Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Dienstag, 16. Dezember 2025
Island in the Sun
Mallorca? Ibiza? Hawaii? Tahiti? Bora-Bora? Die Insel scheint das Überschaubare im Gegensatz zur Komplexität des modernen Alltags zu sein. Sind Inseln eigentlich isolierte Orte? Für Einsamkeit scheinen sie immerhin zu stehen. So manches in unserer Wahrnehmung scheint darauf zu weisen. Es geht ja unter anderem die Redewendung von der „einsamen Insel“, auf die man irgendetwas mitnehme.... Wir könnten uns dort verankern, uns vergewissern, so die Vermutung. Dies scheint einem krassen Bedürfnis von vielen zu entsprechen, denn wer wir sind, ist zu keinem Zeitpunkt sicher. Inseln sind im Bewusstsein Orte der Sehnsucht, sie sind Fluchtpunkte, widersprüchliche Orte voll Schönheit und Schrecken. Wir träumen uns dort hin und verschieben diesen Traum dann doch wieder. Unser blauer Plant ist ist zu zwei Dritteln von Wasser bedeckt, was psychologisch gesehen der Lage des Unbewussten entsprechen könnte. Inseln wären dann das Ich, das sich abhebt vor solchen weiten und unbekannten Sphären des Ungewissen, das sich auch ständig vor Erosion und Unterspülung wehren muss. Inseln boten sich zudem als das Überschaubare und Abgeschlossene an, als eine Art Mikrokosmos, der die unüberschaubare große Welt auf eine kleines Stück Land zu konzentrieren. Im alten Ägypten war die Vorstellung der „Insel des Aufflammens“ mit dem Bild der Lotosknospe verknüpft, aus welcher der Sonnengott Horus emporstieg.
Mehr in der Neuzeit trat der „Inselheld“ auf den Plan: Daniel Defoes „Robinson“ mag dafür geradezu beispielgebend stehen. Er gab dem aufstrebenden Bürgertum ein gutes Beispiel, wie man aus einer öden Insel ein gutbürgerliches Haus mit Garten macht (wobei die Insel stets als „einsame“ Insel gedacht wurde). Nicht von ungefähr wurde Tahiti 1767 und 1768 innerhalb eines Jahres gleich drei mal „entdeckt“ und öffentlichkeitswirksam als Sinnbild des paradiesischen Naturzustands ausgerufen. Mithin galten Inseln ja als Abbild dieses Naturzustands, der freilich mit den menschlichen Mitteln zu überwinden war, der zu kultivieren, missionieren und zu bearbeiten war. Die Romantik bewirkte dann, dass die Insel vom Verhängnis zur Verlockung wurde und dem von der Zivilisation verdorbenen Europäer die Rückkehr zu einem „Naturzustand“ erlaubte. Hm, doch letztenendes scheint die Insel dem Menschen eine Rückkehr zu sich selbst zu erlauben (ein Mythos, auf den auch moderne TV-Sendungen schon bauten...).
Donnerstag, 8. Oktober 2020
Natur
Wildnis? Natur? Bedroht,
Schutzbedürfnis. Arten? Straßen, Schienen, Siedlungsaktivitäten.
Wo ist die Natur? Unbearbeitung. Wohin kann das führen? Natur statt Kultur. Geht schon auf
Aristoteles zurück. Manch einer, meist bäuerischer Herkunft, redet
mit leuchtenden Augen von „daraus könnte man etwas machen...“.
Bloß gut, dass man daraus bisher noch nichts „gemacht“ hat,
durchzuckt es da einen. Nicht nur fein gemahlene Schottersteine in
den Gärten, Mauersteinkorbgeflecht, Beton überall und der Geruch
von Diesel können einem wie mir dies Gefühl verderben. Hierzulande,
in Baden-Württemberg, scheint mir schon viel zu viel daraus
„gemacht“ worden zu sein. Kein Stückchen Land ist da, das nicht
vom Menschen, bearbeitet, bewirtschaftet und für Zwecke genutzt
wurde. Das Größte: Die Leute sind auch noch stolz darauf! Es
herrscht ein Gefühl von Entfremdung von der Natur, das ganz
besonders Bevölkerungen wie die der USA geprägt hat:
Naturbeherrschung in jeder Dimension war dort das Thema. Flüsse
begradigen und sie in riesige Staubecken einführen, mitten in der
Wüste den Rasen sprengen, Straßen selbst in unwegsamste Gegenden
ziehen, mit dem Planwagen durch den Westen ziehen, in Richtung auf
ein Stück land, das einem dort geschenkt sei..... und vieles andere.
Der Mensch arbeitet sich an der Natur ab.
Heute ist das oft genug nur
noch die Illusion von Natur. Das, was sich Menschen unter „Natur“
vorstellen. Etwas unbelassen zu lassen? Ist dem mitteleuropäischen
Menschen leider oft genug zu fremd gewesen. Es trieb ihn der Gedanke
um, wie man etwas ausbeuten könnte, wie man etwas „daraus machen“
könne, wie man etwas daraus ziehen könne. In vergangenen Zeiten war
dieser Wunsch auch oft vom Trieb nach Überleben geprägt. Land und
seine Bearbeitung waren Garanten dafür, überleben zu können,
keinen Hunger zu leiden. Dies Bedürfnis ist nicht weg, sondern es
hat sich in andere Regionen dieser Erde verlagert. Der böse
geldgierige Brasilianer holzt den Regenwald ab, den wir ja alle für
unsere Existenz so dringend brauche. Nur, was machen wir? Was haben
wir gemacht? Monokulturen, gleichmäßiges Gelb, das aus Rapsfeldern
kommt. Und das alles unter dem Vorwand, den Hunger von immer mehr Menschen stillen zu wollen.....
Mittwoch, 21. November 2018
Entwicklung und Zusammenarbeit (2)
Wie war das nochmal mit
dem Kolonialismus? Noch bis heute herrscht dieses Denken vor:
Einschlägige Museen zu besuchen kann hier Aufschluss verschaffen. Es
galt halt n der Vergangenheit, neue Länder zu erschließen und zu
expandieren. Die Entstehung der Kolonien ist von Anfang an vom
Herrschaftsanspruch der Kolonialmächte bestimmt. Lange galt die
angebliche Überlegenheit der weißen Rasse als naturgegeben und
diente zur Legitimation. Den „kulturell zurück gebliebenen
Völkern“ sollte nämlich die Zivilisation gebracht werden. Sie
zwingen der jeweiligen Bevölkerung ihre eigenen Gesetze, ihre
Sprache und ihren Glauben auf und unterwerfen sie damit einer für
sie fremden Kultur. Den Kolonialisten geht es in erster Linie um
politische, militärische und ökonomische Macht. Die einheimische
Bevölkerung wird gezwungen, Abgaben an die Kolonialherren zu
leisten. Viele treibt diese Steuer in den wirtschaftlichen Ruin. Wer
sich aber widersetzt, wird bestraft, getötet oder zu Zwangsarbeit
verdammt. Auch Menschen werden zur Ware. Der Sklavenhandel kommt von
Afrika aus so richtig in Schwung und bringt den Europäern viel
Profit. In Ketten werden die Afrikaner auf die Sklavenschiffe
gebracht. Die Gier der Europäer wächst. Überall auf der Welt
entstehen Kolonien. Ins zwanzigste Jahrhundert hinein umfasst diese
Bewegung fast den gesamten Erdball. Im großen Stil beuten die
Kolonialisten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Rohstoffe
aus. Für den optimalen Profit werden bestehende Grenzen missachtet
und neue willkürlich gezogen. Die Produktion richten die
Kolonialherren oft auf landwirtschaftliche Erzeugnisse aus. Das
Nord-Süd-Gefälle, das bis heute besteht, wächst unaufhörlich. Im
reichen Norden häufen die Nationen immer größere Reichtümer an und bauen dabei auf die Strukturen, die sie im Kolonialismus herausgebildet hatten.
Im Süden hingegen gibt es immer mehr Armut. Das geht womöglich bis
heute so, denn viele dieser formal unabhängigen Staaten sind
wirtschaftlich noch von ihren ehemaligen Kolonialherren abhängig.
Rücksichtslose Ausbeutung dieser Länder scheint auch im Verbund der
EU noch angesagt.
Samstag, 30. Juni 2018
Religion, Mensch, Alien, Tiere
Gibt
es Religion nur auf der Erde? Oder glauben auch Außerirdische an
Gott? Seit Jahrtausenden suchen die Menschen am Himmel nach dem
Göttlichen. Seit kurzem fragen sie sich aber auch, ob es da draußenb
im Weltraum auch noch andere Lebensformen geben könnte, womöglich
hochentwickelte Zivilisationen. Was wohl diese Außerirdischen
denken, wenn sie in den Himmel blicken? Beten sie am Ende auch, wie
wir? Ist das Göttliche eine universelle Idee? Oder etwas spezifisch
Menschliches? Was ist, wenn es irgendwo Aliens gibt, die dieselbe
Frage nach Gott stellen? Ist es allen Lebewesen von Geburt an
eingepflanzt? Dieses „Warum“? Erklärungen? Die meisten
religiösen Texte, wie z.b. Die Bibel, stellen die Welt als sinnvolle
planvolle Schöpfung dar. Zweck? Antworten. Erklärungen. Absichten.
Das hätten wir gerne. Ob unser Gehirn so funktioniert, dass wir uns
solche Fragen immer wieder stellen? Ob wir uns das eingestehen? Ob
wir es wahrhaben wollen? Das ganze Universum als gezielte Schöpfung:
zu schön, um wahr zu sein? Ob das bei Außerirdischen auch so wäre?
Evolution und Vergesellschaftung: Voraussetzung für
religiös-spirituelle Erklärungen?? Glauben Aliens an Gott?
Oder....Elefanten? Sind zum Trauern fähig. Sind ja so intelligent. Bewusstsein von sich selbst haben? Elefanten haben es. Sie
gehen durch einen Erkenntnisprozess, um dann zu erkennen, dass sie es
selbst sind. Sie könnten „Ich“ sagen. Elefanten können sich
auch in andere Lebewesen hinein versetzen. So etwas könnte auch
Voraussetzung für Religiosität sein. Soziales Bewusstsein. z.b.
Trauer. Auch andere Tiere haben/können das: Delphine beispielsweise.
Wieso also sollten nicht auch außerirdische Wesen Voraussetzungen
dafür mitbringen? Vielleicht bringt Intelligenz die Fähigkeit zur
Religion sogar automatisch mit sich. Gibt es keine Zivilisation ohne
Gott? Mehr als 90 % der Menschen bekennt sich auch heute noch zu
einem Glauben. Wieso durchdringt das unsere Existenz derart? Weil der
heilige Geist allgegenwärtig ist? Oder weil Zivilisation, wie manche
Evolutionsbiologen sagen, ohne Göttliches zum Aussterben verurteilt
wäre?
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