Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Internet werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Internet werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 13. August 2026

Bloggy

Meine Blogs wollen der Schirm, der Screen und, der Radar der Information sein, die uns zunehmend in verschiedenen Formen umschwirrt und sich uns über verschiedene „Kanäle“ aufdrängt. Dieser multimediale Schirm funktioniert wie mein Gehirn: Überprüfung und journalistische Verifizierung ist dabei allzu oft nicht möglich. Außerdem versuche ich, bestimmte Themen zu vermeiden: einfach, weil ich mich in ihnen unsicher fühle. Zudem vermeide ich möglichst Namen und Logos, weil ich die juristische Folgen solcher „Frechheiten“ in diesem „Rechtsstaat“ fürchte. In allem sind wir ausgeliefert, sind auf das Gebotene angewiesen, suchen uns heraus, wählen etwas, deuten es nach unseren Möglichkeiten. Wie etwas wirklich ist?: Wer weiß? Es kommt oft auf die Perspektive an. Ich versuche nach Möglichkeit zu vermeiden: das Einzelne, Konkrete, weil so etwas sofortige rechtliche Schritte gegen mich nach sich ziehen würde. Eine Art legaler Bedrohung. Weil mir dies oft auch unwichtig und als unnötige Aufwertung des Aktuellen und Einzelnen auf Kosten des Allgemeinen erscheint. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine (subjektiven) Erfahrungen und Erlebnisse sind dabei unbedingte Ausgangsposition, - meistens nicht an dem Zeitgeist oder dem Aktuellen orientiert, - die ich in eine möglichst kompakte Form ohne Wahrheitsanspruch bringen will. Der genuine Journalismus praktiziert etwas anderes, das sich deutlich davon unterscheidet, was ich hier vorführen will. x My blogs want to be the umbrella, the screen and the radar of the information that is increasingly buzzing around us in various forms and is being forced upon us. This umbrella works like my brain: checking and journalistic verification is all too often not possible. Also, I try to avoid certain topics: simply because I feel insecure about them. I also avoid names as much as possible because I fear the legal consequences. We are at the mercy of everything, relying on what is offered, looking out, choosing something, interpreting it according to our possibilities. How something really is?: Who knows? It depends on the perspective. I try to avoid as far as possible: the individual, concrete, because something like that would result in immediate legal action against me. Because this often seems unimportant to me and an unnecessary upgrading of the current at the expense of the general. My thoughts, my feelings, my (subjective) experiences are an absolute starting point - usually not oriented to the zeitgeist or the current situation - which I want to bring into a form that is as compact as possible without claiming to be true. Genuine journalism practices something different, which is quite different from what I want to present here.

Sonntag, 8. März 2026

Bilder machen von....

Meine Fotos sind hauptsächlich Abbildungen dessen, was mir im Alltag oder in der Betrachtung des Alltags begegnet ist. Keine großartige KI-Montagen, nichts Spektakuläres, nichts besonders Treffendes, nichts von dem, auf dem das Auge wohlgefällig ruht. Eher das Gewöhnliche, „Normale“, das, was einem unvermittelt in mittlerer Qualität begegnet. Mir kommt es oft so vor, als würden relativ viele Leute immer noch daran glauben, dass jegliche Fotografie die Wirklichkeit abbildet. Hauptsache, technisch hervorragend. Wenn`s geht: die schöne Seite der Wirklichkeit, so, wie sie Social Medias oder die Hochglanzmagazine der Reisesehnsucht abbilden. Nicht das, was typisch für eine bestimmte Person ist. Wer interessiert sich denn schon dafür? Eigentlich müsste sich jeder fragen, ob es sich bei den visuellen Eindrücken, die auf ihn herein brechen, um eine gestellte Wirklichkeit handle. Eine in bestimmtem Interesse manipulierte Seite der Wirklichkeit. Retouchiert in Nettigkeit. Wie das geht, ist an anderer Stelle nachzulesen. Es gilt, Reflexe abzurufen, das scheinbar „Schöne“ so abzubilden und zu manipulieren, wie das Tausende vor einem gemacht haben. Nur besser sein. Höher, schneller, weiter. Das Klischee, Paris Eiffelturm, Männeken Piss, das war früher. Jetzt typische, vorgegebene Instagram- oder Tictoc-Motive usw. Am Rande eines Abgrunds. Hinausgebogen. Fotografie ist die größte Bewusstseinsmanipulationsmaschine der Welt: Es werden Massen von Fotos ins Netz geladen und damit auch Massen von Lügen. Es werden Ideale, zb der Einstellung zum eigenen Körper gegenüber, ausgegeben und verkauft. Aber auch das Politische macht da gerne mit: da werden Kampagnen gefahren und Propaganda für schlimmste Greueltaten abgesondert. Die eigene Politik „verkauft“.

Montag, 2. März 2026

Was bleibt?

Ich will hier unter anderem auch einen Abdruck meiner Person hinterlassen, in Text, Musik und Fotografie. So zögerlich und ambivalent wie ich beschaffen bin, - und inzwischen ziehe ich mannigfache Bilanz! - bringe ich dazu auch Fotos und selbstgeschaffene Musik in Anschlag, in eine „unterirdische“ Beziehung. Dass dies ein multimedialer Ansatz sein könnte, der Body, Heart and Mind vereinen will, ist von Anfang an nicht ins Blickfeld der Leute gedrungen: Mein Blog, meine Posts, mein öffentliches Tagebuch ist nicht gerade ein Burner in der Internet-Welt. Es ist etwas, mit dem ich manchmal auch erst nach längeren inneren Kämpfen übereinstimme: Es ist ein Zeugnis meines Ich. Völlig sinnlos!, so höre ich manche Stimmen sagen. Doch was hat diesen Sinn in dieser Welt? Wir schaffen ihn uns, mal positiv gedeutet. Alles ist sowieso sinnlos, würden Andere sagen. Etwas abschaben vom Baum des Lebens, etwas Sinn abringen, etwas, das mir und dem gehört was ich mir unter „Mir“ vorstelle, das könnte etwas sein. Mein Ich. Ich muss mich da im Dunklen vortasten, ich muss darum kämpfen und mich anstrengen, ich muss es auszudrücken und mitzuteilen versuchen. Ich muss erstaunt den Blick heben. Irritiert. Jederzeit zur Orientierung bereit. Auch wenn das nicht in den aktuell grassierenden Wohlstandshedonismus passt, wo alles erlaubt ist, was „Spass macht“. Wo Menschen zu diesem "Zweck" beliebig ausgetauscht und ersetzt werden.

Freitag, 22. August 2025

Lebenswelten

Es drängt sich mir wieder einmal auf, die Überschrift meines Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“ und andere Einlassungen möglichst korrekt zu erklaren. Unsere Erkenntnismöglichkeiten und Einstellungen, unsere Kontaktfähigkeiten und Kommunikationskanäle sind stark bestimmt von unserer Herkunftsfamilie, unserer Hautfarbe, unserem Freundeskreis, unserer Religion, unserem Wohnort und unserem Alter, unseren Niederlagen und Erfolgen. Gleiches gesellt sich zu gleichem, die „sozialen Medien“ verstärken mit ihren Echokammern und Erkenntnisblasen diesen Effekt noch. Da sind Fakten, Lebensverläufe, alles, was zu Kultur oder politisch-moralischem Grundton zählt und andere Bestimmungsfaktoren. Dadurch entwickeln sich „Peer Groups“ und „Freundeskreise“, Leute, die untereinander Kontakt haben, weil sie Gemeinsamkeiten teilen. Ich gehe zudem davon aus, dass sich diese Gesellschaft dadurch immer mehr ausdifferenziert in Fraktionen, Subgesellschaften, Wahrnehmungsblasen usw., die die Tendenz haben, nur innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu kommunizieren, sie gegenseitig zu verstärken oder gewisse Verhaltens- oder Wertemuster immer wieder zu reproduzieren. Beispiel: „Führungskräfte“ der Wirtschaft wollen dies auch in der nächsten Generation bleiben und schicken demgemäß ihre Sprösslinge auf teure Internate, wo sie zu „Führungskräften“ erzogen werden, was entsprechendes Verhalten und Selbstwahrnehmung bedeutet: Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wird dies gerne als „Wahrnehmungsblase“ oder „Bubble“ bezeichnet. Diese „Fraktionen“ haben weiterhin die Tendenz, auch über gewisse soziale Muster miteinander zu kommunizieren, sich darüber einig zu zeigen, was „korrekt“ oder „okay“ ist. D.h. beispielsweise: Steuerberater unterhalten sich untereinander vor allem über das, was sie und ihre Kundschaft betrifft. Es entsteht sogar ein gewisser Jargon, der unter anderem zu sozialen Abgrenzungen führt. Lehrer verhalten sich genauso, Verwaltungsmenschen, Ingenieure, Handwerker, Servicedienstleister usw. Sie bilden untereinander auch Wahrnehmungsgemeinschaften, aus deren Blickfeld gewisse Dinge auch heraus fallen oder nur alibimäßig unscharf wahrgenommen werden. Ich würde diesen immer weiter zunehmenden Vorgang der Ausdifferenzierung von „Lebenswelten“ erstmal als „vertikale Gliederung“ bezeichnen. Andererseits eröffnen sich auch durch Medien, Internet, Tourismus und zunehmende Informationsmöglichkeiten befördert immer mehr Gelegenheiten, sich darüber klar zu werden, dass wir alle auf einem einzigen Planeten leben und uns dadurch bewusst werden könnten, dass“wir alle in einem Boot“ sitzen. Wir erfahren etwas über andere Kulturen, über andere Möglichkeiten, sich geographisch und durch die Historie gegebenen Bedingungen anzupassen: Andere Völker, andere „Sitten“ (Werthaltungen, Verhaltensmuster). „Horizonterweiterung“. Es haben sich wohl in unterschiedlichen Kulturkreisen (das Gegenteil von „Globalisierung“) unterschiedliche Arten des Menschseins heraus gebildet. Dies würde ich als „horizontale“ Gliederung bezeichnen. Ein Interesse an anderen Möglichkeiten, aber auch eine Neugier auf Begrenztheiten solcher auch ökonomisch begründeter Verhältnisse zu entwickeln, das könnte man auf der Ebene der Bewusstwerdung auch als „Empathie“ bezeichnen. Ein bisschen mehr Bewusstwerdung der Verhältnisse, die mich umgeben, mag die Folge sein: „Horizonte“ erweitern. Insofern über den eigenen Tellerrand versuchen zu blicken, wäre mein ureigenstes Interesse. Leider passiert das in unserer Gesellschaft in Bezug auf „vertikale Gliederung“ viel zu wenig und immer weniger. Beispiel: Selbst Kreise, die einigermaßen Bescheid darüber wissen müssten, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von Grundsicherung leben zu müssen. Kognitiv schieben diese Leute meist die Phrase „wir leben in einem Sozialstaat“ vor und glauben somit, alles sei in diesem Sinne „geregelt“. Wer sich aber konkret für die realen Verhältnisse interessiert, erfährt anderes. X x I feel compelled once again to clarify the title of my blog "Journey through Realities" and other comments as accurately as possible. Our cognitive abilities and attitudes, our ability to make contact and our communication channels are strongly determined by our family of origin, our skin color, our circle of friends, our religion, where we live and our age, our defeats and successes. Like attracts like, and "social media" with their echo chambers and knowledge bubbles reinforce this effect. There are facts, life courses, everything that counts as culture or political-moral tone and other determining factors. This leads to the development of "peer groups" and "circles of friends", people who are in contact with one another because they have things in common. I also assume that this society is becoming increasingly differentiated into factions, sub-societies, perception bubbles, etc., which have a tendency to only communicate within their social group, to mutually reinforce it or to repeatedly reproduce certain behavior or value patterns. Example: "Leaders" in business want to remain so in the next generation and send their offspring to expensive boarding schools, where they are educated to be "leaders", which means they behave accordingly and perceive themselves accordingly: In contemporary parlance, this is often referred to as a "perception bubble". These "factions" also have the tendency to communicate with one another using certain social patterns, to agree on what is "correct" or "okay". This means, for example: tax consultants talk to one another primarily about what concerns them and their customers. A certain jargon even arises, which, among other things, leads to social demarcations. Teachers behave in the same way, as do administrative staff, engineers, craftsmen, service providers, etc. They also form perception communities among themselves, from whose field of vision certain things fall out or are only perceived in a vague way as an alibi. I would initially describe this ever-increasing process of differentiation of "lifeworlds" as "vertical structuring". On the other hand, the media, tourism and increasing information opportunities are opening up more and more opportunities to realise that we all live on one planet and thus become aware that "we are all in the same boat". We learn about other cultures, about other ways of adapting to geographical and historical conditions: other peoples, other "customs" (values, behavioural patterns). "Broadening horizons". Different ways of being human have developed in different cultures (the opposite of "globalisation"). I would describe this as a "horizontal" structure. Developing an interest in other possibilities, but also a curiosity about the limitations of such economically based conditions, could also be described as "empathy" at the level of awareness. A little more awareness of the conditions that surround me may be the result: broadening "horizons". In this respect, trying to look beyond my own nose would be my very own interest. Unfortunately, this happens far too little in our society in terms of "vertical structure" and is happening less and less. For example: Even circles that should know something about it have no idea what it is like to have to live on basic social security. Cognitively, these people usually use the phrase "we live in a welfare state" and believe that everything is "regulated" in this sense. But anyone who is specifically interested in the real conditions will find out something different.

Sonntag, 18. April 2021

Mainstream und Internet

Social Medias und Blogs tragen im Internet wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte genauso wie Musik industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird genauso gelenkt wie die Aufmerksamkeit. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld, die durch nicht nachprüfbare Fakten gestützte Schwurbelei und Schwafelei inszeniert sich unbemerkt. Es herrscht das Kollektive, die immanente Manipulation, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen. Mainstream, Avarage rules!

Donnerstag, 30. Januar 2020

Meditation und spirituelle Suche im Netz

Natürlich schleppt der moderne Mensch eine Art „spirituelles“ oder „religiöses“ Anliegen mit sich herum. Die ausschließliche Jagd nach Geld scheint ihn nicht ausfüllen zu können, scheint nur einer von vielen Dimensionen an ihm zu entsprechen. Der Markt der spirituellen Bewusstseinswaren wird also diesem Bedürfnis nachgehend immer größer. Der neueste Trend scheint spirituelle Erleuchtung per Internet zu sein. Hier einen Kurs zu buchen, sich eines Coachings zu unterziehen oder sich per Skype unterweisen zu lassen, kann offenbar viel Kohle bringen. Dabei scheint es darum zu gehen, sich selbst als Medium darzustellen, das offen ist für allerlei spirituelle Erfahrung. „Inspiration“ liefern, Menschen einen Kick in Richtung anderer Bewusstseinsebenen zu geben, das kann neben der guten alten Guru-Funktion, die Menschen zur Orientierung zu brauchen scheinen, ein gutes Geschäft sein. 
Sensibel scheinen solche „Medien“ oft dadurch geworden zu sein, indem sie selbst trainiert oder „gecoacht“ wurden. So machen Jünger ihre Jünger selbst vervielfältigen ihre Ansichten, indem sie ein Bedürfnis ihrer Mitmenschen befriedigen. Es gilt für alle, „Wege in die Spiritualität“ zu weisen. Kam es Leuten wie mir immer so vor, als sei dies etwas höchst Individuelles, so scheint es den „Seelentröstern“ des Internet darum zu gehen, ihre Aussagen möglichst so breit multiplizieren zu können, sie so sehr zu einem gut verkäuflichen Artikel des Seelenlebens zu machen, dass das Ergebnis manchmal etwas unpersönlich und austauschbar erscheint. Manchmal winken dabei Karrieren, die Erstaunen auslösen. Bücher schreiben und verkaufen, daraus Hörbücher erstellen, etwas im Hörer auslösen, vor allem etwas Kollektives bei Massenveranstaltungen, den großen Beeinflusser und Vorausgeher mit dem ganzen Instrumentarium der Suggestion zu geben, das gehört eigentlich zum Rüstzeug eines jeden „spirituellen“ Bewusstseinsarbeiters, früher und heute. Für Skepsis oder Kritik bleibt da wenig Raum, es gilt vielmehr das widerspruchsfreie „ergriffen“ sein auslösen und verstärken und mitmachen in einem kollektiven Taumel, dem gerne ein quasi meditativen Anstrich gegeben wird, in dem der Eindruck vermittelt wird, man sei mit dem verbunden, was den Menschen so recht eigentlich ausmacht.
 „Positives Denken“ ist einer der Inhalte, die in diesem Zusammenhang immer wieder gepredigt werden. Spiritualität online verfügbar machen, das würde den zeitgeistigen Schritt in eine massenhafte Verwertbarkeit aufzeigen und sie in größer Breite zu teilen. Selbsthilfe im Netz mag Millionenumsätze generieren. Der Welt etwas von einer anderen Wirklichkeit erzählen, mag nicht nur einen Drang zur massenhaften Verbreitung, sondern auch zu einer maximalen Verkäuflichkeit erzeugen. Ziel: Das sollen alle wissen! (und dafür zahlen). Dass dadurch allerlei Oberflächlichkeiten Tür und Tor geöffnet sind, mag geradezu folgerichtig erscheinen....Wow!

Donnerstag, 24. August 2017

Wahlkampfplakate

Wahlkampfplakate? Setzt einen Kampf voraus. Der scheint sich aber nicht so recht einzustellen. Es herrscht in Deutschland anscheinend die Alternativlosigkeit. Einer hat da keine Chance, versucht sie aber zu nutzen. Stolpert angelegentlich über einen alten Parteigranden, der sich anscheinend unter die Obhut von Putin begeben will und dort satt grinsend sein stattlich honoriertes Gnadenbrot frisst. Dabei ist doch offiziell das Motto und die Parole, ja der Glaubenssatz „Gerechtigkeit“ ausgegeben. Ob sich die Firma Gazprom oder Roznjeft immer an den Codex hält? Ach, es ist ein Graus......diese ganzen glattgebügelten, nichtssagenden und selbst für Werbungsverhältnisse schrottig-peinlichen Plakate, die mit einem Photoshop-Lächeln und manchmal noch mit einer formelhaft gestanzten "Weisheit" auf eine fiktive Mitte zielen, sie dürfen in Masse überall dort aufgehängt werden, wo es ansonsten tausend Genehmigungen vonnöten sind. Diese Plakate, bei denen ihren jeweiligen Erzeugern nichts Neues mehr eingefallen zu sein scheint, - außer bei der FDP. So manchem mag das nicht gefallen und gewisse Nachteiligkeiten liegen auf der Hand, aber die Farbgebung und der Lindner in finsterer Entschlossenheit oder Unterwäsche gewappnet, die wollen mit ihrem aufgehübschten Selbstbewusstsein jemanden ansprechen. Klar, die FDP scheint ja auch nach wie vor eine klare Zielgruppe zu haben. Auch Die Linke hat angeschärfte Plakate: gewisse Aussagen sind ihnen als etwas fragwürdige Kernparolen zu entnehmen, „soziale Gerechtigkeit“ scheint hier zumindest nicht nur eine Phrase zu sein. Die AfD will halt mit ihren Mitteln Wählerstimmen abfischen, - nun ja. Aber die CDU/CSU und die SPD scheinen die allerflachsten Klischees hervor zu kramen, um mit denen zum Erfolg zu kommen. Geistig scheinen sie gewisse Veränderungen in der Umwelt noch nicht so richtig kapiert zu haben. Internet? Social Media? Transparenzbestrebungen? Alle Konturen sind hier weich retouchiert: ein Schelm, wer sich etwas dabei denkt. 

Samstag, 22. Juli 2017

Machtinszenierung

Abgeordnete, die sich selbst Diäten erhöhen, in Landtagen, im Bundestag, auch schon mal mit fragwürdigen Begründungen. Abgeordnete, die fette Feste mit Vertretern der Industrie feiern, von denen sie gerne mal die eine oder andere Zahlung annehmen....verdeckt natürlich, - wer wird denn da völlig fälschlicherweise an Korruption denken? Es herrscht die "Gewissensfreiheit" und "wir sind in einer repräsentativen Demokratie". Behörden wie Finanzverwaltungen lassen sich ihre Bleibe (wie jetzt bekannt wurde) schon mal mit "Kunst am Bau" (die niemand versteht, weil sie auch nicht erklärt wird...) ausstatten, die mit rund 100 000 Euro zu Buche schlägt. Da spricht ein Kandidat aus Würselen von der “Arroganz der Macht“. Ob er nicht auch dazu gehört zu einer Machtinszenierung? Und ob das ganze Theater nicht zu einer gewaltigen Politik- und Politikerverdrossenheit führt, die sich irgendwann einmal Bahn bricht? Gerade im ach so erfolgreichen Deutschland? Natürlich wird das Ganze so lange stabil bleiben, wie der „wirtschaftliche Erfolg“ da ist (den anderen geht es ja viel dreckiger). Was aber, wenn jener einmal nicht da sein würde? Wie steht es überhaupt um innere Begründungen dieses Systems, um bewusstseins- und wertemäßige Verankerungen? Ob die Kohle wirklich alles ist, um das es sich hier dreht? Mir scheint, dass sich auf internationalem Niveau (also auch und gerade in anderen Ländern!) die Regierenden nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind, als ob die internetbedingte Transparenz sie überholt hätte und auf diese Weise etwas bloßgestellt hätte. Natürlich wird sich unentwegt hinter formalrechtlichen Begründungen verschanzt und dabei noch einmal kräftig auf den Rechtsstaat gepocht. Der Rechtsstaat, ja, der Rechtsstaat! Eine äußerst wichtige Errungenschaft. Ob so etwas aber seiner ständigen Erneuerung und Anpassung an die Entwicklungen der Zeit ausgesetzt ist? Ob das Internet neben der viel beschworenen Gefährdung der inneren Sicherheit und den neuerdings gesetzlich bekämpften „Hasskommentaren“ nicht auch die Möglichkeit einer gesellschaftlichen Transparenz birgt? Ob der Wegfall von Kontrollinstanzen der öffentlichen Meinung nicht auch eine Chance der direkteren Meinungsäußerung mit sich führt, die den Herrschenden/Mächtigen/“Eliten“ auf allen Gebieten mehr abverlangt als in der Vergangenheit? Ob das „Durchregieren“ wie zu Zeiten Kohls oder Schröders nicht doch ein bisschen schwieriger geworden ist? Eine bestimmte, staatstragende Partei hat schon mal kund getan, dass sie Volksabstimmungen ablehnt. Es ist Wahlkampf, das Volk hat die Wahl. Das reicht.      

Dienstag, 7. Februar 2017

Schwarmintelligenz (2)

Schwarmintelligenz hat etwas mit einer Gruppe zu tun, in der Natur fortwährend an den unterschiedlichsten Tieren zu beobachten. Wie sich Fischschwärme verhalten, Ameisen, Bienen usw. mag ein Modell liefern. Ob dies Modell auch auf den Menschen übertragen werden kann? Wie? Konkret? Es scheint ein Problem der Informationsübermittlung zu sein. Das Internet bietet dazu zum ersten Mal die Gelegenheit. Es lohnt sich womöglich darüber nachzudenken, auch wenn das Thema der zeitgeistig vorüber gehenden und gleitenden Inhalte momentan wieder fast schon verschwunden scheint. Da es in der Natur vor allem um das Fressen und Gefressen werden geht, da das Überleben und die Anpassung an spezifische Verhältnisse immer wieder für eine Auslese zu sorgen scheint, erheben sich dazu Fragen: wie wird dies in einem Schwarm von einen zum andern Individuum mitgeteilt, wird es überhaupt mitgeteilt, wieviel davon ist relativ starre Anlage, Instinkt, festgelegtes Programm und was teilt sich aus dem jeweiligen Augenblick mit? In welchem Verhältnis stehen diese Ebenen zueinander? Fest steht: Das Individuum geht unter in der Masse und kann dadurch auch etliche Vorteile ziehen. Es ist nicht leicht zu identifizieren oder anzugreifen. Es scheint in einem größeren Individuum unterzugehen. Aber wie erfolgt etwa bei Fledermäusen die Information, die bewirkt, dass es zu keinen Zusamenstößen oder sonstigen Behinderungen kommt? Gibt es ein abgestimmtes Verhalten? Ist dies zu beeinflussen? Dies etwa fragen sich die Wahlkampfmanger, die über „Filterblasen“, „Echokammern“ und ähnlich definierte Phänomene sinnieren. Gibt es Zustände und Situationen, die nur noch gewissen Informationen den Zugang zu bestimmten Individuen eröffnen? Algorithmen, die immer mehr den Alltag von Menschen bestimmen, indem sie einer Art zweitem Ich ganz bestimmte Bedürfnisse und ganz bestimmtes Verhalten zuschreiben, scheinen vor allem wirtschaftlichen und staatlich-überwachungstechnischen Interessen zu dienen. Was ist populär? Wieso? Können wir aufgrund anderer geistigen Fähigkeiten aus uns selbst heraus oder neben uns treten? Verschafft uns das unter Umständen ein gewisses Maß an Empathie? Macht es uns die „Reise in andere Wirklichkeiten“ leichter? Fragen, die in Richtungen wiesen.......

Freitag, 23. Dezember 2016

Alles Spam

Ich habe Spam-Mails in meiner Mailbox. Penisverlängerungen, Viagra und andere, Kreditangebote, Frauen, Lottogewinne - tausend Arten, ein wenig Geld aus mir zu quetschen, Sehnsüchte, Wünsche und Schwächen nutzen, verlocken, zu etwas reizen. Natürlich sind wir alle längst ausgerechnet, berechenbar, durchschaubar. 100000 abgesandt, 2 funktionieren. Eine gute Quote, oder? „Direct Mailing“, wir sind unterm Hammer industriell eingesetzter Kräfte, der Werbung und des Marketing. Wir sind die Formel des Konsums, die clevere Geschäftemacher nutzen. Da ist viel Plumpheit und Peinlichkeit. Man braucht da Humor, wenn man reinliest. Diese Leute geben sich anpassungsfähig, machen was aus den Daten, die sie haben. Die sind so richtig smart, gehen auch über Facebook und Twitter, Google hat meine Daten ja sowieso. Irgendwie gab es das schon früher, im Postkasten. Diese komischen Anschreiben, vollkommen maschinell erstellt. Märchen für schwache Gemüter, Vorstellungen wurden angesprochen und abgerufen. Reisen. Kaffeefahrten. Ängste auslösen, Linderung versprechen. Das Angebot liegt bei. Gesperrte Kreditkarte, Schufa, - bourgeoise Begehrlichkeiten und Bedürfnisse wecken. Schlechtes Deutsch, - oft. Aber gut eingebettet in die deutsche Wirklichkeit. 

Montag, 5. Dezember 2016

Schwarmintelligenz (1)

„Bat out of Hell“ sang einst Meat Loaf, es war der Titel eines ganzen Albums, das seinen Mythos begründete. Wer? Meat Loaf? Nie gehört. Macht nichts. Wir waren in den Carlsbad Caverns in New Mexico, einem Ort mitten in der Wüste, mit einer Höhle, einem Schlund, einem Amphitheater und der Zufahrt dazu. Die Fledermäuse kamen gegen die Abendstunde, nachdem wir davor sitzend noch eine sehr anschauliche Einführung, ein Tutorial mitgemacht hatten. Zuerst ein paar Exemplare nur, dann immer mehr. Wir staunten. Und ich versuchte später, mich noch genauer zu informieren. Es war ein großartiges Beispiel für die heutzutage so viel gepriesene „Schwarmintelligenz“. Viele, ja manchmal Millionen von Fledermäusen, verlassen abends ihren Schlafplatz in der Höhle. Sie fliegen scheinbar wild umher. Der Eindruck täuscht, in Wirklichkeit sind sie wie in einem großen Organismus aufeinander bezogen und sehr wohl organisiert. Sie wissen immer, wo ihre Nachbarn sind und nach menschlichen Maßstäben unterhalten sie sich bei ihrem Ausflug über alles Mögliche. Manchmal greift ein Raubvogel den Schwarm an, auf der Suche nach einer scheinbar leichten Beute. Doch die Fledermäuse agieren dermaßen gut abgestimmt untereinander, gehen in dieser Organisation geradezu auf, so dass es sehr schwierig für einen Raubvogel wird- Lediglich die ausscherenden Fledermäuse, die Einzelgänger, die Außenseiter und nicht mit der Masse Abgestimmten, dürften ein lohnendes Ziel für sie abgeben. Plötzliche, gut abgestimmte und auf den sehr schnellen Austausch von Informationen beruhende Richtungswechsel des Schwarms verwirren die Angreifer. Die älteren, weiblichen Tiere sind Kundschafter und verlassen die Höhle zuerst. Dann folgen die Jungtiere. Die Spirale dreht sich immer in dieselbe Richtung, wobei Informationen aller Art ausgetauscht werden. Auch werden dabei Entscheidungen über die Route getroffen, basierend auf den Erfahrungen der Nacht davor. Dabei entsteht eine „Schwarmintelligenz“, die auf die einzelnen Individuen übergehen soll. Gerne wird jetzt eine Analogie zum Internet und dem dabei praktizierten Schwarmverhalten von Menschen gezogen. Schwarmverhalten soll das Verhalten der Vielen sein, die nach einfachen Regeln handeln. Auch Stichworte wie „Selbstorganisation“ dürften damit zusammen hängen. Es gilt, das kollektive Gedächtnis und die Überlegung eines Kollektivs erstehen zu lassen, die Vielen sollen sich zu einem einzigen Körper, zu dem Einen vereinen, das über den Individuen steht.  

Freitag, 7. Oktober 2016

"Erfolg" lernen

Überwiegend alte und "erfolgreiche" Menschen plädieren oft für künstlerischen Eigensinn. Setzen die Selbstverwirklichung als hohen Wert an, wofür sie angesichts ihres guten Namens und des Rufs stehen, der sich auf Kassenerfolge beruft. Sie setzen dann einen einschlägigen Kurs an. Die Masse macht's. Online-Kurse. Videos. PDFs. Normalerweise könnte man sich sowas nicht leisten. Sie aber wollen eine Art tippgebende Lehrer sein, die anderen die Lehrlinge, nach klassischem Vorbild. Sie geben die Rolle des Weisen und die des Künstlers, der in Gestalt des Handwerkers daherkommt. Sie erklären, wie es geht. Sie haben es drauf. Sie sind im Erfolg, den alle wollen. Auch nichts Falsches. Besonders im Künstlerischen. Auch sie mögen Glück gehabt haben, einfach Glück. Doch das zählt nicht. Da sie Promis und insofern die Besten sind, müssen sie's ja alles wissen. Selbstdarstellung oder schauspielern, „so tun als ob“: kein Problem, kann man lernen. „Social Media Branding“? Heutzutage oberwichtig. Professionalisierung einüben. Besser werden. Haltung zeigen. Street credibility, gerade dann, wenn man's auf der Straße jedermann verkaufen will. Was? Sich. Seine Möglichkeiten. Seine überragenden künstlerischen Ambitionen. Das, was man aus sich gemacht hat. Seht her, ich zeige es euch!  

Freitag, 22. April 2016

Glauben on the Rocks

Es scheint, als sollte diese Gesellschaft spätestens mit dem Erscheinen von Phänomenen wie dem Internet mehr Transparenz nötig haben. Natürlich wurde in der alten DDR noch alles in Hinterzimmern unter denen ausgekungelt, die sich für wichtig hielten. Natürlich ist das in diktatorischen Gesellschaften noch heute auf allen Kontinenten so. Dort scheint einer die Richtung vorzugeben und alle folgen ihm. Führerprinzip. Schließt auf neuzeitliche aber mittlerweile auch längst überholte Weise an die alten Zeiten der Monarchien an. Damals gab es auch keine Transparenz, keine Kommunikation, dort kamen die großen Veränderungen von oben. Sie schienen einfach zu kommen wie ein Gottesurteil. Gott? Der spielte mit seinen religiösen Statthaltern natürlich auch mit. Den Leuten war ja alles zu verklickern. Sie GLAUBTEN es. Der Glaube bestimmte das Dasein. Kirchenmalereien machten es für jeden begreifbar. „Das Jüngste Gericht“ usw. Heute ist das das jüngste Gerücht geworden. Tolles Wortspiel, nichtwahr? Stimmt aber. Das Ungefähre regiert. Das Glauben. Meinen. Das aus dem Strom der Informationen heraus Leuchtende. Firmen, Unternehmen und ihre Werbeherolds haben das natürlich längst erkannt und hängen sich dran. Es gilt die kommerzielle Botschaft. Sie kommt oft aus der Verdummung und der Beeinflussungstechnologie. Wie bei den Nazis. Sie will verführen. Über dumpfe Reflexe regieren und darüber Aktionen herbei führen.

Mittwoch, 23. September 2015

Optimismus reloaded

Alles fällt scheinbar auseinander, die Kriege vermehren sich und die Klimakatastrophe schreitet voran. Weltsichten brechen zusammen oder werden aus einigermaßen Überholtem runderneuert, Hierarchien sind in Frage gestellt, Gesellschaften verlieren ihre Erdung und brechen dann zusammen. Der Mensch als „Beherrscher der Dinge“ ist in Frage gestellt, Aufklärung fällt zurück, in Wahn, in Skepsis, in pseudoreligiösen Eifer. Die Jagd nach dem Glück ist für die meisten Menschen erstmal ausgesetzt: ein paar nur können sich alles erlauben und besitzen grinsend die Welt. Kurzfristige Idiologien, die scheinbar die Welt erklären, haben Konjunktur, und man ist, was man isst. Doch der bürgerlich gewordene Hedonismus zieht nicht mehr so richtig. Mögen einen die Flugzeuge jederzeit überallhin bringen: ihr Spritverbrauch macht genauso Sorgen, wie jener der teuren Motorkisten, die reiche Leute Automobile nennen und die überwiegend aus Deutschland kommen, um nicht nur in Europa brav im Stau zu stehen oder die Luft zu verpesten. Es ist uns wahrer technischer Fortschritt versprochen (wie dieser aussehen kann, war gerade in den vergangen Tagen zu bestaunen), nicht nur selbstfahrende Autos, stauumfahrende Systeme und Internet der Dinge: alles, was das Begehren für etwas wecken soll. Für was, das wissen wir so recht noch nicht. So ist der Mensch halt. Wir haben uns verhoben, das Gefühl verlässt uns kaum noch. Ob das alles so lebenswert ist? Ob es uns glücklicher macht? Ob wir dadurch mehr Zeit haben? „Wo bin ich? Wo war ich? Wo werde ich sein?"