Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Mittwoch, 22. Oktober 2025
Einsamer Wolf?
Er war der einsame Wolf, der durch meine Gedanken schlich. Wim Wenders. Er brachte unsere Gedanken- und Seelenwelt auf einen Nenner. Mit dieser leisen Melancholie, die Bilder zeichnete. Natürlich nahm er 1000 Frauen mit in seine Welt. Also die reale Welt. Manche Gazetten hatten das ausführlich beschrieben. Es ist ja auch das Wichtigste für die meisten Leute. War auch Zeichen des Status. Mit nahezu metaphysischen Argumenten scheint er diese Frauen jeweils wieder verlassen zu haben: Nichts Endgültiges, nichts Abgeschlossenes. Bloß nicht. Freischwebende Gefühlswelt. Ruhe und Bewegung. Erleben, erfahren und Grübeln, Phantasie. Liebe und schroffes Bedürfnis nach Abgrenzung. Alles möglich. Ja klar, das war damals angesagt. Natürlich ein gutes Verhältnis zueinander weiterhin. Nach einer Trennung. So gingen „richtige“ Männer mit „richtigen“ Frauen um, damals. Wirklich? Die Männer waren einsam und auf der Suche nach sich selbst. Heroisch durch alle Selbstzweifel hindurch. Helden. Auserwählte. Nur an sich selbst interessiert. Der Entwurf, das Modell „Lebenskünstler“ hat einem imponiert. Auch davon hat man sich viel zu sehr anstecken lassen. In einer abgehobenen Welt der Künstler war so etwas vielleicht möglich. Aber bei mir? Lonesome Cowboy? Mit Grundsicherung? Diese „romantische“ Lebenswelt unterschied sich immer krasser von meiner. Man fühlte sich mitunter ausgeliefert und verzweifelt. War das das gemeinte „Abenteuer“?
Sonntag, 14. Januar 2024
Alte Helden
Alte Helden: Manche Bilder von ihm haben sich mir eingebrannt.Ich habe später versucht, sie in der Realität aufzusuchen und bin dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Sie sind mir tatsächlich begegnet! Auch hat sich mir seine Achtsamkeit dem Sound und der Musik gegenüber eingeprägt. „Paris/Texas“: Ry Cooder? Nun ja, das hatte schon früh gepasst. Aber genau die monumentalen Bilder (der Weite, bei ihm) waren ja bei der Presse immer verpönt. Klar. Zu pathetisch. Zu monumental. Zudem wurde Wim Wenders ein übersteigertes Künstler-Ego nachgesagt. Eine Zeit lang mag das meine Begeisterung für den Mann abgebremst haben. Doch mit der Zeit entdeckte ich in mir dann doch die Übereinstimmungen mit manchen Bildern seiner Filme, was sich mir schon früh so erschlossen hatte. „Im Laufe der Zeit“: Lang ist’s her. Von den USA nach Europa. Genau meine Linie! Aber das ist ja ohnehin „Im Laufe der Zeit“! Der Film. Ins Chaos platzen, in das Wasser fahren. Lakonisch direkt. Ja klar, den darf man auch nicht erwähnen: „Buena Vista Social Club“: Die untergegangene Musik der zerknitterten alten Säcke und der rüstigen Oma, das Deuten auf das Großartige, der romantische Verweis auf Kuba. Das Fließende. Aus dem Außergewöhnlichen heraus in andere Welten. Die Autos und die sonstige Ausstattung. In sich farbig. Ein skurril-realer Traum. Und dann ein paar Helden per Film verehrt. Nun ja, so schlimm ist das ja nicht! Wenders schuf ja so viele Filme, dass man kaum damit nachkam. Anselm Kiefer, diese verlogene Figur des Großkünstlers, war ihm auch eine Vorlage. Kiefer war ja immer zweideutig. Man konnte seine Sachen so oder anders sehen. Ich habe ja auch mal zwei (!) Ausstellungen von ihm besucht. Gibt es eine Sphäre der Kunst, die darüber (über allem) steht und alles besser weiß? Diese maßlos riesigen Artefakte haben mich auch beeindruckt. Wie kriegte man so etwas hin? Im Ton der Unterwürfigkeit geschriebene Reportagen von seinen riesigen Ateliers in Frankreich habe ich gelesen, auch sein Interview mit der Axel-Springer-Größe Mathias Döpfner. Danach habe ich ein bisschen abgeschaltet.
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