Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Zufall werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zufall werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 22. Mai 2023

Identität in der Gesellschaft

Wer ist man? Die einfachen Antworten sind schnell gegeben. Doch die Soziologie kann einem wunderbar und sehr eindeutig belegen, wie sehr man (vereinfacht formuliert) das Produkt einer Umwelt ist. Wäre man in einer anderen kulturellen gesellschaftlichen Realität aufgewachsen, in einem anderen Milieu, in einer anderen Schicht, wäre man womöglich ein ganz anderer. Dass man hier aufgewachsen ist, ist ZUFALL! Menschen versuchen, Gruppen, Gemeinschaften, soziale Verbände zu bilden, um sich gegenseitig ihrer sozialen Wirklichkeit zu versichern. Sie brauchen das sogar, weil ihre Identität dranhängt. Das kann man im Alltag wunderschön überall beobachten. Auch die Flüchtlingssituationen könnten ein Beleg sein. Andere Sozialisation, anderes Verhalten, - obwohl wir theoretisch alle gleich sind. Beispiel: das Verhältnis Mann - Frau ist in verschiedenen Kulturen jeweils anders definiert, was beim Wechsel der Kultur zu erheblichen Problemen führen kann, da ein ganzes Welt- und Selbstbild davon abhängen kann.

Mittwoch, 29. März 2023

Göttliche Sinnstiftung

Wir hätten gern einen Sinn, unabhängig von allem. Sinn und Gott, als Zusammengehörigkeit, als Paar. Stiftet Gott Sinn? Ja, weil allem in der Welt die geistige Wirklichkeit Gottes zugrunde liegt. Gott ist die alles bestimmende Wirklichkeit. Hier ist der Urgrund der Wirklichkeit von vornherein etwas Sinnvolles, was als solches nachvollzogen werden kann. Das ist ein anderer Ausgangspunkt, als wenn man sagt: es gibt da diese Elementarteilchen, und nach ihrem Zusammenwirken in sinnlosen Gesetzen entsteht alles. Diese sinnlose Entstehungsgeschichte hat mit uns eine Verbindung, weil wir alles in allem dann sinnfreie Zufallsprodukte einer Materie sind. Dem gegenüber steht die Auffassung, dass der Gottesgedanke ein vernünftiger Gedanke ist, den man ernst nehmen kann. Man braucht dazu nicht die Vorstellung, dass der Gottesgedanke vernünftig zu beweisen sei. Es kann dann sehr aufbauend und tröstlich sein, nicht zu der Position greifen zu müssen, dass alles nur sinnfreie Materie sei. Es kann aber auch sehr aufbauend und tröstlich sein, sich vorzustellen, dass eh alles sinnlos sei. Albert Camus sagte in seinem Mythos des Sysiphos, dass der Gläubige eigentlich feige sei. Er erkenne nicht an, dass es darum geht, einen Stein nach oben zu stemmen, der postwendend wieder nach unten rollt. Von Feigheit könnte er aber nur dann schreiben, wenn schon von vornherein klar wäre, dass alles sinnlos sei. Dann wäre der Gläubige ein Traumtänzer, der den Realitäten nicht ins Auge blicken will. Dann müsste man vor den Atheisten den Hut ziehen, weil sie die einzigen wären, die ihrem Leben einen Sinn abzutrotzen imstande wären, in einer Welt, die sinnlos und absurd ist.

Samstag, 26. November 2022

Wahrnehmungen

Ich versuche, „von unten“ die Wirklichkeit wahrzunehmen. Auch nicht durch die Brille der Idiologie oder der angeblichen Wissenschaft (= „von oben“, deduktiv). Dieser Blick ist naturgemäß „gefärbt“ durch die gesellschaftliche Schicht, aus der man kommt. Auch dies versuche ich (was oft nicht gelingt) zu vermeiden, weil ich die Gefahr sehe, die darin liegen kann. Selbstverständlich bin ich auch durch Zufälle geprägt, - was erhebliche Konsequenzen haben kann. Ich behaupte für mich jedenfalls keinerlei repräsentative Gültigkeit, nirgends. Was ich spiegle, ist meine Erfahrungswelt und das, was in mir daraus entsteht. In diesem Sinne handelt es sich hier in diesem Blog um keinen Journalismus, der ja auch im Zeitalter der „sozialen Medien“ immer auf seine Nachprüfbarkeit Wert legt und jedes subjektive Ansinnen von der Hand weist. Ich versuche wiederzugeben, was mir „durch den Kopf geht“ und mich zum Medium der Wahrnehmung macht. Das geht doch vielen Leuten so. Von was ist man bestimmt? Welche Informationen brechen auch per Fernsehen auf einen herein? Per persönlicher Unterhaltung, Zeitungen, Bücher etc.? Was erschließt man sich dadurch? Welche Erfahrungen macht man mit Behörden und staatlichen Stellen? Ist doch klar, dass so etwas nicht allgemeingültig sein kann.

Samstag, 6. März 2021

Wer man ist......

Wer wir sind? Wir lassen uns zu einem Werden aus der Vergangenheit heraus inspirieren und sollen begreifen, dass wir eine bestimmte Person waren und jetzt noch sind. Gleichzeitig fühlen wir uns als jemand anderes, der zurück blickt. Wir leben ein Paradoxon und sollen es aushalten. Wer will das? Hat uns das übermäßige Grübeln überkommen? Uns überschwemmen bestimmte Bewusstseinsinhalte, denen wir mutig entgegen treten sollen: Wir leben nur in der Gegenwart! Lebe hier und jetzt!, so der überall ausgegebene Wahlspruch. Wie oft habe ich diesen Spruch gehört. Ich glaube, man kann in der Gegenwart leben und trotzdem akzeptieren, dass man so wie jetzt geworden ist, dass alles auch aus einer Folge von Zufällen entstanden sein könnte. . Dass man hinein geschlittert ist in eine Gegenwart, die man vielleicht erst viel später besser begreift. Aus gelassener Position. Mit Abstand. Man darf sich wundern: bin das ich oder war das ich? Der Mensch ist wohl, mag er ein noch so marottenhaft individualistischer Einzelgänger sein, ein soziales Wesen und als solcher bestimmten Verhältnissen ausgeliefert. Will man sich begreifen, einem Selbst näher kommen, sollte man sich wohl auch von seiner Vergangenheit samt den damit verbundenen sozialen Verhältnissen inspirieren lassen, ohne daran mit einem „Früher-war-alles-besser“-Gefühl kleben zu bleiben. Vielleicht geht es darum, das ganze Gebilde, das man selbst darstellt, besser zu begreifen, sich seiner selbst bewusst zu werden, oder zumindest versuchen, sich seiner selbst anzunähern, es herein zu holen in das, was man aktuell darstellt. Das scheinbar Selbstverständliche auflösen in etwas, über das man sich wundern kann. Ihm die Sphäre des Selbstverständlichen nehmen, das zu akzeptieren man damals verurteilt war.