Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Posts mit dem Label Optimismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Optimismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 23. Juni 2025
Fortschritt, Kreativität, Skepsis
Wie naiv war das denn? Damals, im zeitgeistigen Flow, glaubte die Politik samt ihrer demokratisch legitimierten Klassen, in naivem Fortschrittsglauben und ungebremstem Optimismus so etwas wie Atomkraftwerke bauen zu können, ohne dass die Endlagerfrage geklärt war. Erst mal wurden Milliarden ausgegeben. Die Endlagerfrage würde dann halt schon noch....irgendwie.... der Mensch hat bisher alles.... Man träumte den Traum von friedlichen Nutzung der Kernenergie, das Atomium in Brüssel wurde zu seinem Symbol. Das gezähmte Atom schien die Lösung vieler Fragen. Energie ohne Begrenzung? Atom ist die Lösung! 1956 wurde hierzulande ein „Atomministerium“ gegründet, wofür gleich mal Franz-Josef Strauß berufen wurde. Die Rede war davon, für Deutschland den Platz unter den Industrienationen zu sichern. Das Land sollte den Anschluss nicht verpassen. Um Ängste zu zerstreuen, beteuerte das Atomministerium: „alles ist sicher“. Ob uns das an gewisse Dinge heutzutage erinnert? Der Wunderstoff Uran wurde öffentlich als harmlos gepriesen. Ein bisschen Kontrolle: ja. Aber im Prinzip konnte jeder in ein solches Atomkraftwerk herein schlappen und nachsehen, ob denn alles wirklich sicher sei. Man sah und befand: ist ja völlig harmlos. Uran sieht wie Eisen aus. Und überhaupt: alles wird gut überwacht. Später gab es zwar Störfälle, teilweise sogar ernster Natur. Aber diese wurden vertuscht, wurden nie wirklich sichtbar.
Ab Ende der siebziger Jahre gab es dann massiven Widerstand gegen solche Methoden, dem mit staatlicher Gewalt zu begegnen versucht wurde. Es gab geradezu Schlachten, das Polizeiaufgebot wurde gigantisch. Castortransporte wurden durchgesetzt.
Mittlerweile ist die Sache mit dem Endlager immer noch weit entfernt von einer Lösung, auch wenn das hinter den Kulissen gehandelt wird. Und überhaupt: Kernfusion heißt das nächste heiße Ding! Allerlei Pläne bezüglich Endlagerung werden vorläufig gewälzt. Es liegt halt noch eine ganze Menge Atommüll herum. Weggekippt in unsicheren Fässern, die jetzt schon rosten und immer weiter rosten. Ob sie wohl Millionen von Jahre halten werden? Was wohl mit all den Fässern ist, die im Meer „verklappt“ wurden? Weg damit! Der Ozean ist groß und wird das schon schlucken.…, so glaubte man zu gewissen Zeiten, deren Hinterlassenschaften uns heute noch belasten. Heute gilt immer noch das neoliberale Credo: Die Sachen, mit denen man kein Geld verdienen kann, übernimmt die Öffentlichkeit, der Staat. Das andere soll sich „die Privatwirtschaft“ sichern.
Es gab Tschernobyl und Fukushima mit all den Täuschungsversuchen. Der Glaube an die Atomkraft ist zumindest hierzulande völlig zerschossen, man schaltete alles ab. Die Sache mit dem Fortschritt insgesamt hat sich auch etwas relativiert. Wir haben starke Probleme mit dem ungebremsten Bevölkerungswachstum (manche meinen ja, es sei alles nur ein Verteilungsproblem: Das mag es auch sein, so glaube ich, - aber halt nicht nur) Hierzulande plagt ja auch das Facharbeiterproblem. Das simple Wachstum der Menschen dürfte für diese Erde seine Grenze haben, so befürchte ich. Die Nahrungsfrage ist nach vorüber gehenden Erfolgen immer noch ungelöst, der Klimawandel plagt, Und klar, die Fluchtursachen müssen bekämpft werden. Zustimmung, auch von den billigen Rängen. Des Klimawandels Folgen wurden aber bisher noch verdrängt, so scheint mir. Man konnte sich das hier leisten, so glaubte man. In anderen Gegenden der Erde sieht das anders aus. Die Gewalt regiert, es gibt derzeit Kriege und allerlei Konflikte auch sozialer Natur. Am nicht allzu weit entfernten Horizont stehen zu Ende gehende Rohstoffreserven. Ach ja, der Mensch ist ja kreativ. Er wird schon irgendwie wuppen….. Wir erfahren von Megatonnen an Plastik im Meer, von schmilzenden Eisberge an den Polkappen und anderen Katastrophen, zu denen dann regelmäßig kostspielige Konferenzen einberufen werden, die nichts bewirken. Es haben globale Verteilungskämpfe angefangen..... Wo ist all der ungebremste Optimismus geblieben? Es scheint dies eine ziemlich hohl aussichtslose Formel geworden zu sein. Gewisse Parteien setzen hierzulande generell „menschliche Kreativität“ dagegen. Langsam aber sicher würde es Zeit dafür.
Sonntag, 10. November 2019
Fernsehrealität am Morgen
Jawohl, ich lasse morgens zum
Aufstehen oder Nebenher oft das „Morgenmagazin“ laufen, zu dem
sich ARD und ZDF zusammen getan haben (andere Programme dieser Art
finde ich schlimm, weil die Werbung allzu aufdringlich ist). Umschalten zu anderen Morgenprogrammen ist auch angesagt. Ich staune dann oft, dass es bei
vielen Leuten morgens darum zu gehen scheint, eine Art Routine und Langeweile
zu vertreiben, zudem etwas Startenergie heraus zu kitzeln - und zwar vor allem durch aufgesetzte und nahezu
penetrante gute Laune-Grinsen, durch dieses übertriebene Plapper- und Plauderhafte. Daneben gibt es noch ein paar Tipps
für den Alltag, ein kleines Interview zur Politik und etwas Musik für die Medienindustrie,
was meist an PR-Kampagnen der jeweiligen Protagonisten gekoppelt ist (neues Album etc.).
Alles Häppchen, die gut konsumierbar gemischt sind. Kurz und auch mal weniger gut, Hauptsache mit Werbung durchsetzt. Aber alles mit dieser
penetranten Guten Laune, mit diesem Dauergrinsen, das auf Biegen und
Brechen Optimismus für den Tag verbreiten soll. Ist doch gut!, so geht es einem da durch den Kopf -
aber könnte dabei nicht dieses Aufgesetztsein, diese Künstlichkeit ein bisschen vermieden
werden, könnten nicht auch andere Bevölkerungsschichten
angesprochen werden (man muss ja nicht gleich
„Unterschichtenfernsehen“ machen, auch wenn man's dann trotzdem macht!!!)!?
Es
wird meiner Einschätzung nach auf diese Weise ein bestimmtes Bild
von der Wirklichkeit gestützt, das von einem Mainstream geprägt
ist, den sich irgendwelche Programmdirektoren ausgedacht und
ausgerechnet haben - natürlich nicht in eigener Person, sondern
unter Zuhilfenahme von Statistiken und Zahlen, die teilweise wohl aus
denselben Quellen stammen, wie diejenigen, die eine Regierung
verbreitet. Tenor: Es geht uns gut. Also zufrieden sein! Und
bald wird es bergab gehen, weshalb wir noch mehr sparen müssen. Der Staat sollte das auch, nimmt aber lieber ein - aber da wollen wir nicht so genau hin schauen. Dass
solche medial produzierten Weisheiten aber nur für einen Teil der Bevölkerung gelten, dass der andere
Teil ausgegrenzt ist und alles andere als gute Laune angesichts eines
Tages hat, der unter Umständen von Belagerungen durch Ämter, Geldforderungen, Diskriminierungen und
Behördengängen aller Art geprägt ist, scheint dabei unter den
Tisch zu fallen (ist nicht Teil dieser „Realität“).
Freitag, 12. Oktober 2018
Fortschritt und menschliche Kreativität
Wie naiv war das denn?
Damals, im zeitgeistigen Flow, glaubte die Politik und ihre
demokratisch legitimierten Klassen, in naivem Fortschrittsglauben und
ungebremstem Optimismus so etwas wie Atomkraftwerke bauen zu können,
ohne dass die Endlagerfrage geklärt war. Erst mal wurden Milliarden
ausgegeben. Die Endlagerfrage würde dann halt schon
noch....irgendwie.... der Mensch hat bisher alles.... Man träumte
den Traum von friedlichen Nutzung der Kernenergie, das Atomium in
Brüssel wurde zu seinem Symbol. Das gezähmte Atom schien die Lösung
vieler Fragen. Energie ohne Begrenzung? Atom ist die Lösung! 1956
wurde hierzulande ein „Atomministerium“ gegründet, wofür
gleich mal Franz-Josef Strauß berufen wurde. Die Rede war davon, für
Deutschland den Platz unter den Industrienationen zu sichern. Das
Land sollte den Anschluss nicht verpassen. Um Ängste zu zerstreuen,
beteuerte das Atomministerium: „alles ist sicher“. Ob uns das an
gewisse Dinge heutzutage erinnert? Der Wunderstoff Uran wurde
öffentlich als harmlos gepriesen. Ein bisschen Kontrolle: ja. Aber
im Prinzip konnte jeder in ein solches Atomkraftwerk herein schlappen
und nachsehen, ob denn alles wirklich sicher sei. Man sah und
befand: ist ja völlig harmlos. Uran sieht wie Eisen aus. Und
überhaupt: alles wird gut überwacht. Später gab es zwar Störfälle,
teilweise sogar ernster Natur. Aber diese wurden vertuscht, wurden
nie wirklich sichtbar.
Ab Ende der siebziger
Jahre gab es dann massiven Widerstand gegen solche Methoden, dem mit
staatlicher Gewalt zu begegnen versucht wurde. Es gab Schlachten,
das Polizeiaufgebot wurde gigantisch. Castortransporte wurden
durchgesetzt.
Mittlerweile ist die Sache
mit dem Endlager immer noch weit entfernt von einer Lösung. Es liegt
aber eine ganze Mende Atommüll herum. Weggekippt in unsicheren
Fässern, die jetzt schon rosten. Was wohl mit all den Fässern ist,
die im Meer „verklappt“ wurden. Weg damit! Der Ozean ist groß
und wird das schon schlucken.... Heute gilt immer noch das
neoliberale Credo: Die Sachen, mit denen man kein Geld verdienen
kann, übernimmt die Öffentlichkeit, der Staat. Das andere soll sich
„die Privatwirtschaft“ sichern. Tatsache ist, dass die Entsorgung
und der Abbau der AKWs richtig teuer wird und dass der Staat dies
bezahlen soll.
Es gab Tschernobyl und
Fukushima mit all den Täuschungsversuchen, der Glaube an die
Atomkraft ist zumindest hierzulande völlig zerschossen. Die Sache
mit dem Fortschritt insgesamt hat sich auch etwas relativiert. Wir
haben starke Probleme mit dem ungebremsten Bevölkerungswachstum
(manche meinen ja, es sei alles nur ein Verteilungsproblem: Das mag
es auch sein, so glaube ich, - aber halt nicht nur. Das Wachstum der
Menschen dürfte für diese Erde seine Grenze haben, so befürchte
ich. Die Nahrungsfrage ist ungelöst, der Klimawandel plagt, Seine
Folgen wurden bisher noch verdrängt. Man konnte sich das hier
leisten. In anderen Gegenden der Erde sieht das schon anders aus. Es
gibt derzeit zahlreiche Kriege und allerlei Konflikte auch sozialer
Natur. Am nicht allzu weit entfernten Horizont stehen zu Ende gehende
Rohstoffreserven. Wir erfahren von Megatonnen an Plastik im Meer, von
schmilzenden Eisberge an den Polkappen, und anderen Katastrophen, zu
denen dann kostspielige Konferenzen einberufen werden, die nichts
bewirken. Es fangen jetzt schon globale Verteilungskämpfe an....usw.
Wo ist all der ungebremste Optimismus geblieben? Es scheint dies eine
ziemlich hohle Formel geworden zu sein. Gewisse Parteien setzen
hierzulande „menschliche Kreativität“ dagegen. Langsam aber
sicher würde es Zeit dafür.
Abonnieren
Posts (Atom)