Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label TV werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label TV werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 21. Juni 2025

Irritationen

Es hupt, piept, schellt, - wo kommt das jetzt her? Ich habe das Problem schon länger: TV läuft und von irgendwoher kommt ein Signal. Von hinten oder von vorne? Aus dem anderen Zimmer? Es scheint sich ein Gerät zu melden. Notrufe auszusenden. Gelten diese mir? Mein Smartphone wird offensichtlich gerade aufgeladen. Kommt das aus dieser Richtung? Jetzt was? Gilt das mir? Es löste wie automatisch schon viele Fehlreaktionen in mir aus, bloß weil ein paar Fernsehdödel ihr Smartphone oder andere Töne achtlos in ihren Beitrag klingeln lassen. Mein Beitrag: Ich lasse viel zu oft TV in meine Wohnung strömen. Man sollte aber gezielt ansehen und dann abschalten. Wäre sowieso vernünftiger. Dabei reichen einem schon die Geräte, die sich wegen irgendeiner Mangelsituation scheinbar selbständig per Piepton melden. Ich habe beispielsweise Festnetztelefon und Smartphone. Ich renne in der Wohnung hin und her. Panisch. Kleine Sorgen. Es gibt größere, ich weiß…..

Dienstag, 25. Februar 2025

Spott an!

Ich merke, bewusst und unbewusst, wie mich die von vielen TV-Sendern eingestreuten Werbespots stören. Gewiss, sie sind jetzt wichtig im Sinne der Ankurbelung der Wirtschaft! Doch scheinen sie mir überwiegend und in vieler Hinsicht aus einer alten Welt zu stammen, die wohl so nach Corona nicht ohne weiteres weiter gehen wird, so, als sei gerade mal eben ein Gewitter vorbei gezogen. Die Schamlosigkeit dieser Spots stört mich, ihre Gier, das Mieseste im Menschen anzusprechen, ihre Grellheiten, die ungebrochene Ve rherrlichung des Konsums, - all dies wirkt geradezu surreal auf mich. Ob sich mit der Zeit andere Bedürfnisse gebildet haben? Ob Entschleunigung ein Stichwort ist, das auf die meisten Bürger in einer unerwarteten Weise gekommen ist? Ob sich die Wertehaltung dahinter etwas verschoben hat zugunsten dessen, was man als „wirklich wichtig“ in diesem Leben erkannt hat? Ob die Wichtigkeit sozialer Kontakte jetzt einen anderen Rang einnimmt als zuvor? Ob das Konkurrenzdenken mit samt seinen Folgen ein wenig eingedämmt ist? „Aufeinander aufpassen“, könnte das auf einen neuen Wert zeigen?

Donnerstag, 16. Januar 2025

Schein und Wirklichkeit

Wir stehen mittlerweile an der Seitenauslinie und beobachten dieses Showvolk, das uns im TV vorgeführt wird: Diese Leute bohren sich offensichtlich auf recht luxuriöse Weise durch ihren Alltag. Man glaubt den jederzeit auftauchenden Diener, der ihnen willfährig zu Diensten steht, geradezu zu ahnen. Er liegt „in der Luft“. „In the Air“. Dazu tun sie so, als würden sie Klavier spielen können und nennen es „One World: Together at home“. Die Wunder des Digitalen machen es möglich. Schon ein bisschen peinlich, wenn viele von ihnen „so tun als ob“. Dabei ist alles künstlich und virtuell. Hergestellt. In Wirklichkeit beschäftigen sie oft ganze Stäbe an dienstbaren Geistern, die auf allerlei Maschinen den Sound für sie machen, die Unterlage, auf der sie glänzen und ihre Kunden bedienen wollen. Sie tragen dann meist eine vage Idee bei, damit sie später Tantiemen abgreifen können. Wichtig ist, dass sie so tun, als seien wir alle beieinander. Irgendwie. Wir alle. Wenn auch virtuell. Große ausladende Kamine durften wir bewundern. Große Räume. Bourgoises Gediegenheits-Getue. Oder auch nicht gemachte Betten, - alles zum Zwecke der Erzeugung von Authentizität. Schmalzstullen gab es genug. Lieder, die rühren und einem nahe gehen sollen. Tanzchoreografien weniger. Großmogule des populären Lieds. Die Stones dabei. Boten Handgearbeitetes dar. „You can‘t always get, what you want“. Die alten Schrumpelgesichter der Gegenwart. Hoben sich zwangsläufig ein bisschen ab von all den glänzenden Oberflächlichkeiten und aufpolierten Fassaden der andern. Der Trick: genau das ist ihr Image! Publikumswirksam focht man dann noch einen alten Strauß mit dem Kollegen McCartney aus. Nun ja! Die großen „Events“ werden mit anderen „acts“ wie etwa Taylor Swift besetzt. Es stehen zunächst aber keine quasi-religiösen Pilgerfahrten der Gemeinsamkeit mehr an. Die großen Gassenhauer muss man sich also zunächst in leibhaftiger Darbietung verkneifen. Nun ja, für Rufe nach dem Herrn im schwarzen Smoking sind die ja sowieso wenig geeignet. Mir scheint, dass durch diese Show eine Art Distanz demonstriert wurde und das, wozu das Popgeschäft in den Jahrzehnten nach „Live Aid“ geworden ist.

Mittwoch, 3. Juli 2024

TVAllerlei

Von nun an soll sich so manches ändern: Kabelverträge sind ausgelaufen. Abläufe ändern sich. Was für eine Wonne war das, sich zwischen den Fernsehkanälen treiben zu lassen und hier und da einen Blick in andere Realitäten zu werfen: absichtslos, ohne analytisches Interesse. Welterkundung. Rumdödeln. Zapping. Köche kochen virtuos. Mag sein. Ich kann das nicht. Es geht flott ins Krankenhaus. Natürlich virtuell: Da liegt jemand übel darnieder. Nix wie weg! Hineindämmern in ein anderes Leben. Andere Wichtigkeiten. Flüchtig mitkriegen, das reicht. Per Umschalter augenblicklich wechseln. Einfach so. Keine Anträge stellen. Niemanden fragen müssen, ob man etwas falsch oder richtig gemacht hat. Nicht leiden müssen, demütig sein, warten. Sich treiben lassen. Ab in die Welt der Mayas! Ins alte Ägypten! Ancor Watt! Kitschig in die Welt der Liebe und Triebe! Rosen. Mit Wiederholungen. Zum Billardspiel, viel zu gewinnen, ernste Mienen. Jetzt stoßen. Verkaufsshow: das muss ich haben. So günstig wie heute, gibt es das nie mehr. Die Verkaufsdame gibt sich für ihren treuherzig geschminkten Augenaufschlag alle Mühe. Und jetzt ein unglaublich günstiges Handy! Der Verkäufer hat eine angenehme Stimme. Wir würden alleine schon wegen der Stimme… Ab zum „Tatort“. Den mochte ich nie. Lange vergangene Zeiten. Die Astrologin sagt Glück in der Liebe voraus und ist esoterisch gekleidet. Zeichentrickfiguren huschen lustig sabbernd über das Bild, während der Detektiv auf Kanal 5 ein bedenkliches Gesicht macht. Gleich schießt er. Knarre. Mordio! Schnell weg! Ach! Das sind andere Lebenswelten. Der Zufall regiert mich. Linear fernsehschauen? Muss nicht lohnen. Darf völlig ziellos sein. Bedient unwillkürlich auch meine Neugier, mehr über die Welt zu erfahren.Verschafft mir ein bisschen mehr Empathie, - um das mal vornehmer auszudrücken. „Die Jungen“ machen das, statistisch gesehen, nicht mehr. Ob ihnen da ein Stück Empathie entgeht? Ob sie sich zielgerichtet vor allem für sich selbst und weniger für „die Welt“ außerhalb ihres Egos interessieren?