Reise durch Wirklichkeiten

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Donnerstag, 20. Oktober 2022

Wachstum ahoi!

Fetisch Wachstum: weil alles in 5500 Jahren Menschheitsgeschichte immer gewachsen ist, wird es auch weiterhin wachsen: So die Überzeugung, die viele Menschen, - und besonders ihre Politiker! - gerne teilen wollen. Was zu beobachten ist: Es herrscht eine dauernde Aufforderung zum Konsum. Durch Verschuldung wird zudem Wachstum geschaffen. Politiker beschwören es in tausend Formen, im Chor und alleine, sie reden es jetzt gerade nach und bei und vor Corona sehnlichst herbei, Wirtschaftskapitäne sowieso. Wirtschaftswissenschaftler haben das ohnehin zur Voraussetzung ihrer Lehre gemacht und halten eisern daran fest: dass es auf einer Erde mit endlichen Ressourcen unendliches Wachstum geben könne. Alles immer effektiver. Aber kann eine Wirtschaft eigentlich unendlich wachsen auf einer Erde, deren Ressourcen endlich sind? Ob das nahe am Wahnsinn ist? Verrückt? Schafft Kreativität und Erfindungsreichtum unendliches Wachstum? "Innovation" nennen das gewisse Kreise. Reichtum, wenn er auf der Erde nicht steigerbar ist, wird er dann aus dem All kommen? Oder werden wir, also die vermögende Klasse der Menschen, ins All hinaus fahren (Musk, Bezos & Co. haben längst den Anfang gemacht) um dort irgendwo irgendwie eine neue Gesellschaft zu gründen. Die Erde mit ihren begrenzten Ressourcen wird dann sowieso verloren und ausgesaugt sein, die Idee von unendlichem Wachstum könnte dann längst aufgegeben und ausgeträumt sein. Und heute? Es scheint so, dass vieles vorbereitet wird und dass es vielen Menschen in der „entwickelten Welt“ schlechter geht als zuvor. Der Populismus feiert Triumphe. Alles zerfällt in der Polarisierung der Menschheit. Da könne nur noch mehr Wachstum helfen, dröhnt es geradezu in dem Chor von Politikern. Doch der Traum ist vorbei. Die einzigen Idioten, die eine solche Weltdeutung zur Grundlage ihrer Wissenschaft machten, sind die Betriebswirtschaftler, - die auf dieser Welt auch noch den Ton anzugeben scheinen. Der Mythos lebt.

Donnerstag, 2. Mai 2019

Digitalisierung und Fortschritt


Ob wir dabei sind, alles zu vermasseln? Insbesondere die Zukunft? Ob wir so ziemlich alle Züge verpassen und uns das als „professionelle“ Politik vorspielen lassen? Wenn von der „Digitalisierung“ die Rede ist, dann ist meist das Verlegen von Glasfaserkabeln u.ä. gemeint. Von „den Parteien“. Technologische Aspekte, bei denen Deutschland auch nicht gerade glänzt. Dabei könnte es, wie einige Wissenschaftler glauben, sehr viel tiefer mit dieser „Digitalisierung“ gehen. So weit, dass es unsere gesamt Existenz berühren wird. Ob wir angesichts des Potenzials dieser Digitalisierung neu über den Begriff der Arbeit und überhaupt, über die Gesellschaft nachdenken sollten? Weil diese „Digitalisierung“ alles verändern könnte....? Erste Ausläufer sind ja wohl schon in China zu besichtigen. Ob eine solche Digitalisierung auch die Gefahr in sich birgt, dass der Mensch von „höheren Instanzen“ überwacht wird (jawohl, dass die Gefahr der Kriminellen dadurch gemindert wirde, sei zugestanden). Ob darin aber eine Gefahr liegt, rund um die Uhr überwacht werden zu können. Natürlich werden die Entscheidungsprozesse dadurch kürzer und im Kommandoton lässt sich nahezu alles gesellschaftlich zügig durchdrücken. Aber wollen wir eine solche Gesellschaft und sind wir, sofern wir darüber nachdenken wollen, bereits die gerne verteufelten „Bedenkenträger“, die dem Fortschritt und „der Innovation“ entgegen stehen? Wir nehmen das Smartphone im Durchschnitt etwa 200 mal pro Tag zur Hand, wir akzeptieren Burn out und Schlafstörungen....usw. Zum Wohle von „Big Data“? Ob das Fortschritt bedeutet?

Freitag, 12. Oktober 2018

Fortschritt und menschliche Kreativität

Wie naiv war das denn? Damals, im zeitgeistigen Flow, glaubte die Politik und ihre demokratisch legitimierten Klassen, in naivem Fortschrittsglauben und ungebremstem Optimismus so etwas wie Atomkraftwerke bauen zu können, ohne dass die Endlagerfrage geklärt war. Erst mal wurden Milliarden ausgegeben. Die Endlagerfrage würde dann halt schon noch....irgendwie.... der Mensch hat bisher alles.... Man träumte den Traum von friedlichen Nutzung der Kernenergie, das Atomium in Brüssel wurde zu seinem Symbol. Das gezähmte Atom schien die Lösung vieler Fragen. Energie ohne Begrenzung? Atom ist die Lösung! 1956 wurde hierzulande ein „Atomministerium“ gegründet, wofür gleich mal Franz-Josef Strauß berufen wurde. Die Rede war davon, für Deutschland den Platz unter den Industrienationen zu sichern. Das Land sollte den Anschluss nicht verpassen. Um Ängste zu zerstreuen, beteuerte das Atomministerium: „alles ist sicher“. Ob uns das an gewisse Dinge heutzutage erinnert? Der Wunderstoff Uran wurde öffentlich als harmlos gepriesen. Ein bisschen Kontrolle: ja. Aber im Prinzip konnte jeder in ein solches Atomkraftwerk herein schlappen und nachsehen, ob denn alles wirklich sicher sei. Man sah und befand: ist ja völlig harmlos. Uran sieht wie Eisen aus. Und überhaupt: alles wird gut überwacht. Später gab es zwar Störfälle, teilweise sogar ernster Natur. Aber diese wurden vertuscht, wurden nie wirklich sichtbar.
Ab Ende der siebziger Jahre gab es dann massiven Widerstand gegen solche Methoden, dem mit staatlicher Gewalt zu begegnen versucht wurde. Es gab Schlachten, das Polizeiaufgebot wurde gigantisch. Castortransporte wurden durchgesetzt.
Mittlerweile ist die Sache mit dem Endlager immer noch weit entfernt von einer Lösung. Es liegt aber eine ganze Mende Atommüll herum. Weggekippt in unsicheren Fässern, die jetzt schon rosten. Was wohl mit all den Fässern ist, die im Meer „verklappt“ wurden. Weg damit! Der Ozean ist groß und wird das schon schlucken.... Heute gilt immer noch das neoliberale Credo: Die Sachen, mit denen man kein Geld verdienen kann, übernimmt die Öffentlichkeit, der Staat. Das andere soll sich „die Privatwirtschaft“ sichern. Tatsache ist, dass die Entsorgung und der Abbau der AKWs richtig teuer wird und dass der Staat dies bezahlen soll.
Es gab Tschernobyl und Fukushima mit all den Täuschungsversuchen, der Glaube an die Atomkraft ist zumindest hierzulande völlig zerschossen. Die Sache mit dem Fortschritt insgesamt hat sich auch etwas relativiert. Wir haben starke Probleme mit dem ungebremsten Bevölkerungswachstum (manche meinen ja, es sei alles nur ein Verteilungsproblem: Das mag es auch sein, so glaube ich, - aber halt nicht nur. Das Wachstum der Menschen dürfte für diese Erde seine Grenze haben, so befürchte ich. Die Nahrungsfrage ist ungelöst, der Klimawandel plagt, Seine Folgen wurden bisher noch verdrängt. Man konnte sich das hier leisten. In anderen Gegenden der Erde sieht das schon anders aus. Es gibt derzeit zahlreiche Kriege und allerlei Konflikte auch sozialer Natur. Am nicht allzu weit entfernten Horizont stehen zu Ende gehende Rohstoffreserven. Wir erfahren von Megatonnen an Plastik im Meer, von schmilzenden Eisberge an den Polkappen, und anderen Katastrophen, zu denen dann kostspielige Konferenzen einberufen werden, die nichts bewirken. Es fangen jetzt schon globale Verteilungskämpfe an....usw. Wo ist all der ungebremste Optimismus geblieben? Es scheint dies eine ziemlich hohle Formel geworden zu sein. Gewisse Parteien setzen hierzulande „menschliche Kreativität“ dagegen. Langsam aber sicher würde es Zeit dafür.

Mittwoch, 15. August 2018

Der Fortschritt der Arbeit liegt im Digitalen

Erstaunlich, wie die Problematik der Digitalisierung negiert wird! Nun ja, das Weitergehende. Nicht das Einführen von Laptops an den Schulen! Nicht die immer wieder genannte "Breitbandverkabelung". Man dürfte uns doch erklären, was hinter solchen Stichworten noch am Horizont erscheint! Nahezu täglich erzählen uns Industriebosse, Fortschrittsgläubige  und allerlei gescheite Menschen, dass die Roboter und digitale „Einheiten“ uns die Arbeit wegnehmen. Und das in naher Zukunft. Dass sie in allem besser sind als wir. Vor allem produktiver, indem sie nämlich keinen Feierabend und kein Wochenende kennen. „Halb so wild!“, so meinen dann besonders kompetente Zeitgenossen wie aus der Pistole geschossen. Das wird so schnell nicht kommen! Bis jetzt war es immer so, dass Rationalisierungsschritte neue Arbeit hervorgebracht haben. Deshalb ist lebenslanges Lernen ja so wichtig. Es gilt, sich der digitalen Entwicklung anzupassen, die handhabbar zu machen. Die Jobs kommen wie von selbst. Ob wir hier in Europa so etwas wie gesättigte Märkte haben? Woher die Jobs dann wohl kommen. Ob eine solche Entwicklung in einem Akt beispielloser Polarisierung neue „Eliten“ hervorbringt? Funktionseliten, die als Programmierer mit den digitalen Abläufen umgehen können? Ob solche sozialen Folgen, geschweige denn von all den anderen, schon genügend diskutiert werden? Ob sich im Hintergrund eine Klasse von Entscheidern und Bestimmern einrichtet, während sich im Vordergrund die Proleten am Märchen vom immerwährenden Fortschritt besaufen? Ob „Fortschritt“ zwingend zu „Wachstum“ führt?

Freitag, 4. Mai 2018

KI und AI, Digitalisierung

Ob die Künstliche Intelligenz nicht doch ein Eigenleben entfalten und uns eines Tages beherrschen könnte? Uralte Ängste werden wahr. Ja klar, wir sind Bedenkenträger angesichts eines bedingungslosen amerikanischen Optimismus, den wir alte Kulturpessimisten aus Europa normalerweise an Silicon Valley festzumachen geneigt sind. Ob die Künstliche Intelligenz überhaupt schon so intelligent ist oder ob ein paar gewonnene Brettspiele nicht vielmehr für die fleißige Geschicklichkeit von Programmierern zeugen? Zweifel werden laut.... Roboter und Computer übernehmen die Macht.... für und gegen wen? Hm. Mensch oder Maschine? Es ist kein neues Thema. Die Science-Fiction-Literatur und die aus ihr hervor gegangenen Filme haben sich schon lange damit befasst. Eigenständiges Lernen von Computern und Roboter? Sich die Welt selbst erschließen..... Eigenständig? Ob das schon möglich ist? Oder ob uns da Kampfbegriffe übergestülpt werden sollen? Ob wir überrannt werden sollen? Künstliche Intelligenz scheint jedenfalls der Begriff der Stunde. Obwohl ihn niemand versteht. Ob da Vorsicht geboten ist? Es gesellt sich der Begriff „Digitalisierung“, "vernetzte Arbeitswelten" und „Industrie 4.0“ dazu, der Ängste um den Verlust von Arbeitsplätzen entstehen lässt. Computer sollen selbst lernen können. Wer kontrolliert dann wen? Ob aus Helfern Herrscher werden? Ob wir die Kontrolle verlieren? Die Arbeit? Die uns doch so wichtig ist, weil sie offenbar unsere Identität ausmacht? Die Machbarkeit und die Technik scheinen alles möglich zu machen. Naive Rundgänge von Politikern auf einschlägigen Ausstellungen sollen uns das Thema schmackhaft machen. Peinlich genug. Ob das alles etwas mit einfältigem  Fortschrittsglaube zu tun hat? Dass alles immer besser wird, besonders wenn wir auf dem Pfad des ungebremsten Wachstum bleiben?