Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Dienstag, 7. Juli 2026
Mensch Person Identität
Der Aufbruch zum Kern einer Persönlichkeit. Wie viel Energie braucht das? Wie viel Aufmerksamkeit und Empathie? Wie viel Verständnis, das man sich zeitraubend erschließen sollte? Haben oder können wir das leisten? Diese Toleranz? Sollen wir anspruchsvoll sein? Dürfen wir das? Geht das über zeitliche Phasen hinaus? Wollen wir vermeintliche Avantgarde sein, die etwas besser kann als andere? Gibt es förderliche Automatismen oder Routinen? Ist das wirklich des Teufels? Wer sagt denn da, es solle alles "spannend" sein? Ach! Mein Bedürfnis befriedigen, weil es so vielgestaltig ist. Kann ich das auch im Anderen finden? In einem einzigen Andern? Ob mir das zu viel (auch Oberflächlichkeit) abverlangt, über einen einzigen Menschen hinaus? Entspannung durch Verteilung von psychischer Energie, so die Behauptung. Sind das alles Strategien, um ungebremsten Sex anzustreben? Ob das, aufs Ganze gesehen, die Erlösung bringt? Gibt es eine späte Solidarität, die nicht von der sexuellen Aktivität (so wichtig sie auch sein mag) abhängt? Wir beobachten.
Donnerstag, 27. November 2025
Moderne Sinnsuche
Gott, Liebe, Suche, Erlösung. Schlüsselworte eines sozialen Mechanismus, der als „spirituelle Suche“ die Nachfolge der organisierten Religionsausübung angetreten zu haben scheint. Die Tradition scheint uns anderes zu überliefern: Papst, Inquisition, Hexen etc.. Aber ab wann geht es um eine selbstbestimmte Suche, um den individuellen Weg und jene Erlösung im Selbst, die nie zu Ende ist und eine beständige Suche voraus setzt? Kurz: die Emanzipation des Geistes und Verhaltens? Kirchenstrukturen der kanalisierten spirituellen Suche zu erkennen und damit umgehen zu können, scheint wohl eine meiner Lebenslinien zu sein, die mich ins Hier und Jetzt geführt haben. Ich versuche, Verhaltensmuster zu erkennen. Dazu gehört, dass oft ein Mensch die Regeln und die Weisheit verkündet, der alle folgen sollen. In der Politik führt das über die Autokratie in den Faschismus. Jetzt werden im Geschäft der Spiritualitäti oft Köder der Mitmenschlichkeit und der Empathie ausgelegt, die selbstverständlich honoriert und teuer bezahlt werden sollen. Das bisher Unerkannte im einzelnen Menschen zu heben, mag da als Ziel ausgegeben sein. Auch ganz allgemein dem Licht entgegen zu gehen, davon geht die geheimnisvolle Kunde. Es wird auch gerne mal von der „Wertschätzung des Individuums“ geschwafelt, es werden teure Seminare und Veranstaltungen angeboten, bei denen sich ein “Meister“ oder „Wissender“ als Seelenführer inszeniert. Im Übrigen überlässt dieser Führer vieles dem Gruppendruck: Wer sich nicht dem Regelwerk gemäß verhält, wird sanktioniert oder vor der Gruppe bloßgestellt (siehe auch politische Mechanismen). Es geht offensichtlich explizit oder auch latent um Macht und Machtausübung, um Gruppenzwang und in Aussicht gestellte Erlösung. Auch scheint eine gewisse sexuelle Enthemmung und Einübung einer Promiskuität vieler solcher Selbsterfahrungssitzungen zu sein. Sich auszuziehen und dann ungehemmten sexuellen Kontakt in einer „In-Group“ zu suchen, scheint mir da unabdingbar und ein Muster zu sein, das sich oft durch die „moderne“ Sinnsuche zieht. An seine Grenzen zu gehen, auch darum geht es oft als Hauptzweck. Man solle sich selbst in seinen Bedürfnissen erkennen, sehen und finden, so heißt es. Auch werden dann gerne Drogen und mystische Rituale zu diesem Zwecke eingesetzt. Es gilt bei allem, eine In-Group der Wissenden, der Erfüllung und Erlösung Suchenden und eine Outgroup der Ahnungslosen, der tumben und ahnungslosen Masse distinktiv zu erzeugen, sie zu erkennen, - natürlich gegen reichlich Kohle.
Dienstag, 25. November 2025
Spiegelei
Sie ist unlängst bei mir in meinen Zetteln aufgetaucht, was ich aus den Augenwinkeln mitkriegte. Sie, die mir früher im Hinblick auf so etwas wie Identität so viel bedeutete. Cindy Sherman beobachtete sich auf jedem ihrer Selbstporträts als ein anderes Ich, immer auf der Suche nach sich selbst. Sie bannte Ehe- und Karrierefrauen, Stenotypistinnen, freizügige Lebedamen oder böse Feen in ihren Fotos, Filmen und Texten. Sherman ging es nicht um eine eitle Selbstbespiegelung, um eine Vorführung des eigenen Ich. Sie sagte mal „ Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich je völlig ich selbst bin, außer wenn ich ganz alleine bin. Ich sehe mein Leben als Übungsplatz, weil ich fortwährend Rollen spiele“. Die Verwandlungsfähigkeit und das Einfühlungsvermögen, in andere Wesen zu schlüpfen, sich per raffiniertem Identitätstausch zu verwandeln, in Temperamente, Reizbarkeiten, und in anderen extrem fremden Häuten aufzugehen, das eigene Ich aufzugeben, das führte sie uns eindrucksvoll vor. Es war wohl so etwas wie ihr Lebensentwurf. „Es gibt das stereotype Bild von dem Mädchen, das sich hinein träumt in Rollen, etwa eines Popstars. Sherman arbeitete auch mit Science-Fiction-Maskeraden, mit Gruselmimik, mit Gesichtsattrappen und künstlichen Körperteilen. Es sind wohl alles Untersuchungen der eigenen Person, die das Recht an dem einen völlig mit sich selbst identischen Person verwischt und verliert.
Freitag, 23. Mai 2025
Produzieren
Bei meinen eigenen Musik-Produktionen habe ich alles selbst gespielt, entworfen, umgesetzt - früher sagte man „komponiert“ dazu. Dank des Stands der Technik ist und war das möglich. Ich entwarf dadurch eine Art akustisches Abbild meines Ego „in Motion“. Dazu verwendete ich bewusst und unbewusst auch die Mittel, die mir in 50 Jahren zugewachsen waren. Zb habe ich die gtr vor allem für Sounds eingesetzt, weniger für Soli. Mein Ego, mein Autismus - in Wirklichkeit ist es auch ein Abbild dessen, was mich umgeben und beeinflusst hat, welche Energien und Situationen auf mich eingewirkt haben. Subjektiv? Ja klar! Am Ende hat man nur sich selbst. Man ist auf sich selbst zurück geworfen und es ist eine Aufgabe, dadurch nicht allzu selbstbezüglich zu werden. Ich erinnere mich an viele Situationen, wie jemand eitel vorzeigt, wie gut er (natürlich solo!) Gitarre spielen könne. Dabei reproduzierte er die Phrasen und Wendungen, die jeder kennt. Ich versuchte eines Tages das zu nehmen, was ich gelernt und mir angeeignet hatte, was ich konnte, was ich mir vorstellte. Ich versuchte, etwas Persönliches draus zu machen.
Mittwoch, 29. Januar 2025
Identität suchen
Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen zu verschmelzen, das man sich neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür entwickelt, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist. Ein kompletterer Mensch werden. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person, „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“.
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It is important to live completely in the moment, but also to live "integratively" at the same time: that is, to bring the past back into one's own life again and again, to merge it into a single thing that one can discover anew (!) and that has become (to develop an awareness of it, to have become and been shaped by the circumstances, by the past..., to be interested in it and to discover it anew for oneself... to "bring it back in" through a changed perspective...). For me, self-reference (including visits to places from the past, but also in diary studies) is evidence and motivation for searching for myself..... I "use" fragments and found pieces to put together unconnected things, to understand them as part of a self..... to find a line of the whole..... in my person. It is important to make her more aware of me, to get closer to her through suggestions and emotional drives, where she, this person, "slipped through time".... I want to gain a higher degree of identity. An awareness of the collective moment can also be gained in the process. A new understanding: being thrown into roles, into social patterns, into spatial and other determinations, into time and its own conceptual patterns. Understanding my perspective as having "become". Understanding that one has been exposed to influences. Touching one's own history. Better "coming to terms with" the past.
Samstag, 30. November 2024
Nutzen, Baum, Selbst
Ein Baum muss keinen Nutzen oder Daseinszweck haben. Der ist nur nebensächlich. Den schreiben nur wir ihm heute darüber hinaus mit den Mitteln der Forstwirtschaft zu. Da ist die Eibe. In praktisch allen alten Kulturen galt sie als heilig. Dort, wo sie noch heute als heiliger Baum verehrt wird, gelingt es den Menschen oft, mit der Natur zu leben, ohne sie zu zerstören. Als uns das Empfinden für eine solche Bedeutung verloren ging, war das vielleicht der Moment, in dem unsere Zivilisation begann, Bäume nur noch als Ressource zu sehen. Diese Bäume wurden gefällt, um aus ihren Holz Feuer zu machen und es auf vielerlei Arten zu nutzen und zu benutzen. Daraus wuchsen im Laufe der Zeit die heutigen Umweltschäden. Wir haben das Empfinden für das spezielle Sosein der Bäume völlig verloren. So haben manche Bäume etwas Besonderes an sich. Sie sind so alt und majästetisch gewachsen, dass man ihnen unwillkürlich Respekt zollt. Hierzu gehört oft auch die Eibe. Der Mensch schützte sie in früheren Zeiten, weil sie als heilig galt und sie wohl immer noch als sehr geheimnisvoll gelten darf. Sie wird mehrere tausend Jahre alt. In Schottland soll eine immer noch vitale Eibe wachsen, die 5000 Jahre alt ist. Sie bietet sich an, sie zu berühren. Etwas zu berühren heißt, sich von seiner physischen Existenz zu überzeugen. So kann der Wald für uns zu einem Ort der Selbstbesinnung werden. Ein Ort, an dem die Zeit eine andere Dimension hat und der Raum von lebenden Pflanzen eingenommen wird. In den Wald einzutauchen, kann also insofern bedeuten, zu den Quellen des Daseins zurück zu kehren. Der Wald kann dann zu etwas werden, was einer großen grünen Mutter gleicht. Die Gerüche und Geräusche des Waldes bringen in uns etwas zum Schwingen, eine Erfahrung, die der Mensch seit hunderttausenden von Jahren gemacht hat. Wir könnten unter Umständen auch heute versuchen, der Tier oder Pflanzenwelt im Wald wieder näher zu kommen. Bäume könnten immerhin die Möglichkeit bergen zu unseren Wurzeln zurück zu kehren, daraus Energie zu beziehen und uns reicher zu machend die Welt verändern. Ein hoher Anspruch, gewiss. In der spirituellen Verbindung zur Natur wird auch die Dimension des Kosmos ahnbar, ist zu erahnen. Staunen und so etwas wie Ehrfurcht wiederfinden, könnte ein Ziel sein. Wissen und ahnen, wo man herkommt und wo man hingeht.
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A tree does not have to have a use or purpose. That is only secondary. Today, we are the only ones who ascribe that purpose to it, using the means of forestry. There is the yew tree. In practically all ancient cultures, it was considered sacred. In places where it is still revered as a sacred tree, people often manage to live with nature without destroying it. When we lost the sense of such importance, that was perhaps the moment when our civilization began to see trees only as a resource. These trees were felled to make fire from their wood and to use and exploit it in many different ways. Over time, this led to the environmental damage we see today. We have completely lost the sense of what makes trees special. Some trees have something special about them. They are so old and majestic that we instinctively pay respect to them. The yew tree is often one of these. In earlier times, people protected them because they were considered sacred and they can probably still be considered very mysterious. It can live for several thousand years. In Scotland, a yew tree is said to be 5,000 years old and is still alive. It is worth touching. To touch something means to be convinced of its physical existence. The forest can thus become a place of self-reflection for us. A place where time has a different dimension and space is taken up by living plants. To immerse yourself in the forest can therefore mean returning to the sources of existence. The forest can then become something that resembles a great green mother. The smells and sounds of the forest make something vibrate within us, an experience that people have had for hundreds of thousands of years. We could perhaps try to get closer to the animal and plant world in the forest today. Trees could, after all, hold the possibility of returning to our roots, drawing energy from them and changing the world by making us richer. A high claim, certainly. In the spiritual connection to nature, the dimension of the cosmos can also be sensed, one can guess at. Rediscovering a sense of wonder and a sense of awe could be one goal. Knowing and sensing where you come from and where you are going.
Samstag, 26. Oktober 2024
Informationenverarbeiter
Meine Blogs wollen der offene Schirm, der Screen und, der Radar der Information sein, die uns zunehmend in verschiedenen Formen umschwirrt und sich uns über verschiedene „Kanäle“ aufdrängt. Dieser multimediale Schirm hier funktioniert wie mein Gehirn: Überprüfung oder gar journalistische Verifizierung ist dabei allzu oft nicht möglich. Außerdem versuche ich, bestimmte konkrete Themen zu vermeiden: einfach, weil ich mich in ihnen unsicher fühle. Zudem vermeide ich möglichst Namen und Logos, weil ich die juristischen Folgen solcher „Frechheiten“ in diesem „Rechtsstaat“ fürchte. Juristische Verfolgung kann sehr teuer werden. In allem sind wir ausgeliefert, sind auf das Gebotene angewiesen, suchen uns heraus, wählen etwas, deuten es nach unseren Möglichkeiten.
Wie etwas wirklich ist?: Wer weiß? Es kommt oft auf die Perspektive an. Ich versuche nach Möglichkeit zu vermeiden: das Einzelne, Konkrete, weil so etwas sofortige rechtliche Schritte gegen mich nach sich ziehen würde. Es handelt sich um eine Art legaler Bedrohung. Weil mir dies Konkrete oft auch unwichtig und als unnötige Aufwertung des besonders Aktuellen auf Kosten des Allgemeinen erscheint. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine (subjektiven) Erfahrungen und Erlebnisse sind dabei unbedingte Ausgangsposition, - meistens nicht an dem Zeitgeist oder dem Aktuellen orientiert, - die ich in eine möglichst kompakte Form ohne Wahrheitsanspruch bringen will. Der genuine Journalismus praktiziert etwas anderes, das sich deutlich davon unterscheidet, was ich hier vorführen will.
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My blogs want to be the umbrella, the screen and the radar of the information that is increasingly buzzing around us in various forms and is being forced upon us. This umbrella works like my brain: checking and journalistic verification is all too often not possible. Also, I try to avoid certain topics: simply because I feel insecure about them. I also avoid names as much as possible because I fear the legal consequences. We are at the mercy of everything, relying on what is offered, looking out, choosing something, interpreting it according to our possibilities.
How something really is?: Who knows? It depends on the perspective. I try to avoid as far as possible: the individual, concrete, because something like that would result in immediate legal action against me. Because this often seems unimportant to me and an unnecessary upgrading of the current at the expense of the general. My thoughts, my feelings, my (subjective) experiences are an absolute starting point - usually not oriented to the zeitgeist or the current situation - which I want to bring into a form that is as compact as possible without claiming to be true. Genuine journalism practices something different, which is quite different from what I want to present here.
Sonntag, 29. September 2024
Kokon aus Musik
Ich ertappe mich dabei, wie ich immer wieder „One“ höre, in der Version von Johnny Cash. Ob es da etwas ausmacht, dass das für mich etwas (end)Gültiges hat? Oder ob es mir nur einfach gefällt? Das Baden im schönen Weltschmerz? Kitschy? Dann auch „Bird on the wire“, Beides uralte Songs, die mich begleitet haben, die immer da waren. Ich höre die Version von Tim Hardin. Im Unterschied zu der von Leo Cohen ist sie nackt, unumwunden, niederschmetternd für das Ego. Jedenfalls tief gehend. Themen, Motive, die mich umspülten, einhüllten, Trost gaben, aufmunterten, Richtungen, Möglichkeiten zeigten. Jetzt gewinnen sie einen anderen Ernst. Ja klar, prominente Songs. Jeder ab einem bestimmten Alter kennt sie. Aber sie gewannen Persönliches für mich. Es gab einen Kokon aus Songs, Ausdrücken, emotionalen Statements, die mich – wie das „Geschäft“ sagt – berührten und immer wieder auf mich zukamen.
Dienstag, 13. August 2024
Selbstvergewisserung
Selbstvergewisserung. Ist es das? Ein (Mode-)begriff. Wir kehren zu den Stätten unserer Jugend zurück. Um besser zu begreifen, wo und wer wir jetzt sind. Ja klar, Nostalgie. Geschenkt. Das verstehen alle. Sentimentalität. Wir hatten so manches von uns dort im Strom der Zeit und Orte gelassen. Dass solche Sentimentalität nicht mehr unbedingt meine Triebfedern sind, verstehen wenige. Manche sagen „Wurzeln“ dazu. „Zu seinen Wurzeln zurück kehren“, „Meine Wurzeln“. Damit hat das zu tun. Aber alles ist jetzt anders. Ja klar, was denn sonst? Alle sind vom Flow der Entwicklungen geprägt. Bloß, das entdeckt man erst später. Irgendwann entdecken wir, dass wir Geschichte haben, das wir von persönlichen Erfahrungen berichten dürfen, alleine schon deshalb, weil diese keine zufälligen Stichproben sind, sondern über einen langen Zeitraum gesammelt wurden. Wir sind ein Mix: einerseits gesellschaftliche, kollektive Erfahrungen, andererseits persönliche, subjektives Beharren auf uns selbst. Was blieb uns anderes übrig? Wir handelten, so gut es ging...
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Self-assurance. Is that it? A (fashionable) term. We return to the places of our youth. To better understand where and who we are now. Yes, of course, nostalgia. No problem. Everyone understands that. Sentimentality. We had left a lot of ourselves there in the flow of time and place. Few understand that such sentimentality is no longer necessarily my driving force. Some call it "roots". "Returning to your roots", "my roots". It has something to do with that. But everything is different now. Yes, of course, what else? Everyone is shaped by the flow of developments. It's just that you only discover that later. At some point we discover that we have history, that we can report on personal experiences, if only because these are not random samples, but have been collected over a long period of time. We are a mix: on the one hand social, collective experiences, on the other hand personal, subjective insistence on ourselves. What else could we do? We acted as best we could...self-assurance. Is that it? A (fashionable) term. We return to the places of our youth. To better understand where and who we are now. Yes, of course, nostalgia. No problem. Everyone understands that. Sentimentality. We had left a lot of ourselves there in the flow of time and place. Few understand that such sentimentality is no longer necessarily my driving force. Some call it "roots". "Returning to your roots", "my roots". It has something to do with that. But everything is different now. Yes, of course, what else? Everyone is shaped by the flow of developments. But you only discover that later. At some point we discover that we have history, that we can report on personal experiences, if only because these are not random samples, but have been collected over a long period of time. We are a mix: on the one hand social, collective experiences, on the other hand personal, subjective insistence on ourselves. What else could we do? We acted as best we could...
Sonntag, 2. Juni 2024
Person und Werk
Wieder mal eine Kafka-Biografie gesehen. Ob sie für mich etwas zur Erhellung beigetragen hat? Ich glaube, ich habe mir längst mein eigenes Bild von Kafka gemacht. Angesehen davon glaube ich, dass das Werk etwas grundsätzlich anderes als die Person ist. Es ist ein komplexes und vom Leben sowie von den handelnden Personen abhängiges Handwerk, die Beziehung zwischen den beiden Ebenen herzustellen. Da müssen wohl Germanisten her, deren Grundauseinandersetzung sowieso zwischen den beiden Lagern der Werksgläubigkeit und dem Glauben an das Leben der genialen Autoren verläuft. Das Werk als eine Art „Verlängerung“ des Lebens? Ob Biografien her müssen oder eine genaue Lektüre? Ob das Werk schlauer ist, als die Person, die es erschaffen hat? Was für ein toller Hecht doch der war, der Kafka! Hat trotz aller Lebensuntüchtigkeit verschiedene Damen „umgelegt“, wovon er natürlich beeinflusst war. Das Doppelleben überhaupt. Penibler Versicherungsfachmann und Nachtarbeit. Krieg? Hat ihn nicht berührt. Und am Ende hat ihm Dora Diamant rührend geholfen und hat ihn bis zum Tod gepflegt. Beinahe hätte es dazu gereicht, dass er sie geheiratet hätte. Ach, und der Max Brod! Der treue Freund. Die Lunge. Blutsturz. Spanische Grippe. Tuberkulose.
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I saw another Kafka biography. Did it help to enlighten me? I think I had already formed my own opinion of Kafka long ago. Apart from that, I believe that the work is something fundamentally different from the person. It is a complex craft that depends on life and the people involved to establish the relationship between the two levels. This requires Germanists, whose basic conflict anyway lies between the two camps of belief in the work and belief in the lives of the brilliant authors. The work as a kind of "extension" of life? Do we need biographies or a close reading? Is the work smarter than the person who created it? What a great guy Kafka was! Despite all his inability to live, he "knocked out" various women, which of course influenced him. The double life in general. Meticulous insurance specialist and night work. War? Didn't affect him. And in the end, Dora Diamant helped him touchingly and looked after him until his death. It was almost enough for him to marry her. Oh, and Max Brod! The loyal friend. The lungs. Hemorrhage. Spanish flu. Tuberculosis.
Mittwoch, 7. Februar 2024
Neu und alt und Du und Ich
Ich baue hier multimediale Zusammenhänge auf, was niemanden so recht zu interessieren scheint. Immer noch (!) kommen mir im Internet solche Zusammenstellungen relativ selten vor. Ja klar, als InfluencerInnen betätigen sich viele. Firmen profitieren. In meinem Falle zeigen solche angedeuteten Zusammenhänge zwischen Realitäten unter anderem aber verschiedene Aspekte meiner Person, wollen niemals Werbung für ein Produkt sein. Eine rote Linie bei mir scheint zu sein, dass ich so etwas wie Ganzheitlichkeit anstrebte, also auch die Aspekte an mir zeigen wollte, die vielleicht Überraschendes und Ungewohntes offenbaren. Das, was man mir nicht zugetraut hätte. Wieso überhaupt zeigen? Man wollte darstellen, was man sei.
Das Alltägliche ins Unalltägliche überführen – und umgekehrt. Das Private ins Allgemeine, und umgekehrt. Mit vielen Mitteln. Unter anderem mit Fotos und gestalteten Tönen, in die ich das Ungewohnte, Gefühle, das Andere und das Unerwartete versuchte, einfließen zu lassen. Auch das war eines meiner Anliegen, in alter romantischer Tradition, von der ich mich inspirieren ließ. Dass ich musikalisch nicht weiter auf den Trip derer gehen wollte, die ich viele Jahre lang aus beruflichen Gründen gehört, gesehen und erlebt hatte, ging daneben (man deutete das als Schwäche, solistisch künstlerisch subaltern oder unfähig, mit herkömmlichen Leadvocals zu operieren). Man wurde nach den Kriterien jenes Popestablishments beurteilt, an dem man gar nicht teilnehmen wollte und keinerlei Ehrgeiz entwickelte. Man hat an der Schnittstelle zwischen Neuen Technologien und „Old School“ zu wirken versucht. Etwas zu viel habe ich zudem Ironie in mein Tun einfließen lassen. Mea Culpa. Das alles wurde nicht verstanden und „kam nicht rüber“. Okay.
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I'm building multimedia connections here, which no one really seems to be interested in. I still (!) find such compilations relatively rare on the Internet. Yes, of course, many people work as influencers. Companies benefit. In my case, such suggested connections between realities show, among other things, different aspects of myself and are never intended to be advertising for a product. A common thread for me seems to be that I strived for something like holism, i.e. I also wanted to show the aspects of myself that might reveal something surprising and unusual. Something I wouldn't have thought possible. Why show it at all? You wanted to represent what you were.
Translating the everyday into the unusual – and vice versa. The private into the general, and vice versa. With many means. Among other things, with photos and designed sounds in which I tried to incorporate the unfamiliar, feelings, the different and the unexpected. That was also one of my concerns, in the old romantic tradition from which I was inspired. The fact that I didn't want to go on the musical journey of those I had heard, seen and experienced for many years for professional reasons was wrong (this was interpreted as a weakness, an artistically inferior soloist or an inability to operate with conventional lead vocals). You were judged according to the criteria of the pop establishment in which you didn't want to be a part and had no ambition whatsoever. An attempt was made to work at the interface between new technologies and “old school”. I also let irony flow into my actions a little too much. Mea culpa. None of this was understood and “didn’t come across”. OK.
Samstag, 30. Dezember 2023
Tod und andere Ausgänge
Ja klar gibt es tausend Ratgeber auf diesem Gebiet. Kommt mir gerade jetzt seltsam vor. Da sind Erinnerungen einerseits. Und Vorstellungen davon, wie das war, als die Person noch präsent war. Ausstrahlung. Selbstverständlichkeiten. Blicke. Verstehen. Staunen. Lachen. Typisches. Eigenheiten. Wie geht es weiter nach dem Tod? Die Frage wird auch mich immer wieder überfallen. Ob ich jetzt eine spekulative Antwort geben kann? Vielleicht stehen wir nach dem Tod in einem Licht, von welchem unser Sonnenlicht nur ein Schatten ist, wie Arthur Schopenhauer meinte. Wer war das überhaupt, der Schopi? Hat der uns noch etwas zu sagen? Was kommt? Eine Art Pool, in dem sich alle Seelen treffen, auch die der Tiere? Ein erweitertes Ich (Eine Ahnung davon bezogen manche Personen wohl in der Meditation ?), ein Wir? Oder gar nichts? Oder machen wir uns Bilder, Vorstellungen von etwas Unbegreiflichem, was über unseren Verstand hinaus geht? Gibt es etwas Absolutes, Größeres, was unseren Begriffsapparat überfordert? (Ob da etwa der profane Film „Matrix“ ein paar Hinweise gegeben hat?) Unsere Zeit hier: was war das? Ein Rätsel? Ich erinnere mich an ein Gesicht. Und bin wohl bei den Faulen, den zu wenig Ehrgeizigen. Sünden? Ob das zu kleinmoralisch gedacht ist? Andererseits zählt auch die Bibel etliche Laster auf und versucht, moralisch etwas zu bewegen. Zen: Frage: „Meister, gibt es ein Leben nach dem Tod?“ Darauf der Meister: „Ich war noch nicht tot“. Geht es um Zeichen jenseits der Sprache? Wie groß ist da wohl die Distanz zur heutigen Welt der Zeichen, die uns alle zu etwas bringen wollen, last but not least den Profit zu maximieren?
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Yes, of course there are thousands of guides in this area. Seems strange to me right now. On the one hand, there are memories. And ideas about what it was like when the person was still present. Radiance. Self-evident things. Looks. Understand. Amazement. Laugh. Typical. Peculiarities. What happens after death? The question comes to me again and again. Can I now give a speculative answer? Perhaps after death we stand in a light of which our sunlight is only a shadow, as Arthur Schopenhauer said. Who was that anyway, Schopi? Does he have anything else to say to us? What's coming? A kind of pool where all souls meet, including those of animals? An expanded I (some people probably got an idea of this in meditation?), a we? Or nothing at all? Or do we create images, ideas of something incomprehensible that goes beyond our understanding? Is there something absolute, greater, that overwhelms our conceptual apparatus? (Whether the mundane film “Matrix” gave a few clues?) Our time here: what was it? A mystery? I remember a face. And I'm probably with the lazy ones, the ones who aren't ambitious enough. Sins? Is that too small-minded? On the other hand, the Bible also lists a number of vices and tries to make a moral difference. Zen: Question: “Master, is there life after death?” The master replied: “I wasn’t dead yet”. Is it about signs beyond language? How big is the distance to today's world of signs that want to get us all to something, last but not least, to maximize profit?
Dienstag, 10. Oktober 2023
Beziehungen?
Da sind Personen, die gewisse Ideen wohl deshalb geteilt haben, weil sie dem Zeitgeist entsprachen, der sich immer schneller wandelt. Entsprechend schnell legen diese Personen ihre Einstellungen und Werthaltungen zur Seite und passen sich wie Chamäleons an die jeweiligen Trends an. Wenn man sie in seiner Notlage brauchen würde, sind sie weg, lassen sich nicht einmal mehr ansprechen, haben deine Adresse verlegt oder dich aus dem Blickfeld verloren. Jawohl, auch das ist Realität. Da sind nicht nur diese optimal funktionierenden Freundeskreise, die so ach wichtig sind fürs eigene Wohlbefinden und die in den Medien immer wieder betont werden oder von Psychologen empfohlen werden. Auch sie gehen unter gewissen Bedingungen kaputt, werden von mangelnder Empathie zerstört. Was war der Dialog mit solchen von mir einst bevorzugten Personen wert? Was das Vertrauen, das man diesen Personen entgegen brachte? Wert? Für wen? Sie schienen Nutzen daraus ziehen zu wollen, was einem nicht als vordringliches Motiv auffiel. Klaro, man hat selbst sein Teil zu der Situation beigetragen, man war zu passiv, träge, man war auch schuld. Nur ist es wohl so, das diese Personen oben sind und ich unten, dass es ihnen gut geht, während es mir extrem schlecht geht. Einfach so. Jawohl, Selbstmitleid! Das ist verboten! Das alles passiert mitten in der Gesellschaft. Jawohl, ich bin die Stichprobe in der Statistik! Ich habe eine akademische Ausbildung abgeschlossen, habe Titel und Abschluss. Aber es gibt da ein Absaufen. Ein Ertrinken. Ein Verschwinden. Im "Markt". Ich versuche, daraus eine Zeitweiligkeit zu machen. Ich versuche, wieder anzugreifen. Es ist mir bisher nicht gelungen. Aber draußen in dieser Welt ist niemand dieser Leute, die so taten, als würden sie einem nahe stehen. Da ist niemand ansprechbar. Weil man selbst komisch ist? Die Einschläge ins Bewusstsein, die von allen Seiten auf einen einprasseln und die einen manchmal überfordern können, die zu teilen mit gewissen Personen, könnte zumindest entlasten. Das könnte einem helfen. Aber was ist los? Man hat den falschen Leuten getraut. Ganz einfach. Man hatte sie an sich heran gelassen. Man war für sie so etwas wie ein gehobener Zeitvertreib.
Dienstag, 19. September 2023
Schopi, Tod, Seneca
„Wenn man, so im täglichen Umgange, von einem der vielen Leute, die Alles wissen möchten, aber nichts lernen wollen, über die Fortdauer nach dem Tode befragt wird, ist wohl die passendeste, auch zunächst richtigste Antwort: „Nach deinem Tode wirst du seyn was du vor deiner Geburt warst“. Denn sie implicirt die Verkehrtheit der Forderung, daß die Art von Existenz, welche einen Anfang hat, ohne Ende seyn solle, zudem aber enthält sie die Andeutung, daß es wohl zweierlei Existenz sind und, dem entsprechend, zweierlei Nichts geben möge. - Imgleichen jedoch könnte man antworten: „Was immer du nach deinem Tode seyn wirst – und wäre es nichts, - wird dir alsdann eben so natürlich und angemessen seyn, wie es dir jetzt dein individuelles, organisches Dasein ist: also hättest du höchstens den Augenblick des Übergangs zu fürchten. Ja, da eine reifliche Überlegung der Sache das Resultat ergibt, daß einem Daseyn, wie das unsrige, das gänzliche Nichtstun vorzuziehn seyn wäre, so kann der Gedanke des Aufhörens unsrer Existenz, oder einer Zeit, da wir nicht mehr wären, uns vernünftigerweise so wenig betrüben, wie der Gedanke, daß wir nie geworden wären. Da nun dieses Daseyn wesentlich ein persönliches ist, so ist demnach auch das Ende der Persönlichkeit nicht als ein Verlust anzusehn...“
(zu finden in: Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)
Seneca schrieb zum selben Thema: „Der Tod bedeutet die Tilgung jeglichen Schmerzes, und er ist die Grenze, über die unsere Leiden nicht hinausgelangen; er gibt uns wieder jenen Zustand der Ruhe zurück, dem wir vor unserer Geburt angehörten.“
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"If, in everyday dealings, you are asked about life after death by one of the many people who want to know everything but don't want to learn anything, the most appropriate and initially most correct answer is: "After your death you will be what you were before you were born". For it implies the wrongness of the requirement that the kind of existence which has a beginning should be without an end, but it also contains the suggestion that there are two kinds of existence and, correspondingly, two kinds of nothings. - At the same time, however, one could answer: "Whatever you will be after your death - and if it were nothing - will then be just as natural and appropriate to you as your individual, organic existence is to you now: so at most you would have the moment to fear the transition. Yes, since a mature consideration of the matter yields the result that complete idleness would be preferable to an existence like ours, the thought of the cessation of our existence, or of a time when we would no longer be, can reasonably be so little sadden like the thought that we would never have become. Since this existence is essentially personal, the end of the personality is not to be regarded as a loss..."
(to be found in: Artur Schopenhauer, The World as Will and Representation)
Seneca wrote on the same subject: “Death is the eradication of all pain and it is the limit beyond which our sufferings do not go; he restores to us that state of calm to which we belonged before we were born.”
Samstag, 9. September 2023
Die Anderen und du
Du würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein holen, was du schon einmal gelebt hast. Deshalb bist du so oft nach Machtolsheim gefahren. Deine Kindheit in dich herein holen. Begreifen, dass du das warst, der entscheidende Jahre hier verbracht hat. Dadurch eine komplettere Persönlichkeit werden. Eine „runde“. Durch dich selbst. Trinkst in letzter Zeit zu viel (was relativ ist...). Ruinierst dich. Ob du das anderen Menschen abgeschaut hast? Der Rausch als Flucht? Vor dir selbst? Es geht Vielen so. Der Rausch als Übersteigerungen dessen, was du gerne fühlen würdest? Die Vorlage trägt nur kurz und bricht dann heftig in sich ein. Es gibt kein Entkommen. Du verreckst.
Du wiederholst dich, spulst dein Leben intensiver ab. Denkst an das Ende und die Versorgung. Wirst dazu gezwungen, wie zu so vielem. Du hast immer versucht, solche Zwänge zu integrieren und doch integer zu bleiben. Geht das? Mir als Oberarschloch gelingt das offenbar zu selten...Schleichend korrumpiert es dich alles, so dass du es nicht merkst....
Montag, 12. Juni 2023
Politikstars
Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass Politiker jetzt als eine Art Popstars gehandelt werden. Jedenfalls zeigt der Entwurf in diese Richtung. Auch und gerade in Zeiten des Krieges. Ob es das hierzulande nicht schon einmal gegeben hat? Man reiht sich offenbar ein in die Masse der „Fans“, - ja, auch im Sport. Ob das eine Gegenbewegung zur Welt der Politikverdrossenheit, der Enttäuschung und Skepsis ist? Hierzulande macht das der Habeck vor, mit seinem beredten Erklärtalent, seiner hemdsärmeligen Kumpelhaftigkeit, die die woke- und gender-Bemühungen hinter ganz anderen Anstrengungen locker mitlaufen lässt, hinter existenziellen Versorgungsproblemen, die keine Rücksicht mehr auf Schweinswale oder Rotmilane nehmen, der ein Gefolge an seiner Seite weiß, das ihm die passenden Zahlen und scheinbar wissenschaftlichen Studien zuliefert… Person statt Politik, ob das eine Formel ist? Privates und Öffentliches zusammenschalten? Die emotionale (Ver)Bindung und Personalisierung scheint jedenfalls zunehmend wichtig, es gilt, ein tätiger Fan zu sein, anzuhimmeln, zu liken und zu teilen…..Ja, auf der Spur der social Medias scheint einiges möglich, sogar wenn es sich um deutsche Ministerpräsidentinnen handelt.
Donnerstag, 23. Februar 2023
Identität
Man müsste wie die Figuren bei Max Frisch von vorne anfangen können. Seine Identität wechseln können. Gar nicht mal aus Unzufriedenheit, sondern nur um ein Leben noch einmal neu zu leben. Aus anderer Perspektive. Für jemanden wie mich ist das sogar vollkommen logisch. Dieser Gedanke hat mich unter anderem an den Pionieren fasziniert, die im 19. Jahrhundert in die USA aufgebrochen sind. Neue Horizonte. Sich selbst neu erfinden. Sich quasi umdrehen, derselbe bleiben und doch alles anders sehen. Ich selbst habe zu wenig Urvertrauen dazu. Man sehnt sich nach einer anderen Auszeit. Das unter anderem war es, was ich bei meinen Kirchenbesuchen empfunden habe. Das ist eine Sphäre, ein Ort, der mitten im Geschehen steht und doch außerhalb. Ein Ort, der Zeitlosigkeit verspricht, und doch ein Zeugnis der Zeitläufte, der Historie, ist. Ein Raum, eine künstlerisch gestaltete Höhle, ein Ort der Besinnung, des Suchens und vielleicht ein Ort des Findens. Des Innehaltens. Des Aussteigens aus dem Rat Race. Stein statt Beton. Die Kühle in der Hitze. In einem gestalteten Raum, absichtslos in sich ruhend, und doch mit vielen inneren Absichten, in architektonischen Zwangsläufigkeiten und religiösen Sinngebungen erbaut. Überhaupt, - der Sinn. Vielleicht sind (Kloster)kirchen ein Ort des Sinns. Per se. Auch ohne die christliche Lehre mitzudenken. Mich wundert, dass ich das so über die Empfindung, über das reine Spüren erfahren konnte, - früher war ich da eher ein Kopfmensch. Es erschließt sich mir jetzt, Jahre später, ein anderer Zugang zu dieser Sphäre.
Montag, 19. Dezember 2022
Sich selbst besser begreifen
Im Vordergrund ihrer Betrachtung scheint für viele Menschen der Umstand zu sein, ob sie auf der „Höhe der Zeit“, „woke“ oder möglichst bewusst und kaum rassistisch zu sein scheinen. Demgegenüber sehe ich es so: Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen, möglichst „Ganzheitlichen“ zu verschmelzen, das man sich immer wieder neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist, was man ist. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“.
Samstag, 10. Dezember 2022
Polyperspektivität - Once again
Ich wollte verschiedene Ausdrucksformen meines Egos so kombinieren, dass insgesamt eine Art Gesamtbild heraus kommt. Ich wollte damit auch zeigen, dass es mir weniger auf die Form ankommt und mehr auf den Inhalt. Sollte ich überhaupt so etwas wie Talent haben, so wollte ich es an verschiedenen Disziplinen spiegel, wollte ihm verschiedenen Ausdruck geben. Vielleicht, weil ich das so spürte. Ich wollte wechselnde Perspektiven. Wir haben immer nur Ausschnitte vom Leben, oder was andere dafür halten. Jeweils, je nach Perspektive. Hattest du nie Lust, Alles kennenzulernen, das Ganze? Ich weiß, das ist hemmungslos anspruchsvoll, unrealistisch und so weiter..… Aber zieht einen nicht die Aussicht hinan, sein eigenes kleines beschränktes Ich zu verlassen und zum Ganzen Vielen zu werden, zu allem? Aus den Augen aller zu blicken? Etwas oder jemanden wirklich kennen zu lernen? Näher, näher und immer näher – ohne dass so etwas penetrant wird…...Lerne, damit zu spielen, ein Ich zu sein und ebenso kein Ich zu sein! Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das ich einmal auf einem „Trip“ erfahren durfte, dieses „Neben-sich-stehen“ scheint mich verändert zu haben. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen?
Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher diese Sichtweise versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen.Vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleiten.
Samstag, 20. August 2022
Soziale und geographische Determinationen und Identität
Mich interessiert die Ausstrahlung, die vom Kern einer Persönlichkeit (Gewisse Psychologen, Literaten oder Philosophen nennen und nannten das den „göttlichen Funken“) durch wechselnde Gesichter (Selbst/Persona) und Masken hindurch zu erahnen ist. Ob es dies Ego überhaupt gibt? Ob es Mühe kostet, es über ein ganzes Leben hinweg immer mehr heraus zu arbeiten? Es gab eine Phase in meinem Soziologie-Studium, die eine Weltsicht in diesem Sinne stützte und mit dem Modell „Lebenswelt“ verknüpfte. Dass Rollenverhalten sozial bestimmt sein kann, steht wohl einigermaßen außer Frage. Die daraus resultierenden Folgerungen haben mich im Studium beschäftigt. An der Universität war es, wo ich also lernte: Soziale Rollen resultieren auch schon mal aus ökonomischen Verhältnissen. Konkret: Jemand, der von Grundsicherung lebt, hat wohl andere Ansichten und Perspektiven, Routinen und Auffassungen von „Normalität“, als ein Milliardär. Dies lässt sich durchdeklinieren durch die gesamte soziale Realität. Sie resultieren auch schon mal aus geographischen Verhältnissen: Wer aus anderen Regionen dieser Welt kommt (also nicht Mitteleuropa!), hat schon aus Gründen der Sozialisation ein anderes Weltbild, das durch andere Religionen und andere Wertmaßstäbe geprägt ist. Ob es ein gangbarer Weg ist, alles und jegliches Verhalten zu tolerieren, oder ob der Weg nicht viel eher über ein tieferes Verständnis der jeweiligen Sozialisation (Erziehung) des Gegenüber führen sollte? Selbstverständlich sollte am Ende dieser Entwicklungen das Einverständnis und die Einigung auf gewisse Grundwerte stehen, in unserem Falle das Grundgesetz.
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