Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Montag, 6. Oktober 2025
Demo-Rente
Stichwort: demographischer Wandel. Meiner Meinung nach wird da eine Größe stillschweigend durchgehend angenommen, die so sicher nicht ist. Dass wir nämlich alle immer älter werden. Die Boomer zum Beispiel sind da ein herausragendes Feindbild. Das stimmt, - und doch betrifft es vor allem die wohlhabenderen Kreise dieser Bevölkerung. Denn durch tausend Studien scheint längst bewiesen: Reiche leben länger als Arme. Inwiefern geht so etwas in die Überlegungen ein. Und ist es in Deutschland ehernes Gesetz, dass Beamte das mehrfache an Rente (in ihrem Fall Pension genannt) eines einfachen Arbeiters oder Angestellten bekommen sollen? Dass die Diskussion darüber sofort mit den Worten „Neiddebatte“ etc. belegt wird, spricht Bände. Länger arbeiten, höheres Renteneintrittsalter? Wird hier offen diskutiert? Möglicherweise lohnt auch ein Blick in die Verhältnisse anderer Staaten, in denen das Rentensystem funktioniert. Und: welche Rolle spielen die Verheißungen der KI, die derzeit massiv gestreit werden. Sie könnten auch zu einem Fortschritt der Produktivität führen, deren Höhe in jede Rentenberechnung eingehen muss. Beitragszahler werden immer weniger. Ja klar. Die Produktivität müsste aber auch nach den Vorstellungen oder Vorspiegelungen der KI-Propagandisten im selben Maße steigen.
Donnerstag, 2. Oktober 2025
Nach vorne
Was sind beispielsweise Rentner? Leute, die außerhalb der üblichen Verrichtungsgesellschaft stehen? Sie sind offenbar eine Art Schramme am Selbstverständnis dieser Leistungsgesellschaft. Sie stehen außerhalb von Leistung und Erfolg, eine der Voraussetzung für den „Wohlstand“ und das ständige Wachstum dieser Gesellschaft. Was ist Leistung? Kommunikationsbereitschaft, souveräne Gewandheit, Bereitschaft ins Risiko zu gehen, gepaart mit Opportunismus, der seine Chancen jederzeit zu erkennen imstande ist, Durchsetzungskraft (auch auf Kosten von anderen…), Beherrschung sozialer und egoistischer Techniken, beiläufige Einführung von Bildungskapital, Träger eines wie und wo auch immer erworbenen hohen Maßes anAnerkennung….
Doch so sind da die Leistungsverweigerer, die Abgehängten und Bildungsfernen? Diejenigen, die einer vergangenen Epoche angehören, in der man nicht das Eigentum einer Kapitalzusammenballung war? Diejenigen, die im Bewertungssystem dieser Gesellschaft keine Anerkennung mehr verdienen? Die im Alltagskampf die Zurückgebliebenen sind und im Kampf um Geld und Leistung nichts mehr „verdienen“, die dort nicht mehr aktiv mitwirken, indem sie im Wettkampf der Wachstumsorientierten austeilen und somit als „Führungskraft“ ganz vorne sind, - oder zumindest vor anderen? Geradezu raffiniert scheint mir, wie solche Spielregeln Einzelne dazu ausersehen, dass sie andere beaufsichtigen, ihnen Richtung und Orientierung geben. Kein Zweifel, es ist auf der Seite der Abhängigen ein Bedürfnis dazu da. Sie wollen und brauchen Orientierung. Ob dies aber einer Würde entwachsen ist? Leute, die aus dem Raster dieser Gesellschaft sind, scheinen sich mir oft über diese Aussortierung zu beklagen, sie meckern und empören sich, beschimpfen das System und – wie alles läuft. Doch letztenendes scheint mir das ziellos zu sein und sich in einem Raum abzuspielen, den das System von vornherein als eine Art gelittener Spielplatz und der kontrollierten Wut vorsieht…...
Donnerstag, 19. Juni 2025
Rentenboomer
Wohlbestallte und vom deutschen Staat großzügig alimentierte Professoren der „Boomergeneration“ (ausgerechnet!) fordern ein höheres Renteneintrittsalter und eine reduzierte Erhöhung der Renten. Ob es diesen Leuten einmal einfiele, die Renten „im unteren Bereich“ mehr zu erhöhen, als im „oberen Bereich“? Dass jemand mit 3500 Euro Pension gut durchkommt durch diese Realität, mag nicht sehr überraschen. Statistisch gesehen befinden sich aber viele Rentner mit ihrer Rente weit unter dem Existenzminimum, ohne gleich Grundsicherung beziehen zu sollen/wollen. Ob so jemand Erhöhungen sehr viel nötiger hätte als jemand, der 3500 im Monat vom Staat als Rente bezieht? Was ist mit dem teilweise weiten Abstand zwischen Pensionen und Rentnern? Muss ein Bundeskanzler zur Rechtfertigung auf einen Preußenkönig verweisen und muss eine stets wohlfrisierte Spitzenhierarchin der EU den Spruch absetzen „Das ist ja was grundsätzlich anderes. Das können sie nicht miteinander vergleichen?“ Muss es sein, dass gewisse von den Medien anhaltend gehätschelte Oberbürgermeister großspurig damit angeben, dass sie in ihrem öffentlichen Dienst eine fette Rente beziehen werden, unabhängig davon, ob sie gewählt würden, oder nicht.
Montag, 28. Oktober 2024
Rentenpolitik
Wir werden immer älter? Rentenpolitik? Mal weiter vorne in der Aufmerksamkeit, mal weiter hinten. Jetzt gerade scheint das Thema weniger angesagt. Auch hier soll mit demografischen Daten Politik gemacht werden. Die Sozialausgaben seien angeblich ohnehin zu hoch, heißt es. Zum Beispiel: dass die Gesundheitskosten explodieren, weil wir immer älter werden. Ob das nicht ein bisschen mit dem Trend kollidiert, dass viele Menschen sehr viel gesünder älter geworden sind? Der körperliche Zustand scheint im Alter deutlich besser geworden zu sein. Die amtlichen Experten vom statistischen Bundesamt rechnen sehr weit voraus: bis ins Jahr 2060. Dann sind wir weniger, älter und haben zu wenige Kinder, so die Statistik. Dass sie dabei aber nur gegenwärtige Trends in die Zukunft fortschreibt, die sich vielleicht gar nicht so leicht „verlängern“ lassen, wird von interessierter Seite gerne unterschlagen. Und die Steigerung der Produktivität? Derzeit ist „in der Wirtschaft“ ja Untergangsstimmung angesagt. Dass sich bis zum sehr viel späteren Zeitpunkt im Jahrhundert sehr viel verändert haben könnte, kann die Studie gar nicht berücksichtigen. Eine halbwegs aussagekräftige Prognose ist da schwierig. Trotzdem prasseln von den Medien immer wieder Schlagzeilen wie etwa „Deutschland stirbt aus“ hernieder und die Politik lässt den Quatsch bei einschlägigenTalkrunden immer wieder wiederholen.
Arbeitsnotstand, Ärztemangel, knappe Rente...., so ein Ausschnitt des Horrorszenarios, das aus diesen Daten immer wieder zu geldwerten Ängsten aufgebaut wird und durch ständige Wiederholung plausibler werden soll. Dass die Daten dabei von der Versicherungswirtschaft unter Verwendung von selbst gestalteten Erwartungen und Tafeln vorgebracht werden, wird dabei gerne unterschlagen, erscheint aber mittlerweile trotz fehlender Transparenz weithin akzeptiert. Dabei sind solche „wissenschaftliche“ Festlegungen meist nur solange gültig, bis eine bessere Untersuchung an ihre Stelle tritt. Das heißt, solche „Erkenntnisse“ sind vorläufig (e Annahmen). So geht Wissenschaft. Laut „offizieller“ amtlicher Statistik könnte ein heute geborener Junge etwa 86 Jahre alt werden. In den Sterbetafeln der Versicherungswirtschaft wird er jedoch 100, unter Umständen sogar 110 Jahre alt. Was ist, wenn die „natürliche“ Steigerung der Lebenserwartung so nicht weiter und an seine Stelle sozial sehr fragwürdige Verfahren der technisch-chemischen Steigerung von Lebenserwartung treten. Wieder so ein Faktor, den einfache Fortschreibungen von Verhältnissen nicht mit auf der Rechnung haben.
Donnerstag, 27. Juni 2024
Rente rentierlich
Wir treten mit lächerlich geringerer Rente später ins Rentenalter ein, und sind gesundheitsmäßig benachteiligt, indem unter anderem unsere Lebenserwartung deutlich tiefer ist, als die unserer Nachbarn in den andern Ländern. Trotzdem wurde uns jahrzehntelang eingeredet, das wir die Klügsten und Besten auf diesem Planet seien und dass die Rente sicher sei. Wir waren mal „Exportweltmeister“ und „Fußballweltmeister“ (was „schland“ nicht gut bekommen ist...), wir badeten im Wohlstand der Wenigen. Wir verzichteten auf öffentliche Investitionen, päppelten unsere „Beamten“ und ließen es uns (?, bestimmte Leute) gut gehen (jedenfalls wollten uns die Medien das weismachen). Und jetzt?
Samstag, 22. Juni 2024
Rente, Altersarmut und Flucht davor
Die Fußballeuphorie nähert sich ihrem Höhepunkt. Nichts anderes interessiert zählt mehr. Im Hintergrund scheint alles ruhig gestellt. Ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um in der Politik Bahnbrechendes zu beschließen? Der uralte Trick? Jetzt aber los! Das Pardon ist sicher: Das deutsche Wahlvolk wählt unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter (anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat, dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln. Aber das scheint alles vergessen jetzt. Was zählt, ist anderes. Hier in „schland“.
Zum Beispiel der Fachkräftemangel: heute zeigt dessen „Handhabung“ in den Abgrund. Es soll der neokolonialistische Ausweg gewählt werden: Wir „kaufen“ aus dem Ausland Arbeitskräfte. Dort werden sie schon nicht fehlen! „Flankierende Maßnahmen“: Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Inoffiziell. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind auch eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!, fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben und zu arbeiten, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei etwas über 3000 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von etwa 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Das zielt in eine fatale Richtung. Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) immer weiter auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist?
Samstag, 18. Mai 2024
Bürgerbefragung
„Bürgerbefragung“ mit dem deutschen Bundeskanzler Scholz. Es wird eine Frage zu den Pensionen der Beamten gestellt: „Finden sie es gerecht, dass Beamte und Beamtinnen nicht in die Rentenkasse einzahlen, sondern von den Steuergeldern ihre Pensionen bekommen, nur weil sie beim Staat angestellt sind“ Antwort Scholz: „Tja, da können wir den König von Preußen nochmal fragen. Also, seitdem ist das so, - ungefähr. Aber, ich finde….. das kann man diskutieren, aber das Berufsbeamtentum hat auch seine Vorteile, was die Stabilität eines Staates betrifft. Insofern glaube ich, haben wir schon die Aufgabe, dass es schon bestimmte (Leute?) gibt, die im öffentlichen Dienst arbeiten. Das gilt ja nicht für alle, die aber in dem Sinne Staatsdiener sind, dass sie zb nicht streiken dürfen, dass sie zb dafür einstehen, dass Dienst immer verfügbar ist, wenn das gebraucht wird, und dass das eine ganz besondere, über normale Arbeitsverhältnisse hinaus gehende Loyalität gegenüber dem heute demokratischen Arbeitgeber/Dienstherrn bedeutet. Deshalb erklären sich die historischen Unterschiede“. Ob daraus aber folgt, dass Renten im Durchschnitt 1550 Euro und Pensionen 3250 Euro betragen? Dass Renten mit 48% des letzten Grundeinkommens und Beamtenpensionen mit 71% veranschlagt sind? Auch soll die „Mindestpension“ 1866 Euro betragen, wovon ein durchschnittlicher Rentner allenfalls träumen könnte. Ob die zuletzt ausgezahlten 3000 Euro Inflationszuschlag dadurch möglich wurde, dass den Rentnern als Inflationsausgleich so gut wie nichts ausgezahlt wurde?
Samstag, 21. Januar 2023
Rentengespräche über Grenzen
In Frankreich wird demonstriert und es gibt heftige soziale Auseinandersetzungen, weil das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 hoch gesetzt werden soll. Und hier? „Rente mit 63 abschaffen“, so lese ich. Mir scheint da aber so manches im Argen zu liegen. Ein Beispiel, von dem ich gelesen habe und das, egal ob es genauso stimmt, die Richtung andeutet: Ein Handwerker, der 45 Jahre gearbeitet hat, bekommt derzeit ca. 2000€ Rente, viele Leute sogar weniger. Die frühere Verteidigungsministerin brauchte nur 1 Jahr anwesend sein (...und ihren Job mehr schlecht als recht machen) und bekommt lebenslang und staatlich garantiert 5000€. Das Renteneintrittsalter gleitet derzeit hoch auf 67 Jahre, wobei die nächste Erhöhung auf 70 Jahre mit den immer gleichen Argumenten bereits anstehen soll. Auch die Staatsdiener, die als Beamte ausgerufen werden, haben es nicht gerade schlecht, was die Pension angeht. Was auffällt: fast alle Nachbarstaaten haben bessere Rentenbedingungen und frühere Eintrittsalter. Ob das etwas damit zu tun hat, dass dort auch Beamte und Nobel-Selbständige in die Rentenkasse einzahlen müssen? Wieso eigentlich fordern das so wenig „weise Sachverständige“ und „Experten“? Ob sie doch gewisse Interessen vertreten, auch wenn sie formal unabhängig sind?
Freitag, 8. Juli 2022
Rentenprognosen
Rentenpolitik? Riesige Rentenerhöhung? Auch hier soll wohl mit demografischen
Daten Politik gemacht werden, so, dass Versicherungskonzerne möglichst daran
verdienen können und viele Leute enttäuscht (getäuscht?) sind. Beispiel: dass die Gesundheitskosten
explodieren, weil wir immer älter werden. Ob das nicht mit dem Trend
kollidiert, dass viele Menschen sehr viel gesünder älter geworden
sind? Der körperliche Zustand scheint im Alter deutlich besser
geworden zu sein. Die amtlichen Experten vom statistischen Bundesamt
rechnen sehr weit voraus: bis ins Jahr 2060. Dann sind wir weniger,
älter und haben zu wenige Kinder, so die Statistik. Dass sie dabei
aber nur gegenwärtige Trends in die Zukunft fortschreibt, die sich
vielleicht gar nicht so leicht „verlängern“ lassen, wird von
interessierter Seite gerne unterschlagen.
Dass sich bis dahin sehr viel verändert haben könnte (auch durch den Klimawandel),
kann die Studie gar nicht berücksichtigen. Eine halbwegs aussagekräftige Prognose
ist da über einen solch großen Zeitraum hinweg schwierig. Trotzdem prasseln
von den Medien Schlagzeilen wie etwa „Deutschland stirbt aus“ hernieder und die Politik
lässt den Quatsch bei einschlägigen Talkrunden immer wieder von scheinbaren „Experten“ wiederholen.
Fachkräftemangel, Ärztemangel, knappe Rente...., so lautet ein Ausschnitt des
Horrorszenarios, das aus diesen Daten immer wieder zu geldwerten Ängsten aufgebaut wird
und durch ständige Wiederholung durch mit akademischen Titeln geschmückten Personen
plausibler werden soll. Dass die Daten dabei von der Versicherungswirtschaft unter Verwendung
von selbst gestalteten Erwartungen und Tafeln vorgebracht werden, wird dabei gerne
unterschlagen, erscheint aber mittlerweile trotz fehlender Transparenz weithin akzeptiert. Dabei
sind solche „wissenschaftliche“ Festlegungen meist nur solange
gültig, bis eine bessere Untersuchung an ihre Stelle tritt (was in der Natur der Sache liegt…).
Das heißt, solche „Erkenntnisse“ sind vorläufig (e Annahmen). Laut
„offizieller“ amtlicher Statistik könnte ein heute geborener Junge etwa 86 Jahre alt werden.
In den Sterbetafeln der Versicherungswirtschaft wird er jedoch 100, unter Umständen sogar 110 Jahre alt.
Was ist, wenn die „natürliche“ Steigerung der Lebenserwartung so nicht weiter und an seine Stelle sozial sehr fragwürdige Verfahren der technisch-chemischen Steigerung von Lebenserwartung treten. Wieder so ein Faktor, den einfache Fortschreibungen von Verhältnissen nicht
mit auf der Rechnung haben…...
Montag, 13. Juni 2022
Kinder kriegen (2)
Während die einen einem namenlosen Instinkt und natürlichen Trieb zu folgen schienen, während andere eine Einpassung in ein Karrierestreben glaubten, verneinen zu müssen, neigte ich zusammen mit meiner damaligen Partnerin zum Grübeln, zum Nachdenken darüber, ob ich das könnte und wollte: Ein Kind in die Welt setzen. Ob mir durch meine natürlichen Dispositionen Grenzen gesetzt waren und – vor allem! - ob ich angesichts meines Berufs so etwas wie Verantwortung für ein wachsendes menschliches Wesen zu übernehmen bereit war, ob ich mich in der Lage dazu sah. Ich hatte nach meiner Einschätzung schon unendlich damit zu tun, mich selbst einigermaßen zu reproduzieren und über Wasser zu halten. Dies nötigte mir einen Energie- und Zeitaufwand ab, der nicht zu einem verantwortungsvollen Kinderwunsch zu passen schien. Wobei wir schon beim nächsten Kriterium wären, das alle bis dahin geäußerten Motive zu überlagern schien: Verantwortung, Wertmaßstäbe, Orientierung. War ich in der Lage, dies mit der gebotenen Aufmerksamkeit zu geben? Völlig klar war es, dass all dies einen Zeitaufwand und einer Bereitschaft, sich einzulassen, bedurft hätte, dem ich mich gewachsen zeigen musste, - so meine Überlegung. War ich durch meine berufliche Tätigkeit überhaupt in der Lage, auch nur einen Bruchteil dieser nach meiner Einschätzung „automatisch“ erwachsenden Verantwortung einzulösen?
Ich fühlte mich in eine Existenz hinein gezwungen, die es mit sich gebracht hätte, dass eine Partnerin den Hauptteil der Verantwortung und Erziehung hätte leisten müssen, womit mir allzu leicht hätte unterstellt werden können, dass ich mich hätte entziehen wollen. Einem solchen Dauervorwurf konnte und wollte ich mich nicht aussetzen. Eine Tätigkeit, die sich für einen reichen Sprössling geeignet hätte, nämlich ein sich liebevolles Widmen eines „Kanals“ zur Selbstverwirklichung, zur massenhaften Mitteilung und Verbreitung, zum Aufblasen eines Egos in einer öffentlich sichtbaren Tätigkeit, war mir nicht vergönnt. Ich musste Profi mit allen Konsequenzen sein, war auf den Broterwerb angewiesen, hatte kein reiches Erbe zu erwarten. Hatte ich Ziele und Perspektiven? Wenn ja, dann eine zu ungewisse Form davon. Für mich stand vielmehr fest: Ich wollte dem nachgehen, was meine Leidenschaft war, dem, von dem ich „etwas zu verstehen“ glaubte.
Freitag, 10. Juni 2022
Statistik, Rente und Zukunft
Rentenpolitik? Auch hier soll offenbar mit demografischen Daten und damit verbundenen Ängsten Politik gemacht werden, so, dass Versicherungskonzerne möglichst daran verdienen können. Vielleicht. Ob das so ist? „Wir werden immer älter…..“ „Klaro!“ Zum Beispiel: dass die Gesundheitskosten explodieren, weil wir immer älter werden. Ob das nicht mit dem Trend kollidiert, dass viele Menschen sehr viel gesünder älter geworden sind? Der körperliche Zustand scheint im Alter deutlich besser geworden zu sein. Die amtlichen Experten vom statistischen Bundesamt rechnen sehr weit voraus: bis ins Jahr 2060. Dann sind wir weniger, älter und haben zu wenige Kinder, so die Statistik. Also Kinder (zukünftige Rentenzahler!) her! Dass sie dabei aber nur gegenwärtige Trends in die Zukunft fortschreibt, die sich vielleicht gar nicht so leicht „verlängern“ lassen, wird von interessierter Seite gerne unterschlagen. Dass sich bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt sehr viel verändert haben könnte, können die einschlägigen Studien gar nicht berücksichtigen. Eine halbwegs aussagekräftige Prognose ist da schwierig. Trotzdem prasselten von den Medien Schlagzeilen wie etwa „Deutschland stirbt aus“ hernieder und die Politik lässt den Quatsch bei einschlägigen Talkrunden immer wieder wiederholen. Arbeits- und Fachkräftenotstand, Ärztemangel, abgesunkene, knappe Rente...., so ein Ausschnitt des Horrorszenarios, das aus diesen Daten immer wieder zu geldwerten Ängsten aufgebaut wird und durch ständige Wiederholung plausibler werden soll. Dass die Daten dabei von der Versicherungswirtschaft unter Verwendung von selbst gestalteten Erwartungen und Tafeln vorgebracht werden, dass Wissenschaftler sich gewisser Informationen bedienen und anderer nicht, wird dabei gerne unterschlagen, erscheint aber mittlerweile trotz fehlender Transparenz weithin akzeptiert. Dabei sind solche „wissenschaftliche“ Festlegungen meist nur solange gültig, bis eine bessere Untersuchung an ihre Stelle tritt. Das heißt, solche „Erkenntnisse“ sind vorläufig (e Annahmen). Laut „offizieller“ amtlicher Statistik könnte ein heute geborener Junge etwa 86 Jahre alt werden. In den Sterbetafeln der Versicherungswirtschaft wird er jedoch 100, unter Umständen sogar 110 Jahre alt. Was ist, wenn die „natürliche“ Steigerung der Lebenserwartung so nicht weiter und an seine Stelle sozial sehr fragwürdige Verfahren der technisch-chemischen Steigerung von Lebenserwartung treten. Wieder so ein Faktor, den einfache Fortschreibungen von Verhältnissen nicht mit auf der Rechnung haben… alles Modelle, mehr oder weniger begründete Erwartungen….
Donnerstag, 2. Juni 2022
Sein
Ich wache auf, in Liebe und Dankbarkeit. Wer weiß, welche üblen Zeiten kommen! In Anbetracht dessen will ich einverstanden sein mit dem, was um mich herum passiert. Ich kann essen und trinken. Ob mich im nächsten Winter eine Wärme umfängt, wird sich heraus stellen. Ich gleite durch die Zeit und muss entdecken, dass ich älter geworden bin. Ja klar, das oft gehörte Klagelied. Jeder seine Version. Na klar, ich habe (sogar schwerwiegende!) Fehler gemacht. Das drückt! Trotzdem bin ich dankbar, dass ich da sein darf. So viele Menschen um mich herum waren plötzlich weg. Ich entdecke auch zunehmend, dass ich alleine bin. Ich hatte mir das einmal ausgedacht und zurecht gelegt, auch unter Einfluss von Denkern wie Hermann Hesse. Zudem: Ökologie und all das Zeugs. Wachstum? Ist den Leuten egal. Zu viele Leute auf dieser Erde? Das sind Dimensionen, in denen Wirklichkeit nicht staatt findet. Jetzt weiß ich aber: Kinder in die Welt setzen hatte seinen Grund. Unter anderem aus sozialen Gründen. Ich hingegen glaubte, mich darüber hinwegsetzen zu können. Es mir leisten zu können. Außerdem vertraute ich auf den Sozialstaat. Heute belasten mich unveränderliche Zeichen um mich herum. "Kinder" werden verherrlicht, was im staatlichen Maßstab auf der materiellen Ebene noch nicht so recht klappt. Der „Sozialstaat“ ist nur noch an zukünftigen Rentenzahlern interessiert. Ob ich das alles gerade heute noch akzeptieren kann? Versäumnisse bedrängen mich: Ich müsste, sollte, könnte….. auch habe ich massive Angst vor (staatlichen) Institutionen, die einem immer wieder mit irgendwelchen bürokratischen Anliegen und Fristsetzungen auf die Pelle rücken. Tolles Argument, dass es anderswo viel schlimmer ist. Die Musik? Ob ich dieses Kapitel beenden muss? Nach der Erfahrung einer krassen Ablehnung über Jahre hinweg fällt mir das leichter.
Mittwoch, 13. April 2022
Rentner durchgebracht
Was
sind beispielsweise Rentner? Leute, die außerhalb der üblichen
Verrichtungsgesellschaft stehen? Sie sind offenbar eine Art Schramme
am Selbstverständnis dieser Leistungsgesellschaft. Sie stehen
außerhalb von Leistung und Erfolg, eine der Voraussetzung für den
„Wohlstand“ und das ständige Wachstum dieser Gesellschaft. Was
ist Leistung? Kommunikationsbereitschaft, souveräne Gewandheit,
Bereitschaft ins Risiko zu gehen, gepaart mit Opportunismus, der
seine Chancen jederzeit zu erkennen imstande ist, Durchsetzungskraft
(auch auf Kosten von anderen…), Beherrschung sozialer und
egoistischer Techniken, beiläufige Einführung von Bildungskapital,
Träger eines wie und wo auch immer erworbenen hohen Maßes
an Anerkennung….
Doch
so sind da die Leistungsverweigerer, die Abgehängten und
Bildungsfernen? Diejenigen, die einer vergangenen Epoche angehören,
in der man nicht das Eigentum einer Kapitalzusammenballung war?
Diejenigen, die im Bewertungssystem dieser Gesellschaft keine
Anerkennung mehr verdienen? Die im Alltagskampf die Zurückgebliebenen
sind und im Kampf um Geld und Leistung nichts mehr „verdienen“,
die dort nicht mehr aktiv mitwirken, indem sie im Wettkampf der
Wachstumsorientierten austeilen und somit als „Führungskraft“
ganz vorne sind, - oder zumindest vor anderen? Geradezu raffiniert
scheint mir, wie solche Spielregeln Einzelne dazu ausersehen, dass
sie andere beaufsichtigen, ihnen Richtung und Orientierung geben.
Kein Zweifel, es ist auf der Seite der Abhängigen ein Bedürfnis
dazu da. Sie wollen und brauchen Orientierung. Ob dies aber einer
Würde entwachsen ist? Leute, die aus dem Raster dieser Gesellschaft
sind, scheinen sich mir oft über diese Aussortierung zu beklagen,
sie meckern und empören sich, beschimpfen das System und – wie
alles läuft. Doch letztenendes scheint mir das ziellos zu sein und
sich in einem Raum abzuspielen, den das System von vornherein als
eine Art gelittener Spielplatz und der kontrollierten Wut
vorsieht…...
Sonntag, 20. Februar 2022
Verteilungen
Alles scheint ruhig. Das deutsche Wahlvolk hat
unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter selbst erwählt
(anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge
einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und
Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat,
dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu
wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen.
Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln. Zum Beispiel
Arbeitslosigkeit: besonders nach dem Rückgang ist das jetzt eine Art persönlicher Makel und nicht die
Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen.
Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!),
ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze
das als solches wahrgenommenwird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll
Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig
verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut
zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne
Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet
hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde
eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto
etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen,
die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große
Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“
förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht?
Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist?
Mittwoch, 16. Februar 2022
Renten
Alles scheint ruhig, trotz Pandemie. Und den sich daran knüpfenden Protesten und Demonstrationen. Das deutsche Wahlvolk hat
vielleicht sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter
(anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird) selbst gewählt. Doch es ist dies auch die Folge
einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat,
dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer
Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln.
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das noch immer eine Art persönlicher Makel und nicht die
Folge der Politik von Konzernen oder Abgehobenheit von Politikern, die gewisse Idiologien vertreten. Die herrschende Politik versucht anhaltend,
die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen.
Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich
nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll
Spass machen, hier zu leben, wie eine Dame aus der herrschenden Kaste vollmundig
verkündete.
Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut
zuzutreiben? Folgendes Zahlenspiel (das natürlich von einschlägigen "Experten" sofort zerpflückt würde: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne
Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet
hat. Dies würde eine Rente von etwa 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto
etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt und heute schon sehr viele Menschen,
die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große
Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“
förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich
(wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen im frühem Alter) auseinander geht?
Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie Konsequenzen haben wird? Ob etwas neu durchdacht werden sollte, und der oft beschworene Produktionsfortschritt (auch gerne mal der Digitalisierung zugeordnet) seine Rolle spielen sollte?
Freitag, 11. Dezember 2020
Alles wird wieder.....
Das Kleinbürgerglück scheint an Weihnachten zu kulminieren. Dies Konsumfest an sich scheint in dieser Gesellschaft inzwischen heilig gesprochen zu sein. In dieser Zeit scheinen „im Einzelhandel“ die ganz großen Geschäfte gemacht zu werden und „das Feiern mit Opa und Oma“ erscheint ein Kernstück dieser oft ausgelobten und überaus geschäftstüchtigen Geselligkeit.
Was eigentlich ist mit den vielen Singles, mit den einsamen Senioren und Obdachlosen, die sich nicht als Mittelpunkt einer kleinbürgerlichen Kernfamilie betrachten können, die offenbar, wenn man gewissen Reden im Bundestag zuhört, vor allem dem wirtschaftlichen Fortkommen dieser Gesellschaft dienen sollen und die zukünftigen Rentenzahler abgeben sollen (wenn sie dies nicht mehr können, sollen sie am besten abserviert werden...). Bevölkerungspolitik 2.0. Sicherstellung von Berufstätigkeit im ganz alten Stil. Die Wirtschaft hätscheln. Sie schafft Arbeitsplätze durch Wachstum…..Was ist mit dem Wachstum der Menschheit? Ob das nicht zumindest ein kleines Seitenargument sein könnte? Ob wir nicht viel zu viele sind und immer noch mehr werden? Afrika gilt ja nicht, Südamerika auch nicht so0 recht, es sei denn, als Lieferant von Quinoa…... Und die Geburtenrate hierzulande hat ja in letzter Zeit zugenommen, jawohl! Alles wird gut. Es werden viele kleine Rentenzahler gezeugt. Die Wirtschaft wird wachsen.
Freitag, 2. Oktober 2020
Leistungsmüde
Was
sind beispielsweise Rentner? Leute, die außerhalb der üblichen
Verrichtungsgesellschaft stehen? Sie sind offenbar eine Art Schramme
am Selbstverständnis dieser Leistungsgesellschaft. Sie stehen
außerhalb von Leistung und Erfolg, eine der Voraussetzung für den
„Wohlstand“ und das ständige Wachstum dieser Gesellschaft. Was
ist Leistung? Kommunikationsbereitschaft, souveräne Gewandheit,
Bereitschaft ins Risiko zu gehen, gepaart mit Opportunismus, der
seine Chancen jederzeit zu erkennen imstande ist, Durchsetzungskraft
(auch auf Kosten von anderen…), Beherrschung sozialer und
egoistischer Techniken, beiläufige Einführung von Bildungskapital,
Träger eines wie und wo auch immer erworbenen hohen Maßes
an Anerkennung….
Doch
so sind da die Leistungsverweigerer, die Abgehängten und
Bildungsfernen? Diejenigen, die einer vergangenen Epoche angehören,
in der man nicht das Eigentum einer Kapitalzusammenballung war?
Diejenigen, die im Bewertungssystem dieser Gesellschaft keine
Anerkennung mehr verdienen? Die im Alltagskampf die Zurückgebliebenen
sind und im Kampf um Geld und Leistung nichts mehr „verdienen“,
die dort nicht mehr aktiv mitwirken, indem sie im Wettkampf der
Wachstumsorientierten austeilen und somit als „Führungskraft“
ganz vorne sind, - oder zumindest vor anderen? Geradezu raffiniert
scheint mir, wie solche Spielregeln Einzelne dazu ausersehen, dass
sie andere beaufsichtigen, ihnen Richtung und Orientierung geben.
Kein Zweifel, es ist auf der Seite der Abhängigen ein Bedürfnis
dazu da. Sie wollen und brauchen Orientierung. Ob dies aber einer
Würde entwachsen ist? Leute, die aus dem Raster dieser Gesellschaft
sind, scheinen sich mir oft über diese Aussortierung zu beklagen,
sie meckern und empören sich, beschimpfen das System und – wie
alles läuft. Doch letztenendes scheint mir das ziellos zu sein und
sich in einem Raum abzuspielen, den das System von vornherein als
eine Art gelittener Spielplatz und der kontrollierten Wut
vorsieht…...
Mittwoch, 30. Januar 2019
Kinder als Fortsetzungsgeschichten
Der Club of Rome, ein
Mythos. Schon früh warnte er unter anderem vor der Überbevölkerung
der Erde. Bevölkerungsexplosion. Stimmt ja gar nicht!, so der
Einwand wichtiger Stimmen. Es gehe vielmehr um die Verteilung.
Schließlich sei genug für alle da. In der Folge aber wurde der
Triumph der Kleinfamilie mit ihren beiden Kindern gefeiert. Dabei
würden gewisse Argumente durchaus dafür sprechen, dass ökologisch
denkende Menschen nicht unbedingt Kinder in die Welt setzen sollten.
Umweltschützer mit Kindern könnten sogar fragwürdig sein. Es macht
jedenfalls keinen Sinn, diesen zig mal überbevölkerten Planeten mit
noch mehr Kinder zu belasten. Außerdem sollte sich ein Elternpaar
der Aufgabe gewachsen sehen, Kinder zu ernähren und für sie
verantwortlich zu sein. Doch einem kritischen Nachdenken über solche
Fragen steht die mit allen Mitteln durchgedrückte Maxime entgegen,
dass Paare unbedingt Kinder haben sollten, - was durchaus fragwürdige
Folgen zeitigt. Dazu wird es dann Kinderwunsch- und
Fertilitätskliniken geben, die von der Politik auf viele Arten
Unterstützung erfahren werden. Wenn alle aufhören würden; Kinder
zu produzieren, würde unser Gesellschaftssystem explodieren, denn es
würden Rentenzahler fehlen, - was gerne als Argument dafür genannt
wird, Kinder in die Welt zu setzen. Ob es wirklich diese ökonomischen
Argumente sind, die hier ausschlaggebend sind? In relativ überschaubarer Zeit würde die Menschheit
aussterben. Ob es aber für diese Erde ein so großer Verlust wäre?
Ob eine Erde ohne Menschen nicht auch wünschbare Aspekte hätte.
Es gibt eigentlich wohl
ganz wenig Paare, die ungewollt kinderlos sind. Die Gesellschaft gibt
oft vor, diesen Menschen helfen zu wollen. Doch das wird gerne mal
zum Geschäft. Wie in Vielem, sind auch hier die USA Vorreiter. Man
kauft sich hier Samen (Eizellenspenden sind relativ gut honoriert)
oder greift auf eigenen eingefrorenen zurück. Man lässt gekaufte
Leihmütter damit schwanger werden und lässt diese Kinder
anschließend von speziellen Hilfskräften erziehen. Solche
Dienstleistungen“ werden selbstverständlich nach Marktkriterien honoriert. Es entsteht
auf diese typisch neoliberale Weise ein Markt für Kinder. Mütter in
der klassischen Form werden auf diese Weise ersetzbar. Damit die
Bevölkerung trotz manchen Schrumpfungsprozessen auf einem
vergleichsweise stabilen Niveau bleibt, bedarf es der Migranten.
Familienpolitik und Familienförderung stützen, teilweise auch aus
idiologischen Gründen der „Heiligsprechung“ der Familie, zudem
eine solche Stabilisierung.
Freitag, 7. Dezember 2018
Altersarbeitslosigkeit
Was eigentlich ist mit der Arbeitslosigkeit älterer Menschen, sagen wir mal Menschen ab 50 Jahre? Ob es von diesen Leuten einen verdeckten, kaum in den gängigen Statistiken auftauchenden Anteil gibt? Merkwürdigerweise wird diese "Zielgruppe" kaum öffentlich diskutiert. Sie soll wohl in aller Ruhe verrecken...... Andererseits wird doch immer beklagt, dass die "Bevölkerung" immer älter werden wird? Gleichzeitig wird das Rentenalter herauf gesetzt.... wo sind denn die Arbeitsstellen für die 50+-Bevölkerung? Was soll der machen, der nicht viel Geld fürs Alter hat aufsparen können? Wäre dies unter den obwaltenden Bedingungen überhaupt möglich? Etwa mit einem Blackrock-Sparplan? Ob einem das von einer maßgeblichen Person nahe gelegt werden sollte?
Dienstag, 29. August 2017
Rente und Altersarmut
Alles scheint ruhig. Das deutsche Wahlvolk wählt
unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter
(anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge
einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und
Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat,
dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu
wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln.
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
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