Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Freitag, 17. Juli 2026
Töne und Alarm
Pieptöne überall! Da piept‘s doch! Man ist aufgeschreckt. Man rennt. Man stolpert. Es blippt jetzt mit anderem Sound. Ist`s die Haustür‘? Nein, man war aber schon hinaus gestürzt gestolpert und gefallen. Man muss sie nur deuten können, diese Töne. Kann ich aber nicht. „Nachricht eingetroffen… blipp! Ach! Was für Nöte sind denn das? Nicht mehr auf der Höhe der Zeit? Man fragt sich Fragen, auch der seltsamen Art. Bloß, weil man alt ist. Wow. Das müsste eigentlich automatisch gehen. Bin ich falsch programmiert? Bei diesen Digitaltönen dabei sein, Digital Native? Müsste man das? Dressiert sein? Es sollen jetzt Klimaanlagen her. Im großen Stil. Die „Amis“ würden es uns vormachen. So eine klugscheißerische Dame im TV. Ob aber die „Amis“ die richtigen Vorbilder sind? Ob sie etwas, nur etwas (!), mit Ökologie am (Cowboy-)Hut haben? Sollen wir langsam uns der Trump-Welt annähern? Unwillkürlich? Ja klar, Trump-Bashing kann jeder! Wer sich unterscheiden kann, bewundert so einen. Oder sollen – wie sozial! - Krankenhäuser und Pflegeheime jetzt erstmal in den Genuss dessen kommen? „Leben statt leiden“? Das Schlagwort schlägt. Man müsste sachte abwägen, aber doch nicht so agitieren. Wer in die USA blickt, sieht, dass da nicht nur Krankenhäuser und Pflegeheime Klimaanlagen haben. Tatsache ist wohl, dass Klimaanlagen im großen Stil viel Energie verbrauchen. Man müsste sowas ausgewählt gegenrechnen können. Den Nutzen gegen den Schaden. Aber so? Einfach pauschal Klimaanlagen fordern? Und die (vorhersehbare) Meinung der Grünen grinsend ignorieren…. Es piept schon wieder. Jemand hat etwas entgegnet, einen Kommentar zu etwas abgegeben. Ich muss das ein. Ich muss wach sein. Ich muss pfiffig sein. Kreativ. Überraschend. Muss vielleicht Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Muss man das?
Mittwoch, 10. Juni 2026
Cut
Ich hatte erlebt, wie ich in meiner Wohnung zusammengebrochen und nur durch einen Zufall ins Krankenhaus gekommen war. Dort, wo man sich völlig verständnislos anhand meines Single-Daseins gezeigt hatte. Man hatte Kinder und Enkel zu haben, das lernte ich hier zum ersten Mal sehr eindringlich. Sie hätten einen versorgen müssen. Man wurde beispielsweise trotz heftigen Einspruchs mehrmals aufgefordert, doch „daheim“ anzurufen und sich benötigte Dinge bringen zu lassen. Man hatte insbesondere die in diesem Augenblick unabdingbar notwendigen Aus- und Nachweise nicht dabei. Selbst das Smartphone fehlte. Die Dokumente, die bezeugen und beglaubigen konnten, dass…. War man überhaupt krankenversichert? Wer war man?, konnte man seinen Namen beweisen? Das Kärtchen von der Versicherung u.a. „Da könnte ja jeder kommen….“. Auch war da meinerseits ein tief sitzendes Misstrauen dem Gesundheitssystem und seinen handelnden Personen gegenüber. Man wusste ja, dass eine Operation am Herzen sich für ein Krankenhaus qua „Fallpauschale“ materiell sehr lohnen würde. Das zu wissen, war man auch Journalist. Prompt war auch meine erste Operation daneben gegangen. Erster Durchgang. Nachuntersuchungen. Bedenkliche Gesichter. Neuer Termin. Wieso ich? Wer bin ich? Wo bin ich?….. fragte man sich. Wieso geht bei mir immer alles schief? Welches Spiel wird da hinter meinem Rücken gespielt?
Mittwoch, 27. Mai 2026
Rollin' and tumblin'
Man gewöhnte sich an ein Stolpern, Taumeln und Gleiten dem Leben gegenüber. Man wollte sodann per Gespräch aus kundiger Warte Meinungen zum eigenen Kasus einholen und fühlte sich danach herb abgewatscht... Eine zweite (!) Routine-Krankenhaus-Operation brachte bei mir das Gelingen, dem eine halbjährlich durchzuführende Nachsorge zu folgen hatte. Plötzlich war man offenbar Patient mit chronischer Krankheit. Ansprechpartner hatte man die ganze Zeit über nicht, man war ja eine Position, eine Zahl, die namenlos von der einen Dienstleistung zur nächsten geschoben wurde. Natürlich galten Ärzte in der Gesellschaft als „Halbgötter in Weiß“ und waren ihre Entschlüsse von einer durch den hippokratischen Eid geadelten Weisheit geleitet. Als Journalist freilich war man oft genug mit der Tatsache konfrontiert gewesen, dass gewisse ökonomische Faktoren bei dem „weisen“ Handeln der Ärzteschaft durchaus eine Rolle spielen konnten, im Gegenteil, man war auf Abgründe des Zynismus gestoßen, in die man lieber nicht mehr blicken wollte.
Mittwoch, 12. Februar 2025
Gesundheit und Krankheit
Es geht mir immer wieder in verschiedener Form durch den Kopf. Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank geworden war. Als das entdeckt und erkannt wurde: die Operation war daraufhin schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt. Alles ging rasend schnell. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute.
Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den so viele mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist.
Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten noch heute nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als nahezu unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich inzwischen aufgelöst.... Du hattest damals auch noch nicht die Brüchigkeit solcher „Freundesbünde“ erfahren.
Samstag, 20. April 2024
Krank
Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank war. Als das erkannt wurde und die Operation schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt war. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du aus deiner Sicht Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Sie wollten dir alle helfen. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute.
Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den sie mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist.
Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich noch nicht aufgelöst.... Du hattest auch noch nicht die Brüchigkeit solcher Freundesbünde erfahren.
X
x
Yes, when I was sick from now on. When this was recognized and the operation was scheduled for the morning of the next day. When they all tried to encourage you: "It'll be okay...". Suddenly, from your point of view, you were a victim, faced with a power that had reached out to you. Didn't know about it. They all wanted to help you. And now suddenly you were lying in a typical hospital room. Help, how did I get here? Suddenly being an outcast in this society of the carefree: how does that work? At least the doctors were on my side and so were the nurses. The emergency was not as pronounced as it is today.
I was happy about the visit they paid me. But there was always this experience: the others and you. This dividing line. They came to pity you, they came from outside, they increased your feeling of being trapped inside yourself, alone... They closed the door from outside and you were very alone looking out the window... but they seemed having no idea how fragile this dividing line is between the "normal" and the "abnormal", between the healthy and the sick.
Damn, who nailed me here? The nurses actually gave you a bit of humanity, we talked to each other and you think back fondly on them... They did their job more than well. You had this illness that most people didn't even dare to express and that was still considered incurable at the time. Yuck! On the one hand, you were in good hands during the many visits, all of which were ultimately non-binding. They were all happy when they could close the door from the outside and belong to “the others”… You were still quite well “connected” back then…. The clique of friends hadn't broken up yet... You hadn't yet experienced the fragility of such friendships either.
Mittwoch, 31. Januar 2024
Krank
Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank war. Als das erkannt wurde und die Operation schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt war. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du aus deiner Sicht Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Sie wollten dir alle helfen. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute.
Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den ssie mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist.
Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich noch nicht aufgelöst.... Du hattest auch noch nicht die Brüchigkeit solcher Freundesbünde erfahren.
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Yes, when I was sick from now on. When this was recognized and the operation was scheduled for the morning of the next day. When they all tried to encourage you: "It'll be okay...". Suddenly, from your point of view, you were a victim, faced with a power that had reached out to you. Didn't know about it. They all wanted to help you. And now suddenly you were lying in a typical hospital room. Help, how did I get here? Suddenly being an outcast in this society of the carefree: how does that work? At least the doctors were on my side and so were the nurses. The emergency was not as pronounced as it is today.
I was happy about the visit they paid me. But there was always this experience: the others and you. This dividing line. They came to pity you, they came from outside, they increased your feeling of being trapped inside yourself, alone... They closed the door from outside and you were very alone looking out the window... but they seemed having no idea how fragile this dividing line is between the "normal" and the "abnormal", between the healthy and the sick.
Damn, who nailed me here? The nurses actually gave you a bit of humanity, we talked to each other and you think back fondly on them... They did their job more than well. You had this illness that most people didn't even dare to express and that was still considered incurable at the time. Yuck! On the one hand, you were in good hands during the many visits, all of which were ultimately non-binding. They were all happy when they could close the door from the outside and belong to “the others”… You were still quite well “connected” back then…. The clique of friends hadn't broken up yet... You hadn't yet experienced the fragility of such friendships either.
Donnerstag, 4. Mai 2023
Perspektivwechsel
Abseits der aktuellen Probleme hatte ich diese Erfahrungen gemacht: Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl.
Dienstag, 21. Februar 2023
Gesundheit und Krankheit
Eine Erfahrung, die ich im Krankenhaus gemacht habe:
Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die unterbezahlt gestressten Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann....
Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab (es wird einem gesagt, anders gehe das nicht…) und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl.
Sonntag, 13. März 2022
Keime
Ob es erlaubt ist, dass man sich angesichts der aktuellen Probleme noch Fragen zu den Pharmaklitschen stellt? Im Lichte der aktuellen Entwicklungen vielleicht? Nachpandemisch? Verantwortung für die Gesellschaft, Nachhaltigkeit, - ob das Kriterien für die Pharmaindustrie sind? Oder ob es nicht die verschiedenen Parameter
der kurzfristigen Renditen sind? Immer mehr Menschen sterben an resistenten Krankenhauskeimen. Ja, auch neben der Corona-Katastrophe! Die Forschung nach neuen Antibiotika haben große Pharmafirmen längst aufgegeben, aus Kostengründen, wie sie nicht nur auf ihren Hauptversammlungen den von ihnen selbst ausgewählten
und gewogenen Pressevertretern sagen. Resistente Keime? Aktuell genauso wie der Klimawandel gegenüber der Corona-Krise etwas in den Hintergrund gerückt. Aber das Problem könnte wiederkommen (hoffentlich nicht in allzu großem Stil...). Schon jetzt gilt es als gigantisches Problem der Menschheit. Dabei scheint die Erkenntnis für die „Pharmaprofis“ einfach: Ohne die Menschen könnten keine Medikamente verkauft werden und keine Profite gemacht werden. Sie werden schon jetzt in großer Zahl durch „Krankenhauskeime“ dahingerafft.
Doch Pharmafirmen scheinen nicht so zu denken. Sie denken nicht an das Wohl der Menschheit und deren Überleben, sondern vielmehr an den
kurzfristigen Profit. Gerade idiologisch eingestellte Politiker betonen, dass dies in einer Marktwirtschaft wie der unseren auch nicht verwerflich sei. In diesem Falle scheint es jedoch aus mittel- und langfristiger Sicht sehr kontraproduktiv zu sein. Der Markt löst also auch in diesem Falle nicht die Probleme. Die Privatwirtschaft versagt. Ob da der Staat eingreifen sollte? Wieder greift die Strategie, dass hierzulande politische Institutionen dazu einfach keine konkreteren Aussage treffen wollen und offenbar allzu gerne auf die „Gesetzmäßigkeiten des Marktes“ verweisen. Und zwar nicht nur in jetzigen Zeiten, in denen andere Probleme vorrangig sind. Zu großes Risiko, erwartbare Verluste mit weniger erfolgreichen Produkten... usw. Die Argumente liegen auf der Hand und sind allzu offenbar. MöglicheAuswirkungen solcher Einstellungen sind aber gerade jetzt zu spüren. Ob es ein Weg ist, für stark gewinnorientierte Pharmaunternehmen Anreize zu schaffen? Dann nur zu...! Der Markt regelt alles? Wirklich? Mal sehen....
Freitag, 3. April 2020
Resistente Keime
Ob es erlaubt ist, dass man sich angesichts der aktuellen Probleme noch Fragen zu den Pharmaklitschen stellt? Im Lichte der aktuellen Entwicklungen vielleicht? Verantwortung für die
Gesellschaft, Nachhaltigkeit, - ob das Kriterien für die
Pharmaindustrie sind? Oder ob es nicht die verschiedenen Parameter
der kurzfristigen Renditen sind? Immer mehr Menschen sterben an resistenten Krankenhauskeimen. Ja, auch neben der Corona-Katastrophe her! Die Forschung nach neuen Antibiotika haben große
Pharmafirmen längst aufgegeben, aus Kostengründen, wie sie nicht
nur auf ihren Hauptversammlungen den von ihnen selbst ausgewählten
und gewogenen Pressevertretern sagen. Resistente Keime? Aktuell
genauso wie der Klimawandel gegenüber der Corona-Krise etwas in den
Hintergrund gerückt. Aber das Problem könnte wiederkommen
(hoffentlich nicht in allzu großem Stil...). Schon jetzt gilt es als
gigantisches Problem der Menschheit. Dabei scheint die Erkenntnis für
die „Pharmaprofis“ einfach: Ohne die Menschen könnten keine
Medikamente verkauft werden und keine Profite gemacht werden. Sie
werden schon jetzt in großer Zahl durch „Krankenhauskeime“
dahingerafft.
Doch
Pharmafirmen scheinen nicht so zu denken. Sie denken nicht an das
Wohl der Menschheit und deren Überleben, sondern vielmehr an den
kurzfristigen Profit. Gerade idiologisch eingestellte Politiker
betonen, dass dies in einer Marktwirtschaft wie der unseren auch
nicht verwerflich sei. In diesem Falle scheint es jedoch aus mittel-
und langfristiger Sicht sehr kontraproduktiv zu sein. Der Markt löst
also auch in diesem Falle nicht die Probleme. Die Privatwirtschaft
versagt. Ob da der Staat eingreifen sollte? Wieder greift die
Strategie, dass hierzulande politische Institutionen dazu einfach
keine Aussage treffen wollen und offenbar allzu gerne auf die
„Gesetzmäßigkeiten des Marktes“ verweisen. Und zwar nicht nur
in jetzigen Zeiten, in denen andere Probleme vorrangig sind. Zu
großes Risiko, erwartbare Verluste mit weniger erfolgreichen
Produkten... usw. Die Argumente liegen auf der Hand und sind allzu offenbar. Mögliche
Auswirkungen solcher Einstellungen sind aber gerade jetzt zu spüren. Ob
es ein Weg ist, für stark gewinnorientierte Pharmaunternehmen
Anreize zu schaffen? Dann nur zu...! Der Markt regelt alles?
Wirklich? Mal sehen....
Dienstag, 19. März 2019
Gesundheitserfahrungen (2)
Das Folgende ist ganz und gar subjektiv und basiert auf Erfahrungen, die ich in den vergangenen Tagen in einem deutschen Krankenhaus gemacht habe: Es wird einem der Eindruck
vermittelt, als sei man eine Durchlaufposition und ein Massenartikel.
Man muss dankbar sein, wenn man wenigstens technisch richtig
behandelt wird. So funktioniert „das beste Gesundheitssystem der
Welt“. Man durchläuft verschiedene Maschinenstationen, es werden Medikamente eingeworfen und es wird
mit einem umgegangen, als sei man ein wertloses Stück, dessen
Behandlung halt von einer Krankenkasse bezahlt wird und das dadurch
erst seinen Wert erhält. Man ist eine Zahl und Position, man muss
bei allem froh darüber sein, dass nicht alles schlimmer ist,
Faktoren wie Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, plötzlicher
Wechsel der Lebenssituation zwischen zuhause und Krankenhaus,
psychosomatische Komponenten usw. scheinen keine Rolle zu spielen,
oder sie zucken in Form von nicht kommunizierten Entscheidungen vom
Himmel der Medizin.“Visiten“ gibt es ja wohl kaum noch, dem
Patienten wird wenig von dem mitgeteilt, was mit ihm gemacht wird. Es
wird mit ihm „umgegangen“... Die Zweiklassenmedizin scheint große
Durchschlagskraft zu haben, bestimmte Ärzte verhalten sich auch streng
danach, - und man soll dafür auch noch dankbar sein...
Sonntag, 7. Oktober 2018
Alte Menschen
Eine ein Jahr alte Notiz aus einem Tagebuch, die freilich gerade jetzt über meinen Vater ins Allgemeine hinaus weist:
„Gott befohlen!, die alten Leutchen müssen halt mal sterben. Das lohnt sowieso nicht mehr“, diese Haltung scheint mir hinter unzähligen Verhaltensweisen in diesem Bereich aufzuscheinen. Besonders von relativ jungen Menschen wird sie gerne und etwas achtlos geäußert. Mutter hat blaue Flecken im Gesicht, hat starken Schnupfen, doch niemand unternimmt etwas.....Wir warten auf den Arzt, doch der kommt nicht, am Donnerstagabend (nach 1 Woche Pflegeheimaufenthalt) erfahre ich, das man sich „selbst darum kümmern muss“, mein Problem: ich habe keinerlei Ansprechpartner (auch und gerade in dem relativ teuren Heim), Aufklärung oder Hilfe auf irgendeiner Ebene (die stolze Broschüre des Pflegestärkungsgesetzes verspricht „feste Ansprechpartner, doch bei Anruf bekomme ich zur Auskunft, ich solle später anrufen, die seien alle überfordert und es gäbe zu viele Personen, die Auskünfte wollten...) Überhaupt scheint sich auch die Kommune einen Dreck um meine Notlage zu kümmern.
Ich fühle mich total überfordert und unterinformiert, werde von Personen als "hysterisch“ wahrgenommen, kein Arzt (nach nachdrücklichem Protest bemühte sich im Krankenhaus ein Arzt her und gab schmallippige Auskünfte (ich entnahm dem am Donnerstag, dass meine Mutter mit Lungenentzündung Freitag entlassen werden solle, gleichzeitig eröffnet man mir, dass sie Lungenentzündung habe - eigentlich ein Widerspruch in sich), hinter dem Bett meiner Mutter hing ein großes Plakat in roten Lettern, dass man Nahrung, Trinken oder Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal verabreichen solle....was relativ schwierig ist, wenn kein Pflegepersonal in dieser Knappheitssituation verfügbar ist)...usw.
„Gott befohlen!, die alten Leutchen müssen halt mal sterben. Das lohnt sowieso nicht mehr“, diese Haltung scheint mir hinter unzähligen Verhaltensweisen in diesem Bereich aufzuscheinen. Besonders von relativ jungen Menschen wird sie gerne und etwas achtlos geäußert. Mutter hat blaue Flecken im Gesicht, hat starken Schnupfen, doch niemand unternimmt etwas.....Wir warten auf den Arzt, doch der kommt nicht, am Donnerstagabend (nach 1 Woche Pflegeheimaufenthalt) erfahre ich, das man sich „selbst darum kümmern muss“, mein Problem: ich habe keinerlei Ansprechpartner (auch und gerade in dem relativ teuren Heim), Aufklärung oder Hilfe auf irgendeiner Ebene (die stolze Broschüre des Pflegestärkungsgesetzes verspricht „feste Ansprechpartner, doch bei Anruf bekomme ich zur Auskunft, ich solle später anrufen, die seien alle überfordert und es gäbe zu viele Personen, die Auskünfte wollten...) Überhaupt scheint sich auch die Kommune einen Dreck um meine Notlage zu kümmern.
Ich fühle mich total überfordert und unterinformiert, werde von Personen als "hysterisch“ wahrgenommen, kein Arzt (nach nachdrücklichem Protest bemühte sich im Krankenhaus ein Arzt her und gab schmallippige Auskünfte (ich entnahm dem am Donnerstag, dass meine Mutter mit Lungenentzündung Freitag entlassen werden solle, gleichzeitig eröffnet man mir, dass sie Lungenentzündung habe - eigentlich ein Widerspruch in sich), hinter dem Bett meiner Mutter hing ein großes Plakat in roten Lettern, dass man Nahrung, Trinken oder Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal verabreichen solle....was relativ schwierig ist, wenn kein Pflegepersonal in dieser Knappheitssituation verfügbar ist)...usw.
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