Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Mittwoch, 13. Mai 2026
Pop
Populistische Allerweltsprediger im Geiste ihres schamlos vorgeführten Narzissmus verkaufen auf dem Meinungsmarkt kranke Sonderinteressen ohne jegliche Rücksicht als „gesunden Menschenverstand“. Meinungsfreiheit kommt in deren Verständnis als peinliche Comic-Nummer, als Vorwand für eigene Eingebildetheiten und schamlose Rohheiten rüber. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Der Zeitgeist auch? Inwiefern betrifft es ihn? Was ist da jener Schaum auf der Welle, der uns hin und her wirft? Der uns verunsichern könnte, wenn wir anfangen, nachzudenken? Es wird alles locker lächelnd wegmoderiert, in „Normalität“ eingeebnet, im TV, im Internet, im gedruckten Wort. Es wird abgestiegen und aufgestiegen in der Liga. So etwas beherrscht das Bewusstsein. Alles ruht in allem. Nichts ist unmöglich.
Samstag, 3. Mai 2025
Öffentlichkeit
Wenn ich meinen Blick über den Horizont öffentlich geäußerter Meinung streifen lasse, so kommt es mir immer öfters so vor, als würde man tatsächlich nur das wahrnehmen können, was aus der Kaste von weniger als 2/3 unserer Gesellschaft stammt, nämlich jener, die im Einklang mit den Mächtigen und im Sinne einer ehemaligen Kanzlerin von sich behaupten können „Uns geht es gut“. Diese gut abgefederten Meinungsmacher drehen eitle Salti ihrer Selbstüberhöhung, profilieren sich, deuten sich selbst als Avantgarde und wissen natürlich alles (besser). Das sind materiell relativ gesicherte Leute, die aus einer scheinbar sicheren Distanz in dieser Gesellschaft konstatieren, was „in“ und was „out“ oder „over“ sei. Leute, die sich als wahre Intellektuelle darstellen, die den Wandel der Zeit insofern aufmerksam verfolgen, als sie das Fließende und Ungefähre bei uns tatsächlich zu benennen versuchen. Pop ist vorbei, so ihre einhellige Analyse. Postmoderne schon lange. Doch was jetzt? Offensichtlich braut sich etwas zusammen. Es scheinen mir das alles Beobachtungen vom Ufer der Gewinnerseite, der gepflegten Langeweile, der abgesicherten Ignoranz in klar definierten gesellschaftlichen Kasten zu sein. Ohne Angst, ohne Furcht. Doch wem das Wasser bis zum Halse steht, der hat keinerlei Zeit für solche "Laidback"- Kritik, die vorgibt, ja noch immer auf das Ganze zu zielen und nicht nur die Interessen einer gewissen gesellschaftlichen „Blase“ in sich zu tragen.
Samstag, 3. August 2024
Vorturner
Habe wieder einmal eine „Diskussion“ von intellektuellen Vorturnern verfolgt, die sich von den Medien verstärken lassen und gleichzeitig über die „Sozialen Medien“ abkotzen, deren Deutungshohheit sie als Angriff auf ihre eigene Machtposition die öffentliche Meinung betreffend verstehen. Mir ist es mit der Zeit immer mehr so vorgekommen, als seien dies Angehörige des überkommenen Bildungssystems, die um ihre ursprüngliche elitäre Positin fürchten und den immer mehr aufkommenden Drang gewisser Kreise, im öffentlichen Diskurs auch wahrgenommen zu werden, mit „Stammtisch“, Populismus, Verschwörungsidiologie, Rassismus überziehen. Gerne berufen sie sich auch auf Denktraditionen und akademische Heiligsprechungen, die anzuzweifeln eine Art von Gotteslästerung wäre. Das Wort Gott würde in diesem Fall für „demokratische Grundordnung“ „Freiheit der Wissenschaft“ usw. stehen. Es herrscht eine Art „verkleideter“ „getarnter“ Kadergedanke: Wir sind dauersubventioniert, akzeptiert und honoriert, wir haben die Machtpositionen in der Universität und in den Medien, wir haben die Deutungshohheit, was richtig und was falsch sei. Wir sind die AnführerInnen, die Alphatiere, unsere Verachtung trifft die Stammtische und die „populistische“ Formulierung des „kleinen Mannes“, der ja gar nicht die Freiheit hat, sich einen akademisch elaborierten Code drauf zu schaffen. Es gilt auf ziemlich rechthaberische und besserwisserische Weise, Andersmeinende zu missionieren, sie auf den rechten Weg zu bringen. Es gilt das Diktat der „Fakten“. Was faktisch und die wahre Wahrheit sei, bestimmen diese „Eliten“. Dazu ziehen sich auch gerne „Studien“ zu rate. Deren Beeinflussbarkeit, ja Käuflichkeit, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben und ist durch Studien untermauert. Der jeweils anderen Seite wird energisch einen Drang zur Einfalt und Einheit zugesprochen. „Social Media“ ist der allgemein akzeptierte und von bösen Algorithmen gesteuerte Feind, Digitalkonzerne müssten diesbezüglich endlich „an die Kandarre“ genommen werden.
Was ich mir wünschen würde? Ein bisschen mehr Transparenz, das dürfte schon sein. Was da beispielsweise in Brüssel stattfindet und von den „Eliten“ als Europa und gerade nicht als EU identifiziert wird, erscheint mir ziemlich verschwommen und für den „gemeinen„ Wähler nicht erkennbar. Gelegentliche Infobroschüren (neulich zur Wahl) informieren diesbezüglich auch nicht, sondern verstehen sich offenbar als reine Werbung. Auch ein bisschen mehr Durchlässigkeit würe wünschbar: es müssen nicht immer die Sprösslinge der „Eliten“ sein, die aufgrund der guten Beziehungen ihrer Altvorderen auf den vorderen gesellschaftlichen Rängen landen. Es könnten, wie in einer kurzen Phase zwischen etwa 1970 und 1974 („mehr Demokratie wagen“), auch Kinder einer deprivierten gesellschaftlichen Schicht mal „nach oben“ (in die „Eliten“) kommen. Die Zahlen bezüglich gesellschaftlicher Durchlässigkeit in Schland zeigen auf das Gegenteil.
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I have once again followed a "discussion" of intellectual leaders who are being reinforced by the media and at the same time are ranting about "social media", whose interpretive authority they see as an attack on their own position of power regarding public opinion. Over time, it has seemed to me more and more as if these are members of the traditional educational system who fear for their original elitist position and who are covering the ever-increasing urge of certain circles to be noticed in public discourse with "regulars' table", populism, conspiracy ideology, racism. They also like to invoke traditions of thought and academic canonizations, which to question would be a kind of blasphemy. The word God in this case would stand for "democratic basic order", "freedom of science", etc. A kind of "disguised" "camouflaged" cadre mentality prevails: we are permanently subsidized, accepted and honored, we hold positions of power in the university and in the media, we have the authority to interpret what is right and what is wrong. We are the leaders, the alpha animals, our contempt is directed at the regulars' tables and the "populist" formulation of the "little man", who does not have the freedom to create an academically elaborate code for himself. The aim is to convert those who think differently in a rather opinionated and know-it-all manner, to put them on the right path. The dictates of the "facts" apply. These "elites" determine what is factual and the real truth. They also like to consult "studies" for advice. The fact that they can be influenced, even bought, has probably gotten around by now and is backed up by studies. The other side is vigorously attributed a desire for simplicity and unity. "Social media" is the generally accepted enemy, controlled by evil algorithms, and digital companies must finally be "taken to task" in this regard.
What would I like? A little more transparency, that would be possible. What is happening in Brussels, for example, and which the "elites" identify as Europe and not as the EU, seems rather vague to me and not recognizable to the "ordinary" voter. Occasional information brochures (recently for the election) do not provide information on this either, but are apparently seen as pure advertising. A little more permeability would also be desirable: it does not always have to be the offspring of the "elites" who end up in the top ranks of society due to the good relationships of their ancestors. As in a short phase between about 1970 and 1974 ("dare more democracy"), children from a deprived social class could also "rise up" (into the "elites"). The figures regarding social permeability in Germany show the opposite.
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