Reise durch Wirklichkeiten

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Freitag, 17. Oktober 2025

Auto Mobil

Ein ziemlich agressives Aggregat kommt da auf mich zu. Ein Dickschiff. Ein City-Panzer. Sehr ökologisch, das. Erst diese fetten Kisten nach dem Prinzip „größer, höher, schwerer“. Verbrenner-SUVs, damit haben die Automobilkonzern noch schnell etwas vor dem großen Absturz verdient, so war zu hören. Rammböcke gegen das gemeine Volk, das sich so etwas nicht leisten kann, aber heftig danach strebt. Raten- und Leasingverträge werden abgeschlossen. Wetten auf die Zukunft werden getätigt. Symbole des Größenwahns und der Überheblichkeit. Die seit Jahrzehnten eingeführten Markennamen legen äußerlich deutlich zu: Der Smart wird eine Art Mini-Van, der Golf kommt jetzt als aufgeblähter Digitalapparat auf Riesenschlappen daher. Weitere Beispiele gibt es massenweise. Früher war mal das eine oder andere Modell als Lösung bei zu engen Straßen und Parklücken gedacht. Jetzt wird von Autofirmen gepriesen, sei dies Modell „endlich erwachsen geworden“. Vor Assistenzsystem und Sensoren strotzend. Mit den Ausmaßen eines Panzers. Je neuer das Modell, desto größer in der Regel. Das kommt besonders in Parkhäusern, in Tiefgaragen oder schnuckeligen Wohngebieten gut zum Tragen. Und Elektroautos sind ja von vornherein so gewaltig, müssen es sein, alleine schon wegen der voluminösen Batterie. Muskulöse Performance, sinnlos in sich hinein tuckernd, vor Kraft strotzend. Testosteromvehikel, mit dem man in ein Kampfgebiet einfährt. Schul- und Kindergartenkinder, die aus ihnen aussteigen, daneben die Soldaten des Alltags. Und dann war die staatliche Förderung plötzlich mal abgewürgt. Sorgte zwar für einen heftigen Rückgang. Aber die Erbengeneration durfte jetzt nach vorne treten und sollte ein ramponiertes Image retten. Es wurde offensichtlich, dass die Produkte der Automobilindustrie (die sich ja so gerne auf die „Nachfrage“ beruft) nicht wirklich zur Infrastruktur der Städte passt. Wissen wir inzwischen alles und handeln doch nicht danach? SUV. Elektrisch? Hybrid? Verbrenner? "Range Extender"? Ob das der Treiber ist? Die Suche nach dem Überlegenheitsgefühl? Wie seit eh und je? Oberklasse, Unterklasse? Peinlich, das.

Freitag, 13. September 2024

Fliegen üben

Wir wundern uns, wie selbstverständlich Medienschaffende im TV erzählen, dass sie unbedingt den nächsten Flieger kriegen müssten. Ich hatte es schon in einem der vergangenen Blogs erwähnt, aber ist die „Flugscham“ völlig verschwunden? Ist es wieder normal, sich in den Flieger (besonders in die Privatflieger!) zu setzen und der Umwelt auf diese Art zu schaden? Es mag ja unumgängliche Termine geben, aber sind diese im vollen Bewusstsein der eigenen eingebildeten Wichtigkeit gesprochenen Absichten unumgänglich? Auch ist noch die Saison der Skifahrer, die sich hier in die teuer ausgestatteten Auto-Kisten setzen, um mit der ganzen Familie an zerstörten Bergpanoramen vorbei auf der Autobahn fest zu stecken, anschließend immer wieder warten, auf das Bezahlen und Befördertwerden in überfüllten Liften. Skikanonen. Auf den Apres-Ski warten. „Schifoan“? Ob das eine Idee des vergangenen Jahrhunderts ist? Noch zeitgemäß angesichts all dessen, was man inzwischen einigermaßen sicher weiß? Was zieht einen zu einem solch seltsamen Vergnügen? Per SUV? Statusbewusstsein? „Naturvergnügen“? Ein teuer bezahltes Gefühl der „Freiheit“? „Freiheit“ auf Kosten von was? „Drüberstehen“? Über was? Ein Glücksversprechen? Zur Freizeitgestaltung? Ein teuer bezahltes Wohlstandsversprechen? X x We are amazed at how naturally media professionals say on TV that they absolutely have to get the next plane. I mentioned it in a previous blog, but has “flight shame” completely disappeared? Is it normal again to get on a plane (especially a private plane!) and harm the environment in this way? There may be unavoidable appointments, but are these intentions, spoken with full awareness of one's own imagined importance, unavoidable? It is also still the season for skiers who get into the expensively equipped car boxes here to get stuck on the motorway with the whole family past destroyed mountain panoramas, then wait again and again to pay and be transported in overcrowded lifts. Ski guns. Waiting for apres ski. “Schifoan”? Is this an idea from the last century? Still relevant given everything we now know with some degree of certainty? What draws one to such strange pleasure? By SUV? Status consciousness? “Nature pleasure”? A dearly paid feeling of “freedom”? “Freedom” at the expense of what? "To stay above"? About what? A promise of happiness? For leisure activities? A costly promise of prosperity?

Freitag, 9. Februar 2024

Parkgebühren und Protzsucht

Fast überkommt einen so etwas wie ein Triumphgefühl, wenn man an die stark erhöhten Parkgebühren für SUVs in Paris denkt. So etwas würde man sich auch für die deutschen Städte wünschen. Doch schon beginnen die Überlegungen zu rechtlichen Wider- und Einsprüchen. Es hätten sich zu wenig Menschen an der Abstimmung beteiligt, so wird bemängelt. Wenn sich ein bisschen mehr als 5 Prozent der Pariser Bevölkerung überhaupt an der Abstimmung beteiliigt hätten, sei das eindeutig zu wenig. Wenn davon eine Mehrheit (etwas mehr als 42 000 Personen) für höhere Parkgebühren gestimmt hätte, sei das im demokratischen Sinne irrelevant. Doch: ob etwa eine gewisse Resignation da auch ihre Rolle gespielt haben mag. Eine Entwöhnung von Elementen einer direkten Demokratie auch? Wer braucht SUVs überhaupt? Ob sie ein Gefühl der höher sitzenden Überlegenheit verschaffen? Mal schnell zum Kindergarten fahren, die Jungen in der Schule abliefern? Ob sie einer Protz- und Prunksucht geschuldet sind und einen sozialen Status dokumentieren sollen? Und ob den Deutschen eingeredet wird, dass diese übergroßen SUVs mit den gewaltigen Reifen wegen der darbenden Autoindustrie absolut notwendig sind, weil sie die großen Umsatzbringer sein und Arbeitsplätze sichern sollen? Ob sie im Durchschnitt dem Klima gut tun, diese großen Kisten? Ob daran stark erhöhte Parkgebühren etwas ändern?

Dienstag, 7. November 2023

Football

Wir sehen uns zahlreichen NFL-Übertragungen gegenüber. Ob sie in den „Markt“ hinein gedrückt werden sollen? Ob auf diese Weise nach und nach eine stark von den USA geprägte Art „Globalkultur“ entstehen soll? Nach gehabtem Muster sollen kulturelle Eigenheiten unreflektiert auf Deutschland/Europa übertragen werden. Mit dem simplen Kopieren ist Deutschland ja besonders erfolgreich bemüht, schließlich hat es die Demokratie von den USA gelernt und die hierzulande so beliebten SUVs wurden auch zuerst in den USA gebaut und verkauft. Nur, dass das in den USA in einem anderen Kontext stand: Die Farmen im US-Westen können schon mal 50 Meilen von jeglichem Supermarkt entfernt sein. Da braucht man für den Großeinkauf ein großes Auto. Größe ist ja in den USA ohnehin in jeglicher Dimension beliebt. Ob das in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland auch so sein muss, steht in Frage. X x We are facing numerous NFL broadcasts. Whether they should be pushed into the “market”? Is this a way to gradually create a kind of “global culture” that is strongly influenced by the USA? According to the usual pattern, cultural peculiarities should be transferred from the USA to Germany/Europe without reflection. Germany has been particularly successful at simply copying, after all it has “learned” democracy from the USA and the SUVs that are so popular here were first built and sold in the USA. Except that in the USA it was in a different context: the farms in the US West can be 50 miles away from any supermarket. You need a big car for bulk shopping. Size is popular in all dimensions in the USA anyway. It is questionable whether this has to be the case in a densely populated country like Germany.