Reise durch Wirklichkeiten

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Freitag, 12. Dezember 2025

Gespräch mit CL

Wenig später sollte ich den Saxofonisten Charles Lloyd interviewen. Charles.... wer? Mir war wohl entgangen, dass dieser Mann die späten sechziger Jahre mit psychedelisch getönter Musik beglückt hatte, dass er so etwas ein Kind der Flowerpower-Generation war. Was sollte ich so einen fragen? Ich bereitete mich so genau wie möglich auf ihn vor, so, wie ich es auch später bei Interviewterminen immer gemacht habe. Seine neueste Produktion hieß „Fish out of the Water“ und schien mir eine verkappte Umschreibung der Menschwerdung zu sein. Ein Bild. Ein Symbol, das auchder Psychologe C.G. Jung schon vor Jahren entdeckt und beschrieben hatte. Ich erinnere mich, dass ich in ein kleines, aber teures Hotelzimmer gebeten wurde. In einer solchen Bleibe war ich noch nie gewesen und habe alleine schon dies als Erweiterung meines Horizonts empfunden. Was aber folgte, war ein richtig tiefes Gespräch, das keinesfalls einem dieser zeitlich und inhaltlich genau definierten Presseinterviews glich. Der Mann schien sehr schnell begriffen zu haben, dass ich mich sehr intensiv mit seinem Werk befasst hatte und dass ich von diesem Standpunkt einige tatsächliche Fragen hatte, die so gar nichts mit diesen Pflichtfragen gemein hatte, die Journalisten für gewöhnlich für solche Situationen parat haben. Würden meine Englischkenntnisse und -fähigkeiten überhaupt ausreichen, um mit ihm ein Gespräch über solch weiter gehende Themen zu führen? Die lange intensive Unterhaltung hatte schließlich in eine „Geschichte“ zu münden, die unsere Kommunikation gleichermaßen unterschlug und aufnahm. Also schrieb ich damals: Der Blues ist wie ein Gebet - Charles Lloyd? Ich glaub', der hat mal mit Keith Jarrett zusammengespielt. Aber gehört hab' ich von dem noch nichts! Hast du die neue Scheibe?" So wie Jürgen, meinem jazzbegeistertem Bekannten, ging's mir vor wenigen Monaten auch noch. Und dabei kennt er ansonsten wirklich alles, was im Jazz einen guten Klang hat. Wir sind zwar beide älter geworden, aber endlich einmal, Gottseidank!, sind wir für eine Erinnerung noch nicht alt genug, ... ja, damals in den späten Sechzigern, da waren für uns eher noch Cream und Jimi Hendrix angesagt... Lloyd war bereits zu dieser Zeit einer der Superstars des Jazz. Am Ende der fünfziger Jahre, noch während seines Studiums hatte er immer wieder mit Größen wie Ornette Coleman, Eric Dolphy oder Don Cherry gejammt und war auf diese Weise ziemlich schnell in die erste Garnitur der US-Jazzcracks hineingewachsen. Nach einem Gastspiel beim Cannonball Adderley Sextett gründete er schließlich sein eigenes, überaus erfolgreiches Quartett. Das live beim Monterey-Festival 1966 aufgenommene Album "Forest Flower" entwickelte sich zum Millionenseller und ereichte eine für ein Jazzalbum bis dato kaum gekannte kommerzielle Dimension. Er spielte in den großen Arenen wie dem Fillmore in San Franzisco und brachte seine Musik damit auch den Freunden der Rockmusik näher. Bei sich hatte er Musiker wie Keith Jarrett, Jack DeJohnette und Cecil McBee, die mit ihm zusammen bekannt und berühmt wurden. Die Leser von Downbeat, der renommiertesten Jazzpostille Amerikas, wählten ihn zum "Jazzkünstler des Jahres". Kurz: der Mann hatte eigentlich alles erreicht. Doch der sensible Musiker war damit erst am Anfang seiner Suche. Ständiger Tourneestress und der Druck der Öffentlichkeit waren für ihn nicht mehr auszuhalten. "Ich ließ diese Geschäfte zugunsten von höheren Zielen hinter mir" sagt er, und das klingt bei ihm überhaupt nicht pathetisch. "Ich wollte einfach mehr über das Wesen aller Dinge und über mich selbst wissen" Und so stieg er denn aus. Keine Platten, keine Tourneen, keine Interviews mehr. Nur noch Konzentration, Meditation und der Versuch, sich selber zu sein. "Ich ging ganz allein in den großen Wald und war einfach still. Die Leute hielten mich für einen Einsiedler." - Womit sie wahrscheinlich auch recht hatten. Doch heutzutage betont er viel mehr, dass man seine Erfahrungen teilen müsse, mit den Nachbarn, mit der Familie, mit möglichst vielen Mitmenschen. Aber dazu muss man wohl solche Erfahrungen erst mal gemacht haben. In den siebziger Jahren ließ er sich nur selten dazu hinreißen, auf eine Bühne zurückzukehren. Die Experimente mit Flöte, Stimme und Harfe, die er in seiner abgeschiedenen Klause im kalifornischen Big Sur durchführte, waren ihm wichtiger. Deren Ergebnisse würde man heute sicher als New Age Music bezeichnen. Über solche Klassifizierungen aber kann Lloyd mittlerweile nur noch lachen. "Das ist etwas für die Plattenindustrie. Ich kenne keine Etiketten sondern nur Musik. Ich selbst machte immer nur die Musik, die ich fühlte. Als ich an der Universität Musik studierte, da analysierten die Leute immer: "Rock, Jazz, Beethoven... ah, Beethoven, das ist ein gutes Beispiel", man spürt sein Engagement bei solchen Themen, "Beethoven lag nichts am Analysieren, er tat's ganz einfach. Jemand anderes kommt und sagt dann, was es ist, betreibt sowas wie Formanalyse. Aber wenn man wie ich in Memphis aufwächst und schon sehr früh Bluesmusiker wie Howlin' Wolf oder Johnny Ace hört, dann merkt man sehr schnell, worum's in der Musik wirklich geht. Dieses Etwas erschreckte mich geradezu, es war einfach gewaltig und bewegte mich tief. Ich glaube, es ist letztlich etwas Religiöses, etwas Metaphysisches. Du kannst den Blues hören und es ist wie ein Gebet. Es sagt dir etwas Grundsätzliches über das menschliche Leben und seine Gesetze. Leute wie Charlie Parker nahmen dies auf und transportierten es auf ein anderes künstlerisches Niveau." Trotz der etwas abgehobenen Thematik, habe ich das Gefühl: der Mann weiß, wovon er redet. Da ist eine Ehrlichkeit, eine Verbindlichkeit, die im Showbusiness,- und auch Jazz ist Showbusiness,- ganz selten ist. "Ich bin nicht im Showbusiness. Ich mach' wirklich nur Musik. Das ist sehr wichtig!" Er besteht darauf und seine Biographie belegt diese Behauptung ja auch. 1981, nach rund einem Jahrzehnt der Abwesenheit aus der Jazzszene, tauchte plötzlich ein junger, zwergenwüchsiger Pianist in Lloyds Exil auf: Michel Petrucciani, heute ein großer Name in der Jazzwelt, faszinierte Charles Lloyd derartig, dass er sich langsam wieder mit dem Gedanken befasste, auf die Bühne zurückzukehren. Er ging 1982 und 1983 mit Petrucciani auf Tournee und zum Ende der achtziger Jahre kristallisierten sich immer mehr die Umrisse eines neuen, großen Projektes heraus. Aber da gab es immer noch die Angst vor dem Business. Und so musste er denn geradezu gedrängt, ja überredet werden zu der neuen Platte, die er ohnehin nicht mit irgendjemandem gemacht hätte. In Manfred Eicher, der im Juli 1989 schließlich "Fish out of Water" produzierte, fand Lloyd einen Freund und Partner, der seine Intentionen verstand und fähig war, sie als Produzent im Studio umzusetzen. "Er half mir sehr, weil er nicht nur meine Musik richtig hörte, sondern auch meine Stille." Es muss wie ein Psychodrama gewesen sein, als sie die Platte in Norwegen aufnahmen. "Ich war am Boden und man half mir wieder auf, ich war zwischen Himmel und Hölle, es war wie eine Geburt". Doch schließlich war "Fish out of water" fertig und es war alles gut. Sehr gut sogar. Ein Fisch, der aus dem Wasser schnellt, voller Lebensfreude, voller Melancholie, beseelt von der Sehnsucht nach etwas Höherem, dem er entgegenstrebt und wieder zurückkehrt ins Wasser, ins Leben. Ein Bild, ein Symbol für die Vita von Charles Lloyd, vielleicht für das Schicksal aller Suchenden. Musik, die tatsächlich stilistische Kategorien hinter sich gelassen hat und eine Sprache der Seele ist. Sie teilt sich deshalb auch denjenigen mit, die ansonsten mit Jazz weniger anfangen können. "Da ist etwas Universelles in dieser Musik, etwas, das eigentlich jedermann hören kann. Das ist ganz transparent und kein Geheimnis. Wie eine uralte Weisheit. Du musst nur zuhören". Was davon zum Hörer rüberkommt, das interessiert ihn brennend. Zu seinem Publikum hat Lloyd ohnhin ein tiefes Verhältnis. Er gibt zu, dass ihm dessen Anerkennung und Zuneigung während der langen Bühnenabstinenz gefehlt hat. Der Kontakt zu den Leuten sei ihm wichtig, er sagt sogar, dass er mit einer besonderen Fähigkeit zur Kommunikation gesegnet sei. "Ich will meine Erfahrungen mitteilen in einer Sprache, die Musik heißt. Ich gebe das, was ich geben kann und meine Zuhörer das Ihre. Ich gebe mich ganz der Musik hin und meine Musiker tun das genauso. Das ist etwas Höheres, etwas Geistiges, etwas, was mit Demut und Hingabe zu tun hat. Da ist eine ganze Menge Liebe, die man mitteilt, etwas tief Gefühltes. Die Leute kriegen das mit, die haben eine Antenne dafür. Darüber war ich immer glücklich". Liebe, Demut und Hingabe sind Schlüsselworte für ihn, genau wie sie es einst für den großen Innovator des Jazz, John Coltrane, waren. Wenn man ihn dann tatsächlich spielen sieht, wird anschaulich, was damit gemeint ist. Keine Beifalls- oder Effekthascherei, nicht diese abgegriffenen Tricks, wie sie etwa routinierte Popstars, aber auch "seriöse" Jazzmusiker immer wieder vorführen, sondern ein subtiles Spiel des Gebens und Nehmens, in das er vor allem auch seine Mitmusiker mit einbezieht. Allen voran der Pianist Bobo Stenson, der sich einlässt auf diese Art des Musizierens, sich anpassend und gleichzeitig eigene Impulse gebend. Schon am Blickkontakt auf der Bühne wird deutlich, welchen Respekt sie voreinander haben, welche Zuneigung hier herrscht. Der Pianobegleiter wechselt immer wieder die Rolle, wird zum Führenden, wirft Themen ein, und zieht sich wieder zurück in eine musikalische Aufmerksamkeit, die Charles Lloyd sichtlich genießt. Bewundernd lauschend sitzt er wðhrend der Pianosoli auf einem Barhocker und schmunzelt ab und zu, wie zu einer besonders guten Pointe. Die ganze Zeit aber steht das Quartett unter dieser in sich versunkenen Hochspannung, die fast schon etwas Sakrales hat. Man spürt: das ganze Potential dieser Musiker konzentriert sich auf diesen Moment. "Wieso eigentlich spielen Sie ausgerechnet Saxophon, Mister Lloyd, gibt's da irgendeinen Grund außer dem des Zufalls?" Bei vielen großen Musikern habe ich mich schon gefragt, wie sie wohl auf einem anderen Instrument klingen würden, ob sich ihre Fähigkeiten übersetzen ließen in eine andere instrumentale Sprache. Der grauhaarige Musiker mit den indianischen, afrikanischen, mongolischen und irischen Vorfahren formuliert sorgfältig und überlegt: "Das Saxophon reflektiert für mich die Bedingungen des menschlichen Seins und die des Planeten Erde am besten", eine prätentiöse Antwort, gewiss, aber er kann's auch anders erklären: "Ich hörte immer alle Möglichkeiten des Ausdrucks auf diesem Instrument. Denken Sie mal, wie verschieden doch die großen Saxophonisten klingen". Er nennt Ben Webster, Sonny Rollins, John Coltrane, deren Namen er genießerisch auf der Zunge zergehen lässt. "Es gibt so viele Möglichkeiten, auf dem Saxophon zu atmen und zu singen. Ich weiß, dass das meine Stimme ist. Ich kann nicht singen, deshalb spiele ich Saxophon. Wenn ich singen könnte, würde ich singen. Dann bräuchte ich tatsächlich nichts anderes, als mich selbst." Sich selbst zu suchen, sich dabei mit den Dämonen der Seele auseinanderzusetzen, sich dadurch stetig weiterzuentwickeln und auf eine höhere Bewusstseinsstufe zu gelangen, das kennzeichnet den Weg zu dem Ziel, das sich der inzwischen 52-jährige Charles Lloyd gesetzt hat. "Man hört das heute in meiner Musik, es ist eine Grundlage dafür". Im Hinausgehen frage ich ihn: "Meinen Sie, die Leute hören und mögen das wirklich?" Er lächelt leicht ironisch: "Ich glaub' schon, dass es das wert wäre, denn ich brauchte sehr lange dafür!"

Sonntag, 7. Dezember 2025

Konfirmation

Konfirmation. Erwachsen geworden. Als Gesamtmensch. Nicht nur emotional oder intellektuell. Wie bei manchen Urvölkern in vielen Ritualen. Mein Vater hat mich geführt. Es ging um ein breiteres und tieferes Verstehen, um ein Bemühen, um eine Konzentration auf Text und Gefühl, es ging um Selbstbestimmtheit und Entdeckung des Selbst, auch und gerade in der Religion, man könnte auch sagen, im Sinne von etwas Höherem. Für ein eigenes Suchen wurden mir Instrumente gezeigt. Aber auch das Alltägliche, das Dösen, das Brüten, das Trülen über gewissen Inhalten, das Aufsagen von etwas, was einem zunächst sinnlos erschien und vielleicht erst später klar wurde, von etwas, was wie eine zunächst unbegriffene Formel von außen kam, mit dem Anspruch, dies in Beziehung zu sich selbst zu setzen. Eine Haltung dazu zu entwickeln. Das Hineinfinden in einen Zusammenhang, - was einen sehr fordern kann. Etwas begreifen, mit ihm umgehen. Dazu führte er mich hin, indirekt auch mal, oft direkt, immer mit einem sanften Vertrauen in das eigene Selbst. Ich höre jetzt, dass die Konfirmationsgruppen immer kleiner werden, dass verschiedene Dörfer und Bezirke für die Pfarrer zusammengelegt würden, um überhaupt eine zahlenmäßig zweistellige Gruppe bilden zu können. Ich denke dann, dass ich Glück gehabt habe, so geführt zu werden, solche Impulse für das ganze folgende Leben empfangen zu haben. Vielleicht aber auch wurde ich dazu hingeführt, vieles zu gutmütig zu sehen, auf die Einsicht, auf das Verständnis zu hoffen. Vielleicht wurde ich dazu hingeführt, etwas von dem zu verlieren, was man in dieser Welt offenbar braucht.

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Populus

Als Popkritiker hört man das Zeugs ja ununterbrochen, es ist Material, zu dem man gezwungen ist. Kein Wunder, dass man irgendwann anfängt, im gehassten „Mainstream“ das Außergewöhnliche zu suchen und dann zu propagieren, es regelrecht zu lieben. Man hat ja den Überblick. Die meisten Kritiker wollen diese Sicht dann absolut setzen, womit sie schon den ersten Schritt der Entfernung vom „Normalkonsumenten“ machen, der Musik höchstens mal zwischendrin zur Entspannung hört und auf billige Popheldenverehrungsreflexe reagiert. Im Rahmen seiner Rolle als Avantgardist, der alles souverän zu überblicken glaubt, scheint der Popkritiker damit so gar nichts am Hut zu haben und grenzt sich also fortwährend gegen solche „irrelevanten“ Bestrebungen ab. Er selbst in all seiner Coolness wähnt sich viel näher am Gral, vergisst aber darüber gerne, dass die drei Buchstaben „Pop“ für „populär“ stehen. Also eine Musik, die unter anderem mit grellen Effekten und Übertreibungen operiert, mit Vereinfachungen, Reflexen und Hörgewohnheiten, die nichts oder wenig auf Geschmäcklerein gibt, sondern die Masse des Volkes („Populus“) bedient. Dieses Volk macht sie dann durch Tricks und Effekte (oft Sex, aber auch andere Egokultismen...) des Hervortuns zu Konsumenten und in der Folge zu Bewunderern, die das ausleben, was man selbst als Angehöriger einer Masse gerne ausleben würde. Pop ist also Massenkultur, hat aber im Laufe seiner Entwicklung auch andere Ausdrucksmöglichkeiten gewonnen. Deren scheinbare „Relevanz“ und Wichtigkeit für den Fortgang des Ganzen aufzuzeigen, hat sich der Popkritiker oft vorgenommen. Seine Recherche beschränkt sich dabei allzu oft auf dem Nachspüren von Trends, im Untergrund, in der Avantgarde dessen, was man für so „relevant“ hält, dass es gar seinen Einfluss auf Massenphänomene nehmen könnte. Die Gefahr: sich in der Mitte eines Flow zu wähnen, der nur dazu da ist, bestimmten Leuten eine Möglichkeit zur Abgrenzung zu verschaffen, sich als Wissender einzuordnen, dort wo plumpe Reflexe regieren. Sicher, es gilt das Originelle aufzuspüren, das, was potentiell auch eine Masse ansprechen könnte, das mit seiner Kreativität nahezu überwältigt. Doch betrachte ich die Realität der Popkritik, so kommen mir erhebliche Zweifel an einer solchen Sicht. Meist scheint mir ja doch das nachgeäfft zu wereden, was unter Wissenden und Auskennern gerade angesagt ist.

Dienstag, 30. September 2025

Dem Elvis auf der Spur

Ich lese in einer Besprechung des neu gewendeten (neue Texte, andere SängerInnen aus dem iberischen Raum) Albums „This Years Model“ (Original von 1978) von Elvis Costello. Da ist die „Spielzeugorgel, die einst witzig gewesen sein mag... Ach so! „Dabei ist es das, was mir immer gefallen hat: der Stilbruch, dieses Anti-Rockistische, das Skurrile daran, dass diese Orgel trotz allem toll und stilsicher gespielt war, dass sie eine Art von schmierigem Punk-Element herein brachte, das Billige, Jahrmarkthafte, dass sich einer in einer Zeit der langen Soli so zurücknehmen konnte und dem Song mit Ausschmückungen, Phantastischem und Brücken/Überleitungen, Soundhintergründen aller Art dienen konnte…, das scheinbar unbekümmerte Reinhauen mit guten Songs) Übrigens: Der Orgelspieler vor vielen Jahren hieß Steve Nieve und wurde/wird nicht nur von mir heftig bewundert. Costellos Band hieß damals The Attractions und führte das scheinbar Abseitige auf ein neues Niveau der Rockmusik. Das Engagierte, Leidenschaftliche, Hingebungsvolle Ich wünschte mir, „heutige“ Popmusik würde solche Elemente mehr in ihr Instrumentarium einführen. Aber ich vermute, dass hier mehr auf vorformulierte Codes zurück gegriffen wird, auf feststehende Grooves und Stilmittel, die einem ganz genau vordefinierten Stil zugeschrieben werden. Das Crossover-Bemühen im eigentlichen Sinn scheint es nicht mehr zu geben, es scheint alles im Voraus festgelegt. In diesem stilistische kaum festgelegten Rahmen wird wohl Individualisten eine Art Bewegungsraum gewährt, der später freilich von mächtigen „Produzenten“ eingesetzt, in einen Zusammenhang gestellt und bearbeitet wird.

Freitag, 4. Juli 2025

Anfangs

Es gab in der Rockmusik früher oft fein ziselierte Klänge/Klangebilde und lyrische Zeilen, die man auch für „romantisch“ hätte halten können. Der romantische Künstler scheint dabei in vielerlei Hinsicht das „Role Model“ dafür abgegeben zu haben. Betonung der Individualität, Befreiung der Bedürfnisse, Kritik an der Konsumgesellschaft und dem, was als „normal“ verkauft wird, Spießertum, Kleingeisterei u.ä. Bei genauerem Hinsehen war dieser romantische „Effekt“ jedoch allzu oft beabsichtigt und sollte auf der Ebene dahinter oft genug dem Zweck der Umsatzsteigerung dienen. Dass die Künstler oft selbst empfindsame Geister waren, wurde da gerne in den Dienst genommen, weil die „Fans“ ja an solche Haltungen und Gegebenheiten von Künstlern glaubten. Sie wurden oft genug (und manchmal auch zu Recht) als hochsensible Geister angesehen, die einem brutalen Materialismus ausgeliefert waren. Blöd nur, dass es nicht wenige „Künstler“ auf diesem Terrain gab, die sich in den von der Gesellschaft propagierten Reichtum, in Villen, Schlösser, Yachten und Nobelkarossen flüchteten. Unbemerkt waren sie auf diese Weise in die Fänge der brutal materialistischen Kräfte der Gesellschaft geraten. Im Nachhinein wurde dies mit allerlei Rechtfertigungsstrategien versehen: kreative Geister von solchem Format sei so etwas nachgesehen und es ginge ja überhaupt um das Ringen um Anerkennung, um sozialen Status, der dadurch zu erreichen war. Es ging um Mimikry, um subversives Verhalten, um ein Einschleichen in soziale Rollen, - letztlich um so etwas wie den „Marsch durch die Institutionen“. Die dabei auftretende Deformation des Bewusstseins, die Korruption durch das „große Geld“, all dies wurde schulterzuckend zur Kenntnis genommen.

Sonntag, 23. Juni 2024

Sozialisation

Wir blicken um uns und sind aus dem Moment heraus erstaunt. Später versuchen wir, uns das Schauspiel um uns herum zu erklären. Jetzt habe ich etwas dazu aufgeschnappt, das mich stark angeregt hat, - denn: In der Zivilisation haben wir es allzuoft mit standardisierten Menschen und weniger mit einer Vielfalt zu tun. Es ist nicht korrekt, es ist nicht schön: die Stanze herrscht, die Gleichmachung in den Köpfen. Sozialisation. Dressur. Training. Das sich klar zu machen, mag manchmal schwierig sein, besonders weil wir uns selbst natürlich für ganz etwas ganz Besonderes halten. Aber der Einzelne läuft dauernd Gefahr, sich in einer Funktion oder in einem Status aufzulösen. So kommt die „Persona“, wie es der Psychologe CG Jung vor gefühlt 100 Jahren schon formulierte, oft ins Gehege mit der Entwicklung eines eigenständigen Selbst. Dafür mag auch der bekannte Satz eines Dichters aus vergangenen Jahrhunderten stehen: „Wir werden als Originale geboren und sterben als Kopien“. Heute jedoch scheint es so: Die Persönlichkeitsentwicklung bei gewissen Naturvölkern gründet sich vor allem auf empathische Zuwendung (Ob wir von ihnen etwas lernen sollten?). Für sie hat diese Persönlichkeitsentwicklung mit Beziehung zu tun, mit dem Versuch, mit anderen oder der Natur in einen Austausch zu treten. In einen nicht competitiven Austausch, also nicht in einen Wettstreit um das größere „Wachstum“! Es könnte gelten: „Gehe völlig nach außen, aber kenne dich selbst und nimm die Folgen deiner Handlungen auf dich“. Das trifft auf die Verbundenheit des Einzelnen und der Gesellschaft zu und führt zu der damit verbundenen Verantwortung für das eigene Sein. Mit einer Geisteshaltung, die sehr selbständig und ungebunden sein kann, bleiben wir also gebunden: empathisch gebunden. Unsere Zivilisation aber produziert Persönlichkeiten, die sich auf stereotypische Weise gegen empathisches Erleben wehren und dadurch grundsätzlich voneinander isoliert sind. Hier ergeben sich viele Paralellen zu dem modisch gewordenen Begriff "Neoliberalismus", dessen Auswirkungen unsere Wirklichkeit auf vielerlei Art prägen. Da die Rollenspiele in unserer Gesellschaft auch dem öffentlichen Verhalten gelten, produzieren sie ein scheinbar der Gemeinschaft gewidmetes Leben. Aber in Wirklichkeit wird unter dem Deckmantel des gemeinschaftlich Gesinnten der Gesellschaft Gewalt angetan. Das sich öffentlich Geben und Aufspielen ist eine Verdinglichung. Unser Bewusstsein nimmt dies als eine universale Art des Seins an und die Identifizierung des Ich mit Äußerlichkeiten führt zu einem Verhalten, das dem Besitz von Dingen dem gleichsetzt, wer man ist. Es entfernt den Menschen von der Realität. Es führt unter anderem zu zerstörerischen und gewalttätigen Kriegen. Es führt auch zu einer grundsätzlichen Unverantwortlichkeit dem Menschen gegenüber. X x We look around and are amazed at the moment. Later we try to explain the spectacle around us. Now I've picked up something that really inspired me - because in civilization we all too often deal with standardized people and less with diversity. It's not correct, it's not nice: the standard prevails, the equality in the minds. Socialization. Dressage. Training. This can sometimes be difficult to realize, especially because we naturally think of ourselves as very special. But the individual is constantly in danger of dissolving into a function or a status. The “persona”, as the psychologist CG Jung put it 100 years ago, often gets in the way of the development of an independent self. The well-known sentence of a poet from past centuries may also stand for this: “We are born as originals and die as copies”. Today, however, it seems like this: Personal development among certain indigenous peoples is based primarily on empathic attention (whether we should learn something from them?). For them, this personality development has to do with relationships, with the attempt to enter into an exchange with others or with nature. In a non-competitive exchange, i.e. not in a competition for greater “growth”! It might apply: “Go completely outward, but know yourself and accept the consequences of your actions.” This applies to the connection between the individual and society and leads to the associated responsibility for one's own existence. With a mindset that can be very independent and unattached, we remain bound: empathetically bound. However, our civilization produces personalities who stereotypically resist empathic experience and are therefore fundamentally isolated from one another. There are many parallels here to the now fashionable term "neoliberalism", the effects of which shape our reality in many ways. Since the role plays in our society also apply to public behavior, they produce a life that appears to be dedicated to the community. But in reality, violence is being done to society under the guise of being communal. Giving and performing oneself publicly is a reification. Our consciousness accepts this as a universal way of being and the identification of the self with externals leads to behavior that equates owning things with who one is. It removes man from reality. It leads, among other things, to destructive and violent wars. It also leads to a fundamental irresponsibility towards people.

Freitag, 14. Juni 2024

Das Einzelne und das Ganze

Wir blicken um uns und sind aus dem Moment heraus erstaunt. Später versuchen wir, uns das Schauspiel um uns herum zu erklären. Jetzt habe ich etwas dazu aufgeschnappt, das mich stark angeregt hat, - denn: In der Zivilisation haben wir es allzuoft mit standardisierten Menschen und weniger mit einer Vielfalt zu tun. Es ist nicht korrekt, es ist nicht schön: die Stanze herrscht, die Gleichmachung in den Köpfen. Sozialisation. Dressur. Training. Das sich klar zu machen, mag manchmal schwierig sein, besonders weil wir uns selbst natürlich für ganz etwas ganz Besonderes halten. Aber der Einzelne läuft dauernd Gefahr, sich in einer Funktion oder in einem Status aufzulösen. So kommt die „Persona“, wie es der Psychologe CG Jung vor gefühlt 100 Jahren schon formulierte, oft ins Gehege mit der Entwicklung eines eigenständigen Selbst. Dafür mag auch der bekannte Satz eines Dichters aus vergangenen Jahrhunderten stehen: „Wir werden als Originale geboren und sterben als Kopien“. Heute jedoch scheint es so: Die Persönlichkeitsentwicklung bei gewissen Naturvölkern gründet sich vor allem auf empathische Zuwendung (Ob wir von ihnen etwas lernen sollten?). Für sie hat diese Persönlichkeitsentwicklung mit Beziehung zu tun, mit dem Versuch, mit anderen oder der Natur in einen Austausch zu treten. In einen nicht competitiven Austausch, also nicht in einen Wettstreit um das größere „Wachstum“! Es könnte gelten: „Gehe völlig nach außen, aber kenne dich selbst und nimm die Folgen deiner Handlungen auf dich“. Das trifft auf die Verbundenheit des Einzelnen und der Gesellschaft zu und führt zu der damit verbundenen Verantwortung für das eigene Sein. Mit einer Geisteshaltung, die sehr selbständig und ungebunden sein kann, bleiben wir also gebunden: empathisch gebunden. Unsere Zivilisation aber produziert Persönlichkeiten, die sich auf stereotypische Weise gegen empathisches Erleben wehren und dadurch grundsätzlich voneinander isoliert sind. Hier ergeben sich viele Paralellen zu dem modisch gewordenen Begriff "Neoliberalismus", dessen Auswirkungen unsere Wirklichkeit auf vielerlei Art prägen. Da die Rollenspiele in unserer Gesellschaft auch dem öffentlichen Verhalten gelten, produzieren sie ein scheinbar der Gemeinschaft gewidmetes Leben. Aber in Wirklichkeit wird unter dem Deckmantel des gemeinschaftlich Gesinnten der Gesellschaft Gewalt angetan. Das sich öffentlich Geben und Aufspielen ist eine Verdinglichung. Unser Bewusstsein nimmt dies als eine universale Art des Seins an und die Identifizierung des Ich mit Äußerlichkeiten führt zu einem Verhalten, das dem Besitz von Dingen dem gleichsetzt, wer man ist. Es entfernt den Menschen von der Realität. Es führt unter anderem zu zerstörerischen und gewalttätigen Kriegen. Es führt auch zu einer grundsätzlichen Unverantwortlichkeit dem Menschen gegenüber. x x We look around and are amazed at the moment. Later we try to explain the spectacle around us. Now I've picked up something that really inspired me - because in civilization we all too often deal with standardized people and less with diversity. It's not correct, it's not nice: the standard prevails, the equality in the minds. Socialization. Dressage. Training. This can sometimes be difficult to realize, especially because we naturally think of ourselves as very special. But the individual is constantly in danger of dissolving into a function or a status. The “persona”, as the psychologist CG Jung put it 100 years ago, often gets in the way of the development of an independent self. The well-known sentence of a poet from past centuries may also stand for this: “We are born as originals and die as copies”. Today, however, it seems like this: Personal development among certain indigenous peoples is based primarily on empathic attention (whether we should learn something from them?). For them, this personality development has to do with relationships, with the attempt to enter into an exchange with others or with nature. In a non-competitive exchange, i.e. not in a competition for greater “growth”! It might apply: “Go completely outward, but know yourself and accept the consequences of your actions.” This applies to the connection between the individual and society and leads to the associated responsibility for one's own existence. With a mindset that can be very independent and unattached, we remain bound: empathetically bound. However, our civilization produces personalities who stereotypically resist empathic experience and are therefore fundamentally isolated from one another. There are many parallels here to the now fashionable term "neoliberalism", the effects of which shape our reality in many ways. Since the role plays in our society also apply to public behavior, they produce a life that appears to be dedicated to the community. But in reality, violence is being done to society under the guise of being communal. Giving and performing oneself publicly is a reification. Our consciousness accepts this as a universal way of being and the identification of the self with externals leads to behavior that equates owning things with who one is. It removes man from reality. It leads, among other things, to destructive and violent wars. It also leads to a fundamental irresponsibility towards people.

Mittwoch, 5. Juni 2024

Luther, Geh Voran

Was wir von Martin Luther lernen können? Das Beharren auf uns selbst als Instanz, das konzentrierte Festhalten von Werten und Zielen, die man für sich und andere als wichtig erkannt hat. Das auch gegenüber vermeintlichen Autoritäten durchzusetzen, dafür zu stehen, durch Druck hindurch zu gehen, das zeichnet Juncker Jörgs Weg aus.Dass er darüber hinaus ein Kind seiner Zeit war, dass er auch Unsinn produzierte, wie etwa seinen Antisemitismus, ist unsäglich und jämmerlich, macht aber diesen Weg nicht aus. Das trotzige Beharren auf der von ihm erkannten Instanz, auf der Bibel, auf dem „Wort“, das freilich macht eine Strahlkraft dieser Figur aus. Aufs Heute übersetzen? Wir sind nicht nur dem ständigen Trommelfeuer von Manipulation und Werbung ausgesetzt. Wir sind Objekte geworden, Zahlen in einem Spiel um Rendite und Profit. Sich besinnen auf eigene Werte, nicht gegen und nicht für etwas, sondern in sich selbst geeicht, das könnte etwas Verlockendes sein. Dem Menschen sein Selbstbewusstsein zurück geben, das war auch das Vorhaben der fast zeitgleich stattfindenden Renaissance: Leonardo Da Vinci mag hier als herausragendes Subjekt genannt werden. Der Mann war nicht akademisch gebildet und hat doch der Menschheit Impulse gegeben, die ganz klar bis heute reichen. X x What can we learn from Martin Luther? The insistence on ourselves as an authority, the concentrated adherence to values and goals that we have recognized as important for ourselves and others. To enforce this even against supposed authorities, to stand up for it, to go through pressure, that is what distinguishes Juncker Jörg's path. The fact that he was also a child of his time, that he also produced nonsense, such as his anti-Semitism, is unspeakable and pathetic, but that doesn't make this path possible. The defiant insistence on the authority he recognized, on the Bible, on the “Word”, is of course what makes this figure so radiant. Translate to today? Not only are we subjected to the constant barrage of manipulation and advertising. We have become objects, numbers in a game of return and profit. Reflecting on your own values, not against or for something, but calibrated within yourself, that could be something tempting. Giving people back their self-confidence was also the aim of the Renaissance, which took place almost at the same time: Leonardo Da Vinci may be mentioned as an outstanding subject here. The man was not academically educated and yet he gave humanity impulses that clearly continue to this day.

Dienstag, 2. April 2024

Einzelner und Masse

Durch verschiedene Umstände dazu gebracht, aber auch durch freien Willen habe ich mich in der letzten Zeit intensiv mit so etwas wie Massenkultur, Massendynamik und den Mechanismen des Nationalsozialismus beschäftigt. Manche Leute sagen auch „Erinnerungskultur“ dazu. Unter anderem auch mein Beruf brachte mich dazu, mich mit solchen Phänomenen auseinander zu setzen. Eine Erkenntnis davon ist, dass die Energie, aus der sich solche Antriebe speisen, auch heute noch vorhanden ist und sich derzeit besonders intensiv Bahn zu brechen versucht. Die Aufklärung, das Bewusstwerden konnte dem anscheinend nichts anhaben. Noch immer scheinen sich die Menschen nach dem kollektiven Erleben zu sehnen, nach einer Gemeinsamkeit, die natürlich vielfach politisch und kommerziell ausgenutzt werden kann. Statt dies vorsichtig und zurückhaltend zu handhaben, scheinen heute wieder jene Kräfte die Oberhand zu gewinnen, die sich solches zu Nutze machen wollen. Dass dabei auch der in das Bewusstsein gehobene Holocaust offenbar keine Bremswirkung hat, schockiert mich zutiefst. Es ist ja damit auch klar gezeigt, wohin solches Streben nach „Gemeinsamkeit“ und Gleichgerichtetheit führen kann. Unsere europäische Kultur erlegt uns auf, solcher Mechanismen bewusst zu werden und sie durch kritisches Bewusstsein und Skepsis ein wenig mehr beherrschbar zu machen. Der Einzelne und seine Möglichkeiten wird dabei als die hoffnungspendende Keimzelle betrachtet: Der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, die Emanzipation (Whataboutismen sind dabei erstmal verboten!) ist hierbei das Thema. Ich sah und glaubte aber auch jene Mechanismen in der heutigen Zeit zu erkennen, in anderer Erscheinung anders kanalisiert, aber in Anwendung all jener Verführungsmechanismen, die man glaubte, eigentlich überwunden zu haben. Doch was ist der Mensch für eine Konstruktion? Der Blick nach Asien mag einen da desillusionieren. Massenmörder sorgen per Zwang zu einer bestimmten Weltsicht dafür, dass sie selbst und ihre geistigen Inspiratoren hochangesehen sind. Die Masse applaudiert. Durch Propaganda dazu gebracht. Sie wird in soziale Mechanismen hinein gezwungen, die ihr angepasstes Verhalten geradezu planmäßig hervor bringt. X x Brought to this by various circumstances, but also by free will, I have recently been intensively concerned with things like mass culture, mass dynamics and the mechanisms of National Socialism. Some people also call it “memory culture”. My job, among other things, led me to deal with such phenomena. One insight from this is that the energy from which such drives are fed is still present today and is currently trying to break through particularly intensively. The enlightenment, the awareness, apparently couldn't do anything to harm this. People still seem to long for a collective experience, for a commonality that can of course be exploited politically and commercially in many ways. Instead of handling this carefully and with restraint, those forces that want to take advantage of this seem to be gaining the upper hand again today. The fact that the Holocaust, which has been raised in awareness, does not seem to have any braking effect, shocks me deeply. This also clearly shows where such striving for “commonality” and equality can lead. Our European culture requires us to become aware of such mechanisms and to make them a little more manageable through critical awareness and skepticism. The individual and his possibilities are viewed as the hope-giving nucleus: the issue here is the emergence of people from their self-inflicted immaturity, emancipation (whataboutisms are initially forbidden!). But I also saw and believed I recognized those mechanisms in today's time, channeled differently in a different appearance, but in the application of all those seduction mechanisms that one believed to have actually overcome. But what kind of construction is man? A look at Asia may leave you disillusioned. By forcing them to adopt a certain worldview, mass murderers ensure that they and their spiritual inspirers are highly respected. The crowd applauds. Brought to this by propaganda. She is forced into social mechanisms that produce her adapted behavior in an almost planned manner.