Reise durch Wirklichkeiten

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Freitag, 29. Mai 2026

Gebaren

Man konnte über so manches Hierarchie- oder Autoritätsgebaren grinsen, denn man nahm so nun etwas nicht so recht ernst, man war alt, man fühlte sich nicht mehr so ganz ernst genommen. Man konnte es gar nicht ernst nehmen, so lange, bis man sich des Materiellen bewusst wurde. Es erschien einem damals als abgegriffene Pose, als Einstellung, die mit populärer Musik nur am Rande etwas zu tun hatte. Heute kapiere ich, dass das eine Lebenseinstellung war, die mich über eine lange Phase meines Lebens hinweg geprägt und determiniert hat, - worüber die Zeit verging. Ich verschob möglichst viel auf später, so lange, bis das „Später“ da war und ich nichts mehr vorhatte, - außer Ärzte zu besuchen und um meine Existenz zu bangen. Wie nahe war man eigentlich dem Tod? Um einen herum verstarben die Typen aus teilweise absurden Gründen, - oder sie fielen einfach tot um. Man selbst hangelte sich von Tag zu Tag, stieß aber immer wieder auf gewaltige Ignoranz und Beharren auf der eigenen Wahrnehmungsblase, besonders dann, wenn man glaubte, anderen und sozial deprivierten Menschen helfen zu können, weil man sich scheinbar ja gut ausdrücken konnte. Als Journalist. Man prallte damit aber ab, man geriet auf glitschiges Gebiet, man rutschte darauf aus und - bewirkte wieder einmal gar nichts. Von anderen wurde man über Jahre eines vermeintlichen Ruhestands nicht mal wahrgenommen, obwohl man guten und freundschaftlichen Umgang mit ihnen hatte, - wie man glaubte. Wissen und Einfühlungsvermögen? Zu Rock- und Popmusik? Scheint noch weniger wert zu sein, als man glaubte. Hin und wieder stirbt eine der alten Größen. Man lebt weiter im Narrativ eines Eingeschlossenseins in Datenhaufen, in Algorithmen, erhoben von jemand, der niemand ist. Influencer dominieren, Klamotten werden jetzt von Rappern verkauft, man gleitet ab…..

Montag, 12. August 2024

Schildmützen

Es fällt mir auf, dass in verschiedenen Zusammenhängen die Schirm- und Schildmützen staatlicher Würdenträger immer größer und ausladender geworden sind, - bis hin zur Fastnachtstauglichkeit. Das kommt mir äußerst lächerlich vor. Und peinlich. Im militärischen Bereich scheint mir das eine regelrechte Mode geworden zu sein (Die etwa bei „Paraden“ gerne vorgeführt wird), doch auch die Polizei hält da offenbar gut mit. Abenteuerlich hoch hinaus ragende Mützenkonstruktionen sind hier zu besichtigen. Welche Symbolik da wohl dahinterstecken mag? Soll so Autorität eines Staates verkörpert werden? Eine Herausgehobenheit? Eine hierarchische Position? Je mehr der Respekt schwindet, desto größer werden die Mützen? Hm. Finde ich skurril. X x It strikes me that in various contexts the peaked and peaked caps of state dignitaries have become increasingly larger - to the point where they are suitable for Carnival. That seems extremely ridiculous to me. And embarrassing. It seems to me that this has become a real fashion in the military sector (which is often demonstrated at parades), but the police also seem to be keeping up well with it. Adventurous cap constructions that rise high up can be viewed here. What symbolism might be behind it? Is this how the authority of a state is supposed to be embodied? A highlight? A hierarchical position? The more respect wanes, the bigger the hats get? Hmm. I find it bizarre.

Montag, 8. April 2024

Mützenträumereien

Es fällt mir auf, dass in verschiedenen Zusammenhängen die Schirm- und Schildmützen staatlicher Würdenträger immer größer und ausladender geworden sind, - bis hin zur Fastnachtstauglichkeit. Das kommt mir äußerst lächerlich vor. Und peinlich. Im militärischen Bereich scheint mir das eine regelrechte Mode geworden zu sein (Die etwa bei „Paraden“ gerne vorgeführt wird), doch auch die Polizei hält da offenbar gut mit. Abenteuerlich hoch hinaus ragende Mützenkonstruktionen sind hier zu besichtigen. Welche Symbolik da wohl dahinterstecken mag? Soll so Autorität eines Staates verkörpert werden? Eine Herausgehobenheit? Eine hierarchische Position? Je mehr der Respekt schwindet, desto größer werden die Mützen? Hm. Finde ich skurril. X x It strikes me that in various contexts the peaked and peaked caps of state dignitaries have become increasingly larger - to the point where they are suitable for Carnival. That seems extremely ridiculous to me. And embarrassing. It seems to me that this has become a real fashion in the military sector (which is often demonstrated at parades), but the police also seem to be keeping up well with it. Adventurous cap constructions that rise high up can be viewed here. What symbolism might be behind it? Is this how the authority of a state is supposed to be embodied? A highlight? A hierarchical position? The more respect wanes, the bigger the hats get? Hmm. I find it bizarre.

Montag, 24. Januar 2022

Die Rationalität des Bösen

Es sind jetzt einige Tage vergangen, an denen uns das Gedenken an die sog. „Wannseekonferenz“ nahe gebracht wurde, bei der die Umsetzung einer Auslöschung der Juden von den Nazis beraten und beschlossen wurde. Ob das Spuren in uns hinterlassen hat? Ob es Leute ins Nachdenken darüber gebracht hat, was die blinde Umsetzung von Vorgaben und Befehlen in einer Organisation bedeutet? Es war wohl diese kalte Umsetzung, das Handeln nach Maßstäben der Effektivität, das gerade dieses Handeln hervor gebracht hat, das die „Normalität“ damals (...und heute unter veränderten Vorzeichen?) geprägt hat. Ob „Effektivität“ nicht auch ein Ziel ist, das uns heute nach Maßstäben einer globalisierten Menschenverachtung immer wieder vorgegeben wird? Ob kalte Überlegungen,scheinbare Rationalität und eine technokratische Vorgehensweise inzwischen verschwunden sind? Oder ob ein solches Denken weiter lebt und die diesbezüglichen Schwüre reine Lippenbekenntnisse sind? Verbale Tricks, die eine autoritätshörige Einstellung und Ausrichtung verdecken sollen? Ob noch einiges dieses Denkens und Handelns in uns weiterlebt und ob es mehr als genug Strukturen in diesem Gemeinwesen gibt, die ein solches furchtbares Vorgehen möglich und denkbar machen? Ich bin so vielen „braven“ Umsetzern von Vorgaben begegnet, habe das Verbergen hinter fragwürdigen Maßstäben der Effizienz erlebt, das Streben nach „Planerfüllung“ in einer Diktatur des Profits, habe eine blinde Gefolgschaft so hassen gelernt, dass ich nicht nur darin eine Signatur der „Banalität des Bösen“ sehe.

Donnerstag, 18. Juni 2020

Totalitarismus

Ich kriege mit, dass besonders in bestimmten Staaten, deren Regierungen sich jetzt schon als ziemlich autokratisch gerieren, die Tendenz bestehen könnte, die Coronakrise für sich zu missbrauchen. Es könnte darum gehen, einen Überwachungsstaat und eine Diktatur aufzubauen, Ungleichheiten zu zementieren, es in eine "Normalität" zu überführen. Sogar in der EU gibt es dafür ein prominentes Beispiel. Erste Vorboten dessen könnte sein, dass Masken und Beatmungsgeräte nur bestimmten Menschen zur Verfügung gestellt werden, dass dies vom sozialen Status und dem Einkommen abhängig gemacht wird. Die Medien müssten alsbald gleichgeschaltet werden und sich schließlich selbst kontrollieren („Schere im Kopf“). Hierarchische Beziehungen würden sich verfestigen, indem es als „normal“ angesehen würde, wenn von oben nach unten getreten würde. Rücksichtslosigkeit wird sich als Verhaltensmodell verfestigen. Ausgegebene Apps könnten von demokratisch gesinnten Kräften auch nach einer gewissen Zeit nicht abgeschaltet, sondern zur Überwachung und Verfestigung von Machtstrukturen missbraucht werden (Kurzfristige Rechtfertigung steht bereit: „Gesundheit“ und „Terrorismus“). Elektronische Fußfesseln in dieser oder jener Form könnten dann als „normal“ und „nötig“ erklärt werden. Blöd nur, dass die betreffenden Bevölkerungsschichten das dann mitmachen werden, weil sie zuvor entsprechend manipuliert und bearbeitet wurden. Weil sie kurzfristigem Überlebenswillen und Strukturen der Bevormundung ausgeliefert sind. Weil sie Gehorsam eingeübt haben und weil sie den Hass auf Minderheiten als Ventil für ihre soziale Hierarchie gewohnt sind. Weil sie Obszönitäten zu einem Bestandteil ihres Lebens gemacht haben. Noch dürfen wir froh sein, dass wir solchen Bestrebungen und Strukturen nicht ausgesetzt sind. Wir müssen unsere freiheitliche Orientierung verteidigen.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Mensch und Selbstbestimmung

Es kommt mir oft so vor, als sei gerade die Philosophie und die grundsätzliche Betrachtung etwas, was sich selbst genügt und sich in Tagungen, Konferenzen oder Vorträgen erschöpft. Was fehlt, ist die Verbindung zum Alltag anderer Leute außerhalb der Filterblase, die leider auch erreichbar für populistische und vereinfachende Tendenzen sind (derer sich übrigens Politiker als Ganzes gerne befleißigen...). Guter Rat muss teuer sein, wenn man von morgens bis Abends sich in der Stressmaschine des Hamsterrads aufzu halten gezwungen ist und keinerlei Blick für die Zusammenhänge entwickeln kann. Spezialistentum scheint auf allen Gebieten angesagt – und wirkt sich aus. Denn noch nie erscheinen mir Menschen so manipulier- und lenkbar wie heute. 
Wie die hochgelobten digitalen Mittel dafür die Werkzeuge bereit stellen, kann mit einem kurzen Blick ins Ausland erkannt werden. Orwell und Huxley waren wohl Waisenknaben in ihrer Vorschau. Wollen wir so leben? Wie wollen wir leben? Soll jemand Autoritäres den Kurs vorgeben, dem dann alle anderen folgen sollen (wenn nicht, dann werden sie einen Kopf kürzer gemacht....)?. Ist Unterwerfung und Fremdbestimmtheit nicht nur ein sexuelles Spiel, sondern erstreckt sie sich auf die gesamte menschliche Existenz (baut auf einem dementsprechenden Bedürfnis auf?)? Wenn es so wäre, welche Gefahren könnten daraus erwachsen? Wohin könnte so etwas führen, dass doch jedem Gedanken der Aufklärung widerspricht? Totalitär, Totalitarismus - ist das notwendigerweise eine Dimension der Digitalisierung? Philosophie und grundsätzliche Betrachtung scheinen sich in dieser Hinsicht immer entbehrlicher zu machen, der Markt übernimmt offenbar total.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Einstellungen zur Demokratie

Es sind bald Europawahlen. Komisch, dass man von den Wahlkämpfern außer ein paar Phrasenplakaten nichts hört und sieht. Ein bisschen schockiert war ich dann aber doch, was laut Umfragen die Einstellung der Bevölkerung zur Demokratie angeht. Welche Rolle dabei das Alter spielt? Von den Leuten, die in den USA in den dreißiger Jahren geboren worden sind, sagten anscheinend 72 %, dass für sie die Demokratie sehr wichtig sei. Nur 48 % der in Deutschland nach 1980 Geborenen beurteilt dabei die Demokratie laut einer Umfrage der Universität Harvard als ein wichtiges Element des politischen Geschehens. In den USA meinte das nicht mal jede(r) Dritte der nach 1980 Geborenen. Nur 35 % sollen es in den Niederlanden sein und gar 29 % nach dieser Umfrage in Großbritannien. Politikwissenschaftler und andere Experten wollen das erklären: Einerseits liege das daran, dass junge Menschen nicht die Erfahrung gemacht haben, was es bedeutet, in einem undemokratischen System zu leben. Auf der anderen Seite sei es so, das jugendliche Menschen stärker von der Vergangenheit belastet und von der Zukunft bedroht seien. Jugendarbeitslosigkeit (besonders in den südlichen Staaten der EU) sei dabei das Stichwort. Komisch, ob es dabei auch eine Rolle spielt, dass Politiker dazu neigen, die wahren Probleme der Gesellschaft nicht anzusprechen und sich mit wohlgefälligen Phrasen darüber hinweg „mogeln“. Dass man keiner Botschaft, die aus dem existierenden System dringt, mehr trauen kann? Dass alles verwässert und durch gewisse PR-Strategien „vernebelt“ ist? Ob diese Entwicklungen auch etwas mit der zunehmend klaffenden Schere zwischen Reich und Arm zu tun hat? Ob es – und dazu gibt es viele Aussagen von maßgeblichen Politikern – darauf ankommt, etwas der Öffentlichkeit mundgerecht zu „verkaufen“?

Mittwoch, 21. November 2018

Entwicklung und Zusammenarbeit (2)

Wie war das nochmal mit dem Kolonialismus? Noch bis heute herrscht dieses Denken vor: Einschlägige Museen zu besuchen kann hier Aufschluss verschaffen. Es galt halt n der Vergangenheit, neue Länder zu erschließen und zu expandieren. Die Entstehung der Kolonien ist von Anfang an vom Herrschaftsanspruch der Kolonialmächte bestimmt. Lange galt die angebliche Überlegenheit der weißen Rasse als naturgegeben und diente zur Legitimation. Den „kulturell zurück gebliebenen Völkern“ sollte nämlich die Zivilisation gebracht werden. Sie zwingen der jeweiligen Bevölkerung ihre eigenen Gesetze, ihre Sprache und ihren Glauben auf und unterwerfen sie damit einer für sie fremden Kultur. Den Kolonialisten geht es in erster Linie um politische, militärische und ökonomische Macht. Die einheimische Bevölkerung wird gezwungen, Abgaben an die Kolonialherren zu leisten. Viele treibt diese Steuer in den wirtschaftlichen Ruin. Wer sich aber widersetzt, wird bestraft, getötet oder zu Zwangsarbeit verdammt. Auch Menschen werden zur Ware. Der Sklavenhandel kommt von Afrika aus so richtig in Schwung und bringt den Europäern viel Profit. In Ketten werden die Afrikaner auf die Sklavenschiffe gebracht. Die Gier der Europäer wächst. Überall auf der Welt entstehen Kolonien. Ins zwanzigste Jahrhundert hinein umfasst diese Bewegung fast den gesamten Erdball. Im großen Stil beuten die Kolonialisten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Rohstoffe aus. Für den optimalen Profit werden bestehende Grenzen missachtet und neue willkürlich gezogen. Die Produktion richten die Kolonialherren oft auf landwirtschaftliche Erzeugnisse aus. Das Nord-Süd-Gefälle, das bis heute besteht, wächst unaufhörlich. Im reichen Norden häufen die Nationen immer größere Reichtümer an und bauen dabei auf die Strukturen, die sie im Kolonialismus herausgebildet hatten. Im Süden hingegen gibt es immer mehr Armut. Das geht womöglich bis heute so, denn viele dieser formal unabhängigen Staaten sind wirtschaftlich noch von ihren ehemaligen Kolonialherren abhängig. Rücksichtslose Ausbeutung dieser Länder scheint auch im Verbund der EU noch angesagt.

Samstag, 25. August 2018

Unübersichtlichkeit (1)

Klar ist: alle haben zu allem eine Meinung. Aber sie suchen gleichzeitig nach Orientierung, nach der klaren Trennlinie zwischen Schwarz und Weiß, sie suchen nach dem, was wahr (!) ist. Dabei spielen auch Ängste eine Rolle. Etwas nicht mitzukriegen, was spielentscheidend ist. An dieser Stelle wird man schnell empfänglich für Verschwörungstheorien. Diese wollen einem erklären, was hinter den Kulissen wirklich abläuft. Ob das unter anderem auch eine Folge davon ist, dass wir oft genug von staatlichen Institutionen falsch informiert und "beruhigt" worden sind? Es bilden sich auch Ängste vor einer Realität, die einen womöglich sozial blitzschnell abrutschen lässt... Eine Realität, die Fremdes und Fremde zu bieten hat, das Uneinheitliche, Wilde. Nicht nur an dieser Stelle wird gerne nach „Experten“ gerufen. Diejenigen, die sich stellvertretend für uns mit einer Sache intensiver beschäftigen. Blöd nur, dass diese „Experten“ auch ihrem eigenen Interesse und ihren eigenen Erkenntnismöglichkeiten unterliegen. Dass sie als Lobbyisten oft genug Einfluss nehmen, im Sinne derer, die sie bezahlen. 
Doch diese "Experten" können für uns auch Kontrollverlust bedeuten. Wir wollen Eindeutigkeiten, nicht Vieldeutigkeiten. Wir wollen sie wissen. Wir wollen ES wissen. Uns plagt eine tiefe Sehnsucht danach. Es muss doch für nahezu alles einen Sinn und eine Verantwortung geben! Blöd nur, dass die heutige Wirklichkeit viele solcher Vieldeutigkeiten und Ungewissheiten (auch in Bezug auf die „Verantwortung“) auf uns bringt. Wie damit umgehen? Angesichtes solcher Verhältnisse könnte so mancher Mitmensch auf die Idee kommen, sein Ego neu erfinden zu wollen (ein gängiger Gesprächsstoff und fast schon zur Redewendung geworden). Es ist dies ja aus den auch hier nachgezeichneten Gründen ein Modethema geworden und hat viele Dimensionen. Wir könnten auf diese Weise ( in einer "Neuerfindung" des Egos) bei der sogenannten und viel beschworenen „Globalisierung“ vielleicht besser dabei sein. Mitreden, dabei sein ist alles, - wirklich? Diese „Globalisierung“ scheint ohnehin nicht mehr zu beherrschen zu sein und überspült uns auf mannigfache Weise alle. Sie scheint die Welt zu prägen und bringt auch diese autoritären Politikstile hervor, die scheinbare Antworten geben. Es geht um das, was die Soziologie „Komplexitätsreduktion“ nennt. Vereinfachungen, die das Leben leichter machen wollen, indem sie die Unübersichtlichkeit reduzieren. 

Donnerstag, 12. Juli 2018

Populistische Autokraten treffen sich

Anlässlich dieses NATO-Gipfels wird wieder sinnfällig, wie sehr sich die jeweiligen Protagonisten als Elite ihres Landes verstehen, wie sehr sie sich darin sonnen. Große Flaggen sind da immer angesagt. Große Sprüche auch. Die gehören offenbar dazu. Politiker inszenieren sich gern ähnlich wie Popstars als Alleskönner, während sie gleichzeitig in ihren Reden die Figur des "kleinen Mannes" bemühen, der sich von ihnen vertreten fühlen soll. Großverdiener und Korruptionsprofiteuere ohnegleichen schaffen es mittels populistischer Tricks, sich als Identifikationsfläche des Redneck anzubieten. Alles scheint darauf abzuzielen, das Heil in diesen scheinbaren Alleskönnern zu finden. Zur Figur des charismatischen Herrschers gehört auch immer der Gedanke der Entscheidungsfreude. Wo Parlamentarismus von Autokraten gerne als handlungsunfähig dargestellt wird, soll eine autoritäre Entscheidung (wie „in der Wirtschaft“!) herbeigezogen werden. Sie verspricht angesichts komplexer Entscheidungsprozesse und korruptiver Vorgänge in parlamentarischen Demokratien eine übersichtlich schnelle Entscheidungsfindung. Typisch für all diese autoritären Figuren scheint es mir, dass sie sich auf demokratischem Weg etablieren (wie einst ein deutscher Führer) und auf diese Weise gerne auf ihre Legitimation verweisen. Da die von Parlamenten in einem demokratischen Prozess gewählten Politiker (innen) gerne nichtssagende Sprechblasen produzieren, die oft und bestenfalls dem Weg zu einem Kompromiss (vielbeschworen!) entsprechen, scheinen sie sich in besonderer Weise dazu ermuntert zu fühlen, mit „klaren Worten“ (die meist nicht der unübersichtlichen und komplexen Realität enstprechen) zusätzliche Attraktivität anzuziehen.

Samstag, 3. Juni 2017

Menschen(ver)führung (3)

Welche Charaktereigenschaften sollten fähige Manager haben? Sollten sie auf gewisse Weise „verrückt“ sein? Es sollte ihnen beispielsweise nichts ausmachen, Kinder in Indien arbeiten lassen, um den Gewinn zu steigern. Sie sollten im Kopf schnell sein, ausgesprochen egoistisch, charming und bezaubernd, ohne Moral und gute Redner. Sie sollten bei aggressiven zwischenmenschlichen Begegnungen überlegen wirken, sich und ihr Pläne gut verkaufen können und sie sollten - sehr überzeugende Lügner sein. Sie sind oft Leute, denen man sich und wichtige Entscheidungen anvertraut, gleichzeitig sollten sie Skrupellosigkeit ausstrahlen.
Da ist zum Beispiel Richard Fuld, Spitzname „Gorilla Fool“, der einstige Bankenchef von Lehmann Brothers. Er galt als ein Mensch, wie wir ihn mit seinen Merkmalen oft bei Mitgliedern der dunklen Triade finden. Dazu gehören die Persönlichkeitsmerkmale Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Das Modell wurde von den kanadischen Psychologen Delroy L. Paulhus und Kevin M Williams im Jahr 2002 entwickelt. Diese Menschen zeichnet oft ein gefühllos-manipulativer Stil aus. Besonders Führungskräfte scheinen sich eines solchen Stils oft zu befleißigen. Dieser ist offiziell in unserer Gesellschaft nicht erwünscht, gleichzeitig scheint er aber zu großem Berfufserfolg zu führen. Richard Fuld predigte die grenzenlose Gier und
hatte einen ausgestopften Silberrücken in seinem Büro in voller Größe. Das machte den Leuten, die mit ihm zu tun hatten, Angst - und strahlte Bedrohung aus. Sein Gebaren entsprach dieser Anmutung voll und ganz. Seine Wutausbrüche waren legendär. Nicht nur dies ließ viele Menschen, die mit ihm zu tun hatten, zu dem Schluss kommen: „Der ist verrückt“. 

Montag, 15. Mai 2017

Menschen(ver)führung (2)

Im Spagat sein zwischen Gewinn und Gewissen? Man wird als „Führungskraft“ wohl hoch dafür bezahlt, dass man reichlich unsoziale Sauereien durchführt. Welche Rolle bei der Jagd nach der Profitmaximierung wohl die Ethik spielt? Gibt es abseits der vielzitierten und oft als PR-Geschütz eingesetzten „Compliance“-Regeln noch einen Verhaltenscodex? Oder haben sich die betreffenden Leute komplett in ihre eigenen Bezüglichkeiten verabschiedet, aus dem heraus man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht? Welche Rolle spielt die Rolle des Chefs in der digitalen Arbeitswelt? Gibt es neue, der Zeit entsprechende Modelle dafür? Wie wird man eine „Führungskraft“? Sich durchsetzen, sich über etwas hinweg setzen, Selbstbewusstsein haben bis hin zum Narzissmus? Etwas teuer machen für gewisse Leute, etwas erschwinglich machen für andere, seinen Willen multiplizieren und ihn hinausschleudern in die Welt? Muss es jemand geben, der am Ende entscheidet? Wann ist man ein guter Entscheider? Wie bemisst sich das? Wer will das beurteilen? Organisationen sind unübersichtlich. Eine Möglichkeit, sie einfacher zu machen, ist, sie zu personifizieren. Möglichst in einem starken Individuum, das oben ist, sehr viel Geld verdient und das keine eigenen Probleme haben darf. Eine Organisation zu führen, mag Menschen mit psychopathischen Zügen nach sich ziehen. Sie in einem sozialen Zusammenhang, einem Unternehmen oder einer staatlichen Einheit zur Geltung zu bringen, mag die Aufgabenstellung charakterisieren. Machiavellismus (hierarchische Strukturen für sich benutzen) - Narzissmus (Selbstliebe) – Psychopathie, - das sind Voraussetzungen, also problematische Verhaltensweisen, die sich auch noch untereinander kombinieren. Es geht dabei weniger um Menschen, als vielmehr um Ziele, die mit allen Mitteln zu erreichen sind („instrumentelle Aggression“). Egoistisch, charmant, schnell von Begriff, egoistisch, ohne Moralvorstellungen, angstlos, gute Redner, ohne Skrupel, andere aus dem Weg zu räumen.....sich und seine Pläne gut verkaufen können, - auch durch Lügen. Das macht Leute aus, denen man sich anvertraut. 

Samstag, 13. Mai 2017

Menschen(ver)führung (1)

Welche Charaktereigenschaften wohl Wirtschaftsführer, also Manager auszeichnen? Abgefahrene Verrücktheit? Ein bisschen "far beyond"? Um an die Spitze zu kommen, braucht es das Maß an Besonderheit, das die Vielen nicht haben. Woraus diese "Besonderheit" wohl besteht? Vielleicht sind es heutzutage aber eher „spezielle Typen“, die ein Team um sich haben, das seine Fähigkeiten einbringt. „Bei einem solchen Spitzenmann, wie dem unseren, muss das so sein, dass er verrückt ist“ - so eine gängige Einstellung von „Untergebenen“. Muss er das wirklich? Muss er nicht vielmehr gewisse Dinge nüchtern einschätzen können und sich mit Situationen konstruktiv auseinandersetzen können? Man muss in jedem Falle ziemlich rücksichtslos sein, so eine weitere Einschätzung, denn man müsse als Führungskraft die Ziele einer Organisation verwirklichen. Um jeden Preis. Man müsse Menschen „führen“, was alleine schon viele unangenehme Assoziationen erwecken kann..... Doch der Mensch brauche Führung, ihm müsse gesagt werden, „wo es lang geht“. Deshalb brauchte es auch einmal einen "Führer". Widerlich. 
Dass da ein „Manager“ sei, habe etwas Beruhigendes, so eine Aussage. Denn es vermittle das Gefühl, dass eine Einzelperson für alles verantwortlich sei. Finde man für diese Position die Richtige oder den Richtigen, sei das Problem der Vorgabe, Führung und Orientierung gelöst. Ob sich nicht dahinter mehr eine Systemfrage befindet, das etwas mit „Verrücktheit“ zu tun hat? Ob es noch zeitgemäß ist, eine Organisationseinheit streng hierarchisch als eine Art Diktator zu führen? Ob dies die Kreativität eines Mitarbeiters zu befeuern vermag? Ob es ihn motiviert? Ob es bei Führung um die Figur des Guten gegen die Figur des Bösen geht? Wie etwa im Märchen? In der Sage? Da sind ja die vielen Geschichten um große Frauen (weniger...) und Männer und ihre sensationellen Taten. 

Donnerstag, 26. Januar 2017

Politikrituale

Woher kommt es. Dass ich die Bilder und Töne dieser Tage als so surreal, unwirklich und grotesk empfinde? Für die Medien sind das natürlich herrliche Zeiten: Erst ein Anschlag, dann Weihnachten und Silvester, die Inauguration des Trump-Trampel – und jetzt die Sache mit Gabriel und Schulz. Zwei Alphamännchen und ein Posten: einer opfert sich edel auf und der andere grinst so feist darüber, weil seine Umfrageergebnisse jetzt im Moment so toll sind. Die meisten auf der Straße scheinen Martin Schulz nicht zu kennen, er gilt als unbeschriebenes Blatt und soll deshalb angreifen können. Alle sind's glücklich und froh. Ein Neuanfang, juhu! Aber wissen wir wirklich nichts über diesen Martin Schulz? Nein, wir wissen nicht, dass er in Brüssel als Präsident des Europaparlaments zu den großen Häuptlingen gehörte? Dass er diesem Laden EU, der sich konsequent mit Europa verwechseln lässt, in einem Parlament vorstand bis zum bitteren Ende? Ende? Nichtdoch. Nun ja, der EU scheint es jetzt gerade nicht besonders gut zu gehen. Hat ja jetzt auch einen Kumpel und ehemaligen Pressesprecher von Berlusconi zum Schulz-Nachfolger gewählt. 
Vielleicht ein guter Zeitpunkt, um in die Bundespolitik zu wechseln. Gabriel und er, das ist die schönste, nach außen gezeigte Freundschaft. Dominanz? Ja, aber wohlverstanden! Ach! Ob's tatsächlich so ist, kann Otto Normalverbraucher natürlich nicht überprüfen. Und jetzt die vielen Treueschwüre, das „Aufbruchsgefühl“ und all das: ob's in ein paar Wochen auch noch so ist? Oder ob sich der „Neuling“ dann nicht auch abgenutzt hat mit den immergleichen Sprüchen, die einem ein solcher Wahlkampf abnötigt? Soziale Gerechtigkeit und all das. Profil schärfen. Schulz mittendrin, Schulz überall, wo es Mikros und Kameras gibt: ob das so aufregend ist? Ob sich die Mittbewerber nicht gezielt und vielfach kommuniziert an gewisse europäische Fehler erinnern? Arbeitnehmerpartei? Nun ja, ob es diese Parteileute schon bemerkt haben, dass es eine Menge Leute in unserer Gesellschaft gibt, die halt nicht mehr zur klassischen Arbeitnehmerschaft gehören? Die nach unten rausgepresst wurden und werden? Nie ging es uns so gut wie heute, diesen Spruch haben wir im Kreise der Neuformierten oft gehört. Für wen das wohl gilt? Für gewisse Kreise - und für andere sehr viel weniger? Winterkorn, Zetsche & Co. auf allen Kanälen. Ob das „Prekariat“ auch eine Größe ist, über die man spricht? Wir werden es sehen.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Parteitag

Claqueure, Mitläufer klatschen endlos für die Medien, die mit der Stoppuhr in der Hand das Spiel mitspielen....., davon kann man angewidert sein, angeekelt, abgestoßen..... dieses bedingungslose Unterstützen einer Meinung, Einstellung, Haltung, die von oben (als „Leitantrag“) vorgegeben wird... was führt dazu? Sie haben etwas beschlossen und wollen zeigen, dass sie es alle vertreten? "Geschlossenheit" demonstrieren?  Sie wollen alle aufgehen im gemeinsamen „Anliegen“? Anliegen = Machterhalt? Im Selbstlob sein? Sie wollen Kandidaten und Häuptlinge küren, die doch an ihnen vorbei längst in Hinterzimmern ausgeklüngelt worden sind. Sie wollen sich hinter Gesichtern versammeln, die scheinbar für etwas stehen (weiß bloß keiner, für was....außer Äußerlichkeiten und der "Macht"). Sie wollen sich hinter Gesichtern versammeln, die längst alles über sich erzählen (weil jeder doch ab eines gewissen Alters für sein Gesicht ein bisschen verantwortlich ist...) Welche Dynamik der Massen ist denn so etwas? Wie geht das? Was hat es mit digitalen Bewegungen zu tun? Was wird hier vertreten? Gibt es hier ein "Willensbildung"? Wieso führt sie ständig zu den immergleichen Ergebnissen? "Gestalten" bedeutet "Macht ausüben". Darin sind sie sich wie immer einig. 

Mittwoch, 9. November 2016

Wahldebakel

Es scheint mich schon gestern das befallen zu haben, was die meisten politisch denkenden Leute heute befallen hat: Schockstarre. Mir schwante Übles. Der Brexit war das Modell dafür. Die Welt scheint sich nun tatsächlich über Nacht radikal geändert zu haben. Spätestens jetzt muss sich Europa unbedingt finden! Doch die politische Klasse veranstaltet Sitzungen und Meetings, bei denen nichts herauskommt. Ob Umwelt mit Klimakatastrophe, Rente, Bundespräsident oder Supermarktgeschachere: Leerlauf, Verschiebungen, Eiern, leiern, - Nichts. So kann das nicht weiter gehen, denken sich viele. Nicht mal Bundespräsident will jemand werden. Auch die EU macht keinerlei Anstalten, die Bedeutung des Brexit für sich zu bewerten. Sie scheint einfach weiter zu machen wie bisher. Wohin dies führen kann, machen jetzt gerade die USA vor. Als sehr ernstes Warnzeichen wird die Wahl von den politischen Entscheidern aber nicht verstanden. Eher als Unfall. Wenn es schlecht läuft, dann wird diese hohle „politische Elite“ auch in Europa weggefegt werden. Einfach, weil sie leer ist. Weil die Küngelei und gegenseitige Bevorteilung bis hin zur Korruption über ihr schwebt, weil sie das Volk, vox populi, nicht mehr hinter sich zu haben scheint.Weil sie die digitale Welt nicht verstanden hat. Und ihr das alles offenbar völlig egal ist. Es profitieren davon faschistische und rassistische Autoritätsfiguren ohne jede Manieren. „Durchsetzungsstarke“ Personen ohne jede Moral.  

Mittwoch, 3. August 2016

Funktionen, Führer, Lichtgestalten

Nun ja, vielleicht haben sie es ja dieses Mal zu weit getrieben: das feiste und anmaßende Funktionärswesen, das viele Geld, die versprochenen und selten eingehaltenen Infrastrukturfortschritte, das in kriminellen Nepotismus übergehende Kumpelwesen, die Verstrickungen großer Konzerne, die Missachtung der Menschenrechte, die Schamlosigkeit und Selbstbedienung der sich selbst so definierenden Eliten, das Problem des Doping, das nicht nur der Sport hat, und last but not least: Die Vernichtung der Umwelt. All diesem und noch manchem mehr könnte man in Rio de Janeiro nachgehen. Doch das Spektakuläre an der Berichterstattung wird wohl auch dieses Mal überwiegen. Journalisten machen sich zu Handlangern gewisser Verhältnisse und müssen sich hinterfragen lassen. Die Widersprüchlichkeiten, die Verbrechen sind ja dieses Mal so offensichtlich, dass nicht einmal angesichts inszenierter Showfeiern und lange eingeübter Rituale Begeisterung aufkommen mag. Die künstlich erzeugte heile Welt kann sich nicht mehr glaubhaft darstellen. Es wäre die Frage, inwieweit der Sport und ähnlichen gelagerte Massenveranstaltungen die Bereitschaft zum Populismus fördern, zum Annehmen und Nachäffen simpler Parolen. Die politische Landschaft samt ihrer gelegentlich fragwürdiger Wahlen strotzt nur so vor Paradebeispielen. Da wird beleidigt und angeschuldigt, bloß weil der Volkswille ein Ziel zu brauchen scheint. Die Demokratie soll mancherorts verteidigt werden, - leider mit diktatorisch totalitären Mitteln und dem Verlangen nach einem allwissenden Führer und einer Ordnung, die brutal eingehalten werden soll. Gerade hier in Deutschland hat man damit sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Ob diese Führerfiguren im Funktionärswesen etwas damit zu tun haben? Ob es „Lichtgestalten“ gibt, denen es nichts ausmacht, dass ihr Licht durch allerlei Skandale verschmutzt ist? Was sind überhaupt Skandale? Das Empfinden dafür mag, - je nach Sozialisation – unterschiedlich ausgeprägt sein. 

Sonntag, 27. März 2016

Delegationen

Was sind denn das für „Spezialisten“ und „Experten“, denen wir uns da von Fall zu Fall anvertrauen? Sind sie durch akademische Weihen geadelt oder durch schiere Behauptung eingebildet? Gestern Fett und Zucker, heute Gluten und links- oder rechtsdrehendes Colesterin? Gibt es den alleinseligmachenden Weg, oder sollten wir schlicht ein bisschen achtsamer sein, wie wir mit der Umwelt umgehen? Ratgeber aller Art dominieren den Buchmarkt: ständig werden neue Gründe dafür ausgerufen, wieso wir uns so und nicht anders verhalten sollten. Es scheint manchmal, als wolle das breite Publikum das, als wolle es bei der Hand genommen werden und als lechze es nach Anweisungen, die deutlich mehr Fingerzeige sein wollen. Beliebt in der Wellnessgeneration ist der Ernährungswahn, der dazu neigt, gewisse Stoffe ohne Rücksicht auf ihre Herstellungsweise und soziale Hintergründe zu verteufeln oder heilig zu sprechen. Sollten wir nicht alle vielmehr nach dem besten Weg suchen? Wie weit dabei Radikallösungen weiter helfen? Besonders dann, wenn sie in einer immer kürzer werdenden Zeitspanne als „veraltet“ gelten dürfen? Wer ist denn glaubwürdiger: ein „Autor“, der sich einen verkaufsträchtigen Namen machen will, oder ein Konzern, der in einem leicht durchschaubaren Profitinteresse gewisse Dinge propagiert und andere klein macht? Was ist das Etikett „Bio“ wert? Wer garantiert hier was? Aufgrund welcher Mechanismen?

Dienstag, 22. März 2016

Abziehbilder

Putzig, wie jetzt ein sogenanntes „Enfant Terrible“ der Fußballbundesliga das andere in Schutz nimmt! Aus der Rolle gefallen und dabei besonders in zeitlicher Hinsicht nicht richtig dosiert. Auf dem Rücksitz eines Taxis 75 000 Euro aus Versehen liegen gelassen. Einer Journalistin das Handy abgenommen und alle unliebsamen Fotos darauf gelöscht. In scheinbar lockeren Posen sich videografieren lassen. Hm, solche Leute haben ihren Narzissmus auf die Spitze getrieben und verkaufen das als besonderes Beharrungsvermögen und Charakterstärke. Gerne ist auch von „Privatsphäre“ und „Mut zum Fehler machen“ die Rede.
Dass sie aus der Rolle gefallen sind, lenkt doch nur ein Licht darauf, wie dekadent diese ganze Branche inzwischen ist. Wer die Inszenierung nicht durchhält und sie nicht kapiert, wird suspendiert. Es geht offenbar um die "Vorbildfunktion". Stimmt. So geht’s ja offenbar auch bei den Topmanagern der Industrieunternehmen zu, wie gestern wieder bei der ARD im TV zu verfolgen war. Da gibt es hochbezahlten Druck für eine Funktion, die sich lächelnd und arrogant auf die Seite der Besserwisser, Durchpeitscher und knallharten Bestimmer schlagen muss. Klar, wird ja auch erwartet! Wer hier aus der Rolle fällt, passt nicht in das Gesamtgefüge, das Macht, Können und gnadenlose, dem Profit untergeordnete Menschenführung suggerieren soll. Die Fußballer geben doch nur das grobe und sehr pointierte Abziehbild davon.