Reise durch Wirklichkeiten

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Samstag, 21. Januar 2023

Natur in uns

Hegel sagte „Ich ist nichts Besonderes, ich ist auch jeder andere...“ . Ob darin etwas liegt, das wir uns immer wieder klar machen sollten? Dass nämlich das Ego nicht alles ist, dass es im Leben vielleicht nicht so sehr darum geht, sich selbst zu verwirklichen, sondern dass dieses Selbst in einem Zusammenhang mit allem steht, auch mit der Natur, die ja sowieso auf mannigfache Weise in uns ist. Sobald wir uns regen und spätestens, wenn wir atmend etwas zu uns nehmen, treten wir in einen Austausch mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen. Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns. Da ruft einBekannter an und will uns einladen, mitschleppen zum Konzert einer Band, die er ganz besonders toll findet. Klar, er will uns etwas Gutes damit tun. Das fällt wohl jedem ein. Doch will er uns nicht auch das zeigen, uns überzeugen davon, was er für richtig und toll hält? Geht es um die psychische Unterstützung und Kräftigung eines anderen Egos, das im Besitz eines von ihm selbst so wahrgenommenen ganz besonderen Wissen ist? Dieses „Wissen“ kann ja auch einem kurzfristigen Spleen entspringen, einer der persönlichen Phase geschuldeten Befindlichkeit, einem Bedürfnis, das in diesem Falle durchaus nicht meines werden muss. Autismus? Egoismus? Egomanie? Okay. Der Neoliberalismus prägt uns, ohne dass wir das so wahrnehmen. Jeder ist sich selbst der Nächste, flüstert uns unsere Umgebung zu. Ein klein wenig sollten wir aber auch unsere Umwelt im Auge behalten, von der wir abhängen, der wir zugetan sind oder nicht, mit der wir uns spirituell verbunden fühlen, als einem Teil unseres Selbst. Natürlich lebt es sich als Ego-Rammbock einfacher und materiell reicher. Doch innerlich reicher, - und dieser Wert wird im Laufe eines Lebens immer wichtiger, - lebt es sich mit offenen Augen und klarem Bewusstsein für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen

Samstag, 10. September 2022

Sonderurlaub

Ob dieses Programm im Deutschen Bundestag noch existiert? 2004 wurde es eingeführt. Mal eben Sonderurlaub nehmen, um als Abgeordneter in die Industrie als Lobbyist zu wechseln. Den „Seitenwechsler“ geben, mit der Unterstützung des Staates? Ob das tatsächlich dem Allgemeinwohl dient, wie maßgebliche Entscheider gerne betonen? Jahrelang für große Konzerne arbeiten? Der Verzahnung von Industrie und Parlament diene das, so die Verteidiger dieser Regelung. Selbstverständlich sollten in dieses Programm nur Abgeordnete mit großem Sachverstand (versteht sich, ist ja auch im Kabinett so!!), also „Profis“, aufgenommen werden.Zahlreiche große Konzerne dieser Republik geben sich aufnahmebereit und freuen sich aufs „Zusammenarbeiten“, verkaufen das als „Fortbildung“. Woher das wohl kommt? Wer da von wem profitiert? Nun ja, es dient ja dem Allgemeinwohl. Es gehe um Zusammenarbeit und Vernetzung, lassen die Maßgeblichen schon mal als Rechtfertigung fallen. Außerdem solle „Wissenstransfer ermöglicht“ werden sowie „das Verständnis für die Gegenseite“ erhöht werden. Nun ja, Wissenstransfer? Woher, wohin? Umgekehrt schicken die Konzerne ja auch Manager in die Ministerien, um bei Gesetzesvorlagen „behilflich zu sein“.

Donnerstag, 12. August 2021

Das Netz und man selbst

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich immer mehr ausdifferenziert. Dadurch sind entstanden und entstehen immer mehr, teils streng voneinander geschiedene Lebenswelten, unter denen das Verständnis immer schwieriger. Diese Lebenswelten sind teils sozial bestimmt (etwa durch ökonomischen Status) teils durch Interessen, die selbstverständlich ihrerseits von ökonomischen Möglichkeiten abhängen. Dies ist eine Entwicklung, die quasi „vertikal“ vonstatten geht. „Horizontal“ mag uns zunehmend bewusst werden, dass verschiedene Kulturen sehr unterschiedliche Werthaltungen begründen. Unser Verständnis mag gerade noch für verschiedene Phänomene in Mitteleuropa ausreichen. Mag die Globalisierung auf ihren verschiedenen Ebenen noch so fortgeschritten sein, in weiter entfernt Winkel dieser Erde reicht unser Verständnis trotz allem nicht. Auch dadurch entstehen teils extrem unterschiedliche Lebenswelten samt den damit zusammen hängenden Werthaltungen. Zwischen solchen, auf verschiedene Weise hervor gebrachten Lebenswelten zu pendeln, sie überhaupt erst kennen zu lernen und die damit verbundenen Abläufe besser zu verstehen, war zeitlebens eine „Herausforderung, ein Anliegen für mich. Ich versuchte, mit Personen verchiedener Lebenswelten Kontakt aufzubauen, mit begüterten Personen und Personen, die auf direkte Weise abhängig vom in Deutschland herrschenden Sozialsystem sind. Dies mag auch durch mein Blog „Reise durch Wirklichkeiten“ charakterisiert sein. Es versucht oft, durch kurze Texte, Photos und – sogar – Musik, die eigene Position in einem größeren Zusammenhang besser zu bestimmen. Mein anderes Blog, „ubpage.de“ knüpft mehr an meine musikalische Daseinsform an, bleibt persönlicher, umkreist meine Person.