Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Samstag, 2. August 2025
Absacker
Man lebt in einem eigenartigen Gefühl. Es wird wohl etwas auf einen zukommen, das einen vernichten kann. Man weiß nur nicht genau, wer oder was das sein wird. Söder sprach davon, dass wohl ganze Bevölkerungsschichten absacken werden. Aber wer ist schon Söder? Autokratien marschieren, die neue Rechte hat jeden Tag etwas Neues auf Lager (was Strategie ist, Absicht, Verwirrung stiften) Wird man stark genug sein? Es scheint einen genau im falschen Moment zu treffen: Man war eben Corona einigermaßen entronnen, hatte seine Existenz gerettet und wurde sich in meinem Falle schmerzlich bewusst, dass man alleine ist. Man ist aus dem Erwerbsleben ausgeschieden und in eine Existenz gewechselt, die mit einer Mini-Rente unter der Armutsgrenze ausgestattet ist. Man will aber unbedingt eine Bekannte weiterhin unterstützen, der es noch schlechter geht, nachdem sie als Unternehmerin sich vor einem Bankrott gerettet hat. Sie als ehemals Selbständige erfährt auf dem Sozialamt den Rat „hätten Sie mehr gearbeitet!“. Man stößt darüber hinaus überall auf Gleichgültigkeit. Man fängt an, eine Überschau über ein Leben zu gewinnen und kapiert, dass man nichts erreicht hat. Jemand eng Verwandtes verachtet mich und ich weiß nicht mal wieso. Ich brachte ein Buch heraus, das ohne Leser blieb. Ich machte intensiv Musik: Ohne Zuhörer. Ich schrieb Blogs: ohne Follower. Ich postete auf FB und erreichte im äußersten Fall etwa 3 kompetente Leser. Man wird gewahr, dass andere Leute Kinder in die Welt gesetzt haben. Man selbst wagte das aus Verantwortungsgefühl nicht. Ich armer Mensch! Ich habe Mitleid mit ihm. Es ist schlimm! Typisch damaliger Zeitgeist. Selbst schuld. Währenddessen werden um uns herum Lügengebäude hochgezogen von denen, die es als Staatsfunktionäre längst geschafft haben.
Freitag, 27. Juni 2025
Wachstum rocks?
Ich habe auf einem Zettel folgende Notiz gefunden, die möglicherweise in diesem Blog schon erschienen ist. Ich habe sie aber aus heutiger Sicht versucht neu zu bearbeiten. Was dabei heraus gekommen ist, ist hier zu lesen: Die Lotterie des Lebens bedeutet: wir leben hier noch in einer Gesellschaft der bürgerlichen Grundrechte, in der zwar dem Wirtschaftswachstum auch vieles geopfert wird, aber bisher nicht die Bürgerrechte, den Rechtsstaat, die Demokratie. Gleichwohl ist auch um diese Werte ein Kampf entbrannt. Wie gut dieser Wert mit dem Wert Wachstum zu vereinbaren ist, mag erstmal dahingestellt bleiben. Der Preis wird derzeit bezahlt.
In anderen Staaten (besonders denjenigen mit gewissen autoritären autokratischen Zügen, die mit „bürgerlichen Grundwerten“ offenbar nicht allzu viel anfangen können...) scheint dagegen das Wachstum über alles zu gehen, sogar über das menschliche Leben. Führer schwingen sich auf, erobern oder behaupten die Spitze, bis nach einer gewissen Zeit auch sie unter Umständen sogar niedergemetzelt werden. Das Leben in seiner vitalistischen Funktion erlebt auch heute noch fröhliche Urständ': Fressen, Saufen, Ficken. Oder wie T.S. Elliott es ausdrückte: „Birth, Death, Copulation, that's all....“. Fortschritt könnte bedeuten, einen kleinen zivilisatorischen Schritt darüber hinaus zu wagen, - weil wir Menschen sind.
Dass dieser Gedanke weltweit auf dem Rückzug erscheint, gehört zur großen Tragik des menschlichen Geschlechts, genau so, wie die selbstverursachte Klimakatastrophe, die damit verbundene Umweltzerstörung und das Artensterben. Der Mensch will sich wohl als „Alleinherrscher“ die Erde untertan machen. Dabei könnte alleine schon der Ausbruch eines Supervulkans seine Existenz in kurzer Zeit vernichten. Von Bedrohungen aus dem Weltraum wie etwa niederstürzenden Meteoriten oder Asteroiden ganz zu schweigen. Woher nimmt der Mensch seine Arroganz, seinesgleichen gegenüber, aber auch der Erde und ihren Geschöpfen? Es ist leicht, solche Überlegungen als „moralisch“ abzuqualifizieren, sie als untauglichen Versuch darzustellen, über das unvermeidlich Faktische kritisch nachzudenken. Dabei wäre dies scheinbar „unvermeidliche“ keineswegs so. Es sind dies Denk- und Verhaltensformen, die sich schwache Menschen zu eigen gemacht haben, die glauben, vom gegenwärtigen Zustand profitieren zu können.
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