Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 30. März 2025

Suche nach dem Etwas

Nun ja, es entwickelte sich sogar ein Wir-Gefühl zwischen uns: Wir fühlten uns wie ein kreativer Stoßtrupp, wir suchten ganze Nachmittage lang nach der einen, der großartigen Melodie, nach dem Einfall, der uns hinweg tragen würde in all seiner.... . Aber wir fanden nur fremd klingende Breaks, verhuschte Passagen, rhythmische Katastrophen, tonale Andeutungen, die völlig unbrauchbar für die richtige Rockmusik der Tatmenschen waren. Wir streiften zusammen durch musikalische Landschaften, die zwar wildromantisch waren, aber einfach nicht auf eine Weise zu kultivieren waren, dass sie in einem Jugendhaus irgend jemanden von einem dieser alten, verstunkenen und verfurzten Sofas gerissen hätten. Das ging nicht ab. Das ging schon gar niemanden in die Beine. Das war einfach nur unverständlich und verschroben. Im Grunde die reine klangliche Kloake. Aber wir waren infiziert davon, wir waren - glücklich - damit. Wir hatten etwas aus dem Nichts geschaffen, über das wir eine Weile staunten und das dann wieder zurück fiel in das Nichts. Wir waren auf einer Mission, deren Sinn, deren Reichtum sich erst noch später enthüllen sollte, - vielleicht sehr viel später. Erst musste von uns aber noch die dafür nötige Erforschung gemacht werden…

Montag, 27. Januar 2025

Zwischenwelten

Dave ist weg. Von der Durchlässigkeit der Wirklichkeit hatte er es öfter. Davon, dass es verschiedene Ebenen gibt. Dass Traum und Vorstellung, Sichtbares und Unsichtbares, Zufälle und Einfälle, die Wirklichkeit und das Nichts, das Kalkulierte Rationale und das aus dem Augenblick heraus improvisierte Irrationale eine große Rolle spielen. Verschiedene Welten halt. Perspektiven. Sogar eine Annäherung an die Quantentheorie hat es bei ihm gegeben: Etwas kann bei ihm an zwei Orten gleichzeitig sein, eine scheinbar unwirkliche und surreale Vorstellung, die er sich formte. Die meisten Leute kennen ihn als Filmregisseur. Doch er war auch Fotograf, Musiker, Bildhauer, Maler und so manches andere. Ich ziehe die CD „Crazy Clown time“ heraus. Gleich zum ersten Titel schreibt er „The Horror and Sadness of losing someone to other dimensions“. Ich verschwand damals in diesen spooky Sounds. Es verband einen viel mit ihm, auch wenn man manch andere seiner Eigenheiten ablehnte. Ich freilich erinnere mich, wie ich „Mullholland Drive“ in mich aufnahm. „Blue Velvet“: ein Spiel mit dem Merkwürdigen, Irritierenden. Rätsel, denen ich mich erst in der Zeit danach ein bisschen annäherte. Die langsam Bedeutung gewannen. Deren Mystik sich mir besser erschloss.

Sonntag, 26. Januar 2025

Der Diether

War er ein Nihilist? War er der Vertreter eines Standes vor jetzt drohenden totalen Dystopie? Schwer zu beantworten. Jedenfalls ließ der Künstler Dieter Roth die Natur an seinem Werk mitwirken, dergestalt, dass er vieles daran dem Verfall, der Fäulnis, der Verwesung und dem Schimmel aussetzte. Nicht nur dieser Zug macht ihn in meinen Augen aktuell und verleiht seinem Werk auch heute noch eine drängende Wichtigkeit, wobei wir ohnehin Gaga, Verfall, Düsternis und übertriebene Verrücktheiten abseits der Wahlen in den USA mehr Raum einräumen sollten. Dreck und Müll waren in sein „Werk“ eingewandert und übten dort eine eigene Kraft aus: jedenfalls bin ich keinem anderen „Künstler“ begegnet, der in seinen Werken mit einer solchen Vehemenz und Konsequenz diesem Thema nachging. Kunstwerke sollten in seinen Augen so sein, wie der Mensch: alt werden und sterben. Ernährung und Verdauung sollten darin ihre ureigene Rolle spielen. In so etwas wie eine Wichtigkeit wollte er aber nicht hinein kommen, wie er als Universalkünstler nicht nur in seinen „Werken“ oft betont hat: eine elitäre Pose? Er war wohl eher ein Daseins-Spekulierer, der die Gefährdung unserer Existenz und die satirische Durchdringung der Wirklichkeit mit seinen Mitteln immer wieder heraus arbeiten wollte. Seine Umwelt nannte ihn dafür „Künstler“ und zahlte auf dem „Kunstmarkt“ hohe Beträge für seine „Werke“. Seine Wichtigkeit freilich bewies sich in unzähligen Ausstellungen, die ihm den Mantel des genialen Gestalters umlegten. Eine weitere Anekdote ist mir geblieben: so soll ihm in New York eine Professur verliehen worden sein. Seine eigenen Lehrveranstaltungen freilich hat er aber wohl nie besucht. Daraufhin soll er suspendiert worden sein. Noch eins: Seine Laufbahn als handwerklich orientierter Musiker soll er unter anderem dadurch beendet haben, dass er auf offener Bühne auf seiner Trompete herum trampelte und das Bruchstück schließlich in einem seiner „Werke“ verarbeitete. Er hatte dies Ende zu einem Happening gemacht. Aus, Schluss mit der Musik. Von da an ward er niemals mehr als Musiker auf einer Bühne gesehen. Wie es heißt.

Samstag, 25. Januar 2025

In sich - Luft?

Sich selbst finden. Achtsamkeit in sich entdecken, das klingt jetzt sehr modisch. Zeitgeistig halt. Wer wollte das nicht? Das Göttliche in uns finden. Wenn es schon keinen Gott mehr gibt! In der Ruhe und Entledigung all dieser Scheinvorstellungen. Sich kein Bild mehr davon machen, was größer als wir selbst ist. Das Paradies? Muss das sein? Was ist das Nichts? Nichts tun, was jemand anderes schaden könnte. Hohe Moral, aber es kann das Zusammenleben und das gemeinsame Suchen leichter machen. Vielleicht. Muss das alles sein? Regeln, Verbote? Es scheint etwas sehr Menschliches zu sein und einem Bedürfnis zu entsprechen, dass der Befolgung von außen kommender Vorschriften das Heil zuspricht. Auch das Paradies oder das ewige Leben. Gibt es eine Angst vor dem Tod, die als Motivation für Religionen wirken könnte? Nun ja, die Geschichte ist voll davon.... Ist Meditation das Loslassen der Welt als Befreiung?  Blöd nur, das es dazu auf dieser Welt noch andere Voraussetzungen geben muss. Die Verhältnisse, die sind leider so. Weltfremdheit wurde mir bewusst, Lächerlichkeit. "Die andere Ebene" rückt für mich dadurch immer mehr in die Ferne. Sich selbst finden? Ja, im besten Falle. Aber wann tritt der beste Fall wirklich ein? Das „Göttliche“ in mir selbst finden. Ja, es ist in mir, möglicherweise. Manche haben es den "göttlichen Funken" genannt. Aber wie kann ich ihm besser näher kommen? Mit meinen bescheidenen Möglichkeiten? Mit meinem „heißen Bemühen“ nur? Hingabe? Es stark wollen, - oder gar nichts wollen? Überhaupt erscheint es mir immer fragwürdiger, sich ein Bild vom Göttlichen zu machen und sich ihm mit irdisch geprägten Vorstellungen nähern zu wollen. Das stimmt nicht mit meinen Vorstellungen darüber überein, dass es etwas Größeres ist, etwas, was über unseren Geist hinaus geht. Welche Anmaßungen, unseren Geist und seine Möglichkeiten, ja, überhaupt den Menschen absolut zu setzen! Vielleicht gibt es ja eine Ahnung davon, was darüber hinaus geht? Nur das. Der Atheismus war für mich nicht nur deswegen auch niemals eine Lösung, ein Ziel. Für mich. X x Finding yourself. Discovering mindfulness within yourself - that sounds very fashionable now. In keeping with the spirit of the times. Who wouldn't want that? Finding the divine within us. When there is no longer a God! In peace and getting rid of all these illusions. No longer forming an image of something greater than ourselves. Paradise? Does that have to be? What is nothingness? Not doing anything that could harm someone else. High morals, but it can make living together and searching together easier. Maybe. Does that have to be all there is? Rules, prohibitions? It seems to be something very human and to correspond to a need that promises salvation by following external rules. Also paradise or eternal life. Is there a fear of death that could motivate religions? Well, history is full of it.... Is meditation letting go of the world as liberation? It's just stupid that there have to be other prerequisites in this world for that to happen. Unfortunately, the conditions are like that. I became aware of my unworldliness, ridiculousness. For me, "the other level" is becoming more and more distant. Finding yourself? Yes, in the best case scenario. But when does the best case scenario really occur? Finding the "divine" in myself. Yes, it is in me, possibly. Some have called it the "divine spark". But how can I get closer to it? With my modest possibilities? With my "ardent efforts" only? Devotion? Wanting it strongly - or wanting nothing at all? In general, it seems more and more questionable to me to form an image of the divine and to try to approach it with earthly ideas. That does not correspond with my ideas that it is something greater, something that goes beyond our minds. What presumptions to make our minds and their possibilities, and indeed people in general, absolute! Perhaps there is an inkling of what goes beyond that? Just that. Atheism was never a solution, a goal for me, and not just for that reason. For me.

Dienstag, 14. Januar 2025

American Dream

Ich bin mit meiner (naiven) USA-Liebe jetzt final auch noch herb enttäuscht worden. American Dream? Es war wohl der endgültige KO-Schlag, zuletzt. War auch auf dem falschen Boot, so denke ich jetzt. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Vielleicht nicht richtig orientiert. In der Folge der jahre danach hatte ich mich zunehmend als Europäer mit allen Vor- und Nachteilen begriffen. Hatte den Unterschied erlebt, aber freundlich. Dann, als Kritiker, hatte ich wahrgenommen, dass die meisten US-„Acts“, die ich besuchen sollte, ein Produkt der Aufmerksamkeitsindustrie waren, Entertainment, Unterhaltung ohne größeren Hintergrundwert. Ein Kick, eine kurzfristige Kerze des Reizes, die aber sofort in sich zusammensacken konnte. Es wurde oft genug nahezu nichts zu mir transportiert. Außer solidem Handwerk. Gut ausgearbeitet. Inhaltlich: Das Nichts regierte. Das, was wie eine Silvesterrakete kurz aufstrebt, um dann in sich selbst zurück zu sinken. Ich fühlte mich selten berührt. Damals gab es in meinem Leben Momente des Aufbruchs. Man war in den USA auf einer ungefährdeten Fahrt in die Horizonte, arglos ging es ins Abenteuer, furchtlos inmitten wilder Tiere und natürlich heftigen Gegebenheiten und endloser Straßen entlang, mit einer nur hier erlebten Offenheit im Herzen und einem Optimismus, der so typisch für mich nicht war. Ein Gefühl beschlich einen: Man würde hier - und nur hier! - so etwas wie ein Ziel erreichen. Das in der Ferne zu liegen schien. Ausgerechnet hier, wo alles offen war. Aber man hatte Vertrauen in die Zukunft. x x My (naive) love of the USA has now been bitterly disappointed. American Dream? It was probably the final knockout blow, at last. I was on the wrong boat, I think now. From rags to riches, that was the motto I admired. Perhaps I wasn't properly oriented. In the years that followed, I increasingly saw myself as a European with all the advantages and disadvantages. I had experienced the difference, but in a friendly and open-minded way. As a critic, I had noticed that most of the US "acts" I was supposed to see were a product of the attention industry, entertainment, entertainment without any real background value. A kick, a short-term candle of excitement that could collapse immediately. Often enough, almost nothing was conveyed to me. Apart from solid craftsmanship. Well-crafted. The times of Bob Dylan or Leonard Cohen were very obviously over. In terms of content: nothingness reigned. That which briefly rises up like a New Year's Eve rocket, only to then sink back into itself. I rarely felt touched by it, I just registered it, observed it. Back then, there were moments of departure in my life. In the USA, I had been on a safe journey into the horizon, innocently heading off into the adventure, fearless in the midst of wild animals and, of course, violent conditions. Along endless roads, with an openness in my heart that I only experienced here and an optimism that was not typical for me. A feeling crept over me: here - and only here! - I would reach something like a goal. That seemed to lie in the distance. Here of all places, where everything was open. But I had faith in the future.

Dienstag, 11. Februar 2020

Reize


Damen (jawohl, die Männer legen auf diesem Feld erst langsam nach…) räkeln sich reizvoll (un-) bekleidet auf dem Nichts und legen ihr gewinnendstes Lächeln mit dem rotesten Lippenrot auf….. scheinbar ein Mensch gewordenes Versprechen, sie scheinen „Komm her...“ zu locken und sich dann doch im letzten Moment in Papier aufzulösen….und zuvor noch schnell etwas „verkaufen“…. Es ist ein Reiz, den man (zumindest derzeit) noch insgesamt gut „verkaufen“ kann, in Zeiten der Virtual Reality und des schnellen Sex könnte sich das ändern….. Egal, das Emotionale verliert.. es kann auf diesem Parkett keine Rolle mehr spielen, es ist kein schneller Reiz, kein Kick….

Donnerstag, 4. Juli 2019

Gruppenfeeling

Rückblick in die 70er Jahre und meine musikalischen Betätigungen in ihnen, einer Zeit, der ich in einem unvollendeten Roman Ausdruck gegeben habe: 


"Nun ja, es entwickelte sich sogar ein Wir-Gefühl zwischen uns: Wir fühlten uns wie ein kreativer Stoßtrupp, wir suchten ganze Nachmittage lang nach der einen, der großartigen Melodie, nach dem Einfall, der uns hinweg tragen würde in all seiner.... . Aber wir fanden nur fremd klingende Breaks, verhuschte Passagen, rhythmische Katastrophen, tonale Andeutungen, die völlig unbrauchbar für die richtige Rockmusik der Tatmenschen waren. Wir streiften zusammen durch musikalische Landschaften, die zwar wildromantisch waren, aber einfach nicht auf eine Weise zu kultivieren waren, dass sie in einem Jugendhaus irgend jemanden von einem dieser alten, verstunkenen und verfurzten Sofas gerissen hätten. Das ging nicht ab. Das ging schon gar niemanden in die Beine. Das war einfach nur unverständlich und verschroben. Im Grunde die reine klangliche Kloake. Aber wir waren infiziert davon, wir waren - glücklich - damit. Wir hatten etwas aus dem Nichts geschaffen, über das wir eine Weile staunten und das dann wieder zurück fiel in das Nichts. Wir waren auf einer Mission, deren Sinn, deren Reichtum sich erst noch später enthüllen sollte, - vielleicht sehr viel später. Erst musste von uns aber noch die dafür nötige Forschung gemacht werden."

Samstag, 27. April 2019

Wie fremd man sich bleibt (Text)



WIE FREMD MAN SICH BLEIBT

Wieder: einer der Versuche, ein Stück
sich näherzukommen, Tasten nach Konturen
wieder: plötzlich zurückgeschreckt, merk'
dass ich natürlich nicht weiß, wer du bist
wo du bist, denn du bist außer mir

du schenkst mir Worte, die ich dreh' und
wende, zärtlich, und such' dein Gesicht dahinter
so viele Masken, schon gefallen im Dunkel
verschwindend, ich bleib' zurück allein und
such' nach jemanden, den du mir vorenthälst

Wer? redet von uns und von dieser Welt
die so verschieden ist, von Person zu Person
Wer? versucht mit Worten zu greifen, was
zwischen Kopf und Leib uns umspült
Entfernung frei wählend, das richtige Maß

heute morgen, nur für Sekunden, sah dich
neben mir...und fünf Minuten später lachte ich
mich aus, ein Nichtserzähler, der unpäßlich
für dieses Land sich ständig neu erfindet
neben dir, außer mir und mir neben dir

so viele sehn' zu und spielen Neugier
wer verwechselt mich mit dem Schatten neben mir
du siehst in mir das Andre nicht wie die Andern
und mit der Zeit bleibt uns noch aufgetragen
das Netz aus Stein zu lösen, das uns hält.

Montag, 18. Dezember 2017

Auf dem Weg ins Nichts (Lyrik)

Du tippst das Nichts an
gehst mit ihm um
fühlst dich ihm fern und nah
Du erschrickst und weißt nicht
weißt, dass Du nichts weißt
und bist darüber nicht erfreut


es greift dich herb an
und du kommst ihm näher
im Vergehen liegt die Welt
Du kennst all diese Sprüche
Vermutungen, Meinungen
Weißes Rauschen allüberall


Du schreibst Worte
die es nicht umfassen
Du gebierst Bilder
die es nicht treffen
Du findest Vergleiche
die nicht stimmen


Ich stecke den Finger ins Dasein
und es riecht nach Nichts
Nichts ist mehr sicher,
kein Gesang, kein gar nichts,

es ist alles nur noch - „Rauschen”. 

(Buranmann)

Mittwoch, 26. April 2017

Nichts (Text)

Du tippst das Nichts an
gehst mit ihm um
fühlst dich ihm fern und nah
Du erschrickst und weißt nicht
weißt, dass Du nicht weißt
und bist darüber nicht erfreut


es greift dich herb an
und du kommst ihm näher
im Vergehen liegt die Welt
Du kennst all diese Sprüche
Vermutungen, Meinungen
Weißes Rauschen allüberall


Du schreibst Worte
die es nicht umfassen
Du gebierst Bilder
die es nicht treffen
Du findest Vergleiche
die nicht stimmen


Ich stecke den Finger ins Dasein
und es riecht nach Nichts
Nichts ist mehr sicher,
kein Gesang, kein gar nichts,

es ist alles nur noch - „Rauschen”. 

Dienstag, 6. Dezember 2016

Sinn und Gott

Stiftet Gott Sinn? Ja, weil allem in der Welt die geistige Wirklichkeit Gottes zugrunde liegt. Gott ist die alles bestimmende Wirklichkeit. Hier ist der Urgrund der Wirklichkeit von vornherein etwas Sinnvolles, was als solches nachvollzogen werden kann. Das ist ein anderer Ausgangspunkt, als wenn man sagt: es gibt da diese Elementarteilchen, und nach ihrem Zusammenwirken in sinnlosen Gesetzen entsteht alles. Diese sinnlose Entstehungsgeschichte hat mit uns eine Verbindung, weil wir alles in allem dann sinnfreie Zufallsprodukte einer Materie sind. Dem gegenüber steht die Auffassung, dass der Gottesgedanke ein vernünftiger Gedanke ist, den man ernst nehmen kann. Man braucht dazu nicht die Vorstellung, dass der Gottesgedanke vernünftig zu beweisen sei. Es kann dann sehr aufbauend und tröstlich sein, nicht zu der Position greifen zu müssen, dass alles nur sinnfreie Materie sei. Es kann aber auch sehr aufbauend und tröstlich sein, sich vorzustellen, dass eh alles sinnlos sei. Albert Camus sagte in seinem Mythos des Sysiphos, dass der Gläubige eigentlich feige sei. Er erkenne nicht an, dass es darum geht, einen Stein nach oben zu stemmen, der postwendend wieder nach unten rollt. 
Von Feigheit könnte er aber nur dann schreiben, wenn schon von vornherein klar wäre, dass alles sinnlos sei. Dann wäre der Gläubige ein Traumtänzer, der den Realitäten nicht ins Auge blicken will. Dann müsste man vor den Atheisten den Hut ziehen, weil sie die einzigen wären, die ihrem Leben einen Sinn abzutrotzen imstande wären, in einer Welt, die sinnlos und absurd ist. 

Samstag, 8. Oktober 2016

Nichts

Ich sitze dem Nichts gegenüber und starre ihm in die Augen, beobachte, wie die Verhältnisse um mich herum mich verändern. Werde ich mich herausretten können aus dieser Phase, die mich langsam aber sicher immer weiter dominiert? Ich will unbedingt etwas für die Gesundheit tun. Es bietet sich dafür viel an. Es ist alles bekannt, - nur, man tut's nicht. Man hat dafür wieder mehr Zeit zum Grübeln. Kopf gegen Gefühl. Vom Kopf her hätte man Chancen besser nutzen müssen. Besser. Optimal, nicht optimaler.....(das geht nicht). Doch irgendwas in mir sagt mir, dass ich's nicht tun sollte. Der Kampf in mir geht weiter! Vielleicht, vielleicht... in dieser Vermutung oder Hoffnung darin besteht das Leben. Weiter, immer weiter, dem Tod entgegen. 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Arschbombe und Stürmerfoul

Notizen zu Songtext:

Arschbombe und Stürmerfoul
Enhancement und Sauerkraut
geh geh – das tut weh
Dienstwagen und Sterbeurkunde
Vanillesauce mit Himbeereis
Vanillepudding mit Himbeeren
Du bist doch da, wo du gehst
Ringelpiez und Zero Clown
Austauschspieler
Es gibt immer einen anderen
Der ist nicht unverschämt, sondern einfach noch besser.
Der zieht voll durch
Der macht’s für Geld
Der geht mit’m Preis nicht runter
Der ist ein harter Hund
Fallout in Übersee
Salto fatale salto rückwärts vorwärts
Deutschland bewegt sich
Wir kommen immer an
Egal wo und wie verspätet
Wir sind mittendrin
Ich gratuliere zum Versagen
Zum Versprecher
Es war so wundervoll
Der
Wir sind so arbeitslos und arbeitssuchend
Wollen das Rädchen im Getriebe geben
Lichthupe und 6Zylinder
Leichtfertig vergebene Elfmeterchancen
Verstolpert versiebt vergeben vorbei
Du klingst wie, bist wie,
fühlst dich austauschbar
bist ein eitles Teil dieser Welt
eingebildet sein gelingt nicht
ausgebildet ist schon etwas schwierig
und so schmierig
bist ein Nichts
weniger noch
spürst das nicht
weil Du immer in Dir bist
nichts von außen sehen kannst
in Dir bist Du eine Königin
außer Dir bist Du nichts
ein Stück Scheise
eingetütet und als Eiskugel geformt
der Star unter Mistkäfern
cool bis an die Krause
und immer für einen Spass bereit
die Schenkel macht hoch, macht weit und breit
es kommt der Herr der Herrlichkeit


(der Beharrlichkeit) 

Samstag, 23. April 2016

Rosenfragment

EINE ROSE IST EINE ROSE
wenn Du all die Kopien vergessen hast, die du immer versucht hast
um dabei zu sein, egalbei was, nur dabei sein
du hast jetzt keine Angst mehr vor dem Außerhalb#um von dort hinein zu blicken
in das Räderwerk der Begründungen
der gierigen Begattungen und Beschaffungen, der fremden Herrschsüchte, der Verkaufsaktionen
des Imponiergehabes von werdenden Skeletten
der Lächerlichkeiten, der falschen Meldungen über eine Wirklichkeit
von der niemand eine Ahnung hat,
bleib gesund und munter, - wofür?
Für den coolen Fall in die Grube?
Sie werden dich verbrennen, sie werden Platz schaffen für andere
deine Schwäche wird nicht deine Stärke sein, nein
und die Welt ist auch nicht ein Lächeln
oder das Tier in Dir, das automatisch und unschuldig ausschachtet
du entdeckst, dass du für dich verantwortlich warst und geworden bist
Eine Rose ist eine Rose – auch dies ist keine Lösung
du schaffst es ins Endspiel und du verlierst es

wie jeder

Montag, 28. März 2016

Rauschen (Songtext)



RAUSCHEN
Du tippst das Nichts an
gehst mit ihm um
fühlst dich ihm fern und nah
Du erschrickst und weißt nicht
weißt, dass Du nichts weißt
und bist darüber nicht erfreut

es greift dich herb an
und du kommst ihm näher
im Vergehen liegt die Welt
Du kennst all diese Sprüche
Vermutungen, Meinungen
Weißes Rauschen allüberall

Du schreibst Worte
die es nicht umfassen
Du gebierst Bilder
die es nicht treffen
Du findest Vergleiche
die nicht stimmen

Ich stecke den Finger ins Dasein
und es riecht nach Nichts
Nichts ist mehr sicher,
kein Gesang, kein gar nichts,

es ist alles nur noch - „Rauschen”.

Dienstag, 1. März 2016

Schöpfung

Der buddhistische Mönch und viel gelesene Autor Matthieu Ricard sagte neulich im Fernsehen: „Der Buddhismus sagt, dass das Universum ohne Anfang und Ende ist und die Erscheinungen nicht aus dem Nichts kommen können, dass also eine stetige Transformation stattfindet und nicht eine Schöpfung aus dem Nichts. Desgleichen, was das Bewusstsein betrifft, kann dieses nicht aus dem Nichts entstehen und auch nicht ins Nichts zurück fallen. Alles befindet sich in einer Kontinuität“.
Er ging zudem auf den Philosophen Bertrand Russell ein, der sagt, dass ein Universum ohne Anfang eine schwierige Vorstellung sei, aber nicht unvereinbar mit der Logik. „Was schwer vorstellbar ist, ist ein Universum, das angefangen hat. ... Im Buddhismus heißt es: Auch eine Million von Ursachen kann nicht zur Existenz bringen, was nicht existiert. Denn mit dem Begriff des Nichts versucht man zu fassen, was die Abwesenheit der Welt der Erscheinungen wäre. Die Abwesenheit der Welt der Erscheinungen ist eine Vorstellung. Das Konzept der Abwesenheit kann nicht seine Ursache sein. Man kann also sagen: eine erste Ursache kann es logisch nicht geben, denn eine Ursache ohne Ursache macht keinen Sinn. Eine Ursache, die alle Ursachen enthält, müsste dauernd die Gesamtheit der Welt erschaffen.“ … “Der Buddhismus kennt das Problem der Schöpfung nicht, weil die Welt der Erscheinungen keine feste Realität besitzt.“