Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Achtsamkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Achtsamkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 2. Juni 2026

Stress, Digitalisierung und Aufmerksamkeit

Etwas Unbedeutendes mit allen Sinnen wahrnehmen, seine Aufmerksamkeit darauf lenken, Gerüche, Geschmäcker wahrnehmen, die Hektik, den Stress, das fortwährende Multitasking und die überall herrschende Zweckbestimmtheit vergessen, - kann man das lernen? In Kursen? In Workshops? Das Etikett „Achtsamkeit“ erscheint unter anderem angesagt – bei Managern und „erfolgreichen“ Eliten. Sie sollen besser und erfolgreicher funktionieren, sie sollen der Beschleunigung aller Lebensverhältnisse besser folgen können, sie sollen beim Neoiberalen Umzug teilnehmen können. Sie sollen von sich absehen und doch ganz bei sich selbst sein. Sie sollen Skrupel abbauen, um beispielsweise Leute besser entlassen und mit ihnen umspringen zu können. Sie sollen die Vorgaben anderer als die eigenen begreifen. Internalisierung, Verinnerlichung, soll auf diese Weise besser gelingen. Dazu ist Konzentration auf den Atem angesagt, Stille und Langsamkeit heißt es auszuhalten, ruhiges Gehen und bewusstes Essen gilt es zu erlernen, den eigenen Körper spüren, mental bewusst im Hier und Jetzt sein, den Moment genau erleben und vielleicht auch zu genießen - und vieles andere, das gut klingt. Angst und Panik sei dadurch besser auszuhalten, so heißt es, sich selbst annehmen, sich selbst spüren, auch die eigenen Verletzungen, das sei als nobles Ziel ausgegeben. Doch es bleibt eine Frage: Wem nützt es, wenn Achtsamkeit der Maximierung von Glück, Gewinn oder Geschwindigkeit dienen soll?

Montag, 4. Mai 2026

Melanchoblues

Kopf in die Hand stützen: eine Geste, die auf Melancholie weist? Ist da ein Zurück treten aus dem Getriebe, ein „Aus der Welt-Fallen“? Das Ungenügen an der Welt ist jetzt vom Zeitgeist nicht mehr so recht angesagt, entspricht es doch nicht dem amerikanischen „Manifestations“-trick: Alles geschieht, wenn du es nur verbissen genug willst! Vom Tellerwäscher zum Millionär. Ha ha. Der schwer in der Hand liegende Kopf findet aber auch schon in der Antike statt: Da ist Penelope, die Odysseus Rückkehr ersehnt, oder Ajax, bevor er sich in das Schwert stürzt. Was ist das Auftreten der Melancholie in der Kunst? Dürer, Friedrich, Goya, van Gogh oder de Chiroco (und das ist per name dropping nur eine winzig kleine Auswahl!). Es ging in der Antike um „Temperamente“. Um das Schwarzgallige. Gleichzeitig aber auch um ein Nachdenken oder eine Tat. (Sokrates). Solche Einstellungen scheinen zur Zeit nicht gerade beliebt zu sein, hauen sie doch eine Art Bremse in das Dasein rein, anstatt es dem ungehemmten Neoliberalismus entsprechend zu beschleunigen. Und dann später, die Bilder, die wir alle einigermaßen im Sinn haben: Heilsgewissheiten gehen in der Aufklärung flöten, die Romantik versucht das mit ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen auszugleichen. In der empfindsamen Strömung, die als Gegengewicht den Rationalismus ergänzt, wird die Melancholie zum poetischen Gefühl für das Erhabene, das in der Folge immer mehr zum Sentimentalen verflacht und heutzutage in der Werbung einer Sentimentalität „Urständ‘ feiert.

Dienstag, 21. Januar 2025

Ego, Selbst, Welt

Was ich erfahren habe, was ich einigermaßen bedacht und wozu mir Notizen gemacht habe: Es könnte ein Ziel sein, den Dualismus mit der Welt nicht mehr so wie bisher zu leben. Daraus auszusteigen. Eine Auflösung des Egos anzustreben, Weiterentwicklung des Selbst. Doch dies mag in einer neoliberal gesinnten Welt, die auf Raffgier, Egoismus, Eigentum und Eroberung einer äußeren Welt gegründet ist, gar nicht einfach sein. Man müsste sich seine Umgebung frei wählen können, ohne Sorgnisse um bürokratische Interventionen und Übergriffe. Man müsste sich heimisch in einem anderen Sinne fühlen können. Tiefe Freude und Mitgefühl? Allumfassendes Mitgefühl als zentrale Tugend? In meiner Umgebung sind das Träume, die gerne mal als „esoterisch“ bezeichnet werden. Die weggekübelt werden, abgetan, negiert, verteufelt, die als „Abdriften“ abgetan werden. Mitgefühl für das Leid anderer Wesen? Scheint irgendwie aus dem Osten zu kommen. Hat mit Produktion und einer Welt, die man sich untertan machen soll, nichts zu tun. Mitfühlende Achtsamkeit? Ist Teil einer Welt, die es zu überwinden gilt, einer mehr oder weniger passiven Betrachtung, die sich zu den im Supermarkt angebotenen Bewusstseinswaren hin orientiert. Ob ich jetzt in eine andere Phase eingetreten bin? Sehen, Meditation und Handeln und wie sie zusammenhängen könnten. Dadurch eine bessere Welt anstreben? Ja klar, wird belächelt. Was dominiert, ist das wirtschaftliche Fortkommen, die Quartalszahlen, der Zuwachs und das Wachstum, das alles überwuchert, - auch als Vorstellung in unserem Kopf. Das Erkennen der Realität einerseits und das Mitgefühl für alle Lebewesen andererseits: Ich habe mich auf eine Etappe meiner Lebensreise gemacht, ich habe versucht, das bisher Erlebte einzuordnen in meinen Lebenspfad, habe versucht, den „roten Faden“ darin zu erkennen. Habe begriffen, dass in meiner Gesellschaft alleine schon das ein Privileg ist, das ich durchaus in einer Lage sein könnte, die so etwas nicht erlaubt, dass ich mich bevorzugt um Alltäglichkeiten der Bedrängnis kümmern müsste. Dass Krankheit und Tod mich entscheidend bremsen könnten. Mir muss es gelingen, meine gegenwärtige Existenz als Geschenk zu betrachten. Erweckung, Erlösung? Wo sind sie?

Sonntag, 8. Dezember 2024

Lebenskunst

Noble Damen und Herren treten auf, die alles zu wissen vorgeben. Sie geben kluge Ratschläge, wie man besser durchs Leben komme. Strategie. Druck abbauen. Achtsamkeit und Nachhaltigkeit. Sie haben bei jedem Satz diesen Ton, der mich unglaublich stört „Na“ (, dieses sich vergewissernde und belehrende „no“, mal lauter, mal leiser). Sie geben vor, alles von oben herab zu regeln. Sie wissen Bescheid. Im Alltag nehmen sie wahrscheinlich riesige Honorare von den Besitzenden, beklagen aber wortreich die Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Ja ja, die ökonomische Basis! Sie gehören zu einem Überbau, der in Wirklichkeit mit anderen Lebensverhältnissen nichts zu tun hat und nur seinesgleichen „therapiert“. Mit wissendem Gesicht. Haben ein Buch geschrieben (unter Bildungsbürgern der Ausweis von „Fähigkeit“). Ob sie das jetzt promoten oder ob sie dem geneigten Zuhörer von ihren steilen Thesen berichten wollen? Lese-Tourneen. Der „Zielgruppe“ vorstellen? „Verkaufen“?Die Sphären und Absichten gehen ineinander über, was einen Teil eines Problems ausmachen könnte.

Freitag, 4. Oktober 2024

Stadt Land

Über die Medien, über das, was uns vermittelt wird, scheinen wir immer nur von den Befindlichkeiten der „Stadtmenschen“ auszugehen. Es geht um eine gegen stattliches Honorar aufzusuchende Nähe zur Natur. Es geht ums Abschalten. Man müsse erstmal wieder in den Wald gehen. „Naturtherapie“ ist angesagt. Dinge, die auch in Unternehmen praktiziert werden könnten. Das Handy, - bloß nicht das Handy, der Stress! Digitox! Das ist der Tod jeder Entspannung. Es gilt, seltsame Riten im Freien zu vollziehen und dem ungewissen Effekt dessen gelassen entgegen zu sehen. Am Besten „achtsam“. „Erleuchtet“, wenn`s geht….

Dienstag, 24. September 2024

Stadtmenschen

Über die Medien, über das, was uns vermittelt wird, scheinen wir immer nur von den Befindlichkeiten der „Stadtmenschen“ auszugehen. Es geht um eine gegen stattliches Honorar aufzusuchende Nähe zur Natur. Es geht ums Abschalten. Man müsse erstmal wieder in den Wald gehen. „Naturtherapie“ ist angesagt. Dinge, die auch in Unternehmen praktiziert werden könnten. Das Handy, - bloß nicht das Handy, der Stress! Digitox! Das ist der Tod jeder Entspannung. Es gilt, seltsame Riten im Freien zu vollziehen und dem ungewissen Effekt dessen gelassen entgegen zu sehen. Am Besten „achtsam“. „Erleuchtet“, wenn`s geht….