Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Dienstag, 17. September 2024
Einsamkeit to go
Die Psychodoktoren sehen Besserung bei Symptomen der Einsamkeit durch Psychotherapie. Dass eine Stunde (50 Minuten) bei ihnen etwa 90 Euro kostet (was sich kein Grundsicherungsempfänger leisten kann), weist ganz klar in Richtung einer Klassentherapie: nur bestimmte Leute mit viel Geld oder weit über die AOK hinaus Versicherte können sich so etwas leisten! Dazu kommt, dass man als AOK-Patient erst einmal einen Termin beim Therapeuten ergattern muss. AOK-Patienten stehen theoretisch zwar 100 Stunden Tiefenpsychologie zu, die man für sich dort aber erst mal erkämpfen muss. Wann der Termin dann sein sollte, das wird allerdings nicht erklärt (Ich nehme mal an, möglichst zeitnah). "Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei." sagt der Philosoph Arthur Schopenhauer. Ich lese „Millionen Deutsche leiden unter Einsamkeit“. Verlassenheit. Isolation. Depression. Verlust persönlicher Kontakte. Sogar die Ampel scheint das bemerkt zu haben. Soziale Kompetenz sollte geübt werden, ansonsten geht sie schleichend verloren, so heißt es.
Samstag, 18. November 2017
Individuum, Gesellschaft & Bewusstsein
Wir blicken um uns und sind aus dem Moment heraus
erstaunt. Später versuchen wir, uns das Schauspiel um uns herum zu
erklären. Jetzt habe ich etwas dazu aufgeschnappt, das mich stark
angeregt hat, - denn: In der Zivilisation haben wir es allzuoft mit
standardisierten Menschen und weniger mit einer Vielfalt zu tun. Es
ist nicht korrekt, es ist nicht schön: die Stanze herrscht, die
Gleichmachung in den Köpfen. Sozialisation. Dressur. Training. Das
sich klar zu machen, mag manchmal schwierig sein, besonders weil wir
uns selbst natürlich für ganz etwas ganz Besonderes halten. Aber der Einzelne
läuft dauernd Gefahr, sich in einer Funktion oder in einem Status
aufzulösen. So kommt die „Persona“, wie es der Psychologe CG
Jung vor gefühlt 100 Jahren schon formulierte, oft ins Gehege mit
der Entwicklung eines eigenständigen Selbst. Dafür mag auch der
bekannte Satz eines Dichters aus vergangenen Jahrhunderten stehen:
„Wir werden als Originale geboren und sterben als Kopien“.
Heute jedoch scheint es so: Die Persönlichkeitsentwicklung bei gewissen Naturvölkern gründet sich vor allem auf empathische Zuwendung (Ob wir von ihnen etwas lernen sollten?). Für sie hat diese Persönlichkeitsentwicklung mit Beziehung zu tun, mit dem Versuch, mit anderen oder der Natur in einen Austausch zu treten. In einen nicht competitiven Austausch, also nicht in einen Wettstreit um das größere „Wachstum“! Es könnte gelten: „Gehe völlig nach außen, aber kenne dich selbst und nimm die Folgen deiner Handlungen auf dich“. Das trifft auf die Verbundenheit des Einzelnen und der Gesellschaft zu und führt zu der damit verbundenen Verantwortung für das eigene Sein. Mit einer Geisteshaltung, die sehr selbständig und ungebunden sein kann, bleiben wir also gebunden: empathisch gebunden.
Unsere Zivilisation aber produziert Persönlichkeiten, die sich auf stereotypische Weise gegen empathisches Erleben wehren und dadurch grundsätzlich voneinander isoliert sind. Hier ergeben sich viele Paralellen zu dem modisch gewordenen Begriff "Neoliberalismus", dessen Auswirkungen unsere Wirklichkeit auf vielerlei Art prägen. Da die Rollenspiele in unserer Gesellschaft auch dem öffentlichen Verhalten gelten, produzieren sie ein scheinbar der Gemeinschaft gewidmetes Leben. Aber in Wirklichkeit wird unter dem Deckmantel des gemeinschaftlich Gesinnten der Gesellschaft Gewalt angetan. Das sich öffentlich Geben und Aufspielen ist eine Verdinglichung.
Unser Bewusstsein nimmt dies als eine universale Art des Seins an und die Identifizierung des Ich mit Äußerlichkeiten führt zu einem Verhalten, das dem Besitz von Dingen dem gleichsetzt, wer man ist. Es entfernt den Menschen von der Realität. Es führt unter anderem zu zerstörerischen und gewalttätigen Kriegen. Es führt auch zu einer grundsätzlichen Unverantwortlichkeit dem Menschen gegenüber.
Heute jedoch scheint es so: Die Persönlichkeitsentwicklung bei gewissen Naturvölkern gründet sich vor allem auf empathische Zuwendung (Ob wir von ihnen etwas lernen sollten?). Für sie hat diese Persönlichkeitsentwicklung mit Beziehung zu tun, mit dem Versuch, mit anderen oder der Natur in einen Austausch zu treten. In einen nicht competitiven Austausch, also nicht in einen Wettstreit um das größere „Wachstum“! Es könnte gelten: „Gehe völlig nach außen, aber kenne dich selbst und nimm die Folgen deiner Handlungen auf dich“. Das trifft auf die Verbundenheit des Einzelnen und der Gesellschaft zu und führt zu der damit verbundenen Verantwortung für das eigene Sein. Mit einer Geisteshaltung, die sehr selbständig und ungebunden sein kann, bleiben wir also gebunden: empathisch gebunden.
Unsere Zivilisation aber produziert Persönlichkeiten, die sich auf stereotypische Weise gegen empathisches Erleben wehren und dadurch grundsätzlich voneinander isoliert sind. Hier ergeben sich viele Paralellen zu dem modisch gewordenen Begriff "Neoliberalismus", dessen Auswirkungen unsere Wirklichkeit auf vielerlei Art prägen. Da die Rollenspiele in unserer Gesellschaft auch dem öffentlichen Verhalten gelten, produzieren sie ein scheinbar der Gemeinschaft gewidmetes Leben. Aber in Wirklichkeit wird unter dem Deckmantel des gemeinschaftlich Gesinnten der Gesellschaft Gewalt angetan. Das sich öffentlich Geben und Aufspielen ist eine Verdinglichung.
Unser Bewusstsein nimmt dies als eine universale Art des Seins an und die Identifizierung des Ich mit Äußerlichkeiten führt zu einem Verhalten, das dem Besitz von Dingen dem gleichsetzt, wer man ist. Es entfernt den Menschen von der Realität. Es führt unter anderem zu zerstörerischen und gewalttätigen Kriegen. Es führt auch zu einer grundsätzlichen Unverantwortlichkeit dem Menschen gegenüber.
Samstag, 30. Juli 2016
Schönheitsoperation
Zwei beispielhafte Aussagen: Frau, 31: „Ich hatte
kaum Brust, Körbchengröße A. Po habe ich auch nicht, habe einen
flachen Arsch gehabt. War halt schon ziemlich unzufrieden. Habe mir
dann die Brust machen lassen und zuletzt habe ich mir den Po
aufpumpen lassen. Ich habe halt so meine Wunschvorstellungen von der
Frau. Ich war einfach nicht zufrieden mit mir, wobei das weniger von
den Männern abhing. Es hat mir selbst viel ausgemacht. Danach ist
man schon auch mehr in sich selbst verliebt. Du veränderst dich,
auch beim Sex. Du wirst viel lockerer und präsentierst dich mehr,
weil du stolz bist auf diese Brust. Es ist so, dass du mehr
Stellungen machst, bei denen du deinen Hintern präsentierst und noch
mehr rausstreckst, als gewöhnlich. Ob man damit Erwartungen bedient?
Ohne ist okay, aber so richtig gut erst mit Brüsten und Hintern? Ich
ghe ja nicht mit meinen Brüsten und meinem Hintern auf die Gasse und
präsentiere mich dort. Man muss auch nicht dauernd supereng
angezogen sein. Ich merke aber schon, dass wenn ich einen Ausschnitt
anhabe, mir die Männer nicht nur in die Augen schauen. Ich genieße
das ja auch. Ich stehe dazu, dass ich eine OP gemacht habe und dass
ich unzufrieden war. Wenn ich etwas nicht mag und nicht schön finde,
dann tue ich es nicht, ich bin selbstbewusst und ändere es.
Frau, 55: Als was wollen diese operierten Frauen gelten? Als sexy? Es reduziert die Frau automatisch auf den Sex. Busen, Po, Po-Lifting? Für wen machen sie denn das? Nur für die Männer! Sie lassen sich freiwillig reduzieren. Wenn sich Frauen unters Messer legen, um sich „schön machen“ zu lassen, hat es wohl auch mit Minderwertigkeitskomplexen zu tun. Mit fehlendem Selbstbewusstsein. Wenn ich alles verändere an mir, dann bin ich nicht mehr ich. Als ich jung war, habe ich Experimente ohne Ende gemacht, mir die Augenbrauen gezupft, schön mit Kayal nachgezogen. Frisur kann man verändern, den Lidstrich weglassen, angeklebte Wimpern kann man weg lassen, bloß, ich lasse doch nicht an mir herumschnippeln, weil jemand anderes das auch hat.
Frau, 55: Als was wollen diese operierten Frauen gelten? Als sexy? Es reduziert die Frau automatisch auf den Sex. Busen, Po, Po-Lifting? Für wen machen sie denn das? Nur für die Männer! Sie lassen sich freiwillig reduzieren. Wenn sich Frauen unters Messer legen, um sich „schön machen“ zu lassen, hat es wohl auch mit Minderwertigkeitskomplexen zu tun. Mit fehlendem Selbstbewusstsein. Wenn ich alles verändere an mir, dann bin ich nicht mehr ich. Als ich jung war, habe ich Experimente ohne Ende gemacht, mir die Augenbrauen gezupft, schön mit Kayal nachgezogen. Frisur kann man verändern, den Lidstrich weglassen, angeklebte Wimpern kann man weg lassen, bloß, ich lasse doch nicht an mir herumschnippeln, weil jemand anderes das auch hat.
Mittwoch, 1. Juli 2015
Erbsünde
Aus
einem Romanfragment, das an dieser Stelle in die Klosterkirche in
Neresheim führt, wo eine Führung mit einem Mönch stattfindet:
Unser Blick wurde auf den am Kirchenhimmel kämpfenden Satan gelenkt. Darunter die Figur des Cupido, was übersetzt die Begierde heißt, wie wir einst im Lateinunterricht gelernt hatten. „Geburt, Fortpflanzung, Tod“, der einfache Dreiklang des Lebens, - draußen, in der Welt vor dem Kloster. Eine Formel, in der die Evolution vonstatten geht. Ohne Moral. Unschuldig. Natürlich. Ob wir als Menschen uns wirklich davon distanzieren konnten? Im Christentum bedeutete dieses kreatürliche Leben die Erbsünde, jawohl. Die Tiefenpsychologie hatte uns zeitweilig gelehrt, dass der Prozess der Menschwerdung eine Bewegung des Sich-Bewusstwerdens aus dem Unbewussten, aus dieser natürlichen Unschuld heraus, auch ein Übernehmen von Verantwortung ist. Die ganze Bibel konnte so verstanden werden. Die ganze Menschheitsgeschichte. Ich bin schuld, ich weiß, was ich tue: „Cogito, ergo sum“, raunte leise die aufklärerische Philosophie im Hintergrund der Geschichte.
Unser Blick wurde auf den am Kirchenhimmel kämpfenden Satan gelenkt. Darunter die Figur des Cupido, was übersetzt die Begierde heißt, wie wir einst im Lateinunterricht gelernt hatten. „Geburt, Fortpflanzung, Tod“, der einfache Dreiklang des Lebens, - draußen, in der Welt vor dem Kloster. Eine Formel, in der die Evolution vonstatten geht. Ohne Moral. Unschuldig. Natürlich. Ob wir als Menschen uns wirklich davon distanzieren konnten? Im Christentum bedeutete dieses kreatürliche Leben die Erbsünde, jawohl. Die Tiefenpsychologie hatte uns zeitweilig gelehrt, dass der Prozess der Menschwerdung eine Bewegung des Sich-Bewusstwerdens aus dem Unbewussten, aus dieser natürlichen Unschuld heraus, auch ein Übernehmen von Verantwortung ist. Die ganze Bibel konnte so verstanden werden. Die ganze Menschheitsgeschichte. Ich bin schuld, ich weiß, was ich tue: „Cogito, ergo sum“, raunte leise die aufklärerische Philosophie im Hintergrund der Geschichte.
Samstag, 20. Juni 2015
Nie und Immer (Songtext aus den "Eighties")
NIE UND IMMER (Creatura 2)
Schiffe fahr’n vorbei an dir, am Hafen tut sich nichts,
Mensch frisst Tier und Tier frisst Tier, automatischer
Verzehr
Straßen führ’n nach nirgendwo, es stinkt nach schaler Wut
Hund pisst auf kalten Beton, Glasscherben in Eis
Prince lallt seiner Dame Manisches ins Ohr
Wort mit vier Buchstaben, und wir hör’n alle mit
Nie und immer, weiß von nichts,
Nichts bedeutet nichts
Du im Nebel, gehst im Kreis, verschenkst den Augenblick
Verseuchtes Luftschloss, am Ende bleibt uns keine Zeit
Wir wachen auf, die Uhr steht still,
alles ist vorbei
im Hals, der Finger, er, treibt Madonnenkult
gut gelauntes Gletscherspiel – Geschlechtsamusement
Du siehst dich, wie du dich siehst, - als Spiegelspiegelbild
Nie und immer wartet der Müllverbrennungsspezialist
Nie und immer, nie und immer…(Fade out)
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