüme geschützt werden sollen? Jedenfalls bin ich sprachlos ob solcher Verhältnisse, in denen sich gewisse Personen offenbar so inszenieren können, dass der derzeit herrschende Rechtsstaat kein Mittel dagegen findet/finden will, weil ja rechtlich alles gesichert unterschrieben und beglaubigt ist. Ob in solche „Verhältnisse“ nicht so etwas wie mehr Licht (Goethe) fallen sollte? Was ist das für eine Klasse von Menschen, die glaubt, derart und so auf Kosten ihrer Mitmenschen leben zu sollen? Denen derart der Kamm geschwollen ist? Die sich wahrscheinlich in der Klasse jener Menschen wohlfühlen, die im Bewusstsein ihrer „Wichtigkeit“ für sich nur noch Privatjets nutzt (abseits aller massiven Umweltschädigung!) Diese Leute inszenieren ihren Selbstwert nach Belieben, während andere Menschen trotz aller „Fürsorge“ des Sozialstaats nicht wissen, wie sie durch den Monat kommen sollen.

Mittwoch, 1. März 2023

Himmel und Hölle

Frei von allzu großer Unruhe sein. Geht das angesichts des Todes? Vielleicht im Glauben an das Jenseits. Weg sein. Aufhören zu existieren. Aber entweder in die Hölle oder in den Himmel kommen. Heute sind viele Menschen sehr beunruhigt, weil sie keinen Glauben haben. Unsere Zeit glaubt, dass der Tod sinnlos sei. Argument gefällig? Stell dir vor, das Leben sei nicht endlich. Das auf diese Einsicht folgende Leben könnte jegliche Spannung verlieren und tödlich langweilig sein. Könnte...... Alles was Grenzen hat, ist wertvoll. Wird gesagt. Bis zu Ende wird das nicht gedacht, weil der Tod ja tabu ist. Wir alle könnten plötzlich sterben. Auch die, die sich sehr sicher fühlen. Noch müssen alle Menschen sterben, auch wenn die soziale Polarisierung und der medizinische Fortschritt hier allmählich für eine neue Einseitigkeit sorgen.

Freitag, 7. Oktober 2022

Übergang

Wir leben in einem Übergangszustand: Die Werbewelt und die ihr angeschlossenen Medien tun so, als sei alles so wie immer, während in den Zeitungsartikeln, die direkt neben dem Einschlägigem stehen, höchst bedenkliche Fakten zur wirtschaftlichen Lage (die ja ohnehin alles durchdringt) bekannt werden. Es werden „Tipps“ zur besseren Ausstattung gegeben, Luxusartikel angepriesen, „Services“ angeboten: Geschichten, die jeder gesellschaftlichen Solidarität Hohn sprechen. Aussterben, Artensterben: Von den Menschen gibt es möglicherweise zu viele. Luxusprobleme werden gewälzt, während jetzt gerade jede achte Vogelart ausstirbt. Am lautesten wird von denen nach einer Änderung des Lebensstils geschrien, die einen besonders schamlosen Umgang mit den Ressourcen pflegen und „ganz privat“ dem hemmungslosen Umgang mit dem Hedonismus zugetan sind. „Individuelles Erlebnis“ ist bei ihnen angesagt, - aber bitte nachhaltig! Da sind, - wie immer, - die farbigen Berichte über Menschen, die „es geschafft haben“. Gendersprache ist gefordert und "woke" zu sein ist angesagt. Windige Typen machen windige Geschäfte. Die Fernsehköche kochen dazu immer geschmäcklerischer und es werden „Wettbewerbe“ ausgerufen.

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Bildungshierarchen

Da quillt unsäglich blödes Zeugs aus dem Fernseher, während sich Kultur- und Kultushierarchen in dicken 8- und 12-Zylinder-Limousinen zu ihren Sitzungen fahren lassen. Man erinnert sich indessen an Reportagen über den Verfall von Schulen, von Fenstern, die nicht mehr geöffnet werden können und von Platten, die vom der Decke fallen. Welche Worte man in letzter Zeit weniger hört und liest: „disruptiv“, „Dysotopisch“ Ein paar Worte, die man oft oder dauernd hört: „Narrativ“, „geframed“…. Man hatte Umgang mit den „unteren Schichten“ der Bevölkerung und musste staunend vernehmen, wie da über die Bedeutung von Worten geraten wurde: „Senior vice president“, „gecanceled“, „Gendersprache“…..“Lerninfrastruktur“ wer kann mir das erklären? Mir wurde auch angesichts dessen wieder bewusst, wie abgehoben sich jene Bildungsfunktionär(innen) verhalten, die sich zu teuren Sitzungen treffen, bei denen oft nichts anderes heraus kommt, als kaputte Schulen. Ich werde indessen gefragt, was das Wort „digital“ bedeute (was bedeutet „W-LAN!?) und denke mir, dass der völlig daneben gegangene Digitalunterricht in bedrängten Corona-Zeiten da eine deutliche Sprache spricht. Ob diese Kulturhierarchen überhaupt eine Ahnung davon haben, dass alleine schon die Sprache (Bildungs-)barrieren schaffen kann? Ob sie irgendeinen Kontakt mit denen pflegen, deren Bildungsentwicklung sie zu befördern vorgeben („Bildung schafft Lebenschancen“)? In Baden-Württemberg werden Lehrer(innen) während der Sommerpause entlassen, um im Herbst wieder welche einzustellen? Ist das okay?