Reise durch Wirklichkeiten

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Montag, 24. August 2026

Zeitweise

Man müsse unbedingt ganz im Moment, im Hier und Jetzt leben, so höre ich immer wieder. Komischerweise verspüre ich in mir ein anderes Bedürfnis, was dieser fast zur Binse gewordenen Erkenntnis zuwider läuft. Und ich habe in jüngster Zeit etliche wissenschaftliche Aussagen dazu gehört. Zeit als Phänomen beschäftigt mich ja ohnehin. Ich weiß nicht, ob ich diese wissenschaftliche Sicht ganz korrekt wiedergeben kann. Doch sie entspricht dem, was ich bisher schon empfunden oder geahnt habe. Sie verstärkt meine Skepsis gegenüber dieser Gegenwartsorientiertheit, die einem immer angetragen wird. Diese Theorien überraschten mich mit einer Alltagszugewandtheit: Unser Gehirn bringt die Zeit fast nach Belieben zum Laufen und Stehen, - was man sich leicht im Selbstversuch vor Augen führen kann: z.b. wenn man bei einer Uhr mit Sekundenzeiger auf das Zifferblatt schaut, scheint dieser Zeiger im ersten Moment immer zu stehen. Das Gehirn baut auch Zeitsprünge ein: sehen Sie in den Spiegel und fixieren Sie erst das eine und dann das andere Auge. Sie werden nie eine Augenbewegung wahrnehmen. Das Gehirn trickst einen also aus und macht sich die zeitlichen Abläufe passend. Das tut es, um uns zu helfen, damit wir uns die wirklich wichtigen Bilder besser einprägen können. Für unsere Orientierung im Leben also, fürs Planen, Denken, Reden oder Handeln ist diese Vorstellung von Zeit sehr wichtig. Und doch kann uns jeder Physiker vorführen, dass diese Vorstellung, die nahezu alle Kulturen teilen, falsch ist: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – laut Physik alles Quatsch. Einstein hat in seinen Relativitätstheorien versucht, das wahre Bild der Zeit zu zeichnen. Er sieht sie als eine von vier Dimensionen. (3X Raum, 1XZeit) Insofern müssen wir uns von der Idee der Gegenwart lösen. Denn wenn der Raum nicht das eine universelle Hier kennt, warum sollte es dann das eine universelle Jetzt geben? Es gibt so viele verschiedene Orte gleichzeitig. Auch wenn wir sie nicht sehen.Ähnlich ist das mit der Zeit. Man kann sich die Zeit als zusätzliche Raumdimension vorstellen. Alle Momente, wie wir erleben, stehen nebeneinander. Unter Physikern heißt diese Vorstellung von der vollständig gegebenen Raumzeit „Block-Universum“. Alle Ereignisse, vom Beginn des Urknalls bis zur Endzeit, alles ist da. Wir aber erleben dieses Universum nicht als Ganzes, sondern scheibchenweise. Vergangenheit, Zukunft: alles da. Scheinbar. Jeder erlebt seine Einteilung: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ganz individuell geformt und passend gemacht! Z.b. unser Nachbarstern Alpha Centauri: wenn wir sein Bild empfinden können, ist es in diesem Moment bereits vier Jahre alt. Könnten wir auf Alpha Centauri sein, wären alle Ansichten der Erde auch schon 4 Jahre alt. Einstein sagt: Es gibt nicht die eine Aufteilung des Raum-Zeit-Blocks. Jeder formt seine Sicht der Gegenwart. Nur wegen der Geschwindigkeit des Lichts und der relativ kurzen Distanzen auf unserem Planeten entsteht die Illusion einer einzigen globalen Gegenwart. Unser Geist ist erpicht auf die eine, fortschreitende Zeit, obwohl die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig existieren gleichzeitig ? Nun, es scheint dies unserem Gehirn entgegen zu kommen. Es hängt die einzelnen „Ausschnitte“ von Zeit wie in einem Film aneinander, wodurch die persönliche Raumzeit entsteht. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren aber gleichzeitig. Unser Gehirn hängt die verschiedenen Momente der Vergangenheiten über die Gegenwart zusammen und formt dadurch unsere Identität, der durch die Raumzeit führt. Alltag: Erinnerungen an die Zukunft gibt es bei uns nicht, nur ans Babystadium, an die Kindheit. Ein Gefühl einer Lebensreise entsteht in unserem Ich. In Wahrheit bewegt sich aber gar nichts. Zeit lässt sich also nicht aufhalten und wir erleben dabei immer nur einen Bruchteil: Die Gegenwart. Den Moment in ihr sollten wir festhalten, predigten Viele, - auch ich. Wenn aber alle Zeit bereits existiert, könnten wir dann nicht unsere Perspektive ändern und vielleicht sogar in unsere Zukunft blicken? Ich breche hier ab und gestehe, dass mir immer nur Ahnungen, Andeutungen und bildhafte Zeichen möglich waren. Aber ich ahnte etwas von der Zeit, sofern mir so etwas wie ein Auslöser, ein Stimulus und eine Anregung dazu geboten wurde.

Donnerstag, 20. August 2026

Ins Bewusstsein hinein

Um sich zu blicken und das reflektierend festzuhalten versuchen, was einen da angeht, das mag wohl auch ein Inhalt des Journalismus sowie der Literatur gewesen sein. Restelemente davon finden sich auch in meiner Blogschreibe auf Facebook oder hier. Es ist manchmal der klägliche Versuch, eine grundsätzliche Weltsicht weiter zu führen. Klar, das interessiert niemand! Jeder interessiert sich nur für sich. Ich ja auf meine Weise auch! Paradoxa muss man bei solcher Betrachtung aushalten! So ist das in unserer gegenwärtigen Existenz, die wohl aus einer Art Neoliberalismus kommt, wo jeder seines Glückes Schmid sein soll. Manifestation ist angesagt. Nur fest genug daran glauben, dann tritt das Gewünschte auch ein (meist Reichtum). Es gibt wohl eine Menge Spezialisten, die auf klar vorgezeichneten Gebiet brillant sind, aber schon leicht daneben keine Ahnung mehr davon haben, inwieweit sie Rädchen in einem Räderwerk sind, und welchen Gesetzen sie dabei unterworfen sind. Schon gar nicht geht sie „Das Ganze“ etwas an. Ihre Reflektion scheint gelegentlich nicht allzu weit zu reichen. Zu Fragen sowieso nicht. Da herrscht das überall gegenwärtige Lächeln. Die gefällige Gleichgültigkeit. Es kommt mir so vor, als sei es so. Vielleicht ist es auch ganz anders.

Montag, 17. August 2026

Zeitweise

Man müsse unbedingt ganz im Moment, im Hier und Jetzt leben, so höre ich immer wieder. Komischerweise verspüre ich in mir ein anderes Bedürfnis, was dieser fast zur Binse gewordenen Erkenntnis zuwider läuft. Und ich habe in jüngster Zeit etliche wissenschaftliche Aussagen dazu gehört. Zeit als Phänomen beschäftigt mich ja ohnehin. Ich weiß nicht, ob ich diese wissenschaftliche Sicht ganz korrekt wiedergeben kann. Doch sie entspricht dem, was ich bisher schon empfunden oder geahnt habe. Sie verstärkt meine Skepsis gegenüber dieser Gegenwartsorientiertheit, die einem immer angetragen wird. Diese Theorien überraschten mich mit einer Alltagszugewandtheit: Unser Gehirn bringt die Zeit fast nach Belieben zum Laufen und Stehen, - was man sich leicht im Selbstversuch vor Augen führen kann: z.b. wenn man bei einer Uhr mit Sekundenzeiger auf das Zifferblatt schaut, scheint dieser Zeiger im ersten Moment immer zu stehen. Das Gehirn baut auch Zeitsprünge ein: sehen Sie in den Spiegel und fixieren Sie erst das eine und dann das andere Auge. Sie werden nie eine Augenbewegung wahrnehmen. Das Gehirn trickst einen also aus und macht sich die zeitlichen Abläufe passend. Das tut es, um uns zu helfen, damit wir uns die wirklich wichtigen Bilder besser einprägen können. Für unsere Orientierung im Leben also, fürs Planen, Denken, Reden oder Handeln ist diese Vorstellung von Zeit sehr wichtig. Und doch kann uns jeder Physiker vorführen, dass diese Vorstellung, die nahezu alle Kulturen teilen, falsch ist: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – laut Physik alles Quatsch. Einstein hat in seinen Relativitätstheorien versucht, das wahre Bild der Zeit zu zeichnen. Er sieht sie als eine von vier Dimensionen. (3X Raum, 1XZeit) Insofern müssen wir uns von der Idee der Gegenwart lösen. Denn wenn der Raum nicht das eine universelle Hier kennt, warum sollte es dann das eine universelle Jetzt geben? Es gibt so viele verschiedene Orte gleichzeitig. Auch wenn wir sie nicht sehen.Ähnlich ist das mit der Zeit. Man kann sich die Zeit als zusätzliche Raumdimension vorstellen. Alle Momente, wie wir erleben, stehen nebeneinander. Unter Physikern heißt diese Vorstellung von der vollständig gegebenen Raumzeit „Block-Universum“. Alle Ereignisse, vom Beginn des Urknalls bis zur Endzeit, alles ist da. Wir aber erleben dieses Universum nicht als Ganzes, sondern scheibchenweise. Vergangenheit, Zukunft: alles da. Scheinbar. Jeder erlebt seine Einteilung: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ganz individuell geformt und passend gemacht! Z.b. unser Nachbarstern Alpha Centauri: wenn wir sein Bild empfinden können, ist es in diesem Moment bereits vier Jahre alt. Könnten wir auf Alpha Centauri sein, wären alle Ansichten der Erde auch schon 4 Jahre alt. Einstein sagt: Es gibt nicht die eine Aufteilung des Raum-Zeit-Blocks. Jeder formt seine Sicht der Gegenwart. Nur wegen der Geschwindigkeit des Lichts und der relativ kurzen Distanzen auf unserem Planeten entsteht die Illusion einer einzigen globalen Gegenwart. Unser Geist ist erpicht auf die eine, fortschreitende Zeit, obwohl die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig existieren gleichzeitig ? Nun, es scheint dies unserem Gehirn entgegen zu kommen. Es hängt die einzelnen „Ausschnitte“ von Zeit wie in einem Film aneinander, wodurch die persönliche Raumzeit entsteht. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren aber gleichzeitig. Unser Gehirn hängt die verschiedenen Momente der Vergangenheiten über die Gegenwart zusammen und formt dadurch unsere Identität, der durch die Raumzeit führt. Alltag: Erinnerungen an die Zukunft gibt es bei uns nicht, nur ans Babystadium, an die Kindheit. Ein Gefühl einer Lebensreise entsteht in unserem Ich. In Wahrheit bewegt sich aber gar nichts. Zeit lässt sich also nicht aufhalten und wir erleben dabei immer nur einen Bruchteil: Die Gegenwart. Den Moment in ihr sollten wir festhalten, predigten Viele, - auch ich. Wenn aber alle Zeit bereits existiert, könnten wir dann nicht unsere Perspektive ändern und vielleicht sogar in unsere Zukunft blicken? Ich breche hier ab und gestehe, dass mir immer nur Ahnungen, Andeutungen und bildhafte Zeichen möglich waren. Aber ich ahnte etwas von der Zeit, sofern mir so etwas wie ein Auslöser, ein Stimulus und eine Anregung dazu geboten wurde.

Samstag, 1. August 2026

Auf der Suche nach Identität

Man müsste wie die Figuren bei Max Frisch von vorne anfangen können. Gar nicht mal aus Unzufriedenheit, sondern nur um ein Leben noch einmal neu zu leben. Aus anderer Perspektive. Für einen Relativisten wie mich ist das sogar vollkommen logisch. Dieser Gedanke hat mich unter anderem an den Pionieren fasziniert, die im 19. Jahrhundert in die USA aufgebrochen sind. Neue Horizonte. Sich selbst neu erfinden. Sich quasi umdrehen, derselbe bleiben und doch alles anders sehen. Ich habe und hatte zu wenig Urvertrauen dazu.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Ich und die Andern

Die Gegenwart ist krisenhaft. Jetzt im Moment ganz besonders. Ob wir dadurch etwas an Ichgefühl oder Identität verlieren? Oder im Gegenteil: ob wir mehr davon gewinnen? Tatsache ist, dass es in dieser Gesellschaft nicht erst seit der Amtsübernahme eines gewissen Präsidenten Zweifel an einer gemeinsamen Wirklichkeit gibt. Der Vorrat an gesellschaftlichen Gemeinsamkeiten scheint sich auf Geld und ökonomischen Austausch zu beschränken. Das Allgemeine ist fragwürdig geworden. Es herrscht eine Auflösung sozialer Verbindlichkeiten. Dinge gehen offenbar schemenhaft ineinander über: Naturzerstörung und Naturschutz. Beschleunigung und Stagnation. Arbeit und Freizeit. Selbstwert und Marktwert. Was ungeheuer wichtig ist: Es geht nicht um endgültige Wahrheiten, sondern um Vorschläge. Leben ist eine geheimnisvolle Ganzheit, die es möglichst gut zu begreifen gilt. Möglichst gut. Alles, was ist, ist in Bewegung. Ein Schwingen zwischen Polaritäten, etwa Tag und Nacht, Mann und Frau. Der Mensch stellt dazwischen die Frage „Wer bin ich?“. Er ist unbestimmt. Er ist derjenige, der sich seine Lebensumstände selbst schafft. Er hat Umgang mit dem Leben. Man ist in eine bestimmte Umwelt, eine bestimmte Familie, Kultur Epoche hinein geboren. Und in die Natur, Mitglied der Tierwelt, als Erdwesen und Teil der eigenen Schöpfung. Ob einem das Rechte verleiht? Man ist “Geworfener Entwurf...“, sagte Martin Heidegger, der Bräunling und entlarvte Philosoph. Wir sind nicht nur das, was ist, sondern das was sein könnte. Es gibt kein Entweder oder, sondern eher ein sowohl als auch. Den Umgang mit Widersprüchen. Ich und die andern. (Schöne Sprüche....!) Es gilt, sich und das Leben immer wieder neu zu begreifen, begründen und gestalten. Balancen zu gewinnen und seine Seinsmöglichkeiten zu entfalten – möglicherweise auch ohne Sinn. Es geht um den Wert von Leben. An sich. Ein Zurechtfinden. Eine der unendlich vielen Seinsmöglichkeiten für sich zu finden. (Bloß wie?) Alles geht automatisch seinen Gang. Scheinbar. Doch das Leben vollzieht sich zuweilen auch mal in Sprüngen, die die Macht des Faktischen rasant überwindet, indem sie eine andere Geschwindigkeit anschlägt, indem sie plötzlich Realität wird.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Näher an sich dran

Wir werden unserer menschlichen Identität nur sicherer, wenn wir auch die Vergangenheit studieren können. Welchen Weg wir schon gegangen sind, um zum jetzigen Zustand zu gelangen. Was habe ich daraus gelernt? Ging es mir viel zu wenig ums Lernen? Wo bin ich voran gekommen? Welche Inspirationen gab es? Was hat sich in mir festgehakt? Was hat mich behindert? Hat es mich beeinflusst? Wie? Was? Welche Wege bin ich in meinem Leben gegangen, wird da aus heutiger Sicht eine Richtung erkennbar? Wie kann es sein, dass ich derselbe bin – und doch nicht derselbe? Irgendwie geworden. Ein Anderer? Oder derselbe? Wie habe ich die Dinge um mich herum zu verstehen versucht? Und bin dadurch aus mir heraus gekommen? Kann ich das am Heutigen spiegeln? Was sind die Wege, welche Umgebungen sind in mir mit was verbunden? Gebe ich mir das zu - oder gehe ich diesem „Lebe ganz in der Gegenwart“, diesem Gebot der hedonistischen Gegenwartssucher nach? Ist die Gegenwart, unser Existieren für mich nicht vielmehr ein Wunder? In das man hinein geworfen wurde, ohne es wirklich zu verstehen? Ich bin nicht bereit, scheinbare Selbstverständlichkeiten als solche in mich aufzunehmen. Das scheint eine Essenz zu sein, ein roter Faden. Überhaupt, ich würde gerne mehr rote Fäden erkennen an mir. Ich weiß aber auch, dass ich mich gespiegelt habe an Orten, an Verhältnissen, die damit verbunden waren und die mich beeinflusst haben, mit denen ich irgendwie zurecht kommen musste. Ich hatte versucht, zu funktionieren, hatte dies aber nicht so recht fertig gebracht. Erwartungen verfehlt. Ich war rechts und links ausgebrochen, es war wohl in mir angelegt. Dem zu folgen, mag ein Fehler gewesen sein. Ich kann das von heute aus besser erkennen. Ich habe registriert, wie mich Leute rechts und links überholt haben, wie viel sie schneller und durchsetzungsstärker waren - aber nicht unbedingt besser.

Montag, 1. Juni 2026

Erinnerungen?

Man entdeckt Reste in sich. Dessen, was man einmal war. Ob man das noch ist? Ein Gefühl umschleicht einen. Ob es Wehmut ist? Nein, früher war nicht alles besser! Aber manches war anders: Ein Beweis dafür, „dass es auch anders geht“. Man war in Scheis Notwendigkeiten eingezwängt. Man war Objekt, kaum Subjekt. Aber man hatte Zeit. Die verbrachte man oft mit Warten... Ich war ausgestoßen. Es kam mich hart an, dass ich als einziger im Schwimmunterricht aufblasbar orangenfarbene Schwimmflügelchen tragen musste, weil ich nicht schwimmen konnte. Heute kann, den letzten Statistikzahlen nach, ein viel zu großer Prozentsatz junger Menschen nicht schwimmen. Es wurde einem klar, dass man nicht konkurrenzfähig war, dass man auf einen Beobachterposten verbannt war. Man war nicht dabei, wenn es bei den Fußballmannschaften ans Wählen ging, bzw. man gehörte immer zu den letzten, die gewählt wurden. Zwei Leute gingen mit Fußlängen aufeinander zu. Wer nicht mehr in die Lücke kam, hatte verloren. Der andere durfte wählen. Man übte nachmittage lang vor dem Haus das Fußballspielen. Man war in diese Bewegung verliebt. Sie durchpulste einen. Sie motivierte einen. Sie trieb einen. Man entwickelte Sympathie für die, die ebenfalls ausgeschlossen waren. Man sah, wie die sich Mühe gaben und entdeckte Gemeinsamkeiten. Heute sind die Vielen toleranter. Alles geht unter in einer Wolke elterlicher Sympathie. Weich gepolstert. Bloß nicht zu hart sein..... Eltern haben Zeit dafür, der soziale Codex gebietet ein bestimmtes Verhalten. Ach, Selbstmitleid ist nicht erlaubt.......

Mittwoch, 6. Mai 2026

Selfie selbst

Selbstbespiegelung. Ist heute akzeptiert. „Selfies“ sind längst eine kulturelle Errungenschaft geworden, Aufnahmen des Ego. Visuelle Wiedererkennbarkeit. Kurze Reize. Anmutung. Autenthischer Selbstausdruck. Ego. Sich in andere Rollen hinein begeben durch Verkleidung. Oder ob dies nur die Sehnsucht danach ausdrückt? Ein Bedauern darüber, dass man derselbe bleibt, egal, welche Verkleidung man wählt? Selfie, eine gesuchte Möglichkeit der Selbstsuche? Masken aufsetzen. Digitale Masken. Sich verstellen. Sich dahinter verstecken? Ob das KI-Geschwätz gangbare Praktiken zeigt Andere Codierungen anstreben? Auffallen? Dadurch möglichst viele „Likes“ erhalten? Auf dem Markt der Kommunikation dadurch etwas wert sein? Nicht das wahre Ich an sich anstreben, sondern es in die Welt hinein brüllen. Sich kommunizieren. Den Verlust anderer Kommunikationsmöglichkeiten als Verlust auch ausleben. Typische Situationen, Klischees des Verhaltens. Zusammenhänge in sich hinein lassen und ihnen dann Ausdruck geben. Das Ego dadurch erforschen. Schauspielern. Stars nacheifern. Alles zur Banalität machen. In der Gleichschaltung leben. Visueller Terror. Vorgegeben Modellen nachhecheln. Role models ausfüllen.

Dienstag, 10. März 2026

Orientierung

Ich schreibe mir das auf, indem ich mir für kurze Zeit des gewaltigen Stroms an Geschichte bewusst bin, der durch mich hindurch geflossen ist: Wo bin ich? Wo bin ich angekommen? Wer bin ich überhaupt? Was habe ich jemals gefunden? Bin ich alleine? Wer ist jemals bei mir gewesen? Ich wache auf und wundere mich. Ich bin plötzlich ein alter Sack. Und ich muss mir zugestehen: Das habe ich nicht so recht mitgekriegt. Wo sind sie hin, all die Chancen, die ich nie verwirklichen konnte, die ich immer weiter weg vertagt und in den Horizont geschoben habe, wo sie dann langsam entschwunden sind? Ja, es geht wirklich alles so schnell, - und es kommt mir jetzt vor, als ginge es noch schneller. Das Leben. Das, was in einem ist. Was einen ausmacht. Du gehst verwundert durch diese Gesellschaft hindurch, die Jungen gibt es immer, die Alten auch: währenddessen wirst du immer älter und gleitest wie durch einen Tunnel. Du könntest jetzt Vater sein, Großvater schon. Ich, Großvater? Mit Enkeln? Wer wäre ich denn?

Freitag, 6. März 2026

Wollen

Ich will auch meine Aufmerksamkeit für die scheinbar hässlichen und nebensächlichen Dinge des Alltags, für das Persönliche, das ins Öffentliche strebt und symptomatisch ist, für das Kleine, das im Großen verborgen ist, für die unmittelbare Umgebung, die doch den meisten Leuten so fern ist....... ich will verschiedene und andere Perspektiven! Das scheinbar Gegensätzliche auflösen in meinem Blick, meiner Art, ja, ich will darin durchaus erkannt werden. Welcher Mensch würde das nicht wollen?

Freitag, 6. Februar 2026

Identitätsbildung

Eine Identität durch Abgrenzung von den „Anderen“ herauszubilden, dafür Verhaltensmodelle und werthaltige Hilfestellungen zu entwickeln, scheint ein Hauptinhalt jeglicher Rockmusik gewesen zu sein und immer noch zu sein, obwohl sie in der heutigen Freizeitwelt schon sehr viel an Bedeutung eingebüßt hat und kaum noch Bedeutung außerhalb des gänzlich Subjektiven und vor allem (!) der Profitmaximierung eines Unterhaltungsgewerbes trägt. Dass eine solche Identitätsbildung vor allem in der Jugend, - genauer: in der Pubertät - vonstatten geht, mag zum iuvenilen Mythos der Rockmusik beigetragen haben. Das gilt besonders für die fünfziger Jahre, als sich solche Mechanismen im Rahmen der veränderten Freizeitgewohnheiten und finanziellen Ausstattungen von Jugendlichen herausbildeten. „Doch jetzt schnell ins nächste Metal-Konzert: Engel aus Metall recken die Faust Luzifer zum Gruße, diabolische Monster grinsen von T-Shirts, kriegerische Embleme und Totenköpfe auf Lederjacken, erstaunlich viele Männer mit tätowierten Armen: kein Zweifel, das schafft das richtige Ambiente für ein zünftiges Heavy Metal Konzert. Hard'n Heavy Rock nennt man's gelegentlich auch, und das heißt wörtlich übersetzt etwa: ein harter und schwerer Brocken.Und das ist es auch, was das Publikum beim Konzert erwartet. Zunächst heizen zwei (!) Vorgruppen die Stimmung für den Hauptact des Abends an, die eine derartige Lautstärke produzieren, dass das kritische Ohr danach schon vollkommen betäubt ist und nach einer Pause verlangt, die aber leider zu kurz ausfällt.“

Dienstag, 25. November 2025

Spiegelei

Sie ist unlängst bei mir in meinen Zetteln aufgetaucht, was ich aus den Augenwinkeln mitkriegte. Sie, die mir früher im Hinblick auf so etwas wie Identität so viel bedeutete. Cindy Sherman beobachtete sich auf jedem ihrer Selbstporträts als ein anderes Ich, immer auf der Suche nach sich selbst. Sie bannte Ehe- und Karrierefrauen, Stenotypistinnen, freizügige Lebedamen oder böse Feen in ihren Fotos, Filmen und Texten. Sherman ging es nicht um eine eitle Selbstbespiegelung, um eine Vorführung des eigenen Ich. Sie sagte mal „ Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich je völlig ich selbst bin, außer wenn ich ganz alleine bin. Ich sehe mein Leben als Übungsplatz, weil ich fortwährend Rollen spiele“. Die Verwandlungsfähigkeit und das Einfühlungsvermögen, in andere Wesen zu schlüpfen, sich per raffiniertem Identitätstausch zu verwandeln, in Temperamente, Reizbarkeiten, und in anderen extrem fremden Häuten aufzugehen, das eigene Ich aufzugeben, das führte sie uns eindrucksvoll vor. Es war wohl so etwas wie ihr Lebensentwurf. „Es gibt das stereotype Bild von dem Mädchen, das sich hinein träumt in Rollen, etwa eines Popstars. Sherman arbeitete auch mit Science-Fiction-Maskeraden, mit Gruselmimik, mit Gesichtsattrappen und künstlichen Körperteilen. Es sind wohl alles Untersuchungen der eigenen Person, die das Recht an dem einen völlig mit sich selbst identischen Person verwischt und verliert.

Sonntag, 3. August 2025

In die Ferne?

Wieso geben sich Menschen dem Tourismus hin? Weil er alles für sie tut und ihnen alles organisiert? Weil sie zuhause nicht so gut entspannen und sich erholen können? Weil sie einen Perspektivwechsel brauchen? Aus Neugier? Wissensdurst? Ausbruch aus dem Alltag? Aus der Warenwelt? Flucht aus der Wirklichkeit? Ob der Erwerb von sozialem Prestige eine Rolle spielt? Was es gilt, dem Leben der „Einheimischen näher zu kommen.... Sich einen Kick und ein einzigartiges Erlebnis zu verschaffen, das einen in Kontakt mit sich selbst bringt? Oder das Gegenteil: das kurzzeitige Eintauchen in eine andere Identität? Das Abdriften in Ekstase und Rausch? Ob da digitale Techniken wie „Virtual Reality“ etwa einen Ausweg weisen können? Die Touristen sind ja immer die anderen, um ein Sartre-Zitat etwas abzuwandeln. Die Blöden, die die Masse brauchen. Wir hingegen goutieren das Reisen und erfahren dabei etwas.... wir bilden uns. Ob das eine typische Mittelschichtsargumentation ist? Ob diesbezüglich die ganz betont ökologisch denkende Klasse von Menschen (z.b. Lehrer) die am meisten handelnde ist, - verreisende? Geht es um „soziale Distinktion“, also um das Bedürfnis, sich zu unterscheiden, sich abzuheben von“ der Masse“? Spass als Pflicht.... Jetzt fangen ja schon die Chinesen, Inder oder Russen an, zu reisen, zu fighten, In Kriegen aller Art. Soweit ist es schon gekommen. Ob es da nicht etwas zu voll wird? Ha ha. Kraft schöpfen, Energie - oder? Fotos bezeugen das Erreichen von Vorgaben, „verschönern“ eine Wirklichkeit, reproduzieren Klischees.

Mittwoch, 4. Juni 2025

Schicksal

„Du bist der, der du warst. Bist das und bist es nicht. Lebendes Paradoxon. Vergangenheit und Gegenwart überlappen sich. Warst unglücklich und wirst es wohl sein. Bist bestraft damit. Wieso? Die Antwort hat dich ein Leben lang beschäftigt, bist nie dahinter gekommen. Vielleicht würde ein professioneller Psychologe viele Stunden dazu brauchen, um auch nur eine klischeemäßige Antwort zu geben. Auf Misserfolg programmiert. „Du musst dich ändern“, sagt Rilke und meint dein Unbewusstes. Nur wie? Es kommt der Tod auf dich zu, unweigerlich. Zuerst sterben deine Eltern, dann du selbst. Was wird gewesen sein? Wo wird man Spuren hinterlassen haben? Wer wird man gewesen sein? Ein völlig belangloses Ego für die Welt. Selbstmitleid ist nicht erlaubt, sagen die „großen“ Geister. Haben womöglich damit recht. Sind damit ja auch groß geworden. Aus Zufall hinein getappt, sagen die „Stars des Menschseins“ über sich selbst. Du sitzst ungläubig dabei. Wie ging das? Warum du nicht? Karma? Andere sinnieren auch darüber nach. Du hattest lange Zeit, die „großen“ Geister zu lesen. Sie schreiben, du schreibst auch, - und kriegst doch nichts zustande. Hast nie etwas zustande gebracht. Andere klingeln mit Worten. Du findest es widerwärtig. Faselst in dich hinein aus dir heraus. Unbemerkt.“

Sonntag, 6. April 2025

Was Pop sein könnte

Pop sei ein Spiel mit Identitäten, so heißt es. Pop erlaube einem, sehr viel aus sich zu machen. Pop sei ein typischer gesellschaftlicher Aufstiegskanal gewesen, über lange Zeiten hinweg. Dieser Meinung bin ich auch. Doch diese Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile scheint es für viele junge „User“ weitaus anstrebenswerter, ein Youtube-Star zu werden, ein „Influencer“ oder sowas… Die Freizeitgewohnheiten haben sich geändert. Typisch im Journalismus: Pop sei so, - oder müsse so sein, heißt es von wichtigen Gesichtern, die sich „Experten“ nennen. Der Kundige weiß es halt. Er stellt riskante Behauptungen auf, wagt steile Thesen. Das wird dann gerne gehört und gelesen. Übertreibung wird als Pointierung verkauft. Das verleiht scheinbar Halt und gibt glasklare Orientierung in einer Welt, die eigentlich keine Orientierung mehr bietet. Aber wofür haben wir eigentlich unsere Experten? Im Falle der Popkritik wird gerne eine soziale Gruppenzugehörigkeit behauptet. „Musik für Hipster“ (gibt es die noch?). Jutebeutel, Vollbärte, enge oder weite Hosen und Trucker-kappen: fertig ist die modische Mittelschichtsjugend aus der (Groß)Stadt.! Wenigstens für eine gewisse Zeit. Oder es gibt seltsame Zuschreibungen, die auf Phantasie schließen lassen sollen: Zickigkeit mit verlorenen New Wave- Gitarren und Gruftiecoolnes, trippige Slow Beats und Düsterreime......und das neue Album ist ganz toll! Oder „Beurteilungen“ von oben herab, vom Standpunkt des souveränen Überblickers aus, der optimal stilsicher und dem Zeitgeist stets näher als andere ist: „.....die Stimmung primär klassisch progressiv. Schlimme Gitarren, eine Ahnung vom Geschmeidigen und nur wenig moderner, dynamischer Pop.....“, - oder „Kirchengruftenrock, ritualisiert wie Sonntag in der Kirche, Umfang reduziert Techno....“. Das hier Vorausgehende und das Folgende habe ich auch schon oft in verschiedenen Zusammenhängen gelesen: „eine würdevolle Aura des Fragilen mit unmittelbarer Präsenz. Eine Figur im schwarzen Anzug und mit offenen grauen Haaren, mit Sanftmut, aber ohne große Gesten....“. Man lässt sich dann schon mal gerne vom Charisma und Erscheinungsbild einfangen, - aber nur in diesem Zusammenhang! Oder? Mit Stilen wird auch gerne operiert: „Sound aus Soul, Gospel, Post-Punk, Hip-Hop und Industrial-Dub“. Ich habe jetzt beliebig hinein gegriffen in die Kiste, habe Seiten kurz aufgeschlagen bzw. angeklickt und abgeschrieben“

Donnerstag, 3. April 2025

Nostalgie

Heute will ich ein bisschen über Nostalgie schreiben, will Material dazu sammeln. Es heißt, Nostalgie schaffe Sinn, dort wo womöglich keiner ist. Uns fallen vielleicht bestimmte Momente ein, im Alltag vergangener Zeiten, aber auch auf Reisen und jene Augenblicke, in denen uns Menschen näher kamen. Besonders geeignet scheinen Gerüche, optische Eindrücke und akustische Momente. Auch umspielt Nostalgie offenbar das griechische Wort „Nostos“, das so etwas bedeutet wie „Heimweh“ und „Sehnsucht nach Heimat“. Es schaffe eine Art Gemeinsamkeit, so heißt es, indem man feststelle, wie sehr man gemeinsam bestimmte Zeiten geteilt habe, in denen mutmaßlich alles besser gewesen sei. Was daraus resultiert, kann bei jeder Ü-50-Party erlebt werden. Heute steigert Nostalgie mit solchen Tricks ganz allgemein das Wohlbefinden und bedeutet oft genug ein gemeinsames Schwelgen in Erinnerungen. Sie ist insofern auch ein Mittel gegen Einsamkeit und legt etwas nahe, was einer Entfremdung zuwider läuft. Ob Nostalgie vielleicht sogar grundsätzlich etwas mit anderen Menschen zu tun hat? Durch solche Faktoren mag Nostalgie durchaus etwas mit der Suche nach Identität zu tun haben. Nostalgie war einmal etwas eher Negatives und wurde früher mit Erscheinungen wie Angst, Schlaf- und Appetitlosigkeit in Zusammenhang gebracht. Leider kann Nostalgie in der Politik teilweise verheerende Auswirkungen haben, wie nicht nur eines wieder mächtigen US-Präsidenten Wahlspruch „Make America great again“ dokumentiert. Viele populistische Strömungen arbeiten mit der Sehnsucht nach Rückkehr ins Geborgene, Wohlgeordnete, mit der gewünschten und versprochenen Rückkehr zu etwas, was aus Vergangenheit bekannt zu sein scheint. Wenn ich in mich gehe, so entdecke ich unter anderem ein Bedürfnis nach Selbstvergewisserung und Integration dessen, was die Zeit in ihrem Laufe einst in mich hinein geschaufelt hat.

Samstag, 1. März 2025

Des Pudels Kern suchen

Sich selbst finden. Achtsamkeit in sich entdecken, das klingt jetzt sehr modisch. Zeitgeistig halt. Wer wollte das nicht? Das Göttliche in uns finden. Wenn es schon keinen Gott mehr gibt! In der Ruhe und Entledigung all dieser Scheinvorstellungen. Sich kein Bild mehr davon machen, was größer als wir selbst ist. Das Paradies? Muss das sein? Was ist das Nichts? Nichts tun, was jemand anderes schaden könnte. Hohe Moral, aber es kann das Zusammenleben und das gemeinsame Suchen leichter machen. Vielleicht. Muss das alles sein? Regeln, Verbote? Es scheint etwas sehr Menschliches zu sein und einem Bedürfnis zu entsprechen, dass der Befolgung von außen kommender Vorschriften das Heil zuspricht. Auch das Paradies oder das ewige Leben. Gibt es eine Angst vor dem Tod, die als Motivation für Religionen wirken könnte? Nun ja, die Geschichte ist voll davon.... Ist Meditation das Loslassen der Welt als Befreiung? Blöd nur, das es dazu auf dieser Welt noch andere Voraussetzungen geben muss. Die Verhältnisse, die sind leider so. Weltfremdheit wurde mir bewusst, Lächerlichkeit. "Die andere Ebene" rückt für mich dadurch immer mehr in die Ferne. Sich selbst finden? Ja, im besten Falle. Aber wann tritt der beste Fall wirklich ein? Das „Göttliche“ in mir selbst finden. Ja, es ist in mir, möglicherweise. Manche haben es den "göttlichen Funken" genannt. Aber wie kann ich ihm besser näher kommen? Mit meinen bescheidenen Möglichkeiten? Mit meinem „heißen Bemühen“ nur? Hingabe? Es stark wollen, - oder gar nichts wollen? Überhaupt erscheint es mir immer fragwürdiger, sich ein Bild vom Göttlichen zu machen und sich ihm mit irdisch geprägten Vorstellungen nähern zu wollen. Das stimmt nicht mit meinen Vorstellungen darüber überein, dass es etwas Größeres ist, etwas, was über unseren Geist hinaus geht. Welche Anmaßungen, unseren Geist und seine Möglichkeiten, ja, überhaupt den Menschen absolut zu setzen! Vielleicht gibt es ja eine Ahnung davon, was darüber hinaus geht? Nur das. Der Atheismus war für mich nicht nur deswegen auch niemals eine Lösung, ein Ziel. Für mich. X x Finding yourself. Discovering mindfulness within yourself - that sounds very fashionable now. In keeping with the spirit of the times. Who wouldn't want that? Finding the divine within us. When there is no longer a God! In peace and getting rid of all these illusions. No longer forming an image of something greater than ourselves. Paradise? Does that have to be? What is nothingness? Not doing anything that could harm someone else. High morals, but it can make living together and searching together easier. Maybe. Does that have to be all there is? Rules, prohibitions? It seems to be something very human and to correspond to a need that promises salvation by following external rules. Also paradise or eternal life. Is there a fear of death that could motivate religions? Well, history is full of it.... Is meditation letting go of the world as liberation? It's just stupid that there have to be other prerequisites in this world for that to happen. Unfortunately, the conditions are like that. I became aware of my unworldliness, ridiculousness. For me, "the other level" is becoming more and more distant. Finding yourself? Yes, in the best case scenario. But when does the best case scenario really occur? Finding the "divine" in myself. Yes, it is in me, possibly. Some have called it the "divine spark". But how can I get closer to it? With my modest possibilities? With my "ardent efforts" only? Devotion? Wanting it strongly - or wanting nothing at all? In general, it seems more and more questionable to me to form an image of the divine and to try to approach it with earthly ideas. That does not correspond with my ideas that it is something greater, something that goes beyond our minds. What presumptions to make our minds and their possibilities, and indeed people in general, absolute! Perhaps there is an inkling of what goes beyond that? Just that. Atheism was never a solution, a goal for me, and not just for that reason. For me. Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen zu verschmelzen, das man sich neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür entwickelt, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person, „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“. X x It is important to live completely in the moment, but also to live "integratively" at the same time: that is, to bring the past back into one's own life again and again, to merge it into a single thing that one can discover anew (!) and that has become (to develop an awareness of it, to have become and been shaped by the circumstances, by the past..., to be interested in it and to discover it anew for oneself... to "bring it back in" through a changed perspective...). For me, self-reference (including visits to places from the past, but also in diary studies) is evidence and motivation for searching for myself..... I "use" fragments and found pieces to put together unconnected things, to understand them as part of a self..... to find a line of the whole..... in my person. It is important to make her more aware of me, to get closer to her through suggestions and emotional drives, where she, this person, "slipped through time".... I want to gain a higher degree of identity. An awareness of the collective moment can also be gained in the process. A new understanding: being thrown into roles, into social patterns, into spatial and other determinations, into time and its own conceptual patterns. Understanding my perspective as having "become". Understanding that one has been exposed to influences. Touching one's own history. Better "coming to terms with" the past.

Mittwoch, 29. Januar 2025

Identität suchen

Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen zu verschmelzen, das man sich neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür entwickelt, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist. Ein kompletterer Mensch werden. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person, „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“. X x It is important to live completely in the moment, but also to live "integratively" at the same time: that is, to bring the past back into one's own life again and again, to merge it into a single thing that one can discover anew (!) and that has become (to develop an awareness of it, to have become and been shaped by the circumstances, by the past..., to be interested in it and to discover it anew for oneself... to "bring it back in" through a changed perspective...). For me, self-reference (including visits to places from the past, but also in diary studies) is evidence and motivation for searching for myself..... I "use" fragments and found pieces to put together unconnected things, to understand them as part of a self..... to find a line of the whole..... in my person. It is important to make her more aware of me, to get closer to her through suggestions and emotional drives, where she, this person, "slipped through time".... I want to gain a higher degree of identity. An awareness of the collective moment can also be gained in the process. A new understanding: being thrown into roles, into social patterns, into spatial and other determinations, into time and its own conceptual patterns. Understanding my perspective as having "become". Understanding that one has been exposed to influences. Touching one's own history. Better "coming to terms with" the past.

Montag, 6. Januar 2025

Werte im Wandel

Wir bewegen uns in einem Aufmerksamkeitsmarkt. Jeder will originell sein, nicht zu der Masse gehören, individuell und besonders sein, will durch seinen eigenen Wert auffallen, sich absetzen von den Anderen. Dazu designt er seine Umgebung mit Lifestyle, exklusiver Nahrungsaufnahme, mit Marken, Authentizität, Haus, Wohnung, Events, Projekte in einer Objektewelt, die individuell aufgeladen ist. Regionale Communitys (Schotten, Katalanen, Schwaben usw….) plus Weltanschauungsgemeinschaften (z.b. „Woke sein“, „Querdenker“, „Veganer“,) spielen da mit. Es geht bei allem um Identität und Identitätsstiftung. Es geht gegen die globale Standardisierung. Es herrscht eine Verherrlichung des scheinbar Einzigartigen. Die industrielle Moderne wandelt sich in eine Gesellschaft des Besonderen, des Einzigartigen, des Herausstechenden. Etwa in den 70/80er Jahre fand der vorbereitende Wandel statt. Unmerklich für die Masse der Menschen. Es bedeutete das auch das Ende einer Industriegesellschaft, in der Leistung der herausragende Wert war. Die jetzige Warenwelt in der Spätmoderne sollte möglichst nichts Austauschbares mehr produzieren (und tut es doch in ungeheurem und wachsenden Ausmaß). Emotionale Erfüllung ist jetzt versprochen. Es geht um Differenz, Selbstverwirklichung, um ein sich Herausheben aus der Masse, etwa um besondere Orte (meist möglichst weit weg…) als Funktion in der Tourismusindustrie. Insgesamt herrscht zunehmend eine Kultur der Selbstoptimierung. In diesem Zusammenhang war mal ziemlich heftig von „Wertewandel“ die Rede. Der Markt für industrielle Güter schien weitgehend erschöpft. Dadurch wurde die Grundlage geschaffen, dass ein „kultureller Kapitalismus“ entsteht. Aus einigermaßen egalitärer Gesellschaft heraus kam es zum Entstehen einer neuen Mittelklasse (z.b. auch neue Akademiker, Wissensökonomie, Technokraten), die Träger eines neuen Wertewandels war (oder zumindest sich selbst so begreift) und sich heute in dem abbildet, was sich der Wertehaltung des „Woken“ befleißigt. Der gesellschaftliche Wandel brachte auch eine neue prekäre Klasse hervor, die auch – was im öffentlichen Bewusstsein keine große Rolle spielt und sich besonders in der Corona-Krise erwiesen hat - für „systemrelevante“ Berufe steht. X x We are moving in a market of attention. Everyone wants to be original, not to belong to the masses, to be individual and special, to stand out through their own value, to set themselves apart from the others. To do this, they design their environment with lifestyle, exclusive food, brands, authenticity, houses, apartments, events, projects in a world of objects that is individually charged. Regional communities (Scots, Catalans, Swabians, etc.) plus ideological communities (e.g. "woke", "lateral thinkers", "vegans") play a part in this. It is all about identity and the creation of identity. It is against global standardization. There is a glorification of the apparently unique. Industrial modernity is changing into a society of the special, the unique, the outstanding. The preparatory change took place in the 70s and 80s. Unnoticeable for the masses of people. It also meant the end of an industrial society in which performance was the outstanding value. The current world of goods in late modernity should, if possible, no longer produce anything interchangeable (and yet it does so on an enormous and growing scale). Emotional fulfillment is now promised. It is about difference, self-realization, about standing out from the crowd, for example about special places (usually as far away as possible...) as a function in the tourism industry. Overall, a culture of self-optimization is increasingly prevalent. In this context, there was once quite a lot of talk about a "change in values". The market for industrial goods seemed to be largely exhausted. This laid the foundation for the emergence of a "cultural capitalism". From a somewhat egalitarian society, a new middle class emerged (e.g. also new academics, knowledge economy, technocrats), which was the bearer of a new change in values (or at least sees itself as such) and is today reflected in what is committed to the values of the "woke". Social change has also brought about a new precarious class, which also represents “system-relevant” professions – something that does not play a major role in public consciousness and has become particularly evident in the Corona crisis.

Samstag, 7. Dezember 2024

Hinter Helmen

Ich erinnere mich ganz subektiv (!), wie das damals war: Daft Punk betrieben den Kult der Anonymität, der unter Rockmusikern beliebt war. Sie verbargen sich unter/hinter dicken, SFmäßig anmutenden Helmen, die aus „Krieg der Sterne“ hätten stammen können. Unter ihrem Etikett war oft befremdliche und mäßig produzierte "Disco"-Musik (heute eher "Club") zu hören, von der man nicht genau wusste, wie sie gemeint war. Sie waren eine Art erfolgreiches und in Vocoder-Robotertönen geschwängertes Seitenphänomen für mich, so lange bis die Erfolgsscheibe „Random Access Memories“ 2012 kam, mit dem von mir ohnehin hochgeschätzten Nile Rogers und der in Töne gesetzten und mit allerlei Weisheiten versetzten Bio-Erzählung von Giorgio Moroder, dem Disco-Prinzipal der 70er Jahre. Ein Ohrwurm war „Get lucky“ mit Pharrell Williams, dem ich vor allem wegen dem Schlagzeuger Omar Hakim, dem Bassisten Nathan East und - natürlich - Nile Rogers nachhing. Es stellte sich jetzt die Frage danach, wie so etwas gemeint sein könne. Eine Denkanstrengung. Die Mehrheit - und auch ich! - hingen jedoch dem unnachahmlich körperbetonten Beat von „Get Lucky“ nach, der Single, die anscheinend in 30 Ländern Nummer Eins war. Ich hätte diesen Welthit damals unendlich viele Male hören können. Die beiden Protagonisten freilich verbargen sich immer noch hinter ihren futuristischen Helmen, tauchten ab in Anonymität und verdienten darüber viel Geld. Wie man so etwas durchhalten konnte, das nötigte mir immer noch Respekt ab. Ich tat es aber als Marketing-Gag ab. Seltsame Sachen waren diese gefällig montierten Zitate aus der Disco- und Dancefloor-Welt dann aber doch. Und den Kult mit den Helmen hatten die Macher auch durchgehalten bis zu ihrem Ende, das später verkündet wurde. Hut ab!, sagte ich da und beerdigte zusammen mit dem Video „Epilogue“ (Zwei Männer unter Helmen gehen in die Wüste, man sprengt sich in die Luft, „Love is the answer“ wird jubiliert) ein weiteres Stück meiner persönlich erinnerten Rockmusik. x x I remember very subtly (!) what it was like: Daft Punk were practicing the cult of anonymity that was popular among rock musicians. They hid under/behind thick, SF-like helmets that could have come from Star Wars. Their label often included strange and poorly produced "disco" music (now more "club"), which you didn't know exactly what it was meant to be. They were a kind of successful side phenomenon for me, saturated with vocoder robot sounds, until the successful album "Random Access Memories" came out in 2012, with Nile Rogers, whom I already admire highly, and the bio-narrative of Giorgio Moroder, the disco principal of the 70s, set to music and peppered with all kinds of wisdom. One catchy tune was "Get Lucky" with Pharrell Williams, which I was particularly fond of because of the drummer Omar Hakim, the bassist Nathan East and - of course - Nile Rogers. The question now arose as to what this could mean. It was a thought-provoking exercise. The majority - and I too! - were, however, hooked on the inimitably physical beat of "Get Lucky", the single that was apparently number one in 30 countries. I could have listened to this global hit countless times back then. The two protagonists, of course, were still hiding behind their futuristic helmets, submerged themselves in anonymity and earned a lot of money from it. How they could keep up with something like that still commanded my respect. But I dismissed it as a marketing gimmick. These pleasingly edited quotes from the disco and dancefloor world were strange things after all. And the makers had kept up the helmet cult until their end, which was later announced. Hats off!, I said, and buried another piece of my personally remembered rock music together with the video “Epilogue” (two men wearing helmets walk into the desert, they blow themselves up, “Love is the answer” is rejoiced).