Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Dienstag, 5. November 2024
Schön oder was?
Donnerstag, 1. August 2024
Paraden
Sonntag, 10. Juli 2022
Wirklichkeit. Wo?
Montag, 27. September 2021
Digitale Dichter
Noch einmal bin ich dem von Politikern explizit geäußerten Wusch nach einem „Volk von digitalen Dichtern und Denkern“ begegnet. Ich denke mir, dass genau das beabsichtigt war, als ich mit meiner geisteswissenschaftlichen „Bildung“ immer mehr auf das Abstellgleis geschoben wurde. Es soll wohl ein Volk von willigen Digitaldeppen geschaffen werden, von Programmierern und Webdesignern, die genau das umsetzen, was man ihnen vorgibt, was selbstverständlich den Gebrauch von Kreativität und Lust am Experimentieren ausschließt. So etwas würde nämlich Zeit zum Spielen und Ausprobieren voraussetzen, was natürlich dem „Zeit ist Geld“-Prinzip zuwiderlaufen würde. Deutschland solle eine Nation der Programmierer und Ingenieure werden, die nicht lange danach fragen, auf welches Ziel wohl so etwas zuführen könnte. Als Ziel werden vielmehr Phrasen wie „Klimaneutralität“ ausgegeben, die alles und jedes bedeuten können, was sie für staatliche Einheiten wie die EU und die von ihren Repräsentanten gehaltenen Sonntagsreden möglicherweise noch attraktiver macht. Ich vergleiche das unwillkürlich mit klassischen Idealen wie dem Streben nach Kunst, Bildung und Gelehrsamkeit, was durch einen Klassenbegriff und das Selbstverständnis eines emanzipierten Menschen gestützt lange die Idee der Nation beherrschte. Man strebte nach einem empathischen, nicht zweckdienlichen und politischen Interessen gefügiges Menschenbild an. Ob wohl dies Ideal des „digitalen Dichters und Denkers“ dem krass widerspricht?
Samstag, 23. Januar 2021
Narziss und Goldmund als Beispiel
Freitag, 6. November 2020
Gewinner, Verlierer
Samstag, 10. Februar 2018
Rückblick auf den Rückblick
Was war gefordert 1975? Eine Durchdringung der Verhältnisse? Eine Kritik am Bestehenden? Systemkritik? Alles noch ein bisschen, - aber mit viel Skepsis. Idealismus rules mit schwachem Haupt, ist gerade in der Abdankung begriffen. Bleierne Zeit. Die sich verstärkt fortgesetzt hat. Die flotten Menschen in den Talkshows die sich so gut inszenieren können. Die 68er waren bereits Mythos.Die Vorbilder. Brecht. Der gute Mensch von Sezuan. Die Bohemians, wie lebten sie? Wie finanzierten sie ihr Leben? War da ein Erbe vom Papa zu erwarten? War das alles nicht eine Illusion? Der Zweifel nagte überall. Die Ironie. Wir nahmen die Phrasen nicht mehr ernst, wir bestaunten sie nur noch. Was war das für eine Zeit, in der man nur ein paar Jahre später über diese Weltverbesserungsemphase lachte? In der man das als Karikatur auffasste? In der man sich plötzlich frei aller Utopien wähnte? In der man einen Ballast abzuwerfen schien. Einen Abfall entsorgte? Wir misstrauten schon damals einer stilisierten Wirklichkeit. Letztlich brauchten wir Geld, um ein Instrument zu kaufen, um die Interrailkarte bezahlen zu können, um mal ins Kino gehen zu können und sich ein Bier oder auch zwei leisten zu können. Uns trieb die Jämmerlichkeit um, das Unbedeutende. Wir hatten nicht die ideellen Probleme der Hauptfiguren im Deutschunterricht. Wir respektierten das als Kunst. Doch das Leben war schon damals etwas anderes. Das eine war der bürgerliche Bildungskanon, auf links getrimmt. Das Andere die Jämmerlichkeit des Alltags. An mir zog das Leben vorüber. Rühmkorf-Gedichte. Die einen machen Promotion für den Literaturbetrieb, die anderen für die Tabakindustrie.
Sonntag, 28. Januar 2018
Experten
Ihr Vorteil: Sie konnten alle etwas Engumgrenztes, eine Spezialität, eine Marotte, ein Ehrgeizziel, ziemlich gut. Sie waren so etwas wie eine Leitfigur für die Leistungsgesellschaft. Sie machten ihr Ding immer wieder und versuchten per Training, sich bestimmte „erfolgreiche“ Verhaltens- und Reaktionsmuster samt der damit zusammen hängenden Abläufe einzutrichtern. Dabei half ihnen oft ein ganzer Stab von Leuten, die der jeweils fördernden Nation (welcher Widerspruch im Zeitalter Europas!) verpflichtet waren. Bei Erfolg wurden dann auch meist Flaggen gehisst und Nationalhymnen gesungen, da wurde Chauvinismus eingeübt. Der Vorteil dieser einstmaligen Helden ist es, dass sie oft „was daraus gemacht“ haben, dass sie jemanden besonders Reiches geheiratet haben oder Vermarktungsagenturen gegründet haben, denen sie dann ihr Gesicht als Logo leihen. Es gelingt ihnen dann meist, in einer solchen „Experten“-Rolle bei den Fernsehprogrammen unterzukommen und gutes Geld dafür zu kassieren. Ob ihr geradezu mechanisches Dauerlächeln dabei förderlich ist und superprofessionell wirkt, mag dahingestellt bleiben.