sagte jüngst (im September 2018) im
Bundesreichstag: „Wir könnten 50 000 Dorfapotheken in Afrika zum
Preis eines einzigen Militärjets umsetzen. Und mit einem Prozent der
Rüstungsausgaben könnten wir alle humanitären Bedarfe, Krisen,
Katastrophen, Hunger, Not – vom Jemen, Bangla Desh die Rohyngas,
Tschad bis Venezuela lösen.“ Wir wissen weithin solche
Dinge....und schaffen nichts. Die EU hat inzwischen vielen Staaten
Afrikas Freihandelsabkommen angeboten. Wer nicht annimmt, darf mit
Strafzöllen rechnen. Europäische, teilweise subventionierte Waren
überschwemmen auf diese Weise die afrikanischen Märkte und
ruinieren die einheimische Infrastruktur. In Deutschland erscheint
die Entwicklungspolitik einigermaßen unkoordiniert. Beteiligt sind
die Ministerien, des Äußeren, der Finanzen, der Wirtschaft und das
Entwicklungshilfeministerium. Privatinvestition sollen es hier
richten, nach dem Modell der Partnerschaft zwischen privaten
Investoren und dem Staat, was unter anderem zum Finanzdebakel um die
Elbphilharmonie in Hamburg geführt hat. Es soll um die
„Liberalisierung“ der Finanzmärkte gehen, Reduktion der
öffentlichen Ausgaben und um die Privatisierung staatlicher Firmen.
Dies soll afrikanische Märkte für Investoren anziehend machen.
Garantien dafür gibt es allerdings nicht. China hingegen, die wohl
auch nicht gerade die Wohltäter der Entwicklungspolitik sind, wollen
einigermaßen geradlienig den Austausch von Infrastrukturprojekten
und Rohstoffen, wobei es relativ erfolgreich zu sein scheint.
Überwachungstechnologie und technisches Gerät zur Grenzsicherung
will Europa an Afrika verkaufen, womit vor allem Flüchtlingswellen
vermeiden werden sollen. Überhaupt scheint diesem strategischen Ziel
alles andere untergeordnet zu werden, wobei klar ist, dass der
globale Handel auf Menschenrechte wenig Rücksicht nimmt. Menschenrechte sind etwas, was bei Politikern vor allem in Sonntagsreden vorkommt.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 17. Januar 2019
Mittwoch, 21. November 2018
Entwicklung und Zusammenarbeit (2)
Wie war das nochmal mit
dem Kolonialismus? Noch bis heute herrscht dieses Denken vor:
Einschlägige Museen zu besuchen kann hier Aufschluss verschaffen. Es
galt halt n der Vergangenheit, neue Länder zu erschließen und zu
expandieren. Die Entstehung der Kolonien ist von Anfang an vom
Herrschaftsanspruch der Kolonialmächte bestimmt. Lange galt die
angebliche Überlegenheit der weißen Rasse als naturgegeben und
diente zur Legitimation. Den „kulturell zurück gebliebenen
Völkern“ sollte nämlich die Zivilisation gebracht werden. Sie
zwingen der jeweiligen Bevölkerung ihre eigenen Gesetze, ihre
Sprache und ihren Glauben auf und unterwerfen sie damit einer für
sie fremden Kultur. Den Kolonialisten geht es in erster Linie um
politische, militärische und ökonomische Macht. Die einheimische
Bevölkerung wird gezwungen, Abgaben an die Kolonialherren zu
leisten. Viele treibt diese Steuer in den wirtschaftlichen Ruin. Wer
sich aber widersetzt, wird bestraft, getötet oder zu Zwangsarbeit
verdammt. Auch Menschen werden zur Ware. Der Sklavenhandel kommt von
Afrika aus so richtig in Schwung und bringt den Europäern viel
Profit. In Ketten werden die Afrikaner auf die Sklavenschiffe
gebracht. Die Gier der Europäer wächst. Überall auf der Welt
entstehen Kolonien. Ins zwanzigste Jahrhundert hinein umfasst diese
Bewegung fast den gesamten Erdball. Im großen Stil beuten die
Kolonialisten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Rohstoffe
aus. Für den optimalen Profit werden bestehende Grenzen missachtet
und neue willkürlich gezogen. Die Produktion richten die
Kolonialherren oft auf landwirtschaftliche Erzeugnisse aus. Das
Nord-Süd-Gefälle, das bis heute besteht, wächst unaufhörlich. Im
reichen Norden häufen die Nationen immer größere Reichtümer an und bauen dabei auf die Strukturen, die sie im Kolonialismus herausgebildet hatten.
Im Süden hingegen gibt es immer mehr Armut. Das geht womöglich bis
heute so, denn viele dieser formal unabhängigen Staaten sind
wirtschaftlich noch von ihren ehemaligen Kolonialherren abhängig.
Rücksichtslose Ausbeutung dieser Länder scheint auch im Verbund der
EU noch angesagt.
Dienstag, 20. November 2018
Entwicklung und Zusammenarbeit (1)
Wie soll man eigentlich sagen, wie soll man es nennen?
Entwicklungshilfe, wirtschaftliche Zusammenarbeit oder was?
Funktioniert hat ja alles relativ wenig..... Ziel 1 %? Wären damit
die Probleme gelöst? Es könnte ja auch um Strukturen gehen in der
wirtschaftlichen Zusammenarbeit, z.b. die Förderung des Großen
zuungunsten des Kleinen usw. Im Zusammenhang der politischen
Bestrebungen lautet jetzt der dauernd als Mantra gepredigte Slogan:
„Bekämpfung der Fluchtursachen“. Die Pointe: die
Industriestaaten haben durch ihre Politik genau jene Verhältnisse
herbei geführt, die sie jetzt vorgeben, bekämpfen zu wollen.
Ungerechte Handelsbeziehungen mit den meisten Ländern Afrikas sollen
dabei aber keine Rolle spielen. Zum Beispiel schützt die EU ihre
Märkte mit hohen Zöllen. Wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen
sorgen derzeit dafür, dass die Afrikaner ihre Märkte für die Waren
der EU öffnen. Besonders die subventionierten Überschussprodukte
können auf diese Weise noch besser als zuvor auf afrikanische Märkte
gebracht werden, - mit den bekannten Folgen. Nachhaltigkeit? Null.
China hingegen, das wohl auch nicht gerade die Wohltäter der
Entwicklungspolitik repräsentiert, will einigermaßen geradlienig
den Austausch von Infrastrukturprojekten und Rohstoffen, wobei es
einigermaßen erfolgreich zu sein scheint. Was „einigermaßen
geradlienig“ heißt? China investiert mit (was oft kritisiert
wird!) eigenen Arbeitskräften (!) gezielt in Infrastrukturprojekte
und lässt sein Geld nicht in undurchsichtigen Kanälen versickern,
wie das bei Europa oft der Fall zu sein scheint. Chinas
wirtschaftliches Interesse ist klar definiert. Auch eine Form der
Ausbeutung. Kolonialistisches Denken. Übrigens auch in Europa unter
einer demokratisch-liberalen Fassade auch sehr verbreitet. Die eigene
Kolonialgeschichte wurde kaum aufgearbeitet.
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