Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 20. Oktober 2015

Balltreter und ihre Freundinnen

Ob sich das Gerede von Fußballspielern unmittelbar nach einem Spiel stets gleich anhört? „Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Leistung nicht so abgerufen, ja, wie es uns der Trainer gesagt hatte. Aber dann, ja, nach seiner Halbzeitansprache, ja, haben wir uns in der zweiten Halbzeit belohnt....“. Ob sie alle dieselben Rethorikkurse besucht haben? Hinzu kommt, dass die Frauen dieser gehätschelten Balltreter meist nahezu gleich aussehen. Oder bilde ich mir das nur ein? Es sind meist lächelnde Models, hoffnungsfrohe Moderatorinnen und geschminkte Lebefrauen des Zeitgeists mit teuren Frisuren: wenn sie so nebeneinander sitzen bei manchen Spielen, ist das sehr putzig anzusehen. Wie irgendwie verwechselbare Hühner auf der Stange. Gelegentlich meldet sich das Smartphone bei ihnen und dann sind sie am Telefon, um dringend Bescheid zu geben, dass es ihnen gut geht. Sie scheinen Trophäen und gestylte Träume zu sein, ja, welche, wie sie der Fan auf der Gegengeraden auch gerne hätte. Doch er hat nicht die Macht, das Geld, die treterischen Fähigkeiten und den Schneid dazu. Eine Person zu sein, eine Persönlichkeit gar mit Charakter, scheint in diesen Kreisen tabu, keine sieht nach sich selbst aus. Alle sind sie austauschbare Symbole des Erfolgs eines Balltreters. 

Freitag, 2. Oktober 2015

Gender

Genderjokes

Mittwoch, 4. März 2015

Autos und absurde Genderdiskussionen

Im Genfer Autosalon donnern wieder die Sportwagen, die „ordentlich was unter der Haube haben“ müssen (Motto). Spritsparen und Elektroautos sind nicht mehr angesagt, seitdem der Preis fürs Öl gesunken ist. Protz und Status der Besserverdienenden beten alle „Autofans“ an. Die selbstfahrenden Autos?: „phhhhh!“. Die Konkurrenz sei angenommen, Zusammenarbeiten auf mannigfachen Gebieten angesagt und Konkurrenz, dort wie sie sich ergäbe, angenommen. (Sagt ein deutscher Autoboss). Sie werden sich schon irgendwie zusammentun. Ein paar „gutaussehende“ Puppen umschwirren lächelnd die Fahrzeuge und liefern damit den solargebräunten Herren in ihren Vorstandsanzügen noch ein bisschen zusätzliches Macho-Gehabe, das ja Kubicki und Thomalla in der Fernsehschaudiskussion Anfang der Woche vorgeführt haben: Gender? Noch nie gehört. Was soll das sein? „Studierendenwerk“ statt „Studentenwerk“? Gekicher. Als hätten wir sonst keine Sorgen. Könnten natürlich absurde Auswüchse sein, die leicht anzugreifen sind. Oder die Ampelmännchen, die zu Ampelfrauchen werden sollen. Oder die Unisex-Klos. Klaro doof. Dass aber sprachliche Strukturen Auswirkungen auf das Bewusstsein haben, dürfte nicht gar so neu und avantgardistisch gewagt sein, als dass man eine solche Erkenntnis gleich verlachen müsste. Auch Trophäensportwagen, die so richtig laut röhren und rasen können, dürften auf diesem Markt der Bewusstseinswaren deutlich mehr mitmischen, als von der Mehrheit angenommen.