Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Freitag, 31. Juli 2026
Worte (ublyrik)
Alle Worte sind Geräusch gewesen und sind wieder dazu geworden
Missbrauch und Verlogenheit, im weißen Rauschen untergegangen
dessen, was jeder sagt, jeder hat eine Meinung
Worte sind missbraucht und zu Werbung geworden
für Produkte und eitle Egos
Wetten auf Macht und kitschiges Glück
Wichtig wollen sie einen einbringen
arrangiert, manipuliert, geschönt
auf Wirkung bedacht, etwas einbringen
du kannst stammeln, stottern, lallen
Phrasen sind geprägt, an denen das gemessen wird
Der Zeitgeist streicht jetzt streichelnd über den Screen
auf dem die Icons und Klicks leuchten
wohl das Richtige und nicht das Falsche, das Falsche im falschen Leben
mir ist schon schlecht vor lauter Wiederholungen
ich will den Tag und die Sonne genießen
weggehen und träumend mich verdrücken
ans Meer und in kalte Berge
immer weiter tanzen hinaus
sie tanzen um das goldne Kalb
selbstverständlich Fan ihrer selbst
das Gefühl, wenn der nasse Lappen auf das Gesicht, auf die Haut kommt
die können sich nicht mehr riechen
wieso machen so viele Menschen so seltsame Sachen?
Um sich selbst zu spülen, zu spüren, sich selbst zu verwirklichen?
Das ist die neue, heilig anstrengende Pflicht:
Sich optimieren
Donnerstag, 30. Juli 2026
Ich und die Andern
Die Gegenwart ist krisenhaft. Jetzt im Moment ganz besonders. Ob wir dadurch etwas an Ichgefühl oder Identität verlieren? Oder im Gegenteil: ob wir mehr davon gewinnen? Tatsache ist, dass es in dieser Gesellschaft nicht erst seit der Amtsübernahme eines gewissen Präsidenten Zweifel an einer gemeinsamen Wirklichkeit gibt. Der Vorrat an gesellschaftlichen Gemeinsamkeiten scheint sich auf Geld und ökonomischen Austausch zu beschränken. Das Allgemeine ist fragwürdig geworden. Es herrscht eine Auflösung sozialer Verbindlichkeiten. Dinge gehen offenbar schemenhaft ineinander über: Naturzerstörung und Naturschutz. Beschleunigung und Stagnation. Arbeit und Freizeit. Selbstwert und Marktwert. Was ungeheuer wichtig ist: Es geht nicht um endgültige Wahrheiten, sondern um Vorschläge. Leben ist eine geheimnisvolle Ganzheit, die es möglichst gut zu begreifen gilt. Möglichst gut. Alles, was ist, ist in Bewegung. Ein Schwingen zwischen Polaritäten, etwa Tag und Nacht, Mann und Frau. Der Mensch stellt dazwischen die Frage „Wer bin ich?“. Er ist unbestimmt.
Er ist derjenige, der sich seine Lebensumstände selbst schafft. Er hat Umgang mit dem Leben. Man ist in eine bestimmte Umwelt, eine bestimmte Familie, Kultur Epoche hinein geboren. Und in die Natur, Mitglied der Tierwelt, als Erdwesen und Teil der eigenen Schöpfung. Ob einem das Rechte verleiht? Man ist “Geworfener Entwurf...“, sagte Martin Heidegger, der Bräunling und entlarvte Philosoph. Wir sind nicht nur das, was ist, sondern das was sein könnte. Es gibt kein Entweder oder, sondern eher ein sowohl als auch. Den Umgang mit Widersprüchen. Ich und die andern. (Schöne Sprüche....!)
Es gilt, sich und das Leben immer wieder neu zu begreifen, begründen und gestalten. Balancen zu gewinnen und seine Seinsmöglichkeiten zu entfalten – möglicherweise auch ohne Sinn. Es geht um den Wert von Leben. An sich. Ein Zurechtfinden. Eine der unendlich vielen Seinsmöglichkeiten für sich zu finden. (Bloß wie?) Alles geht automatisch seinen Gang. Scheinbar. Doch das Leben vollzieht sich zuweilen auch mal in Sprüngen, die die Macht des Faktischen rasant überwindet, indem sie eine andere Geschwindigkeit anschlägt, indem sie plötzlich Realität wird.
Mittwoch, 29. Juli 2026
Kunst und Leben
"In einem ganz bestimmten Paradoxon hob sich der Gegensatz Kunst und Leben auf. Dies Thema trieb ihn um: war es Henri Matisse, oder war es Marcel Duchamps? Er war sich in diesem Moment nicht sicher. Aber einer von beiden hatte an eines seiner Kunstwerke diese großartigen Zeilen geheftet: „Dies ist nicht, was es darstellt“. Pennälerwissen. Ein Stochern im Nebel.
„That’s, what it is“, diese lässigen, diese ganz und gar unintellektuellen Zeilen würde er einen Cowboy dazu sprechen lassen, wenn er eines Tages einen Film über derartige Sachverhalte drehen würde. Der Cowboy würde dreckig dazu grinsen, wie einer jener Schurken, die um zwölf Uhr mittags mit der Eisenbahn in das kleine Kaff im Westen kommen, um Gary Cooper die Hölle heiß zu machen. „High Noon“. Was nun? Natürlich würde er eines Tages den Oscar für sein Werk annehmen, - nun gut. Beiläufig. Man hatte wahrscheinlich keine andere Wahl, als ihn an- und mitzunehmen. Aber eigentlich ging’s einem nicht darum, Es ging einem um die Kunst, es ging einem darum, sich auszudrücken. Man musste sich ausdrücken, dies war einem als Künstler aufgegeben. Und er selbst war Künstler. Wenigstens eine Art Künstler. Basta."
Dienstag, 28. Juli 2026
Kurs halten
Man zieht seinen Kurs durch, auch wenn das womöglich niemand mehr so richtig interessiert. Surrealistische und romantische Sichtweisen sind da enthalten, - unter anderem. Ich ging oft davon aus, dass man die Dinge verschieden sehen kann und leitete davon so etwas wie Toleranz ab. Mittlerweile ist es so, dass nur noch wenige Personen meinen Worten vage Hinweise für sich entnehmen können. Schade, so denke ich, ich war dann doch irgendwie auf sozialen Austausch hin angelegt, hätte etwas zu sagen. So, wie in der Musik. Ich war wenigstens einigermaßen konsequent, im Gegensatz zu dem prostituiert Korrupten, was ich ich Figuren näherer und weiterer Distanz entnehme. Ich wollte in Richtung Identität meiner Person voran kommen. Ich wollte begreifen, in welcher Art ich mich in Austausch mit meiner Umwelt sehe, wie und wo ich abhängig von ihr bin. Was anscheinend schon anrüchig ist: „Man muss es nehmen, wie es ist“ (Lehrsatz der Pragmatiker). Mein ganzes Leben über habe ich die Macht des Faktischen nicht anerkannt. Ich wollte Hinweise ins Seltsame, Wunderliche und Wunderbare, ins Sonderbare, Übernatürliche, Imaginierte, ins Unalltägliche, Groteske, Spirituelle und nicht Begreifbare geben. Ich wollte dabei mitteilen, wie sehr ich mich selbst als Suchenden sehe und keinesfalls als denjenigen, der die großen Antworten vertritt. Wo ich mich eingespannt sehe in andere Zusammenhänge, zu denen ich mich höchstens noch äußern kann, sie aber nicht mehr ändern, - wie in früheren Zeiten angenommen. Die Lifestyle-Gesellschaft nahm ich anfangs nicht ernst und sehe mich jetzt gezwungen dazu. Man ließ mich leicht und locker über die Klinge springen. Ich war eine Zahl in einem Feld von Variablen. Ich war darauf nicht vorbereitet, allenfalls abstrakt (nahm aber an, dass mich das persönlich nicht betreffe...). Ich meinte, die Struktur eines Umgangs miteinander zu erkennen, der nicht meiner war, weil er aus einer Welt der gegenseitigen Härte kam. Ich sah mich auch zu oft als Beobachter und Analysierenden, wo ich längst eingebundener Teilnehmer war.
Montag, 27. Juli 2026
Solitude
Du entdeckst und es wird dir zunehmend bewusst, dass du alleine bist. Hattest du in der Vergangenheit stets Leute um dich herum, die du als viel zu viele empfandest, so gibt es diejenigen jetzt gar nicht mehr. Man hat sich abgesetzt vom Mainstream, ohne dass man das so richtig merkte. Es gab eine Entwicklung um dich herum, deren Eigenheit du mal wieder nicht so recht mitbekamst. Auch mag das alles eine Folge deiner Tätigkeit als „Freier Journalist“ sein…..
Immer wieder hört man von Menschen, die verreckten und die erst bemerkt wurden, als es anfing, unangenehm zu riechen. Nachbarn? Hier unsichtbar. Ja klar, man selbst gibt sich ja auch nicht gerade kontaktfreudig. Aber sie würden antworten, dass man mich in letzter Zeit kaum mehr gesehen habe. Man wisse kaum, wer was mache und warum. Alles scheint anonym geworden zu sein. Tatsache scheint zu sein, dass für die meisten Menschen Freunde allgegenwärtig sind und Ablenkungen zuhauf verfügbar sind. Wer eigentlich darf da bei sich selbst sein? Klar, so etwas kann auch lobesam sein. Doch die Zeiten, als der Schriftsteller Gottfried Benn „Wer allein ist, ist auch im Geheimnis..“ behaupten durfte, sind wohl im Zeichen einer allgemeinen Vergesellschaftung vorbei. Single sein. Sich selbst genügen, das freilich schließt einen von der großen Vernetzung aus. Eremitage. Mönchtum. Vor einiger Zeit war es sehr angesagt, in Klöstern zu verweilen, die Stille dort neu kennen zu lernen, die Stille auszuhalten. „Auszeit auf Zeit“ war meist sehr teuer und beinhaltete oft auch noch andere Wellness-Wohltaten im Zeichen religiöser Erbauung. Doch was ist nun die Realität? Einsame und alleinstehende Menschen gelten als Sonderlinge. Reinschauen bei Edward Hopper: Menschen ohne soziale Bindungen sitzen dort alleine an der Bar, leicht bekleidete Damen machen geschlechtlichen Betrieb, bieten Attraktionen der glitzernden Oberfläche. Man sinkt ab in Wein und Zerstreuung, in Schein und Schalk.
Freitag, 24. Juli 2026
American Dream
Nachdem ich viel in den USA gewesen war und die Unterschiede zwischen den Systemen im Alltag festgestellt hatte, wurde mir zunehmend „der europäische Weg“ auch des wirtschaftlichen Prosperierens bewusst. Es war ein vielen Einflüssen geöffnetes, von der weit zurück reichenden Vergangenheit (Europa hat eine Geschichte, die nicht unbedingt immer in Eurozentrismus führen muss) oft ungünstig beeinflusstes und offenes Vorwärtstasten in dieser Wirtschaft, das sich auch einen gewissen Respekt vor der menschlichen Arbeitskraft bewahrte und Teilhabe auch an der Wirtschaft ermöglichen wollte. Auch wurden Geisteswissenschaften, also dem systematischen Nachdenken über menschliche Verhältnisse, Möglichkeiten eröffnet (die sich freilich viel zu lange am klassischen Bildungsbürgertum orientierten). Es wurde ein europäischer Weg entwickelt, der mit seiner „sozialen Marktwirtschaft“ in einem gewissen Gegensatz zu dem der USA stand, in dem schon immer ein erbarmungslos kapitalistischer Wettbewerb herrschte, der einen in die Kaste der Schwerreichen mit allen Insignien oder ins Elend unter eine Brücke katapultieren konnte. Dies wurde allgemein akzeptiert, so lange der „amerikanische Traum“ existierte: Vom Tellerwäscher zum Millionär, wenn du nur hart genug daran arbeitest und dir das Ziel möglichst plastisch vorstellst und dann auch realisierst. Nun kommt bis in die jüngste Vergangenheit hinein hinzu, dass dies in gewissen Fällen zu funktionieren schien und von den Medien verherrlichte und protegiert wurde. Steve Jobs erarbeitete innerhalb seiner Lebenszeit eine Firma von Weltruf mit gigantischen Umsätzen, Bill Gates tat es ihm gleich. Warren Buffet reüssierte mit seinem Gespür für Profit an der Börse. Larry Page; Mark Zuckerberg und Jeff Bezos hatten das richtige Gefühl für die Zukunft zur rechten Zeit und machten draus Milliarden. Elon Musk wiederum scheint mir schon die weitere Entwicklung dessen zu verkörpern: Er wurde vor allem durch geschickte Manöver auf dem Geldmarkt zum reichsten Menschen, er beherrschte das Spiel des Geldschöpfens auch durch talentiertes eisernes Arbeitsethos und rücksichtslos auf Profit ausgerichtetes Verhalten. Irgendwann kam der Punkt, wo sich dies verselbständigte und Musk nur noch durch seine Person und deren so knallharte wie profitorientierte Ausstrahlung seine Geldmaschine beeinflusste.
Donnerstag, 23. Juli 2026
Kunst Stoff
Da ist dicker, durchsichtiger Kunststoff, früher sagte man „Plastik“ dazu. Ich habe mich mal wieder an der massiven Verpackung eines Elektroartikels verletzt. Blutet. Es scheint so zu sein, dass noch immer eine massive Verschwendung von Umweltressourcen damit betrieben wird. Im Jahr 2026? Die Sachen sind so stabil verpackt, dass ich zu ihrer Offenlegung Messer und Schere brauche, um schließlich doch noch mit einer blutenden Wunde abzuschneiden. Bin ich zu blöde? Muss das sein? Könnte man da nicht wenigstens ansatzweise etwas mehr Vernunft walten lassen und zumindest umweltverträgliche Materialien verwenden? (steht das irgendwo im Kleingedruckten? Ist da Green Washing?) Es erscheint mir derzeit ohnehin so, dass verschiedene Leute aus der Schicht der Herrschenden vieles behaupten, was in der Realität nicht oder kaum stattfindet. Es erscheint mir, gelinde gesprochen, die Rückkoppelung des Informationsstromes nicht immer gegeben zu sein. Man wäre inzwischen vielleicht so weit, dass aufwendige Verpackungen mit nicht recyclingfähigem Kunststoffmaterial nicht sein müssten. Trotzdem werden solche Dinge unablässig und „alternativlos“ verkauft. Ob das die Konjunktur stützen soll? Das Wachstum? Den Konsum?
Mittwoch, 22. Juli 2026
Metallkopf
Das habe ich mal in tiefer Vergangenheit abgesondert:
Stumpfe Speerspitze^Die Metalband Saxon im LKA^^^Die Band galt immerhin mal als "Speerspitze einer neuen Welle des britischen Heavy Metal". Doch das ist über zwanzig lange Jahre her. Das Schlachtschiff Saxon ist seitdem ber manch herber Seitwärtswelle einige mal ins Schlingern gekommen, wohl die ganze Mannschaft ist dabei nach und nach über Bord gegangen. Nur der alte Käpt'n, Biff Byford heißt er, er steht in seiner marinen Nietenjacke immer noch unerschütterlich auf der Kommandobrücke und krächzt heißer seine Verse. Und wenn seine Fans ihm huldigen, wie jetzt wieder im LKA, dann gibt er sich immer etwas gerührt, manche glauben sogar ein Tränlein in den faltenumgrenzten Žüglein zu entdecken. "Metal Head", "Metallkopf" hat der britische Fünfer tapfer seine neueste Schallplatte genannt und sich dabei selbst wohl recht treffend eingeschätzt. Unerschütterlich drischt der Fünfer immer noch seine Metal-Phrasen, egal, ob sie mit "Travellers in Time" auf eine hämmernde Zeitreise oder sich mit "oh oh oh oh.....the Crimes of war" in manchen furchterregenden Refrain verirren. Neben Frontmann Byford, der sich das eine oder andere wohlverdiente Päuslein gönnt, kann die Band mit dem neuen Schlagzeuger Fritz Randow auch etwas fürs Auge bieten. Als rennomierter Kämpe, der bei schon bei Kapellen wie Victory oder Sinner Rhyhthmusarbeit geleistet hat, beherrscht er sein Instrument inzwischen geradezu varietereif. Spektakulär, wie er mit tausend Händen die Stücke durch die Luft dreht und wirbelt, um sie gleichzeitig zum harten und präzis geführten Schlag auf die Felle zu führen. Dass ihm bei seinem Solo überhaupt nichts eingefallen ist, sei dafür verziehen. Dass Saxon als Gruppe nichts Neues mehr einfällt, dass die Speerspitze längst stumpf geworden ist, hat die Anhängerschaft auch längst verziehen: Allseitige Zufriedenheit breitete sich insofern über diesem einem Veteranentreffen gleichenden Konzert aus. Ob das mit dem vielbeschworenen Geist des Rock 'n' Roll etwas zu tun hat? ub
Dienstag, 21. Juli 2026
Einsamkeit?
Du entdeckst und es wird dir zunehmend bewusst, dass du alleine bist. Hattest du in der Vergangenheit stets Leute um dich herum, die du als viel zu viele empfandest, so gibt es diejenigen jetzt gar nicht mehr. Man hat sich abgesetzt vom Mainstream, ohne dass man das so richtig merkte. Es gab eine Entwicklung um dich herum, deren Eigenheit du mal wieder nicht so recht mitbekamst.
Immer wieder hört man von Menschen, die verreckten und die erst bemerkt wurden, als es anfing, unangenehm zu riechen. Nachbarn? Hier unsichtbar. Aber sie würden antworten, dass man mich in letzter Zeit kaum mehr gesehen habe. Man wisse kaum, wer was mache und warum. Tatsache scheint zu sein, dass für die meisten Menschen Freunde allgegenwärtig sind und Ablenkungen zuhauf verfügbar sind. Wer eigentlich darf da bei sich selbst sein? Klar, so etwas kann auch lobesam sein. Doch die Zeiten, als der Schriftsteller Gottfried Benn „Wer allein ist, ist auch im Geheimnis..“ behaupten durfte, sind wohl im Zeichen einer allgemeinen Vergesellschaftung vorbei. Single sein. Sich selbst genügen, das freilich schließt einen von der großen Vernetzung aus. Eremitage. Mönchtum. Vor einiger Zeit war es sehr angesagt, in Klöstern zu verweilen, die Stille dort neu kennen zu lernen, die Stille auszuhalten. „Auszeit auf Zeit“ war meist sehr teuer und beinhaltete oft auch noch andere Wellness-Wohltaten im Zeichen religiöser Erbauung. Doch was ist die Realität? Einsame und alleinstehende Menschen gelten als Sonderlinge. Reinschauen bei Edward Hopper: Menschen ohne soziale Bindungen sitzen dort alleine an der Bar, leicht bekleidete Damen machen geschlechtlichen Betrieb, bieten Attraktionen der glitzernden Oberfläche. Man sinkt ab in Wein und Zerstreuung, in Schein und Schalk.
Montag, 20. Juli 2026
Green Washing
Da ist dicker, durchsichtiger Kunststoff, früher sagte man „Plastik“ dazu. Ich habe mich mal wieder an der massiven Verpackung eines Elektroartikels verletzt. Blutet. Es scheint so zu sein, dass noch immer eine massive Verschwendung von Umweltressourcen damit betrieben wird. Im Jahr 2026? Die Sachen sind so stabil verpackt, dass ich zu ihrer Offenlegung Messer und Schere brauche, um schließlich doch noch mit einer blutenden Wunde abzuschneiden. Bin ich zu blöde? Muss das sein? Könnte man da nicht wenigstens ansatzweise etwas mehr Vernunft walten lassen und zumindest umweltverträgliche Materialien verwenden? (steht das irgendwo im Kleingedruckten? Ist da Green Washing?) Es erscheint mir derzeit ohnehin so, dass verschiedene Leute aus der Schicht der Herrschenden vieles behaupten, was in der Realität nicht oder kaum stattfindet. Es erscheint mir, gelinde gesprochen, die Rückkoppelung des Informationsstromes nicht immer gegeben zu sein. Man wäre inzwischen vielleicht so weit, dass aufwendige Verpackungen mit nicht recyclingfähigem Kunststoffmaterial nicht sein müssten. Trotzdem werden solche Dinge unablässig und „alternativlos“ verkauft. Ob das die Konjunktur stützen soll? Das Wachstum? Den Konsum?
Samstag, 18. Juli 2026
Geld, Job, Gewinn
Mir scheint es, als wolle so mancher Minister sich vor allem durch PR-Tricks hervortun. Da werden Taschenspielereien vorgeführt, da werden mit Geld aus dem Ausland die passenden Mitarbeiter herbei geholt (in diesem Ausland dürfen sie dann schon fehlen… . „Uns“ steht das zu ….. Ob das etwas Neokolonialistisches an sich hat?….Das mit der „Win-win-Situation stimmt also alleine schon deshalb nicht so ganz). Im nun zum zweiten Mal herauf dräuenden „Herbst der Reformen“ scheint alles erlaubt. Ein „Sondervermögen“ oder zwei viele sind eingerichtet. Es soll mehr gearbeitet werden, Unbedingt! Das Geld, der Zuschuss, der Anteil soll erhöht werden, kommt aber nie dort an, wo es ankommen sollte. An was das liegt? Unübersichtliche und versteckte Klauseln sind ja beliebt in Wirtschafts- und Staatskreisen. Warum sich nicht etwas „vom Markt“ abschauen? Hauptsache, einen Auftritt gehabt!, denkt sich der Minister. Sich gesonnt in der öffentlichen Aufmerksamkeit, am Image gearbeitet….
„Ach, der Markt wird es schon richten….!“, so wird schon mal neoliberal hinaus gepustet. Der „Markt“ richtet offenbar alles zum Vorteil derer, die einen Vorteil daraus ziehen wollen. Ob es öffentliche Daseinsvorsorge gibt? Das alles sei beabsichtigt, so lautet ein Kommentar. Der Staat könne halt nicht alles besser. Vollkaskomentalität adieu! Interviews werden abseits der öffentlichkeitswirksamen Strecken kaum gegeben. Ob das alles zu durchsichtig ist? Offenbar nicht. Die Medien berichten währenddessen vor allem über „Promis“…….es geht um Singles, die sich neu paaren……, dazwischen geht es in Gewinnspiele, in denen tausende von Euros zu gewinnen sind….Jackpot… es geht um Augenaufschläge…um falsches Lächeln...und um Image….
Freitag, 17. Juli 2026
Töne und Alarm
Pieptöne überall! Da piept‘s doch! Man ist aufgeschreckt. Man rennt. Man stolpert. Es blippt jetzt mit anderem Sound. Ist`s die Haustür‘? Nein, man war aber schon hinaus gestürzt gestolpert und gefallen. Man muss sie nur deuten können, diese Töne. Kann ich aber nicht. „Nachricht eingetroffen… blipp! Ach! Was für Nöte sind denn das? Nicht mehr auf der Höhe der Zeit? Man fragt sich Fragen, auch der seltsamen Art. Bloß, weil man alt ist. Wow. Das müsste eigentlich automatisch gehen. Bin ich falsch programmiert? Bei diesen Digitaltönen dabei sein, Digital Native? Müsste man das? Dressiert sein? Es sollen jetzt Klimaanlagen her. Im großen Stil. Die „Amis“ würden es uns vormachen. So eine klugscheißerische Dame im TV. Ob aber die „Amis“ die richtigen Vorbilder sind? Ob sie etwas, nur etwas (!), mit Ökologie am (Cowboy-)Hut haben? Sollen wir langsam uns der Trump-Welt annähern? Unwillkürlich? Ja klar, Trump-Bashing kann jeder! Wer sich unterscheiden kann, bewundert so einen. Oder sollen – wie sozial! - Krankenhäuser und Pflegeheime jetzt erstmal in den Genuss dessen kommen? „Leben statt leiden“? Das Schlagwort schlägt. Man müsste sachte abwägen, aber doch nicht so agitieren. Wer in die USA blickt, sieht, dass da nicht nur Krankenhäuser und Pflegeheime Klimaanlagen haben. Tatsache ist wohl, dass Klimaanlagen im großen Stil viel Energie verbrauchen. Man müsste sowas ausgewählt gegenrechnen können. Den Nutzen gegen den Schaden. Aber so? Einfach pauschal Klimaanlagen fordern? Und die (vorhersehbare) Meinung der Grünen grinsend ignorieren…. Es piept schon wieder. Jemand hat etwas entgegnet, einen Kommentar zu etwas abgegeben. Ich muss das ein. Ich muss wach sein. Ich muss pfiffig sein. Kreativ. Überraschend. Muss vielleicht Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Muss man das?
Donnerstag, 16. Juli 2026
Frage
Frage
Einstmals, in grauer Vorzeit, gefragt:
Wer hat meinen Schlüssel gesehen?
er ist offenbar unrasiert und hat einen Bart
Ich wende das Blatt und lese verkehrt
nimm's nicht persönlich, sieh's positiv!
Mittwoch, 15. Juli 2026
Darbietungen
Seltsame Experten werden mitten in ihren Darbietungen unterbrochen, es wird für Parteistatementpropaganda und für den nächsten Werbeblock freigeschlagen. Auch daran sieht man, wie wenig solche „Experten“ der Dauer-Nachrichtenshow des verlegereigenen „Privatrundfunks“ mit ihrem oft enervierden Geschwätz offenbar wert sind. Ob uns das alles als Politik verkauft werden soll oder ob es das abgehobene Spiel derjenigen ist, die das Spiel der Demokratie für uns zelebrieren? Es werden meist Platitüden aufgeführt, um Reflexe abzurufen. Posing (Darstellung des kundigen „Durchblickers“) sowie ein moralischer Augenaufschlag gehört auch zu dieser Polit-Inszenierung. Die Sinnfrage wird selten gestellt. Cleveres Runtermachen des Kollegen von der falschen Partei, das Geschwätz von den Bäumen im ignorierten Wald („Einflüsterer“in Gestalt von Pressereferenten gibt es enmasse) sind obligatorisch, das harsche Spiel mit dem Image, die ungenierte Simulation des Körperauftritts, das gekonnte Kreisen des wacker daherredenden Für-alle-Kopfes bei der Pressekonferenz (Rethorik-Kurs 1) – ach wie langweilig und peinlich ist denn sowas!
Dienstag, 14. Juli 2026
Kommunikation und Politik
Mir scheint es, als wolle so mancher Minister sich vor allem durch PR-Tricks hervortun. Da werden Taschenspielereien vorgeführt, da werden mit Geld aus dem Ausland die passenden Mitarbeiter herbei geholt (in diesem Ausland dürfen sie dann schon fehlen… . „Uns“ steht das zu …..Ob das etwas Neokolonialistisches an sich hat?….Das mit der „Win-win-Situation stimmt also alleine schon deshalb nicht so ganz). Im nun zum zweiten Mal herauf dräuenden „Herbst der Reformen“ scheint alles erlaubt. Ein „Sondervermögen“ oder zwei viele sind eingerichtet. Es soll mehr gearbeitet werden, Unbedingt! Das Geld, der Zuschuss, der Anteil soll erhöht werden, kommt aber nie dort an, wo es ankommen sollte. An was das liegt? Unübersichtliche und versteckte Klauseln sind ja beliebt in Wirtschafts- und Staatskreisen. Warum sich nicht etwas „vom Markt“ abschauen? Hauptsache, einen Auftritt gehabt!, denkt sich der Minister. Sich gesonnt in der öffentlichen Aufmerksamkeit, am Image gearbeitet….
„Ach, der Markt wird es schon richten….!“, so wird schon mal neoliberal hinaus gepustet. Der „Markt“ richtet offenbar alles zum Vorteil derer, die einen Vorteil daraus ziehen wollen. Ob es öffentliche Daseinsvorsorge gibt? Das alles sei beabsichtigt, so lautet ein Kommentar. Der Staat könne halt nicht alles besser. Vollkaskomentalität adieu! Interviews werden abseits der öffentlichkeitswirksamen Strecken kaum gegeben. Ob das alles zu durchsichtig ist? Offenbar nicht. Die Medien berichten währenddessen vor allem über „Promis“…….es geht um Singles, die sich neu paaren……, dazwischen geht es in Gewinnspiele, in denen tausende von Euros zu gewinnen sind….Jackpot… es geht um Augenaufschläge…um falsches Lächeln...und um Image….
Montag, 13. Juli 2026
Ego sum (ublyrik)
Ego sum (Text)
Das Ego, ist das einzige, was du wirklich hast auf dieser Welt
deshalb scheint es dir das Wichtigste
aber du stehst in einem Zusammenhang
der dir Leben erlaubt
du lebst mit anderen auf dieser Welt
die Vielen?
sie schauen in Bauchnabel, haben keine Ahnung, nach was sie suchen
vergöttern das Ego, genau so, wie die Mächtigen das gerne hätten
immer glücklich und sonnig sein
egal, ob sie um dich herum verrecken
die anderen sind nur Mittel zum Zweck – Warenwelt
Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
und bist du nicht willig
so brauch ich Gewalt
subtil und ganz offen
stehlen
Gedankensplitter, die herumliegen:
die Hölle, das sind immer die anderen
sich eins fühlen mit allem, Empathie
das wäre etwas anderes als Raffgier
große Autos und große Häuser
den Streitwagen, wer hat den schnelleren, besseren?
Wer hat mehr unter der Haube?
Competition, Wettbewerb und Krieg
mit anderen Mitteln – muss das sein?
Wichtigtuer, verliebt nur in ihr Selbst
pflegen hingebungsvoll ihre Selbstsuche
und scheren sich dabei einen Dreck um die andern
die andern haben's ihnen gesagt
sie sollen sich nicht bloß nicht kümmern
und immer treu bei sich selbst bleiben
die Zwiebel immer weiter schälen
immer weiter......aber da kommt kein richtiger Kern
Krankenhaus
„Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl.“
Sonntag, 12. Juli 2026
Der Ort lebt fort
Der Ort lebt fort
Du denkst, du bist in dir
hälst dich an anderen fest
doch alles scheint nur Schein
und kann schnell zu Ende sein
alle suchen das Licht
und finden es doch nur zum Schein
Wir sind alle in einem Fluss
im Übergang zu etwas
Kleine Teile, die nur für sich selbst wichtig sind
Wer sind wir? Teil eines Ganzen, - vielleicht
mit Ausnahmen,
der Ort lebt fort, der Strom will nie versiegen
und ist doch nicht ….tief
Samstag, 11. Juli 2026
Band
Die Geschichte meiner Musik: Wie war das mit den Bands? Was trieb uns um? Im Kreis? Man zerstritt sich manchmal ewig und stundenlang über den rechten Weg und die Richtung, die man einschlagen wolle. Alle Arrangements sollten und mussten dauernd neu gemacht werden. Alle Egoismen dieser Welt kamen zum Einsatz, selbstredend, man fühlte sich ja als Künstler, dem das selbstverständlich gestattet war. Solistische Fähigkeiten und individuelle Stärken galt es, ins „Ganze“ einzufügen, Nachgiebigkeit, Flexibilität und Kompromissbereitschaft war da nicht angesagt. Bevor man irgendeinen Kompromiss einging, musste man eine Pfeife rauchen, ein „Kawumm“. Aber schon bei der nächsten Probe war der erreichte Kompromiss nicht mehr tragfähig. So trottelte man sich durch die Zeit und erreichte nicht viel Definitives.
Freitag, 10. Juli 2026
Ahnen
Die Verehrung der Ahnen: Ahnenkult. Das Gefühl des Verwurzeltseins. Ist uns völlig abhanden gekommen. Es gilt nur noch, was produziert, was ökonomisch macht und tut. Tote Vorfahren wurden einst mit Ritualen verehrt. Die Ahnenverehrung ist ein religiöser oder weltanschaulicher Glaube, bei dem verstorbene Vorfahren verehrt werden. Anhänger gehen davon aus, dass die Seelen der Verstorbenen weiterbestehen, Einfluss auf das Leben der Nachkommen nehmen und als Mittler zwischen den Menschen und höheren Mächten dienen. Damit die wandernde Seele überhaupt eine Chance hat, ihr Ziel zu erreichen, muss ein Begräbnisritual gemäß den überlieferten Regeln abgehalten werden. Das kann und konnte recht aufwendig sein: Für einen sozial hochgestellten Menschen dauerte so eine Feier schon mal eine Woche oder länger, wobei die besten 1000 Freunde und Verwandte eingeladen, untergebracht und bewirtet werden wollten. Zu der Gelegenheit werden Dutzende von Schweinen und um die zehn Büffel als Opfer und Mahl geschlachtet.
Donnerstag, 9. Juli 2026
Werbefinanziert
Werbung ohne Ende. Wenn ich in den Nachrichtenkanal rein schaue, ist das offenbar der Preis dafür. Dauernd. Immer wieder. Ob man sich daran gewöhnt? Widerwille regt sich immer noch in mir. Ich will einen Podcast aufrufen. Wieder Werbung! Sogar Podcasts? Spot, klick. Den Ablauf kennt man schon: „Noch zehn Sekunden….noch zwei Sekunden….“. Man gehört zu denen, die davon überrascht sind,
zumal sie der dahinter stehenden und namensgebenden Person offenbar zu viel Gutes zutrauen. Doch das alles scheint inzwischen professionalisiert. Auch noch jedes Interesse personalisiert mitnehmen. Das schult den Umgang miteinander. „Gleich geht`s weiter“. Ach so. Die Leiste oben. Die Leiste unten: bloß nicht anklicken! „Mehr erfahren“. In welche Falle geht man jetzt? Aufpassen! Pressekonferenzen, die ja vom Honorar her umsonst sind, werden rüde unterbrochen, um Werbespots zu senden.
Mittwoch, 8. Juli 2026
Worte
WORTE
Alle Worte sind Geräusch gewesen und sind wieder dazu geworden
Missbrauch und Verlogenheit, im weißen Rauschen untergegangen
dessen, was jeder sagt, jeder hat eine Meinung
Worte sind missbraucht und zu Werbung geworden
für Produkte und eitle Egos
Wetten auf Macht und kitschiges Glück
Wichtig wollen sie einen einbringen
arrangiert, manipuliert, geschönt
auf Wirkung bedacht, etwas einbringen
du kannst stammeln, stottern, lallen
Phrasen sind geprägt, an denen das gemessen wird
Der Zeitgeist streicht jetzt streichelnd über den Screen
auf dem die Icons und Klicks leuchten
wohl das Richtige und nicht das Falsche, das Falsche im falschen Leben
mir ist schon schlecht vor lauter Wiederholungen
ich will den Tag und die Sonne genießen
weggehen und träumend mich verdrücken
ans Meer und in kalte Berge
immer weiter tanzen hinaus
sie tanzen um das goldne Kalb
selbstverständlich Fan ihrer selbst
das Gefühl, wenn der nasse Lappen auf das Gesicht, auf die Haut kommt
die können sich nicht mehr riechen
wieso machen so viele Menschen so seltsame Sachen?
Um sich selbst zu spülen, sich selbst zu verwirklichen?
Das ist die neue, heilig anstrengende Pflicht
Dienstag, 7. Juli 2026
Mensch Person Identität
Der Aufbruch zum Kern einer Persönlichkeit. Wie viel Energie braucht das? Wie viel Aufmerksamkeit und Empathie? Wie viel Verständnis, das man sich zeitraubend erschließen sollte? Haben oder können wir das leisten? Diese Toleranz? Sollen wir anspruchsvoll sein? Dürfen wir das? Geht das über zeitliche Phasen hinaus? Wollen wir vermeintliche Avantgarde sein, die etwas besser kann als andere? Gibt es förderliche Automatismen oder Routinen? Ist das wirklich des Teufels? Wer sagt denn da, es solle alles "spannend" sein? Ach! Mein Bedürfnis befriedigen, weil es so vielgestaltig ist. Kann ich das auch im Anderen finden? In einem einzigen Andern? Ob mir das zu viel (auch Oberflächlichkeit) abverlangt, über einen einzigen Menschen hinaus? Entspannung durch Verteilung von psychischer Energie, so die Behauptung. Sind das alles Strategien, um ungebremsten Sex anzustreben? Ob das, aufs Ganze gesehen, die Erlösung bringt? Gibt es eine späte Solidarität, die nicht von der sexuellen Aktivität (so wichtig sie auch sein mag) abhängt? Wir beobachten.
Montag, 6. Juli 2026
Entscheider und Demokratie
Es wird beraten, formuliert, erörtert und verhandelt, ehe „verabschiedet“ wird. Beschlüsse sollen Chancen eröffnen, Perspektiven aufzeigen, zügige Abwicklung nach sorgfältiger Prüfung herbei führen, einen Zugang eröffnen und den natürlich finanzieren, gutes Zusammenleben ermöglichen, Schutz und Sicherheit verschaffen, sie sollen Prinzipien folgen, Teilhabe soll sich ergeben, es werden Signale gegeben und vieles mehr.... Gut so!, so denke ich über die Entscheidungsfindungsprozesse in einer modernen Demokratie. Problem ist nur: diese ganze Vorgehensweise ist oft nicht sehr transparent, in hinteren Besprechungs- oder Tagungszimmern werden da Entschlüsse gefasst, die wir nicht nachvollziehen können und die oft genug das Ergebnis eines Gebens und Nehmens (eines Schacherns) sind, die in keinerlei Verbindung mit den inhaltlichen Problemen stehen. So geht das Handwerk der Politik, habe ich oft dazu gehört. Es ist ein komplizierter Prozess, der darauf gründet, dass wir die Berechtigung dazu eine Wahlperiode lang delegiert haben. Das sollen Andere für uns machen!, so die gängige Auffassung dahinter. Am besten „Experten“. Dass wir da aber besser nicht so genau hinschauen sollen, dass wir diese Prozesse den „Profis“ und ihrer latent absolutistischen Hinterzimmerdiplomatie überlassen sollen, gehört auch zu diesem Aushandlungsprozess, der oft genug ziemlich eigennützige und wenig sachorientierte Motive offenbart.
Sonntag, 5. Juli 2026
Beeinflussen
Es ergab sich, oder auch nicht..... Die leibhaftige Einlösung von Versprechen der Rockmusik, die über uns hinaus weißen, die uns das Andere nicht nur zeigten...? Die Hetzjagd in Richtung auf das Glück? Ging zu bald unter in einem neoliberalen Wahn der rücksichtslosen Selbstverwirklichung, die nicht nach den Kosten für Andere fragt. Darin wurden sich plötzlich viel zu viele Individuen gleich, da wurden sie zur Masse Mensch, mit der die Konzerne heutzutage ihre Profitinteressen ausleben und die Werbung, Promotion, PR die Wege dazu ebnet. Das Glück als käufliche Masse überwältigte auch die Rockmusik und machte sie als Pop zu einer unterhaltsamen Knetmasse, die in eine beliebige Form gebracht werden kann.“ Liebe war ja auch einmal etwas, was Gandhi gepredigt hatte. So hieß es. Sie ist und war ein hohes Gut. Nur: was war damit konkret gemeint?
Samstag, 4. Juli 2026
Man?
Man?
Man schluckt in sich zurück
Versucht auszuhalten, wie die Zeit vergeht
Man will sich festhalten und findet nirgendwo Halt
Man setzt seine Energie ein und spürt,
dass das verpufft und nichts nützt
nicht ankommt, irgendwie in Zärtlichkeit gelöst, vorbei zielt
Man steht neben sich und beobachtet, versucht zu erkennen
Treiben und Umgang, um einen herum, in Veränderung
man hatte zu lange den absurden Ehrgeiz, zu wissen, zu erkennen
und es entglitt einem zu vieles
man vergeht und erfährt Neues, beides
versucht, sich auseinander zu setzen
was sich jetzt als Content verstehen will
erfährt Begrenzungen, tastet in Dunkelheit
und genießt in zu kurzen Momenten
man gleitet in einen möglichen Rausch
macht in Selbsterfahrung, führt das Suchen vor
Wird skeptisch, wittert Fake und Täuschung
hört Bescheidwisser, stille Genießer, im Hintergrund
Diese Täuschungen über das Leben,
diese Spiele mit dem Horizont
langweilen und - machen einen zuweilen fassungslos
und zeigen, dass alles oft anders ist, als es scheint, mehr denn je
Da ist das hemmungslose Streben nach etwas Unbekanntem
das um dich ist und dich mit einem Gebaren einhüllt
Es gilt jetzt das Geschäft, erbarmungslos hart
alle verkaufen sich, so gut es geht
Der Wandel in den Handel wird für normal erklärt
von wem?
Freitag, 3. Juli 2026
Durch Generationen
Durch Generationen hindurch...
Weil sie im ökonomischen Sinne nicht mehr mitstricken am Bruttosozialprodukt, weil sie in einer Gesellschaft der vermeintlich Starken zu den eher Schwachen gehören, fühlen sich viele ältere Menschen ausgegrenzt. Dabei könnten sie phantastische Lehrer sein, - bei einer durchaus aufgeklärten Distanz zur eigenen Position, kombiniert mit einem gesunden Skeptizismus. Ja, auch das hat man im Alter gelernt: Die eigene Position ist nicht immer die einzig richtige. Und so gibt es viele Erkenntnisse, die im Alter gewachsen sein könnten und in einer Kombination aus Erfahrung mit Wissen weitergegeben werden könnten. Viele Bauchlandungen der verschiedensten Art könnten auf diese Weise verhindert werden. Jaja, die Anpassungsfähigkeit den Segnungen der KI, den Neuen Medien und überhaupt dem Neuen gegenüber! Vielleicht könnte hier aber auch eine gewisse Distanz helfen! Ein Abwägen. Nicht das blinde Nachrennen gewissen Entwicklungen gegenüber wäre gefragt, sondern ein abwartendes, langsames und eher kritische Fragen stellendes Nachfolgen. Und. Das bewährte Wissen in Kombination mit dem Neuen kann zu Ergebnissen führen! Erlebte Geschichten wollen in ihrer Bedeutung für den aktuellen Tag erkannt und gedeutet werden! Gelassenheit und Unaufgeregtheit können zu dem Schatz dessen gehören, was auch dem aktuellen Tag samt seiner Hektik sehr nützen kann. Da schlummert ein Reservoir, das mit zunehmender Dynamik der Demographie und einer freundlich abnehmenden Vorurteilsfähigkeit gehoben werden könnte. Oh ja, das mag sich auch auf gewisse körperliche Anfälligkeiten beziehen: Wir werden nicht alle so stark bleiben, wie wir uns heute fühlen! Damit umgehen zu können, es einzubeziehen ins tägliche Dasein, könnte auch etwas von dem ausmachen, was wir von reiferen Menschen profitieren könnten.
Donnerstag, 2. Juli 2026
Leben im Kosmos
Ich begreife, dass ich in diesem Universum lebe – dies aber nicht besonders bewusst: alleine schon die Größen- und Zeitverhältnisse sind gewaltig, unvorstellbar. Vor 13,7 Milliarden Jahren soll der Urknall stattgefunden haben, aus dem Nichts. All das überfordert unsere Vorstellungskraft bei weitem.
Das alles geht über unser Bewusstsein hinaus, reißt Räume auf, die unwirklich erscheinen, aber blanke Wirklichkeit sind. Die uns einhüllen in diese Wolke, die uns bedeuten soll, dass sie wichtig sei. Dabei ist sie wohl im Weltmaßstab völlig nebensächlich, spielt keine Rolle. Es tun sich andere Wirklichkeiten auf, andere Bezüglichkeiten.… wie könnte ich alleine schon angesichts dessen glauben, dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei und seine Erkenntniskraft das Maß aller Dinge? Das ist wohl krasse Überschätzung aus einem beschränkten Gesichtskreis heraus. Wir hätten nichts anderes, als die wissenschaftliche Erkenntnis, höre ich einige Agnostiker greinen. Nun gut, aber vielleicht müssen wir einsehen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es darüber hinaus viel gibt, - nicht nur die bei wissenschaftsgläubigen Geistern so unbeliebte Gottesvorstellung. Lächerlichkeiten auf zwei Beinen sind wir, auch wenn wir uns demnächst wieder ins All zum Mars aufmachen. Da draußen gibt es noch so viel mehr, Milliarden von Sternen und Planeten und Asteroiden und Weltraumschrott. Und wer sagt denn, dass Raum und Zeit die einzigen Dimensionen sind? Womöglich gibt es auch in dieser Hinsicht deutlich mehr. Nicht nur der Film „Matrix“, vielleicht auch die „String Theory“ mag da einige populäre und mehrfach fortgesetzte Hinweise gegeben haben.... Bescheidenheit und Demut erscheint jedenfalls angezeigt......Und Interesse für das, was in uns durch verschiedene Techniken der Überlieferung aufgehoben ist....Ahnungen, Visionen, Bilder, Auslegbares...
Mittwoch, 1. Juli 2026
Flucht und Chemie
Vorsicht! Dies ist kein Loblied des Eskapismus! Hier ein weiterer Ausschnitt aus meiner Arbeit (ca. 1984) „Der Typ des Außenseiters im Frühwerk Hermann Hesses“, der durchaus auch vom Zeitgeist geprägt gewesen sein mag, aber auch heute noch zu denken geben mag: „Nicht selten wird versucht, Melancholie, Depressionen mit Alkohol zu betäuben. Auch hier führt eine gerade Linie von Hermann Lauscher zu Harry Haller, bei dem schließlich auch noch andere Drogen ins Spiel kommen. Auch dies Phänomen ist unter die Versuche einzuordnen, sich Fluchtwege zu schaffen. Hesse selbst meint in „kurzgefasster Lebenslauf“ dazu: „Häufig suchte ich meine Freude, meinen Traum, mein Vergessen in einer Flasche Wein, und sehr oft hat sie mir geholfen, sie sei dafür gepriesen. Seinen Hang zum Trinken belegen auch deutlich die Verse der Gedichtsammlung „Krisis“, der lyrischen Vorform des „Steppenwolf“. Das Trinken seiner literarischen Figuren erscheint als Reflex dieser Einstellung.“
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