Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 19. April 2026

Aufgeregt

Gestern kam ein hochaufgeregter älterer Herr auf mein Auto zu und drohte mir, - er schwang seinen Gehstock, - als ich den Motor im Leerlauf (!) laufen ließ, um ein Telefonat zu tätigen, das länger dauerte als ich zunächst annahm. Er gestikulierte wohl „Ausmachen…..!“ (Ich konnte das nur erraten). Ob's um das CO2 ging? Um was eigentlich...? Er wirkte dabei sehr aufgebracht. Ich fuhr schließlich ab. Für einen Moment hatte sich mir aber etwas wie „Stimmung“ offenbart: Es herrscht offenbar Gleichgültigkeit und gleichzeitig Nervosität, während sich „die Unteren“ gegenseitig ausnehmen, bedrohen und beschimpfen. Das mittelalte Führungspersonal grinst dazu und sorgt etwas mangelhaft für Verwahrung. Sie halten die Vorläufigkeit konsequent für die Endgültigkeit. Sie steigen konsequent in ihre dickschiffigen SUVs, lassen an und fahren ab.....

Montag, 9. März 2026

Verrückte Fahrt

Du wolltest zuvor noch Grenzen durchbrechen, die sich dann aber alle verflüchtigt haben, von der Alltagsmühle zermahlen. Wir waren eine Clique, so was ähnliches jedenfalls (man nannte es damals so). Wir taten Dinge, die uns verrückt vorkamen. Sie waren aber vergleichsweise gar nicht so wild. Wir lenkten das Auto eines unserer Eltern von der Rückbank aus. Na und? Ging gut. Wir waren dabei besoffen. Ich hielt es für einen Witz und ein gutes Bonmot, wenn einer von uns immer stöhnte: „Wenn ich an meine Finanzen denk'“. Ich fühlte mich von der Sache her erhaben über so etwas. Das war ein glatter Witz, das war bizarr grotesk. Jeder macht sich auf seine Art lächerlich. Heute denke ich „Wenn ich nur schon damals öfter an meine Finanzen gedacht hätte“. Money makes the world go round. Der Mann mit dem Auto ist, wie ich gehört habe, inzwischen gestorben.

Freitag, 17. Oktober 2025

Auto Mobil

Ein ziemlich agressives Aggregat kommt da auf mich zu. Ein Dickschiff. Ein City-Panzer. Sehr ökologisch, das. Erst diese fetten Kisten nach dem Prinzip „größer, höher, schwerer“. Verbrenner-SUVs, damit haben die Automobilkonzern noch schnell etwas vor dem großen Absturz verdient, so war zu hören. Rammböcke gegen das gemeine Volk, das sich so etwas nicht leisten kann, aber heftig danach strebt. Raten- und Leasingverträge werden abgeschlossen. Wetten auf die Zukunft werden getätigt. Symbole des Größenwahns und der Überheblichkeit. Die seit Jahrzehnten eingeführten Markennamen legen äußerlich deutlich zu: Der Smart wird eine Art Mini-Van, der Golf kommt jetzt als aufgeblähter Digitalapparat auf Riesenschlappen daher. Weitere Beispiele gibt es massenweise. Früher war mal das eine oder andere Modell als Lösung bei zu engen Straßen und Parklücken gedacht. Jetzt wird von Autofirmen gepriesen, sei dies Modell „endlich erwachsen geworden“. Vor Assistenzsystem und Sensoren strotzend. Mit den Ausmaßen eines Panzers. Je neuer das Modell, desto größer in der Regel. Das kommt besonders in Parkhäusern, in Tiefgaragen oder schnuckeligen Wohngebieten gut zum Tragen. Und Elektroautos sind ja von vornherein so gewaltig, müssen es sein, alleine schon wegen der voluminösen Batterie. Muskulöse Performance, sinnlos in sich hinein tuckernd, vor Kraft strotzend. Testosteromvehikel, mit dem man in ein Kampfgebiet einfährt. Schul- und Kindergartenkinder, die aus ihnen aussteigen, daneben die Soldaten des Alltags. Und dann war die staatliche Förderung plötzlich mal abgewürgt. Sorgte zwar für einen heftigen Rückgang. Aber die Erbengeneration durfte jetzt nach vorne treten und sollte ein ramponiertes Image retten. Es wurde offensichtlich, dass die Produkte der Automobilindustrie (die sich ja so gerne auf die „Nachfrage“ beruft) nicht wirklich zur Infrastruktur der Städte passt. Wissen wir inzwischen alles und handeln doch nicht danach? SUV. Elektrisch? Hybrid? Verbrenner? "Range Extender"? Ob das der Treiber ist? Die Suche nach dem Überlegenheitsgefühl? Wie seit eh und je? Oberklasse, Unterklasse? Peinlich, das.

Dienstag, 10. September 2024

Auto mobil

Ich erinnere mich an eine Autobahnszene aus der Vergangenheit: heftige Bewegung im Rückspiegel, dann volle Beschleunigung, rigoroses Vorpreschen, dann, auf gleicher Höhe, wird mir hoch erregt mit rotem Gesicht wild grimassierend der Vogel gezeigt. Hilfe, was habe ich verbrochen? Weil ich, wie vorgeschrieben, höchstens 120 km gefahren bin? Schon seit langem staune ich über das wachsend agressive Design der Autos: Streitwagen durch und durch. Gemacht, um andere Verkehrsteilnehmer zu „versägen“. Schneller sein, besser, stärker, vorbei kommen am andern, koste es was es wolle? Ob das irgendwie symbolische Bedeutung in dieser Gesellschaft hat? Die E-Kisten müssten eigentlich Energie sparen, damit sie nicht so schnell wieder aufgeladen werden müssten. Das drückt sich aber im tatsächlichen Verkehr kaum aus. Riesige SUVs mit den gigantischen Ausmaßen eines Lastwagens ziehen dank hoher PSZahlen drängelnd an einem vorbei, grüßen unfreundlich von oben und fahren ihre heile Welt entlang. Auflader, Turbolader, Verbrenner: Wer sich`s leisten kann, demonstrativ kein Gutmensch zu sein, sondern eine agressive Sau, gibt jetzt diese Nummer. Lichthupe, ahoi! Vorbei! Jetzt komm ich! In der Kampfmaschine. Quasi-militärisch. Durchziehen. Abziehen. Ausleben. Ableben. Egal. Abschießen. Der Ekstase entgegen. Wer wird denn da auf der Bremse stehen!

Freitag, 9. Februar 2024

Parkgebühren und Protzsucht

Fast überkommt einen so etwas wie ein Triumphgefühl, wenn man an die stark erhöhten Parkgebühren für SUVs in Paris denkt. So etwas würde man sich auch für die deutschen Städte wünschen. Doch schon beginnen die Überlegungen zu rechtlichen Wider- und Einsprüchen. Es hätten sich zu wenig Menschen an der Abstimmung beteiligt, so wird bemängelt. Wenn sich ein bisschen mehr als 5 Prozent der Pariser Bevölkerung überhaupt an der Abstimmung beteiliigt hätten, sei das eindeutig zu wenig. Wenn davon eine Mehrheit (etwas mehr als 42 000 Personen) für höhere Parkgebühren gestimmt hätte, sei das im demokratischen Sinne irrelevant. Doch: ob etwa eine gewisse Resignation da auch ihre Rolle gespielt haben mag. Eine Entwöhnung von Elementen einer direkten Demokratie auch? Wer braucht SUVs überhaupt? Ob sie ein Gefühl der höher sitzenden Überlegenheit verschaffen? Mal schnell zum Kindergarten fahren, die Jungen in der Schule abliefern? Ob sie einer Protz- und Prunksucht geschuldet sind und einen sozialen Status dokumentieren sollen? Und ob den Deutschen eingeredet wird, dass diese übergroßen SUVs mit den gewaltigen Reifen wegen der darbenden Autoindustrie absolut notwendig sind, weil sie die großen Umsatzbringer sein und Arbeitsplätze sichern sollen? Ob sie im Durchschnitt dem Klima gut tun, diese großen Kisten? Ob daran stark erhöhte Parkgebühren etwas ändern?

Mittwoch, 8. November 2023

Total elektro

Es kommen einem sehr klobig große Karossen entgegen, die die Elektromobile sein sollen, die Öko-Gutmenschen fahren. Dabei hatten wir doch gelernt, dass Öko-Fahrzeuge möglichst wenig ausladend und sparsam in jeder Hinsicht sein sollten. Nachhaltig halt. Und nun diese gewaltigen Kisten? Wer es sich leisten kann, nimmt auch noch die Karossen eines amerikanischen Milliardärs als Statussymbol her und glaubt, somit etwas für die Umwelt zu tun. Kleinere Autos? Erschwinglich?Fehlanzeige. Somit scheinen mir diese neuen Autos sehr aktiv zur sozialen Spaltung beizutragen. Doch solche, alle Bürger betreffenden Kosten, sind ausgelagert. Die Allgemeinheit hat sie zu tragen, - so das bisherige Credo dieser „Marktwirtschaft“. x x You come across very clunky bodies that are supposed to be the electric vehicles that eco-do-gooders drive. We had learned that eco-vehicles should be as minimally bulky as possible and economical in every respect. Sustainable. And now these huge boxes? Those who can afford it also use the cars of an American billionaire as a status symbol and believe that they are doing something for the environment. Smaller cars? Affordable? None. So these new cars seem to me to be contributing very actively to social division. But such costs, which affect all citizens, are outsourced. The general public has to bear it - that is the current credo of this “market economy”.

Sonntag, 16. Juli 2023

Dienstwagen

Dass nach einer Untersuchung Politiker riesige Dienstwagen von ihrem Personal fahren lassen, Dienstwagen, die alle Richtwerte bei weitem sprengen, hat mich nicht sehr überrascht und weist auch in seiner verräterischen Gesinnung darauf hin, dass eine bestimmte Protestpartei immer größere Erfolge erzielt. Die Leute sind halt diese Heuchelei satt, die ehrgeizige Klimaziele ausloben lässt und sich selbst dann in extrem umweltschädlichen Karren durch die Landschaft fahren lässt. Dass dabei auch eine Umweltschutzpartei beteiligt ist, scheint mir ihrem politischen Verhalten der vergangenen Monate zu entsprechen: Wasser predigen, Wein trinken. Ja klar, reihen sich meine Worte in eine allgemeine Politikverdrossenheit ein. Sie sind damit jedoch nicht zu entkräften. Geradezu mit zynischer Heiterkeit erfüllt es mich, dass nach dieser Untersuchung offenbar ein Verkehrsminister zu den dunkelsten Figuren zählt, weil sein Gefährt die Richtlinien mit am deutlichsten reißt. Zu dem kommt, dass die Wagen vieler Politiker wohl Plug-in-Hybride sind. 113 von 157 Politikern auf Bundes- und Landesebene sollen auf solche Fahrzeuge zu setzen, die sowohl elektrisch als auch mit einem Verbrennermotor gefahren werden können. "Diese sehen auf dem Papier gut aus, sind tatsächlich aber wahre Klimakiller", sagt ein Experte und umschreibt Tatbestände, die inzwischen nahezu jeder kennt. Wie abgehoben diese Politiker sind, zeigt sich auch darin, dass solche Dienstfahrzeuge offenbar für ganz „normal“ gehalten werden und kaum noch einer Erwähnung wert sind. Nun ja, der Steuerzahler bezahlt das ja. Auch eine gewisse Heuchelei.

Samstag, 3. Juni 2023

Rennen

In einer Zeit geschrieben, als ich viel auf der Autobahn unterwegs war und die heutige Gegenwart in ihrer noch verpuppten Form, immer wieder aufschien. Aus heutiger Sicht würde ich meinen, dass ich viel zu sensibel darauf reagierte: „Welche Verachtung liegt denn da dahinter? Ich war nahezu jeden Tag auf der Autobahn unterwegs und allzu oft ballten sie hinter und neben mir die Faust, überholten mich demonstrativ rechts, fletschten die Zähne und machten wild fuchtelnd Fotos mit dem Handy, wobei manche Verkehrsteilnehmer über solchen Übungen die Kontrolle über ihr Fahrzeug komplett zu verlieren drohten. Dabei glaube ich, ein vergleichsweise empathischer und gelassener Fahrer zu sein, der den Flow nicht gerade verzögert. Jaja, die schlauen Psychologen erklären einem, dass sich die Leute im Straßenverkehr eine Art Tarnkappe der Anonymität überziehen und unter deren Schutz glauben, „mal richtig die Sau rauslassen“ zu können. Mir kam es aber oft so vor, als würden die Leute ganz bewusst in ihrem Streitwagen sitzen, und ihren Pferdestärken die Sporen geben, nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“. Der andere ist da nur noch Gegner und die Gesamtveranstaltung könnte „Krieg mit anderen Mitteln“ heißen. Nicht nur die „political correctness“, sondern allerlei moralisch-ethische Maßstäbe schieben einem solchen Verhalten zumindest in Europa den Riegel vor. Aber die zivilisatorische Decke scheint recht dünn zu sein. Es geht darum, den anderen fertig zu machen, ihn zu übertrumpfen, ihn zu „versägen“, ihn zu erledigen: Als ein Ventil des Alltags, zu dem man den von Jahr zu Jahr immer neu mit Pferdestärken und Kilowattstunden aufgerüsteten Streitwagen an den Start bringt. Man hat den sogenannten Wettbewerb verinnerlicht, man scheint ganz unwillkürlich und scheinbar selbstverständlich zu glauben, dass das ganze Spiel des Gewinners und Verlierers einen legitimiere, den anderen vernichten zu dürfen. Empathie und Rücksichtnahme sind da nur Schwächen. Jawohl, der Wettbewerb erlaubt alles. Es gilt der allüberall so verherrlichte „Wettbewerb“. Da wird bis kurz vor der Messstelle, mit der der Staat als Raubritter der gebührenpflichtigen Verwarungen an der Veranstaltung auch gerne teilnimmt, munter Gas gegeben. Unmittelbar davor kommt die große Bremsaktion und der Wagen wird brutal bis zur geforderten Geschwindigkeit herabgebremst, kurz danach wieder herb beschleunigt. Auch sehr ökologisch, das! Die Checker, die Bescheidwisser und cleveren Überholer sind halt unterwegs. Sie bringen unter anderem auch diese Art der staatlichen Abkassiererei hervor. Es könnte ja auch darum gehen, Feinstaub oder Lärm zu vermeiden. Es könnte darum gehen, Gefahren zu vermeiden, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Könnte ja eine Überlegung wert sein und könnte ja auch mal Sinn haben. Es gilt das Recht des scheinbar Stärkeren. Es ist dies im journalistischen Sinne auch das Gängige, was jeder weiß. Wirklich? Wieso verhält er sich dann aber auf der Autobahn wie eine Sau? Wider besseres Wissen? Ist vielleicht das Wissen und der Verstand gar nicht das Entscheidende? Werden wir von rudimentären Trieben zu unserem Verhalten gebracht? Von losgelösten Emotionen? Mehr als wir denken?“

Donnerstag, 23. März 2023

SUV (1)

Was lief, was läuft denn da falsch? Es mag etwa vor gefühlt 10 Jahren gewesen sein, als sich die SUVs auf unseren Straßen und Parkplätzen plötzlich abenteuerlich vermehrten. Im Zeichen des Klimawandels hatten sich Ingenieure zuvor abgemüht, den Spritverbrauch zu vermindern, was natürlich durch den Trend zum großen Auto radikal aufgefressen wurde. Schland ist wohl relativ dicht besiedelt, im Gegensatz zu den USA, wo ich den Trend zum großen Auto zuvor schon ausgemacht hatte und als halbwegs sinnvoll (große Entfernungen, viel mehr Raum!) eingesehen hatte. Doch bei uns verstopfen die fetten Karren die Innenstädte und die Parkhäuser, blockieren Straßen und werden als leuchtendes Beispiel für den „Rebound“-Effekt genannt: Vorteile beim Spritverbrauch, die jedoch sofort vom Trend zu größeren und schwereren Autos aufgefressen werden. Was wohl da dahinter steckt? Zudem scheint der Staat das, was er als „Dienstfahrzeuge“ bezeichnet, großzügig zu unterstützen. Es gab eine Zeit, in der ich sehr engagiert SUV-Besitzer danach befragt habe, was ich angesichts des Massentrends inzwischen aufgegeben habe. Man könne sich in einem SUV besser von „den Anderen“ isolieren, so erfuhr ich. Dies resultiere alleine schon aus der erhöhten Sitzposition. Zudem sei man im Falle eines Unfalls besser geschützt: in der Regel ist das dickere und schwerere Fahrzeug da im Vorteil. Also verhält sich das ganz elementar und nicht nur ein bisschen egoistisch: Übersichts- und Dominanzbedürfnis scheinen ihre Rolle zu spielen. Auch die selbstinszenierende Darstellung, sich ein solches Gefährt leisten zu können und somit ein wertvollerer Mensch zu sein. Nun ja, große und teure Fahrzeugen erzeugen für die Hersteller auch mehr Gewinn, womit denen der Trend zum fetten Dickschiff (auch gerne Stromgetrieben) recht ist. Mittlerweile kommt der Trend zum Elektrofahrzeug hinzu, der Etliches, was ich hier erwähnt habe, noch verstärkt: seht her, ich bin nicht nur ein wertvollerer, sondern auch ein besserer Mensch, weil ich mir eine solch teure Öko-Kiste leisten kann. Dass dafür auch Arbeits-Sklaven in Afrika unter großen Gefahren in unbefestigte Minen kriechen mussten, um das für E-Fahrzeuge unerlässliche Kobalt zu gewinnen, dass dafür Lithium in Chiles Atacama-Wüste, einem der trockensten Gebiete auf der ganzen Erde, gewonnen wurde, bleibt unerwähnt. Recyclingfragen und Brandlöschung (bei Unfall) scheinen auch noch ungeklärte Fragen. Überhaupt, seltene Erden: Nun ja, kommen vor allem aus China. Die Ahnungslosigkeit gewisser Kreise dokumentiert auch das kolportierte Gerücht, dass eine Außenministerin in diesem Zusammenhang offenbar von „Kobold“ gesprochen hat (Kommentar überflüssig). Auch die hoch gelobten Elektrofahrzeuge sind auf erstaunliche Weise größer und fetter geworden, scheinen rundum in neuem Glanze illuminiert und sind in der Regel um Einiges fetter als ihre Verbrenner-Varianten, was wohl auch aus der riesigen Batterie resultiert: unwillkürlich kommt man da ins Staunen, wie offensiv da die Selbstdarstellung (nicht nur als CO2 vermeidender „Umweltengel“) geworden ist (die sich natürlich einreiht in das Bedürfnis, auf diese Weise sozialen Status zu dokumentieren. Als besonders exklusive Art gilt es da, sich als Fußgänger und Bahnfahrer zu positionieren, - was man sich auch erst mal leisten können muss… und was den Stadt/Land-Gegensatz dokumentiert).

Samstag, 19. November 2022

Auto und Mat

Ich fahre draußen und schaue mir die Autos, die mir begegnen, unter einem bestimmten Aspekt an. Es sind meist globalisierte Autos, d.h. ohne Ecken und Kanten, ohne Identität, ohne Typisches, denn sie sollen sich in allen Ecken dieser Erde gleich gut verkaufen. Geschmäcker sind verschieden. Also solle man sich damit nicht so weit aus dem Fenster lehnen, - das scheint das Prinzip. Oft sind diese Autos aus einem Baukasten der Teile gefertigt. Was sie unterscheidet, ist meist die Konfiguration, die spezielle Zusammensetzung. So sind sie alle gleich und scheinen doch sehr individualisiert. Diesen Prinzips bedienen sich auch die Hersteller, indem sie etwa Motoren (aber auch andere Teile) von anderen Marken ankaufen, indem sie Partnerschaften eingehen und gemeinsame Teile nutzen, die durch die Zulieferer ohnehin schon stark normiert sind. Autos sind somit ein Symbol dieser Gesellschaft. Es geht um Scheinindividualitäten: gewisse Teile eines Baukastens werden ausgetauscht, anders kombiniert und nach außen als neu verkauft: sie scheinen auf diese Weise eine neue Identität vorzugaukeln....dabei ist der „Baukasten“ sogar über Marken hinweg immer derselbe. Doch der Konsument sucht Identität, die ihm auf diesem Wege verkauft wird. Er identifiziert sich mit einer Marke, sie symbolisiert seinen Traum, sein Ziel, er will damit stärker und schneller sein, als die anderen. Er will „das Besondere“ und hat doch einen Artikel „von der Stange“.

Dienstag, 15. November 2022

Talkshow

Nach ähnlichem Muster läuft allzu Vieles im Bereich der Talkshows ab. Die vergangene Woche bot wieder einmal Anschauung: Beteiligt sind an TV-Talkshows meist Vertreter öffentlicher Meinung, denen vom Moderator dann prompt attestiert wird, dass sie ein tolles Buch auf den Markt gebracht hätten. Die betreffenden prominenten Namen und Gesichter von Meinungsvertretern fallen einem sofort ein, weil man sie bei zahlreichen Auftritten in allen TV-Kanälen auswendig gelernt hatte und weil sie wegen der Häufigkeit ihrer Auftritte geeignet waren, einem Zweifel an der Auswahlkompetenz von großen Redaktionsstäben aufkommen zu lassen. Darüber hinaus treten bei solchen „Runden“ oft Komödianten (zur Unterhaltung!), Wissenschaftler und Egoshooter auf, die gegensätzliche Meinungen zur Belebung der Diskussion vertreten. Aktuell: Ein Vertreter der Automobilindustrie sagt zu allem und allen „Grenzen des Wachstums“-Vorschägen Ja und Amen, bekräftigt es sogar mit vielen hastig gesprochen und grinsend bekräftigten „Ja“, obwohl er selbst als „Entscheider“ die industrielle Expansion in autokratischen Systemen wohl heftig betrieben (was er nun zum Lobe und Preise von Abhängigkeiten in globalen Systemen verklären will…), eine gravierende Abgaslüge auf Kosten der Umwelt und der „Verbraucher“ vertuscht hatte und wahrscheinlich entscheidend dazu beiträgt, dass die Automobilindustrie sämtliche Klimaziele verfehlt. Auch waren offenbar die Klagen von Geschädigten in Deutschland von teuren Anwälten auf arrogante Art abgeschmettert worden. Der anwesende Egoshooter lobt sodann seine eigenen Aktionen im kommunalen Rahmen, wozu er auch trotz aller Einwände in seinem Ort den Beifall vom davon weit entfernten Autovertreter und dem Diskussionsleiter erhält.

Dienstag, 25. Oktober 2022

Status Quo

Die Deutschen wollen keinen Wandel. Das zeigen Wahlen auf verschiedenen politischen Ebenen. Ob dahinter etwas anderes steckt? Die so vollmundig verkündete „Zeitenwende“ scheint jedenfalls nichts Populäres zu enthalten. Ein Umdenken ist offenbar tabu. Das mit dem Wachstum und dem „Wohlstand“ soll weitergehen. Egal, was so ein Depp da so macht. Überhaupt: Alles soll weitergehen. Risiko! Black Out? Iwo! Bei uns doch nicht! Klimawandel? Status Quo, okay. SUV kaufen? 500 PS? Ein Hoch der Autoindustrie mit ihren Arbeitsplätzen! Fressen, Saufen, Ficken. Fußball! Super- Discounter für alle! Wer mit wem? Von Tag zu Tag. Pragmatik. Weiter so....Und die "Eliten" tun so, als ob......

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Wettbewerb

Den Größeren, schnelleren, breiteren zu haben, das „Sich messen“, die Marktwirtschaft in den Köpfen, diese Mechanismen bestimmen (competition) offenbar die Wirklichkeit, sie treiben sie, nicht der Fluss, das gemeinsame Fließen, die Empathie, das Gefühl für das Ganze (wäre auch kein bisschen neoliberal im Sinne der Zeit), sondern das Vorwärtskommen auf Kosten der anderen….. „Top Dogs“ rasen in ihren fetten, Platz wegnehmenden und grün gewaschenen ("green washed") Electro-SUVs an einem vorbei, sie streben alle ehrgeizig ein Scheinziel an (das ihnen von den noch Mächtigeren vorgegeben ist), das sie nach einer genau bemessenen Zeit wieder verlassen… zurück ins Getriebe. Sie treiben ihre ach so nachhaltigen Allrads mit gelangweiltem Gesicht („was ist denn das für ein Loser!“) an dir vorbei, den Kisten, mit denen sie überall zeigen, dass sie auch unter Inflations- und Kriegsbedingungen nicht nur mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren können, sondern auch zu fernen Zielen. Sie wollen sich locker entspannt zu den Besseren zählen (noch dürfen sie das völlig ungeniert… manche von ihnen sind sehr stolz drauf, andere nehmen es als Selbstverständlichkeit), aufgemotzt, aber dezent, Überlegenheit dauernd zu zeigen ist (k)ein schweres Geschäft…. Für Competition-Mitläufer, für Bewerber, für tüchtige Tüchtige, für Durchsetzer, für die, die alles richtig gemacht haben. Ob das eine gewisse Nähe zur gegenwärtigen (? polarisierten) USA hat?

Freitag, 18. Februar 2022

Strenge Diät

Ich las gerade, dass die Diäten für Abgeordnete im kommenden Juli offenbar um 3,1 Prozent steigen sollen. Grundlage des Ganzen ist es offenbar, dass das Statistische Bundesamt die Lohnentwicklung in Deutschland berechnet, woran dann anscheinend automatisch die Erhöhung der Diäten geknüpft ist. Das ist offenbar die „Nominallohnentwicklung“. Die Abgeordnetenentschädigung beträgt seit dem 1. Juli 2021 monatlich 10.012,89 Euro. Hinzu kommt eine steuerfreie Pauschale von 4.583,39 Euro. Mit dieser müssen zum Beispiel das Wahlkreisbüro und ein zweiter Wohnsitz in Berlin bezahlt werden. Etliche Vergünstigungen, so wird kolportiert, ergänzen das Geld-Paket. Ich enthalte mich an dieser Stelle jeglicher Polemik, auch weil dies wohl ziemlich bald als „Populismus“ gescholten würde. Ich nehme nur zur Kenntnis, dass der grüne Wirtschaftsminister Habeck sich offenbar genauso wie der SPD-Kanzler Scholz in einem Mercedes-Benz 680, in einem BMW 760 oder in einem AUDI A8 durch die Gegend kutschieren lässt. Viele der anderen Kabinettsmitglieder scheinen ähnliche Karossen fahren zu lassen. Hm, wo da wohl die Elektromobilität bleibt? Und: Die Grundsicherung, so wurde mir berichtet, steigt im Jahr 2022 um 3 Euro…. Die viel zitierte Verhältnismäßigkeit, welche Rolle sie wohl dabei spielt?

Sonntag, 25. April 2021

Autofahrer revisited

Ich weiß nicht so recht, was das soll: Bevorzugt am Wochenende werden auf nahezu allen TV-Kanälen Supersportwagen „getestet“. Mit Kennermiene belobigt werden dann Fahr- oder Bremsverhalten, Straßen- und Kurvenlage, Aussehen usw. Man sieht die „Tester“ um die Ecke brausen und hört sie vor lauter Vergnügen stöhnen. Der Umschnitt erfolgt dann meist in die Fahrkabine direkt neben dem Fahrer, der dann Stories darüber erzählt, was jetzt alles an dem aktuell gestesten Modell wieder besser als beim Vorgänger sei, als beim Vorgängermodell....und überhaupt Ob das alles Werbung sein soll? Indirekt? Marketing? Ob auf diese Weise dem „Verbraucher“, der niemals auch nur die Chance haben wird, ein solches Auto zu fahren, der staunt und sehnsüctig wünscht, der Mund wässrig gemacht werden soll? Auf jeden Fall kommen mir diese Szenen und Features vollkommen lebensfremd vor....

Samstag, 12. Dezember 2020

Lieferketten

Wir wundern uns, wie jetzt über Lieferketten gestritten wird und wie beständig emphatisch das E-Auto in der Öffentlichkeit gepriesen, ja, angepriesen wird. Es werde umweltverträglich sein und energiesparend, so heißt es gar allüberall. Die deutsche Regierung, die zusammen mit den europäischen Partnern schon viele Jahre lang in diesen Chor mit eingestimmt ist und es erst jetzt geschafft hat, ein paar mehr Ladesäulen zu errichten sowie einen soliden finanziellen Zuschuss zur Anschaffung des gepreisenen Mobils auf die Beine zu bringen, fördert das scheinbar umweltverträgliche Bestreben von der ökologischen Bewegung heftig unterstützt mit allen Mitteln. Es wird auf diese Weise eine Art heilige Kuh geschaffen, die wohl alle, egal welcher politischen Richtung, anbeten. Das E-Mobil ist zur Religion geworden. Paris, Klimakatastrophe, Energiewende okay.....alles oft gehört...... Ob es sich aber dabei nicht eher um eine Übergangstechnologie handelt? Wie der nun als als Hauptenergiequelle gehandelte Strom derzeit noch erzeugt ist, ob zahlreiche Recyclingprobleme noch längst nicht gelöst sind, ob erste Fahrzeugbrände zu verheerenden Situationen geführt haben, weil mit Wasser nicht gelöscht werden konnte und es schließlich nur noch half, das ganze Auto in einem Tank zu versenken..... was fällt uns noch ein? Ob die ganzen Rohstoffe zum Fertigen solcher Autos vom Himmel gefallen sind und wie überhaupt sieht der ökologische Fußabdruck eines solchen Autos aus? Ob zu seiner Produktion nicht eine ganze (Un)Menge an Energie und Rohstoffen nötig ist? Und sehen wir nicht erste SUVs mit dem hochgelobten Elektroantrieb, die als Dickschiffe mit dicken Reifen durch die Gegend rollen? Schon mal was vom Rebound-Effekt gehört? Was wohl das Marketing dazu sagt? So, wie es für bestimmte Menschen schick ist, im Bioladen einzukaufen, so angesagt erscheint ein „sauberes Auto“, das neue Umweltauflagen spielend erfüllt und zudem für die großen Konzerne Strafzahlungen vermeiden hilft. Sie vertrauen ohnehin darauf, dass das Elektromobil vom Nischen- zum Massenprodukt wird und sich ein riesiger Markt auftut. Wie lange noch andere Rohstoffe wie beim Verbrennerauto notwendig sein werden? Seltene Erden zum Beispiel, Kobold äh... Kobalt, Graphit oder Lithium zum Beispiel? Sie stecken ja auch schon heute in den Verbrennungsfahrzeugen. Für Elektroautos freilich sind sie äußerst wichtig. Seltene Erden werden nahezu unverzichtbar sein für alle ökologischen Technologie. Windparks, Windräder, Photovoltaikanlagen werden mit seltenen Erden gefertigt. Wie sie wohl gewonnen werden? Das interessiert die Ökofexe meist nicht. Ob dabei alle Umwelt- und Gesundheitsgebote vernachlässigt werden? Ob das okay ist, solange nicht wir selbst in den Prozess eingebunden sind? Zumindest direkt? Was geht es uns an, wenn die Lieferketten bis hinab in den Kinderarbeits- und Umweltschutz reichen?

Sonntag, 15. November 2020

Autofahrer

Ich weiß nicht so recht, was das soll: Bevorzugt am Wochenende werden auf nahezu allen TV-Kanälen Supersportwagen „getestet“. Mit Kennermiene belobigt werden dann Fahr- oder Bremsverhalten, Straßen- und Kurvenlage, Aussehen usw. Man sieht die „Tester“ um die Ecke brausen. Der Umschnitt erfolgt dann meist in die Kabine direkt neben dem Fahrer, der dann Stories darüber erzählt, was jetzt alles an dem aktuell gestesten Modell wieder besser sei, als beim Vorgängermodell. Ob das alles Werbung sein soll? Ob sie dem „Verbraucher“, der niemals auch nur die Chance haben wird, ein solches Auto zu fahren, der Mund wässrig gemacht werden soll? Auf jeden Fall kommen mir diese Szenen vollkommen lebensfremd vor.

Sonntag, 8. November 2020

Ministerpräsident

Kretschmann wird in Deutschland von Bündnis 90/Grüne in BW offenbar als eine Art „Lichtgestalt“ (erster Ministerpräsident der Grünen!) gesehen, dem man nahezu alles nachsieht. Finanzielle Förderung von Verbrennungsmotoren durch den Staat? Klaro. Arbeitsplätze? Jedes Argument wird akzeptiert. Gibt es auch sinnlose Arbeit und Arbeitsplätze? Keine relevante Frage. Weiter. Arbeit, die bloß zur Vernichtung von Ressourcen beiträgt? Stichwort: Obsoleszenz. Weiter. Galt Boris Palmer mal als ein Nachfolger? Bitte nicht! Ob die Erhöhung von Preisen Probleme löst oder ob sie soziale Ungleichheiten verstärkt? Für eine bestimmte, gut verdienende Klientel geht alles, - vielleicht. Ob diese Klientel etwas mit den Grünen zu tun hat? Ob sie die erhöhten Preise locker bezahlen kann, andere hingegen nicht? Ob Elektromotoren in obermodernen Autos die Lösung von Problemen bedeuten? Was ist mit dem ökologischen Fußabdruck, den diese Vehikel hinterlassen? Mal ganz zu schweigen vom „sozialen Fußabdruck“ solcher Automobile? Entsorgung? Weiter. Vermeidung von CO2-Emissionen? Gewiss. Ob aber die Elektromobilität das „nachhaltige“ Allheilmittel ist?

Mittwoch, 7. August 2019

Begebenheit


Gestern kam ein hochaufgeregter älterer Herr bei der Seniorenresidenz auf mein Auto zu und drohte mir, - er schwang seinen Gehstock, - als ich den Motor im Leerlauf (!) laufen ließ, um ein Telefonat zu tätigen, das länger dauerte als ich zunächst annahm. Er gestikulierte wohl „Ausmachen…..!“ (Ich konnte das nur erraten). Ob's um das CO2 ging? Um was eigentlich...? Er wirkte dabei sehr aufgebracht. Ich fuhr schließlich ab. Für einen Moment hatte sich mir aber etwas wie „Stimmung“ offenbart: Es herrscht offenbar Gleichgültigkeit und gleichzeitig Nervosität, während sich „die Unteren“ gegenseitig ausnehmen, bedrohen und beschimpfen. Das mittelalte Führungspersonal grinst dazu und sorgt etwas mangelhaft für Verwahrung. Sie halten die Vorläufigkeit konsequent für die Endgültigkeit. Sie steigen konsequent in ihre dickschiffigen SUVs, lassen an und fahren ab..... 

Freitag, 19. Juli 2019

Glaubwürdigkeit

Nun ja, das mit der umweltpolitischen Vorbild- und Vorreiterfunktion sieht vielleicht ein bisschen anders aus. Da tagte gestern abend wieder einmal das sogenannte „Klimakabinett“ und brachte natürlich keinen Entschluss zustande ("War ja auch nicht geplant", so die gängige Erklärungsformel). Ob‘s eher ein PR-Auftritt ist, der da vonstatten geht? Schlimmer: Da kam die deutsche Bundesumweltministerin wohl, man glaubt es kaum, in einer riesigen schweren Limousine vorgefahren (natürlich nicht CO2-frei....). Man bog offenbar in einen ganzen Park von gleichkalibrigen Limousinen ein. Niemand im Minister- und Mitarbeiterstab schien sich daran zu stören. Später kam dann noch raus, dass die Leute des Bundesumweltministeriums in diesem Jahr ungefähr 1700 Flüge zwischen Bonn und Berlin absolviert haben sollen. Das kann doch nicht wahr sein! Gleichzeitig wird eine Diskussion darüber angestoßen, ob denn Inlandsflüge ganz verboten werden – oder zumindest deutlich verteuert werden sollen. Ich würde im Stillen annehmen, dass sich die Beamte und Angestellten dieses Ministeriums sich so wichtig fühlen würden, dass sie sich ihre Inlandsflüge dann vom Steuerzahler finanzieren lassen.