Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 22. Juni 2023
Lachen als Gelderwerb
Comedians, denen man es nie zugetraut hätte, beteiligen sich an dämlichen Gewinn- und Ratespielen, wollen uns fortwährend zum Lachen bringen und scheinen jegliche Glaubwürdigkeit auf diesem Wege zu verkaufen (es los zu werden...). Doch das ist offenbar in diesem Gewerbe egal. Eben noch hielten sie feinsinnig melancholisch und humoristisch gefärbte Reden, zweifelten oder verzweifelten - schon sind sie für ein nettes Gehalt zur schenkelklopfenden Belustigungsindustrie gewechselt, halten dauerlächelnd peinlich genau Formate ein und passen sich halbwegs offensichtlich jeglichen Erwartungen an. Dauergrinsen ist angesagt. Jeder Satz eine Pointe. Alles ein Spass.
Mittwoch, 7. September 2022
TV-Ratespiele
Mir fällt auf, dass immer mehr „Celebrities“ und gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere Konsumgüter in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit großflächigen Anzeigen empfehlen, während Comedy-und Medien-Figuren, die wir bisher aus irgendwelchen Gründen erst nahmen, in den Ratesendungen der Fernsehsender albern (natürlich mit Punktesystem!) Erkenntnisse raten und fleißig über Witze lachen. Gute Laune um jeden Preis ist da angesagt!: dabei hatten wir sie für kritisch gehalten, kritisch gegenüber den Mechanismen der Medien. Es weiß ja jeder, dass dieser Umtrieb mit den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“ nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags, des damit verbundenen Geldes und des gewerbsmäßig übertragenen Images ist.
Der Trick geht so: wer dies oder das benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das angebetete Standbild der Prominenz. Und es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese Weise mindestens dreimal so schön! Übrigens: Gerade diese Comedians, die sich an anderer Stelle so gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, sind darin besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist das denunziatorisch, feige und miserabel. Das Interessiert aber die auf den Geschmack gebrachte Öffentlichkeit. Homestorys, Klatsch, Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den „Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich ein Blick in Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.
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