Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Sonntag, 18. April 2021
Mainstream und Internet
Social Medias und Blogs tragen im Internet wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte genauso wie Musik industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird genauso gelenkt wie die Aufmerksamkeit. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld, die durch nicht nachprüfbare Fakten gestützte Schwurbelei und Schwafelei inszeniert sich unbemerkt. Es herrscht das Kollektive, die immanente Manipulation, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen. Mainstream, Avarage rules!
Dienstag, 7. Februar 2017
Schwarmintelligenz (2)
Schwarmintelligenz hat etwas mit einer Gruppe zu tun,
in der Natur fortwährend an den unterschiedlichsten Tieren zu
beobachten. Wie sich Fischschwärme verhalten, Ameisen, Bienen usw.
mag ein Modell liefern. Ob dies Modell auch auf den Menschen
übertragen werden kann? Wie? Konkret? Es scheint ein Problem der
Informationsübermittlung zu sein. Das Internet bietet dazu zum
ersten Mal die Gelegenheit. Es lohnt sich womöglich darüber
nachzudenken, auch wenn das Thema der zeitgeistig vorüber gehenden
und gleitenden Inhalte momentan wieder fast schon verschwunden
scheint. Da es in der Natur vor allem um das Fressen und Gefressen
werden geht, da das Überleben und die Anpassung an spezifische
Verhältnisse immer wieder für eine Auslese zu sorgen scheint, erheben sich dazu Fragen: wie
wird dies in einem Schwarm von einen zum andern Individuum
mitgeteilt, wird es überhaupt mitgeteilt, wieviel davon ist relativ
starre Anlage, Instinkt, festgelegtes Programm und was teilt sich aus
dem jeweiligen Augenblick mit? In welchem Verhältnis stehen diese
Ebenen zueinander? Fest steht: Das Individuum geht unter in der Masse
und kann dadurch auch etliche Vorteile ziehen. Es ist nicht leicht zu
identifizieren oder anzugreifen. Es scheint in einem größeren
Individuum unterzugehen. Aber wie erfolgt etwa bei Fledermäusen die
Information, die bewirkt, dass es zu keinen Zusamenstößen oder
sonstigen Behinderungen kommt? Gibt es ein abgestimmtes Verhalten?
Ist dies zu beeinflussen? Dies etwa fragen sich die Wahlkampfmanger,
die über „Filterblasen“, „Echokammern“ und ähnlich
definierte Phänomene sinnieren. Gibt es Zustände und Situationen,
die nur noch gewissen Informationen den Zugang zu bestimmten
Individuen eröffnen? Algorithmen, die immer mehr den Alltag von
Menschen bestimmen, indem sie einer Art zweitem Ich ganz bestimmte
Bedürfnisse und ganz bestimmtes Verhalten zuschreiben, scheinen vor
allem wirtschaftlichen und staatlich-überwachungstechnischen
Interessen zu dienen. Was ist populär? Wieso? Können wir aufgrund
anderer geistigen Fähigkeiten aus uns selbst heraus oder neben uns
treten? Verschafft uns das unter Umständen ein gewisses Maß an
Empathie? Macht es uns die „Reise in andere Wirklichkeiten“
leichter? Fragen, die in Richtungen wiesen.......
Montag, 5. Dezember 2016
Schwarmintelligenz (1)
„Bat out of Hell“ sang einst Meat Loaf, es war
der Titel eines ganzen Albums, das seinen Mythos begründete. Wer?
Meat Loaf? Nie gehört. Macht nichts. Wir waren in den Carlsbad
Caverns in New Mexico, einem Ort mitten in der Wüste, mit einer
Höhle, einem Schlund, einem Amphitheater und der Zufahrt dazu. Die
Fledermäuse kamen gegen die Abendstunde, nachdem wir davor sitzend
noch eine sehr anschauliche Einführung, ein Tutorial mitgemacht hatten. Zuerst ein
paar Exemplare nur, dann immer mehr. Wir staunten. Und ich versuchte später,
mich noch genauer zu informieren. Es war ein großartiges Beispiel
für die heutzutage so viel gepriesene „Schwarmintelligenz“.
Viele, ja manchmal Millionen von Fledermäusen, verlassen abends ihren
Schlafplatz in der Höhle. Sie fliegen scheinbar wild umher. Der Eindruck täuscht,
in Wirklichkeit sind sie wie in einem großen Organismus aufeinander
bezogen und sehr wohl organisiert. Sie wissen immer, wo ihre Nachbarn
sind und nach menschlichen Maßstäben unterhalten sie sich bei ihrem
Ausflug über alles Mögliche. Manchmal greift ein Raubvogel den Schwarm an, auf der Suche
nach einer scheinbar leichten Beute. Doch die Fledermäuse agieren
dermaßen gut abgestimmt untereinander, gehen in dieser Organisation
geradezu auf, so dass es sehr schwierig für einen Raubvogel wird-
Lediglich die ausscherenden Fledermäuse, die Einzelgänger, die
Außenseiter und nicht mit der Masse Abgestimmten, dürften ein
lohnendes Ziel für sie abgeben. Plötzliche, gut abgestimmte und auf
den sehr schnellen Austausch von Informationen beruhende
Richtungswechsel des Schwarms verwirren die Angreifer. Die älteren,
weiblichen Tiere sind Kundschafter und verlassen die Höhle zuerst.
Dann folgen die Jungtiere. Die Spirale dreht sich immer in dieselbe
Richtung, wobei Informationen aller Art ausgetauscht werden. Auch
werden dabei Entscheidungen über die Route getroffen, basierend auf
den Erfahrungen der Nacht davor. Dabei entsteht eine
„Schwarmintelligenz“, die auf die einzelnen Individuen übergehen
soll. Gerne wird jetzt eine Analogie zum Internet und dem dabei
praktizierten Schwarmverhalten von Menschen gezogen. Schwarmverhalten
soll das Verhalten der Vielen sein, die nach einfachen Regeln
handeln. Auch Stichworte wie „Selbstorganisation“ dürften damit
zusammen hängen. Es gilt, das kollektive Gedächtnis und die
Überlegung eines Kollektivs erstehen zu lassen, die Vielen sollen
sich zu einem einzigen Körper, zu dem Einen vereinen, das über den
Individuen steht.
Dienstag, 26. Juli 2016
Urlaub und Verkaufserfolg (1)
Am Strand liegen. Die Seele baumeln lassen. Aber auch so kurz mal den schnellen Erfolg nebenbei mitnehmen.
Einfach ein Startup gründen und erfolgreich sein. Bill Gates, Steve
Jobs, Larry Page usw. haben's ja vorgemacht. Zum Unternehmer seiner
selbst werden. Selbstoptimierung. Eine Online-Partnerbörse vermittelt den richtigen
Partner dazu: Hauptsache, sieht gut aus. Macht was her auf der Skala.
Wer das ist, ist doch egal. Hauptsache, was zum Vorzeigen. Eine
gesellschaftliche Trophäe. Die richtige App, die zielgenaue
Beratung. Den richtigen Klick erwischen. Sich selbst in seinen
Internet-Online-Shop reinsetzen und sich verkaufen: Arbeitszeit,
Kreativität, Möglichkeiten, Profil. Wie? Ist doch egal, ist eh alles
austauschbar. Die freie Marktwirtschaft macht zwar nicht alle gleich,
aber alle gleich austauschbar. Sie alle sind nützliche Funktionen, machen
damit Geld. Sie entfremden sich (welch altmodisches Wort!), ohne es
zu wissen, ohne es auch nur zu ahnen. Sie sind Teil eines Ganzen (zu dem man früher „System“
sagte) und wissen das genauso wenig. Sie können sich nicht
einordnen, ihre Identität nicht erkennen. Sie sind nur Teil einer
Art Schwarmintelligenz der „Erfolgreichen“ und Profiteure des
Ganzen. Haben sich am besten angepasst an ein System, das
Rücksichtslosigkeit rücksichtslos fördert und gleichzeitig das
ausgebauteste Wohlfahrtssystem, das reichste Gesundheitssystem
pflegt. Hier muss niemand hungern, wenigstens offiziell. Dass jemand
die Würde genommen, ein Gefühl des Ausgeliefertseins befördert
wird? Spielt keine Rolle, solange sich die Profiteure dabei gut
fühlen und noch keine Security-Services engagieren müssen. Wir sind
global, exportieren furchtbar gerne unseren Kram, sperren uns aber zunehmend gegen das Fremde. In der Ferne wollen wir leben wie
zuhause. Am Strand liegen, ausruhen. Umsorgt, versorgt, gegen alle Unbill abgesichert. "Unsere" starken Unternehmen sichern das alles ab. Urlaub bedeutet „Wiederherstellen
von Arbeitskraft“. Findige Freaks verkaufen falsche T-Shirts oder
andere Markenartikel zum für sie locker profitablen Preis.Währungsunterschiede, Wohlstandgefälle ausnutzen. Um dann zu verbreiten, dies sei eine „Win-Win“-Situation. Das Win gilt, näher
betrachtet, vor allem für sie selbst. Sie kaufen und verkaufen.
Auch sich selbst. Person. Arbeitskraft. Leben. Auch der Sex hat hier nur seinen Preis. Wie viel soll'*s denn kosten? Geldbeutel auf. Spitz rein. Was kostet die Welt?
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