Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 29. August 2023

Sich herstellen

Du würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein holen, was du schon einmal gelebt hast. Deshalb bist du so oft zu deinem Geburtsort gefahren. Deine Kindheit in dich herein holen. Eine ganze Persönlichkeit werden. Eine komplettere. Durch dich selbst. Trinkst in letzter Zeit zu viel. Ruinierst dich. Ob du das anderen Menschen abgeschaut hast? Der Rausch als Flucht? Vor dir selbst? Als Übersteigerungen dessen, was du gerne fühlen würdest? Die Vorlage trägt nur kurz und bricht dann heftig in sich ein. Es gibt kein Entkommen. Du wiederholst dich, spulst dein Leben intensiver ab. Denkst an das Ende und die Versorgung. Wirst dazu gezwungen, wie zu so vielem. Du hast immer versucht, solche Zwänge zu integrieren und doch integer zu bleiben. Geht das? Schleichend korrumpiert es dich, so dass du es nicht merkst.... You would like to stop time, capture it. Bring into you what you have lived before. That's why you drove so often to your birthplace. Bring your childhood into you. become a whole personality. A more complete. By yourself. Been drinking too much lately. ruin yourself Did you copy that from other people? The intoxication as an escape? in front of yourself? As exaggerations of what you'd like to feel? The template only lasts for a short time and then collapses violently. There is no escape. You repeat yourself, unwind your life more intensely. Think of the end and the supply. You're forced to do it, like so many things. You have always tried to integrate such constraints and still remain with integrity. Is that possible? Insidiously, it corrupts you so you don't realize it...

Sonntag, 18. Dezember 2022

Das Blau meiner Kindheit

Das Blau begegnete einem in den Kornblumen, die die Feldwege in diesem kargen Kuhdorf säumten, in das dich das Schicksal verschlagen hatte. Für Augenblicke traf es einen, dieses Blau, und stellte einem ein Rätsel, das man freilich noch nicht als solches erkannte. In diesem Blau waren die Geheimnisse des Lebens aufgehoben. Wie kann man bloß von einer Farbe so fasziniert sein, dass es einen das ganze Leben über beschäftigt? Das Blau war schon immer die Farbe der Transzendenz, heißt es. Es zeigt in die Unendlichkeit, es weist in die Geistigkeit. Ideal für die Romantiker. So steht die Blaue Blume in Novalis’ „Heinrich von Ofterdingen“ für eine Welt, in der Mensch, Tier und Pflanze eine gemeinsame Sprache sprechen. Sie ist ein Bild allen Erlebens in der Natur. Sie ermöglicht die Flucht aus der Gegenwart, der Realität der industriell bearbeiteten Welt, hinein in das Märchenhafte, Geheimnisvolle. Das Blau ist die Farbe des Himmels und des Meeres, der Tiefe und der Seele. Was sagt uns das? „Was ist die Seele?“. Die Augen sind das Fenster zur Seele. Meine eigenen blauen Augen. Wohin blicken sie, wenn ich in den Spiegel blicke?

Dienstag, 1. November 2022

Kanäle bohren

Ich lebte in einer Welt, in der ich nach einem Regen draußen auf dem Hof mit kleinen Stöckchen oder ganz direkt mit den Fingern stundenlang lauter kleine Kanäle bauen konnte, deren Rand ich jeweils sehr kunstvoll erhöhte und die ich nach einem geheimen, nur mir bekannten Plan, beständig veränderte. Diese Kanäle standen zueinander in einer Ordnung, die ich, nur ich bestimmte. Ich? Immer nur ich. Wer war ich? Diese Frage war nur dann quälend, wenn ich auf meinem Mauervorsprung saß, ganz am Rande des Gartens und wieder einmal grundlos und ganz alleine in mich hineinbrütete. Wenn mir bewusst wurde, wie alleine ich war und wenn ich ahnte, wie alleine ich immer sein würde. Das schöne Selbstmitleid. Es war zum Heulen und eine ungute Brutstätte des Autismus. Anfang davon, dass ich glaubte, mir ginge die Zeit aus. Aber ich hatte damals ja Zeit. Das alles war kein wirkliches Problem. Die Lösung dieser Fragen sollte irgendwann noch zu finden sein. Der Horizont war offen. Stundenlang und sprachlos, nur für mich, drückte ich draußen auf dem Hof komplette Kanalsysteme in den Boden, schuf im Dreck ein System der verspielten Umleitungen. Es gab sehr sinnvoll angelegte Rückhalte- und Überlaufbecken. Man konnte zusehen, wie sich der Dreck, den man kurz zuvor bearbeitet hatte, langsam setzte, um sich schließlich in ein Becken mit klarem Wasser zu verwandeln. Es gab auch Inseln inmitten dieser klarer Seen, die man gerne zu Trutzburgen hätte ausbauen wollen. Sie verwandelten sich flugs in verwunschene, dreckfarbene Wasserschlösser und trugen ihren Sinn minutenlang in sich.

Freitag, 16. September 2022

Dieses Blau

„Weleda-Bademilch“. Frauen benutzten damals so etwas. Kinder wussten so gut wie nichts darüber, außer dass diese Milch gut roch. Und ich, ich fand eine solche Flasche Bademilch im Gestrüpp und war fasziniert davon. Die Flasche und ihr blaues Glas hielt ich immer wieder gegen die Sonne, nur um diese unterschiedlich gebrochenen Blautöne zu sehen, sie auszuprobieren, sie auf mich wirken zu lassen. Es hatte etwas Wohltuendes. Es hatte irgendwie mit dem Geheimnis dieser Gartenoase zu tun, aber auch mit der Farbe an sich. Es schien mir nicht weiter verwunderlich zu sein, dass mich eine Farbe anzog. Das Universum um mich herum hielt unentwegt solche Überraschungen für einen parat. Wieso sollte nicht eine Farbe Teil dieser Überraschungen sein? Heute staune ich darüber. Ich erzählte niemanden davon. Es war wie ein Durchblick auf das Seltsame, auf das Wunderbare, das ich in diesem Augenblick wie selbstverständlich aufnehmen konnte. Das was mich komplett einhüllen konnte, mich überwältigen. Es war ein Teil meiner Tage.

Dienstag, 10. August 2021

Aus anderen Zeiten - Notiz

„Ich war und bin zu anspruchsvoll mit den Personen, die mich umgeben und die ich zögere, Freunde zu nennen. Ich erwarte (offenbar) immer zu viel, ich habe immer noch die Vision aus meiner Kindheit, jemanden zu finden, mit dem ich mich voll und befriedigend austauschen könnte, ohne Argwohn, ohne diese permanenten Verletzungen, die heute Alltag sind. Im Fließen sein, im Fließen der gegenseitig zugeworfenen Erkenntnis und Unkenntnis. Ich will dort sein, wo man bereit ist, wie selbstverständlich sich Zeit zu schenken. Wo man sich Intensität und Energie gibt. Es war kürzlich kurz da, dieses Gefühl, im einem Gespräch. Aber es gilt dabei auch, gegenseitige Fixierungen aufzugeben, dem Anderen Spielraum zu geben, überhaupt: dem anderen und sich selbst Spielraum geben. Alles Mögliche auszuprobieren. Einen Schutzraum gemeinsam erschließen. Wirkliche Kommunikation versuchen. Maßlos sein, ohne sich entschuldigen zu müssen....

Mittwoch, 18. November 2020

Nostalgie

Heute will ich ein bisschen über Nostalgie schreiben, will Material dazu sammeln. Es heißt, Nostalgie schaffe Sinn, dort wo womöglich keiner ist. Uns fallen dazu vielleicht bestimmte Momente ein, im Alltag vergangener Zeiten, aber auch auf Reisen und jene Augenblicke, in denen uns Menschen näher kamen. Besonders geeignet scheinen auch Gerüche, optische Eindrücke und akustische Momente zu sein. Es umspielt Nostalgie offenbar das griechische Wort „Nostos“, das so etwas bedeutet wie „Heimweh“ und „Sehnsucht nach Heimat“. Es schaffe eine Art Gemeinsamkeit, so heißt es, indem man feststelle, wie sehr man gemeinsam bestimmte Zeiten geteilt habe, in denen mutmaßlich alles besser gewesen sei. Was daraus resultiert, kann bei jeder Ü-50-Party erlebt werden. Heute steigert Nostalgie mit solchen Tricks ganz allgemein das Wohlbefinden und bedeutet oft genug ein gemeinsames Schwelgen in Erinnerungen, ist insofern auch ein Teil eines öffentlich grassierenden Hedonismus. Sie ist offenbar auch ein Mittel gegen Einsamkeit und legt etwas nahe, was einer Entfremdung zuwider läuft. Ob Nostalgie vielleicht sogar grundsätzlich etwas mit anderen Menschen zu tun hat? Mit dem Sozialen? Man solle unbedingt im Hier und Jetzt, in der Gegenwart leben, so heißt eines unserer heutigen Gebote. Dabei könnte doch der Moment, dem unsere Sehnsucht gilt, auch in der Vergangenheit liegen. Durch all solche Faktoren mag Nostalgie durchaus etwas mit der Suche nach Identität zu tun haben. Auch eine Beobachtung: Autofirmen geben bestimmte Gefährte heraus, die im Retro-Design auf bestimmten Modellen der Vergangenheit basieren und mit der Assoziation daran spielen. So etwas scheint eine spezielle Form der Beständigkeit zu versprechen.  
Nostalgie war einmal etwas eher Negatives und wurde früher mit Erscheinungen wie Angst, Schlaf- und Appetitlosigkeit in Zusammenhang gebracht. Leider hat aktuell Nostalgie in der Politik teilweise verheerende Auswirkungen, wie nicht nur eines mächtigen Präsidenten Wahlspruch „Make America great again“ dokumentiert. Viele populistische Strömungen arbeiten mit der Sehnsucht nach Rückkehr ins Geborgene, Wohlgeordnete, mit der gewünschten und versprochenen Rückkehr zu etwas, was aus Vergangenheit bekannt zu sein scheint. Wenn ich in mich gehe, so entdecke ich unter anderem ein Bedürfnis nach Selbstvergewisserung und Integration dessen, was die Zeit in ihrem Laufe einst unbewusst in mich hinein geschaufelt hat.

Montag, 9. November 2020

Blick ins Eigene

Man denkt nach, über andere, dabei wird man selbst älter. Man stößt sich an Sachen, um die man früher locker herum gekommen wäre. Es bleiben Spuren, bösartig schillernd, bremsend mit einem leichten Schmerz. Man findet sich zuweilen auch in einem Krankenhaus wieder. Der Tod begegnet einem. Was ist das? Unbegriffen. Die Frage dazu wird öffentlich nicht gestellt. Wenn es so weiter geht, wird es in 50 Jahren sehr schwierig hier auf der Erde. Dabei forschen sie doch am ewigen (oder zumindest stark verlängerten) Leben. Wie soll das gehen? Auswandern auf andere Planeten. Sieht man, welche Unternehmen zu welchen Tarifen das jetzt schon anbieten, deutet man das als einen vielleicht möglichen Fluchtweg. Auch wenn diese Branche jetzt noch in der Kinderschuhen steckt. Ansonsten Selbstverklärung, gelegentlichem schüchternem Mut zum Pathos, etwas Sinnlichkeit (man hat ja von ganz Anderem und Extremem erfahren...), Offen- und Empfänglichkeit für Fremdes und – Tränen. Alles bald vorbei, oder? Was war das? 
Man will es noch einmal zusammen bringen. Und die Stoßrichtung der eigenen Existenz herausfiltern. Etwas klarer sehen. Wohin strebte man, unbewusst? Man glitt hindurch. Durch was? Bewusst? Nein, es schmeckt nicht nach Nostalgie, was einem oft unterstellt wird. Es hat viel mit dem zu tun, was man aktuell ist. Welche Momente erlebt man, die einen so stark geprägt haben. Die Abgeschlagenheit? Die Langeweile? Was regiert einen jetzt? Eine Müdigkeit? Die lächelnde Gummiwand? Eine noch immer sich erneuernde Neugier auf „das Leben“? Im Gegenteil! Es kommt einem so vor, als sei eine Wut ausgeprägter. Zielgerichteter. Klarer. Gegen Strukturen, die man neu erkennt. Man nimmt sich Humor und ironischen Abstand heraus. Es nutzt nichts. Man rennt sich fest. Und hat gerade darin sich besser erkannt.

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Nostalgie (2)

Du würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein holen. Deshalb bist du deshalb so oft zurück an die Orte deiner Kindheit gefahren. Genau diese Kindheit in mich herein holen, darum ging es mir. Eine ganze Persönlichkeit werden. Eine komplettere. Durch mich selbst. Ich habe stets das Disparate zusammenzudenken versucht, das, was nicht passt, die Gegensätze zusammen zu zwingen, sie zueinander zu biegen, - wie in meiner Musik und meiner Denke. Die unerwarteten Brüche anstreben. Das Uneinheitliche. Neue kreative Räume dadurch erschließen, sollten für mich dadurch aufgehen. Meine jüngste Musik aber ist auch eine Erinnerung an meine Vergangenheit, mit heutigen Mitteln realisiert. Sie hat sich dazu (rück-) entwickelt. Ich merke, wie ich schon länger dabei bin. Im Leben und in der Musik. Ich suche dazu die spontanen Ergüsse. Den Versuch, in sich zu finden, spontan auszugraben und dadurch Authentisches zu finden, - noch nicht aufgegeben. Damals, in den Achtzigern, war das ein scheinbar vorgegebenes Ziel. Es war weithin akzeptiert, wenn auch unterschwellig.
Heute mache ich das aus einem weiteren Gesichtskreis heraus. Natürlich sind andere besser darin. Klaro. Das habe ich aber vergessen. Andere sind immer besser. Das habe ich gelernt. Meine eigenen Wurzeln anzuzapfen, ist mein Ding, dem ich nachgehen will. Es kommen zu lassen, statt es bewusst herbei zu führen. Einen Ausgleich dadurch zu schaffen. Ich will versuchen, möglichst das aus mir heraus holen, was in mich hinein gegangen ist. Darüber zu staunen, dass ich das auch bin. Und dann zu spielen mit Stilmitteln, mit Verweisen, mit Anspielungen, indirekt, unaufdringlich, nicht notwendig dem Dekonstruktivismus zugewandt. Kein intellektuelles Konzept verwendend. Eher meine Biografie umsetzend. Mir selbst folgend. Mir im weiteren Sinne. Meine Brüche. Mein Zerfallen im Nichts auch. Die sanften und unsanften Nabel der Digitalisierung aufnehmend. Die kollektiven Verweise. Meine Undeutlichkeiten und mein Versuch, deutlicher, klarer, übersichtlicher, allgemeinverständlicher zu werden. Meinen Spekulationen spielend Formen geben. Auch im scheinbar Konventionellen und allzu Einfältigen. Strukturen einsetzen, aber sie nie allzu ernst nehmen. Die „grauen Anzüge“ von einst haben heute einen anderen Inhalt. Sie sind reine, unkennbare und anonyme Funktionsträger, Alpha-Tiere auch weiblichen Geschlechts, die ihr öffentlich dargebotenes Ich auftreten lassen, die es als Vorbild und Leitbild präsentieren. Künstler passen sich ihnen gerne an, ja, sie lassen sich oft allzu willfährig zur Werbung und in der Trash-Showwelt missbrauchen. Ich nicht. Ich alter Negativist......

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Heimat (7)

Das Meer? Der Wald? Die Landschaft..... Kann das auch eine Heimat sein? Das Unbestimmte bestimmen, sich darin geborgen fühlen. Es kann ein Gefühl sein, eine Übereinstimmung, Eine Übereinstimmung mit dem, was die Menschen dort machen, wie sie sind, wie sie geprägt wurden. Das bezieht sich auch stark auf die Natur dahinter, die unmerklich ihre Einflüsse ausübt, die sich „einstempelt“ in einen, über relativ große Zeiträume hinweg, ja bisweilen über ein ganzes Leben. Nach draußen gehen, die Welt sehen und dann zurück kommen. Das Gefühl, dass es dieses Zurück gibt, diese Zone, in der auch eine bestimmte Sprache gesprochen wird. Sich ernähren dort, durchkommen, weil man sich dort „auskennt“. Die spezifischen Verhaltensweisen, die Handwerkerei, das, was eine Gegend prägt, bis hinein in die kleinen Gesten. Dort, wo man sich entwickelt hat, Das hat mit Kindheit zu tun. Man hat immer schon über den Tellerrand hinaus blicken wollen. Man hat das getan, in eine Begrenztheit zurück getaucht, die man danach aber besser begreifen konnte, die man analysieren konnte, die man aus verschiedenen Blickwinkeln sehen konnte. Der Horizont war offener geworden und man erkannte sich neu, in dieser Ausgeliefertheit, an Verhältnisse, die von etwas Größerem geprägt waren.

Sonntag, 10. Mai 2020

Sonntagmorgen


Sonntagmorgen. Ich erinnere mich an eine andere Zeit. Sonnendurchflutete Zeit, die durch mich und den Bauernhof gegenüber floss: Die Sonne, der Geruch, eine Mischung aus Mist, frischer Luft und Gras, darin mein Erfahren, einerseits der Wiederkehr des Augenblicks, andererseits der Sensation, die darin lag. Da war meine Sehnsucht hinaus an den Horizont, ins Draußen der Möglichkeiten, die Beständigkeit und Veränderung, die darin ihre Selbstverständlichkeiten gewann und dem festen Kreislauf dessen entsprach, was man gemeinhin Natur nennt und was damals meine Selbstverständlichkeit war. Man war beschützt und behütet vor jenen Krisen und Katastrophen, die uns jetzt immer selbstverständlicher scheinen. Meine Familie nahm teil an Kreisläufen des Austauschs dessen, was man zu geben und zu nehmen hatte. Aus heutiger Sicht geschah das in großer Natürlichkeit. Das Land, der Boden, die Erde. Alles war da. Man trat hinaus und es überkam einen ein Hauch all dessen. Er umgab einen, ohne dass man darüber nachdachte. Das Muhen der Kühe, ab und zu, garstige Notwendigkeiten und überlieferte Formen: das war die Form, in die sich auch Plätze, Häuser, Ansammlungen von Menschen aller Art gossen. Sogar die Paarungen aller Art. Man war klein, am Anfang, alles war Versprechen und Möglichkeit. In einer noch unscharfen Form wurde man sich seiner selbst bewusst.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Späte Notizen (Text)

Wenn man auf die Kindheit zurück blickt, denkt man: „Wer zum Teufel war das?“
Es zieht sich etwas durch. Was?
Man will in anderen Welten spielen. Tagträumen. Man hat viele Jobs gemacht, um Geld zu verdienen.
Ob man gescheitert ist? Was ist gelungen?
Was bleibt? Ich war nicht gut genug. Jeder, der etwas erreichen will, muss sich verbessern können. Ich konnte das nicht passend
Glück macht keine gute Geschichten, es ist momenthaft, Pointilistisch würde der Kunstmensch sagen....: erst aus der Entfernung sieht man den größeren Zusammenhang
Momente sind sehr schwer zu beschreiben....
Unglück sind richtige Handlungen
Paris, in dieser großen Stadt kann man sich verlieren
wir spiegeln uns im Menschen, sind soziale Wesen
ob das Bedürfnis nach Nähe und Verschmelzung tatsächlich so stark ist? (Sex)
es braucht einen kalten Blick für einen Schriftsteller
Inszenierung wäre Selbstschutz
„Wir lachen und weinen über dieselben Dinge...“
es gilt, sich selbst nicht so ernst nehmen
Etwas traumhaftes
Gleichgültigkeit an sich heran lassen
Die Sinnlosigkeit des Lebens akzeptieren und trotzdem nicht aufgeben
in einer Welt, in der man aufgegeben hat, den Sinn zu sehen
sich ergeben darin, sterben zu müssen, - ohne passiv zu werden

Mittwoch, 11. Juli 2018

Karma revisited

Als Notiz gefunden:

Aus Zufall hinein getappt, sagen „die Stars“ über sich selbst und ihre Existenz. Geben sich ungläubig. Du sitzt genauso ungläubig dabei. Wie ging das? Karma? Andere sinnieren auch darüber nach. Du hattest lange Zeit, die „großen“ Geister zu lesen. Sie schrieben und schreiben, du schreibst so etwas wie Journalismus, - und kriegst doch nichts zustande. Hast nie etwas zustande gebracht. Andere klingeln mit Worten. Entwerten fortwährend die Sprache, ohne dass sie es merken. Du findest es widerwärtig. Faselst in dich hinein aus dir heraus. Unbemerkt. Was weißt du über Musik? Über Kunst? Dass man um ein Urteil kämpfen muss, dass so viele Faktoren eine Rolle spielen für den Ausdruck. Es gibt den gelungenen und weniger gelungenen Ausdruck. Es hat dich von Anfang an interessiert, das zu unterscheiden. Schon als du 15 warst, bist du da dabei gewesen. Gestalten haben dich umschwirrt. Warst jung, hast die Welt vor dir gehabt. 
Hast die Illustrierte mit Sophia Loren wie eine Reliquie vor dir hergetragen. Wenn ich erwachsen sein werde, so hast du dir gesagt, dann will ich auch dazu gehören zu diesem Spiel. Dann wird sie (oder so eine...) mir gehören. Dann werde ich dieses herrliche Weib irgendwie in mich verschlingen.... ich wurde nass, ich wurde begierig, ich wurde spitz..., - und jetzt? Bin ich müde geworden. Habe mir nie vorgestellt, einmal müde werden zu können. Ich würde die Welt erobern, sie würde mir gehören, quasi naturgemäß, das war damals klar. Weil ich es bin. Der alte Kinderglauben. Ich wusste nichts über die Machtverhältnisse dieser Welt und wem dadurch die schönen Frauen gehören, überhaupt alles Schöne. Du würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein holen. Deine Kindheit und Jugend in dich herein holen. Eine ganze Persönlichkeit werden. Eine komplettere. Durch dich selbst.