Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Arroganz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arroganz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 17. Januar 2025

Ärztliche Fluchtpflicht

Es steht durchaus schon lange im Raum, dass sich Schulmedizin und ganzheitliche Medizin begegnen könnten, um gegenseitig voneinander zu profitieren. Man ist dann regelrecht erschreckt, wie wenig dies tatsächlich der Fall ist und wie sehr die jeweiligen Seiten eine Art grundsätzlich-idiologischer Frage daraus machen. Wie sehr Ignoranz und Arroganz das Feld beherrschen!!! Ob das am Studium oder Ausbildung liegt? Um den Patienten scheint es nur insofern zu gehen, als dass jede Seite Recht behalten will. Peinlich, sowas! Nur möglich, weil Ärzte immer noch einen Status als „Halbgötter in Weiß“ haben und ein Großteil von ihnen aus Deutschland in die Schweiz oder nach Österreich abgewandert ist, weil dort die Bedingungen sehr viel besser scheinen (ob dies „die Politik“ samt ihren Krankenkassen-Adlati ändern sollte?) Wie ist das möglich? Sind Ärzte Raffkes, die nur das Geld interessiert? Sie seien zum wirtschaftlichen Handeln aufgefordert, so heißt es. Ob sie dies tun, wenn sie in die Schweiz oder nach Österreich übersiedeln?

Samstag, 8. Juli 2023

Haft(ung)

Ein einstiger Minister hat, wie jetzt heraus kommt, mutmaßlich 250 Millionen versenkt. Mal eben so. Verantwortlich ist er natürlich nicht, zur Haftung kann er vorerst auch nicht herbei gezogen werden. Der Häuptling der gegenwärtigen Regierung will seine Heimstatt zum Palast ausbauen. Und schauet stumm auf dem Tisch herum. Sagt nichts. Spuckt Sprechblasen. Inszeniert seine Bedächtigkeit, die Geld und in der Ukraine Leben kostet. Dafür, für diesen jetzt anstehenden bescheidenen Anbau sollen eben mal 800 Millionen drauf gehen. Nach gegenwärtigen Berechnungen. Wenn es soweit ist, kostet das natürlich mehr. Das Spiel kennen wir. Ob solche Dinge Unbehagen produzieren? Ärger, Wut? Dass Steuergeld raus gehauen wird und beispielsweise - im Hintergrund jeder vom TV übertragenen Bundestagsdebatte ein borniertes, sattes, erloschenes Gesicht zu sehen ist, das stellvertretend allerlei Sauereien zu vertreten hat? Ob rechtsgerichtete Stumpflinge daraus wachsende Zustimmungswerte zimmern?

Montag, 9. August 2021

Aus dem Elfenbeinturm

Die großprofessorale Geste, die rhetorikgeschulte Arroganz, die elegant geführte Finte, die sofort zum Gegenangriff übergeht und dadurch Überlegenheit ausstrahlt: das alles gefiel uns an manchen dieser Universitätsprofessoren auch nicht. Man kann diese Haltung beinahe täglich im Fernsehen bestaunen, wo Leute mit Professorentitel ihre Weisheiten verkünden oder bei Talkshows Rede und Antwort stehen. Die klare und deutliche Pointe, dies oft recht abgehoben wirkende und aus dem Elfenbeinturm der Besserwisser tönende „auf den Punkt kommen“, das ist es, was die Medien unbedingt wollen. Im universitären Alltag des Elfenbeinturms führen sich solche akademisch geadelten Figuren auch noch gerne als offiziell eingesetzte Entscheider über Leben und Tod auf, indem sie Noten verteilen, Zeugnisse ablassen und ein geldwertes Wohlwollen verteilen. Geradezu peinlich fanden wir auch, wenn sich solch professorale Expertise auch noch in eine vom Steuerzahler ordentlich vergoldete und von wissenschaftlich geerdeten Politikern lässig herbei geführte Beratertätigkeit überführen ließ. Andererseits lehrt gerade das akademische Leben die Auseinandersetzung mit solchen Positionen, die einem selbst als fremdartig vorkommen mögen. Ständiger Disput. Permanente Diskussion. Nur der Widerspruch zu der eigenen Position führt zur Weiterentwicklung und Schärfung der eigenen Meinung, in die man sich möglichst nicht allzu sich persönlich damit identifizierend verkriechen sollte. „Nicht persönlich nehmen“, das lernt man an der Uni. Dass dies vor allem Theorie ist, die in der Praxis allzu oft jovial übergangen wird, mag beklagt werden. Trotzdem ist die direkte Auseinandersetzung und der Austausch von Argumenten eine sehr fruchtbare Methode des Erkenntnisgewinns. Dass dieser Austausch nicht immer in Freiheit stattfindet, sondern in Abhängigkeiten verstrickt ist, erzeugt Wut und persönlichen Widerspruch.

Dienstag, 20. März 2018

Milliardenspiel


Dass der Flughafen BER am besten abgerissen werden solle, zu dieser These hat sich jetzt offenbar ein hochrangiger Lufthansa-Mitarbeiter hinreißen lassen. Naturgemäß musste er schnellstens zurückrudern und alles dementieren: es sei ja so nicht gemeint gewesen, hieß es von seiten der Presseabteilung. Der Mann habe nur überspitzen wollen, um deutlich zu machen, wie groß die Probleme bei BER seien. An die dauernden Kostensteigerungen bei diesem teuren Comedy-Stück scheint sich der Steuerzahler ja ohnehin schon gewöhnt zu haben. Das Maß des Staatsversagens ist inzwischen nur noch peinlich.
Dass ein ehemaliger Bahnchef zu seiner Entlassung für ein paar Tage Arbeit die nette Abfindung von weit über zwei Millionen Euro erhalten haben soll, war auch jetzt zu erfahren. Und dass sich die Kosten für das Großprojekt „Stuttgart 21“ erhöhen, das sich sowieso um etliche Jahre verzögern könnte und insofern schon weit entfernt von 21 (im Gespräch ist derzeit das Jahr 2024) ist, ist ein fast schon wöchentlich sich wiederholender Running Gag. Was diese drei Dinge miteinander zu tun haben? Nun, es scheint bei diesen drei Großdesastern für die jeweiligen Entscheider (wer ist das eigentlich?) jeder Bezug zur Realität verloren gegangen zu sein. Immerhin handelt sich bei den jeweiligen Projekten um Fehlplanungen im Milliardenbereich. So soll etwa „Stuttgart 21“ nach neuesten Erwägungen (von „Planungen“ redet niemand mehr...) bis zu 10 Milliarden Euro kosten (gegenwärtige Schätzung: 7,6 Milliarden). Es wäre alles schlichtweg nur peinlich, wenn es sich dabei nicht um Steuergeld handeln würde, - wobei es sich dabei ja nur um „Zuschüsse“ handelt, weil das Projekt vom Bundesrechnungshof als „privat“ eingestuft werden musste, - wobei einschlägige Prüfungen schwierig sein sollen. Da aber die Bahn die hohen Mehrkosten ganz und gar nicht übernehmen will, hat sie Klage eingereicht gegen das Land und die Stadt Stuttgart. Offensichtlich ist nämlich, dass mehr als die Hälfte von „Stuttgart 21“ nicht finanziert ist. Gefahr: Mittel, die an anderer Stelle dringend gebraucht würden, könnten für die Fertigstellung von „S 21“ zweckentfremdet werden. Mal sehen, was dabei heraus kommen kann. Jedenfalls scheint das mit der Transparenz auch in diesem Zusammenhang so eine Sache.
Nach neuesten Erwägungen erhebt sich ohnehin die Frage, ob man überhaupt weiter bauen solle, oder ob eine Einstellung selbst zum derzeitigen Zeitpunkt nicht doch billiger käme. Hm. Gigantische Fehlleistungen im Milliardenbereich, für die offenbar niemand so recht verantwortlich zeichnet. All das in einem Land, „in dem wir gut und gerne Leben“, wie eine der jüngst propagierten Parteiparolen verspricht. Nun ja, eigentlich spricht dies ja alles für sich selbst.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Für ein Land.....

Ich wundere mich, dass hier alles so gut zu gehen scheint, angesichts all dieser gescheiterten Großprojekte wie etwa der „Großflughafen“ BER (ein „Running Gaga“ in allen Kabarettprogrammen...), wie etwa der Bahnhof Stuttgart 2, der es mit seinen ökologischen Risiken und ständigen finanziellen Kostensteigerungen ja auch zu mindestens europaweiter Bekanntheit geschafft hat, dazu dieser Dieselskandal, der samt seinen kartellrechtlichen und rechtlichen Auswirkungen die Industriepolitik dieses Landes äußerst ungünstig überstrahlt, die kostenexplodierte Elbphilharmonie samt dem Radikalversagen beim als eine Art Kindergeburtstag abgehaltenen „Gipfeltreffen“ G20, denen vollmundige Versprechungen eines Oberbürgermeisters vorausgegangen waren, dem eine Zukunft nachgesagt wurde, nach all den Vernebelungen im Falle eines Anis Amri, die sehr peinlich von fehlenden Empathiebezeigungen der Mächtigen begleitet wurde, die katastrophale Inbetriebnahme der „neuen“ ICE-Strecke von Berlin nach München, deren Züge bis heute oft verspätet sind, die Feststellung der OECD, dass Deutschland in seine Bildung im Vergleich der Industriestaaten „unterdurchschnittlich“ investiere, die Tatsache, dass sich die wichtigsten Potentaten dieses Landes von einem türkischen Staatschef nach Belieben mit Nazi-Vergleichen beleidigen lassen...usw. Oberwichtige Leute aus der Politik aber wollen sich das Land „nicht schlechtreden lassen“ und gehen gerne in die nächste, monatelange Sondierung. Mit all den Mächtigen teilen sie den von der Merkel-CDU im Wahlkrampf eingesetzten Wahlspruch „für ein Land, in dem wir gut und gerne leben.......“  

Montag, 28. August 2017

Agenda-Politik und politische Eliten

Die Arbeitslosigkeit hat sich durch die deutschen Hartz-Reformen halbiert, so behauptet das politische Spitzenpersonal und die selbsternannte Elite dieser Gesellschaft immer wieder, - gerade jetzt im Wahlkampf. Es scheint regelrecht zu einer „überall“ akzeptierten Phrase geworden zu sein, die sogar anderen Nationen zur Nachahmung empfohlen wird. Die Arbeitslosigkeit sei halbiert, so heißt es gerne. Toller Erfolg also. Aber stimmt das überhaupt? In Wirklichkeit scheint das Ergebnis immerhin umstritten zu sein. Es setze nämlich die Wahl der falschen Vergleichsjahre voraus, so hat jüngst ein TV-Beitrag (in "Monitor")  zusammen mit einem „Wirtschaftsweisen“ (Bofinger) argumentiert. Statt 2005 wäre 2001 das richtige Vergleichsjahr. Es werde allzu gerne ein Rezessionsjahr wie 2005 mit einem Boomjahr wie 2016 verglichen (Man könnte auch die Boomjahr-Parameter heranziehen: Westdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 2,0 Mio, 2016: 2,0 Mio., Ostdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 1,5 Mio, 2016: 0,7 Mio). Das günstige Ergebnis für Ostdeutschland habe weniger mit den „Agenda“-Reformen zu tun, als vielmehr damit, dass die negativen Folgen des „Anschlusses“ allmählich ausgelaufen sind (der sogenannte „Solidaritätszuschlag" besteht ja immer noch und wird vom Staat unter Zustimmung und sogar dem heftigen Betreiben der an der Regierung beteiligten SPD gerne eingesackt!!!). Zudem seien die Menschen, so der Beitrag weiter, die als Folge der „Wiedervereinigung“ arbeitslos geworden sind, langsam aber sicher aus dem Erwerbsleben ausgeschieden.
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...). 

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Beobachtungen zum Heraufdämmern eines Populismus (3)

Jetzt wird gut und gerne und überall der sogenannte „Populismus“ kritisiert. Von allen Wohlmeinenden. Ist ja gut!, so möchte man zusprechen. Die Nähe zum Volk hätten diese Populisten sich alle fälschlicherweise zum Banner erwählt, so heißt es. Egal ob sie Trump, Le Pen, Petry oder Grillo hießen oder ob sie gar den Brexit bewerkstelligt hätten, diese Schlingel. Allein, es erhebt sich die Frage, wieso ausgerechnet dies offenbar so gut funktioniert hat. Ob es gar auf diesem Gebiet faktische Defizite gab? Ob das das „dumme Wahlvolk“ gespürt hat? Dass es dumm ist, wurde ihm in letzter Zeit auch von hervorragend wohlbestallten Politikwissenschaftlern attestiert. Auch seien „Populisten“ die großen Vereinfacher, die postfaktischen Idioten. Was heißt es eigentlich, sich an die Fakten zu halten? Wer kann eigentlich unterscheiden, wie und wo solche Fakten manipuliert sind? Wie sie in welchem Zusammenhang erwähnt, vermittelt und aufgeführt werden? Ist nicht eine ganze Industrie der Interessenvertreter und Sprachmanipulierer damit beschäftigt und lebt allzu gut damit? Welche Rolle Fakten spielen sollen setzt eigentlich voraus, dass jeder an solche Fakten herankommen kann. Im Dschungel des Internet? In dem das Faktische ohnehin schwer identifizierbar ist? Wer sich für das Faktische einsetzt, müsste sich eigentlich für die „seriösen“ Medien einsetzen. Im Idealfall könnten sie noch eine Trennlinie ziehen und unterscheiden. Was aber ist, wenn ihre „Agenten“, also ihre Handelnden auch (und manchmal auch sehr unbewusst) von einer bestimmten Weltsicht geprägt sind, wenn sie glauben, dies quasimissionarisch unter die Leute bringen müssen? Egal, ihre besten Vertreter gehen ätzend dazwischen, klären und decken auf und scheren sich einen Dreck um die stets „besorgten“ Interessenvertreter. Aber was sollen diese öden Aklamationsparteitage und dieses unwürdige Postengeschachere, dessen sich die politische Klasse samt ihrer Lakaien in ihrem Unterwerfungswahn so gerne bedient? Elbphilharmonie 700 oder 800 Millionen? Egal, macht auch nicht viel aus! Stuttgart 21? Bis jetzt noch gar nicht so richtig abzuschätzen? Vielleicht 10 Milliarden, vielleicht auch nicht....Gang vor den Kadi gar? All das war sehr gut abzuschätzen, es sprach eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass es unberechenbar sei. Ob es wohl deshalb vergleichsweise harte Polizeiaktionen mit Augen- und sonstigen Verletzungen gesetzt hat? Was für ein Postfaktizismus dies wohl ist? .....Ob dies alles und noch viel mehr nicht auch zu einem Klima beiträgt, in dem dieser elende „Populismus“ floriert? Gibt es einen Nährboden, eine Grundlage dafür? Müsste man sich nicht darum auch Gedanken machen? 

Samstag, 19. November 2016

Beobachtungen zum Heraufdämmern eines Populismus (2)

Was mich an den „Eliten“ und „Entscheidern“ in diesem Staat stört? Ich soll endlich konkret werden? Nur ein paar Beispiele seien genannt, der Alltag sei dabei einbezogen: Die Arroganz von staatlichen Behörden, deren Trägheit aber mit entsprechenden Zuwendungen an die richtige Partei durchaus leicht behoben werden kann. Die vielen Projektentwickler und „Berater“, die sich der Staat angelacht hat und denen er schon aus Vertrauen in die freie Marktwirtschaft (als offiziell ausgegebene Idiologie) glauben will. Die vielen Beamten, die offiziell derselben Beratungsfunktion nachgehen, sehen wohl weitgehend unbeschäftigt dabei zu. Die Verkehrsbehörden, die es darauf abgesehen haben, möglichst viel Geld per Bußgelder zu kassieren, die dafür regelrechte Fangschaltungen (leider kaum vor Kindergärten oder Schulen) installieren, und die auf Kosten ihrer Bürger damit ihren öffentlichen Haushalten nachhelfen wollen. Die schamlose Unverblümtheit, mit der Lobbyisten aller Couleur mittlerweile auf Abgeordnete oft sogar finanziell unterfütterten Einfluss ausüben. Wie sie an Gesetzen nicht nur mitschreiben, sondern wie sie sie selbst verfassen und nur noch „absegnen“ lassen. Ein gewisses Maß dessen sei toleriert, darüber scheinen wir inzwischen aber weit hinaus zu sein. Schleichend unbemerkt und langsam in Gehirne einsickernd scheint sich hier etwas verändert zu haben, was Grenzen überschritten hat und nicht mehr mit Akzeptanz rechnen kann. Mich stört, wie der Staat mit den Pensionen seiner mittleren und Spitzenbeamten umgeht: ihre nach gelegentlich extrem kurzer „Dienstzeit“ kassierten Pensionen übersteigen die durchschnittlichen Rentenbezüge um ein Vielfaches, eröffnen exklusive Lebensperspektiven. Die Verschwendung in den öffentlichen Haushalten (ein Blick in das „Schwarzbuch“ genügt als Beleg), während gleichzeitig der sogenannte „Sparzwang“ Kommunen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Altenpflege, Gesundheitsversorgung oder Schwimmbäder geiselt. Das unwürdige und von den Medien gierig verfolgte Geschachere zwischen Bund, Länder und Gemeinden, die sich gleichzeitig und letztenendes ja doch wohl aus dem selben Topf bedienen. Von den öffentlichen Medien beglaubigt und bekräftigt, scheint solches Geschachere inzwischen Hauptbeschäftigung gewisser Organe und Gremien zu sein. Zusätzliche EU-Gelder wirken oft verschärfend. Der Einfluss der Lobby scheint hier auch beständig größer geworden zu sein, der ehemalige Kommissionschef Barroso wechselt ohne jede Scham nach seinem „Abtritt“ als Kommissionsboss zur amerikanischen Großbank Goldman Sachs, von der unter anderem der EZB-Boss Draghi ja sowieso gekommen ist. Das Beiseiteschaffen von Geldern der Mächtigen und Reichen in Steueroasen, gegen die jedenfalls öffentlich sichtbar oder wirksam kaum vorgegangen wird. Erinnert sich noch jemand an die „Panama Papers“? In Jahresrückblicken wird es noch einmal auftauchen. Danach wird das Thema nach ausgelebter Empörung und Wut erst mal untergehen. Die Aufmerksamkeitsspanne reicht nicht aus und wird geflutet. Welche Namen dabei wohl eine Rolle spielten? Schon vergessen. Das völlig ungenierte Protegieren der Automobilwirtschaft, deren Verbrauchs- oder Abgaswerte geschönt oder von vornherein verschwiegen werden. Dass offenbar solche Vorgänge von öffentlichen Stellen und Funktionsträgern völlig schamlos und mit dem ständig vorgebrachten Arbeitsplatzargument gedeckt werden. Das „Gesundheitsargument“ scheint dabei keine Rolle zu spielen. Interwiews oder überhaupt: jegliches öffentliches Informationsbegehren, das nicht gelent ist, geformt, in Bahnen geleitet,  wird schamlos blockiert. Wachstum um jeden Preis scheint die ausgegebene Doktrin. Das Primat des Ökonomischen, und sei es noch so sinnlos, scheint das herrschende Dogma zu sein, das alles andere gnadenlos und unbarmherzig verdrängt. Den jeweils Anderen mit allen Mitteln übers Ohr zu hauen, diese Maxime schafft ein ganz bestimmtes soziales Klima, das nicht nur mir nicht behagt. 

Donnerstag, 17. November 2016

Beobachtungen zum Heraufdämmern eines Populismus

Ich stehe an der Seitenauslinie und beobachte eine Entwicklung: Ganze Gegenden und Regionen werden abgehängt, Krankenhäuser, Banken, Gerichte, Arztstandorte werden geschlossen, Verwaltungseinheiten „rationalisiert“ und neu organisiert oder „gestrafft“. Es wird sich neu aufgestellt nach Kriterien, die keiner erklärt. Die Wirtschaft macht Profit, wie vom System vorgesehen und politisch gewollt. Sie spielt mit und übt (ihren) Einfluss aus. Betriebe, Firmen, Unternehmen, Konzerne. Behörden geben sich arrogant, fahren Doktortitel und Professoren auf, sie verfügen, beschließen, setzen durch, entscheiden einsame Beschlüsse, schieben Sachzwänge vor, sehen die Verantwortung bei anderen, verschanzen sich hinter juristischen Phrasen, die niemand versteht. Die Infrastruktur gewisser (vor allem ländlicher) Gebiete verfällt aber während dieser Zeit regelrecht,....
Ministerpräsidenten und politische Entscheidungsträger fahren mit riesigem Gefolge, mit Referenten, Sprecher, Polizei und Sicherheitsleuten in Kolonnen riesiger Limousinen vor und vorbei und vorüber, machen Termine zu Gesprächen aus, die sie sodann nicht einhalten. Sie blocken ab, beschwichtigen, wiegeln ab, nutzen die Lage (aus), versuchen, Stimmen zu gewinnen, Bürgerinitiativen zu beschwichtigen, sie demonstrieren Bürgernähe und „Stallgeruch“, sie stellen das dar, sie simulieren, sie lächeln in Kameras und geben Statements ab, sie sind bei „Events“ dabei, lassen sich Unterschriftenlisten unterbreiten oder vorlegen, sie schütteln Hände, lassen sich erklären, hören professionell zu und  „fischen ab“. Fahren wieder ab in Richtung ihrer Festungen, die sie vor allem Berlin und der nächsthöheren Hierarchiestufe zu erklären haben. Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen sich gemein, sind dabei, geben sich demokratisch und volksnah und – können offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationsebenen ist halt nicht ganz gewährleistet. Die Strukturen der scheinbaren „Alternativlosigkeit“ und der Sachzwänge sind scheinbar stärker. Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit verliehen ist, waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert Wut und Resignation.Abstände zwischen Lebenswelten werden größer. Anliegen werden zeredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten, mit lakaienhaft funktionierenden Untergeben des Apparats, der in sich aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter und pensionsgestützter Ignoranz ab. Die Verbindung der Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Vertreter von Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ sind hilflos. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage mit allerlei populistischen Methoden, sind dabei, sind anwesend, wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie für ihre Ansichten aus. Sie setzen sich für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“ und scheinen sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei. Sie formulieren in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah heimatverbunden und gießen daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen, Einfluss und Macht daraus. So breitet sich Populismus aus. 

Sonntag, 13. November 2016

Fernsehdiskussionen

Ich wachte nachts auf, konnte nicht einschlafen. Lesen? Nein, zu müde.... Also eine TV-Sendung ansehen, die ich aufgezeichnet hatte. Ich wählte „Anne Will“ vom vorvergangenen Sonntag, eine Sendung, die sich offenbar mit der Zukunft unserer digitalen Welt befassen wollte. Da saßen die Lobbyisten und Propagandisten dieser digitalen Welt, tauschten Ansichten aus und waren sich sogar mit der frisch gebackenen SPD-Landesvorsitzenden einig: die digitale Welt wird kommen, egal, was sich tue. Arbeitswelt 4.0. olé! Wie ein Schicksal, wie eine Verdammnis wird sie über uns kommen. Es gilt nur, die sozialen Auswirkungen halbwegs abzumildern, sich anzupassen mit allem, was uns gerade noch so möglich ist. Dies (und nur dies!) sei der Fortschritt, so die Botschaft. An der Seite des Halbkreises saß Manfred Spitzer, jener Gehirnforscher aus Ulm, der es gelegentlich wagt, die Stimme gegen solche scheinbaren Zwangsläufigkeiten zu erheben und von der Gehirnforschung aus zu argumentieren. In der Mitte, wie immer, eine scheinbar souverän grinsende und selbstgefällig selbstzufriedene Moderatorin, die versuchte, das Gespräch in ihrem Sinne zu lenken. Alleine schon das gab einen Einblick in den TV-journalistischen Alltag: es gilt Kompetenz darzustellen, auch wenn sie gar nicht da ist. Was zählt, ist der Eindruck von Weltläufigkeit und einem Überblickertum, das "gewöhnlichen" Menschen weit überlegen ist. Von diesem Standpunkt aus gilt es, die richtigen Akzente zu setzen, Allgemeinverständlichkeiten herzustellen und ein Thema zu verfolgen, andere Menschen und Ansichten in die richtige Richtung zu lenken (was meist heißt, ihnen ins Wort zu fallen...). Die auf mich selbstgefällig wirkende Art, in der diese Dame regelmäßig agiert, ist mir schon oft etwas unangenehm aufgefallen. Aber soll's, solange die Quoten stimmen? So etwas werden die durch GEZ-Gebühren abgesicherten ARD-Hierarchen wohl gedacht haben. Nach einer durchaus längeren Zeit, in der Spitzer nicht zu Wort gekommen war (ob das die feine Art der Gesprächsführung ist?), verschaffte der sich selbst das Wort und warf seinem Gegenüber unter anderem „Ahnungslosigkeit“ vor. Dies wollte der nicht auf sich sitzen lassen und warf Spitzer nun wieder überlegen grinsend „schlechte Manieren“ vor, worauf ihm der FDP-Vorsitzende lässig assistierte. Anschließend wurde in einer seltenen Einigkeit über Spitzer hergefallen, die diesen sichtlich erboste. Was hier aufeinander prallte, waren Vertreter verschiedener Weltsichten, die sich gegenseitig Ignoranz vorwarfen, weil sie sich keinen Schritt weit auf jemanden anderen einlassen konnten oder wollten. Dies ist in Talkshows so üblich und nichts Erwähnenswertes. In diesem Falle war es der nach meiner Einschätzung aber völlig inkompetenten Gesprächsführung geschuldet, die von vornherein und gut erkennbar eine bestimmte Meinung darstellen lassen wollte, während sie andere Ansichten für abseitig hielt. Ob nun Spitzer recht oder unrecht hat, ob er gute oder schlechte Manieren ausstrahlte, mag dahingestellt sein. Ihn aber über dermaßen lange Zeit mehr oder weniger ruhig zu stellen und nicht zu Wort kommen zu lassen, entspricht meiner Meinung nach nicht einer kompetenten Gesprächsführung und verrät einen Mangel an Empathie, der beachtlich ist. Wie es auch laufen kann, zeigte der Auftritt einer vollverschleierten Dame in der darauf folgenden Woche, die sich so ausführlich so artikulieren konnte, dass dies anschließend ein sehr beachtliches öffentliches Echo fand. Dies mag wohl der Hauptzweck dieses Auftritts gewesen sein und mag die Will-Redaktion genauso wie die durch die Schleier-Dame vertretenen Kräfte befriedigt haben. Die Hauptfrage aber ist doch: ist die sogenannte Digitalisierung etwas, was über einen wie ein Schicksal hereinbricht, - oder ist es erlaubt, die eine oder andere kritische Frage dazu zu stellen, die eine oder andere Einwendung dazu zu haben? 

Freitag, 14. Oktober 2016

Spezialisten

Man muss sein Potential entwickeln und abrufen... das ist der Glaubenssatz dieser Gesellschaft. Ich hingegen lasse mich in der Abfolge der notwendigen Tätigkeiten treiben, betäube mich, denke daran und tue gleichzeitig etwas, funktioniere in meinem Nichtstun, kriege noch etwas von der Realität mit:....der flotte, aber ach so „kantige“ Steinbrück (der sich nie verbiegen lässt....wer glaubt denn das? Was macht eigentlich die frohsinnige Ulla Schmidt? Auch als "Beraterin angeheuert? Kein Wunder saufen die Spezialdemokraten als Partei ab...) hingegen heuert in der guten Tradition der Spezialdemokraten bei ING-Diba an. Als Berater, Ratgeber, Guter Geist der Vorstandsetage. Als guter Name mit tausend Beziehungen. Selbstverständlich sieht er keinen Interessenkonflikt: sein Ministeramt sei ja schon 7 Jahre her, so wird von oben beschieden. das lausige Abgeordnetenmandat, nun ja, er hat sich unlängst mit einer Rede im Parlament davon verabschiedet, ist ja eh nicht der Rede wert. Na, und der Chancellier Schröder hat's bei Gazprom/Nordstream ohnehin schon schlimmer gebracht, da gab's keine größere Schamfrist.  Nicht schlecht war auch die Kurve, die der Wirtschaftsspezi Wolfgang Clement gefahren hat..... Und der Grünen-Fischer, der Joschka, soll jetzt Siemens und BMW beraten, so ist zu hören. Ob das stimmt? Wer will, kann noch viele weitere Beispiele finden. 

Dienstag, 30. August 2016

Besserwisser

Mir fallen sie immer mehr auf, ja, sie stoßen mir sogar herb auf: die in den Medien auftretenden Stars der engagiert vertretenen Meinung, die professionellen Besserwisser, Klugscheißer, akademisch wohlbestallten Vorleser und die Bestsellerautoren, die uns wortreich und akademisch gesiegelt erzählen, was alles falsch sei und was die Gesellschaft samt ihrer Industrie mit uns treibe. Dabei sind dies die smarten jungen Jungs, die kampfkostümtragenden Damen und die alten Rauschebärte, die uns etwas von Konsumverzicht, Klimawandel etc. erzählen und es sich anschließend im 8Zylinder bequem machen, wo sie das Mobiltelefon der Luxusmarke sich ans Ohr halten, um den nächsten Termin etwas nach hinten zu verlegen und das Gourmetessen in der sternbewehrt feinen Fresskaschemme schon mal vorbestellen. Gewiss, es ist eine Spielart der Trennung von Sach- und Personenebene. Sie mögen in so mancher Sache durchweg recht haben. Und ich bin auf der von ihnen vertretenen Seite. Das ist die Sachebene. Doch persönlich habe ich keinerlei Respekt vor solchen Personen, deren Theorien nicht mal dazu gut sind, der eigenen Person etwas für die Existenz an die Hand zu geben. Ihre Bücher sind für die, denen es etwas bringen würde, in dieser gescholtenen Gesellschaft keinen Cent günstiger als die gescholtene Konsumware. Sie werfen sie auch in unübersichtlicher Anzahl auf den Markt, um ja im Gespräch zu bleiben und den sich daran knüpfenden Umsatz zu machen. Darin sind sie den von ihnen so hingebungsvoll kritisierten Politikern oft nicht ganz nicht unähnlich, die ja so gerne Wasser predigt, um umso unverhohlener Wein zu trinken, den sie mit bei der einschlägigen Industrie bestellten Luxusschreibstiften bestellt hat. 

Donnerstag, 25. Februar 2016

Parlamentarische Gepflogenheiten

Hat jemand neulich die Diskussion im Bundestag über Flüchtlingspolitik verfolgt? Es saßen tatsächlich nur gelangweilte Staatssekretäre auf den Regierungsbänken herum, - sämtliche Minister samt der Bundeskanzlerin glänzten durch Abwesenheit. Mir scheint: so geht das nicht! Gar nicht. Ein solches Verhalten spricht Bände darüber, welche Wichtigkeit einer solchen Diskussion zugemessen wird. So etwas bedeutet darüber hinaus eine krasse Missachtung des Parlaments und der Volksvertretung. Die Opposition führte auf diese Weise Monologe. Sehen so parlamentarische Grundwerte aus? Ich bin schockiert. Dass Kipping am Montag in einer TV-Talkshow den Vorschlag eines Sozialmoratoriums machte, was also ein Versprechen der Regierung bedeuten würde, dass etwa die Renten nicht sinken und beispielsweise die Krankenkassenbeiträge nicht steigen würden und so ein Stimmungsumschwung herbei geführt werden könnte, - ging vollkommen im allgemeinen Gelaber unter. Oder sollte es untergehen? Oder sollte es einfach deshalb nichts bedeuten, weil die Vorsitzende der Linken diesen Vorschlag vorgebracht hatte? So manchem fällt das schon auf. Die selbsterklärten „Eliten“ scheinen sich auch in wichtigen Fragen noch immer arrogant zu geben. Ob das zur allgemeinen Gesprächskultur unter Demokraten beiträgt?