Heuchelei scheint mir angesagt im Streben nach generationenübergreifender Gemeinsamkeit an Weihnachten, selbst in Pandemiezeiten. Meist scheint sich diese Art der Gemeinsamkeit in sentimentalen Ritualen zu erschöpfen: Fressen, Saufen, Lieder singen... Am Ende ist man (wer?) froh, wenn die Verwandtschaft unter dem Absingen von Weihnachtsliedern wieder abhaut. Zuvor freilich sollte sie in diesen wirtschaftlich ungünstigen Zeiten möglichst eine gewisse Summe Geldes auf den Gabentisch gelegt haben, was als soziales Schmiermittel durchaus sehr gerne gesehen wird. Schließlich hat man sich genug der inkorrekten und nicht gerade "woken" Sprüche dafür anhören müssen und es will ja eine neue, unter den obwaltenden Umständen unterbrochener Lieferketten schwierig zu erwerbende Spielkonsole möglichst bald ausprobiert werden. Jaja, das alles beschreibt ein Klischee, das dennoch im Durchschnitt sehr verbreitet sein könnte, auch im (neu-)deutschen Familienleben.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Sonntag, 26. Dezember 2021
Samstag, 2. September 2017
Alter und Jugend (3)
Sich und seine Grenzen kennen zu lernen. Das in ein
Verhältnis bringen. Nicht das Unmögliche von sich verlangen. Nicht
den geträumten Träumen nachrennen. Man hätte sie früher für
möglich halten können. Nun gilt es, das Erreichte zu verwalten.
Eingebunden sein in ein Ganzes, in eine Welt, in eine Gesellschaft,
darum zu wissen. Es geht doch nicht darum, zu verallgemeinern und
„die Jugend von heute“ über einen Kamm zu scheren. Aber man
glaubt, aus seiner eigenen Perspektive etwas wahrgenommen zu haben,
was Altersklassen kennzeichnet. Rentengeneration jetzt. Ob die
Nachfolgenden auch noch solch „traumhafte“ Rentenbedingungen
vorfinden werden, wie die gegenwärtigen Rentner? Welchen Einfluss
wohl die viel besprochene „Arbeitswelt 4.0“ darauf haben wird?
Wird sich nicht unter ihrem Einfluss nahezu alles anders darstellen?
Sogar die Wertewelt? Sich darauf einstellen und sich anpassen, ist
das die Devise? Google, Facebook & Co geben vor und wir folgen
alle nach.... Oder ein Gestalten dieser neu sich abzeichnenden
Sphäre, wäre das etwas? Wo? Wie?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?
Mittwoch, 16. August 2017
Alt und Jung (2)
Haha, man war ja selbst einmal jung, jünger als
jetzt...... Was mir auffiel an sehr jungen Menschen? Das Folgende gleicht einer Stoffsammlung, entstanden aus tausend Zetteln: Es wurden von vielen jungen Menschen oft sehr einzelne, sehr isolierte Welten hochgezogen, die als
absolut gegeben betrachtet wurden. Meine Sicht dagegen ist: diese
Lebenswelten kann man verändern! Zumindest prinzipiell. Das glaubten
viele unter uns und warteten zu geduldig auf den schönen
Sanktnimmerleinstag für alle. Währenddessen machten „zielgerichtete“
Andersgesinnte und sonstwie besser Angepasste Karriere, - auch bei
den damals und heute ehemals Alternativen. Diese Gesellschaft scheint
immer mehr in eine Vereinzelung abzugleiten, das, was man
Neoliberalismus nennen könnte, wird aus falsch verstandenem
Realismus zu schnell akzeptiert. Überhaupt, Nachfragen sind nicht
mehr in Mode, es gilt der schnelle Vollzug, - egal von was. Distanz
zu sich selbst ist auf dem Rückzug und Empathie wird oft nur
gespielt. Unter Kopfhörern, im Smartphone-Gedaddel und auf
Internet-Homepages ist jeder für sich, es gilt der individuelle
Tunnelblick. Es scheint ein Bedürfnis nach Menschenführung zu herrschen: diejenigen, die sich dafür qualifizieren wollen, sollen vortreten!
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen?
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen?
Montag, 14. August 2017
Alt und Jung (1)
Wo eigentlich sollen Alt und Jung auch nur
aufeinander treffen? Geschweige denn sich austauschen? In den Familien?
Da scheint die Arbeits- und Karrierepflicht, der sich junge Leute mit
ihren Ohrstöpseln ausgesetzt fühlen, mitsamt allen Folgen
vorzugehen und die klassische Familie, in der Alt und Jung unter
einem Dach wohnen schon lange in der Auflösung begriffen....,...ja,
ja, es geht nicht um ein Besserwissen „der Alten“ gegenüber der
„heutigen Jugend“ - sondern darum, sich in verschiedenen
Altersstufen auszutauschen. Sie leben oft in verschiedenen
Lebenswelten, setzen sich mit der „heutigen“ Welt jeweils auf
ihre Weise auseinander. Kann man Facebook & Co einigermaßen mit
Abstand nehmen, sich mit einer gewissen Distanz nähern, die sich
gewisser Gefahren bewusst wäre? Wäre so etwas auch
„Medienkompetenz“? Wo soll sich Kontakt abspielen? Geht es darum,
Nichtverstehen abzumildern? Um das bessere Begreifen von
Verhaltensmustern? Ja klar, es gibt auch viele freundliche,
hilfsbereite und nette junge Leute. Alles andere ist dummes
Geschwätz. Es geht in jeder Jugendzeit oft darum, etwas
auszuprobieren und etwas zu finden, eine Identität, ein Feld im
Leben abseits der Arroganz des (körperlich) Stärkeren. Nur ist das
alles heute viel kurzfristiger geworden. Was heute gilt, hat morgen
keine Gültigkeit mehr, ist „überholt“. Dass Wissenschaft so
funktioniert, ist „normal“. Dass aber alles und jedes nach diesem
Prinzip funktioniert (sie aktuell: Schülerzahlen), ist nicht
unbedingt in Stein gemeißelt. Wer istn zu wenig frech und nimmt
alles hin? Wer fängt mit der Sphäre des Politischen (das man so
oder anders deuten kann...) noch etwas an? Lasst uns einen Schritt
zurück gehen.... Am Spießertum und an Gewohnheiten festhalten, um
in einer scheinbaren Sicherheit zu bleiben? Das haben alle ihren
jeweils Altvorderen vorgehalten. Möglicherweise wäre auch hier
etwas mehr Toleranz vonnöten.
Dienstag, 19. Juli 2016
Blick von hinten (2)
Ich versuche dieser Tage öfters, mich in jene Welt
hineinzuversetzen, in der wir damals lebten, in die Haltung, in das,
was uns bewegte, in ihre Rhythmen, in ihre Horizonte. Es galt, zu
einer Identität zu finden. Auch gegen die Gesellschaft. Ein paar
sind dabei herb abgestürzt. Erst verletzt, verwundet, - dann
abgegangen. Club 27: Hendrix, Morrison oder Joplin warteten schon.
Aber was war der Tod? Eine Figur in einem Gedicht. Etwas, was einen seltsam anfasst. Gewalt, Gefühle wie Hass und Wut? Wie war es damit? Oder auch
Humor – bis hin zum Zynismus oder Sarkasmus? Wollte man das
diskutieren? Natürlich. Lieber das, was man sich unter Politik vorstellte. Dann doch heutzutage lieber Kleidung, Stil und Musik, das andre
Geschlecht und der Sex im Schritt - oder? Und wie war's mit dem
Heiligen? Ist ja heute wieder sehr beliebt.... wie mit Ewigkeit und
Unendlichkeit, Natur und Kultur, mit Fressen oder Gefressen werden,
mit Pathos, Ironie und Nüchernheit? Mit Kritik und Poesie? Hatten
wir uns ein bisschen zu viel an der Kritischen Theorie besoffen? Zu
viel Wiesengrund Adorno nachgehechelt? Freizeit? War ein
All-Time-Projekt. Wir definierten uns wohl auch ein bisschen über
Kleidung, Schlampigkeit war da ja immer Absicht..... besonders in der
mittleren gesellschaftlichen Klasse...... Aufbruch um jeden Preis war
angesagt. Wohin...., da war man tolerant. Später die ewigen
Diskussionen, die sich als gruppendyxnamische Versuchsanordnungen
stundenlang im Kreis drehten. Das Gesellschaftliche, gewiss, - so
lange es einen selbst nicht betraf.
Freitag, 15. Juli 2016
Generation und Sozialisationen
Es ist doch nicht so, dass gestern alles besser war.
Bewahre! Diese altbackene Abschätzigkeit der Jugend gegenüber haben wir doch alle
auch abgekriegt, als wir jung waren. Überheblichkeit.
Selbstgerechtigkeit. Pauschalansichten. Wäre leicht zu entlarven.
Aber wenn man nichts anderes kennt, als den wohlständigen Überfluss,
wenn man durch dauernde Ablenkung programmiert ist, wenn man
ausschließlich in Manuals lebt und die englische Sprache als globale
Verständigungsformel akzeptiert, wenn man aus ökonomischen Gründen
gehätschelt wird und dies erst als Selbstverständlichkeit und dann
als Aufforderung zum Kampf der Generationen auffasst, wenn man
glaubt, Annäherung zwischen zwei Menschen beruhe vor allem auf durch
Partnerbörsen angestifteten Ficksport, wenn man glaubt, vor den
Auswirkungen einer unkontrollierten Globalisierung schon irgendwie
bewahrt zu werden, schon darum herum zu kommen, wenn man glaubt,
immer zu den Gewinnern zu zählen und unbedingt zählen zu müssen,
zu denen, die andere Menschen erniedrigen, wenn man Phänomene wie
die Klimaerwärmung verdrängt und sie glaubt, in lächerlichen
Konferenzen gebändigt zu sehen, wenn Kriege aller Art zum
akzeptierten Alltag („mach das Beste daraus!“) gehören und die
Wirklichkeit etwas Manipuliertes ist, das sich vor allem aus Bildern
zusammensetzt, Wenn Tiere etwas sind, was es zu produzieren und zu
gebrauchen gilt, als kommerzielles Objekt, das im Supermarkt feil
geboten wird, wenn das Sterile das Normale ist, - was für eine Sicht
der Welt entsteht dann? Sollte hier nicht tatsächlich ein behutsamer
Dialog stattfinden, der gerade nicht sein eigenes Zerrbild schafft,
sondern auch aufmerksames Zuhören, ein Eingehen aufeinander, ein
Verstehen als angestrebte Möglichkeit beinhaltet?
Freitag, 10. Juni 2016
Blick von hinten (1)
Ich versuche dieser Tage öfters, mich in jene Welt
hineinzuversetzen, in der wir damals lebten, in die Haltung, in das,
was uns bewgte, in ihre Rhythmen, in ihre Horizonte. Wie sehr
glaubten wir etwa, uns Gleichgültigkeit leisten zu können! Es würde
ja sowieso das Neue kommen oder das, was kommen muss. Wir würden dabei sein. Wir waren ja ein
Teil davon, so oder so. In die Sonne gehen, so nebenbei, - das war
es. Egal wie. Ein schlechtes Auto beschafft, losgefahren, einfach so. Ab in die Zukunft!
Und heute?
Gel im Haar, Kohle machen, Solariumsbraun die Dominanz heraus hängen, Menschenführungsverführer, auch mit Wellnessschaum am Waschbrettbauch arbeiten, den Trick heraus und dadurch einen „guten“ Job mit viel Geld haben, bei den Herren neben der statusgemäßen Limousine jetzt auch mal eine Schönheitsoperation erwägen... bei den Damen sowieso zurecht operierte und ewig währende Jugend. Man muss ja mit der Zeit gehen. Ein bisschen Postmaterialismus bei den Oberen, ein bisschen Existenzsicherung bei den Unteren. Big Data überall. Bei beiden Geschlechtern Schamrasur, dazwischen ein bisschen Unterricht in Gender-Dingen. Alles geht, viel Toleranz allüberall. Haben wir uns damals Gedanken über die Verhältnisse zwischen 1., 2. und 3. Welt gemacht, über die Vernichtung des Regenwaldes, und den überall präsenten Konsum? Haben wir so etwas wie eine Emanzipation angestrebt, nur leider keine genaue Vorstellung davon gehabt? Haben wir heftig „hinterfragt“ und auch das „kritisiert“, von dem wir keine Ahnung hatten? Leider auch. Damals war das Mittelmeer noch ein Ort der Träume, den keine Leichen säumten. Das große globale Fliegen von Ort zu Ort begann da erst, - und doch dachten wir an die „eine Welt“. McDonald's, Microsoft, Apple, Facebook und Google wurden damals noch in den Garagen erdacht oder aus der Ferne von Ungeborenen geträumt, - wie es heute oft genug von cleveren Pressagenten verbreitet wird. Dabei waren es, wie heute auch manchmal heraus kommt, ganz schön egoistische Figuren, die ihre Projekte ohne Rücksicht auf personelle Verluste voran trieben. Die Welt der Smartphones oder des Big Data sollte erst noch kommen und ich wunderte mich konstant, wie sich bestimmte "arme Schlucker" das alles leisten können - und ich nicht. Nun ja, die Eltern haben ihnen das eine oder andere zugesteckt. Die Erbengeneration war noch am Wachsen. Selbst ich hatte das mit der Zeit viel besser verstanden, wenn auch viel zu spät. Jetzt geht's ab!
Und heute?
Gel im Haar, Kohle machen, Solariumsbraun die Dominanz heraus hängen, Menschenführungsverführer, auch mit Wellnessschaum am Waschbrettbauch arbeiten, den Trick heraus und dadurch einen „guten“ Job mit viel Geld haben, bei den Herren neben der statusgemäßen Limousine jetzt auch mal eine Schönheitsoperation erwägen... bei den Damen sowieso zurecht operierte und ewig währende Jugend. Man muss ja mit der Zeit gehen. Ein bisschen Postmaterialismus bei den Oberen, ein bisschen Existenzsicherung bei den Unteren. Big Data überall. Bei beiden Geschlechtern Schamrasur, dazwischen ein bisschen Unterricht in Gender-Dingen. Alles geht, viel Toleranz allüberall. Haben wir uns damals Gedanken über die Verhältnisse zwischen 1., 2. und 3. Welt gemacht, über die Vernichtung des Regenwaldes, und den überall präsenten Konsum? Haben wir so etwas wie eine Emanzipation angestrebt, nur leider keine genaue Vorstellung davon gehabt? Haben wir heftig „hinterfragt“ und auch das „kritisiert“, von dem wir keine Ahnung hatten? Leider auch. Damals war das Mittelmeer noch ein Ort der Träume, den keine Leichen säumten. Das große globale Fliegen von Ort zu Ort begann da erst, - und doch dachten wir an die „eine Welt“. McDonald's, Microsoft, Apple, Facebook und Google wurden damals noch in den Garagen erdacht oder aus der Ferne von Ungeborenen geträumt, - wie es heute oft genug von cleveren Pressagenten verbreitet wird. Dabei waren es, wie heute auch manchmal heraus kommt, ganz schön egoistische Figuren, die ihre Projekte ohne Rücksicht auf personelle Verluste voran trieben. Die Welt der Smartphones oder des Big Data sollte erst noch kommen und ich wunderte mich konstant, wie sich bestimmte "arme Schlucker" das alles leisten können - und ich nicht. Nun ja, die Eltern haben ihnen das eine oder andere zugesteckt. Die Erbengeneration war noch am Wachsen. Selbst ich hatte das mit der Zeit viel besser verstanden, wenn auch viel zu spät. Jetzt geht's ab!
Montag, 7. März 2016
Im Gang durch die Dinge des Lebens
Das Leben ist wie ein Schlauch, durch den du gehst: Es gibt
immer die forschen 20Jährigen, die abgestandenen 30jährigen, die nachdenklichen 40er, die falschen 50er - es gibt
diejenigen, die Ziele haben und die, die sich abgeklärt geben. Das Personal wird unmerklich ausgetauscht, die Gesellschaft ist statisch, nur du (und
deine Verwandten, Freunde, Bekannten...) wirst älter, sonst ist immer alles
gleich. Die Leute gehen hinten raus aus dem Schlauch, ohne dass es die anderen weiter vorne merken. Diejenigen, die sterben, werden ersetzt durch andere... Daran ist nichts Besonderes, du putschst
dich hoch, versuchst zu erwachen, versuchst, zu dir zu kommen, dich zu
erkennnen, eine Art Substanz zu ertasten, sich ihr anzunähern, nicht nur durch alles durchzugehen, bewusstlos zu werden. Ein paar nenen das Selbstverwirklichung, dir wäre das zu egoistisch. Du hast Ansprüche, die Mechanik des Geschlechtsverkehrs ist Mechanik und bedeutet oft die Vorstellung, dass
ein anderer diese Nummer viel besser bringen würde, dass du nur ein kleines
Würstchen bist auf dem Umschlagplatz der Lüste, eine Funktion in einem kollektiven Strom, - das lässt dich nicht los. Der Körper
diktiert, der Trieb, das Verlangen, das Begehren, du gehst ihm nach, so gut es mit dir selbst halt geht. Da ist die Leistungsgesellschaft, der große Vergleich, Competition, die omnipräsente
Kommunikation, die große Auswahl, die jeder Mensch hat, der im Supermarkt steht und sich bedient.....
Du setzt deine Einzigartigkeit dagegen. Na und? Was leistet sie? Einer unter bald zehn Milliarden. Das
große Heucheln, der Mensch an sich stelle einen Wert dar, - nein, er muss sich
ihn erschaffen (so prügelt es der meist dann doch verinnerlichte Neoliberalismus in einen hinein), die Menschenwürde, - nun ja, du beweist dich hier durch deine Arbeit, - und durch deine
Außendarstellung....
Samstag, 21. November 2015
Entscheider
"Ich
arbeite dafür (...), dass wir diese Außengrenzen wieder in den
Griff bekommen, weil sie uns die Freiheit im Inneren der Europäischen
Union erhalten", sagt Angela Merkel in ihrer Rede zur
Flüchtlingsfrage anlässlich 25 Jahre CDU-Landtagsfraktion in
Schwerin.
Das ist das Stichwort. „Wir schaffen das!“. Ach? Die deutsche
Politik hat im europäischen Rahmen kläglich versagt. Nichts ist
geschafft! Absolut nichts. Nicht mal das! 130 Flüchtlinge sind
inzwischen auf die einzelnen Staaten verteilt, viele Wochen nach den einschlägigen
Beschlüssen, die 160 000 vorsahen. Wieso erpressen diese Leute nicht
diese unwilligen Staaten mit EU-Beiträgen, wenn genau diese
„Staaten“ den Rest Europas so rücksichtslos erpressen?
EU-Egoismus. Wie wenn hier kein Land des Egoismus sei! Hier in
Deutschland ist er sogar gesellschaftlich verordnet, trotz und gegen
alle wohlmeinenden Freiwilligen, die der Stolz dieses Landes sind und
zu denen solche „Entscheider“ der Politklasse nicht gehören. Was
ist eigentlich mit den Menschenfreunden aus Frankreich? Es sind hier
wie dort nur wenige Politiker und Bestimmer, die sich selbst
persönlich an Hilfe beteiligen. Es entspricht halt nicht ihrer
Idiologie. Und sie sind zu bequem dazu. Zu wohlsituiert. Die liefern lieber Waffen in den Nahen Osten, weil ihrer Klasse das Geld bringt. Und? Kulturmenschen sind ohnehin nicht sichtbar. Wieso eigentlich nehmen
die wichtigsten „Verbündeten“ in Europa so gut wie niemand auf?
Angst vor Le Pen? Rechtspopulisten? Bitte keine solche politischen
Tabuzonen! Das passt nicht zu Europa, - zur EU wahrscheinlich schon.
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Kapitalismus,
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Neoliberalismus,
Wirklichkeit
Dienstag, 16. Juni 2015
Generationengedanken
Dies
hier habe ich mal wieder auf einem alten Zettel in einem Tagebuch
gefunden, das mein früheres Sein markiert hat. Ich habe öfters
Anwandlungen, mich selbst als Ganzes neu zu suchen, auch in der
Vergangenheit, in der Person, aus der heraus ich mich entwickelt
habe.
Alte
Aufzeichnungen in Tagebüchern sind mir da sehr nützlich. Dies
Fundstück mag wohl in etwa aus der Jahrtausendwende stammen:
Jeder sucht sein kleines, eigenes Paradies, an der Börse, in der Liebe, beim Lebensabschnittstherapeuten, im Erfolg oder wenigstens im Fitness-Studio. Jeder sucht Halt in der globalen Haltlosigkeit und hofft dort anzukommen, wohin er aufgebrochen ist.....Typen, die ihren Weg gemacht haben, nach oben, nach innen, seitwärts in die Büsche, geradeaus in die neudeutsche Normalität. Solche, die es erst auf dem Weg gemacht haben, und solche, die einfach nur weg vom Fenster sind. Auch der laange Marsch ist längst am Ziel: An der Macht sind alle Grünen grau und fordern den 3-Liter-Panzer. Widerstand ist zwecklos und nur noch als Farce erkennbaar. Als anständige rot-grüne Mitte sitzen die einstigen Rebellen positions- und oppositionslos in ihren Nobelcafes und lernen Grappasorten auswendig. Früher Action, - heute Aktion, früher Aktionen, - heute Transaktionen. Der mentale Zustand des Zeitgeists: Anything goes - but nothing comes.
Jeder sucht sein kleines, eigenes Paradies, an der Börse, in der Liebe, beim Lebensabschnittstherapeuten, im Erfolg oder wenigstens im Fitness-Studio. Jeder sucht Halt in der globalen Haltlosigkeit und hofft dort anzukommen, wohin er aufgebrochen ist.....Typen, die ihren Weg gemacht haben, nach oben, nach innen, seitwärts in die Büsche, geradeaus in die neudeutsche Normalität. Solche, die es erst auf dem Weg gemacht haben, und solche, die einfach nur weg vom Fenster sind. Auch der laange Marsch ist längst am Ziel: An der Macht sind alle Grünen grau und fordern den 3-Liter-Panzer. Widerstand ist zwecklos und nur noch als Farce erkennbaar. Als anständige rot-grüne Mitte sitzen die einstigen Rebellen positions- und oppositionslos in ihren Nobelcafes und lernen Grappasorten auswendig. Früher Action, - heute Aktion, früher Aktionen, - heute Transaktionen. Der mentale Zustand des Zeitgeists: Anything goes - but nothing comes.
Montag, 15. Juni 2015
Lebenshilfen
Ich
schaue hinein in diese Realität, in der alles längst zur Ware in einer Tauschgesellschaft geworden ist. Nicht nur das Berufs- sondern auch das Liebesleben
begreifen da viele als eine Art Dauerpraktikum....es ist das
mittelschwere Beziehungselend der leicht Verunsicherten und
Halbbefriedigten, im Sudelbad der lauwarmen Gefühle. Die anderen
lassen sich Partner im Internet vermitteln, zum Beischlaf, zur
Ergötzung, zum leichten Konsum und der Befriedigung der Bedürfnisse.
Doch die Wirklichkeit drückt. „Die Wahrheit ist das, was passiert.
Nicht das, was man sich vorstellt“ habe ich schon mal in diesem
Zusammenhang gehört. Sich permanent zu drücken, vor allem und
jeddem, kann eine merkelige Lebensstrategie sein. Es geht solchen
Leuten nie um alles oder nichts, sondern immer um nur seltsam
unterschwellige Verwirrungen, um nur mühevoll ausgesprochene
Sehnsüchte, um Risikominimierung und Schmerzvermeidung...es geht um
gebremste und handhabbare Emotionen im Sinne der Lebenshilfeartikel
aus der Monatszeitschrift.
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