Reise durch Wirklichkeiten

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Mittwoch, 23. Juli 2025

Geschlechterrollen

Ich registriere, wie immer mehr „hübsche“ und „gutaussehende“ Frauen den öffentlichen Raum bevölkern. „Hübsch“ heißt hier: den männlichen Erwartungen und Bedürfnissen entsprechend. Ein Schelm, wer da Böses dabei denkt! Wer diese Frauen wohl ausgewählt hat? Gerade unter den im TV dauernd auftretenden Journalistinnen scheinen sich dermaßen viele Figuren desselben Typs zu bewegen, wobei man sich fragt: gibt es wirklich so viele davon? Sind das Fakes? Avatare? Ob sie gerade in ihren Merkmalen austauschbar sind? Für wen? Es scheint eine Art sozialer Stanze zu geben, in der sich die Einigkeit darüber verkörpert, was denn offensive Schönheit sei. Gewisse Firmen nutzen solches, last but not least in der Werbung. Es nähert sich scheinbar eine selektive Auswahl immer mehr der, des dem andern Geschlecht wohlgefälligen Frauchens an, das im rechten Augenblick auch schon mal – darf man das sagen? - die Beine breit macht. Dabei gleichen sich die Auswahlkriterien gerade solcher Frauen der jeweiligen sozialen Klasse entsprechend: Im avancierten Milieu ist die Frau mit der eigenen Meinung gefragt, die über „Durchsetzungskraft“ und „Führungsqualitäten“ verfügt. Gleichwohl registriert mann auch auf dieser Ebene immer mehr das angepasste „Püppchen“, das sich nach oben geschlafen hat. Seine Persönlichkeit und seine Fähigkeiten scheinen austauschbar und in dieser Weise unter anderem auch optimal an die digitale Welt der AI (KI) angepasst. Es sind dies oft auch Frauen, die sich und ihre Fertigkeiten „gegen gutes Geld“ verkaufen können, wogegen in einer Marktwirtschaft sowieso nichts gesagt werden darf.

Dienstag, 15. Juli 2025

Rockrollen

Es gab in der Rockmusik früher oft fein ziselierte Klänge/Klangebilde und lyrische Zeilen, die man auch für „romantisch“ hätte halten können. Der romantische Künstler scheint dabei in vielerlei Hinsicht das „Role Model“ dafür abgegeben zu haben. Betonung der Individualität, Befreiung der Bedürfnisse, Kritik an der Konsumgesellschaft und dem, was als „normal“ verkauft wird, Spießertum, Kleingeisterei u.ä. Bei genauerem Hinsehen war dieser romantische „Effekt“ jedoch allzu oft beabsichtigt und sollte auf der Ebene dahinter oft genug dem Zweck der Umsatzsteigerung dienen. Dass die Künstler oft selbst empfindsame Geister waren, wurde da gerne in den Dienst genommen, weil die „Fans“ ja an solche Haltungen und Gegebenheiten von Künstlern glaubten. Sie wurden oft genug (und manchmal auch zu Recht) als hochsensible Geister angesehen, die einem brutalen Materialismus ausgeliefert waren. Blöd nur, dass es nicht wenige „Künstler“ auf diesem Terrain gab, die sich in den von der Gesellschaft propagierten Reichtum, in Villen, Schlösser und Nobelkarossen flüchteten. Unbemerkt waren sie auf diese Weise in die Fänge der brutal materialistischen Kräfte der Gesellschaft geraten. Im Nachhinein wurde dies mit allerlei Rechtfertigungsstrategien versehen: kreative Geister von solchem Format sei so etwas nachgesehen und es ginge ja überhaupt um das Ringen um Anerkennung, um sozialen Status, der dadurch zu erreichen war. Es ging um Mimikry, um subversives Verhalten, um ein Einschleichen in soziale Rollen, - letztlich um so etwas wie den „Marsch durch die Institutionen“. Die dabei auftretende Deformation des Bewusstseins, die Korruption durch das „große Geld“, all dies wurde schulterzuckend zur Kenntnis genommen.

Mittwoch, 29. Januar 2025

Identität suchen

Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen zu verschmelzen, das man sich neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür entwickelt, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist. Ein kompletterer Mensch werden. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person, „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“. X x It is important to live completely in the moment, but also to live "integratively" at the same time: that is, to bring the past back into one's own life again and again, to merge it into a single thing that one can discover anew (!) and that has become (to develop an awareness of it, to have become and been shaped by the circumstances, by the past..., to be interested in it and to discover it anew for oneself... to "bring it back in" through a changed perspective...). For me, self-reference (including visits to places from the past, but also in diary studies) is evidence and motivation for searching for myself..... I "use" fragments and found pieces to put together unconnected things, to understand them as part of a self..... to find a line of the whole..... in my person. It is important to make her more aware of me, to get closer to her through suggestions and emotional drives, where she, this person, "slipped through time".... I want to gain a higher degree of identity. An awareness of the collective moment can also be gained in the process. A new understanding: being thrown into roles, into social patterns, into spatial and other determinations, into time and its own conceptual patterns. Understanding my perspective as having "become". Understanding that one has been exposed to influences. Touching one's own history. Better "coming to terms with" the past.

Samstag, 12. Oktober 2024

Wann ist der Mann ein Mann?

Manchmal denke ich, dass dies hier übertrieben ist. Aber ohne Übertreibung wird man nicht wahrgenommen. Das glaube ich im Journalismus gelernt zu haben. Außerdem zeige ich hoffentlich oft den Zusammenhang zwischen Privatem und Allgemeinem. Weitere psychologische Spekulationen zu mir sind erlaubt. Es scheint mir dies hier auch ein Versuch zu sein, eine Technik der Annäherung an einen Sachverhalt, was freilich viel Toleranz und Bereitschaft zur Veränderung von Standpunkten und Lebenslinien voraus setzt. Wenn ich jetzt in mich gehe, entdecke ich, dass der Song „Wann ist der Mann ein Mann?“ des bekannten Knödlers aus dem Ruhrgebiet unabhängig der aktuellen Genderdebatte eines meiner Lebensthemen eingekreist hat und ich aus der Sicht von heute viel nachsichtigen Humor bei der Betrachtung dessen walten lassen sollte. Ich entdecke, dass ich anders sozialisiert/erzogen wurde und kann dem aus heutiger Sicht nur zustimmen. Tatsache ist aber, dass ich mit der obwaltenden Männlichkeitsidiologie meine (schweren) Probleme hatte. So soll der Mann der Frau grundsätzlich überlegen sein, und zwar dem Wesen nach in jeder Hinsicht. Ja, das scheint mir eine der „unbewussten“ Idiologien zu sein, die ganze Kulturkreise lange beherrscht hat. Schon mit dieser Grundvoraussetzung einer Überlegenheit konnte ich nichts anfangen. Sie war und blieb mir aus vielen Gründen fremd. Ich sah – und das ist wichtig! - sowohl bewusst als auch unbewusst nicht die Herabsetzung und den Wettbewerb oder die Demütigung, Gewalt und Entwürdigung der Frau als Triebkräfte meiner selbst und meines Verhaltens. Ich entdecke jetzt, dass mir das nie beigebracht wurde, dass es mir fremd blieb und ich kann dem aus heutiger Sicht (!) nur zustimmen (in jeweiliger Zeit konnte das sehr sehr schmerzvoll sein) und meinen Eltern dafür danken. Mädchen sind schwach, nachgiebig und ängstlich, während Jungs stark und mutig sein sollen. Haha. So geht das mächtige Rollenklischee, das sehr stark um alles kreist, was auf „Macht“ deutet. Ich konnte nie eine Bierflasche lässig mit dem Feuerzeug öffnen, der aus der Werbung bekannte Cowboy mit gegerbter Haut und der Wumme im Mundwinkel, der Old-School-Bestimmer aller Klassen oder der smarte Boy mit dem Silberblick war ich auch nicht. Diese Art der lässigen Männlichkeit war mir versagt. Es eröffnete sich mir kein Zugang dazu, - noch schlimmer! - ich nahm das gar nicht richtig wahr und wunderte mich nur über gewisse Dinge im geschlechtlichen Wettbewerb. Ich erschließe mir jetzt, dass ich ohne die Erfüllung der typisch männlichen Rollen-Ansprüche „kein echter Mann“ war. Kein Tatmensch auch, kein Anpacker. Ich hatte es auch nicht in mir, den dauernden Wettbewerb der Männer unter sich und die daraus folgende, andauernde Hackordnung/Hierarchie zu akzeptieren. Der Mann (oder einer wie ich) wurde insofern Opfer von typisch männlichen Ansprüchen des permanenten Wettbewerbs. Ich war vielleicht ein „Softie“ oder etwas Derartiges, was keinen „echten“ Mann darstellt. Ein „Frauenmagnet“ wurde ich jedenfalls auf diese Art auch nicht. Eine Erfahrung meiner Lebenszeit scheint aber gewesen zu sein, dass Frauen in der Regel „echte Männer“ suchen, dass sie in ein Erziehungsschema eingebunden zu sein scheinen, das nur das Spiegelbild der männlichen Sozialisation ist. Erst sehr langsam, etwa während der vergangenen 20 Jahre Jahre, scheinen mir Frauen sich dessen teilweise bewusst geworden zu sein und sich davon zu lösen.