Reise durch Wirklichkeiten

Donnerstag, 31. August 2023

Mein Blog

Meine Blogs wollen der Schirm, der Screen und, der Radar der Information sein, die uns zunehmend in verschiedenen Formen umschwirrt und sich uns aufdrängt. Dieser Schirm funktioniert wie mein Gehirn: Überprüfung und journalistische Verifizierung ist dabei allzu oft nicht möglich. Außerdem versuche ich, bestimmte Themen zu vermeiden: einfach, weil ich mich in ihnen unsicher fühle. Zudem vermeide ich möglichst Namen, weil ich die juristische Folgen fürchte. In allem sind wir ausgeliefert, sind auf das Gebotene angewiesen, suchen uns heraus, wählen etwas, deuten es nach unseren Möglichkeiten. Wie etwas wirklich ist?: Wer weiß? Es kommt auf die Perspektive an. Ich versuche nach Möglichkeit zu vermeiden: das Einzelne, Konkrete, weil so etwas sofortige rechtliche Schritte gegen mich nach sich ziehen würde. Weil mir dies oft auch unwichtig und als unnötige Aufwertung des Aktuellen auf Kosten des Allgemeinen erscheint. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine (subjektiven) Erfahrungen und Erlebnisse sind dabei unbedingte Ausgangsposition, - meistens nicht an dem Zeitgeist oder dem Aktuellen orientiert, - die ich in eine möglichst kompakte Form ohne Wahrheitsanspruch bringen will. Der genuine Journalismus praktiziert etwas anderes, das sich deutlich davon unterscheidet, was ich hier vorführen will. My blogs want to be the umbrella, the screen and the radar of the information that is increasingly buzzing around us in various forms and is being forced upon us. This screen works like my brain: checking and journalistic verification is all too often not possible. Also, I try to avoid certain topics: simply because I feel insecure about them. I also avoid names as much as possible because I fear the legal consequences. We are at the mercy of everything, relying on what is offered, looking out, choosing something, interpreting it according to our possibilities. How something really is?: Who knows? It depends on the perspective. I try to avoid as far as possible: the individual, concrete, because something like that would result in immediate legal action against me. Because this often seems unimportant to me and an unnecessary upgrading of the current at the expense of the general. My thoughts, my feelings, my (subjective) experiences are an absolute starting point - usually not oriented to the spirit of the times or the current situation - which I want to bring into a form that is as compact as possible without claiming to be true. Genuine journalism practices something different, which is quite different from what I want to present here.

Mittwoch, 30. August 2023

Never end the Moment (MP3)

Dienstag, 29. August 2023

Sich herstellen

Du würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein holen, was du schon einmal gelebt hast. Deshalb bist du so oft zu deinem Geburtsort gefahren. Deine Kindheit in dich herein holen. Eine ganze Persönlichkeit werden. Eine komplettere. Durch dich selbst. Trinkst in letzter Zeit zu viel. Ruinierst dich. Ob du das anderen Menschen abgeschaut hast? Der Rausch als Flucht? Vor dir selbst? Als Übersteigerungen dessen, was du gerne fühlen würdest? Die Vorlage trägt nur kurz und bricht dann heftig in sich ein. Es gibt kein Entkommen. Du wiederholst dich, spulst dein Leben intensiver ab. Denkst an das Ende und die Versorgung. Wirst dazu gezwungen, wie zu so vielem. Du hast immer versucht, solche Zwänge zu integrieren und doch integer zu bleiben. Geht das? Schleichend korrumpiert es dich, so dass du es nicht merkst.... You would like to stop time, capture it. Bring into you what you have lived before. That's why you drove so often to your birthplace. Bring your childhood into you. become a whole personality. A more complete. By yourself. Been drinking too much lately. ruin yourself Did you copy that from other people? The intoxication as an escape? in front of yourself? As exaggerations of what you'd like to feel? The template only lasts for a short time and then collapses violently. There is no escape. You repeat yourself, unwind your life more intensely. Think of the end and the supply. You're forced to do it, like so many things. You have always tried to integrate such constraints and still remain with integrity. Is that possible? Insidiously, it corrupts you so you don't realize it...

VorSitzender

Ob sich im sogenannten „Populismus“ auch Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, Eliten und Intellektuellen ausdrückt, welche durch Netze aus Beziehungen und Abhängigkeiten in ihren jeweiligen Parteien bewehrt und mit der Arroganz der Macht ausgestattet vor allem den eigenen Vorteil im Blickfeld haben und nach dem Motto „Hilfst du mir auf diesem Themenfeld so helfe ich dir auf dem anderen Themenfeld“ viel zu oft faule Kompromisse (Kompromisse sollten das Wesen der Demokratie ausmachen) schließen? Kann so etwas verboten sein? Darf so etwas benannt werden oder muss es dem Bannstrahl des Korrekten zum Opfer fallen? Ob im Schoß der meisten Leute hierzulande immer noch ein Gespenst haust, das allen Aufklärungsmethoden getrotzt hat und sich mit seinem latenten Hang zur Gewalt nahe am Faschismus bewegt? Hinzu kommt die Anziehungskraft der vermeintlich simplen Lösungen, die eine ganze Nation zurück in bessere Verhältnisse beamen soll? Jüngst konnte ich am TV interessiert verfolgen, wie selbst ein Parteivorsitzender vom im deutschen Volk verdienten Durchschnittslohn sowie der Zahl der Insolvenzen keine Ahnung hatte. Auch sah sich ein Minister der aktuellen Regierung, der „von oben herab“ den Bau von LNG-Terminals als „notwendig“ verfügt und der zuvor in der umfragegestützten Beliebtheitsskala von ganz vorne nach ganz hinten durchgereicht worden war, offenbar durch breite Massen der Bevölkerung in seiner Politik bestätigt und sogar belobigt. Ob solche Gegebenheiten zur allgemeinen Politikverdrossenheit und einem Aufkommen des Faschismus beitragen?

Montag, 28. August 2023

Subjektive Empirie

Es geht darum, was man erkennt. Wenigstens für sich. Je älter man wird, desto mehr traut man seiner empirischen Erfahrung. Klar, man weiß, dass das nur eine winzig kleine Stichprobe ist, die möglicherweise begrenzten Aussagewert über das Ganze hat. Und doch wächst man in etwas hinein, dem man vielleicht aus gutem Grund misstraut, das aber einen zunehmenden Wert für einen selbst hat. Man hat schlichtweg dermaßen viele Erfahrungen angesammelt, dass man sich traut, das in den eigenen Erkenntnisprozess mit einzubeziehen. Man schaut damit anders in die Welt hinaus als in der Zeit, als man noch viel jünger war. Rein kognitiv. Natürlich ist man sich klaren darüber, dass die eigene soziale Herkunft die Wahrnehmung der Welt geprägt hat, dass die soziale Gruppe, in der man sich bewegt hat, zusammen mit den damit verknüpften Erfahrungen, uns stark geprägt hat: einer der Gründe, wieso man der eigenen Erfahrung jahrelang misstraut hat. Außerdem provozieren Eigenschaften von Menschen gewisse Erfahrungen, die dann wieder vom jeweiligen Menschen gerne verallgemeinert werden und seine Voreinstellungen bestätigen. Informationen im Einklang mit den eigenen Grundeinstellungen zu verarbeiten und gleichzeitig Gegenargumente auszublenden, entspricht vielleicht einem Grundbedürfnis und mag ein grundsätzliches kognitives Grundprinzip kennzeichnen. Dabei geht es wohl nicht nur am Rande um die Reduzierung von Komplexität. It's about what you see. At least for yourself. The older you get, the more you trust your empirical experience. Sure, you know that this is just a tiny sample that may have limited value for the whole. And yet you grow into something that you may distrust for good reason, but which has increasing value to you. You have simply accumulated so much experience that you dare to include it in your own process of knowledge. You look at the world differently than you did when you were much younger. purely cognitive. Of course, one is aware that one's own social background has shaped the perception of the world, that the social group in which one has moved, together with the experiences associated with it, has strongly shaped us: one of the reasons why one distrusted his own experience for years. In addition, characteristics of people provoke certain experiences, which are then happily generalized by the respective person and confirm his or her preconceptions. Processing information in accordance with one's own basic attitudes and at the same time ignoring counter-arguments may correspond to a basic need and may characterize a basic cognitive principle. It's probably not just about reducing complexity.

Sonntag, 27. August 2023

Korruption

Ich frage mich, wieso Politiker immer so empfänglich für Korruption sind. Ist's die Machtfülle? Sind die Übergänge dermaßen fließend geworden? Das Phänomen ist wissenschaftlich oft untersucht worden. Mit keinerlei Folgen in der Praxis. Wer sägt solche Politikerie ab? Ein sogenannter Vize, einer, der sich schon längst und immer schon Hoffnungen auf die Nachfolge gemacht hat, einer, der wie einst Brutus ans eigene Fortkommen denken will? Nun gilt es für solche PolitikerInnen, Schätze zu plündern, Steuern raus zu hauen, zum Wohle der Lobbyisten zu handeln und - das Wichtigste! - zum Wohle des eigenen Egos samt Geldbeutels. Wieso kommen in gewissen Ländern die Mittel zur Absicherung gegen Katastrophen nicht bei den Bedürftigen an? Bund, Provinz, Land, Region und Städte scheinen sich als Verwaltungseinheiten ohnehin nicht grün zu sein. Es scheinen da auch noch ein paar andere, auch kriminelle Kräfte mitzumischen. Sie sorgen wohl für die „Lenkung“ des Geldstroms, - zum eigenen Nutzen und Frommen. Wieso müssen alle Abgeordneten des deutschen Bundestags Luxus-Schreibgeräte einer bestimmten Marke ordern, - oft in großer Stückzahl? Wieso kommt so etwas angelegentlich und nur auf Druck heraus? Maskenverkauf etc., die Liste ist lang. Was ist das Gegenmittel? Erhöhung der Pauschalen zum Zwecke der Ablenkung von Korruptionsverdacht? Wieso haben immer noch so viele Lobbyisten freien Zugang zu den Entscheidern, ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon erfährt? Ob so etwas zur Politikverdrossenheit, zum schlechten Image der Abgeordneten oder zum Gedeihen von rechten „Protestparteien“ beiträgt? Zur immer größer werdenden Distanz zwischen denen, die das Parlament darstellen und denen, die sie vertreten sollen und die eigentlich ihre „Chefs“ sind? Natürlich ließe sich die Korruptionsliste beliebig lange fortsetzen: Oligo X, OligoY (bloß keine realen Namen nennen!)… all die offensichtlichen Fälle, .. . who cares? I wonder why politicians are always so susceptible to corruption. Is it the power? Have the transitions become so fluid? The phenomenon has been scientifically studied many times. With no consequences in practice. Who saws off such politics? A so-called deputy, someone who has long and always had hopes for the successor, someone who, like Brutus once did, wants to think about his own advancement? Now it is up to such politicians to plunder treasures, cut taxes, act for the benefit of the lobbyists and - most importantly! - for the benefit of your own ego and wallet. Why is it that in certain countries the funds for protection against catastrophes do not reach those in need? Federal, province, state, region and cities do not seem to be green as administrative units anyway. There seem to be a few other forces involved, including criminal forces. They probably take care of the "guidance" of the flow of money - for their own benefit and piety. Why do all members of the German Bundestag have to order luxury writing implements from a certain brand - often in large numbers? Why does something like this come out casually and only under pressure? Mask sales etc., the list is long. What is the antidote? Increase in lump sums for the purpose of diverting suspicion of corruption? Why do so many lobbyists still have free access to decision-makers without the public finding out about it? Does something like this contribute to disenchantment with politics, the bad image of MPs or the thriving of right-wing “protest parties”? The ever-growing distance between those who represent Parliament and those who are supposed to represent them and who are actually their "bosses"? Of course, the list of corruption could be continued indefinitely: Oligo X, OligoY (just don't name real names!)... all the obvious cases, .. . who cares?

Samstag, 26. August 2023

Nach "Urlaub"

Wem Gott will die rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt; Dem will er seine Wunder weisen. In Berg und Wald und Strom und Feld (Eichendorff). Jetzt kommen sie zurück von ihrem Urlaub. Oder sie sind bereits zurück gekommen. Ob sie ihren Horizont erweitert haben beim Liegen am Strand? Sich aktivieren, sich bewegen? Dazu sollte man auf und davon? Reisen? Nun ja, auch das Klima-Thema kommt uns da dazwischen. Mir scheint es nicht mehr so naheliegend einfach zu sein, in irgendeinen Flieger zu steigen und fremde Horizonte anzusteuern. Flugscham, wo blieb und bleibt das? Für wen gilt sie? Henry Miller sagte: „Bleib hungrig nach Erfahrung, nach Wissen und Erkenntnis. Was das damit zu tun hat, sich vor den großen Touristentrophäenpunkten fotografieren zu lassen? Vor dem Eiffelturm, vor dem Zuckerhut, vor dem Capitol, dem Grand Canyon, vor Ankor-Watt und wie sie alle heißen.... Ob es einer gewissen Anstrengung bedarf, um dem Fremden näher zu kommen?

Donnerstag, 24. August 2023

Zeugnis

Ich stoße bei meiner Aufräumaktion auf Zeitungsausschnitte, die ich alle als irgendwie wertvoll für mich und mein Bild von der Welt betrachtet hatte. Ich habe sie aufbewahrt und dadurch durch die Zeitläufte hindurch indirekt einiges über meine Motivation damals erfahren, weiß jetzt, dass ich den falschen Leuten geglaubt habe, bin damals zu gerne ihrer Einschätzung, ihrem Wehen im Wind des Zeitgeists aufgesessen. Es geht jetzt um die soziale Durchlässigkeit, um die Möglichkeit des Auf- oder Abstiegs, das mich höchstens theoretisch bewegt hat, unter anderem in einem Studium. Es geht um das Wort „Unterschicht“, das wohl so ungern in den Mund genommen wurde und das heutzutage mit allerlei technokratischen Ausdrücken umschrieben wird. Es geht um oben und unten, drinnen und draußen. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt scheinen die „feinen Unterschiede“ gepriesen worden zu sein, in Veröffentlichungen, Analysen, Verlautbarungen. Es muss dies wohl einigermaßen direkt (heute würde man das als „disruptiv“ benennen) in eine Betrachtung des groben Unterschieds in Unten und Oben übergegangen sein, eine neue Betrachtung der sozialen Unterschiede, die die herabsetzende und verächtlich machende Bedeutung des Wortes ganz bewusst in Kauf nimmt und sie genauer betrachten will. Die Welt der Reichen und Superreichen, die InfluencInnen und Lamborghini-FahrerInnen, die uns mittlerweile täglich vorgeführt wird, war darin noch gar nicht vorgekommen und somit auch nicht aufgenommen. Eine „abgestumpfte Gleichförmigkeit“ treibe diese Unterschichtler an, mangelndes Bewusstsein dafür, was „das Leben“ einem bieten könne, wenn man nur wolle, so die Analyse. Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit könnten je nach Status und Position durch Bildung besser bewältigt werden. Es geht darum, an der Welt der Möglichkeiten teilzuhaben. Wie? Durch Bildung, - so hieß es. Wir glaubten das, irgendwie. „Selbständige Lebensführung“ und „Selbstoptimierung“ sind aber mittlerweile Werte, die deutlich mehr gefragt sind. Jeder sei seines Glückes Schmid, so heißt es heutzutage gerne den Neoliberalismus in seiner reinsten Form in sich aufnehmend. „American way of life“, gilt das noch? Vom Tellerwäscher zum Millionär? Ob das die Karotte ist, die dem Esel vor die Nase gehalten wird? Migration, Klima und „Wachstum“ sind inzwischen noch als oft umlaberte Problemherde dazu gekommen. Ob es noch eine „Zugehörigkeit für alle“ gibt? When I'm cleaning up, I come across newspaper clippings, all of which I considered valuable in some way for me and my view of the world. I kept them and through the course of time indirectly learned something about my motivation back then, now I know that I believed the wrong people, I was too happy to be taken in by their assessment, their blowing in the wind of the zeitgeist. It's now about social permeability, about the possibility of promotion or relegation, which only moved me theoretically, among other things in a course of study. It's about the word "lower class", which was probably so reluctantly used and which is nowadays described with all sorts of technocratic expressions. It's about up and down, inside and outside. Up to a point, the "subtle differences" seem to have been extolled, in publications, analyses, pronouncements. This must have passed fairly directly (today this would be called "disruptive") into a consideration of the gross difference between below and above, a new consideration of social differences that quite consciously accepts the derogatory and contemptuous meaning of the word takes and wants to take a closer look at them. The world of the rich and super-rich, the influencers and Lamborghini drivers, which is now being shown to us every day, had not yet appeared in it and was therefore not included. According to the analysis, a “jaded uniformity” drives these lower classes, a lack of awareness of what “life” can offer you if you really want to. Depending on one's status and position, life risks such as unemployment, old age and illness could be better managed through education. It's about being part of the world of possibilities. How? Through education, - so it was said. We kind of believed that. However, “independent living” and “self-optimization” are now values that are much more in demand. Everyone is lucky, that's what people like to say nowadays, absorbing neoliberalism in its purest form. "American way of life", is that still true? From rags to riches? Is that the carrot being held in front of the donkey's nose? Migration, climate and "growth" have now been added as trouble spots that are often talked about. Is there still a "belonging for all"?

Mittwoch, 23. August 2023

Was ist das?

Es gelingt mir immer noch nicht, das Gebaren verschiedener Politiker mit dem Spruch „so ist es halt“ zu akzeptieren. Zumindest will ich wissen, wer und was mich da bestimmt, wem da Gewalt übertragen wurde, wer sich als FunktionärIn des Staates ausgibt und sich dabei demokratisch legitimiert fühlt. Wenn es Meldungen gibt, nach denen zb. die in ihrer jetzigen Position nicht unbedingt "demokratisch" gewählte Frau von der Leyen (das Problem gilt für diejenigen, die sich als „Elite“ fühlen, mehr oder weniger, verborgen und offen) ihre Verfügungsgewalt im Hinblick auf Impfungen und SMS-Verhandlungen mit der Firma Pfizer überzogen haben soll, so glaube ich das zunächst nicht unüberprüft, d.h. ich muss selbständig versuchen, mir ein Bild dazu zu machen. Dabei ziehe ich vor allem „seriöse“ Quellen in Betracht, welche, denen ich einigermaßen vertraue. Da gehen im öffentlichen Raum links und rechts hunderte von Millionen raus, addieren sich zu feschen Milliarden. Wo das wohl herkommt? Der Bundeskanzler jedenfalls scheint wunderbare Zeiten für Deutschland kommen zu sehen, Zeiten, die an die Nachkriegsjahre samt dem „Wirtschaftswunder“ erinnern. Im Übrigen trägt er öffentlich sichtbar seine weißen Hemden. Hm, was wir wohl dazu sagen sollen? Die Auszahlung des Klimageldes sei einstweilen „nicht möglich“, verkündet indessen die SPD-Obertante Saskia Esken im Fernsehen. Geht’s noch? In Zeiten von Inflation? Hm. In Upahl mit seinen 500 Einwohnern hingegen wird mit höherer Logik (in repräsentativen Demokratien ist da so geregelt: die jeweils nächste Hierarchieebene gibt den Ton vor….) „von oben“ verfügt, dass demnächst 250 Asylanten in dort aufgestellte Container einziehen sollen. Hm. Da geht so manches. Jetzt geht es noch um den Industriestrompreis, die Kindergrundsicherung und manches andere. Es geht noch.

Dienstag, 22. August 2023

Kopf gegen Gefühl

Notizen aus einem Tagebuch, tief in der Vergangenheit, -leicht frisiert und auf den heutigen Stand gebracht: Ich sitze dem Nichts gegenüber und starre ihm in die Augen, beobachte, wie die Verhältnisse um mich herum mich verändern. Werde ich mich heraustretten können aus dieser Phase, die mich langsam aber sicher immer weiter dominiert? Ich will unbedingt etwas für die Gesundheit tun. Es bietet sich dafür viel an. Es ist alles bekannt, - nur, man tut's nicht. Man hat dafür wieder mehr Zeit zum Grübeln. Kopf gegen Gefühl. Vom Kopf her hätte man Chancen besser nutzen müssen. Besser. Optimal, nicht optimaler.....(das geht nicht). Doch irgendwas in mir sagt mir, dass ich's nicht tun sollte. Der Kampf in mir geht weiter! Vielleicht, vielleicht...darin besteht das Leben. Weiter, immer weiter, dem Tod entgegen. X X Notes from a diary, deep in the past, slightly modified and brought up to date: I sit facing nothingness and stare into its eyes, watching the circumstances around me change. Will I be able to step out of this phase that is slowly but surely dominating me? I really want to do something for my health. There is a lot to do for this. It's all known - only one doesn't do it. You have more time to ponder. head versus emotion. From the head you should have used chances better. Better. Optimal, not optimal.....(that is not possible). But something inside me tells me I shouldn't do it. The fight inside me goes on! Maybe, maybe... that's life. On, on and on, toward death.

Montag, 21. August 2023

Staatlicher Wille zur Macht

Ich erlebe die Form des staatlichen Umgangs mit mir als äußerst rücksichtslos und keiner Differenzierung fähig. Es werden standardisierte Antworten gegeben, standardisierte Verfahren werden angestrengt, es werden befehlsartige Anweisungen gegeben, denen mit ihrem unmissverständlichen Machtgehabe „Folge zu leisten“ ist. Anonyme Stimmen ersticken einen mit maschinengetriebenen Reflexen. Formulare werden ausgegeben und müssen „fristgerecht“ ausgefüllt zurück gesendet werden. Bürokratie rules auf allen Gebieten. Der Staat hat immer recht, auch in einem Rechtsstaat… Er beansprucht für sich das Machtmonopol, weil er ja der Ausdruck des Willens von allen ist, - im Idealfall. Ein mal in 4 Jahren wird dafür ein Kreuzchen auf einem Wahlformular gemacht. Doch angesichts dieser Realität erhebt sich in uns Protest: So haben wir uns das einst nicht vorgestellt! Wir strebten dem Ziel eines anderen Umgangs miteinander entgegen. Stattdessen suhlt sich eine abgehobene Machtelite in ihrem moralisch legitimierten Besserwissen! Verbote scheinen das Mittel ihrer Wahl, gesetzliche Vorgaben ihre Methode, eine Raumschiffmentalität ihr reichlich nachgiebiger Berührungspunkt mit der Realität. I experience the way the state treats me as extremely inconsiderate and incapable of differentiation. Standardized answers are given, standardized procedures are attempted, command-like instructions are given that are "to be obeyed" with their unmistakable pomp. Anonymous voices choke you with machine-driven reflexes. Forms are issued and must be filled out and returned “on time”. Bureaucracy rules in all areas. The state is always right, even in a constitutional state... It claims the power monopoly for itself, because it is the expression of everyone's will - ideally. Once in 4 years a cross is made for this on an election form. But in the face of this reality, we protest: This is not how we once imagined it! We strived towards the goal of treating one another differently. Instead, a detached power elite wallows in their morally legitimate know-it-all! Prohibitions seem to be the means of their choice, legal regulations their method, a spaceship mentality their rather flexible point of contact with reality.

Sonntag, 20. August 2023

Mitbestimmung und Transparenz

Es gelingt mir immer noch nicht, das Gebaren verschiedener Politiker mit dem Spruch „so ist es halt“ zu akzeptieren. Zumindest will ich wissen, wer und was mich da bestimmt, wem da Gewalt übertragen wurde, wer sich als FunktionärIn des Staates ausgibt und sich dabei demokratisch legitimiert fühlt. Wenn es Meldungen gibt, nach denen zb. Frau von der Leyen (das Problem gilt für diejenigen, die sich als „Elite“ fühlen, mehr oder weniger, verborgen und offen) ihre Verfügungsgewalt im Hinblick auf Impfungen und SMS-Verhandlungen mit der Firma Pfizer überzogen haben soll, so glaube ich das zunächst nicht unüberprüft, d.h. ich muss selbständig versuchen, mir ein Bild dazu zu machen. Dabei ziehe ich vor allem „seriöse“ Quellen in Betracht, welche, denen ich einigermaßen vertraue. Da gehen links und rechts hunderte von Millionen raus, addieren sich zu feschen Milliarden. Wo das wohl herkommt? Der Bundeskanzler jedenfalls scheint wunderbare Zeiten für Deutschland kommen zu sehen, Zeiten, die an die Nachkriegsjahre samt dem „Wirtschaftswunder“ erinnern. Im Übrigen trägt er öffentlich sichtbar seine weißen Hemden. Hm, was wir wohl dazu sagen sollen? Die Auszahlung des Klimageldes sei einstweilen „nicht möglich“, verkündet indessen die SPD-Obertante Saskia Esken im Fernsehen. Geht’s noch? In Zeiten von Inflation? Hm. In Upahl mit seinen 500 Einwohnern hingegen wird mit höherer Logik (in repräsentativen Demokratien ist das so geregelt: die jeweils nächste Hierarchieebene gibt den Ton vor….) „von oben“ verfügt, dass demnächst 250 Asylanten in dort aufgestellte Container einziehen sollen. Hm. Da geht so manches. Jetzt geht es noch um den Industriestrompreis, die Kindergrundsicherung und manches andere. Es geht noch.

Freitag, 18. August 2023

Alternativlos Faktisches

Wo bleibt das Positive? Es ist und bleibt das beliebteste Totschlagargument, die Frage, die fast alles ruhig stellen kann: Auch das Aufbegehren, das Nichteinverstandensein mit allem, ja gerade das soll versiegen. Punktuelle Rebellion kann das Ganze friedlich voran bringen, indem ein ganz bestimmter Missstand in das Blickfeld der Macher rückt. Es geht hier möglicherweise um die Auflösung im Alternativlosen, diesem dumpfen Begriff. Alles scheint alternativlos, faktisch, ist gerechtfertigt durch sein bloße Hiersein. Besonders, wenn das "Alternativlose" sich selbst dazu erklärt. Man soll sich nichts anderes vorstellen, als gute Miene machen, unverbindliche Freundlichkeiten pflegen, lachen und lächeln, - so lange es (noch) geht. Uns geht es ja sooooo (immer noch soooo) gut, so das Mantra der Politiker und der Wirtschaftsbosse. Nachgeschobene Statistikzahlen scheinen das zu untermauern. Also seien wir zufrieden, denn wir sind ja statistikgläubig (erste Zweifel daran wurden schon irgendwie weggesteckt). Ist die Frage noch erlaubt, wer mit dem „Wir“ gemeint ist? „Wir schaffen das“. „Wir kriegen das hin“. Damit verhält es sich ebenso.Wer ist wir? Die Deutschen? Teile der Deutschen. Was bedeutet "der Staat"? Eine uns zusammenfügende Klammer? Was ist das, "die Deutschen"? Wer gehört dazu und wer nicht? Zu welchem Zeitpunkt? Aus historischen, geografischen oder genetischen Gründen? Sind diese Fragen zu negativ? Darf man sie stellen und sind sie überhaupt zu beantworten? Oder soll das "der Markt" beantworten? Soll er überhaupt alles regeln und jede Frage beantworten? Erwarten wir von der Politik zu viel? Nun, vor allem, wir dürfen erwarten, dass sie nicht korrupt ist. Auch nicht im übertragenen oder sublimen Sinne. Wir wollen als Staat doch voran gehen. Wir zeigen’s den andern! Oder etwa nicht? Wir waren doch Exportweltmeister. Also exportieren wir möglichst auch die richtige Gesinnung. Hm wir haben halt spezielle historische Erfahrungen. Schlimme Menschen, die Mozart und Goethe mochten, haben schlimme Dinge getan. Aber auch ein besinnungsloses Umsetzen des Alternativlosen würde wohl überhaupt nicht mitteleuropäischer Tradition, Identität und Aufklärung entsprechen. Aufklärung hat wohl immer hinterfragt, angekratzt, kritisiert, gezweifelt - und hat versucht, sich in einem ständigen Prozess dadurch voran zu bringen. Ob das alles jetzt zu negativ formuliert ist? Für den Zeitgeist der unbedingten Bejahung? Des Genusses und unendlichen Spasses? Diese unbedingte Bejahung muss man sich schon leisten können, das steht fest. Es hat eine Basis im Faktischen. Und das ist......

Dienstag, 15. August 2023

Aufstieg gestern und heute

Ich versuche, alten „Kruschd“ zu ordnen. Dabei fällt mir ein Ausschnitt auf, dem wir damals womöglich geglaubt haben. Darin heißt es von einem „Experten“ thesenartig: „Beim Hochschulstudium ergeben sich die höchsten Gewinne“. Nun ja, ich überlege mir: von denen haben wir nichts mitgekriegt. „Selbst schuld“ würden uns da viele dem Neoliberalismus verpflichteten Leute sagen. 2. These: „Höhere Bildung verringert das Risiko der Arbeitslosigkeit“. Auch dies würden wir ganz klar bestreiten, scheint es doch vor allem für Absolventen bestimmter Studiengänge zu gelten. 3. „Die Behauptung, es gebe auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu viele Menschen, die studiert haben, ist falsch“: Nun ja, die Konkurrenz saß einem ein um das andere Mal unangenehm im Nacken, woran wir uns deutlich erinnern. Immerhin wird in diesem Artikel konzidiert: „Die größten Unterschiede beim Lebenseinkommen ergeben sich nicht im Hinblick auf Region oder Geschlecht, sondern bezüglich der Fachrichtung des Abschlusses“. Dem können wir nur zustimmen, verfügt die Masse der Tonangeber in dieser Gesellschaft doch über einen juristischen Abschluss. Die Geldwirtschaft wird in diesem Artikel auch noch genannt. Stimmt. Ein Plus an Lebenseinkommen solle sich daraus ergeben: mag sein. Wer sich freilich für einen Abschluss in einem geisteswissenschaftlichen Fach entschieden hat, für den gelten die genannten Rahmenbedingungen ganz und gar nicht. So mancher mag aus heutiger Sicht bedauern, sich jemals für so etwas entscheiden zu haben, etwas, was vor allem den finanziell gut gestellten Kreisen in dieser Gesellschaft, dem sogenannten „gehobenen Mittelstand“ nützen mag. Höhere Bildungsabschlüsse gehen systematisch mit höherem Monatseinkommen einher, mit einem geringeren Risiko, arbeitslos zu werden sowie insgesamt mit einem sechstelligen Zuwachs beim Lebenseinkommen. Alles Lüge, so wollen wir aus heutiger Sicht behaupten. Das Vorgetragene gilt nur für bestimmte Fachrichtungen, die vermeintlich besonders gut in ein vornehmlich technologisch oder juristisch orientiertes Bedürfnisprofil dieser Gesellschaft passen. Was fragwürdig genug erscheint, denn die Kategorie des Sinns fällt auf diese Weise aus.

Montag, 14. August 2023

Tod?

„Wenn man, so im täglichen Umgange, von einem der vielen Leute, die Alles wissen möchten, aber nichts lernen wollen, über die Fortdauer nach dem Tode befragt wird, ist wohl die passendeste, auch zunächst richtigste Antwort: „Nach deinem Tode wirst du seyn was du vor deiner Geburt warst“. Denn sie implicirt die Verkehrtheit der Forderung, daß die Art von Existenz, welche einen Anfang hat, ohne Ende seyn solle, zudem aber enthält sie die Andeutung, daß es wohl zweierlei Existenz sind und, dem entsprechend, zweierlei Nichts geben möge. - Imgleichen jedoch könnte man antworten: „Was immer du nach deinem Tode seyn wirst – und wäre es nichts, - wird dir alsdann eben so natürlich und angemessen seyn, wie es dir jetzt dein individuelles, organisches Dasein ist: also hättest du höchstens den Augenblick des Übergangs zu fürchten. Ja, da eine reifliche Überlegung der Sache das Resultat ergibt, daß einem Daseyn, wie das unsrige, das gänzliche Nichtstun vorzuziehn seyn wäre, so kann der Gedanke des Aufhörens unsrer Existenz, oder einer Zeit, da wir nicht mehr wären, uns vernünftigerweise so wenig betrüben, wie der Gedanke, daß wir nie geworden wären. Da nun dieses Daseyn wesentlich ein persönliches ist, so ist demnach auch das Ende der Persönlichkeit nicht als ein Verlust anzusehn...“ (zu finden in: Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung) Seneca schrieb zum selben Thema: „Der Tod bedeutet die Tilgung jeglichen Schmerzes, und er ist die Grenze, über die unsere Leiden nicht hinausgelangen; er gibt uns wieder jenen Zustand der Ruhe zurück, dem wir vor unserer Geburt angehörten.“

Sonntag, 13. August 2023

Schwarmintelligenz

„Bat out of Hell“ sang einst Meat Loaf, es war neben der "Rocky Horror Picture Show" der Titel eines ganzen Albums, das seinen Mythos begründete. Wer? Meat Loaf? Nie gehört. Macht nichts. Wir waren in den Carlsbad Caverns in New Mexico, einem Ort mitten in der Wüste, mit einer Höhle, einem Schlund, einem Amphitheater und der Zufahrt dazu. Die Fledermäuse kamen gegen die Abendstunde, nachdem wir davor sitzend noch eine sehr anschauliche Einführung, ein Tutorial mitgemacht hatten. Zuerst ein paar Exemplare nur, dann immer mehr. Wir staunten. Und ich versuchte später, mich noch genauer zu informieren. Es war ein großartiges Beispiel für die heutzutage so viel gepriesene „Schwarmintelligenz“. Viele, ja manchmal Millionen von Fledermäusen, verlassen abends ihren Schlafplatz in der Höhle. Sie fliegen scheinbar wild umher. Der Eindruck täuscht, in Wirklichkeit sind sie wie in einem großen Organismus aufeinander bezogen und sehr wohl organisiert. Sie wissen immer, wo ihre Nachbarn sind und nach menschlichen Maßstäben unterhalten sie sich bei ihrem Ausflug über alles Mögliche. Manchmal greift ein Raubvogel den Schwarm an, auf der Suche nach einer scheinbar leichten Beute. Doch die Fledermäuse agieren dermaßen gut abgestimmt untereinander, gehen in dieser Organisation geradezu auf, so dass es sehr schwierig für einen Raubvogel wird- Lediglich die ausscherenden Fledermäuse, die Einzelgänger, die Außenseiter und nicht mit der Masse Abgestimmten, dürften ein lohnendes Ziel für sie abgeben. Plötzliche, gut abgestimmte und auf den sehr schnellen Austausch von Informationen beruhende Richtungswechsel des Schwarms verwirren die Angreifer. Die älteren, weiblichen Tiere sind Kundschafter und verlassen die Höhle zuerst. Dann folgen die Jungtiere. Die Spirale dreht sich immer in dieselbe Richtung, wobei Informationen aller Art ausgetauscht werden. Auch werden dabei Entscheidungen über die Route getroffen, basierend auf den Erfahrungen der Nacht davor. Dabei entsteht eine „Schwarmintelligenz“, die auf die einzelnen Individuen übergehen soll. Gerne wird jetzt eine Analogie zum Internet und dem dabei praktizierten Schwarmverhalten von Menschen gezogen. Merkwürdig, dass das plötzlich nicht mehr in aller Munde ist. War mal ein großes Thema. Schwarmverhalten soll das Verhalten der Vielen sein, die nach einfachen Regeln handeln. Auch Stichworte wie „Selbstorganisation“ dürften damit zusammen hängen. Es gilt, das kollektive Gedächtnis und die Überlegung eines Kollektivs erstehen zu lassen, die Vielen sollen sich zu einem einzigen Körper, zu dem Einen vereinen, das über den Individuen steht.

Samstag, 12. August 2023

Später

Manchmal fällt es einem schwer, sich zu verorten, sich zu bestimmen, sich zu suchen und dann zu finden. Aus meinem Buch mit dem Titel „Zuhören“ stammt das Folgende: "Hilfe, Wo bin ich gelandet? Was hat das mit mir zu tun?“ Ich fühle mich manchmal wie ein Schlafwandler, der plötzlich aufwacht. Mein Scheitern, mein Abprallen, der Umstand, dass die scheinbar banalen Dinge mein Leben verändern können, war mir zunächst nicht in den Sinn gekommen. Es wird mir nun klar: Mir werden die wichtigen Dinge immer erst zu spät klar. Ich verlege Sachen und finde sie anschließend nicht mehr. Ich werfe Sachen auf den Boden. Ich stürze. Ich verschreibe mich und weiß anschließend kaum mehr, was ich ursprünglich wohl gemeint hatte. Bis jetzt war es nie zu spät mit dem „Sich-klar-werden“. Immerhin. Es wird aber eines Tages zu spät sein.

Freitag, 11. August 2023

Jeder ist sich selbst der Nächste?

Ob das in diese Zeit passt? Ist sowas überhaupt ein Kriterium? Hegel sagte „Ich ist nichts Besonderes, ich ist auch jeder andere...“ . Ob darin etwas liegt, dass wir uns immer wieder klar machen sollten: Dass nämlich das Ego nicht alles ist, dass es im Leben vielleicht nicht so sehr darum geht, sich selbst zu verwirklichen, sondern dass dieses Selbst in einem Zusammenhang mit allem steht, auch mit der Natur, die ja sowieso auf mannigfache Weise in uns ist. Sobald wir uns regen und spätestens, wenn wir etwas zu uns nehmen, treten wir in einen Austausch mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen. Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns. Da ruft ein Bekannter an und will uns einladen, mitschleppen zum Konzert einer Band, die er ganz besonders toll findet. Klar, er will uns etwas Gutes damit tun. Das fällt wohl jedem ein. Doch will er uns nicht auch ein bisschen das zeigen, uns bestenfalls überzeugen davon, was er für richtig und toll hält? Geht es um die psychische Unterstützung und Kräftigung eines anderen Egos, das im Besitz eines von ihm selbst so wahrgenommenen ganz besonderen Wissen ist? Dieses „Wissen“ kann ja auch einem kurzfristigen Spleen entspringen, einer der persönlichen Phase geschuldeten Befindlichkeit, einem Bedürfnis, das in diesem Falle durchaus nicht meines werden muss. Autismus? Egoismus? Egomanie? Okay. Der Neoliberalismus prägt uns, ohne dass wir das so wahrnehmen. Jeder scheint sich selbst der Nächste, flüstert uns unsere Umgebung zu. Ein klein wenig sollten wir aber auch unsere Umwelt im Auge behalten, von der wir abhängen, der wir zugetan sind oder nicht, mit der wir uns spirituell verbunden fühlen, als einem Teil unseres Selbst. Natürlich lebt es sich als Ego-Rammbock einfacher und materiell reicher. Doch innerlich reicher, - und dieser Wert wird im Laufe eines Lebens immer wichtiger, - lebt es sich mit offenen Augen und klarem Bewusstsein für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen.

Donnerstag, 10. August 2023

Tränen um Hawaii

Ich weine um Hawaii. Als ich damals dort war, schrieb ich mir Folgendes auf: „Das Meer: Da ist Hawaii und das große Blau. Die verführende Gleichgültigkeit. Die Träume, Albträume vom Tsunami. Die zum Himmel hoch sich aufbäumende Flut. "Here comes the flood". Man möchte sich hineinstürzen und hat doch nur Angst davor. Ein Psychologe würde seine Schlüsse daraus ziehen. Alles ist friedlich. Es regt sich nichts. Und doch birgt das bedrohliche Möglichkeiten der Wildheit in sich. Jener Traum, ob er eine Rolle spielt? Wenn die Welle näher kommt, erst von ferne, dann, unglaublich, immer näher an dich heran, du glaubst es nicht, sie kommt noch näher, sie wird höher und höher, sie wird haushoch und noch höher, sie überspült dich und sie dringt nun ein in mich. Ich spüre das Wasser, wie es mich einhüllt. Ich vergesse das Atmen und werde panisch. Ich bin allein im Element. Im Kosmos. Es wird meine letzte Minute sein. Ich gehe unter. Die Luft, mir fehlt die Luft. Es drückt auf der Lunge. - Ich wache auf im schönsten, strahlendsten Blau.“

Mittwoch, 9. August 2023

Schönheit oder Beauty?

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Haha, Binse. Könnte jeder sagen. In der Bibel hingegen steht: „Du bist wunderbar gemacht“. Das kommt schon eher, auch wenn es gegen den jetzt herrschenden Zeitgeist verstößt. InfluencerInnen geben role Models aus. Man sollte als junge Frau mindestens einen Arsch wie Kim Kardashian haben. Großer Busen, aufgespritzte Lippen und Puppennase sind Pflicht, so denken diese junge Frauen, die statistisch gesehen immer noch jünger werden und manchmal erst 9 sind. Soziale Medien mit ihren „Likes“ machen es ihnen vor, üben ein, geben ein Vorbild aus, führen ein, fordern heraus. Ach, du bist pretty, ein Model! Selbstbewusstsein ahoi! Ach, weil du genauso aussiehst, wie es die Industrie dir vormacht? Schönheits- und Modeindustrie verdienen sehr viel Geld damit, jungen Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen. Alles vorgestanzt, getäuscht, gestaltet, gemacht, der Schein regiert ohne Identität. Klamotten müssen gekauft, vorgegebene Haltungen müssen eingenommen werden. Nase, Brüste, Lippen, Fettabsaugung kosten etwas. Kann sich nicht jeder leisten. Repräsentieren deswegen auch sozialen Status. Und Superstars demonstrieren mit ihren designten Nippeln, mit filigran gestylten Frisuren unbedingte Glückseligkeit, sorgfältig gefilterte Schönheit in einer überwältigenden Überflutung von Reizen. Als SchrittmacherInnen. Sie greifen sich in diesen Schritt, spielen mit Sex, zeigen ihre Unterwäsche her, spielen mit ihren Reizen, wackeln gekonnt sexy mit dem Arsch - lassen aber nix an sich ran, - was die tobende Kundschaft noch mehr reizt. So funktioniert offensive Werbung! Wer nimmt sowas ernst? Frauen, die Erfolg haben wollen. Die so wie der Superstar sein wollen. Ob sowas mit ekligen After-Show-Parties zu tun hat, ob es gar darauf hinführt? Die Person als sich selbst auslieferndes Subjekt? Entfremdet und menschlichen Kontakt kaputt spielend? Ins Perverse hinaus treibend. Auf Macht basierend. Balzverhalten. Hedonismus rocks, - wirklich? Sex & Drugs & Rock’n Roll – oder die Karikatur davon? Nun ja, Fußballspielern wird ja auch jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Aber wehe, sie bringen keine Leistung! Der Leistungsfetisch rules!

Dienstag, 8. August 2023

Wissenschaft als Religion

Es gebe keine Veränderung des Abstands zwischen Arm und Reich, behaupten interessierte Kreise und führen dazu regelmäßig scheinbar objektiv belastbare Statistiken ins Feld. Ja wie nun? Ob uns da nicht eine Skepsis angesichts dieser Wissenschaftshörigkeit befällt? Ist Wissenschaft etwas beliebiges? Ist sie Interessen ausgesetzt, ja gelegentlich davon sogar beeinflusst? Kann das sein? Darf das sein? Ob gewisse „wissenschaftliche“ Aussagen nicht regelmäßig gekauft sind, ob „die Wissenschaft“ nicht auch korrupte Seiten hat? Theorie und Empirie, ein schwieriges Verhältnis? Ob ein statistischer Durchschnittswert auch gelebt wird? Das primitive und sehr anschauliche Beispiel dazu lautet: jemand hat ein Einkommen von 1000 Euro. Ein anderer hat 1 Euro. Über 5 Jahre hinweg hat die erste Person einen Einkommenszuwachs von 10 Euro, verdient nun also 1010 Euro. Das Einkommen der ersten Person stagniert in diesem Zeitraum und bleibt gleich. Rein statistisch ist es diesen beiden Personen dann besser gegangen, ihr Einkommen hat sich erhöht. Blöd nur, dass dies ausschließlich für eine der beiden Personen zutrifft, für die andere nicht. Ob sich's ähnlich mit der Einkommensverteilung in Europa, insbesondere in Deutschland verhält? Neulich musste eine Tafel ihren Dienst wegen Überlastung einstellen. Im öffentlichen Fernsehen kam ein kurzes Interview dazu, in dem eine verantwortliche Person die Entwicklung zu kennzeichnen versuchte. Man habe, so diese Person, mit ein paar hundert (die genaue Zahl wurde genannt) zu betreuenden Personen begonnen. Mittlerweile sei man bei 18 000 („gefühlt“ aus der Erinnerung genannt) und würde diesen Zuwachs einfach nicht mehr bewältigen. Ob so etwas einen Seitenblick wert ist? Ob dies einen Aussagewert über die reine Stichprobe hinaus hat? Ob es ein Auseinanderdriften bedeutet? Ob wir wirklich eine immer extremer werdende Kluft zwischen Arm und Reich haben? Ob auch dies jenen Populismus produziert, der jetzt parlamentarische Demokratien auf der ganzen Welt bedroht? Wenn sich auf der einen Seite irre Reichtümer häufen und andere von Monat zu Monat, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag kämpfen müssen, um mit ihren Einkommen auch nur die wesentlichsten Ausgaben bestreiten zu können. Sparen bei Strom und Ernährung: ob angesichts dessen das Label „Bio“ ein bisschen allzu leicht zu propagieren ist? Tatsache ist, das man sich selbst dieses fragwürdige Logo „Bio“ leisten können muss. Es bedeutet ja meist eine Mehrausgabe, die selbst beim sparsamsten Kurs nicht von den anderen Ausgaben abgezwackt werden kann. Da ist es womöglich leicht, locker vom Verschieben von Prioritäten zu schwadronieren. Urlaub, ein Luxusgut? Für die einen Bestandteil des Alltags, für die anderen unerreichbarer Luxus. Ob das Zeichen sind, Signaturen, oder ob es rein zufällig wahrgenommene Dinge sind, die keineswegs zu verallgemeinern und ins noble Reich der Wissenschaft zu heben sind?

Montag, 7. August 2023

Für Fortschritt

Ein superscharf aufgenommenes Foto einer lasziv verführerisch lächelnden Dame. Sie trägt Brillanten. Collier. Armband. Ring. Der Hintergrund verheißt Großzügigkeit: Eine große leere Fläche. Umblättern: Eine Uhr in Großaufnahme. Natürlich „limited edition“, wie im Text knapp verkündet wird. Auf den folgenden Seiten des Hefts folgen weitere Uhren. Scheint wichtig zu sein. Für den Status? Sich zeitlich verorten können? Wohnkultur. Eine Weinflasche, exklusiv. Supersaubere Fabrikhalle mit allerlei Installationen. Soll für den Fortschritt stehen. Maschinenbau. Künstliche Intelligenz und Kreativität.

Sonntag, 6. August 2023

Frauenfußball

Zuerst haben sie die deutschen Kickerinnen empor geschrieben und geadelt, haben Porträts verfasst und Lobeshymnen zelebriert. Sie waren ohne Zweifel die Besten, sie würden WeltmeisterInnen werden und brauchten das nur zu bestätigen. Außerdem passt sie für gewisse Leute in die Trends des Zeitgeists, Frauen waren ja auf der ganzen Linie auf der Überholspur. Sie wurden wegen ihrer Natürlichkeit beweihräuchert und wegen ihrer Kampfkraft angehimmelt. Sie spielten „das Andere“ und gewannen dafür immer mehr Publikum. Gleichzeitig wurden andere Seiten, die nicht so populär an ihnen, den JournalistInnen aber wohlbekannt waren, verschwiegen. Man gab Parolen aus, gab sich selbstbewusst. Man trug zwei Sterne am Revers. Gute Stimmung. Ausflüge. Alles andere als ein weiterer Weltmeistertitel würde nicht genügen, darüber war man sich einig. Und nun dies. Leere Gesichter in Trauer, „Emotionen gehören dazu“. Das Fest der deutschen Überheblichkeit („Deutschland über alles in der Welt…“ und „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“) ist vorüber. Die Parallelität zum Männerfußball war frappant, die Parallele zur Politik in Deutschland noch nicht erkannt oder nicht gewollt. Es wurde angefangen, - wie damals bei den Männern! – an gewissen strukturellen Problemen herum zu labern. Doch es änderte sich nichts. Das „Gap“ musste geschlossen werden, so die eine Seite. Kampfkraft, körperlicher Einsatz und Konzentrationsfähigkeiten mussten unbedingt wiederentdeckt werden, so die andere Seite. Die Außenministerin gab ihren Segen, der Bundeskanzler war „berührt und bewegt“, nach dem Wettkampf sei vor dem Wettkampf. Er sah aber auch „ein nächstes Mal“ kommen.

Samstag, 5. August 2023

Was war noch einmal....?

Ein lange vergessener Begriff? Geht jetzt gar nicht, da Wachstum alles ist und Fragen unangenehm. Obsoleszenz hat auf sehr direkte Weise mit dem Bestreben nach Profit zu tun, dem Hauptanliegen von Managern eines Produktes. Wenn ich die Qualität dieses Produkts langsam sinken lasse, wenn ich z.b. Kunststoff statt Metall verarbeiten lasse, was tendenziell billiger ist und auf diese Weise die Kosten senkt, so spare ich ein und senke die Qualität des Produkts, ohne dass es der Konsument merken kann. Der Wettbewerber macht natürlich genau dasselbe. Der Konsument müsste, um die Qualität eines Produkts halbwegs glaubhaft abschätzen zu können, Parameter wie „Betriebszeit bis zum möglichen Defekt“ kennen. Da er dies aber nicht tut, ist er den Mechanismen des gewollten Verfalls schutzlos ausgeliefert. Was ist ökonomische Logik dabei? Beispielsweise: ein gesättigter Markt. Wie kann ich den Profit anheben? Durch die schlechtere Verarbeitung von Produkten, durch die Einsparung bei den verarbeiteten Teilen, was eine unmerkliche Abwärtsspirale in Gang setzt, die zur Folge hat, dass Produkte immer schneller defekt sind und ersetzt werden müssen. Einzige Bedingung: der Kunde darf es nicht merken. Denn ansonsten würde er zur Konkurrenz wechseln, die dasselbe Spiel jedoch schon längst auch praktiziert. So können die nach außen (im „Markt“) sichtbaren Kosten gehalten werden und der Gewinn kann trotzdem gesteigert werden.

Freitag, 4. August 2023

Wieso und was erkennen wir wann?

Es geht darum, was man erkennt. Wenigstens für sich. Je älter man wird, desto mehr traut man seiner empirischen Erfahrung. Klar, man weiß, dass das nur eine winzig kleine Stichprobe ist, die möglicherweise begrenzten Aussagewert über das Ganze hat. Und doch wächst man in etwas hinein, dem man vielleicht aus gutem Grund misstraut, das aber einen zunehmenden Wert für einen selbst hat. Man hat schlichtweg dermaßen viele Erfahrungen angesammelt, dass man sich traut, das in den eigenen Erkenntnisprozess mit einzubeziehen. Man schaut damit anders in die Welt hinaus als in der Zeit, als man noch viel jünger war. Rein kognitiv. Natürlich ist man sich im klaren darüber, dass die eigene soziale Herkunft die Wahrnehmung der Welt geprägt hat, dass die soziale Gruppe, in der man sich bewegt hat, zusammen mit den damit verknüpften Erfahrungen, uns stark geprägt hat: einer der Gründe, wieso man der eigenen Erfahrung jahrelang misstraut hat. Außerdem provozieren Eigenschaften von Menschen gewisse Erfahrungen, die dann wieder vom jeweiligen Menschen gerne verallgemeinert werden und seine Voreinstellungen bestätigen. Informationen im Einklang mit den eigenen Grundeinstellungen zu verarbeiten und gleichzeitig Gegenargumente auszublenden, entspricht vielleicht einem Grundbedürfnis und mag ein grundsätzliches kognitives Grundprinzip kennzeichnen. Dabei geht es wohl nicht nur am Rande um die Reduzierung von Komplexität.

Donnerstag, 3. August 2023

Reisen erweitert den Horizont?

Es ist wohl so eine Sache mit dem Reisen. Gewisse „Experten“ wollen uns einreden, dass das neue Reisen das „Bleiben“ sei. Alles recht und gut, ich soll/muss auch hier bleiben. Okay, aber ich habe diverse Reisen hinter mir, habe mich bemüht um meine Reiseziele, habe mich teils jahrelang informiert, habe vor- und nachbereitet sowie mich intensiv befasst. Was ist mit solchen Leuten? Sollen die auch nicht mehr reisen, sollen die sich möglichst gar nicht mehr vom Fleck bewegen, um CO2 einzusparen? Könnte es auch sein, dass Reisen ein bisschen den Horizont erweitern kann, dass man sich mehr als Weltbürger empfindet und eine gewisse Enge hinter sich lassen kann? Dass man auch über die Natur und ihre Geschöpfe sehr viel mehr direkt erfahren kann? Dass man Respekt gegenüber dem Andern empfindet? Jaja, der meist gepflegte Urlaub geht solchen Interessen nicht nach. Was aber ist mit der Minderheit, die solch geschilderte Reisen unternehmen und dadurch ihren Horizont erweitern will? Soll die sich der „political correctness“ ergeben und sich im Übrigen auf Fernsehberichte stützen?

Mittwoch, 2. August 2023

Aktuelles

Wenn ich in Musks Social Media-Spielzeug rein schaue, habe ich das Gefühl, dass alles zerfleddert: Habeck fährt Deutschland mithilfe seiner Gesinnungsgutmenschen wohl an die Wand, ansonsten ist nicht nur von seiner Seite „Vetterleswirtschaft“ angesagt, alles andere (was im Gegensatz zur herrschenden Doktrin stehen könnte) wird als „moralisch“ verteufelt, was ja wohl der schlimmste aller schlimmen Vorwürfe ist, Elektro-Mobile brennen lichterloh und sind nur sehr schwer zu löschen (was schon lange bekannt ist), eine faschistische Partei steigt in Deutschland (!) immer mehr in der Wählergunst, die „öffentliche Meinung“ ist an „Profis“ „verkauft“, das Elektroauto wird aus Gründen der Koalitionsdisziplin immer weniger subventioniert, die Ladeinfrastruktur ist ja sowieso nicht ausgebaut, keiner weiß ja, wo der Strom in Zukunft herkommen soll (Wasserstoff?), die Inflation galoppiert noch immer, die Bahn bewegt sich trotz 49-Euro-Ticket in allen Belangen vom Bürger weg, ein Klugscheißer-Generalsekretär redet Unsinn und bezeichnet eine Fernsehfigur als „großen Philosophen“. Es werden Abstimmungen darüber veranstaltet, was einem am besten gefällt. Hintergedanke: Konsumentenbindung erhöhen! Für alles gibt es Hintergedanken der Mächtigen.

Dienstag, 1. August 2023

Nachruf auf Mensch(en)

Scheise, jetzt ist auch noch der und der gestorben! Nachrufe! Ein Gesicht, eine Person, die uns getroffen hat, die in unseren Alltag gekommen ist, die sich hinein geschlichen hat, aber auch mit einer großen und manchmal waghalsigen Inszenierung seiner Person. Wir erfahren das Individuelle. Das Individuelle? Dies Individuelle scheint ja auch auszusterben. Einzelne Charakter haben keine Chance mehr. Auf allen Gebieten. An ihre Stelle sind Kollektive getreten, Avatare, Think Tanks, Konzerne, Verbände mit ihren Vertretern, Medienagenten der Agenturen, aus denen heraus Meinungen geäußert werden, die aber keine Wagnisse hervor bringen, umgrenzte Verhaltensmuster, auf Personen gerichtete Ideen. Was gilt, ist die verkaufsträchtige Idee. 2023 war bis jetzt ein furchtbares Jahr, so höre ich allerorten den gängigen Klischees entsprechend. Doch es ist zu befürchten, dass 2024 nicht besser wird. Sie gehen alle, in Aleppo und Bucha sind sie namenlos gestorben, hierzulande haben sich andere in Prominenz gesonnt. Je mehr die Welt grauer und anonymer wird, desto verspannter und verzweifelter werden die Ersatzgesichter gesucht, auf die etwas eigenes projeziert werden kann. Auf allen Gebieten ist die Suche nach Identität und Personalisierung angesagt, die D-Prominenten rücken mit zerstreutem Geschwafel nach vorne, - oder sind sie inzwischen B-prominent? Fußballspieler gewinnen Namen mit Gesichtern, um dann mit Kohle überschüttet zu werden, die viele dann auch noch in Steueroasen verfrachten oder mit seltsamen Beratern durchbringen. Ratgeber aller Kanäle weisen den Weg zur Selbstverwirklichung. Coaches sind in, Berater sowieso. Es langweilt uns. Orientierungssuche ist angesagt. Diverse Tv-Sendungen werden uns bald wieder mit ein paar heruntergekommenen Figuren überraschen, die im medialen Ausgeliefertsein menschliche Züge gewinnen sollen. Das ist die neue Realität, die sich genau in diesen Zügen wohl noch weiter verstärken wird. Wüste ist angesagt, graues Machen und Tun, ungewisse Zuordnungen, Chatcpt, KI. Von Menschen als gestylten, „gemachten“, anonymen Gegenständen.