Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Freitag, 22. Mai 2026
Was wahrnehmen? Ein bisschen zuschneiden.....
Vorsichtig aktualisierter Ausschnitt aus meinem Buch "Zuhören":
Was ich schreibe? Nicht das, was in den anderen Medien ohnehin zu lesen ist. Auch nicht unter den Produktionsbedingungen und Zwängen dieser Medien. Ich äußere mich zu den Dingen, wie sie mir auffallen und wie neugierig auf sie bin, und nicht wie jemand einen Auftrag dazu vergibt unter dem Motto „Man könnte doch mal wieder über…...schreiben“. Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann. Die ihm "zufliegen", ohne dass er das explizit so will oder dass er das Mitgeteilte überprüfen könnte. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Ich sehe mich selbst da nur als eine Art "Medium", das stellvertretend für die Masse der Vielen steht.
Dies hier ist aber auch kein intimes Tagebuch! Das Subjektive mag an vielen Stellen in Richtung des Objektiven gehen, - und umgekehrt! Das vorsichtig zu beachten ist bei der Lektüre sehr wichtig. Ich fühle mich in der Rolle des Schreiberlings aber eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich gelegentlich selbst keine Antwort weiß. Auch diese Fragen könnten sich jedem stellen. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen im Interesse einer Öffentlichkeit zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem absolvierten Studium der Soziologie zu tun haben könnte.
Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss! Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente rund um mich herum auf und gebe sie möglichst verstehend wieder. Nein, da ist kein journalistisches Überprüfen und diese Verantwortung vor der Veröffentlichung! Viele der "Konsumenten" haben schlicht nicht die Zeit dafür. Der alltägliche Journalismus geht auch kaum so seriös vor, dass er diesem Ideal entsprechen könnte.... Es geht hier vielmehr um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Übrigens: Interviews werden nicht gewährt.
Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen bestimmter Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert haben, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies eitle Bestreben zunutze zu machen.
Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir, meinen Erfahrungen und meiner Person gefärbt und getränkt. Sie kommen aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Privates könnte etwas mit Öffentlichem zu tun haben (s.o.) - und umgekehrt. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“, die gewisse Politiker unbedingt regulieren wollten.....
Donnerstag, 21. Mai 2026
Spitzen
Spitzenpolitiker scheinen schon mal ihre Meinung in kürzester Zeit zu ändern, wenn es um ihre Kandidatur für ein wichtiges Amt geht. Allgemein ausgedrückt. „Natürlich“ passiert dies aus reinem Pflichtgefühl…. Dass dies zur Verwirrung und zum Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit beitragen könnte, scheint ihnen nicht so recht in den Sinn zu kommen. Stattdessen könnte einen der Verdacht beschleichen, dass es in Wirklichkeit, wie seit vielen Jahren, um Machtfragen geht. Selbstverständlich wird dann von den PR-Strategen schnell ins Gespräch geworfen, dass sich ja die Zeiten und die Umstände ändern könnten, was auch eine Änderung der Einstellung eines Politikers nach sich ziehen könnte. Danach erhebt sich die Frage: welche Umstände haben sich in welchem Zeitraum geändert? Dient solche Flexibilität der Sache?
Mittwoch, 20. Mai 2026
Verlorenheit
VERLORENHEIT
Sie sitzt vor Dir und ist nicht mehr da
da war einer zuviel, das siehst Du jetzt klar
Ich spüre plötzlich: ich bin alleine
ich brauch' zu viel Worte dafür, was ich meine
Die kleine Nabelschau, sie ist zu Ende
was bleibt, sind ein paar ausgestreckte Hände
es ist jetzt spät, da war nichts
in schwebenden Gedanken, aus Worten spricht's:
bin arg versackt und habe versagt als Brückenbauer
die Antwort wurde leise und immer lauer
sie war im Zuspätkommen sehr zufrieden
da ist einer zuviel, Du spürst das plötzlich
es ist zu spät und du bist alleine
hast Dich schließlich zu sehr angedient
Dienstag, 19. Mai 2026
Where to go?
Wir fallen in eine Leere, wir vermissen etwas, es ergreift einen... Wir gehen auf etwas zu, von dem wir nicht wissen, was es sein wird, wir segeln in fremde Horizonte,- oder wurde uns etwas dazu hinterlassen? Eine Information? Viele? Es gilt jedenfalls, etwas hinter sich zu lassen im ewigen Vergessen, die Küsse, die Begegnung mit jemand, den man mag, die Berührung einer Schönheit, die Kraft eines Moments, das Menschsein….. aber viele vor dir haben es schon geschafft, es könnte jedoch sein, dass dieser Zeitpunkt noch hinaus gezögert wird, durch Forschung/Wissen/Know-how… oder? man ist dem ausgeliefert, es kommt auf einen zu.... Kant und seine Aufforderung zum Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit: rührend, wir sind zu allem nur verurteilt, da können wir nur so hinaus streben aus der Unmündigkeit, es macht das alles nur noch viel schlimmer.....
Montag, 18. Mai 2026
Trül
Ich denke über mein Tun nach und frage mich, in welchem Verhältnis Aufwand und Effekt meiner Zeilen hier sind. Ist es ein Erbe meiner journalistischen Ausbildung? Ist es antrainiert? Dressiert? Habe ich Erwartungen übernommen? Ist es eine Hinterlassenschaft der auf Hörerschaft hin gerichteten Worte meines Elternhauses? Welche Rolle spielte der Zeitgeist? Das Aufgehobensein in einer von der Aufklärung her kommenden Kritik? Ist dieses obsessive Reflektieren ein Ergebnis von Projektionen? Das mit der Mitteilung kann es ja wohl nicht sein. Algorithmen, Gleichgültigkeiten und/oder Formen von Nachrede/Verleumdung decken es hier eher zu. Eine Zeitlang wähntest du dich auf der Höhe der Zeit. Du hast ein multimediales Blog entworfen, positioniert auf Facebook. Aha! Oh! Allein, das fand keinerlei Echo. War man damit untergegangen in Bedeutungslosigkeit? Bemisst sich Bedeutung inzwischen nur noch in Klicks? Die Masse der Leute scheint sich ja inzwischen sehr gerne von Influencern aller Art bearbeiten zu lassen. Etwas kaufen, etwas konsumieren, darum geht es. Zu Gedanken angeregt zu werden scheint da nicht mehr so hoch im Kurs zu stehen. Die Masse, ja, - aber wo sind die Nischen? Du willst Impulse geben, bloß wem? Diffuse Massen umdrängen dich. Du gibst ein paar halbwegs geordnete Laute von dir, was sofort untergeht. Ich weiß nicht mehr, an was es liegt. Es geht hinaus ins Nichts.
Samstag, 16. Mai 2026
Creatura (Songtext)
CREATURA
Du bist ich und ich bin du, laß uns miteinander sein
Wir sind Ihr und ihr seid wir, kommt wir probieren's aus
schwarz und weiß, links und rechts, gehen über sich hinaus
Nah und Fern, Tag und Nacht, vorübergehend eins
du reibst dir die Augen
und denkst: das kann nicht sein
das sind nur Seifenblasen
das bildest du dir ein
Wasser liebt Feuer, Himmel küßt Erde, Herz umarmt Verstand warm und kalt, außen und innen, geben zusammen nach Haus' in uns heraus, aus uns hinein, tauschen wir uns aus, Licht und Dunkel, Seele und Körper, gehen Hand in Hand
was kostet das Tauschen
was ist dir das wert?
wer kann sich so vergessen?
was soll das Hin und Her?
Freitag, 15. Mai 2026
Egon's Soul
EGON'S SOUL
I am in, I am out, I am myself,
I am the universe of the universe in myself, inside you
I am apprehending (ahnen), I am believing, I am listening to you
Where are we going now? What is this bright thing out there?
Is it bad, is it sad, where is it burning so hot?
I can feel it, I can believe it, I can show it, I can report it
I can speak with you in your mind, a voice, a soul
I can talk through ancient times
I can be the pharao of your mind, the king and the bargee
or the ugly Torturer, when I am crying and sobbing words
take it easy, nice and slow
yes, you came out of the dark net of a black holee joked, we laughed and then we died
yes, it seems to clear: you can see all from here – if you can see
look into old history, imagine egypt faces
Donnerstag, 14. Mai 2026
Hinein in den Tag!
Ich wache auf, lasse mich in das Frühstücksfernsehen gleiten (Nachrichten!) und soll Neues erfahren. Über den Sumpf der Wirtschaft, , der sich in die Parteienlandschaft hinein ausgebreitet hat, und der so manche ihm anbefohlene Person inmitten von Sprechblasen gut leben lässt. Der Verdacht: dies alles wendet sich gegen eine bestimmte Partei, ist aber stellvertretend für die ganze Landschaft der politischen Verantwortungsträger. Da wird offenbar begünstigt, gemauschelt und werden Vorteile „mitgenommen“, was ich schon seit längerem beobachte. Die künstliche Aufregung darin, die Inszenierung, die (jetzt) herrscht, dürfte sich durchaus auch einmal gegen die eigene Partei richten. Der unbestätigte Verdacht herrscht, dass hier ein Stück dessen sichtbar wird, was nicht nur in Deutschland Praxis zu sein scheint: Die schamlose Begünstigung gewisser Personen, denen qua „Amt“ zumeist materielle Vorteile verschafft werden. Es herrscht jetzt der Zwang zu wirtschaftlichem Handeln und ökonomischer Betrachtung, weil schland in allen Bereichen abrutscht, weil Monat für Monat Insolvenzen passieren, hinter denen oft persönliche Tragödien stecken. Das sei der Preis unseres Systems, einer „freien“ Marktwirtschaft, so heißt es allenthalben von den satt gefressenen Eliten, die ihre eingebildete Weisheit auch schon mal der eigenen Angehörigkeit zum „gehobenen Mittelstand“ zuschreiben.
Mittwoch, 13. Mai 2026
Pop
Populistische Allerweltsprediger im Geiste ihres schamlos vorgeführten Narzissmus verkaufen auf dem Meinungsmarkt kranke Sonderinteressen ohne jegliche Rücksicht als „gesunden Menschenverstand“. Meinungsfreiheit kommt in deren Verständnis als peinliche Comic-Nummer, als Vorwand für eigene Eingebildetheiten und schamlose Rohheiten rüber. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Der Zeitgeist auch? Inwiefern betrifft es ihn? Was ist da jener Schaum auf der Welle, der uns hin und her wirft? Der uns verunsichern könnte, wenn wir anfangen, nachzudenken? Es wird alles locker lächelnd wegmoderiert, in „Normalität“ eingeebnet, im TV, im Internet, im gedruckten Wort. Es wird abgestiegen und aufgestiegen in der Liga. So etwas beherrscht das Bewusstsein. Alles ruht in allem. Nichts ist unmöglich.
Dienstag, 12. Mai 2026
Narziss beim Blick in den See
Populistische Allerweltsprediger im Geiste ihres schamlos vorgeführten Narzissmus verkaufen auf dem Meinungsmarkt kranke Sonderinteressen ohne jegliche Rücksicht als „gesunden Menschenverstand“. Meinungsfreiheit kommt in deren Sinn als peinliche Comic-Nummer, als Vorwand für eigene Eingebildetheiten und schamlose Rohheiten rüber. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Der Zeitgeist auch? Inwiefern betrifft es ihn? Was ist da jener Schaum auf der Welle, der uns hin und her wirft? Der uns verunsichern könnte, wenn wir anfangen, nachzudenken? Es wird alles locker lächelnd wegmoderiert, in „Normalität“ eingeebnet, im TV, im Internet, im gedruckten Wort. Es wird abgestiegen und aufgestiegen in der Liga. So etwas beherrscht das Bewusstsein. Alles ruht in allem. Nichts ist unmöglich.
Montag, 11. Mai 2026
Veränderung
Ein würdevolles Leben führen. Als Ziel. Für alle. Jetzt und in Zukunft. Als eine Art riskanter Sprung in die Zukunft. Eingeführt in eine Normalität, in eine Selbstverständlichkeit, die alle Menschen umgeben soll. Alle. Technologische Möglichkeiten dazu könnten bereits vorhanden sein. Bleibt nur noch die soziale Polarisierung: den einen Menschen soll es möglich sein, den andern nicht. Oder? Wir sind da hinein geworfen. Müssen uns damit auseinander setzen.
Wir aber haben unter Umständen damit zu tun, von einem Tag in den nächsten zu kommen. Müssen Demütigungen und Diskriminierungen trotzen, so gut es geht. Müssen Pech verkraften. Wie konnte das möglich sein, dass noch vor kurzer Zeit Frauen nicht wählen durften?, so fragt man sich schon heute. Man kann es sich nicht mehr vorstellen. Die Entwicklung scheint in kürzester Zeit fortgeschritten. So könnte es auch mit einer Energiewende sein. Es könnten sich zunächst diejenigen zusammenfinden, die die Vision haben und dafür etwas verändern wollen. Es scheint zunächst, als passiere nichts. Doch dann wird ein Problem gesehen. Es wandert das Angestrebte, das Ziel, unaufhaltsam in die Normalität ein. Bedenken und Argumente dagegen sind natürlich präsent. Aber es steht im gesellschaftlichen Raum die moralische Aufforderung: eigentlich müsste man, sollte man...., aber... Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze etc. ... Es bilden sich zudem Gruppen, die alles verdrängen wollen, die Probleme leugnen und damit zunächst viel Zulauf finden. Doch dann vollzieht sich der Sprung. Eine Umorientierung setzt sich fest. Wahrscheinlichkeiten bröckeln. Etwas wird da sein. Ein Thema wird immer wichtiger. Gewisse Menschen werden das ziehen. Rückblickend wird es kaum zu begreifen sein, dass man nicht schon viel eher in die richtige Richtung abgebogen war. „Normal“ ist etwas anderes geworden.
Freitag, 8. Mai 2026
Mit Giant Sand nach Tucson
Wir fuhren einst durch die Wüste von Arizona. Auf der Straße lagen tote Klapperschlangen, es war heiß und einige Polizisten, die uns kontrollieren wollten, erzählten freundlich, dass sie einst in Heidelberg stationiert waren. Man dachte oft an das, was die einschlägige Szene „Wüstenrock“ nannte. Giant Sand war wohl die bekannteste dieser Bands, aus deren Splitter sich auch die besonders in Deutschland bekannten Calexico rekrutierten. Der etwas schlampige Mariachi-Sound, also der von knarrzigen Trompeten, verstärkt mit anderem Gebläse, war eines der Kennzeichen dieses Sounds. Der Spiritus rector des Gaint Sand-Sounds jedoch war Howe Gelb, ein stets etwas zerstreut wirkender und musizierender Kopf, der mit langen knarrzigen Gitarrenimprovisationen, unflexiblem Gesang oder erratischen Improvisationen am Piano brillierte und mit weiteren sprunghaft musikalischen Augenblicksassoziationen sein Publikum zu fesseln vermochte. Merkwürdige Klangerzeugnisse drangen da oft auch aus seinen Tonkonserven, die im CD-Format gerne als neue „Alben“ verkauft wurden und doch nur ein kleiner Teil eines lang währenden Klangkunstwerks waren. Giant Sand waren in wechselnder Bestzung um Howe Gelb herum stets von der elektrischen Gitarre ausgehende klanglichen Experimente, die live oft ewig um sich selbst mäandrierten und in einem durchaus den Eindruck von in lauter Splitter zeriebenen Sandwüsten aufsteigen lassen konnten. Sandsturm? Gigantischer Giant Sand? Seltsame Stimme, die da im vermeintlichen Selbstgespräch auf das Publikum hernieder kam. Die Stadt Tucson mit ihren zerfallenen spanischarchitektonischen Bauten, von wo es hinauf gen Observatorium und auf der anderen Seite hinauf an gigantischen Kakteen (Saguaros) vorbei ins kahle Reich von Bären ging. Ob da die Wüstengitarren „alternativ“ tobten?
Donnerstag, 7. Mai 2026
Politikverdrosseinheit
Dies ist ein Beispiel für späte Politikverdrossenheit, die man dadurch niederbügelt, dass man fortwährend „Klare Kante“ oder „Führung“ fordert. Doch ich habe Zustände und Überlegungen gesammelt: Soll man sich dann doch daran erinnern, dass es möglicherweise in dieser Republik ziemlich ungerecht zugeht? Soll man diesen Nasen, die wortreich anbieten, das zu ändern, mit einer Wählerstimme vertrauen? Soll man ihnen das zutrauen? Zweifel und Skepsis erscheinen angezeigt. Soll man sich mal wieder darüber aufregen, dass Großspenden die Entscheidungsprozesse in dieser Politik möglicherweise entscheidend verändern? Überhaupt, der Einfluss der Lobbys und Interessenvertreter scheint ja recht weit zu gehen und sich unter anderem in finanziellen Zuwendungen an Parteien oder deren Mitglieder auszudrücken, wobei dafür offenbar auch verschlungene Wege gefunden werden. Manchmal formulieren Lobbyisten die Gesetze, die dem Parlament vorgelegt werden, gleich selbst.
Der Hintergedanke scheint dabei relativ klar. Nicht nur Diäten und Fraktionsetats scheinen ziemlich schamlos erhöht zu werden. Wer dagegen aufbegehrt, gegen den wird mindestens geklagt, - das Procedere ist ja schon aus der Industrie bekannt.
Gegen entsprechende Parteispenden wurden offenbar „Besuche“ bei „Tagungen“ bei einflussreichen Politikern gewährt: Diese Praxis sorgte vor einiger Zeit schon für Aufsehen. Daraufhin wurde Besserung gelobt. Überhaupt lassen sich wohl Parteien und Abgeordnete wohl nicht so gerne in die finanziellen Karten schauen. Ob das oberdemokratisch ist oder ob hier „Experten- und Beraterwissen“ in die Entscheidung einfließt? „Letzte Patrone“? Die Erklärungen vielfältigster Art stehen ja bereit. Scheint, offenbar, vielleicht – im Dunkeln ist gut munkeln, so möchte man meinen. Auchdas Parlament scheint diese Grauzone zu nutzen. Doch ob es dieser Republik wirklich noch so gut geht, wie oft behauptet wird („Wir sind eine der drei größten Volkswirtschaften“? ? Ob es mehr Leuten nicht deutlich besser gehen könnte, wenn der politische Wille da wäre? Ob es dabei auch um das „Schlechtreden“ eines Staates geht, der sich noch auf einer Insel der Seligen wähnt, aber die Mechanismen schon für andere Zeiten in Stellung bringt?
Mittwoch, 6. Mai 2026
Selfie selbst
Selbstbespiegelung. Ist heute akzeptiert. „Selfies“ sind längst eine kulturelle Errungenschaft geworden, Aufnahmen des Ego. Visuelle Wiedererkennbarkeit. Kurze Reize. Anmutung. Autenthischer Selbstausdruck. Ego. Sich in andere Rollen hinein begeben durch Verkleidung. Oder ob dies nur die Sehnsucht danach ausdrückt? Ein Bedauern darüber, dass man derselbe bleibt, egal, welche Verkleidung man wählt? Selfie, eine gesuchte Möglichkeit der Selbstsuche? Masken aufsetzen. Digitale Masken. Sich verstellen. Sich dahinter verstecken? Ob das KI-Geschwätz gangbare Praktiken zeigt Andere Codierungen anstreben? Auffallen? Dadurch möglichst viele „Likes“ erhalten? Auf dem Markt der Kommunikation dadurch etwas wert sein? Nicht das wahre Ich an sich anstreben, sondern es in die Welt hinein brüllen. Sich kommunizieren. Den Verlust anderer Kommunikationsmöglichkeiten als Verlust auch ausleben. Typische Situationen, Klischees des Verhaltens. Zusammenhänge in sich hinein lassen und ihnen dann Ausdruck geben. Das Ego dadurch erforschen. Schauspielern. Stars nacheifern. Alles zur Banalität machen. In der Gleichschaltung leben. Visueller Terror. Vorgegeben Modellen nachhecheln. Role models ausfüllen.
Dienstag, 5. Mai 2026
Die Macht und das Geld
Glaube, Liebe, Hoffnung. So predigt es Paulus in der Bibel. Ob da Skepsis angezeigt ist? Denn das Geld ist das womöglich größte unter diesen dreien. Ungenannt. Unwillkürlich. Selbstverständlich. Einer, der uns seine Heilsbotschaften aufdrücken möchte, hat wahnsinnig viel davon und sieht sich selbst deshalb als Elite, als elitär. Mit seiner Kaste zusammen will er der Mühsal und dem Druck der Vielen in unserer Welt in den Weltraum entkommen, eine neue Zivilisation aufbauen. Bloß: Auch im Kreis seiner Spießgesellen gilt: Der Schaum auf der Welle ist nicht die Welle. Und die Welle ist nicht die tiefere Strömung. Zeitgeist ist nicht Geist. Und Geist ist nicht Geld. Aber Geld kann Kapital werden.
Montag, 4. Mai 2026
Melanchoblues
Kopf in die Hand stützen: eine Geste, die auf Melancholie weist? Ist da ein Zurück treten aus dem Getriebe, ein „Aus der Welt-Fallen“? Das Ungenügen an der Welt ist jetzt vom Zeitgeist nicht mehr so recht angesagt, entspricht es doch nicht dem amerikanischen „Manifestations“-trick: Alles geschieht, wenn du es nur verbissen genug willst! Vom Tellerwäscher zum Millionär. Ha ha. Der schwer in der Hand liegende Kopf findet aber auch schon in der Antike statt: Da ist Penelope, die Odysseus Rückkehr ersehnt, oder Ajax, bevor er sich in das Schwert stürzt. Was ist das Auftreten der Melancholie in der Kunst? Dürer, Friedrich, Goya, van Gogh oder de Chiroco (und das ist per name dropping nur eine winzig kleine Auswahl!). Es ging in der Antike um „Temperamente“. Um das Schwarzgallige. Gleichzeitig aber auch um ein Nachdenken oder eine Tat. (Sokrates). Solche Einstellungen scheinen zur Zeit nicht gerade beliebt zu sein, hauen sie doch eine Art Bremse in das Dasein rein, anstatt es dem ungehemmten Neoliberalismus entsprechend zu beschleunigen. Und dann später, die Bilder, die wir alle einigermaßen im Sinn haben: Heilsgewissheiten gehen in der Aufklärung flöten, die Romantik versucht das mit ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen auszugleichen. In der empfindsamen Strömung, die als Gegengewicht den Rationalismus ergänzt, wird die Melancholie zum poetischen Gefühl für das Erhabene, das in der Folge immer mehr zum Sentimentalen verflacht und heutzutage in der Werbung einer Sentimentalität „Urständ‘ feiert.
Samstag, 2. Mai 2026
Guten Morgen
Ich wache auf, lasse mich in das Frühstücksfernsehen gleiten (Nachrichten!) und soll Neues erfahren. Über den Sumpf der Wirtschaft, , der sich in die Parteienlandschaft hinein ausgebreitet hat, und der so manche ihm anbefohlene Person inmitten von Sprechblasen gut leben lässt. Der Verdacht: dies alles wendet sich gegen eine bestimmte Partei, ist aber stellvertretend für die ganze Landschaft der politischen Verantwortungsträger. Da wird offenbar begünstigt, gemauschelt und werden Vorteile „mitgenommen“, was ich schon seit längerem beobachte. Die künstliche Aufregung darin, die Inszenierung, die (jetzt) herrscht, dürfte sich durchaus auch einmal gegen die eigene Partei richten. Der unbestätigte Verdacht herrscht, dass hier ein Stück dessen sichtbar wird, was nicht nur in Deutschland Praxis zu sein scheint: Die schamlose Begünstigung gewisser Personen, denen qua „Amt“ zumeist materielle Vorteile verschafft werden. Es herrscht jetzt der Zwang zu wirtschaftlichem Handeln und ökonomischer Betrachtung, weil schland in allen Bereichen abrutscht, weil Monat für Monat Insolvenzen passieren, hinter denen oft persönliche Tragödien stecken. Das sei der Preis unseres Systems, einer „freien“ Marktwirtschaft, so heißt es allenthalben von den satt gefressenen Eliten, die ihre eingebildete Weisheit auch schon mal der eigenen Angehörigkeit zum „gehobenen Mittelstand“ zuschreiben.
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