Reise durch Wirklichkeiten

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Samstag, 5. Juli 2025

Rituale

Quellen und Moore galten den Germanen als Zugänge zu den unterirdischen Mächten und Übergänge zwischen den Welten. Und das bis ins 5. Jahrhundert nach (!) Chr. Geb. Den Göttern wurde dabei der kostbarste Besitz geopfert. Dabei gab es Rituale und Prozessionen, von denen wir heute nur Ahnungen haben. Mit ihren Gaben bedankten sich die prähistoriscen Menschen bei ihren Göttern, die an einigen Orten sogar Gestalt annehmen konnten. Sie standen dabei etwa als Fruchtbarkeitsgottheiten in Form von seltsame Skulpturen meist in der Nähe eines Opferplatzes. Es scheint mit großer Sicherheit so, dass ihnen auch Menschen geopfert wurden. Bisher wurden in Europa etwa 1000 Moorleichen gefunden, perfekt erhalten im sauerstoffarmen Milieu. Diese Körper weisen manchmal Mehrfachtötungen auf, die unweigerlich an Opferrituale erinnern.

Dienstag, 3. Dezember 2024

Höher und weiter

Wo ist die Transzendenz? Die Mayas suchten sie in ihrer Unterwelt und brachten dort, in den Höhlen, auch Menschenopfer dar, um die Götter gnädig zu stimmen…… Wir in unserer Kultur hingegen assoziieren das mit dem Lichten, mit der Höhe, mit dem Himmel. Während das Deutsche nur ein Wort für Himmel hat, benutzen die Engländer „Sky“ und „Heaven“. Dem modernen Menschen ist jede Gewissheit abhanden gekommen, sein einziger Gott heißt Geld…..“ Früher, zumindest bei Mayas, waren die Höhen in der Tiefe - in den Höhen die Tiefe… Jetzt fliegen am Himmel die Düsenjäger, dieser „Himmel“ ist entzaubert, genau wie die Gebete, das Sprechen mit einem Höheren, wie die Poesie… Einen kurzen Moment schienen wir einer offeneren Wirklichkeit in der Pandemie näher. Doch jetzt gilt das Gebot: Zurück zum Alten, Vertrauten, Eingeübten. Wörter sind wieder missbrauchtes Material, sie lügen in ihrer Beliebigkeit, - genauso wie inzwischen die tausendfach bearbeiteten Bilder/Fotos: Verlogene Gesten, Posen, Verkaufe - die Hohlheit, die Sinnlosigkeit in der Unterhaltung, sie feiert fröhliche Urständ‘……

Dienstag, 15. Juni 2021

Transzendenz

Wo ist die Transzendenz? Die Mayas suchten sie in ihrer Unterwelt und brachten dort, in den Höhlen, auch Menschenopfer dar, um die Götter gnädig zu stimmen…… Wir in unserer Kultur hingegen assoziieren das mit dem Lichten,mit der Höhe, mit dem Himmel. Während das Deutsche nur ein Wort für Himmel hat, benutzen die Engländer „Sky“ und „Heaven“. Dem „modernen Menschen ist jede Gewissheit abhanden gekommen, sein einziger Gott heißt Geld…..“ Früher, zumindest bei Mayas, waren die Höhen in der Tiefe - in den Höhen in der Tiefe… Jetzt fliegen am Himmel die Düsenjäger, er ist entzaubert, genau wie die Gebete, das Sprechen mit einem Höheren, wie die Poesie… Einen kurzen Moment schienen wir einer offeneren Wirklichkeit in der Pandemie näher. Doch jetzt gilt das Gebot: Zurück zum Alten, Vertrauten, Eingeübten. Wörter sind wieder missbrauchtes Material, sie lügen in ihrer Beliebigkeit, - genauso wie inzwischen die tausendfach bearbeiteten Bilder/Fotos: Verlogene Gesten, Posen, Verkaufe - die Hohlheit, die Sinnlosigkeit in der Unterhaltung, sie feiert fröhliche Urständ‘……

Montag, 26. November 2018

Germanische Opferrituale

Quellen und Moore galten den Germanen als Zugänge zu den unterirdischen Mächten und Übergänge zwischen den Welten. Und das bis ins 5. Jahrhundert nach (!) Chr. Geb. Den Göttern wurde dabei der kostbarste Besitz geopfert. Dabei gab es Rituale und Prozessionen, von denen wir heute nur Ahnungen haben. Mit ihren Gaben bedankten sich die prähistoriscen Menschen bei ihren Göttern, die an einigen Orten sogar Gestalt annehmen konnten. Sie standen dabei etwa als Fruchtbarkeitsgottheiten in Form von seltsame Skulpturen meist in der Nähe eines Opferplatzes. Es scheint mit großer Sicherheit so, dass ihnen auch Menschen geopfert wurden. Bisher wurden in Europa etwa 1000 Moorleichen gefunden, perfekt erhalten im sauerstoffarmen Milieu. Diese Körper weisen manchmal Mehrfachtötungen auf, die unweigerlich an Opferrituale erinnern.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Opfer


Ich habe nachts eine Fernsehsendung gesehen, über Lazarett- oder Sanitätszüge im Ersten Weltkrieg und davor. Die Leute wurden teilweise in die Wagons geworfen, so dass sie danach kaum noch kratteln konnten. Zu Werbezwecken wurden wunderbar ausgestattete Züge gezeigt, in reinem Weiß und ausgestattet mit allem, was das Leben angenehm machen konnte. In Wahrheit waren die Züge überbelegt, dreckig und stanken. Ihre Priorität gegenüber den militärischen Belangen war sehr nachgeordnet. Manchmal brauchten sie vier Tage, wo militärische Züge, die etwa Nachschub transportierten, gerade mal einen brauchten. Die Leute kamen auch mit schweren Traumata nachhause. Wer wieder hergestellt wurde, musste unter Umständen ein zweites Mal an die Front. Aus heutiger Sicht scheint uns das unvorstellbar. 
Die Leute brachten sich damals selbst als Opfer. Für was? Fürs Vaterland. Geradezu religiös war das damals begründet. Heute gibt es vielleicht „Restposten“ des Opfers. Sie alle sollten aber möglichst nicht unser eigenes Leben betreffen. In der Bundeswehr heute wird Sicherheit „hergestellt“. Sie ist also ein ökonomisches Gut geworden. Ganz und gar. Die Vorstellung, dass jemand sein Leben geben solle, für welche Idee auch immer, ist eine, die uns zutiefst fremd ist und die nicht wirklich im Ernst als Zumutung an einen Einzelnen gedacht werden kann. Unter diesen Umständen erheben sich natürlich Gedanken darüber, wie eine solche Gesellschaft nicht zum hilflosen und wehrlosen Objekt werden kann. Außerdem könnte sie eine Strategie dazu entwickeln, wie dem Zerfall der überkommenen Ordnungen entgegen getreten werden könnte. Stabilisieren scheint an dieser Stelle das große Stichwort zu sein. Kaufen. Abkaufen. Den Willen zur militärischen Auseinandersetzung.