Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 26. Dezember 2021

Weihnachtsrituale

 Heuchelei scheint mir angesagt im Streben nach generationenübergreifender Gemeinsamkeit an Weihnachten, selbst in Pandemiezeiten. Meist scheint sich diese Art der Gemeinsamkeit in sentimentalen Ritualen zu erschöpfen: Fressen, Saufen, Lieder singen... Am Ende ist man (wer?) froh, wenn die Verwandtschaft unter dem Absingen von Weihnachtsliedern wieder abhaut. Zuvor freilich sollte sie in diesen wirtschaftlich ungünstigen Zeiten möglichst eine gewisse Summe Geldes auf den Gabentisch gelegt haben, was als soziales Schmiermittel durchaus sehr gerne gesehen wird. Schließlich hat man sich genug der inkorrekten und nicht gerade "woken" Sprüche dafür anhören müssen und es will ja eine neue, unter den obwaltenden Umständen unterbrochener Lieferketten schwierig zu erwerbende Spielkonsole möglichst bald ausprobiert werden. Jaja, das alles beschreibt ein Klischee, das dennoch im Durchschnitt sehr verbreitet sein könnte, auch im (neu-)deutschen Familienleben.

Samstag, 2. September 2017

Alter und Jugend (3)

Sich und seine Grenzen kennen zu lernen. Das in ein Verhältnis bringen. Nicht das Unmögliche von sich verlangen. Nicht den geträumten Träumen nachrennen. Man hätte sie früher für möglich halten können. Nun gilt es, das Erreichte zu verwalten. Eingebunden sein in ein Ganzes, in eine Welt, in eine Gesellschaft, darum zu wissen. Es geht doch nicht darum, zu verallgemeinern und „die Jugend von heute“ über einen Kamm zu scheren. Aber man glaubt, aus seiner eigenen Perspektive etwas wahrgenommen zu haben, was Altersklassen kennzeichnet. Rentengeneration jetzt. Ob die Nachfolgenden auch noch solch „traumhafte“ Rentenbedingungen vorfinden werden, wie die gegenwärtigen Rentner? Welchen Einfluss wohl die viel besprochene „Arbeitswelt 4.0“ darauf haben wird? Wird sich nicht unter ihrem Einfluss nahezu alles anders darstellen? Sogar die Wertewelt? Sich darauf einstellen und sich anpassen, ist das die Devise? Google, Facebook & Co geben vor und wir folgen alle nach.... Oder ein Gestalten dieser neu sich abzeichnenden Sphäre, wäre das etwas? Wo? Wie?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?

Mittwoch, 16. August 2017

Alt und Jung (2)

Haha, man war ja selbst einmal jung, jünger als jetzt...... Was mir auffiel an sehr jungen Menschen? Das Folgende gleicht einer Stoffsammlung, entstanden aus tausend Zetteln: Es wurden von vielen jungen Menschen oft sehr einzelne, sehr isolierte Welten hochgezogen, die als absolut gegeben betrachtet wurden. Meine Sicht dagegen ist: diese Lebenswelten kann man verändern! Zumindest prinzipiell. Das glaubten viele unter uns und warteten zu geduldig auf den schönen Sanktnimmerleinstag für alle. Währenddessen machten „zielgerichtete“ Andersgesinnte und sonstwie besser Angepasste Karriere, - auch bei den damals und heute ehemals Alternativen. Diese Gesellschaft scheint immer mehr in eine Vereinzelung abzugleiten, das, was man Neoliberalismus nennen könnte, wird aus falsch verstandenem Realismus zu schnell akzeptiert. Überhaupt, Nachfragen sind nicht mehr in Mode, es gilt der schnelle Vollzug, - egal von was. Distanz zu sich selbst ist auf dem Rückzug und Empathie wird oft nur gespielt. Unter Kopfhörern, im Smartphone-Gedaddel und auf Internet-Homepages ist jeder für sich, es gilt der individuelle Tunnelblick. Es scheint ein Bedürfnis nach Menschenführung zu herrschen: diejenigen, die sich dafür qualifizieren wollen, sollen vortreten! 
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen? 

Montag, 14. August 2017

Alt und Jung (1)

Wo eigentlich sollen Alt und Jung auch nur aufeinander treffen? Geschweige denn sich austauschen? In den Familien? Da scheint die Arbeits- und Karrierepflicht, der sich junge Leute mit ihren Ohrstöpseln ausgesetzt fühlen, mitsamt allen Folgen vorzugehen und die klassische Familie, in der Alt und Jung unter einem Dach wohnen schon lange in der Auflösung begriffen....,...ja, ja, es geht nicht um ein Besserwissen „der Alten“ gegenüber der „heutigen Jugend“ - sondern darum, sich in verschiedenen Altersstufen auszutauschen. Sie leben oft in verschiedenen Lebenswelten, setzen sich mit der „heutigen“ Welt jeweils auf ihre Weise auseinander. Kann man Facebook & Co einigermaßen mit Abstand nehmen, sich mit einer gewissen Distanz nähern, die sich gewisser Gefahren bewusst wäre? Wäre so etwas auch „Medienkompetenz“? Wo soll sich Kontakt abspielen? Geht es darum, Nichtverstehen abzumildern? Um das bessere Begreifen von Verhaltensmustern? Ja klar, es gibt auch viele freundliche, hilfsbereite und nette junge Leute. Alles andere ist dummes Geschwätz. Es geht in jeder Jugendzeit oft darum, etwas auszuprobieren und etwas zu finden, eine Identität, ein Feld im Leben abseits der Arroganz des (körperlich) Stärkeren. Nur ist das alles heute viel kurzfristiger geworden. Was heute gilt, hat morgen keine Gültigkeit mehr, ist „überholt“. Dass Wissenschaft so funktioniert, ist „normal“. Dass aber alles und jedes nach diesem Prinzip funktioniert (sie aktuell: Schülerzahlen), ist nicht unbedingt in Stein gemeißelt. Wer istn zu wenig frech und nimmt alles hin? Wer fängt mit der Sphäre des Politischen (das man so oder anders deuten kann...) noch etwas an? Lasst uns einen Schritt zurück gehen.... Am Spießertum und an Gewohnheiten festhalten, um in einer scheinbaren Sicherheit zu bleiben? Das haben alle ihren jeweils Altvorderen vorgehalten. Möglicherweise wäre auch hier etwas mehr Toleranz vonnöten.

Dienstag, 19. Juli 2016

Blick von hinten (2)

Ich versuche dieser Tage öfters, mich in jene Welt hineinzuversetzen, in der wir damals lebten, in die Haltung, in das, was uns bewegte, in ihre Rhythmen, in ihre Horizonte. Es galt, zu einer Identität zu finden. Auch gegen die Gesellschaft. Ein paar sind dabei herb abgestürzt. Erst verletzt, verwundet, - dann abgegangen. Club 27: Hendrix, Morrison oder Joplin warteten schon. Aber was war der Tod? Eine Figur in einem Gedicht. Etwas, was einen seltsam anfasst. Gewalt, Gefühle wie Hass und Wut? Wie war es damit? Oder auch Humor – bis hin zum Zynismus oder Sarkasmus? Wollte man das diskutieren? Natürlich. Lieber das, was man sich unter Politik vorstellte. Dann doch heutzutage lieber Kleidung, Stil und Musik, das andre Geschlecht und der Sex im Schritt - oder? Und wie war's mit dem Heiligen? Ist ja heute wieder sehr beliebt.... wie mit Ewigkeit und Unendlichkeit, Natur und Kultur, mit Fressen oder Gefressen werden, mit Pathos, Ironie und Nüchernheit? Mit Kritik und Poesie? Hatten wir uns ein bisschen zu viel an der Kritischen Theorie besoffen? Zu viel Wiesengrund Adorno nachgehechelt? Freizeit? War ein All-Time-Projekt. Wir definierten uns wohl auch ein bisschen über Kleidung, Schlampigkeit war da ja immer Absicht..... besonders in der mittleren gesellschaftlichen Klasse...... Aufbruch um jeden Preis war angesagt. Wohin...., da war man tolerant. Später die ewigen Diskussionen, die sich als gruppendyxnamische Versuchsanordnungen stundenlang im Kreis drehten. Das Gesellschaftliche, gewiss, - so lange es einen selbst nicht betraf.

Freitag, 15. Juli 2016

Generation und Sozialisationen

Es ist doch nicht so, dass gestern alles besser war. Bewahre! Diese altbackene Abschätzigkeit der Jugend gegenüber haben wir doch alle auch abgekriegt, als wir jung waren. Überheblichkeit. Selbstgerechtigkeit. Pauschalansichten. Wäre leicht zu entlarven. Aber wenn man nichts anderes kennt, als den wohlständigen Überfluss, wenn man durch dauernde Ablenkung programmiert ist, wenn man ausschließlich in Manuals lebt und die englische Sprache als globale Verständigungsformel akzeptiert, wenn man aus ökonomischen Gründen gehätschelt wird und dies erst als Selbstverständlichkeit und dann als Aufforderung zum Kampf der Generationen auffasst, wenn man glaubt, Annäherung zwischen zwei Menschen beruhe vor allem auf durch Partnerbörsen angestifteten Ficksport, wenn man glaubt, vor den Auswirkungen einer unkontrollierten Globalisierung schon irgendwie bewahrt zu werden, schon darum herum zu kommen, wenn man glaubt, immer zu den Gewinnern zu zählen und unbedingt zählen zu müssen, zu denen, die andere Menschen erniedrigen, wenn man Phänomene wie die Klimaerwärmung verdrängt und sie glaubt, in lächerlichen Konferenzen gebändigt zu sehen, wenn Kriege aller Art zum akzeptierten Alltag („mach das Beste daraus!“) gehören und die Wirklichkeit etwas Manipuliertes ist, das sich vor allem aus Bildern zusammensetzt, Wenn Tiere etwas sind, was es zu produzieren und zu gebrauchen gilt, als kommerzielles Objekt, das im Supermarkt feil geboten wird, wenn das Sterile das Normale ist, - was für eine Sicht der Welt entsteht dann? Sollte hier nicht tatsächlich ein behutsamer Dialog stattfinden, der gerade nicht sein eigenes Zerrbild schafft, sondern auch aufmerksames Zuhören, ein Eingehen aufeinander, ein Verstehen als angestrebte Möglichkeit beinhaltet?  

Freitag, 10. Juni 2016

Blick von hinten (1)

Ich versuche dieser Tage öfters, mich in jene Welt hineinzuversetzen, in der wir damals lebten, in die Haltung, in das, was uns bewgte, in ihre Rhythmen, in ihre Horizonte. Wie sehr glaubten wir etwa, uns Gleichgültigkeit leisten zu können! Es würde ja sowieso das Neue kommen oder das, was kommen muss. Wir würden dabei sein. Wir waren ja ein Teil davon, so oder so. In die Sonne gehen, so nebenbei, - das war es. Egal wie. Ein schlechtes Auto beschafft, losgefahren, einfach so. Ab in die Zukunft!
Und heute?
Gel im Haar, Kohle machen, Solariumsbraun die Dominanz heraus hängen, Menschenführungsverführer, auch mit Wellnessschaum am Waschbrettbauch arbeiten, den Trick heraus und dadurch einen „guten“ Job mit viel Geld haben, bei den Herren neben der statusgemäßen Limousine jetzt auch mal eine Schönheitsoperation erwägen... bei den Damen sowieso zurecht operierte und ewig währende Jugend. Man muss ja mit der Zeit gehen. Ein bisschen Postmaterialismus bei den Oberen, ein bisschen Existenzsicherung bei den Unteren. Big Data überall. Bei beiden Geschlechtern Schamrasur, dazwischen ein bisschen Unterricht in Gender-Dingen. Alles geht, viel Toleranz allüberall. Haben wir uns damals Gedanken über die Verhältnisse zwischen 1., 2. und 3. Welt gemacht, über die Vernichtung des Regenwaldes, und den überall präsenten Konsum? Haben wir so etwas wie eine Emanzipation angestrebt, nur leider keine genaue Vorstellung davon gehabt? Haben wir heftig „hinterfragt“ und auch das „kritisiert“, von dem wir keine Ahnung hatten? Leider auch. Damals war das Mittelmeer noch ein Ort der Träume, den keine Leichen säumten. Das große globale Fliegen von Ort zu Ort begann da erst, - und doch dachten wir an die „eine Welt“. McDonald's, Microsoft, Apple, Facebook und Google wurden damals noch in den Garagen erdacht oder aus der Ferne von Ungeborenen geträumt, - wie es heute oft genug von cleveren Pressagenten verbreitet wird. Dabei waren es, wie heute auch manchmal heraus kommt, ganz schön egoistische Figuren, die ihre Projekte ohne Rücksicht auf personelle Verluste voran trieben. Die Welt der Smartphones oder des Big Data sollte erst noch kommen und ich wunderte mich konstant, wie sich bestimmte "arme Schlucker" das alles leisten können - und ich nicht. Nun ja, die Eltern haben ihnen das eine oder andere zugesteckt. Die Erbengeneration war noch am Wachsen. Selbst ich hatte das mit der Zeit viel besser verstanden, wenn auch viel zu spät. Jetzt geht's ab!

Montag, 7. März 2016

Im Gang durch die Dinge des Lebens

Das Leben ist wie ein Schlauch, durch den du gehst: Es gibt immer die forschen 20Jährigen, die abgestandenen 30jährigen, die nachdenklichen 40er, die falschen 50er - es gibt diejenigen, die Ziele haben und die, die sich abgeklärt geben. Das Personal wird unmerklich ausgetauscht,  die Gesellschaft ist statisch, nur du (und deine Verwandten, Freunde, Bekannten...) wirst älter, sonst ist immer alles gleich. Die Leute gehen hinten raus aus dem Schlauch, ohne dass es die anderen weiter vorne merken. Diejenigen, die sterben, werden ersetzt durch andere... Daran ist nichts Besonderes, du putschst dich hoch, versuchst zu erwachen, versuchst, zu dir zu kommen, dich zu erkennnen, eine Art Substanz zu ertasten, sich ihr anzunähern, nicht nur durch alles durchzugehen, bewusstlos zu werden. Ein paar nenen das Selbstverwirklichung, dir wäre das zu egoistisch. Du hast Ansprüche, die Mechanik des Geschlechtsverkehrs ist Mechanik und bedeutet oft die Vorstellung, dass ein anderer diese Nummer viel besser bringen würde, dass du nur ein kleines Würstchen bist auf dem Umschlagplatz der Lüste, eine Funktion in einem kollektiven Strom, - das lässt dich nicht los. Der Körper diktiert, der Trieb, das Verlangen, das Begehren, du gehst ihm nach, so gut es mit dir selbst halt geht.  Da ist die Leistungsgesellschaft, der große Vergleich, Competition, die omnipräsente Kommunikation, die große Auswahl, die jeder Mensch hat, der im Supermarkt steht und sich bedient.....
Du setzt deine Einzigartigkeit dagegen. Na und? Was leistet sie? Einer unter bald zehn Milliarden. Das große Heucheln, der Mensch an sich stelle einen Wert dar, - nein, er muss sich ihn erschaffen (so prügelt es der meist dann doch verinnerlichte Neoliberalismus in einen hinein), die Menschenwürde, - nun ja, du beweist dich hier durch deine Arbeit, - und durch deine Außendarstellung....

Samstag, 21. November 2015

Entscheider

"Ich arbeite dafür (...), dass wir diese Außengrenzen wieder in den Griff bekommen, weil sie uns die Freiheit im Inneren der Europäischen Union erhalten", sagt Angela Merkel in ihrer Rede zur Flüchtlingsfrage anlässlich 25 Jahre CDU-Landtagsfraktion in Schwerin. Das ist das Stichwort. „Wir schaffen das!“. Ach? Die deutsche Politik hat im europäischen Rahmen kläglich versagt. Nichts ist geschafft! Absolut nichts. Nicht mal das! 130 Flüchtlinge sind inzwischen auf die einzelnen Staaten verteilt, viele Wochen nach den einschlägigen Beschlüssen, die 160 000 vorsahen. Wieso erpressen diese Leute nicht diese unwilligen Staaten mit EU-Beiträgen, wenn genau diese „Staaten“ den Rest Europas so rücksichtslos erpressen? EU-Egoismus. Wie wenn hier kein Land des Egoismus sei! Hier in Deutschland ist er sogar gesellschaftlich verordnet, trotz und gegen alle wohlmeinenden Freiwilligen, die der Stolz dieses Landes sind und zu denen solche „Entscheider“ der Politklasse nicht gehören. Was ist eigentlich mit den Menschenfreunden aus Frankreich? Es sind hier wie dort nur wenige Politiker und Bestimmer, die sich selbst persönlich an Hilfe beteiligen. Es entspricht halt nicht ihrer Idiologie. Und sie sind zu bequem dazu. Zu wohlsituiert. Die liefern lieber Waffen in den Nahen Osten, weil ihrer Klasse das Geld bringt. Und? Kulturmenschen sind ohnehin nicht sichtbar. Wieso eigentlich nehmen die wichtigsten „Verbündeten“ in Europa so gut wie niemand auf? Angst vor Le Pen? Rechtspopulisten? Bitte keine solche politischen Tabuzonen! Das passt nicht zu Europa, - zur EU wahrscheinlich schon.  

Dienstag, 16. Juni 2015

Generationengedanken

Dies hier habe ich mal wieder auf einem alten Zettel in einem Tagebuch gefunden, das mein früheres Sein markiert hat. Ich habe öfters Anwandlungen, mich selbst als Ganzes neu zu suchen, auch in der Vergangenheit, in der Person, aus der heraus ich mich entwickelt habe. Alte Aufzeichnungen in Tagebüchern sind mir da sehr nützlich. Dies Fundstück mag wohl in etwa aus der Jahrtausendwende stammen:

Jeder sucht sein kleines, eigenes Paradies, an der Börse, in der Liebe, beim Lebensabschnittstherapeuten, im Erfolg oder wenigstens im Fitness-Studio. Jeder sucht Halt in der globalen Haltlosigkeit und hofft dort anzukommen, wohin er aufgebrochen ist.....Typen, die ihren Weg gemacht haben, nach oben, nach innen, seitwärts in die Büsche, geradeaus in die neudeutsche Normalität. Solche, die es erst auf dem Weg gemacht haben, und solche, die einfach nur weg vom Fenster sind. Auch der laange Marsch ist längst am Ziel: An der Macht sind alle Grünen grau und fordern den 3-Liter-Panzer. Widerstand ist zwecklos und nur noch als Farce erkennbaar. Als anständige rot-grüne Mitte sitzen die einstigen Rebellen positions- und oppositionslos in ihren Nobelcafes und lernen Grappasorten auswendig. Früher Action, - heute Aktion, früher Aktionen, - heute Transaktionen. Der mentale Zustand des Zeitgeists: Anything goes - but nothing comes.  

Montag, 15. Juni 2015

Lebenshilfen

Ich schaue hinein in diese Realität, in der alles längst zur Ware in einer Tauschgesellschaft geworden ist. Nicht nur das Berufs- sondern auch das Liebesleben begreifen da viele als eine Art Dauerpraktikum....es ist das mittelschwere Beziehungselend der leicht Verunsicherten und Halbbefriedigten, im Sudelbad der lauwarmen Gefühle. Die anderen lassen sich Partner im Internet vermitteln, zum Beischlaf, zur Ergötzung, zum leichten Konsum und der Befriedigung der Bedürfnisse. Doch die Wirklichkeit drückt. „Die Wahrheit ist das, was passiert. Nicht das, was man sich vorstellt“ habe ich schon mal in diesem Zusammenhang gehört. Sich permanent zu drücken, vor allem und jeddem, kann eine merkelige Lebensstrategie sein. Es geht solchen Leuten nie um alles oder nichts, sondern immer um nur seltsam unterschwellige Verwirrungen, um nur mühevoll ausgesprochene Sehnsüchte, um Risikominimierung und Schmerzvermeidung...es geht um gebremste und handhabbare Emotionen im Sinne der Lebenshilfeartikel aus der Monatszeitschrift.