Reise durch Wirklichkeiten

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Montag, 23. November 2015

Herausforderung der Globalisierung

Auch ein Autoskandal dieser Tage zeigt wieder: Leute, die mit soliden zweistelligen Millionensummen und fetten Abfindungen in Rente geschickt werden, weil sie die Allgemeinheit schlichtweg betrogen haben, sind wegen ihres erfolgsgetragenen und machtbewussten Verantwortungssinns jahrelang gehätschelt worden. Wer verantwortet dies? Letztlich niemand, so stellt sich heraus, sondern das System der Regeln, nach denen alles abzulaufen scheint. Wahnwitziger Reichtum versus galoppierender Armut. Die Armen hoffen, reich zu werden, was jede noch so große Ungleichheit und Ungerechtigkeit am Leben erhält. Denn alles würde ja keinen Sinn machen, wenn es nicht diese Unterschiede gäbe. Der Leistungsgedanke thront noch immer über allem. Dabei gehört auch ein Wille zur Rücksichtslosigkeit, ein Wille zu dieser Art des Erfolgs, sich an der Leistung anderer zu bereichern, andere als „Alphatier“ zu beherrschen und ihnen das Ganze als „Menschenführung“ zu verkaufen. Denn in Wirklichkeit, so die gelegentlich offen dargelegte Idiologie, suche die Mehrheit der Menschen genau dies: Führung und Unterwerfung. Versklavung und Wohlfahrt auf Kosten der Habenichtse in unterentwickelten Ländern ist unter dem Zeichen der Globalisierung daraus geworden. Im Schönsprech der Entscheider sind „Herausforderungen“ daraus geworden: Die Besitzenden und Tonangeber der Zentren samt ihren Handlangern in den Peripherien sind legitimiert, alles an sich zu raffen, auch mit merkwürdigen Freihandelsabkommen, in denen sie sich gegenseitige Vorteile zuzuschustern versuchen, auf Kosten derer, die ohnehin nichts haben und ihnen die Rohstoffe für ihre Raubzüge zu liefern gezwungen sind. 

Freitag, 5. Juni 2015

Mutti & Zwerge (2)

Mutti als eine der sieben Zwerge hinter den sieben Bergen in Bayern. Sollen sie doch ihr doofes Spiel spielen in ihrer Inszenierung!! – wenn nur das viele Geld nicht wäre! Im öffentlichen Raum wird von mehr als 300 Millionen geredet (es können auch ein paar Millionen mehr sein!). „So viel kostet heutzutage halt die Sicherheit. Das Wichtige ist aber, dass man überhaupt miteinander redet..., sonst hätte es ja die Ostpolitik Brandts nie gegeben“, lassen blassierte Alt-Granden der Parteien im Fernsehen verlauten (was ich für eine grenzenlose Arroganz dieser sogenannten „Realpolitiker“ halte...) und zitieren dazu gerne einen ununterbrochen rauchenden Polit-Methusalem. Gipfelfeeling. Häuptlinge unter sich. Die Protestler draußen vor dem Tore spielen dabei auch ihre Protest-Rolle, scheinen nicht einverstanden mit allem (wir sind ja auch nicht mit allem einverstanden, - aber friedlich muss es bleiben, das schon!), das Fernsehen überträgt das Nicht-Spektakel den ganzen Tag. Elmau kann schön sein. Könnte. Ist jetzt eine Polizeifestung. Hubschrauber, Kontrollen, Hundertschaften, das ganze Programm. Die Sicherheit muss gewährleistet sein.
Was könnte man mit 300 Millionen alles machen!? Aber die Deutschen in all ihrer Einheit spielen das Spiel halt mit, glauben an Mutti, der in Wirklichkeit langsam die Realität zwischen den Fingern zerrinnt. Kriege und Konflikte allüberall. Wasser. Klima. Ethnien. Gier und Begehrlichkeiten. Gesundheit. Chemie- und Biowaffen. TTIP. Exporte. „Gute“ Beziehungen und ein bisschen Gutmenschentum (wenn's gerade passt!). Aber wir müssen froh sein, dass wir da unsere Demokratie haben, - gewiss. Putin ist aus dieser Wirklichkeit rausgegangen, diktiert jetzt die Realitäten per Gewalt. Darf dafür aber nicht dabei sein beim Gipfel (der US-Amerikaner aber sehr wohl, - wie das wohl unlängst im Irak war....? Völkerrecht? Hm.....Franzosen, Italiener, Engländer, Kanadier... niemand hat da Dreck am Stecken!). Aber müssen wir uns deshalb die Realität von den G7-Kaspern vorspielen lassen? Diese Komiker inszenieren sich uns. Das brauchen alle. So funktioniert halt die Welt, - sagen Realpolitiker. Ist das der Preis?

Dienstag, 17. Februar 2015

Bootsflüchtlinge und Freihandelsabkommen

Fast täglich kommen die Nachrichten zu den im Mittelmeer abgesoffenen „Flüchtlingen“. Oft genug starten sie von Lybien aus und haben nichts bei sich außer ihrer Verzweiflung als Gepäck. Haben die hohen Herren Entscheidungsträger in der EU in ihren abgewichsten Anzügen überhaupt eine Ahnung davon, was das heißen könnte? Nein, man braucht auf keine Tränendrüsen zu drücken, Völkerwanderungen waren in der Geschichte der Menschheit stets ein probates Mittel, um auch wirtschaftliche Unzulänglichkeiten auszugleichen. Wenn es nichts mehr zu fressen gab, musste man halt woanders hinziehen. Aber jetzt, die EU mit all ihren Ausschüssen und Entscheidungsträgern: in ihrer ignoranten „Entwicklungspolitik“ sind sie total gescheitert und betonen bei jeder Diskussion, dass man Abhilfe nur vor Ort schaffen könne. Dass eine neue Entwicklungspolitik für Afrika her müsse. Doch was geschieht? Nichts. Nichts für den EU-Bürger Erkennbares. Stattdessen verhandeln die Wirtschaftsherren mit den USA um ein Freihandelsabkommen, das sich letztenendes auch gegen Afrika richten könnte. Denn wenn der Handel mit den USA reibungsloser liefe und den ohnehin meist von den USA beherrschten Konzernen noch mehr Profit bringen würde, dann wären zwangsläufig andere ausgeschlossen. Das ist ja wohl der Sinn solcher Abkommen, die in diesem Falle auch noch (welcher Wahnsinn!!!) geheim und hinter verschlossenen Türen stattfinden. 
Ein neuer Anfang, eine Initiative für Afrika. Ein solidarisches Gebaren jenes Gebildes, das sich Europäische Union nennt? Nichts. Stattdessen ein letztlich ungewisses Versprechen von Hilfe und Arbeitsplätzen, - vage, wacklig, hermetisch geheimnisverschlossen, dumm im Sinne einer allumfassenden Menschlichkeit. Die Stärkeren sollen sich halt versprechen, noch enger zusammenzuhalten und dadurch noch mehr Profit zu machen? Wer eigentlich soll den Profit machen? Die Wirtschaft? zu gunsten von Arbeitsplätzen? Profite können auch zur Rationalisierung benutzt werden. Es gibt Prognosen, die behaupten, dass der Arbeitsplatzeffekt sehr marginal sei. Ach, und dem sogenannten „Export- und Fußballweltmeister“ geht es so schlecht, dass er mit solch miesen Taschenspielertricks Konkurrenz ausschalten muss. Wo bleibt denn da die Marktwirtschaft? Richtet sie nicht alles und jeden global zum Besten? Sollen wir das jetzt "personalisieren", sollen wir auf die Namen hinweisen, die dieses voranbringen und befördern? Sollen wir dadurch jemand einen Gefallen tun, auf Verlogenheiten hinweisen, auf grundsätzlichen Verrat? Wir täten diesen miesen Funktionären von Interessen, diesen wichtigtuerischen Handlungsträgern viel zu viel Ehre an. 

Mittwoch, 28. Januar 2015

Europa und EU

Ich wollte durch meine Städtereisen ein bisschen ein Gefühl für Europa bekommen: Berlin, London, Paris, Budapest, Barcelona, Lissabon, usw. Es gelang nach meinem Geschmack auch ziemlich gut. Sehr förderlich ist es da, sich möglichst wenig um die sogenannte Logistik kümmern zu müssen (Welches Flugzeug oder welche Bahn hat wo Verspätung? Wo ist die Anfahrtsstelle zum Hotel, wohin mit dem Gepäck? wo bezahle ich... usw). Gerade im außereuropäischen Ausland hatte ich mich zuvor stark als Europäer empfunden und wollte diesem Gefühl auch eine sinnliche Basis geben. Ich wollte große Städte besuchen, eingedenk dessen, dass sich drum herum in der oft diskriminierten „Provinz“ durchaus ein anderes Leben vollzieht. Ich wollte die Kultur des jeweiligen Landes besser kennen lernen, oberflächlich, - zugegebenermaßen. Ich wollte näher ran kommen an das, was Europa bedeuten könnte.
Was waren wir enttäuscht nach der letzten Europa-Wahl!: das Amt des Kommissionspräsidenten wurde auf möglichst undurchsichtige Weise ausgedealt zwischen den Linken und den Rechten. Die politischen Tonangeber der jeweiligen Staaten machten dabei auch noch irgendwie mit. Mit Jean-Claude Juncker machten sie dann ausgerechnet den zu ihrem Vorsitzenden, der als Ministerpräsident in Luxemburg alles dafür getan hatte, damit Großkonzerne vorbei an allen nationalen Steuergesetzgebungen möglichst viel Steuern sparen konnten. Grotesk. Luxemburg als die beste Steueroase in ganz Europa! Zudem machte er reihenweise wohl diejenigen zu EU-Kommissaren, die anerkanntermaßen am wenigsten geeignet dafür waren, weil sie mutmaßlich Europa umgangen und ausgetrickst hatten. Er bestellte aus seltsamen Proporzüberlegungen oder anderen machtpolitischen Erwägungen heraus nach allgemeiner Meinung eine Reihe völlig ungeeigneter Kommissarinnen und Kommissare. Ob so etwas zur Motivation für Brüssel und die EU beiträgt? 
Hierzulande wurden solche Vorgänge öffentlich flankiert von Pressevertretern, die schon aus Routine und langjähriger Gewohnheit dem Brüsseler Wasserkopf das Wort redeten und ihre Funktion massiv missbrauchten, indem sie allzu offensichtliche und einseitige Agitation für diese marode EU betrieben. Diese EU wurde als "alternativlos" beschrieben (um ein nicht nur in der Politik beliebtes Wort zu bemühen, das unter anderem auch auf die eigene Denkfaulheit weist...). Es wurde auf diese Weise alles dafür getan, um den Eindruck zu erwecken, dass in Brüssel eine riesige und sehr undemokratische Superbürokratie sitzt, die unter dem Einfluss von Lobbyisten aller Art sogar Geheimverhandlungen mit den USA über unsere Konsum- und Alltagswelt in Europa führt. Geheim? Geheim vor uns, die die möglicherweise unter dem Einfluss von Wirtschaftslobbyisten beschlossenen Regeln betreffen sollen? Ob sich da die EU ein bisschen selbst ad absurdum führt? Ob sie jegliches Gefühl für Europa abwürgt?