Reise durch Wirklichkeiten

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Mittwoch, 8. Juli 2026

Worte

WORTE Alle Worte sind Geräusch gewesen und sind wieder dazu geworden Missbrauch und Verlogenheit, im weißen Rauschen untergegangen dessen, was jeder sagt, jeder hat eine Meinung Worte sind missbraucht und zu Werbung geworden für Produkte und eitle Egos Wetten auf Macht und kitschiges Glück Wichtig wollen sie einen einbringen arrangiert, manipuliert, geschönt auf Wirkung bedacht, etwas einbringen du kannst stammeln, stottern, lallen Phrasen sind geprägt, an denen das gemessen wird Der Zeitgeist streicht jetzt streichelnd über den Screen auf dem die Icons und Klicks leuchten wohl das Richtige und nicht das Falsche, das Falsche im falschen Leben mir ist schon schlecht vor lauter Wiederholungen ich will den Tag und die Sonne genießen weggehen und träumend mich verdrücken ans Meer und in kalte Berge immer weiter tanzen hinaus sie tanzen um das goldne Kalb selbstverständlich Fan ihrer selbst das Gefühl, wenn der nasse Lappen auf das Gesicht, auf die Haut kommt die können sich nicht mehr riechen wieso machen so viele Menschen so seltsame Sachen? Um sich selbst zu spülen, sich selbst zu verwirklichen? Das ist die neue, heilig anstrengende Pflicht

Mittwoch, 8. April 2026

Stimmig

Stimme als Mittel der Manipulation: gerade als Journalist lernt man, Worte als Instrumente einzusetzen. Sie an der richtigen Stelle zu gebrauchen, sie missbrauchen, auf Tränen- und andere Drüsen im rechten Moment zu drücken, sie zu gebrauchen, auch in der Werbesprache, subcutan und anders, für Reaktionen zu sorgen, Aufmerksamkeit abzusaugen, in die Kommunikation allgemein einzubringen. Mir blieb in meiner Musik zu einem bestimmten Moment aber nur noch die Dekonstruktion, der Versuch, etwas Individuelles und nicht so leicht zu Entzifferndes zu erschaffen, was auf die scheinbare Ablehnung des Wortes im gängigen Sinne zielte und Ironie mit einbezog. Gerade heute im KI-Zeitalter, erscheint diese Einstellung nicht gar zu übertrieben. Es wird uns suggeriert, dass nahezu alles über die KI funktionieren müsse, dass sie die Voraussetzung für rettendes Wirtschaftswachstum sei. Ich versuchte, mich im Vorhof anderer Bedeutungen herum zu treiben, ich versuchte elementare Laute (Sport, Kopulation, Husten usw. Alltagsgeräusche) mit in meine Musik ein zu beziehen. Ich fasste diese Musik meist als akustischen Ereignisraum oder als Hörspiel auf und weniger als Musik im konventionellen Sinne. Dabei ließ ich durchaus meine eigene Vergangenheit als Rockmusiker zu, benutzte auch triviale Formen, füllte mit dem Meinen auf, gab jenen verschiedenen Einflüssen Raum, denen ich durch mein Spiel in Bands und mit anderen Musikern ausgesetzt war und in die ich oft mein Eigenes, meinen Ausdruck einzubringen versuchte. Der Trend zum Gebrauch des Wortes hat sich in der Öffentlichkeit verstärkt. kurzum: ich wollte Text/Wort anders einsetzen. Ich verfremdete, schnitt in Fetzen, kehrte um, ließ Worte sich den Lauten annähern. Habe allerdings Worte auch „konventionell“ eingesetzt in Texten, bei denen man die Distanz zum Pop-Mainstream stark empfand. Dieser Konsumoptimismus ist da raus, ich erwähne meist Existentielles, auch den

Mittwoch, 1. April 2026

Dürre der Worte (Songlyrik)

Hast dir die Dürre der Worte als Mittel herausgesucht geschundene und missbrauchte Sprache die professionellen Verdreher und Vorführer sind dir zuwider, du schweigst und sagst nichts dazu wo alle was sagen alle haben eine Meinung und bringen sie vor, je nach Geltungsdrang sich eitel bespiegeln ist unsere Sache nicht Eitelkeit macht verlegen weil sie alle so sind, ordinär verlogen dein Geltungsdrang fällt in sich selbst zurück und verlangt die Frage weiß, dass alles eine Frage ist hat man etwas zu sagen, etwas neues gar? Das Neue liegt oft im Alten und kommt jetzt als Event daher

Dienstag, 5. Oktober 2021

Zeichen

 

Ich mag Worte und Wortfetzen, Formatierungen, die Einstellungen, Lebens- und Sinnwelten offenlegen und auch verfremdet sein können (z.b. Amtssprache, Fußballersprache, Leistungssport, Akademiker, Bildungssprache usw.). Ich interessiere mich für kurze Einlassungen, Phrasen und Wortklischees, die typisch sind, die etwas charakterisieren, die wie Chiffren wirken, für eine Richtung, für einen Zusammenhang. Da sind auch Spezialsprachen, Kürzel und Gefühlsausbrüche, die bezeichnend sind. Ich sehe genauer hin und versuche, einen Sinn zu erschließen, die Formierungen und Deformierungen zu erkennen, denen wir alle ausgesetzt sind und die wir nahezu unbewusst in den Bereich der Sprache übernommen haben. Dies mag oft grotesk und absurd wirken, ist aber nicht immer lustig.

Dienstag, 15. Juni 2021

Transzendenz

Wo ist die Transzendenz? Die Mayas suchten sie in ihrer Unterwelt und brachten dort, in den Höhlen, auch Menschenopfer dar, um die Götter gnädig zu stimmen…… Wir in unserer Kultur hingegen assoziieren das mit dem Lichten,mit der Höhe, mit dem Himmel. Während das Deutsche nur ein Wort für Himmel hat, benutzen die Engländer „Sky“ und „Heaven“. Dem „modernen Menschen ist jede Gewissheit abhanden gekommen, sein einziger Gott heißt Geld…..“ Früher, zumindest bei Mayas, waren die Höhen in der Tiefe - in den Höhen in der Tiefe… Jetzt fliegen am Himmel die Düsenjäger, er ist entzaubert, genau wie die Gebete, das Sprechen mit einem Höheren, wie die Poesie… Einen kurzen Moment schienen wir einer offeneren Wirklichkeit in der Pandemie näher. Doch jetzt gilt das Gebot: Zurück zum Alten, Vertrauten, Eingeübten. Wörter sind wieder missbrauchtes Material, sie lügen in ihrer Beliebigkeit, - genauso wie inzwischen die tausendfach bearbeiteten Bilder/Fotos: Verlogene Gesten, Posen, Verkaufe - die Hohlheit, die Sinnlosigkeit in der Unterhaltung, sie feiert fröhliche Urständ‘……