Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Medizin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Medizin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 13. Juli 2026

Krankenhaus

„Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl.“

Samstag, 29. Juni 2024

Gesundheit revisited

Cholesterin? Die Furcht vor den Stoffen, die einen Herzinfarkt mit sich bringen: Die Ernährungsmedizin bringt hier viele Beispiele. Ein amerikanischer Arzt untersuchte in den 50er Jahren den Zusammenhang des Verzehrs von tierischen Fetten und auftretenden Herzkreislauferkrankungen. Cholesterin im Essen sei schuld am Herzinfarkt, so die einigermaßen steile These. Belegt wurde diese These mit statistischen Tricks. Der Arzt sammelte Daten aus 21 Ländern, die die These stützen sollten. Doch die Daten belegten wenig. Was nicht zu seiner Erkenntnis passte, ließ der flotte Arzt, der bezahlter Berater der amerikanischen Margarineindustrie war, einfach weg. Zusammen mit einer Interpretation, die gewisse Fakten ebenfalls wegließ, schien sich ein schlüssiges Bild zu ergeben, das viele Ärzte täuschte und die Öffentlichkeit manipulierte. Natürlich ist Cholesterin ein Stoff, der im Blut festgestellt, etwas aussagt. Aber halt nicht über die Ernährung und nicht zwingend über den Gesundheitszustand einer Person. Die einschlägige Industrie benutzt aber solche „Erkenntnisse“ immer noch gerne. Die Grenzwerte bei Cholesterin wurden nach und nach immer weiter gesenkt. Das schuf neue Kunden für die Pharmaindustrie. Medizinische Studien ließen sich dafür leicht „frisieren“. Die Tricks sind unter anderem dabei: Eine Studie wird nicht veröffentlicht, wenn das Ergebnis dem Auftraggeber nicht gefällt. Man vergleicht ein neues Medikament mit einem bisherigen, relativ wirkungslosen und erzielt glänzende Ergebnisse. Wenn ein Medikament im Laufe der Zeit unerwünschte Nebenwirkungen erzielt, wird die Studie halt vorzeitig beendet. Oder umgekehrt: wenn sich die positiven Ergebnisse nicht einstellen, wird der Studienzeitraum einfach verlängert. Krebsvorsorge. Prostatauntersuchungen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Es scheint als hätte die Masse der Menschen keinen Nutzen aus solchen medizinisch unnützen Untersuchungen, ja ihr drohen vielleicht sogar Schäden. Wegen falschen Diagnosen zum Beispiel, oder Schäden wie beispielsweise Überdiagnosen. Beim sogenannten PSA-Wert zur Früherkennung von Prostatakrebs, ist dies besonders augenfällig. Hier wird offenbar von vielen Patienten ein fragwürdiger Nutzen in Kauf genommen zugunsten eines heftigen Risikos. Dass der Nutzen solcher „Leistungen“ (zu denen auch die berüchtigen „IGEL“-Leistungen gehören, die die Krankenkassen zu Recht nicht bezahlen...) auch in einem geldwerten Vorteil bestehen kann, den sich gewisse Ärzte und die Pharmaindustrie teilen, wird auch gerne verschwiegen.

Samstag, 20. April 2024

Krank

Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank war. Als das erkannt wurde und die Operation schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt war. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du aus deiner Sicht Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Sie wollten dir alle helfen. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute. Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den sie mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist. Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich noch nicht aufgelöst.... Du hattest auch noch nicht die Brüchigkeit solcher Freundesbünde erfahren. X x Yes, when I was sick from now on. When this was recognized and the operation was scheduled for the morning of the next day. When they all tried to encourage you: "It'll be okay...". Suddenly, from your point of view, you were a victim, faced with a power that had reached out to you. Didn't know about it. They all wanted to help you. And now suddenly you were lying in a typical hospital room. Help, how did I get here? Suddenly being an outcast in this society of the carefree: how does that work? At least the doctors were on my side and so were the nurses. The emergency was not as pronounced as it is today. I was happy about the visit they paid me. But there was always this experience: the others and you. This dividing line. They came to pity you, they came from outside, they increased your feeling of being trapped inside yourself, alone... They closed the door from outside and you were very alone looking out the window... but they seemed having no idea how fragile this dividing line is between the "normal" and the "abnormal", between the healthy and the sick. Damn, who nailed me here? The nurses actually gave you a bit of humanity, we talked to each other and you think back fondly on them... They did their job more than well. You had this illness that most people didn't even dare to express and that was still considered incurable at the time. Yuck! On the one hand, you were in good hands during the many visits, all of which were ultimately non-binding. They were all happy when they could close the door from the outside and belong to “the others”… You were still quite well “connected” back then…. The clique of friends hadn't broken up yet... You hadn't yet experienced the fragility of such friendships either.

Mittwoch, 23. Juni 2021

Robotics

Natürlich ist jetzt trotz aller Bedrohung von seiten der natürlichen Umwelt dauernd von Wachstum die Sprache. Eine wichtige Rolle, so scheint es mir, sollen dabei auch die künstlichen Welten und die Roboter spielen. Dies mag manchem noch wie Science fiction vorkommen. Die Vorboten stellen sich aber bereits in diese Gesellschaft z.b. in Form des autonomen Fahrens ein. Auch die verschiedenen Formen der Augmented Reality scheinen mir bereits eine gewichtige Rolle zu spielen und sich in unser aller Leben zu schleichen. Es geht dabei stets um simulierte und bearbeitete Realität, um manipulierte Wirklichkeiten, deren Wohltaten jetzt schon, sollte das Pandemiekapitel einigermaßen abgeschlossen sein, gar überall beschworen werden. Sowieso wären auf diese Weise in die Pandemie passende kontrollierte Bedingungen denkbar. Es erhebt sich die Frage, ob wir zukünftig wirklich in einer Art Scheinwelt leben wollen, auch wenn es uns Spass und uns glücklich macht. Wie viel Selbsttäuschung wollen wir zulassen? Sind nicht bereits jetzt die Techniken der gezielten und profitorientierten Täuschung hoch entwickelt? Spielt sich unser Leben nicht jetzt schon auf Computerbildschirmen und in Form von Programmen ab, die fähig sind, uns überall und jederzeit genauestens zu überwachen? Dass solche Programme uns helfen würden, wird derzeit dauernd gehört. Dabei steht die Medizin hoch im Kurs. Krebsdiagnosen, überhaupt Diagnosen, bipolare Storungen, Angstzustände seien damit beherrschbar geworden, so heißt es. Aber auch Alltagsprobleme aller Art, das zunehmende Problem der Vereinsamung bis hin zu sexueller Belustigung seien durch derartige Programme und Maschinen gewährleistet, so heißt es. Steuerung, Beeinflussung und Lenkung werden neu ermöglicht. Ob dabei neue Möglichkeiten der Menschenführung in Richtung auf bestimmte Interessen ermöglicht werden. Welche Rolle dabei die Werbung spielt? Die politische Lenkung? Das systemkonforme Wohlverhalten?

Dienstag, 29. September 2020

Medizin und Ideologie

Es steht durchaus schon lange im Raum, dass sich Schulmedizin und ganzheitliche Medizin begegnen könnten, um gegenseitig voneinander zu profitieren. Man ist dann im konkreten Fall regelrecht erschreckt, wie wenig dies tatsächlich der Fall ist und wie sehr die jeweiligen Seiten eine Art grundsätzlich-ideologischer Frage daraus machen. Wie sehr Ignoranz und Arroganz das Feld beherrschen!!! Wieso eigentlich? Ob das am Studium oder Ausbildung liegt? Um den Patienten scheint es nur insofern zu gehen, als dass jede Seite Recht behalten will. Peinlich, sowas! Klar, angesichts der Lage verbietet sich jegliche Kritik an der Medizin und der sie tragenden Institutionen. Aber gerade das gehört zum Niedergang demokratischer Bestrebungen! 
Ein solch groteskes Verkennen der Medizin erscheint mir nur möglich, weil Ärzte immer noch einen Status als „Halbgötter in Weiß“ haben und ein Großteil von ihnen schon längst aus Deutschland in die Schweiz oder nach Österreich abgewandert ist, weil dort die Bedingungen sehr viel besser scheinen (ob dies „die Politik“ samt ihren Krankenkassen-Adlati ändern sollte? Oder es wenigstens versuchen? Ob sie überhaupt etwas dagegen unternommen hat?) Wie ist das möglich? Sind Ärzte in den "normalen" Zeiten Raffkes, die nur das Geld interessiert? Sie seien zum wirtschaftlichen Handeln aufgefordert, so heißt es. Ob sie dies tun, wenn sie in die Schweiz oder nach Österreich übersiedeln?

Samstag, 11. Juli 2020

Kurze Beine

Ich habe den Titel "Kurze Beine" gehört und mir ist durch den Sinn gegangen, dass Lügen leider manchmal auch lange Beine haben: Da ist der Einfluss der Pharmaindustrie auf das Menschsein als aktuelles Beispiel. Sie nehmen Einfluss, sie kaufen auf, sie reden schön, sie lenken Informationen, sie geben "die richtigen" Untersuchungen in Auftrag, sie betreiben Lobby-Arbeit, sie setzen unter Druck, sie lassen aus, sie dramatisieren, sie verschweigen, sie blockieren...usw....es ist eine lange Folge von.… Lügen.…, die leider sehr lange Beine haben, indem sie sich als gelenkte "Wahrheit" in unser Dasein mischen. "Sind wir nicht alle ein bisschen korrupt?" fragte neulich ein ehemaliger Kollege, der sich jetzt der Öffentlichkeit neu verkauft und dazu Interviews gibt...… wow, diese Grauzonen! diese retouchierten Wirklichkeiten! Wo steht man da? Man sieht sich selbst zu.... nimmt Maßstäbe wahr, die sich später als etwas ganz anderes darstellen......


Samstag, 28. März 2020

Tod und Leben

Tod, Leben? Mensch? Wo stehen wir? Krise? Folgende optimistische Vision habe ich gehört und versuche sie nun wiederzugeben: Wir werden uns nach der Krise zu einem Punkt entwickeln wollen, an dem alles beeinflussbar erscheint. So werden beispielsweise Eltern in der Lage sein, die bestmöglichen Gene für ihr Kind darstellbar zu machen, die gezielte Beeinflussung des Genmaterials mittels Crisp-r ist da heute schon möglich: eine bestimmte Sequenz aus dem Genstrang abzuschneiden, zu entfernen, zu verbinden und möglicherweise nach einer Reparatur wieder einzusetzen. Codeteile austauschen. Bei Embryos, - aber auch bei Erwachsenen. Damit ist das Ende der Evolution als entscheidendes Element angesagt und die Genmanipulation eingesetzt. Wir werden stärkere, schnellere und intelligentere Versionen von uns schaffen. Womöglich werden wir mithilfe der Wissenschaft den Alterungsprozess verlangsamen oder gar ganz aufhalten. Unsterblich werden? 100 Jahre lang wie 25 aussehen? Kein Problem! Wir kommen bisher noch mit einem Verfallsdatum zur Welt. Wieso eigentlich? Keine Probleme werden uns an etwas hindern. Wir werden wunschlos glücklich sein. In der Zukunft wird uns die Genmanipulation viele zusätzliche Lebensjahre schenken. Auch die Medizin wird sich dabei ändern. Ja, sie wird angesichts fehlender Probleme sogar überflüssig. Jedenfalls wird sie exakt auf die jeweilige Person zugeschnitten sein. Man wird vorhersagen können, ob jemand eine Krebserkrankung oder Herzprobleme bekommen wird, was es natürlich möglich macht, dies im Vorfeld zu verhindern.

Donnerstag, 12. März 2020

Was jetzt?

Ich verstehe nicht die Beschwichtigungsversuche von Politikern, die empfehlen, Operationen mal kurz zu verschieben. Ich war leider 2 mal im vergangenen Jahr im Krankenhaus und meine dringend notwendige (akut!) Operation wurde unter solchen Voraussetzungen verschoben (mit erheblichen alltäglichen Auswirkungen! z.b.: man sollte sich den ganzen Tag bereit halten, was alleine schon psychologisch schwierig erscheint, man hätte jederzeit abgeholt werden können....was dann aber nicht geschah.......aber Psychologie oder seelisches Befinden scheint in diesem Zusammenhang des Personalmangels nicht viel zu zählen, der Ablaufmechanismus, das Einordnen in eine scheinbar objektive Reihenfolge (die dem Patienten nicht erläutert wird) scheint wichtiger....). Es scheint oder schien Personal zu fehlen, oder die Planung schien in diesem Krankenhaus ungenügend gewesen zu sein. Außerdem wird jetzt zu oft über Betten geredet, die im „weltbesten Gesundheitssystem“ offenbar zur Verfügung stehen. Dabei mussten diese Betten in der jüngsten Vergangenheit teilweise aufgegeben werden, weil nicht genügend Pflegepersonal zur Verfügung stand. Wenn das aber schon unter „normalen“ und alltäglichen Verhältnissen so ist, so könnten sich wohl diese Bedingungen unter Quarantänemaßnahmen noch deutlich verschärfen…. Gewisse Operationen dürften wohl gar nicht planbar mehr durchgeführt werden. Zudem erheben sich in mir Fragen, vielleicht habe ich die diesbezüglichen Erklärungen nicht ganz verstanden: Schutzmasken sollen, je nachdem, wie gefragt wird, nicht helfen. Offenbar werden sie aber an vielen Stellen gefordert. Man sieht sich maskierten Menschen gegenüber. Nicht zuletzt von einem selbst wird jetzt Maskierung gefordert. In diesem Zusammenhang erheben sich für mich 2 Fragen: Woher sollen sie kommen, diese Schutzmasken? Und: helfen sie nun oder helfen sie nicht?

Mittwoch, 11. März 2020

Pharmatricks

Leider bin ich von einigen Medikamenten abhängig. Ich brauche sie täglich, so wird gesagt. Wie das? Mein Arzt ist der Ansicht, dass ich das Medikament regelmäßig nehmen sollte, ich sei chronisch krank. Was aber sind seine Interessen dahinter? Nimmt er an solchen als „Fortbildungsmaßnahmen“ camouflierten Werbeveranstaltungen teil, die ihm gegen gutes Honorar bestimmte Dinge nahe legen und sich dabei um gekonnte oder weniger gekonnte wissenschaftliche Verbrämung bemühen? Weiß ich das? Nein. Ich kann nur schlimme Dinge vermuten und mich anmachen lassen, wenn sie nicht stimmen. Ich muss mich anmachen lassen, denn ich bin ja abhängig. Und was ist mit den täglich von mir benötigten Medikamenten? Bestimmte Medikamente kriege ich gar nicht mehr. Oder nur nach einigen Tagen. Sie scheinen über Umwege so gerade noch aufzutreiben zu sein. Ob dahinter steckt, dass die Pharma-Konzerne ihre Medikamente dort verkaufen, wo sie am meisten daran verdienen? Wenn das Medikament wenig lieferbar ist, wenn Engpässe entstanden sind, ist diese Strategie sogar umso lukrativer. Ich kann damit vielleicht sogar erreichen, dass ich der einzige Anbieter bin. Ob das ausgerechnet bei uns, im „besten Gesundheitssystem der Welt“ etwa nicht der Fall ist? Oder wie kommt das alles? Produktionsstätten in Asien fallen aus, Produktionsstätten, die völlig unsozial und ökoschweinisch produzieren? Ob nicht doch das eine oder andere Produktionspotential nach Europa zurück verlagert werden sollte?

Donnerstag, 18. Januar 2018

Kampf um Anzeige

Ein neues Fieberthermometer, das ist genau, was ich brauche. Sofort gekauft. Immer wenn das „konventionelle“ nicht zur Hand ist, ich es nicht finde und deshalb mal wieder ein ganz neues kaufen muss, denke ich, dass ich unbedingt eins brauche. Also jetzt eins, das speichern kann, an der Stirn und im Ohr spielend leicht abliest. Ablesen soll. Denn erst mal bin ich resigniert an der Aufgabe, das Ding überhaupt aufzupacken. Ich hatte es in das Medikamentenschränkle versenkt, mit der Vorstellung, es dann aufzupacken, wenn ich es brauche. Nun ja, Garantie- oder Rückgabeanspprüche könnten dann längst passé sein: Stimmt. Aber ich will das in Kauf nehmen, das Teil wird schon funktionieren. Aber irgendwann packt es mich doch: ich sollte das Ding vielleicht studieren und es mir zugänglich machen, so lange ich klar bei Geiste bin. Im Fieberwahn werde ich es kaum zusammenbringen. Also mache ich mich dran: erst mal das dicke fette Plastik, das aufzuknacken gar nicht so leicht ist. Schon bei anderen Gelegenheiten musste ich die Erfahrung machen, das das in einem Blutbad enden kann, weil dies Plastik nämlich so massiv ist, dass man es mit normalen Scheren kaum auf bekommt. Gerade solche Hersteller für medizinisches Equipment machen solche Fehler! Es müsste sich eigentlich bis zu denen herumgesprochen haben, dass wir solches Plastik nicht wollen, dass es die Weltmeere versaut und uns dauernd zum Gang zur Mülltonne treibt. Aber nein, wir ärgern uns, haben das Ding aber schon gekauft. Beim Schneiden aber bloß nichts beschädigen! Da ist ein „Manual“, also ein Bedienhandbuch, dessen Lektüre ich besonders hasse und als bloßen Zeitverlust betrachte. Bevor ich mit irgendetwas loslege, also erst das Manual studieren! Tausend allgemeine Vorbemerkungen, die alle ziemlich wichtig sein mögen und den Hersteller gegen tausend rechtliche Gefahren schützen sollen, ärgern mich schon wieder. Ich will kurz und knapp wissen, wie das Ding funktioniert, fühle mich aber hin gehalten in diesem Bestreben. Nun versuche ich, intuitiv das Ding in Gang zu bringen. Klappt nicht. Wird wirres Zeug angezeigt. Also genau nach Bedienungsanleitung. Ich verzweifle, kriege es auf diese Weise auch nicht hin, rufe Youtube auf und will es mir per Video erklären lassen. „Stellen Sie die Uhrzeit wie in der Bedienungsan,leitung beschrieben ein“ heißt es hier. Verdammt! Hilfe, ich scheitere bereits an diesem Schritt. Das Gerät empfiehlt sich auf der Packung mit einer besonders gut verständlichen Bedienungsanleitung...nur bei mir klappt es nicht. Was bleibt, ist Zynismus und Kampf. Ich mache wohl eine Stunde lang herum, zweifle an mir selbst und will mich nicht durch einen Anruf bei der Hotline als Oberdepp offenbaren. Also gebe ich partout nicht auf, versuche alles, immer weiter und habe das Ding schließlich eingestellt, dass es etwas misst. Ob das allerdings das ist, was ich messen will, weiß ich nicht genau. Ich rede es mir ein, gebe auf und lege das Ding beiseite.....ich habe genug davon. Was nun? Das alte suchen? Klare Richtwerte? Nein, ich will nichts mehr davon wissen.....

Dienstag, 20. September 2016

Gentechnik Crispr (1)

Rinder ohne Hörer sind bereits geboren und erwachsen vorhanden. Das hässlich blutige Geschäft der Enthornung entfällt bei ihnen. Bauern jubeln. In Zukunft wären auch größere Rinder denkbar, die mehr Kälber gebären, die gesünder sind und die nicht das lästige Methangas in die Umwelt pusten. Das alles kann Crispr, die Methode, mit der Gentechniker die Evolution in ihrem Sinne vom Labor aus beeinflussen können und wollen. Sehr leicht zu handhaben, profitträchtig und enorm effektiv: Crispr krempelt die Gentechnik um. Das Erbgut aller Lebewesen lässt sich damit beliebig und sehr gezielt beeinflussen, umbauen, umstrukturieren, neu anordnen. Diese Wissenschaftler glauben auch, dass ihnen mithilfe von Crispr der endgültige Sieg über Aids gelingen könnte, indem sie den Genabschnitt, der die Informationen für die Andockstelle des HIV-Virus im Menschen enthält, so manipulieren, dass er derjenigen Variante gleicht, die bei den wenigen Glücklichen vorkommt, die von Natur aus gegen HIV/Aids immun sind. Kunststück. Auch könnten sämtliche erblichen Krebserkrankungen so wie alle anderen Krankheiten, die eindeutige genetische Ursachen haben - Sichelzellenanämie etwa, Bluterkrankheit oder Chorea Huntington -, bezwungen werden, indem die tickende Zeitbombe, die der Betroffene in seinem Erbgut herumträgt, einfach ausgeschaltet wird. Weg.
Die Gentechnik, ein Wunderhorn? Zauberei? Schöne neue Welt? Bei Nahrungsmitteln könnte man ja noch einwenden, dass es eine ganz erhebliche Verteilungsproblematik gibt, die die Ernährung der gesamten Weltbevölkerung (noch immer hungern rund 1 Milliarde Menschen) aus gewissen Interessen von Industrieländern und deren Konzerne unmöglich macht. Typisch für die Wissenschaft jedoch ist, dass sie schnelle technische Lösungen für soziale Probleme anbietet. Der scheinbar direkte Weg. Keine Frage jedenfalls ist, das jemand, der nicht genug zum Essen hat, in einer völlig anderen Wirklichkeit als die Satten Vielverdiener leben muss. Er ist bis zu seinem schäbdigen Tod vor allem zur Deckung seiner Grundbedürfnisse unterwegs.