Meiner
Meinung nach ist unsere politische Kultur von folgenden Strategien
beherrscht, deren Auswirkungen wir derzeit auf vielerlei Arten
spüren: Schönreden, aussitzen, wegmoderieren, weglächeln,
abwiegeln, abbügeln, wegducken, sich der Verantwortung
entziehen.....Aktuelle Beispiele gibt es leider zuhauf. Es wird
solches Verhalten gerne als „professionell“ gedeutet. Die
gezielte Beeinflussung des öffentlichen Raumes ist Ausweis der
Kompetenz geworden und ernährt zahlreiche Nutznießer. PR-Berater,
Pessesprecher, Vorstandssprecher geben sich gerne dafür her, die
Meinung ihrer Auftraggeber kundzutun. Es resultieren daraus offenbar
zahlreiche Vorgänge der jüngsten Vergangenheit. Niemand glaubt mehr
etwas, wobei „Vertrauen“ so etwas wie ein konstitutives Element
dieser Demokratie wäre. Trump kann mit durchsichtigsten Absichten
von seinen „Fake News“ faseln, andere Politiker lassen
Veränderungen versprechen und wollen doch nur ruhig stellen. Wollen
besänftigen. Aussitzen.... usw. (siehe oben). Rhetorisch die Dinge
drehen, in ihrem Sinne darstellen usw. Das Erstaunliche dabei ist,
dass es viel zu oft funktioniert, dass man angesichts dessen
fassungslos ist und empört. Dass viele unserer Mitmenschen
einfachste Lösungen bevorzugen, auch dort, wo eine differenzierte
Analyse vonnöten wäre.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 30. August 2018
Mittwoch, 13. April 2016
Integrationsleistung
Es ist eine Art Test auf die Integrationsbereitschaft
der jungen Türken dem Grundgesetz gegenüber: ich sah zufällig im
TV, wie eine Reihe von ihnen (natürlich wie immer: willkürlich vom
Sender ausgewählt) interviewt wurden. Was sie wohl von Erdogan
halten und wie sie sein Verhalten einschätzen, so die Frage. Alle fanden es
ganz okay, dass er dagegen auf seine Art vorgehe. Den zu beleidigen sei, so tönt es mir noch in den Ohren, als ob man die ganze Türkei beleidige. Also Vorgehen. Rechtlich. Mit allem Drum und Dran. Die Lächerlichkeit
der Situation schien gar nicht in ihrem Gesichtskreis aufzutauchen.
Alles könne man tun, aber nicht jemand persönlich beleidigen, ihn
unter der Gürtellinie verletzen usw. Wer so etwas nebenher im
Fernsehen sieht, mag entsetzt und verletzt sein. So gut haben diese
Personen das Grundgesetz in vielen vielen Jahren in sich aufgenommen
und verarbeitet! Oh weh! Ich kenne das „Gedicht“ des ach so
öffentlichkeitsumtriebigen und PR-tüchtigen Böhmermann nicht, aber selbstverständlich darf hier alles in Deutschland über einen ausländischen Staatschef
gesagt werden. Muss ich ja nicht gut finden. Genau darum geht’s ja! Es geht um das Recht. Und das hiesige treten solche Figuren
wie Erdogan samt ihren Advokaten mit Füßen, auch wenn sie einen alten Paragraphen
herauskramen, der „Majestätsbeleidigung" unter Strafe stellt! Fehler der Regierenden, dass sie in all den Jahren das nicht ausgemerzt haben! Diese
Figuren wie Erdogan selbst beanspruchen ihre Ansicht davon mit Hilfe von windigen
Anwälten, - anderen und ausländischen Menschen aber verweigern sie
es, strengen Klagen an usw. Meinungs- oder Pressefreiheit scheint ihnen etwas ihrer Willkür Ausgesetztes. Man fragt sich: Was soll das?
Samstag, 26. Dezember 2015
Sich Herausforderungen stellen
Mir fällt langsam auf, dass die Floskel „Eine
Herausforderung annehmen“ derzeit hoch im Kurs steht. Keine
öffentliche Äußerung ohne diese Phrase, die wohl etwas mit der
Globalisierung und den damit verbindenen Mechanismen zu tun hat. Mit
Kampf, sich durchsetzen in einem Gefecht und mit Verdrängung. Als sei's naturgegeben! Die
Wendung hat sich eingeschlichen in unseren Sprachschatz, in unsere
öffentliche Art der Verständigung untereinander. Alles und jedes
bedeutet „eine Herausforderung“. In der Globalisierung scheint
alles ein Kampf (egal ob Krampf!) und "Wettbewerb", die einem Aufgaben von außen
stellt, die einen zu mehr Leistung provoziert und das unspezifische
Wachstum fördern soll. Der Subtext (dahinter oder darunter verborgene Bortschaft) lautet dabei womöglich, dass nur
so „unser Wohlstand“ zu halten sei. Überall der beste, der
Weltmeister sein. So die ausgegebene Parole. Es hat hier in Deutschland leider schon einmal eine Idiologie gegeben,
die davon ausging und dabei verheerende Ergebnisse gezeitigt hat. So
schleicht sich eine speziell und von interessierten Kreisen
aufgeladene Redewendung unterirdisch ins Bewusstsein, um ein
kollektiver Glaubenssatz zu werden. Als Beförderungskanal solcher
sprachlicher Zuspitzung erscheinen die öffentlichen Medien, in denen
sich die Mächtigen in all ihrer von ihren „Untergebenen“
angebeteten Macht inszenieren. Es bedeutet wahrlich eine
„Herausforderung“, so etwas massenhaft nachvollziehen zu können.
Dienstag, 24. November 2015
Grundwerte und Werte
Oh je! Ich lese, ich überfliege die Meldung, dass
manche „Fans“ ihre Kosten für die Länderspielabsage nicht voll
erstattet bekommen, weil „outgesourct“ wurde. Tricky, das. Auch
will, so war zu erfahren, ein abgas- und CO2-betrügerischer
deutscher Automobilkonzern seine Kunden in Deutschland im Gegensatz
zu jenen in den USA mit Entschädigungen oder Ähnlichem recht schmal
halten. Macht ja nichts, ist ja nur die Umwelt, die das Abgaszeugs abkriegt! Und die gehört
allen.... Ob das alles wahr ist? Das darf doch nicht wahr sein! Pech gehabt? Ob das die gerade jetzt
so vielbeschworenen „Grundwerte“ repräsentiert? Oder vielmehr
die „Werte“? Ob hier jemand etwas verkennt? Ob das dann doch
etwas schnöde ist? Helmut Schmidt ist jetzt abschließend geehrt
worden. Ob er noch eine Zeit repräsentiert, als man gewisse Dinge
etwas anders gesehen hat? Etwas weniger unter dem kaufmännischen
Aspekt? Etwas? Ob sich hier merklich und unmerklich im Laufe der Zeit
die Perspektive etwas verändert hat?
Sonntag, 20. September 2015
Flüchtlingsphänomen und seine Bewältigung
Das Flüchtlingsphänomen birgt in
Wirklichkeit auch ein soziales Problem: Die Unternehmen kassieren
immer noch ab an diesen unsäglichen Waffenexporten, die
Allgemeinheit fängt die dadurch verursachten Verluste in Form von
Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten auf, - der scheinbar linke Spruch dazu
heißt: "die Gewinne privatisieren und die Verluste sozialisieren". In
den Talkrunden sitzen meist medial geformte Sabber- und Gutmenschen, die an
sozialen Verteilungskämpfen nicht teilhaben, weil sie von vornherein
entsprechend gut alimentiert sind (auf wessen Kosten wohl?). Der mit entsprechendem Selbstbewusstsein vorgetragene und "Ehrlichkeit" vortäuschende Spruch heißt dann "Wir sind ja davon nicht betroffen!". Ein Politologe hat in dieser Woche lächelnd darauf hingewiesen, dass die Politik die unteren 25 % der Bevölkerung "Im Auge behalten solle". Selbstverständlich ist es kein
Problem für diese Talkshowschwätzenden und schönsprechenden Leute, Parolen zu dreschen und im Strom der
political correctness mitzuschwimmen, - unverbindlich natürlich. Man
sollte sie alle fragen, was eigentlich sie persönlich zur
Bewältigung der damit verbundenen Probleme beitragen. Doch solche
Fragen sind in den Talkshows selten zu hören. Hoffen wir, dass die
deutschen Hilfe- und Empathieleistungen nicht von der kurzfristigen
Art sind, wie sie von denjenigen Medien hervorgerufen werden, die von
den Mächtigen protegiert werden. Aufregung, Empörung,
Betroffenheit. "Je suis Charlie". Inhalte sind da austauschbar. „Wir“ sind die
Gutmenschen? Dann sollten „wir“ das nachhaltig beweisen.
Nachhaltig! Jetzt die große emotionale Welle und wenn sie dann nach
scheinbaren Medienzwangsläufigkeiten bald ausläuft, kommen die
Verteilungskämpfe. Dazu gehört auch die unsägliche Idee,
„Flüchtlinge“ zu Löhnen unterhalb des Mindestlohns einzusetzen.
Ach! Das darf doch nicht wahr sein! Lohndumping wieder eingeführt.
Einer unterbietet den anderen? Das alte Marxismusding? Der Billigste wird genommen? Und das
Ganze mit einer Koalition, bei der die SPD mehr schlecht (TTIP) als
recht (Mindestlohn) mitmacht? Man reibt sich die Augen. Die
flüchtigen Menschen ausnutzen? Als ob es nicht reiche, dass sie sich
in „Gute“ und „Schlechte“ einteilen lassen müssten, zwecks
besserer Abschiebbarkeit!
Andererseits werden die Ressourcen von den wohlbestallten Gutmenschen nur zu gerne verteilt, als ob es nur Fremdenfeindlichkeit und reiche Gesinnungsengel geben würde. Wir sind reich? Nun ja, wie sah's denn bisher mit der verfallenden Infrastruktur aus? Mit den KITAs? Mit den überall übelst vorgetragenen Sparzwängen, die zuallererst die sozial Benachteiligten auszutragen hatten? Auf wessen Kosten wohl die 10 (!) Milliarden gehen, die alleine dieses Jahr für den guten Zweck aufgebracht werden müssen? Wir bräuchten ein paar viele einfühlsame Menschen, eine wahrlich empathische Mitleidskultur, die weiß, was sie warum kann und die eine Nachhaltigkeit aufzuweisen hat. Die nicht jeden als „Rassisten“ denunziert und zensiert, der auf nicht gelöste bzw. strukturelle Probleme hinweist oder sich weitergehende Folgerungen erlaubt. Der sich Gedanken macht.
Andererseits werden die Ressourcen von den wohlbestallten Gutmenschen nur zu gerne verteilt, als ob es nur Fremdenfeindlichkeit und reiche Gesinnungsengel geben würde. Wir sind reich? Nun ja, wie sah's denn bisher mit der verfallenden Infrastruktur aus? Mit den KITAs? Mit den überall übelst vorgetragenen Sparzwängen, die zuallererst die sozial Benachteiligten auszutragen hatten? Auf wessen Kosten wohl die 10 (!) Milliarden gehen, die alleine dieses Jahr für den guten Zweck aufgebracht werden müssen? Wir bräuchten ein paar viele einfühlsame Menschen, eine wahrlich empathische Mitleidskultur, die weiß, was sie warum kann und die eine Nachhaltigkeit aufzuweisen hat. Die nicht jeden als „Rassisten“ denunziert und zensiert, der auf nicht gelöste bzw. strukturelle Probleme hinweist oder sich weitergehende Folgerungen erlaubt. Der sich Gedanken macht.
Mittwoch, 9. September 2015
Bundestagsdebattenkultur
Wieso eigentlich studieren
diese vom ZDF übertragenen Deppen auf der Regierungsbank des
Bundestags gelangweilt Akten und zeigen demonstrativ Desinteresse,
während Gysi zum x-ten mal wiederholt, dass Deutschland inzwischen
drittgrößter Waffenexporteur ist und die Kluft zwischen Arm und
Reich in diesem Land sich nach einer OECD-Studie ständig vergrößert? Das ist wohl
so, bloß weil's der Gysi von den Linken ist, - der natürlich auch
genau das macht und sagt, was alle von ihm erwarten! Wieso eigentlich
starren dieselben Leute bei der Rede der Bundeskanzlerin gebannt auf
die im himmelblauen Wams bewehrte Protagonistin, die mal wieder so
gar nichts zu sagen hat? In demonstrativer Habachtstellung. Ist das
Koalitionsdisziplin oder Opportunismus? Ob darin auch ein Grund
liegt, dass die Debattenkultur im Bundestag offensichtlich so stark
nachgelassen hat? Sind die Beteiligten so sehr in ihren Vorurteilen
gefangen, in ihrer verbohrten Weltsicht, dass sie sich mit den
Tatsächlichkeiten in diesem Land garnicht mehr zu beschäftigen
brauchen und alles ihren Karrierestreben unterordnen? Wer eigentlich
glaubt noch den Märchen aus der Käseglocke, die in diesem von einem
Stararchitekten gestylten und gekrönten Kuppel Gebäude verzapft
werden? Haben diese Leute ganz den Kontakt zur Wirklichkeit verloren?
Sicher, es gibt keine Alternative zur parlamentarischen Demokratie.
Aber muss das, was dort in Namen des Volkes passiert, so erstarrt,
so leblos und anpasserisch ausgerichtet sein? Das sind
Ersatzmonarchen auf Zeit, keine Frage. Die machen alles zu ihrem
Vorteil, was geht...klar. Aber projezieren wir auf diese Abgeordneten
und ihre exekutiven Vorsteher nicht andere Erwartungen?
Montag, 15. Juni 2015
Lebenshilfen
Ich
schaue hinein in diese Realität, in der alles längst zur Ware in einer Tauschgesellschaft geworden ist. Nicht nur das Berufs- sondern auch das Liebesleben
begreifen da viele als eine Art Dauerpraktikum....es ist das
mittelschwere Beziehungselend der leicht Verunsicherten und
Halbbefriedigten, im Sudelbad der lauwarmen Gefühle. Die anderen
lassen sich Partner im Internet vermitteln, zum Beischlaf, zur
Ergötzung, zum leichten Konsum und der Befriedigung der Bedürfnisse.
Doch die Wirklichkeit drückt. „Die Wahrheit ist das, was passiert.
Nicht das, was man sich vorstellt“ habe ich schon mal in diesem
Zusammenhang gehört. Sich permanent zu drücken, vor allem und
jeddem, kann eine merkelige Lebensstrategie sein. Es geht solchen
Leuten nie um alles oder nichts, sondern immer um nur seltsam
unterschwellige Verwirrungen, um nur mühevoll ausgesprochene
Sehnsüchte, um Risikominimierung und Schmerzvermeidung...es geht um
gebremste und handhabbare Emotionen im Sinne der Lebenshilfeartikel
aus der Monatszeitschrift.
Donnerstag, 28. Mai 2015
Possen
Putzig, wie sie jetzt alle beunruhigt und empört
tun. Als wäre das alles neu. Dabei standen doch gewisse Vorwürfe
gegen die FIFA schon seit Jahren im Raum. Nur rechtlich beweisen, so
hieß es immer, könne man nix. Also machten alle mit.
Selbstverständlich auch zu ihrem eigenen Vorteil. Man staunte nicht
schlecht, wie die Fußballweltmeisterschaften nach Russland und Katar
vergeben wurden und wie die neureichen Söhne der Wüste ihre
Fußballstadien noch immer offenbar mit so etwas wie Sklavenarbeit
hochziehen wollen, für die Asiaten vor allem aus Nepal, Bangla Desh und Indien als eine Art anonymer
Menschenmasse verpflichtet wurden, mit der man nach Belieben
umspringen und der man auch mal den Pass entziehen kann, damit sie nicht abhaut. Der deutsche Wirtschaftsminister Gabriel hat sich das angesehen und alles war
plötzlich so supergut und im Fernsehen vorzeigbar. Ach. Völlig überraschend. Berühmt ist auch
geworden, als der Sportfunktionär Franz Beckenbauer dort hinfuhr und
von nichts etwas gesehen haben will, schon gar nicht von Sklaven. Ein
Schelm, wer sich etwas dabei denkt. Die europäischen
Fußballfunktionäre, so hieß es, wussten alles, fühlten sich aber
der Macht des FIFA-Präsidenten und seiner Verbündeten ausgeliefert. Außerdem wollten sie
nicht verlieren gegen ihn. Also unternahmen sie gar nichts und
stellten nicht mal einen aussichtsreichen Gegenkandidaten bei den jetzt anstehenden Inthronisations- und Bestätigungswahlen
auf. Der FIFA-Präsident hatte zuvor versprochen, zu diesen „Wahlen“
nicht mehr antreten zu wollen. Weil's ihm aber solchen Spass macht
und er sich fit für die anstehenden Aufgaben fühlt, hat er sich von
der globalen Familie des Fußballs halt nochmal zum Amt breitschlagen lassen
und tritt jetzt doch noch einmal an.
Man ist schon sehr erstaunt ob solcher Vorgänge, die man eigentlich nur von besonders hartleibigen Diktaturen her kennt. Und jetzt die US-amerikanischen Ermittlungsbehörden, die, wie sie nun gerne verlauten lassen, seit mehr als 20 Jahren Fakten gesammelt haben, um schließlich mit begründeten Anklagen gegen das FIFA-Ungemach einzuschreiten. Eine ganze Schar von Funktionären soll verhaftet worden sein, darunter auch FIFA-Vizepräsidenten. Vorwurf: Übertragungs- und sonstige Rechte sollen verschoben worden sein. Geld soll an der Steuer vorbei geschleust und gewaschen worden sein. Sponsorengelder abgezweigt. Unter anderem. Auf amerikanischem Boden. Oh je. Die US-amerikanische Justizministerin Loretta Lynch lässt verlauten: „Sie haben es immer und immer wieder gemacht, Jahr für Jahr, Turnier um Turnier“. Sie lässt verlauten, dass die Korruption im Weltfußball nun rigoros bekämpft werden solle. Ach. Weil ja der Fußball in den USA so populär ist, ist das für das Land so wichtig. Das FBI und einige stramme Helfer. Unter anderem sollen auch Schweizer Behörden dabei sein. Hm. FBI, das sind ausgerechnet diejenigen, die auch schon mal mehr als ein Auge zugedrückt haben, wenn es um Korruption und organisiertes Verbrechen ging, solange es sich in Lateinamerika und anderswo außerhalb der Staaten abgespielt hat. Kuba dürfte da kein besonders rühmliches aber ein relativ konkretes Beispiel sein. Egal, jetzt können sie nach vorne preschen und sich als Hüter des reinen und unerschrockenen Rechts präsentieren. Auf amerikanischem Boden gibt es so etwas nicht, so die global vernehmbare Botschaft. Nein, das gibt es nicht. Endlich hat mal jemand den Mut, tatsächlich etwas zu machen. Ist ja auch etwas.
Man ist schon sehr erstaunt ob solcher Vorgänge, die man eigentlich nur von besonders hartleibigen Diktaturen her kennt. Und jetzt die US-amerikanischen Ermittlungsbehörden, die, wie sie nun gerne verlauten lassen, seit mehr als 20 Jahren Fakten gesammelt haben, um schließlich mit begründeten Anklagen gegen das FIFA-Ungemach einzuschreiten. Eine ganze Schar von Funktionären soll verhaftet worden sein, darunter auch FIFA-Vizepräsidenten. Vorwurf: Übertragungs- und sonstige Rechte sollen verschoben worden sein. Geld soll an der Steuer vorbei geschleust und gewaschen worden sein. Sponsorengelder abgezweigt. Unter anderem. Auf amerikanischem Boden. Oh je. Die US-amerikanische Justizministerin Loretta Lynch lässt verlauten: „Sie haben es immer und immer wieder gemacht, Jahr für Jahr, Turnier um Turnier“. Sie lässt verlauten, dass die Korruption im Weltfußball nun rigoros bekämpft werden solle. Ach. Weil ja der Fußball in den USA so populär ist, ist das für das Land so wichtig. Das FBI und einige stramme Helfer. Unter anderem sollen auch Schweizer Behörden dabei sein. Hm. FBI, das sind ausgerechnet diejenigen, die auch schon mal mehr als ein Auge zugedrückt haben, wenn es um Korruption und organisiertes Verbrechen ging, solange es sich in Lateinamerika und anderswo außerhalb der Staaten abgespielt hat. Kuba dürfte da kein besonders rühmliches aber ein relativ konkretes Beispiel sein. Egal, jetzt können sie nach vorne preschen und sich als Hüter des reinen und unerschrockenen Rechts präsentieren. Auf amerikanischem Boden gibt es so etwas nicht, so die global vernehmbare Botschaft. Nein, das gibt es nicht. Endlich hat mal jemand den Mut, tatsächlich etwas zu machen. Ist ja auch etwas.
Donnerstag, 21. Mai 2015
Mit dem SUV on the road again
Eine
riesige Donnerkiste fährt da, Platz ohne Ende, riesige Reifen mit tiefen
Furchen, die Fahrerin hoch oben, thront auf ihrem City-Laster, sieht
kaum hinunter in die niederen Niederungen, in denen sie Tiere mäht, wo sie spritzt und sprenkelt, nach Belieben und je nach Beschleunigung:
SUV-Alarm, im Winter und im Sommer. Allüberall. Ja klar haben wir den Platz, die
Landschaft betonieren wir einfach immer weiter zu und machen möglichst breite
Straßen daraus. Modernes Verkehrsmangment. Der Verbrauch ist im Moment noch viel zu hoch, das sagen die
wackeren Fahrerinnen selbst auch, die da ihre Brut drei mal pro Tag zur Waldorfschule
kutschieren. Dann zum Privatunterricht. Zum Cellounterricht auch. Tanz- und Ballettausbildung, - später? Es gilt, nicht im Volk zu sein, - mit all den vielen
Ausländern. Die sollen in ihren billigen Jobs schuften, kommen ja
auch aus Andalusien, Anatolien oder Äthiopien. Selber schuld. Hätten sie was
Brauchbares gelernt! Aber wir sitzen hoch oben und genießen dies
Herabsehen auf all die anderen, entspricht ja auch unserer Stellung.
Wir sind die Auf- und Draufseher, die im Zweifelsfall sicher sein wollen,
koste es, was es wolle. SUVs sind voll im Trend, schon viel zu lange.
Mittlerweile gibt’s schon viel zu viele. Das Exklusive ist
irgendwie vorbei, es sei denn, jemand fährt eine besonders exklusive und teure Marke. Sportwagenhersteller oder die mit den drei Buchstaben oder die mit
den Ringen, die den Vorsprung dank Technik für sich reklamieren.
Deutsche Modelle. Verdrängungswettbewerb. Wer hat den größten, den
alllerallersichersten, den härtesten auch, den widerstandsfähigsten und härtesten? Status rocks. Status Quo. Quod licet iovi, non licet bovi. Sagten Leute früher einmal. Sehr viel früher.
Ich lerne jemanden mit SUV kennen und erkundige mich sachte nach den Beweggründen, sich solch in einem Fahrzeug zu bewegen. „Du weißt du, dass ist ein tolles Gefühl, da oben über allen anderen zu sitzen. Irgendwie sicher. Du weißt genau, wenn jetzt was passiert, zieht der andere den Kürzeren. Und im Winter, mit dem Allradantrieb, da hast du einfach das Gefühl, dass du überall durchkommst“. Ich bin geplättet und denke mir „Das wäre mir jetzt wirklich peinlich“. Aber solchen Leuten ist gar nichts peinlich. Manche fahren ja auch die noble deutsche Sportwagenmarke durch die Gegend: "Deutsche Ingenieurskunst", das sagt selbst Atze Schröder dazu und gibt Gas. Auch auf der Bühne. Das kommt nicht nur bei den Damen gut an und macht den Herren Eindruck. Das imponiert ihnen. Da träumen sie sich hinein, Verbrauch hin oder her.
Eines Tages werden diese Bolliden sowieso die besseren Verbrauchs- und Abgaswerte haben, wenn die gesellschaftliche Polarisierung und die technologische Entwicklung noch ein bisschen weiter ist. Dann werden sie doppelt herab sehen auf die, die sich nicht mal den einen Reifen eines solchen Cars leisten könnten. Die unterlegen sind in jeder Hinsicht. Das ist im Kapitalismus so: wenn du etwas leistest, wirst du es dir auch eines Tages leisten können. Blöd nur, dass das Ding mit dem Leisten vorbei ist. Wer etwas leistet, ist doch nur blöd. Es gilt, sich zu vermarkten. Sich selbst zur Powerpointpräsentation machen. Inhalt spielt genauso wie Leistung keine Rolle. Groß auftreten, großes Auto fahren, das ist wichtig. Kein Problem, das, sie sind immer sonnengebräunt gut gelaunt entspannt. Und Stammgast sind sie auch auf den von allerlei Hilfskräften mit ihren bulligen Bullys vorbereiteten Pisten, zu denen natürlich ein SUV gerade im Winter besonders gut passt. Offroad. Ja klar, weil wir ja so viele hässliche Feldwege haben, durch die wir am Wochenende unbedingt pflügen müssen (aber immer erreichbaar sein, bitte!).
Es will ja niemand die USA in Schutz nehmen. Aber dort hatte das noch Sinn, weil die Farmen oft stundenlange Fahrten von den Supermärkten entfernt sind. Da braucht man große Pickups und Offroader, um so etwas zu bewältigen. Doch hier, im dichtbesiedelten Mitteleuropa ist's ein Jokus, ein teurer Status-Scherz. „Der Kunde verlangt's“ sagen die marketinggestählten Konzernlenker mit dominanter Miene. Heftig geschult. Natürlich sind sie keine Volkspädagogen, die alles besser machen und irgendjemanden erziehen wollen. Igitt! Wer wollte denn das heutzutage noch? Sie haben's mit Kunden zu tun. Der Neoliberalismus kennt ja doch nur Kunden. Was die wollen, ist heilig. Alle sind Kunden. Alle, die es sich leisten können. Die Welt ist ein Markt. Es sich leisten können, - das wär es! Das ist es.
Ich lerne jemanden mit SUV kennen und erkundige mich sachte nach den Beweggründen, sich solch in einem Fahrzeug zu bewegen. „Du weißt du, dass ist ein tolles Gefühl, da oben über allen anderen zu sitzen. Irgendwie sicher. Du weißt genau, wenn jetzt was passiert, zieht der andere den Kürzeren. Und im Winter, mit dem Allradantrieb, da hast du einfach das Gefühl, dass du überall durchkommst“. Ich bin geplättet und denke mir „Das wäre mir jetzt wirklich peinlich“. Aber solchen Leuten ist gar nichts peinlich. Manche fahren ja auch die noble deutsche Sportwagenmarke durch die Gegend: "Deutsche Ingenieurskunst", das sagt selbst Atze Schröder dazu und gibt Gas. Auch auf der Bühne. Das kommt nicht nur bei den Damen gut an und macht den Herren Eindruck. Das imponiert ihnen. Da träumen sie sich hinein, Verbrauch hin oder her.
Eines Tages werden diese Bolliden sowieso die besseren Verbrauchs- und Abgaswerte haben, wenn die gesellschaftliche Polarisierung und die technologische Entwicklung noch ein bisschen weiter ist. Dann werden sie doppelt herab sehen auf die, die sich nicht mal den einen Reifen eines solchen Cars leisten könnten. Die unterlegen sind in jeder Hinsicht. Das ist im Kapitalismus so: wenn du etwas leistest, wirst du es dir auch eines Tages leisten können. Blöd nur, dass das Ding mit dem Leisten vorbei ist. Wer etwas leistet, ist doch nur blöd. Es gilt, sich zu vermarkten. Sich selbst zur Powerpointpräsentation machen. Inhalt spielt genauso wie Leistung keine Rolle. Groß auftreten, großes Auto fahren, das ist wichtig. Kein Problem, das, sie sind immer sonnengebräunt gut gelaunt entspannt. Und Stammgast sind sie auch auf den von allerlei Hilfskräften mit ihren bulligen Bullys vorbereiteten Pisten, zu denen natürlich ein SUV gerade im Winter besonders gut passt. Offroad. Ja klar, weil wir ja so viele hässliche Feldwege haben, durch die wir am Wochenende unbedingt pflügen müssen (aber immer erreichbaar sein, bitte!).
Es will ja niemand die USA in Schutz nehmen. Aber dort hatte das noch Sinn, weil die Farmen oft stundenlange Fahrten von den Supermärkten entfernt sind. Da braucht man große Pickups und Offroader, um so etwas zu bewältigen. Doch hier, im dichtbesiedelten Mitteleuropa ist's ein Jokus, ein teurer Status-Scherz. „Der Kunde verlangt's“ sagen die marketinggestählten Konzernlenker mit dominanter Miene. Heftig geschult. Natürlich sind sie keine Volkspädagogen, die alles besser machen und irgendjemanden erziehen wollen. Igitt! Wer wollte denn das heutzutage noch? Sie haben's mit Kunden zu tun. Der Neoliberalismus kennt ja doch nur Kunden. Was die wollen, ist heilig. Alle sind Kunden. Alle, die es sich leisten können. Die Welt ist ein Markt. Es sich leisten können, - das wär es! Das ist es.
Freitag, 24. April 2015
Gipfelrituale
Sprachlos,
irritiert. Was soll man denn damit anfangen? Regierungschefs Europas
veranstalten immer noch Gipfel und leiern sich gegenseitig ein paar
Euros aus dem Ärmel, während vor ihrer Haustüre Menschen
ertrinken. „Sozialtourismus“, dieses Wort habe ich mir gestern
gemerkt. So schätzen manche dieser Unpolitiker Asyl vor Kriegen und
– ja, das auch! - Zuwanderung ein.
Alibiveranstaltungen, Alibipolitik? Was soll das? Diese Frage hatte ich an dieser Stelle schon lange zuvor gestellt. Es herrscht Ratlosigkeit, wo dauernd eine Wertegemeinschaft zelebriert wird. Was ist Europa eigentlich? Eine schöne Vision ohne jeden Inhalt? Ein Ritual der Behauptungen, die an nahezu keiner Stelle eingelöst werden? Als seien nicht gerade in letzter Zeit und aus zahlreichen gegebenen Anlässen unzählige Antworten gegeben worden. Eine dicke fette Behörde, die sich diese Vorstellungen für sich einklagt ohne jede Rücksicht auf Tatsächlichkeiten oder politische Gefährdungen (es gibt ja inzwischen die massivsten der verschiedenen Nationalismen...)? Niemand ist schuld, niemand verantwortlich? Was für eine seltsame Veranstaltung ist das eigentlich, dieses Europa? Jetzt wird wieder einmal offensichtlich, was schon lange klar ist. Wer unter den Politikern Murks gebaut hat, geht gut bezahlt in die Wirtschaft ab und treibt dort weiterhin sein Unwesen. Bürokratie, Verwaltung, Unfähigkeiten? Gutmenschen sitzen überall herum und wissen über öffentlich bestallte und ausgestrahlte Sender alles besser. In einer Woche ist was anderes dran. Die Aufregung und allgemeine Erregung hat dann wieder andere Ziele. Vielleicht Griechenland, vielleicht Ukraine, vielleicht eine Katastrophe. Anschließend steigen sie in fette Limousinen oder lassen sich dicke Honorare überweißen, sind state of art, gut vernetzt und machen wichtige Gesichter.
Alibiveranstaltungen, Alibipolitik? Was soll das? Diese Frage hatte ich an dieser Stelle schon lange zuvor gestellt. Es herrscht Ratlosigkeit, wo dauernd eine Wertegemeinschaft zelebriert wird. Was ist Europa eigentlich? Eine schöne Vision ohne jeden Inhalt? Ein Ritual der Behauptungen, die an nahezu keiner Stelle eingelöst werden? Als seien nicht gerade in letzter Zeit und aus zahlreichen gegebenen Anlässen unzählige Antworten gegeben worden. Eine dicke fette Behörde, die sich diese Vorstellungen für sich einklagt ohne jede Rücksicht auf Tatsächlichkeiten oder politische Gefährdungen (es gibt ja inzwischen die massivsten der verschiedenen Nationalismen...)? Niemand ist schuld, niemand verantwortlich? Was für eine seltsame Veranstaltung ist das eigentlich, dieses Europa? Jetzt wird wieder einmal offensichtlich, was schon lange klar ist. Wer unter den Politikern Murks gebaut hat, geht gut bezahlt in die Wirtschaft ab und treibt dort weiterhin sein Unwesen. Bürokratie, Verwaltung, Unfähigkeiten? Gutmenschen sitzen überall herum und wissen über öffentlich bestallte und ausgestrahlte Sender alles besser. In einer Woche ist was anderes dran. Die Aufregung und allgemeine Erregung hat dann wieder andere Ziele. Vielleicht Griechenland, vielleicht Ukraine, vielleicht eine Katastrophe. Anschließend steigen sie in fette Limousinen oder lassen sich dicke Honorare überweißen, sind state of art, gut vernetzt und machen wichtige Gesichter.
Montag, 30. März 2015
Falsche Gesinnung
Oh
weh! Immer mehr spricht sich herum und wird verbreitet, dass der
Freiburger Philosophengott Martin Heidegger womöglich ein schlimmer
Nazi war. Ein brillanter Denker, aber halt mit der Gesinnung, da
war's offenbar nicht so: Antisemitismus und die ganze Palette der
aufgeblasen widerlichen Idiologien. Rassismus und so...Die großen Vordenker der
Gegenwart winden sich, finden allerlei skurrile Verteidigungen,
allein, es nutzt nix: der Mann mit dem Oberlippen-Bärtchen scheint
ein Nazi gewesen zu sein. Und jetzt soll auch noch sein ehemaliger
Lehrstuhl an der Freiburger Universität von Kleingeistern in eine
Juniorprofessur umgewandelt werden. Ja gilt denn „Sein und Zeit“
gar nichts mehr? Alles zu seiner Zeit! Phänomenologisch war er ja
wohl ein Genie. Dass er auch ein Kleinbürger war, dass seine Thesen
falsch interpretiert, dass er schlichtweg schuld war und am Ende noch
sein eigenes Werk umgeschrieben hat? Politische Täuschung?
Fälschung, - oder darf jemand lernen dürfen? Möglicherweise gab es
das öfters in der Geistesgeschichte, dass einzelne Dichter und
Denker brillant waren, aber leider nicht die richtige Gesinnung
vertraten. Ezra Pound, Ernst Jünger...usw. Was mit denen anfangen?
Exkommunizieren? Degradieren? Sie waren und sie sind in ihrem Werk
da.
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